October Faction – Menschen vs. Monster

von Joe Doe

„October Faction“ ist eine Netflix-Serie, die auf einem Comic des Autors Steve Niles basiert. Dieser zeichnete sich bereits für „30 Days of Night“ verantwortlich und arbeitete u.a. für Disney sowie Todd McFarlane. Der offen zur Schau gestellte Okkultismus sollte von daher nicht weiter verwundern.

Gleich zu Beginn der Pilotepisode gibt es die ersten düsteren Vorzeichen. Das Ehepaar Fred (J.C. MacKenzie) und Deloris Allen (Tamara Taylor) kehrt mit den gemeinsamen Kindern Viv (Aurora Burghart) und Geoff (Gabriel Darku) in seine Heimatstadt zurück. Auf dem Weg machen sie an einer Tankstelle halt, in deren Shop ein Wahrsager-Automat steht. Und schon haben wir das erste Pentagramm mit allsehendem Auge.

Die Kids ziehen eine Schicksalskarte, welche ihnen ankündigt, dass verborgene Dinge enthüllt werden. Im Prinzip geht es in der gesamten ersten Staffel um nichts anderes. Sogar das Logo auf der Karte erinnert an ein Symbol, welches noch von Bedeutung sein wird.

Die Familie Allen ist nämlich auf dem Weg zur Beerdigung von Großpapa Samuel (Stephen McHattie), der für die titelgebende Geheimorganisation Presidio gearbeitet hat. Deren Logo ist eine Sonne mit einem Halbmond. Ohne die Schwerter erinnert dieses ein wenig an das Zeichen der Jesuiten und tatsächlich ist der Verein ähnlich fundamentalistisch.

Im Nachlass des Verstorbenen findet sich u.a. ein Joint, der sogleich von Fred geraucht wird. Zwar ist Gras in einigen US-Bundesstaaten inzwischen erlaubt, dennoch ist diese Propagierung von Drogen ziemlich geschmacklos.

Da auf der Trauerfeier der Alkohol ausgeht, womit auch schon die nächste Droge beworben wird, fahren Fred und Deloris schnell in den Supermarkt, um Nachschub zu besorgen. Dort angekommen erfährt man, welcher Arbeit sie nachgehen, denn sie gehören ebenfalls zu Presidio. Diese Mischung aus Geheimbund und Paramilitär macht Jagd auf Monster und von denen treiben sich gerade zwei im Supermarkt herum.

Es handelt sich in diesem Fall um Vampire, die jedoch keine klassischen Vampirmerkmale aufweisen. Sie vertragen Sonnenlicht und ähneln mehr Reptiloiden in Menschengestalt.

Unterdessen hält Tochter Viv mit den jüngeren Gästen der Trauerfeier eine Séance ab.

Statt in Kontakt mit ihrem Großvater zu treten, ergreifen jedoch dunkle Mächte von ihr Besitz. Sie fängt an zu levitieren und zeigt deutliche Anzeichen dämonischer Besessenheit.

Die Pilotfolge endet damit, dass Viv durch ihre Séance unabsichtlich einen sogenannten Warlock befreit, der im Licht des Vollmondes aus einem Gewässer steigt.

Die zweite Episode „Kein Land für alte Vampire“ (in Anlehnung an „No Country for Old Man“) beginnt mit einer Rückblende und erzählt, wie Deloris‘ Vater, einst Sheriff der Gemeinde, von einem gehörnten Kryptiden getötet wurde.

Die Sheriff-Marke ist ein Hexagramm, was allerdings den meisten realen Vorlagen entspricht. Sheriff-Marken sind immer Hexagramme oder Pentagramme, in einigen Fällen auch sieben- oder neunzackige Sterne. Auf der vorliegenden Hexagramm-Marke gibt es zudem noch ein Pentagramm und fünf Pentagrammen in der unteren Spitze.

Deloris‘ Sohn Geoff trägt ebenfalls drei Pentagramme am Ärmel seines Hoodies. Als er sich in der Schule mit einem Lehrer anlegt, ist im Hintergrund außerdem ein Regenschirm zu sehen.

Seine Schwester Viv zeichnet derweil im Kunstunterricht makabere Totenschädel. Die beiden haben es sichtlich schwer, sich in die Kleinstadtgemeinde einzugliedern, nachdem sie zuletzt in Japan gelebt haben.

Noch schwerer ist es für die beiden, Freunde zu finden. Der nächste Eklat in der Schulkantine lässt nicht lange auf sich warten. Übrigens gibt es dort nur ungesunde, zuckerhaltige Getränke der Coca Cola Company. Das Product Placement ist in dieser Serie extrem aufdringlich.

Während die Kids mit ihren pubertären Problemen zu tun haben, entdeckt Vater Fred in der Villa des verstorbenen Großvaters allerhand mystisches. Darunter ein okkultes Symbol mit einer Pyramide im Zentrum.

In der dritten Folge treffen Viv und Geoff erstmalig auf die weibliche Warlock Alice Harlow (Maxim Roy), die ein seltsames Interesse an den beiden zu haben scheint. Passend zu dem okkulten Gedöns trägt sie die Farben der Venus und ist mit einem roten Truck unterwegs.

Die Begegnung hat Viv derweil vorhergesehen. Ihre Gabe erscheint ihr zunächst gruselig und auch ihr Bruder besitzt eine übernatürliche Wahrnehmung. Es kündigt sich bereits an, dass mit den beiden etwas nicht stimmt.

Die vierte Episode beginnt mit etwas Rot/Blau-Symbolik.

Rot ist auch die bevorzugte Farbe von Deloris, die in der örtlichen Polizeiwache herumschnüffelt.

Nachdem sie erfahren hat, was sie wissen wollte, geht sie mit ihrem Mann im Wald auf Vampirjagd. Die Vampirgang, mit der sie sich kurz zuvor angelegt hatte, wurde jedoch schon von Unbekannten gemeuchelt.

Einem Gangmitglied, welches gerade noch so am Leben ist, wurde ein okkultes Warlock-Symbol eingebrannt. Im Zentrum steht wieder einmal eine Pyramide.

Während die zwei Monsterjäger in der nächsten Episode der Sache näher auf den Grund gehen, feiern ihre Kids daheim eine wilde Party. Auf solchen Teenie-Partys haben viele junge Menschen ihr erstes Mal und zumindest ein Mädel kommt auch gleich im passenden Sexkätzchen-Outfit.

Große Mengen Alkohol gehören ebenfalls dazu. Der ist in den USA zwar erst ab 21 erlaubt, aber solche Gesetzesverstöße werden von Hollywood regelmäßig propagiert. Sich das Hirn wegzusaufen macht die Jugendlichen immerhin noch leichter beeinflussbar.

Die Warlock Alice schleicht sich derweil heimlich ins Gebäude, wobei sie die Gabe nutzt, die Zeit einzufrieren. In Vivs Zimmer befasst sie sich erst einmal mit einer Löwenstatue, die offensichtlich ihren Meister repräsentieren soll.

Kurz darauf findet sie die Schicksalskarte aus dem Wahrsager-Automaten. Auf der Rückseite befindet sich ein allsehendes Auge in einer Ouroboros.

Weiter geht es ins geheime Archiv von Großvater Samuel, der ein eifriger Schädelsammler war.

Außerdem findet sich in den Regalen eine Urne mit dem Warlock-Symbol, auf die es die Einbrecherin abgesehen hat.

Nachdem Viv sich aus den Fängen eines aufdringlichen Partygastes befreit hat, trifft sie zum Schluss noch auf einen Cyborg mit einem rotleuchtenden Horusauge.

In der fünften Episode erfährt man, wofür Alice die Urne braucht. Sie enthält die Asche eines Warlock-Anführers, welche mit dem Blut eines Menschenopfers vermischt mächtige Kräfte freisetzt. Alice macht also erst mal einen auf Gräfin Bathory.

Deloris geht derweil auf dem Friedhof ihrer Familiengeschichte nach. Die Gräber der Freimaurer erkennt man dort sofort an den Obelisken.

In Episode 6 gibt es „Neue Erkenntnisse“. Diese erhält Fred, als er auf eine Gruppe niedergemetzelter Xenoformen stößt, die sich nicht aus Vampiren und Warlocks zusammensetzt. Normalerweise arbeiten die verschiedenen Spezies nicht zusammen, aber andererseits haben beide reptiloide Merkmale. Ihr Anführer ist als Einziger noch am Leben und offenbart Fred, dass er ebenfalls auf der Jagd nach der weiblichen Warlock ist. Sie haben also einen gemeinsamen Gegner.

Deloris schnüffelt unterdessen wieder bei der Polizei herum. Wie bereits in der Schule kontrolliert auch dort der Coca Cola Konzern den Getränkemarkt.

In einer Akte entdeckt die Presidio-Agentin Bilder von Ritualmorden, die mit dem okkulten Symbol im Haus ihres Schwiegervaters in Verbindung stehen.

Der ist übrigens gar nicht tot, sondern im Gewahrsam seines einstigen Arbeitgebers. Mit eigenmächtigen Mitarbeitern geht Presidio nicht gerade zimperlich um und lässt sie gnadenlos foltern. Dabei kann sich Samuel sogar noch glücklich schätzen, denn ein Freund von Fred, der ihm einen Gefallen erweist, wird gleich direkt am Arbeitsplatz hingerichtet.

Viv freundet sich unterdessen mit dem Cyborg Dante (Calvin Desautels) an, welcher ebenfalls eine Verbindung zu dem okkulten Symbol hat.

In Folge Nr. 7 gelangen Fred und Deloris an den „Tiefpunkt“ ihrer Presidio-Karriere. Gemeinsam mit ihrem neuen Verbündeten, dem afrikanischen Warlock Moshe (Dayo Ade), dringen sie in eine Presidio-Einrichtung ein. Dort wird mit dem inzwischen allgegenwärtigen Symbol herumexperimentiert.

Wie sich herausstellt, handelt es sich gar nicht um eine Waffenforschungseinrichtung, sondern um ein Gefangenenlager, in dem grausamen Studien an Kryptiden durchgeführt werden. Satan höchstpersönlich wird einer Vivisektion unterzogen und von Moshe von seinem Elend erlöst.

Presidio wird hier zwar als faschistoides Paramilitär entlarvt, welches mit Kryptiden umgeht, wie ein Dr. Mengele mit den Juden. Andererseits muss man sich schon fragen, für wen hier eigentlich Sympathien erzeugt werden? Satan wird als armes Opfer dargestellt und das ausgerechnet von faschistischen Geheimbünden, die Satan ja eigentlich anbeten. Das ist eine völlige Verdrehung der Tatsachen!

Folge 8 geht noch einen Schritt weiter und erzählt die Vorgeschichte von „Alice“. Diese lebte einst in einer friedlichen Gemeinde von Warlocks, die von Presidio ausgelöscht wurde. Nun könnte man meinen, dies spiele auf die Hexenverfolgungen durch die katholische Kirche an, wobei die Parallelen offensichtlich sind. Nur waren die Opfer der realen Hexenverfolgung eben keine Okkultisten mit magischen Kräften und erst recht keine Reptiloiden mit scharfen Zähnen, wie hier dargestellt. Es waren unschuldige Menschen, die oft von bösartigen Neidern denunziert worden sind.

Die Anschuldigungen gegen vermeintliche Hexen im Mittelalter waren an den Haaren herbeigezogen. In „October Faction“ halten sie dagegen tatsächlich bizarre Rituale ab.

Neben der Pyramide mit dem Kreis verwenden sie dabei auch eindeutig satanistische Symbole wie eine Abwandlung des Kreuzes der Verwirrung.

Ihre Toten verwandeln sie mittels Magie in Asche, die ihre Macht konserviert. Das ist Wasser auf die Mühlen christlicher Fundamentalisten!

In den Häusern der Warlocks finden sich weitere okkulte Zeichen, darunter Sonnensymbole, die ironischerweise dem Logo von Presidio sowie der Jesuiten ähneln.

Das Paramilitär von Presidio ähnelt indessen eher einer Nazisöldnertruppe, die mitten in den USA ethnische Säuberungen durchführt.

Fred und Deloris kamen bei dieser Aktion erste Zweifel auf und wie sich nun herausstellt, haben sie die Zwillinge von Alice, welche diese kurz vor der Säuberungsaktion zur Welt gebracht hat, verschont und als ihre eigenen Kinder aufgezogen. Überraschung: Viv und Geoff sind Warlocks, was ihre übersinnlichen Fähigkeiten erklärt. Und mehr noch, Alice ist ihre leibliche Mutter!

Der Cyborg Dante, dessen Name auf den Autor der „Göttlichen Komödie“ anspielt, ist derweil eine Schöpfung von Samuel Allen. Der hat mittels Warlock-Magie den Geist von Freds verstorbenem Bruder in den Körper eines Strafgefangenen reinkarnieren lassen. Damit ist die gesamte Familie wieder vereint.

Am Handgelenk trägt Dante immer noch ein eingebranntes Kreuz der Verwirrung infolge des Rituals.

Alice bereitet unterdessen ein eigenes Ritual vor, mit dem sie die Seelen der ausgerotteten Warlocks in den Menschen der Gemeinde wiederauferstehen lassen will. Einen aufdringlichen Belästiger sortiert sie zuvor aber noch aus, was man als Statement gegen Hollywoods Vergewaltiger verstehen könnte. Natürlich trägt Alice bei dieser Aktion die Farbe einer Femme Fatale.

Die anderen Einwohner kreist sie derweil in ihr rituelles Symbol ein. Durch das Feuer ist das Kreuz unter der Pyramide nunmehr auch eindeutig als rotes Templerkreuz zu identifizieren.

Das ganze Ritual vollzieht sich natürlich genau an Halloween, einem Fest, an dem sich das Tor zur Welt der Toten öffnet. In der finalen Episode „Die October Faction“ ist der örtliche Halloween-Jahrmarkt daher auch mit „Gate Night“ übertitelt.

Presidio kassiert dort die ganze Stadtbevölkerung ein, denn Alices Ritual hat eine starke Energiespitze erzeugt, welche die Geheimorganisation aufgezeichnet hat. Der Energielevel lag bei 99,9, was auf den Kopf gestellt einer 666 entspricht.

Presidio gibt sich gegenüber der örtliche Polizeibehörde als FBI aus und setzt die Einwohner unter falschem Vorwand fest. Da sie aber Zeugen des Übernatürlichen geworden sind, sollen sie schlussendlich allesamt eliminiert werden. Ein typisches „Quarantine & Kill“-Szenario.

Die reinkarnierten Warlocks sowie Alice und ihre beiden Kinder will Presidio derweil zu Versuchszwecken nach Montauk deportieren. Montauk ist eine kleine Gemeinde auf Long Island gegenüber von New York. Es existiert dort tatsächlich ein militärisches Sperrgebiet, welches immer wieder mit Funden seltsamer Hybridkadaver an der nahen Küste in Verbindung gebracht wird. Die Anspielung ist daher wohl kaum ein Zufall.

Natürlich gelingt Alice gemeinsam mit Deloris die Flucht und die beiden Mütter verbünden sich schlussendlich, um Presidios finstere Leiterin Edith Mooreland (Megan Follows) auszuschalten. Angeführt von Sheriff Gina Fernandez (Nicola Correia-Damude) befreit derweil die örtliche Polizei die Einwohner aus der Gewalt des Paramilitärs.

Fred landet unterdessen in der Zwischenwelt von Diesseits und Jenseits, wo er Hilfe von Alices ermordetem Mann sowie leiblichem Vater von Viv und Geoff erhält. Seine Mutter Maggie (Wendy Crewson) wird schlussendlich neue Leiterin von Presidio und damit ist die Ausgangsbasis für die zweite Staffel geschaffen.

Fazit: Rein handwerklich ist „October Faction“ eine sehr spannend in Szene gesetzte Serie. Das Setting und die darstellerischen Leistungen sind positiv zu bewerten. Gleiches gilt für die Botschaft von gesellschaftlicher Toleranz, die sich auch durch den schwulen Charakter des Geoff Allen ausdrückt.

Die Toleranz gegenüber menschenfressenden Monstern hinterlässt jedoch einen unangenehmen Beigeschmack. Die Serie erweckt den Eindruck, dass hier okkulte Kräfte reingewaschen werden sollen. Letztendlich propagiert sie damit Sympathie für den Teufel, der sich mit Sicherheit gegen eine Vivisektion zu wehren wüsste. Trotz Spannung und jeder Menge überraschender Wendungen ist die Serie daher mit Vorsicht zu genießen.

Penny Dreadful – Dreadful, Awful, Painful

von Joe Doe

„Penny Dreadful“ ist eine US-amerikanische Horror-Serie, die von 2014-2016 in drei Staffeln produziert wurde. „Dreadful“ heißt übersetzt so viel wie „schrecklich“, was den Kern der Serie ziemlich gut trifft. Es handelt sich um einen obskuren Genremix, in dem Vampire, Werwölfe, Hexen, Dämonen und so ziemlich alle Schauergestalten vorkommen, welche die Horror-Literatur je hervorgebracht hat. Es versteht sich, dass diese Kombination mit einem hohen Grad an Okkultismus einhergeht und Satan allgegenwärtig ist.

Im Zentrum der Handlung, die im London des ausgehenden 19. Jahrhundert angesiedelt ist, steht Vanessa Ives, verkörpert von Eva Green, die bereits in okkulten Machwerken wie Tim Burtons MK-Ultra-Vampirfilm „Dark Shadows“ (2012) und „Die Insel der besonderen Kinder“ (2016) mitgespielt hat. Ihre Rolle Vanessa ist bei Sir Malcolm Murray (Timothy Dalton) aufgewachsen, dessen Tochter Mina Harker (Olivia Llewllyn) sich in der Gewalt von Vampiren befindet. Im Kampf gegen diese Kreaturen stehen den beiden Victor Frankenstein (Harry Treadaway) und Ethan Chandler (Josh Harnett) zur Seite. Der Darsteller des Letzteren hatte in „30 Days of Night“ (2007) ebenfalls schon mit Vampiren zu tun.

Die Blutsauger in „Penny Dreadful“ unterteilen sich in umgewandelte Menschen, meist Frauen, die ihren Meistern dienen. Die Anführer haben derweil nichts Menschliches mehr an sich. Sie besitzen scharfe Zähne, wie man sie von Reptiloiden kennt, und unter ihrer äußeren Haut befindet sich eine zweite Haut, die mit ägyptischen Hieroglyphen verziert ist.

Der vermeintliche Hauptplot ist eigentlich nur eine Nebenhandlung und unter den Vampiren findet sich kein bedeutender Hauptcharakter. Mina Harker, die aus Bram Stokers 1897 erschienen „Dracula“ entlehnt ist, spielt ebenfalls nur eine Nebenrolle, die im Finale der ersten Staffel durch die Hand ihres Vaters von ihrem Leid erlöst wird. Abgesehen von einigen blutrünstigen Schlachtszenen ist ihr Schicksal eher unspektakulär.

Sogar dem Nebenplot um Frankenstein wird mehr Platz eingeräumt.

Dessen Monster Proteus (Alex Price) stirbt allerdings gleichsam unnötig schon in der zweiten Episode durch die Hand von Victors erstem Experiment Caliban (Rory Kinnear). Dieser nimmt sodann den Platz der tragischen Kreatur ein, die nach Liebe dürstet, aber von fast allen verachtet wird. Nur in einem Theater findet er Unterschlupf und Anerkennung durch dessen Leiter Vincent Brand (Alun Armstrong), der mit Zylinder aufzutreten pflegt.

Das Theater präsentiert, passend zur Ausrichtung der Serie, Horror-Inszenierungen mit Vampiren und Werwölfen. Diese gipfeln stets in gespielten Jungfrauenopferungen, bei denen mehr Kunstblut vergossen wird als bei einem Agonoize-Konzert.

Nachdem Caliban eine Darstellerin sexuell belästigt hat (#metoo), muss Vincent ihn vor die Tür setzen. Vorübergehend kommt er bei seinem Schöpfer Frankenstein unter, den er erpresst, ihm eine Gefährtin zu erschaffen. Er bringt einfach so lange alle Freunde des Doktors um, bis dieser einlenkt. Darunter übrigens den berühmten Vampirjäger Van Helsing (David Warner), der hier ebenfalls zu einer überflüssigen Nebenrolle degradiert wird.

Als Braut für Frankensteins Monster muss Ethan Chandlers todkranke Geliebte Brona Croft (Billie Piper) herhalten. Da Caliban seinen Schöpfer unter Druck setzt, kann dieser nicht warten, bis Brona ihrer Lungenkrankheit erliegt. Er drückt ihr kurzerhand ein Kissen ins Gesicht und nimmt die Leiche mit in sein Labor, wo er sie zu neuem Leben erweckt. Nicht mal das komplizierte Beziehungsgeflecht der Charaktere kommt ohne Mord und Tod aus.

Chandler zeichnet sich allerdings ohnehin nicht durch Treue aus. Er geht sogar ein homoerotisches Verhältnis zu Dorian Gray (Reeve Carney) ein, der seinerseits schon eine blutige Orgie mit Vanessa Ives abgefeiert hat. Entlehnt ist der Charakter aus Oscar Wildes Roman „Das Bildnis des Dorian Gray“ von 1890. Es könnte kaum eine bessere Vorlage für die zahlreichen wilden Sexorgien geben, die neben den blutigen Gemetzeln das wichtigste Stilmittel der Serie sind.

In dem Charakter des Dorian Gray steckt tatsächlich sehr viel von Wilde selbst, hatte dieser doch häufig Kontakt zu männlichen Prostituierten, obwohl er mit einer Frau verheiratet war. Woher der Schreiberling seine düsteren Phantasien hatte, liegt derweil ebenso auf der Hand, denn er war Mitglied der Dubliner Freimaurerloge Apollo University Lodge No. 357. Kein Wunder also, dass es in Dorian Grays Umgebung von ägyptischer Dekoration nur so wimmelt.

Doch kommen wir nun zur Haupthandlung um Vanessa Ives, die schon in der ersten Episode auf dem Stern der Isis zu sehen ist, wo sie Tarot-Karten legt.

Es zeigt sich schnell, dass mit ihr etwas nicht stimmt. Sie betet zwar zu Gott, doch das Kreuz an der Wand dreht sich dabei auf den Kopf und gebiert einen Schwarm Spinnen.

In der zweiten Episode „Die Séance“ nimmt Vanessa an einer selbigen teil, die von einer Spiritualistin namens Evelyn Poole (Helen McCrory) abgehalten wird. Ihren Gästen stellt sich diese als Madame Kali vor, benannt nach der hinduistischen Göttin des Todes und der Zerstörung. Dieser Link kommt nicht von ungefähr, sondern spielt auf die britische Esoterikerin Helena Blavatsky an, welche viel Zeit in Indien verbrachte und die dortige Mythologie in ihr Weltbild integrierte.

Daran, dass diese Bezüge kein Zufall sind, wird Dorian Gray später in der zweiten Staffel keinen Zweifel lassen. Er rühmt sich nämlich damit, dass in seinem Haus bereits Veranstaltungen der Theosophischen Gesellschaft stattgefunden haben, was schon an esoterische Propaganda grenzt.

An der Séance von Kali nehmen jedenfalls 9 Personen teil, was natürlich eine teuflische Zahl ist und der lässt nicht lange auf sich warten. Auf dem Tisch sind zudem Kerzen zu einem Pentagramm angeordnet und auch eine der Teilnehmerinnen trägt ein Pentagramm nebst Mondsichel.

An der Wand hängt ein Spiegel, durch den die Kamera gezielt die Szene einfängt. Dieser Spiegel dient als Dimensionstor, durch das Dämonen in die esoterische Gesellschaft einfallen.

Als Medium wählen diese jedoch nicht Kali, sondern Vanessa. Diese schockt das Publikum durch ihre Besessenheit und zerstört dabei die Spiegeloberfläche des Tisches. Der zerbrochene Spiegel steht wiederum für ihre gespaltene Persönlichkeit.

Was in solchen Kreisen praktiziert wird, sollte natürlich nicht an die Öffentlichkeit geraten, daher gibt es gleich noch eine Verschwiegenheitsgeste oben drauf.

In der fünften Episode wird rückblickend erklärt, wie sich Vanessas Besessenheit entwickelt hat. Wer auf die Umgebung achtet, kann sich sogar noch mehr ableiten, als offenkundig geschildert wird. So schläft Vanessa schon als Kind in einem Bett mit Sonnensymbol.

In einer Nervenheilanstalt wird sie später auf einem schwarz-weißen Hexagonboden lobotomiert und gefoltert.

Geheilt wird sie dadurch nicht. Im Gegenteil entwickelt sie okkulte Fähigkeiten wie Levitation.

In der siebten Folge „Besessen“ wird schließlich ein Exorzist herbeigerufen. Dieser scheitert jedoch und wird von Vanessa angeknabbert. Erst Chandler gelingt es mit ein paar Worten auf Latein, den Teufel aus ihr auszutreiben, was ziemlich unspektakulär abläuft.

Chandler selbst muss in der letzten Episode der ersten Staffel feststellen, dass er ein Werwolf ist. Die amerikanischen Kopfgeldjäger, die ihn verhaften wollen, zerfleischt er kurzerhand in einer Vollmondnacht. Eigentlich war diese Entwicklung absehbar, denn schon in der dritten Episode kommuniziert er mit Wölfen im Londoner Zoo.

Im Auftakt der zweiten Staffel bekommt Frankensteins Monster Caliban mehr Sendezeit. Nachdem er schon in einem blutrünstigen Theater untergekommen war, verschlägt es ihn nun in ein Wachsfigurenkabinett, dessen Besitzer Oscar Putney (David Haig) die Kundschaft mit Mordszenen von der Konkurrenz Madame Tussaud fortlocken möchte. Schon vor dem Kabinett steht eine Werbetafel auf einem Schachbrettboden.

Innen werden die Gäste von Satan höchstpersönlich begrüßt, was die Erklärung für die kranke Ausrichtung sein dürfte.

Nachgestellt werden vor allem Mordszenen von Jack the Ripper. Sicherlich gäbe es für solch ein Horrorkabinett auch in der Realität begeisterte Fans.

Eine weitere Nebenhandlung dreht sich um den Kopfgeldjäger Warren Roper, der Chandlers Werwolfattacke schwer entstellt überlebt hat. Als er erwacht, findet er sich auf dem Schachbrettboden eines Krankenhauses wieder.

Die Haupthandlung nimmt derweil eine krasse Wendung. Das Medium Kali alias Evelyn Poole, in die sich Malcolm Murray verknallt hat, entpuppt sich als böse Oberhexe. Gleich in der Eröffnung der zweiten Staffel stalkt sie Vanessa, die daraufhin okkulte Flashbacks bekommt.

In der zweiten Episode „Verbis Diabolo“ bastelt sich Poole eine Voodoo-Puppe mit Vanessas Aussehen. Damit der Zauber funktioniert, opfert sie ein Baby, dessen Herz sie in die Puppe einpflanzt. Dies ist mit Abstand die widerwärtigste Szene der gesamten Serie und die Anzahl der Puppen deutet darauf hin, dass Kali bereits sehr viele Babys auf dem Pentagrammboden geschlachtet hat.

Passend dazu ist die gesamte Wohnung der Teufelsanbeterin mit menschlichen Knochen dekoriert.

Offenbar handelt es sich um die Überreste ihrer eigenen Opfer, in deren Blut sie badet, wie einst die ungarische Gräfin Bathory.

In der rückblickenden Episode „Die Nachtwandler“ erfährt man die Hintergrundgeschichte von Evelyn und Vanessa. Letztere ging einst bei einer Hexe in die Lehre, die sich als Evelyns Schwester herausstellt. Diese ist jedoch eine weiße Hexe, eine Kräuterfrau, die nebenher auch Abtreibungen vornimmt. Nichtsdestotrotz schmiert sie Vanessa zur Begrüßung ein umgedrehtes Kreuz auf die Stirn und faselt dabei etwas von Luzifer.

Die Schülerin lernt von ihr das Abtreibungshandwerk sowie das Legen von Tarotkarten. Natürlich zieht Vanessa dabei gleich als erstes die Karte des Teufels.

Die Schwester der alten Moorhexe und deren schwarze Hexen tauchen eines Nachts auf und fordern die Auslieferung der Schülerin.

Sie haben die Wicca einst verstoßen und ihr ein Pentagramm auf den Rücken gebrannt.

Als die Verstoßene sich weigert, tötet Evelin eine ganze Rinderherde und schiebt dies ihrer Schwester in die Schuhe.

Den Grafen, der über das Gebiet herrscht, hetzt sie gekonnt gegen die alte Frau auf. Dieser zieht den Dorfpfaffen hinzu und fordert im örtlichen Pub den Pöbel zu einer Hexenjagd auf. Er selbst ist dabei kein Heiliger, lässt er sich doch von der echten Hexe körperlich züchtigen.

Christliche Fundis sind wahrlich die schlimmsten Diener Satans. Das machen sie schlussendlich dadurch deutlich, dass sie die unschuldige Wicca bei lebendigem Leibe verbrennen.

Ihrer Schülerin brennen sie derweil ein Kreuz in den Rücken.

Vanessa verlässt daraufhin das Moor und geht nach London. Da die tote Hexe sie ihren „kleinen Skorpion“ nannte, ist dieses astrologische Symbol fortan ihr Schutzzauber, den sie überall mit Blut hinschmiert. Unnötig zu erwähnen, dass dem Skorpion im astrologischen Tierkreis der Schlangenträger folgt.

Schon in der nächsten Episode suchen Evelyns Hexen Vanessa in ihrem neuen Zuhause heim. Sie dringen getarnt in ihre Wohnung ein, wobei sie sich sprichwörtlich wie Chamäleons der Umgebung anpassen. Den Trick haben sie wahrscheinlich von den Suliban aus „Star Trek – Enterprise“.

Ihr Auftreten als hübsche junge Damen ist ebenfalls nur Tarnung. In Wirklichkeit sind sie kahlköpfig und furchtbar entstellt. Ihre Körper schmücken sie mit Pentagramm-Narben und anderen okkulten Symbolen.

Ins Haus dringen sie ein, da sie Vanessas Haare für ihre Voodoo-Puppe brauchen. Zunächst ist aber Malcolms Ex-Frau dran, die im wahrsten Sinne des Wortes höllische Kopfschmerzen bekommt.

Ihr erscheinen dabei ihre Kinder als Zombies. War ja klar, dass diese Horrorgestalten auch noch ausgegraben werden, wenn auch nur als Vision. Dieser Anblick lässt die arme Frau komplett durchdrehen, sodass sie sich selbst die Kehle durchschneidet.

Ihr Ex-Mann Malcolm ist von ihrem Tod wenig berührt. Er hat längst mit Evelyn eine Affäre, unwissend, dass diese längst auch eine Voodoo-Puppe mit seinem Antlitz gebastelt hat. Natürlich wieder mit einem pochenden Baby-Herzen.

Während Evelyn die Schlinge um ihre Opfer enger zieht, gehen diese rätselhaften Artefakten nach, die Malcolm Murray auf seinen Weltreisen gesammelt hat, Die Artefakte erzählen die autobiografische Geschichte von Luzifer und den anderen gefallenen Engeln.

Sie geben auch einen Hinweis darauf, dass Vanessa Ives und Ethan Chandler der Schlüssel zur Lösung des Problems sind. Allerdings weiß noch niemand zu deuten, dass mit Lupus Dei der Werwolfsmann (wörtlich „Wolf Gottes“) gemeint ist.

Dem ist zu allem Überfluss wieder der Kopfgeldjäger Roper auf den Fersen, der inzwischen einen auf Phantom der Oper macht. Nur will er diesmal nicht das Kopfgeld, sondern Rache für seine Entstellung.

Der Ägyptologe Ferdinand Lyle (Simon Russell Beale) entpuppt sich derweil als Verräter, der mit Evelyn paktiert.

Das ist besonders verwerflich, da er einige Folgen zuvor als Jude mit Kippa zu sehen war. Die Verbindung von Judentum und Satanismus, welche in der Serie unterstellt wird, grenzt schon an Antisemitismus. Möglicherweise wird hier auf die Rothschilds angespielt, die als Weinmarke auch namentlich genannt werden, aber die sind eben ausschließlich Satanisten und keine praktizierenden Juden. Was in „Penny Dreadful“ unterschwellig impliziert wird, ist brandgefährlicher Verschwörungswahn.

Doch zurück zur Haupthandlung. Nachdem Vanessa auf einer Party von Dorian Gray, auf der auch Evelyn und ihre Hexen anwesend sind, eine Vision von Blutregen hat und daraufhin zusammenbricht, entschließt sie sich, aus der Stadt zu fliehen.

Zuflucht sucht sie im Haus der alten Moorhexe, welches diese ihr vermacht hat. Über ihrem Bett hängt immer noch ein passendes Keltenkreuz mit Hexenknoten.

Im Nachlass der Hexe findet Vanessa ein Buch mit bösen Beschwörungsformeln, in dem es von Schlangendarstellungen nur so wimmelt.

Begleitet wird Vanessa von Ethan, der in Vollmondnächten Schafe reißt.

In der Nebenhandlung schlägt Frankensteins Braut Lily neue Wege ein. Sie ist weder an ihrem Schöpfer noch an dessen Monster interessiert und muss sich selbst neu definieren. Als Zeichen ihres Persönlichkeitsbruchs ist sie in einem zerbrochenen Spiegel zu sehen.

Schlussendlich verbündet sie sich mit Dorian Gray, der seine Geliebte, die Transfrau Angelique, zwischenzeitlich vergiftet hat. Lily lässt er dagegen leben, nachdem sie das Geheimnis seiner Unsterblichkeit erfahren hat. All seine Verwundungen, Geschlechtskrankheiten und Sünden manifestieren sich in seinem Portrait.

Lily schlägt einen ähnlichen Weg ein und entwickelt sich zur Lustmörderin, wobei es echt widerlich ist, dass sie sich Typen aussucht, die vom Alter her ihr Großvater sein könnten. Kleines Detail am Rande: Bei ihrem ersten Opfer steht eine Kartenpyramide, deren Spitze in ein rundes Fenster ragt. Symbolik, wohin das Auge blickt.

Auf Sir Malcolms Tisch steht derweil ein Tintenfass mit einem Löwenpaar.

Im Treppenaufgang findet sich weiterhin ein Löwenkopf.

Bevor sich Malcolm Murray entschließt, Evelyn Poole direkt anzugreifen, stattet eine ihrer Töchter Ethan Chandler einen Besuch ab. Statt bis zu Malcolms Anwesen zu spazieren und sich abermals getarnt durch die Vordertür einzuschleichen, nimmt Hecate (Sarah Greene) eine Abkürzung durch einen Spiegel, der hier eindeutig ein Dimensionstor darstellen soll.

Ethan lehnt die Avancen von Hecate ab und schließt sich Murrays Leuten an, als diese ihren Herren aus den Fängen von Evelyn befreien wollen. Malcolm ist nämlich allein zum Hexenschloss aufgebrochen und dabei direkt in eine Falle gelaufen. Evelyn bestraft ihn mit Visionen seiner verstorbenen Familie, was erneut zu einem Abstecher ins Zombie-Franchise führt.

Vanessa trifft bei der Rettungsaktion auf den Leibhaftigen, der sich in Gestalt ihrer Voodoo-Puppe manifestiert. Mit dieser Puppe quatscht sie erst einmal in der Sprache der Gefallenen Engel.

Als der Worte genug gewechselt sind, zerdrückt sie den Kopf der Puppe, aus dem ein Schwarm Skorpione hervorkommt.

Einer der Skorpione verschmilzt mit ihrer Hand. Sie wird quasi eins mit ihrem Sternzeichen.

Evelyn wird derweil von Ethan getötet, der sich wieder einmal in einen Werwolf verwandelt hat. Die Prophezeiung vom Lupus Dei hat sich damit erfüllt. Bedauerlicherweise hat er zuvor auch Mr. Murrays Butler Sembene (Danny Sapani) totgebissen.

Zwei von Evelyns dämonischen Töchtern werden derweil von Murray und Lyle erledigt. Nur Hecate (Sarah Greene) überlebt, da sie ihre Mutter hintergeht und sich nicht in das Geschehen einmischt. Am Ende brennt sie ihr Zuhause nieder.

Feuer fängt im Staffelfinale auch Jesus, was eine ziemlich eindeutige Botschaft ist.

Die zweite Staffel endet damit, dass Ethan sich der Polizei stellt und nach Amerika ausgeliefert wird, Malcolm mit Sembenes Leichnam nach Afrika reist und Vanessa als Letzte das Licht ausmacht. Diverse Handlungsstränge der dritten Staffel spielen damit außerhalb von England, wo Vanessa es zunächst allein mit Dracula höchstpersönlich zu tun bekommt. Kein Wunder, dass sie in eine depressive Phase gerät und mit dem Rauchen anfängt.

Zunächst sucht sie sich aber erst einmal psychologische Hilfe, von der ihr geraten wird, etwas Neues auszuprobieren. Gesagt getan besucht Mrs. Ives zum ersten Mal in ihrem Leben ein Naturkundemuseum. Die Tiere, die sie dort betrachtet, haben dabei alle etwas mit ihrem Leben zu tun. Als erstes trifft sie auf eine Repräsentation des Baphomet, der für Satan steht.

Das zweite Tier ist ein Wolf, mit dem offenkundig Ethan Chandler gemeint ist.

An dritter Stelle kommen Skorpione, die Vanessa selbst repräsentierten.

Im Museum trifft sie auf Dr. Sweet (Christian Carmago), mit dem sie sich schnell anfreundet. In der zweiten Episode stellt sich jedoch alsbald heraus, dass der sympathische Zoologe in Wirklichkeit Dracula höchstpersönlich ist. Wie er und seine Lakaien es schaffen, bei Tageslicht umher zu wandeln, lässt sich nur damit erklären, dass sich die Serie über gängige Vampirmythen hinwegsetzt.

Das gilt auch für den Mythos, dass Vampire kein Spiegelbild haben. Dracula und seine Diener sind sehr wohl im Spiegel sichtbar. Dr. Sweet lädt Vanessa sogar in ein Spiegelkabinett ein, was wieder einmal auf ihre gespaltene Persönlichkeit/Besessenheit hindeutet.

Auf dem Jahrmarkt gibt es übrigens auch eine Wahrsagerin, an deren Stand nach mehr als zwei Staffeln endlich die freimaurerische Pyramide mit dem allsehenden Auge auftaucht. Das war schon längst überfällig.

Noch unlogischer als die Eigenheiten der Vampire ist Draculas sinisterer Plan, einen Menschen zu erpressen, Vanessa Ives auszuspionieren. Zum einen hat er bereits genügend Anhänger, die den Job erledigen können, zum anderen ist er selbst als Dr. Sweet direkt an ihr dran. Die Drehbücher werden also nicht besser, wie es oft der Fall ist, wenn Serien zu sehr in die Länge gezogen werden.

Die Nebenhandlungen werden ebenfalls immer abgedroschener. So tritt Malcolm auf einen alten Freund, der Apache ist und seine Opfer zu skalpieren pflegt. Rein zufällig hat der Herr auch einen Bezug zu Ethan Chandler, mit dem er geistig über Totems kommunizieren kann.

Frankenstein trifft derweil auf einen alten Freund mit ebenfalls indianischen Wurzeln. Dieser stellt sich als Dr. Jekyll heraus, der in einer Londoner Psychiatrie mit den Insassen herumexperimentiert. Zum einen wird hier schon wieder eine literarische Kultfigur in die ohnehin schon überladene Serie verfrachtet, zum anderen war Dr. Jekyll ursprünglich kein Native American. Der Darsteller Shazad Latif ist obendrein pakistanischer Abstammung, die Besetzung haut also auch nicht hin.

Die abartigste Nebenhandlung dreht sich derweil um Dorian und Lily, die eine Armee unterdrückter Frauen aufbauen wollen. Dafür besuchen sie zunächst eine Snuff-Party, auf der die junge Justine (Jessica Barden) live geschlachtet werden soll. Das zahlende Publikum besteht natürlich aus reichen Herren der Oberschicht, was durchaus reale Bezüge hat. Allerdings sind es diesmal die reichen Säcke, die sterben, während Justine von Dorian und Lily gerettet wird.

Es hat auch etwas von ausgleichender Gerechtigkeit, dass die beiden Justine ihren Peiniger servieren, der sie im zarten Alter von nur 12 Jahren gekauft und zur Prostitution gezwungen hat. Sie tötet den widerwärtigen Bastard ohne zu zögern.

Was darauf folgt, ist jedoch mindestens ebenso widerwärtig, wie das, was Justine all die Jahre angetan wurde. Sie und ihre beiden Retter baden im Blut ihres Peinigers und veranstalten eine wilde Sexorgie. Zum Glück gibt es im 19. Jahrhundert noch kein HIV, dennoch ist diese Szene überaus geschmacklos.

Die vierte Episode „Der gefallene“ Engel dreht sich wieder komplett um Vanessa und spielt fast ausschließlich in einer Zelle der Nervenheilanstalt. Der Rückblick in ihre Vergangenheit wird diesmal durch eine Hypnosesitzung bei ihrer Psychologin herbeigeführt. Diese ist ebenfalls Raucherin, womit wieder einmal unterschwellig die Tabak-Agenda beworben wird.

In der Nervenheilanstalt fällt abermals der Hexagonboden auf. Die 666 in endloser Aneinanderreihung.

Das passt auch, denn in der Zelle erscheint der Patientin Luzifer, der vom Pfleger Besitz ergreift. Später gesellt sich auch noch Dracula dazu, der entgegen den üblichen Legenden ebenfalls als gefallener Engel portraitiert wird.

Der Pfleger ist übrigens kein Geringerer als John Clare, der später von Frankenstein als Caliban wiederbelebt wird. In der dritten Staffel erhält er einen Nebenplot, in dem er seine Frau und seinen Sohn wiedersieht. Allerdings nur, um seinen Sohn sterben zu sehen. Seine Frau bittet ihn, den Sohn ebenfalls in einen Zombie transformieren zu lassen, was Caliban ablehnt. Die Frau verlässt ihn daraufhin und er ist wieder allein.

Zur Haupthandlung trägt dies nicht viel bei und auch der Plot um Dorian Gray und Lily findet ein eher unspektakuläres Ende. Gray schmeißt Lilys Gefolgschaft aus seinem Luxusloft, tötet Justine auf ihren eigenen Wunsch hin und trennt sich schließlich von Lily.

Ethan Chandlers Ausflug in die USA hinterlässt ebenfalls keinen bleibenden Eindruck. Er mutet eher wie ein Versuch an, aus der Serie einen Western zu machen. Chandler wird jedenfalls von den Männern seines Vaters befreit, verbündet sich mit Hecate und verfällt vorübergehend der dunklen Seite. Hecate löscht seine Häscher aus, indem sie ausgerechnet Klapperschlangen heraufbeschwört.

Letztendlich gelangen die beiden in die Gewalt von Ethans Vater Jared Talbot (Brian Cox), zu dem es auch Malcolm und dessen Apachenfreund verschlägt. Talbot erzählt den Anwesenden die Geschichte, wie Ethan seine eigene Familie von den Apachen abschlachten lassen hat und kurz darauf wiederholt sich eben diese Geschichte.

Hecate stirbt gleich zu Beginn des Gemetzels, womit sich die Serie einer weiteren überflüssigen Nebenrolle entledigt. Danach ist alles wieder beim Alten, Chandler steht wieder auf der Seite der Guten und ist bereit, Vanessa aus den Fängen Draculas zu befreien. Die macht inzwischen gemeinsame Sache mit Batman.

Zunächst reagiert sie noch abweisend auf die Erkenntnis, dass Dr. Sweet Darcula ist und er sie, ebenso wie Luzifer, besitzen will. Aber anscheinend findet sie ihn doch süß genug, dass sie es letztendlich mit ihm auf dem satanisch schwarz-roten Schachbrettboden treibt.

Ihr Besuch bei Lyle dient derweil nur der Präsentation ägyptischer Ausgrabungsstücke. Die Warnungen vor dem Blutsauger schlägt sie in den Wind.

In der achten Folge kündigt sich bereits der große Showdown an. Ethan ist mit den anderen zurück in London und entdeckt einen ausgeschlachteten Wolf in Murrays Villa. Eindeutig eine Botschaft, die an ihn als Werwolf gerichtet ist. Dennoch schlagen er und der Apache sich recht gut gegen die Vampire.

In der finalen Episode dringen Ethan, Malcolm und einige Verbündete in Draculas Versteck ein. Passenderweise ein Schlachthaus, in dem statt Schweinehälften menschliche Körperteile von der Decke hängen. Das erinnert ein wenig an „The Midnight Meat Train“ und Kenner wissen spätestens seit der „From Dusk Till Dawn“-Serie, dass Vampire für Reptiloide stehen.

Dracula füttert mit den Kadavern allerdings auch seine transformierten menschlichen Diener. Dies spielt zweifellos auf den Kannibalismus an, der im Satanismus praktiziert wird.

Während Malcolm und seine Freunde Vampire abschlachten, dringt Ethan bis zu Vanessa vor, die aber schon in einen Vampir verwandelt wurde. Sie bittet ihn, sie zu töten, um sie von ihrem Leid zu erlösen. Gesagt, getan, die Kulisse mit den ganzen Kerzen bietet sich obendrein prima für einen Mord an.

Nach dem Sieg über Dracula endet die Serie mit der Bestattung der Hauptprotagonistin. Nachdem ihre engsten Freunde an ihrem Grab standen, kniet auch Caliban davor nieder. Mit ihr ist auch seine letzte Chance auf Liebe gestorben und er bleibt als einsames Monster zurück. Ende.

Fazit: Der einzige Pluspunkt der Serie ist das gelungene Ambiente des 19. Jahrhunderts. Die Kulissen, die Kostüme und die Spezialeffekte versetzen den Zuschauer in das viktorianische Zeitalter. Untermalt ist diese Szenerie mit einem atmosphärischen Soundtrack, der oft sehr düster daherkommt. Dieses Potential wird jedoch durch den hoffnungslos überladenen Genremix verschenkt. Der hohe Grad an Sex und Gewalt macht die anfängliche Stimmung restlos zunichte und treibt den Zuschauer regelmäßig an die Kotzgrenze.

Kaum eine andere Serie ist so abgründig und offen okkult. Alles, was zum harten Kern des Satanismus gehört, wird hier abgefeiert. Angefangen bei Sexorgien über rituelle Menschenopfer bis hin zu Snuff-Partys und Kannibalismus. Es ist einfach nur krank und widerwärtig. Die meisten Darsteller sowie die Produzenten werden schon wissen, was sie da propagieren. Leider ist „Penny Dreadful“ damit näher an der Realität, als einem lieb sein kann. Wer seine Seele nicht belasten will, sollte von dieser Serie Abstand nehmen.

Corona – Gefährliche Panik

von Joe Doe

Kaum ein anderes Thema hält die Welt aktuell so sehr in Atem wie das Coronavirus. Während die Massenmedien nur noch darüber berichten, schießen auch in den alternativen Medien die entsprechenden Verschwörungstheorien wie Pilze aus dem Boden. Das meiste ist dabei völlig an den Haaren herbeigezogener Blödsinn, der gleichermaßen wie die Medienberichterstattung nur dazu beiträgt, Panik zu verbreiten.

Es würde zu weit führen, auf sämtliche Verschwörungstheorien zur Corona-Epidemie einzugehen. Exemplarisch seien hier nur zwei kurz angerissen. Die eine geht davon aus, die chinesische Regierung hätte das Coronavirus als biologische Waffe entwickeln lassen, die dann außer Kontrolle geraten oder gar bewusst in Umlauf gebracht worden sei. Doch warum sollte China sich selbst schaden? Rund um Wuhan hat Corona die Wirtschaft lahm gelegt, was Chinas Zielen absolut zuwider läuft.

Die zweite Theorie behauptet, Bill Gates sei für das Coronavirus verantwortlich und es diene dazu, die Weltbevölkerung drastisch zu reduzieren. Einmal davon abgesehen, dass es für die angebliche Schuld von Bill Gates nicht einen einzigen handfesten Beweis gibt, taugt das Virus absolut nicht für die unterstellte Absicht. Die Mortalitätsrate liegt bei gerade einmal 2%. Dabei ist die Dunkelziffer unbekannter Infektionen jedoch nicht berücksichtigt und Virologen gehen von einer Sterberate unter 1% aus. 4 von 5 Fällen verlaufen dazu milde und in China sind bereits über 70% der Infizierten wieder genesen.

Das Coronavirus eignet sich nicht einmal ansatzweise als biologische Waffe. Gefährdet sind ausschließlich Risikogruppen wie noch nicht ausreichend immunisierte Säuglinge und ältere Menschen mit schwachem Immunsystem oder Vorerkrankungen. Die Überlebenschancen für alle anderen stehen sehr gut und die meisten Infizierten werden die Krankheit kaum von einer leichten Grippe unterscheiden können.

Wenn es tatsächlich die sinistere Absicht gäbe, die Menschheit mit einem Killervirus zu reduzieren, würden die Verantwortlichen eher auf die Pest oder Pocken zurückgreifen, die mit Sicherheit noch in einigen Laboren des militärisch-industriellen Komplexes lagern. Das Dumme ist nur, dass solche Methoden der Bevölkerungsreduktion schwer zu kontrollieren wären und letztendlich auch vor der herrschenden Elite nicht Halt machen würden. Da sollten wir uns schon mehr Sorgen um all die krebserregenden Stoffe in unserer Nahrung machen.

Unabhängig davon, ob es sich beim Erreger SARS-CoV-2 nun um ein Designervirus oder eine natürliche Mutation handelt, sind die Auswirkungen gänzlich anderer Art. Viel problematischer als das Coronavirus ist nämlich inzwischen die Hysterie, die darum gemacht wird. Manche werfen China vor, die Gefahr vertuscht zu haben. Dabei hat die chinesische Regierung das einzig Richtige getan, um eine Massenpanik zu vermeiden. Was andernfalls geschehen kann, zeigt sich aktuell in Italien und Deutschland. Hamsterkäufe sind da noch das Harmloseste.

Richtig schlimm ist, dass bereits aus mehreren deutschen Krankenhäusern Desinfektionsmittel gestohlen wurden. Das verschlimmert nicht nur die Situation rund um das Coronavirus, sondern trägt auch zur Ausbreitung unzähliger anderer Keime bei. Solche Plünderungen sind in höchstem Maße verantwortungslos und gefährlich!

Ebenso unerträglich ist der Rassismus, der mit der Panik einhergeht. Da werden nichtinfizierten Chinesen, die schon eine Ewigkeit in Deutschland leben, Desinfektionsmittel ins Gesicht gesprüht, als wäre das irgendein sinnvoller Beitrag bei der Bekämpfung der Seuche. Dabei waren es vor allem deutsche Touristen und Geschäftsreisende, die das Virus aus China sowie später auch Italien und Tirol eingeschleppt haben. Das rassistische Verhalten gegenüber Asiaten beweist einmal mehr, dass den Nazis jeder gesunde Menschenverstand abhanden gekommen ist und ihre Ideologie mit Abstand die schlimmste Seuche ist!

Statt sich Sorgen um das Virus oder gar asiatischstämmige Mitbürger zu machen, sollten wir lieber genau darauf achten, wozu und vor allem wem die ganze Panikmache dient. Zum einen profitieren davon natürlich die Pharmakonzerne. Das war schon bei der Schweinegrippe so und ist wieder einmal der Hauptgrund, warum manche Massenmedien Hysterie verbreiten, statt sachlich aufzuklären. Es gibt zwar auch Gegenbeispiele, aber diese sind leider rar.

Die Bundesregierung nutzt das Coronavirus darüber hinaus, um die Versammlungsfreiheit einzuschränken und vorübergehend auszusetzen. Veranstaltungen ab 50 Teilnehmern sind generell untersagt und überschaubare Versammlungen nur mit Genehmigung unter strengen Auflagen erlaubt. Dabei gibt es zumindest zwei gute Gründe, Massenveranstaltungen vorübergehend zu unterbinden. Zum einen muss die Ausbreitung des Coronavirus verlangsamt werden, um einen Kollaps des Gesundheitssystems zu verhindern. Zum anderen dient es dem Schutz von Risikogruppen.

Soweit kann und muss man sogar ein gewisses Verständnis dafür haben, nichtsdestotrotz dürften diese Maßnahmen den herrschenden Eliten durchaus gelegen kommen. Immerhin bleiben sie damit vorerst von Protesten und Massendemonstrationen verschont. Dies betrifft vor allem die Ablehnung des NATO-Manövers Defender 2020, die bei den nunmehr abgesagten Ostermärschen zum Ausdruck gekommen wäre.

Warum ist das Manöver eigentlich nicht abgesagt worden? Zwar wurde es inzwischen wegen der Corona-Krise verkürzt, aber ganz will die NATO dann doch nicht auf das Kriegsspiel verzichten. Zumindest Deutschland hat seine Teilnahme abgesagt, was sicherlich ein positiver Effekt von Corona ist. In wieweit Deutschland noch als Drehscheibe für Truppentransporte in Richtung Ostfront fungieren kann, ist ebenfalls fraglich, da sowohl Deutschland als auch Polen die Grenzen dicht gemacht haben.

Die Kriegstreiber in Washington schlafen dennoch nicht. Während die Bevölkerung quasi unter Hausarrest steht und mit der Panikmache um das Coronavirus abgelenkt wird, bereitet der Westen weiter den Ausbruch des 3. Weltkriegs vor. Darauf geht jedoch kaum jemand ein. Genauso wenig wie auf die Gefahr, dass die deutsche Bundesregierung die Situation ausnutzen könnte, um die Notstandsgesetze in Kraft zu setzen. Während die blödsinnigsten Verschwörungstheorien über das Coronavirus kursieren, will kaum jemand das Offensichtliche sehen. Nicht das Virus ist das eigentliche Problem, sondern die Ablenkung, die es verursacht.

Diese dient nicht nur der heimlichen Kriegsvorbereitung sowie Aussetzung der Freiheiten. Die Hysterie schadet ebenso massiv der Wirtschaft. Natürlich mit Ausnahme der Pharma- und Rüstungsindustrie, deren Geschäfte laufen besser denn je. Hart getroffen werden dagegen alle Unternehmen, die von großen Events abhängig sind. So wurde bereits die Leipziger Buchmesse abgesagt, was sowohl den Veranstaltern als auch den Verlagen und Autoren schadet. Zudem leiden die mittelständische Industrie sowie Klein- und Familienbetriebe unter der Panikmache.

Insbesondere die Gastronomie wird es hart treffen, sodass schon davon ausgegangen wird, dass 50% aller Gaststätten und Bars bankrottgehen werden. Auch kleine Läden, die schließen müssen, während sie weiter horrende Mietkosten zu tragen haben, werden massenhaft absterben. Überleben werden nur die großen Ketten und Konzerne. Die Neoliberalisten nutzen die Corona-Krise offensichtlich, um ihre Konkurrenz auszuschalten. Ihrem Ziel, alle Selbstständigen, Kleinunternehmer und den Mittelstand vom Markt zu werfen, werden sie ein großes Stück näher kommen.

Der Kollaps der Wirtschaft hat allerdings noch eine weitere Auswirkung. Die sich ankündigende Wirtschaftskrise wird nämlich den Rechtsruck in der Gesellschaft weiter anheizen. Die Neoliberalisten nutzen die Corona-Hysterie, um gezielt Chaos zu schaffen. Aus diesem Chaos soll letztendlich ihre Neue Weltordnung entstehen. Dafür brauchen sie den Rechtsruck, denn keine andere politische Kraft ist dermaßen marktradikal und volksfeindlich wie die Rechtspopulisten. Zudem hat schon ein gewisser Landolf Ladig vor Jahren geschrieben, dass für eine Revolution der Faschisten nur noch eine große Wirtschaftskrise fehlt. Diese könnte nun durch die Panikmache um das Coronavirus ausgelöst werden.

Es ist also nicht primär die Seuche, die eine Gefahr für die Menschheit darstellt, sondern der Umgang mit selbiger. Das ist wohl auch der eigentliche Grund, warum wir auf den Corona-Ausbruch konditioniert wurden. Angefangen bei einer Simpsons-Episode aus dem Jahr 1993, in der sich eine Seuche über aus China importierte Billigprodukte verbreitet. Das Virus wurde in dieser Episode zwar nicht namentlich genannt, wie manipulierte Bilder suggerieren, aber die Parallelen zur aktuellen Panikmache sind dennoch erstaunlich.

Warum einige Verschwörungswebseiten mit Photoshop arbeiten, kann eigentlich nur mit gezielter Desinformation erklärt werden. Eine kritische Auseinandersetzung mit den Konsequenzen der Corona-Hysterie wird damit der Lächerlichkeit preisgegeben und im Keim erstickt. Dabei hätte gar nicht mal das Wort Corona bei den Simpsons eingefügt werden müssen, denn es gibt weitaus konkretere Beispiele.

Im Jahr 2017 erschien ein „Asterix“-Comic, in dem es um einen maskierten Wagenlenker mit den Namen „Coronavirus“ ging. Wieso sollte sich ein Comicautor nur so einen fürchterlich beknackten Namen für einen Charakter ausdenken, wenn dahinter nicht eine unterschwellige Botschaft steckt? In der deutschen Ausgabe „Asterix in Italien“ wurde der Name übrigens in „Caligarius“ geändert. „Coronavirus“ heißt der Typ nur in der französischen Originalausgabe sowie in der englischen Übersetzung.

Sinn ergibt nun endlich auch das T-Shirt mit der Aufschrift „SARS“ im 2010 erschienenen Film „Scott Pilgrim gegen den Rest der Welt. Immerhin lautet die Bezeichnung des Coronavirus SARS-CoV-2 und wozu sollte jemand ein T-Shirt mit genau dieser Aufschrift tragen, wenn nicht zur unterschwelligen Konditionierung?

Den Vogel schießt jedoch ein Roman von 1981 ab. In „Die Augen der Finsternis“ von Dean Koontz geht es um einen Virus, der in Wuhan gezüchtet wird und um das Jahr 2020 ausbricht. Obgleich wenn das Virus im Buch weitaus tödlicher dargestellt wird und statt der Atemwege das Hirn befällt, sind diese Angaben schon zu präzise, um noch als Zufall abgetan zu werden. Entweder ist Koontz ein Hellseher vom Schlage eines Alois Irlmaier oder gehört zu einem Geheimbund, der die ganze Sache doch irgendwie inszeniert hat.

Angesichts dieser tatsächlichen Merkwürdigkeiten, die jeder mit Leichtigkeit nachrecherchieren kann, braucht es eigentlich keine zusätzlichen Verschwörungstheorien, die sich irgendwelche Internettrolle aus den Fingern saugen. In der Regel helfen diese nur den Absichten der herrschenden Elite, denn sie tun genau dasselbe, wie die Massenmedien: Panik verbreiten!

Panik ist jedoch kein guter Ratgeber. Die Welt wird wegen Corona nicht untergehen. Statt also in Hysterie zu verfallen, sollten wir lieber wachsam sein, was jenseits dieses Themas politisch durchgesetzt wird. Das Virus erfüllt nämlich einen ähnlichen Zweck wie große Fußballereignisse: Die Massen von Wichtigerem ablenken!

YouTube-Empfehlung

Seit Mitte 2018 gibt es einen neuen YouTube-Kanal, der im Januar 2019 damit begonnen hat, Videos über die Wirkmechanismen des Kapitalismus hochzuladen. „Willkommen im Neoliberalismus“ erklärt die Zusammenhänge zwischen Wirtschaft, Politik und Gesellschaft so, dass es wirklich jeder verstehen kann. Wem Marx‘ „Das Kapital“ zu trocken und anstrengend ist, sollte es mit diesen Videos versuchen.

Zunächst einmal erklärt „Willkommen im Neoliberalismus“ den Unterschied zwischen Links und Rechts. Woher kommen die Begriffe eigentlich und wofür stehen sie?

Der Grund, warum die meisten Menschen ein völlig falsches Bild davon haben und der Illusion einer ausgewogenen Mitte anhängen, die eigentlich rechts und menschenfeindlich ist, sind die 10 Methoden der Manipulation. Diese wurden unlängst vom Kapitalismuskritiker Noam Chomsky aufgedeckt. Ein wirklich sehenswerter Beitrag, der die Grundlage dafür ist, sich aus den Fängen der neoliberalen Propaganda zu befreien.

Manipuliert werden wir aktuell vor allem von Rechtspopulisten – teils unwissentlich, oft aber auch wissentlich im Auftrag der Neoliberalisten. Im folgenden Video wird auf etwas satirische Weise erklärt, wie das Feindbild Islam aufgebaut wird, um von den wirklichen Feinden der Menschheit abzulenken.

Schlussendlich geht „Willkommen im Neoliberalismus“ auf aktuelle politische Entwicklungen ein, die von den Massenmedien ignoriert oder falsch dargestellt werden. Dabei werden alle Hintergründe aufgedeckt, die uns von den systemtreuen Medien absichtlich vorenthalten werden. Ein Musterbeispiel sind die Proteste in Chile, bei denen es um weit mehr als die Erhöhung der Ticketpreise des ÖPNV geht.

Die Fabian Society – Neoliberale Sozen

von Anton Nymous

Die Fabian Society wurde am 4. Januar 1884 in London als Abspaltung der im Vorjahr entstandenen Gruppe The Fellowship of the New Life gegründet. Benannt ist die Gesellschaft nach dem römischen General Quintus Fabius Maximus Verrucosus (275-201 v.u.Z.), dessen Strategien sich durch die Berechnung über längere Zeiträume auszeichneten. Statt auf Frontalangriffe setzte er auf Störmanöver und Zermürbung. Es ist mit Sicherheit kein Zufall, dass sich die Fabian Society ausgerechnet ihn als Namenspatron wählte.

Quelle

Während es The Fellowship of the New Life noch darum ging, die Gesellschaft durch das Vorleben eines reinen und einfachen Lebens zu verändern, wollte die Fabian Society ihre Ziele von Anfang an durch politische Aktion vorantreiben. Die beiden Organisationen entfernten sich zusehends voneinander und The Fellowship of the New Life wurde schließlich in den frühen 1890er Jahren aufgelöst. Die Fabian Society breitete sich hingegen über Europa aus und gründete auch Ableger in Australien und Neuseeland.

Ihren Idealismus hat die Fabian Society während ihrer Ausbreitung schnell abgelegt, sofern sie ihn überhaupt je besessen hat. Offiziell wurde sie ins Leben gerufen, um den Sozialismus durchzusetzen. Sie war sowohl an der Gründung der britischen Labour Partei im Jahr 1900 beteiligt als auch vier Jahre zuvor an der Gründung der Sozialdemokratischen Partei Österreichs.

Für die politische Rechte ist dies natürlich ein gefundenes Fressen, um den Sozialismus als Produkt einer sinisteren Weltverschwörung zu diffamieren. Doch zum einen stehen hinter sämtlichen rechten Parteien ebenfalls Think Tanks und Geheimgesellschaften, zum anderen sollte bei der Fabian Society etwas genauer hingeschaut werden. Weder hatte Karl Marx etwas mit den Fabianern zu tun, der war nämlich zu deren Gründung schon ein Jahr tot, noch fand sich in ihren Reihen je ein Vertreter des Proletariats.

Die Fabian Society setzte sich von Beginn an aus elitären Mitgliedern der britischen Oberschicht zusammen. Ihre sozialistische Ausrichtung nutzte die Fabian Society vorrangig, um progressive Intellektuelle für sich zu gewinnen, darunter die Frauenrechtlerin (Suffragette) Emmeline Pankhurst (1858-1928). Wenn man sich jedoch die führenden Köpfe der Fabianer betrachtet, ergibt sich ein völlig anderes Bild. Da haben wir es plötzlich mit Freimaurern und Eugenikern zu tun, dass einem das Gruseln kommt.

Zu den bekanntesten Mitgliedern zählen die Theosophin Annie Besant (1847-1933), der Okkultist Frank Podmore (1856-1910) und der Freimaurer H.G. Wells (1866-1946). Letzterer verdient dabei eine nähere Betrachtung, war er doch ein namhafter Schriftsteller, dessen Ideologie sich an seinen Werken ablesen lässt. Werke wie „Things to Come“ aus dem Jahr 1933, die mitnichten eine klassenlose, demokratische Räterepublik abbilden, sondern eine globale Diktatur der Intellektuellen propagieren und das Proletariat als stumpfsinnigen Pöbel verunglimpfen, der die schöne Neue Weltordnung wieder einzureißen droht.

Apropos Neue Weltordnung, im Jahr 1939 veröffentlichte Wells ein Sachbuch mit dem Titel „The New World Order“, dessen Cover ziemlich explizit auf die Freimaurer hindeutet.

Angesichts dessen wird es durchaus nachvollziehbar, dass viele Verschwörungstheoretiker glauben, die Neue Weltordnung wäre sozialistisch. Dies ist jedoch ein, von der Elite durchaus beabsichtigter, Trugschluss. Offensichtlich wird der Betrug, wenn man sich mit dem politischen Arm der Fabian Society beschäftigt, also insbesondere der britischen Labour-Partei.

Schon der zweimalige Labour-Premierminister James Ramsay MacDonald (1866-1937) koalierte früh mit den Konservativen, also den Vertretern des Großkapitals. Für diese Entscheidung wurde er aus der Labour-Partei ausgeschlossen, was dafür spricht, dass nicht alle Genossen mit dem Kurs der Fabianer einverstanden waren. Gegenüber dem 3. Reich setzte MacDonald derweil auf Appeasement-Politik, welche das Naziregime letztendlich entscheidend stärkte.

Es kommt aber noch schlimmer. Der Labour-Politiker Richard Howard Stafford Crossman (1907-1974) war Spezialist für psychologische Kriegsführung, was im Krieg gegen Nazideutschland zwar hilfreich war, aber mit Sicherheit auch den Zielen der Fabian Society zu Gute kam. Später avancierte er zu einem führenden Zionisten und Antikommunisten seiner Partei.

Da Kommunismus die logische Fortsetzung des Sozialismus ist, kann ein Antikommunist folgerichtig kein Sozialist sein. Damit sind sowohl die Labour-Partei als auch die Fabianer endgültig entlarvt. Erst recht gilt dies, wenn wir uns betrachten, wer sich heutzutage in der Fabian Society tummelt. Als wichtigste Namen wären da die britischen Premierminister Tony Blair und Gordon Brown zu nennen. Beide haben die Ressourcenkriege der USA im nahen Osten massiv unterstützt und damit bei der Ausbreitung des neoliberalen US-Imperialismus geholfen. Sozialistische Ideen sucht man derweil bei Blair und Brown vergeblich.

Es ist eigentlich unnötig zu erwähnen, dass das britische Königshaus eine wahrhaftig sozialistische Regierung auch kaum dulden würde. Immerhin ist die Monarchie die radikalste Verkörperung der Klassengesellschaft. Alle britischen Premierminister müssen diesen selbsternannten Herrenmenschen die Treue schwören und es versteht sich von selbst, dass sie sich ebenso der Freimaurerei zu unterwerfen haben.

Merken wir uns, dass nicht überall, wo Sozialismus drauf steht, auch tatsächlich Sozialismus drin ist. Das gilt übrigens nicht nur für Großbritannien, sondern weltweit! Insbesondere an den deutschen Sozialdemokraten ist absolut nichts sozial. Das haben bereits Friedrich Ebert und sein Bluthund Noske bewiesen, die sämtliche basisdemokratischen Räterepubliken durch rechtsextreme Freikorps niederschlagen lassen haben. Erinnern wir uns außerdem an die Einführung von Hartz IV, die Legalisierung von Hedge-Fonds und den imperialistischen Krieg in Afghanistan unter Gerhard Schröder.

Die Liste lässt sich weiter mit Olaf Scholz fortführen, der als Lobbyist der Hochfinanz einen guten Draht zu Warburg und Goldman Sachs hat. Nur Dummköpfe würden daraus schlussfolgern, die Hochfinanz sei sozialistisch. Die korrekte Schlussfolgerung lautet, dass die SPD längst keine Arbeiterpartei mehr ist, sondern ein korrupter Haufen neoliberaler Betrüger!

Halten wir also abschließend fest, dass es durchaus stimmt, dass sowohl die Fabian Society als auch sich „sozialistisch“ nennende Parteien an der Schaffung einer neuen Weltordnung beteiligt sind. Diese wird allerdings mitnichten sozialistisch sein, sondern neoliberal. Andernfalls würden sich nicht auch alle konservativen und rechtspopulistischen Parteien gleichermaßen an der NWO beteiligen.

Der einzige Grund, warum sich Labour, SPD und Co. „sozialistisch“ nennen, sind ihre Wähler. Um die Neue Weltordnung zu installieren, braucht man deren Zustimmung, also gibt das neoliberale Establishment ihnen die Illusion einer Wahlmöglichkeit. Andernfalls würden die Menschen vielleicht eine wahrhaftig sozialistische oder gar kommunistische Partei wählen, die nicht unter der Kontrolle der neoliberalen Eliten steht. Wie die Neoliberalen reagieren, wenn genau das geschieht, kann man aktuell in Venezuela und Bolivien sehen. Unnötig zu erwähnen, dass Evo Morales und Nicolas Maduro keine Fabianer sind.

Die Fabian Society ist nur ein weiter neoliberaler Think Tank, vergleichbar mit der Mont Pelérin Society oder der Hayek-Gesellschaft. Mit diesen beiden haben wir uns ebenfalls schon auseinandergesetzt.

Quelle

Die Mont Pèlerin Society – Die Geburt des Neoliberalismus

von Anton Nymous

Die Mont Pèlerin Society wurde 1947 von Friedrich August von Hayek (1899-1992) gegründet. Diesen Namen sollte sich jeder gut merken, denn Hayek war so etwas wie der Messias des Neoliberalismus. Er entstammte einer wohlhabenden Familie des Militär- und Beamtenadels, gehörte also von Geburt an zur gesellschaftlichen Elite. Ironischerweise war er in seinen Jugendjahren Anhänger des fabianischen Sozialismus.

Man sollte aus dieser Verbindung jedoch nicht ableiten, dass der Neoliberalismus eine sozialistische Idee sei. Im Gegenteil gibt es keine antisozialere Ideologie als den Neoliberalismus. Er ist nichts Geringeres als die Vollendung der Klassengesellschaft und hat die Menschheit erfolgreich in eine überschaubare, stinkreiche Elite auf der einen sowie rund 8 Milliarden Arbeitssklaven auf der anderen Seite gespalten. Aktuell besitzen die 8 reichsten Männer der Welt so viel wie die ärmere Hälfte der Weltbevölkerung. Nichts könnte weiter vom Sozialismus entfernt sein!

Das gilt auch für die Fabian Society, deren führende Vertreter längst zum Neoliberalismus konvertiert sind. Sofern sie überhaupt je Sozialisten waren und sich nicht nur dieses Etikett angeklebt haben, um ihre Wähler gezielt zu täuschen. Hayek hatte ebenfalls rein gar nichts mit dem Sozialismus am Hut und lehnte jeden sozialen Fortschritt strikt ab. Lediglich die Methoden der Fabian Society hat er verinnerlicht und in seine Mont Pèlerin Society übernommen.

Die Zermürbung der Arbeiterklasse findet jeden Tag an Fließbändern und in Großraumbüros statt. Es bleibt kaum noch Zeit für die Familie und die Löhne reichen kaum noch aus, um die ständig steigenden Mieten zu bezahlen. Die Arbeiter sind im Kapitalismus nur dazu da, den Profit der reichen Eliten weiter zu maximieren. Deren Ziel ist es, einfach alles zu besitzen. Alles Geld, alle Ressourcen, alle Länder, die gesamte scheiß Wirklichkeit! Für den Rest der Menschheit bleibt da nichts übrig und so sterben jeden Tag zehntausende Menschen an Hunger, Durst, mangelnder medizinischer Versorgung und natürlich an Kriegen, die für Ressourcen geführt werden.

Das ist die neoliberale Realität auf diesem Planet! Doch die aktuelle Situation geht den Neoliberalisten nicht weit genug. Sie wollen zurück ins 19. Jahrhundert, wo es noch keine Arbeitsschutzvorschriften, Umweltauflagen oder dergleichen gab. Das Hauptziel der Mont Pèlerin Society ist daher die Propagierung und Durchsetzung marktradikaler Forderungen. Weg mit dem Mindestlohn, weg mit der Begrenzung der Arbeitszeit auf eine 40-Stundenwoche, weg mit der paritätischen Finanzierung von gesetzlicher Krankenkasse und Rente.

Woher kommt einem das nur bekannt vor? Ach ja, richtig, all das findet sich bei den treibenden Kräften des aktuellen Rechtsrucks wieder. So hat in Österreich die Koalition aus ÖVP und FPÖ die 40-Stundenwoche aufgehoben und auf 60 Stunden erhöht. In Deutschland forderte derweil Jörg Meuthen auf dem Bundesparteitag der AfD 2018 die Abschaffung der gesetzlichen Rente und wollte die Arbeiter „in eine frei gewählte Form der Altersvorsorge entlassen“, was nichts anderes bedeutet als sie der Altersarmut preiszugeben.

AfD, da war doch auch etwas? Ach ja richtig, führende Rechtspopulisten wie die ehemalige Goldman Sachs Mitarbeiterin Alice Weidel, der Investmentmanager und Vermögensberater Peter Boehringer sowie die adelige Beatrix von Storch – alle AfD-Bundestagsabgeordnete – sind Mitglieder der Hayek-Gesellschaft. Diese ist nicht zufällig nach dem Gründer der Mont Pèlerin Society benannt, so viel ist schon mal sicher.

Ebenfalls in der Hayek-Gesellschaft vertreten sind die ehemaligen AfD-Mitglieder Joachim Starbatty, der außerdem Vorsitzender des neoliberalen Think Tanks Aktionsgemeinschaft soziale Marktwirtschaft war, und Hans-Olaf Henkel, ehemaliger Berater der Bank of America, Manager bei IBM und im Aufsichtsrat von Konzernen wie Bayer, Continental, Daimler uvm. vertreten. Wie die meisten AfD-Mitglieder kamen sie zudem aus der CDU bzw. haben die FDP unterstützt.

Die neoliberale FDP ist selbstverständlich ebenfalls in der Hayek-Gesellschaft präsent, u.a. mit Marie-Christine Ostermann, Bundesvorsitzende des Verbandes Die Jungen Unternehmer. Hinter den Kulissen arbeitet die FDP also schon längst mit der AfD zusammen, was die Wahl Kemmerichs zum Thüringer Ministerpräsidenten am 5. Februar 2020 mit den Stimmen der Rechtspopulisten in einem völlig neuen Licht erscheinen lässt.

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Im Kuratorium der Hayek-Gesellschaft sitzt weiterhin Edzard Schmidt-Jortzig, der 1996 bis 1998 Bundesjustizminister war. Die Frage, warum viele Wirtschaftsverbrecher straffrei ausgehen oder höchstens milde Strafen erhalten, erübrigt sich. Und wo wir schon mal dabei sind, erhielt der vorbestrafte adelige FDP-Politiker Otto Graf Lambsdorff (1926-2009) die Hayek-Medaille. Diese Auszeichnung scheint es für besondere Korruption zu geben, denn 1987 wurde Lambsdorff im Zuge der Flick-Affäre wegen Steuerhinterziehung verurteilt. Aber Steuern wollen die Libertären ja ohnehin abschaffen, zumindest für Reiche und Unternehmen.

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Lambsdorff war weiterhin von 1995 bis 2006 Vorstandsvorsitzender der FDP-nahen Friedrich-Naumann-Stiftung. Diese Stiftung vertritt weltweit neoliberale Interessen und beteiligt sich dafür auch schon mal an inszenierten Staatsstreichen wie in Venezuela, um sozialistische Regierungen zu stürzen und durch neoliberale Marionetten zu ersetzen. Im Beirat der Naumann-Stiftung saß von 1965-1970 übrigens kein geringerer als Friedrich August von Hayek höchstpersönlich! Der Kreis schließt sich.

Ein weiterer Kreis kann auch zur rechtspopulistischen FPÖ geschlossen werden, die unlängst neoliberalen Projekten wie dem Freihandelsabkommen CETA zugestimmt hat. Die FPÖ-Politikerin Barbara Kolm ist nicht nur Mitglied der Hayek-Gesellschaft, sondern auch Leiterin des Friedrich A. v. Hayek Instituts und Mitglied in Hayeks Mont Pèlerin Society. Sie zieht damit wirklich alle Register des Neoliberalismus.

Wie sehr solchen Lobbyisten das Wohl der Menschen am Herzen liegt, konnte man bei Barbara Kolm im März 2018 sehen. Damals wurde sie von der FPÖ als Expertin im Gesundheitsausschuss des Parlaments nominiert, wo sie sich für die Aufhebung des Rauchverbots in der Gastronomie aussprach. Natürlich nicht, weil das Rauchen gesund wäre, sondern weil das von Kolm geführte Austrian Economics Center mehrere Spenden aus der Tabakindustrie erhalten hatte, darunter von Japan Tabacco International und British American Tabacco.

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Mit dem Aufstieg des Rechtspopulismus ist Hayeks feuchter Traum wahr geworden. Die Sklaven wählen ihre eigene Knechtschaft. Sie verzichten freiwillig auf faire Löhne, Freizeit und sogar ihre Rente, Hauptsache die Neoliberalen unternehmen etwas gegen die Flüchtlinge. Flüchtlinge wohlbemerkt, die der Neoliberalismus selbst erst durch seine Kriege und die Ausbeutung der eigentlich ressourcenreichen Länder des globalen Südens geschaffen hat.

Nicht die Flüchtlinge sind der Feind! Die Neoliberalisten sind der gemeinsame Feind sowohl der Menschen der geplünderten südlichen als auch der ausgebeuteten Arbeiterschaft der nördlichen Hemisphäre. Alle Entrechteten und Geknechteten sollten sich eigentlich Marx‘ Leitspruch zu eigen machen: „Proletarier aller Länder vereinigt euch!“

Leider haben es die Neoliberalisten durch geschickte Propaganda geschafft, die Proletarier aller Länder gegeneinander aufzuhetzen und jede linke Idee im Keim zu ersticken. Letzteres ist teilweise auch dem Verrat von Sozialdemokraten und Sozialisten zu verdanken, die sich kaufen lassen haben. Stichwort: Fabian Society, für die sich Hayek wohl nicht umsonst begeisterte. Konterrevolutionäre Logenbrüder wie Stalin haben schlussendlich ihr Übriges getan, um die Selbstbefreiung der Arbeiterklasse ins Gegenteil zu verkehren. Punktsieg für die Neoliberalisten!

Sich selbst verkaufen die Kapitalisten derweil als Verteidiger der Freiheit. Das allgemein propagierte Bild des „freien Westen“ geht dabei maßgeblich auf den US-Wirtschaftswissenschaftler Milton Friedman (1912-2006) zurück, dessen 1962 erschienenes Buch „Kapitalismus und Freiheit“ schnell zum Bestseller avancierte. Seine Werke werden auch immer wieder unterschwellig in Hollywood-Filmen beworben. Im fabianischen Zermürbungssinne: Steter Tropfen höhlt den Kopf!

Friedmans wahre Ideologie wurde unterdessen bei seinen Äußerungen über den Sozialstaat deutlich. Ihm zufolge sei der Wohlfahrtsstaat ein Betrug an den Leuten, die arbeiten und Steuern zahlen, da der Staat anderer Leute Geld für andere ausgebe. Mit anderen Worten: Wer nicht arbeitet, soll auch nicht essen! Oder krasser ausgedrückt: Lasst die Arbeitslosen doch verrecken!

Folgerichtig treten die Neoliberalen für die Privatisierung von schlichtweg allem ein. Krankenhäuser, Schulen, Infrastruktur, sogar Polizei und Militär, sollen dem Markt zugeführt werden. Dem geht es natürlich nicht darum, die Menschen bedarfsgerecht zu versorgen, sondern maximalen Profit zu erwirtschaften.

Das sieht man bereits deutlich bei der Privatisierung öffentlicher Wohnungen. Die Mieten und der Schimmelbefall steigen ebenso wie die Obdachlosenzahlen, weil sich inzwischen vor allem in Großstädten nicht einmal mehr hart arbeitende Menschen eine Wohnung leisten können. Sobald dann irgendwo eine linke Regierung regulierend mit einem Mietendeckel eingreift, klagen neoliberale Parteien wie die CDU, FDP und auch AfD sofort.

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Noch aggressiver reagieren sie, wenn Konzerne, die ihre sozialen Pflichten vernachlässigen, enteignet werden sollen. Dabei sind Enteignungen in solchen Fällen im Grundgesetz durchaus vorgesehen und geschehen auch nicht entschädigungslos. Ein Beispiel: 2004 wurden in Berlin 55.000 Wohnungen für lächerliche 400 Mio. Euro an Heuschreckenkonzerne privatisiert. Die aktuelle Enteignung von gerade einmal 6.000 dieser Wohnungen bei einer Entschädigung von für sage und schreibe 1 Milliarde Euro ist in Wahrheit eigentlich ein völlig überteuerter Rückkauf.

Für die Spekulanten war diese „Enteignung“ eigentlich ein super Geschäft, zumal sie in den letzten 16 Jahren bereits Milliarden mit den betreffenden Wohnungen verdient haben. Wenn in Berlin jemals wieder die CDU regieren sollte, werden die 6.000 Wohnungen zudem schnell wieder zu Schleuderpreisen privatisiert. Trotz dieser Win-Win-Situation für die kapitalistischen Ausbeuter werden die neoliberalen Politmarionetten nicht müde, die Aktion der rosa-rot-grünen Landesregierung zu verdammen. Es geht in ihren Augen einfach gar nicht, dass jetzt ein paar Mieter nicht mehr ihren halben Lohn einem Spekulanten in den Rachen werden dürfen. Im besten Falle gibt es noch ein paar Obdachlose weniger, ja wo kommen wir denn da hin?

Hayek, Friedman und all die anderen neoliberalen Menschenfeinde haben ganze Arbeit geleistet, die Menschheit zu hirnwaschen und zu zufriedenen Sklaven zu erziehen. Hinter der Mont Pèlerin Society, deren aktueller Präsident John Brian Taylor Staatssekretär für internationale Angelegenheiten im US-Finanzministerium unter George W. Bush war, erstreckt sich ein globales Netzwerk von 451 Organisationen in 95 Ländern, die sich dem Ziel der Propagierung des „Free Market“ verschrieben haben. Außerdem stehen 93 Denkfabriken in enger Beziehung zur Mont Pèlerin Society. Im deutschsprachigen Raum sind darunter die bereits erwähnte Friedrich-Naumann-Stiftung, die Hayek-Gesellschaft, das Friedrich A. v. Hayek Institut und die Aktionsgemeinschaft soziale Marktwirtschaft, an der eigentlich überhaupt nichts sozial ist.

Mit dem Walter Eucken Institut sind die Neoliberalisten außerdem an der Albert-Ludwigs-Universität in Freiburg aktiv. Diese wirtschaftswissenschaftliche Forschungseinrichtung prägt entscheidend das Weltbild der Ökonomie-Studenten und erzieht so eine neue Generation neoliberaler Ausbeuter. Damit gilt das Institut in Deutschland als gemeinnützig, obwohl es der Gemeinschaft eigentlich schadet. Aber die Gemeinnützigkeit wird bekanntlich nur dann entzogen, wenn Vereine wie attac und Campact über Korruption aufklären und diese einzudämmen versuchen.

Interessanterweise liest und hört man in der Verschwörungsszene so gut wie nichts über das globale Netzwerk der Mont Pèlerin Society. Das mag daran liegen, dass z.B. ein Jürgen Elsässer längst zum Wahlkampfhelfer der AfD mutiert ist und die libertären Ansichten eines Oliver Janich denen der Neoliberalisten in nichts nachstehen. Auch ein ehemaliger Bundesbanker wie Thilo Sarrazin, der zu den Stammgästen des Compact-Magazins gehört, steht eindeutig auf der Seite der Neoliberalisten und spaltet das ausgebeutete Volk erfolgreich in Deutsche und Ausländer.

In der Szene tummeln sich massenhaft Lakaien der Neoliberalisten, auch international mit bekannten Namen wie Alex Jones. Es ist also kein Wunder, dass auf vielen Verschwörungsblogs immer wieder zu lesen und zu hören ist, eine sozialistische Neue Weltordnung würde den Kapitalismus bedrohen. Dabei wird jeder kleine Fortschritt, der das Leben der arbeitenden Massen auch nur etwas erträglicher macht, sofort zur „kommunistischen Diktatur“ hochstilisiert. So z.B. bei der Einführung der gesetzlichen Krankenversicherung in den USA oder des Mindestlohns in Deutschland.

Mit Kommunismus hat der Mindestlohn oder die gesetzliche Krankenversicherung genauso wenig zu tun, wie Stundenlöhne von 3 € mit Freiheit. Im Gegenteil, Armut macht unfrei! Niemand sollte sich diesbezüglich irgendwelchen Scheiß erzählen lassen, bei dem schon der gesunde Menschenverstand sagt, dass das nicht stimmen kann. Und wer über die globalen Netzwerke der Neoliberalisten schweigt, ist ohnehin komplett unglaubwürdig. Also Finger weg von all denen, die den Kapitalismus verteidigen, marktradikale Ideen verbreiten und tendenziell menschenfeindlich argumentieren!

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Heartlands rechte Anti-Greta

von Anton Nymous

Greta Thunberg hat es geschafft, eine weltweite Bewegung zum Schutz des Klimas anzustoßen. Das gefällt nicht jedem. Besonders nicht den Konzernen, die Milliardengewinne mit fossilen Brennstoffen erwirtschaften. Deshalb hat der US-amerikanische Think Tank The Heartland Institute eine junge YouTuberin aus Münster namens Naomi Seibt angeheuert, die den Klimawandel leugnet und die angeblichen Vorzüge von Öl und Kohle propagiert. Inzwischen tritt sie mit ihren Vorträgen auch bei der AfD auf, die gleichermaßen Lobbypolitik für die Öl- und Kohlestromkonzerne betreibt.

Ironischerweise werfen AfD und andere Rechtspopulisten Greta Thunberg vor, sie sei von großen Lobbygruppen gesteuert. Richtig ist, dass Greta vorübergehend von der schwedischen Aktiengesellschaft „We Don’t Have Time“ unterstützt wurde, deren PR-Manager und Börsenspezialist Ingmar Rentzhog offen zugab, dass es sein Ziel sei, mit der viralen Verbreitung von Umweltinhalten Geld zu verdienen. Was die Klimawandelleugner jedoch verschweigen, ist die Tatsache, dass sich Greta längst von „We Don’t Have Time“ distanziert hat. Sie will eben keine Lobbyarbeit für Konzerne machen.

Die YouTube-Influencerin Naomi Seibt ist da schon weitaus weniger idealistisch, immerhin verdient sie mit der Auftragspropaganda ihren Lebensunterhalt. The Heartland Institute zahlt gutes Geld, welches wiederum direkt von Öl- und Kohlekonzernen stammt. Der US-amerikanische Think Tank nimmt alle möglichen Aufträge aus der Wirtschaft an und hat in der Vergangenheit u.a. schon für Tabakkonzerne die Behauptung verbreitet, Rauchen sei nicht gesundheitsschädlich. Heartland hat also kein Problem damit, auch gezielt Menschenleben zu gefährden, so lange dafür gezahlt wird.

Wir haben es im Falle von Naomi Seibt also mit einer gesteuerten Manipulationskampagne zu tun. Sie arbeitet dabei bewusst mit Emotionen statt mit logischen Argumenten, so wie es ihr vom Heartland-Chef James Taylor beigebracht wurde, der übrigens auch die Trump-Regierung berät. Kritische Fragen werden weder von Taylor noch von Seibt beantwortet.

Ihre eigene Kritik an fundierten Fakten ist dabei komplett unwissenschaftlich und an den Haaren herbeigezogen. So hat Seibt behauptet, der Begriff „Klimaleugner“ sei eine Verharmlosung des Holocausts. Aber was hat denn das eine mit dem anderen zu tun? Der Einzige, der den Klimawandel je mit dem Holocaust in Verbindung gebracht hat, war der Hamburger Nachwuchspolitiker Tom Radtke, und wie wir inzwischen alle wissen, war der als Maulwurf der Identitären bei Fridays for Future aktiv.

Genauso dümmlich ist Seibts Argument, wir hätten durch die Nutzung der fossilen Energie viel erreicht. Ja, die Entwicklung der letzten 200 Jahre wäre ohne fossile Energieträger nicht möglich gewesen. Das bedeutet aber nicht, dass wir auf ewig daran festhalten müssen und uns nicht über dieses Stadium hinaus entwickeln dürfen. Das wäre in etwa so, als würde man den elektrisch betriebenen ICE wieder abschaffen wollen, um zur Dampflok zurückzukehren. Heute haben wir die Möglichkeit, Sonnen- und Windenergie zu nutzen, die es vor 200 Jahren noch nicht gab.

Außerdem sind fossile Energieträger begrenzt, ihre Förderung zerstört die Umwelt und ihre Verbrennung das Klima. Ein „Weiter so“ führt zielsicher in die Katastrophe. Während das den meisten Konzernvorständen und AfD-Politikern egal sein kann, weil die alten Knacker die Konsequenzen ihrer Profitgier nicht mehr miterleben werden, ist Naomi noch jung genug, um Zeuge des Untergangs der Menschheit zu werden. Schlussendlich könnte sie genauso gut Lobbyarbeit für die Tabakindustrie oder Rüstungskonzerne machen. Sofern Heartland sie dafür bezahlt, wird sie das mit Sicherheit auch.

AfD will Arbeitslosen Wahlrecht aberkennen

von Anton Nymous

Was die AfD von Demokratie hält, kann man zahlreichen Reden ihrer Spitzenpolitiker entnehmen. Sie will ihre Interessen, die meist mit den Interessen des Großkapitals identisch sind, kompromisslos durchsetzen. Ihre Wähler sind ähnlich fanatisiert und verstehen unter Demokratie nur, wenn die AfD sich durchsetzt. Wo die AfD keine 101% erzielt, wird sofort Wahlfälschung gewittert, sogar wenn sie zweitstärkste Kraft wird. Noch grotesker ist jedoch, dass die Wählerschaft der Rechtspopulisten auch dann noch Beifall klatscht, wenn selbige ihnen höchstpersönlich das Wahlrecht entziehen wollen.

Schon das AfD-Gründungsmitglied Konrad Adam überlegte 2006 in einer Welt-Kolumne, allen das Wahlrecht zu entziehen, die ihr Einkommen mehrheitlich vom Staat beziehen. Dies beträfe vor allem Arbeitslose und Rentner, allerdings auch Beamte und Politiker. Nur Leistungsträger, so der Tenor, sollten an der Demokratie beteiligt werden dürfen.

Nun hat die sächsische AfD auf einer Veranstaltung am 23. Januar 2020 in Olbernhau noch einmal nachgelegt. Eingeladen war der Risikomanager Markus Krall, Vorstandsmitglied und Geschäftsführer der Degussa Goldhandel GmbH. Dieses Unternehmen mit Sitz in Frankfurt a.M. hatte die AfD bereits kurz nach ihrer Gründung als Lieferant in ihrem Goldhandel unterstützt. Nebenher schreibt Krall außerdem für den rechtskonservativen Blog „Tichys Einblick“.

In Olbernhau schwadronierte er zunächst lang und breit darüber, wie der Sozialismus angeblich unsere Freiheit angreife, wobei er die neoliberale CDU/CSU groteskerweise zum sozialistischen Lager zählte. Anschließend startete er selbst einen Angriff auf die freiheitlich-demokratische Grundordnung, indem er die Aberkennung des Wahlrechts für Arbeitslose forderte. Beamte und Politiker ließ er im Gegensatz zu Konrad Adam außen vor, sonst hätte er auch keine Unterstützung des sächsischen AfD-Chefs Jörg Urban erhalten. Dem Pöbel kann man ja das Wahlrecht absprechen, aber nicht den eigenen Abgeordneten, die ebenfalls leistungsfrei von Steuergeldern leben.

Mit den staatlichen Subventionen, die er als „Belohnung des Versagens“ bezeichnete, meinte er natürlich auch nur Arbeitslosengeld und Sozialhilfe, nicht etwa Subventionen für Auto- und Energiekonzerne. Jedes einzelne Wort aus Kralls Mund triefte nur so vor Verachtung gegenüber der Unterschicht und insbesondere Arbeitslosen, gleichgültig, ob diese unverschuldet in Not geraten sind. Jörg Urban teilte Kralls Ansichten und sah die AfD auf einem „sehr guten Weg“ dorthin. Er gab lediglich zu bedenken, dass die Eingrenzung des Wahlrechts nicht einfach werde, er aber gerne bereit sei, diesbezüglich „weiter zu denken“.

Es ist schon mehr als ironisch, dass bei der letzten Landtagswahl in Sachsen 36% der Arbeitslosen AfD gewählt haben. Wenn die AfD jemals an die Macht kommt, wird es das letzte sein, was sie je gewählt haben. Danach werden sie nur noch die Wahl haben, auf Transferleistungen zu verzichten oder eben auf ihr Wahlrecht. Na dann mal guten Hunger!

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Als wäre die Forderung nach der Eingrenzung des Wahlrechts nicht schon obszön genug, setzte Markus Krall noch einen oben drauf und machte sich außerdem für das Recht auf das Tragen von Waffen stark. Zum Glück für ihn können sich Transferleistungsträger keine Waffen leisten, sonst könnte dieser sprichwörtliche Schuss nach hinten losgehen. Jörg Urban grenzte sich auch von diesem Vorhaben nicht ab, sondern gab stattdessen bekannt, erst einmal „ein Bewusstsein“ für den leichteren Waffenzugang zu schaffen, den die AfD im Nachbarland Thüringen bereits 2017 als Wahlkampfforderung aufstellte.

Ja klar, was wir nach Hanau und Halle brauchen, sind noch mehr „unbescholtene Bürger“ mit Schusswaffen. Geht’s noch? Man könnte meinen, der Vortrag von Krall wäre keine Veranstaltung der AfD, sondern der NRA. Wer sich gerne über den Haufen schießen lassen möchte, soll doch bitte in die USA auswandern! Es geht dabei nicht nur um die Gefahr des Rechtsterrorismus, sondern auch die zahlreichen Amokläufe bis dato „unbescholtener Bürger“, insbesondere an Schulen. Deutschland hat damit ebenfalls schon schlimme Erfahrungen, auch ohne, dass die AfD jedem mies gelaunten Deppen eine Knarre in die Hand drückt.

Es drängt sich allerdings der Verdacht auf, dass es hier gar nicht nur um Waffenlobbyismus geht, sondern um die Vorbereitung eines angestrebten Bürgerkrieges, sollten die Faschisten nicht auf demokratischem Wege an die Macht gelangen. Krall und Urban hätten also auch gleichermaßen fordern können, der rechtsextremen Atomwaffendivision den Zugang zu spaltbarem Material zu erleichtern.

Es ist wirklich unfassbar, welchen Irrsinn die AfD und ihre Sympathisanten vor laufender Kamera vom Stapel lassen. Doch obwohl sich jeder die Mitschnitte frei im Internet ansehen kann, verbreiten rechte Trolle schon wieder eifrig, dass dies alles nur „linksgrün-versiffte Propaganda“ sei. Damit können sie sich vielleicht selbst in die Taschen lügen, aber jeder, der auch nur ein Gramm Grips in der Birne hat, kann die Fakten nicht länger ignorieren!

CDU-Hetzvideo löst Shitstorm aus

von Anton Nymous

2018 hatte der Youtube-Influencer Rezo der CDU mit seinem Auftragsvideo einen heftigen Wählerverlust zugefügt. Inzwischen braucht die Union dafür keinen Grünen-Lobbyisten mehr, denn mit ihrem eigenen Video „Unsere Haltung zu Linkspartei und AfD“ zerstört sie sich lieber gleich selbst. Das am 26. Februar 2020 hochgeladene Werk hat nicht nur weitaus mehr Dislikes kassiert, sondern einen regelrechten Shitstorm ausgelöst. Selbst konservative Medien waren genötigt, es inhaltlich auseinander zu nehmen. Was hat sich die Union nur dabei gedacht? Vielleicht: „Was Rezo kann, können wir schon lange“?

Der stümperhafte Clip ist eine Aneinanderreihung von Fake News und Verleumdungen, gepaart mit der ausgedienten Hufeisentheorie. Zwar behauptet die CDU, sie lehne eine Zusammenarbeit mit Linkspartei und AfD aus verschiedenen Gründen ab, doch indem sie beide im gleichen Atemzug nennt, stellt sie links und rechts am Ende doch wieder gleich.

Die Kritik an der AfD hält sich gegenüber dem zweiten Part in Grenzen und bedarf keiner falschen Behauptungen über die Rechtspopulisten. Immerhin verstehen diese es vortrefflich, sich permanent selbst als Faschisten zu entlarven. Eine Lüge ist allerdings, dass die CDU-Mitglieder Antifaschisten seien.

Schon in der Weimarer Republik haben konservative Parteien wie Zentrum und DNVP den Nazis den Weg geebnet und sogar direkt mit ihnen zusammengearbeitet. Nach dem Krieg rekrutierten sich deren Nachfolgeparteien CDU und CSU hauptsächlich aus alten NSDAP-Mitgliedern und auch der ein oder andere SS-Offizier fand den Weg in die Union. Genannt seien hier nur Globke und Kiesinger, der eine Kanzleramtschef und der andere später selbst Bundeskanzler.

Diesen Teil ihrer Geschichte hat die Union bis heute nicht aufgearbeitet und erdreistet sich dennoch, den Antifaschismus für sich beanspruchen zu können. Dabei lässt die Union die wahren Antifaschisten vom Verfassungsschutz beobachten und von der Polizei wegprügeln, wenn sie sich Neonazis in den Weg stellen. Auch die Aberkennung der Gemeinnützigkeit des VVN BdA, der immerhin von Holocaustüberlebenden gegründet wurde, wirft diesbezüglich kein gutes Licht auf die CDU.

Die Abgrenzung von der AfD ist gleichermaßen bestenfalls geheuchelt. Vor allem in den Ostbundesländern arbeitet die CDU auf kommunaler Ebene schon längst mit den Rechtspopulisten zusammen. Dabei geht es um weitaus mehr als nur gemeinsame Abstimmungen. Und zu guter Letzt wäre da noch die sogenannte WerteUnion, die mehr oder weniger offen versucht, die CDU nach rechts zu treiben und den Schulterschluss mit der AfD zu wagen. Abgrenzung sieht anders aus!

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Bei der Linkspartei ist die CDU da schon etwas konsequenter, aber auch verlogener. So behauptet die Union, sie würde jede Zusammenarbeit mit Sozialisten ablehnen. Doch dann dürfte sie auch nicht mit der SPD koalieren. Okay, die nennt sich heute nur noch so, von daher geschenkt. Die Begründung ist jedoch spektakulär und hat natürlich mit der DDR zu tun.

Die CDU behauptet, die Mitglieder ihres Ostablegers seien damals reihenweise vertrieben, inhaftiert, gefoltert und ermordet worden. Man könnte fast meinen, die Union spräche in ihrem Video über das Schicksal der Juden im 3. Reich. Welch unverschämter Geschichtsrevisionismus von einer ehemaligen Blockpartei, die in der DDR mitregiert und sogar Minister gestellt hat. Die angebliche Christenverfolgung durch die SED ist frei erfunden und von den Mitgliedern der Ost-CDU, die übrigens den Sozialismus als Ziel im Programm stehen hatte, war gewiss auch niemand benachteiligt.

Das Herumreiten auf der LINKEN als SED-Nachfolgepartei ist ebenfalls unerträglich. Faktisch stimmt das zwar, doch die SED hatte rund 2 Millionen Mitglieder. DIE LINKE hat dagegen nur knapp über 60.000 Mitglieder, von denen knapp die Hälfte aus dem Westen stammt oder noch zu jung ist, um die DDR miterlebt zu haben. Wo ist also der ganze Rest der SED geblieben? Richtig, ein Großteil ist nach der Wende in die CDU übergelaufen. Darunter der Thüringer CDU-Landtagsabgeordnete Henry Worm.

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Die CDU sollte erst mal ihre eigene DDR-Vergangenheit aufarbeiten und ihre Nazivergangenheit am besten gleich mit, bevor sie das Maul aufreißt. Wer anderen ihre SED-Vergangenheit vorwirft, aber gleichzeitig selbst ehemalige SED-Mitglieder in hohen Funktionen hat, ist in höchstem Maße unglaubwürdig! Gleiches gilt für vermeintliche Antifaschisten mit NSDAP-Vergangenheit!

Es kommt aber noch dreister. Im zweiten Teil des Videos wird Venezuelas Präsident Nicolas Maduro mit Nordkoreas Diktator Kim Jong Un gleichgesetzt. Dabei wurde Maduro mit über 64% demokratisch gewählt, während Kim Jong Un seine Macht einer Monarchie gleich von seinem Vater geerbt hat. Weiterhin wurde auf Maduro von seinen ach so „demokratischen“ Gegnern ein Mordanschlag verübt, während Kim seine Gegner kurzerhand reihenweise hinrichten lässt. Es stimmt auch nicht, dass beide ihr Volk hungern lassen. Die Wirtschaftskrise in Venezuela ist maßgeblich das Ergebnis der völkerrechtswidrigen US-Handelsblockaden, welche die Union selbstverständlich mit keinem Wort erwähnt.

Dem absurden Vergleich des demokratischen Sozialismus in Venezuela mit dem stalinistischen Terrorregime Nordkoreas folgt im Video sogleich die nächste Lüge. Da sich DIE LINKE solidarisch mit Venezuela gezeigt hat, schlussfolgert die CDU, dass sie auch Sympathien für Nordkorea hege. Belege dafür bringt sie keine, weil es diese schlichtweg nicht gibt! Wobei der Wille nach friedlicher Konfliktlösung nicht zählt, da die Ablehnung eines atomaren Schlagabtauschs zwischen Nordkorea und den USA einzig etwas mit gesundem Menschenverstand zu tun hat und keine Sympathiebekundung ist.

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Was die CDU da abgeliefert hat, ist ein ganzer Sack voll Geschichtsrevisionismus, Fake News und Verleumdungen. Es grenzt schon an ein Wunder, dass DIE LINKE noch keine Strafanzeige dagegen erstattet hat. Nicht verwunderlich ist dagegen, dass die Union das Video trotz massiver Kritik und Shitstorm noch nicht vom Netz genommen hat. Ist das einfach nur Arroganz oder der bewusste Wille zur Selbstzerstörung?

Oder hat die CDU schlichtweg noch nicht begriffen, dass sie keine AfD-Wähler für sich gewinnen kann, indem sie die Methoden der Rechtspopulisten kopiert? Was in dem Video an Falschmeldungen vom Stapel gelassen wird, ist nämlich genau das Niveau der Rechten. Diese verbreiten ihrerseits Behauptungen, Bodo Ramelow würde das in der DDR begangene Unrecht verharmlosen und sei ein Fan von Stalin. In Wahrheit hat Ramelow die Aufklärung von DDR-Unrecht zur Chefsache erklärt und ein von ihm getwittertes Bild, auf dem Stalin zu sehen war, zeigte lediglich einen Souvenirstand im russischen Uljanowsk.

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Die Rechten verstehen es, Dinge aus dem Zusammenhang zu reißen, zu manipulieren und ihren Zwecken anzupassen. Das gilt auch für die BILD, welche das Prädikat „Lügenpresse“ sehr wohl verdient hat. Ironischerweise wird ausgerechnet dieses größte Hetzblatt seit dem Stürmer von genau den Menschen gelesen, die sonst am lautesten „Lügenpresse“ schreien, insbesondere wenn Journalisten die Wahrheit über sie aufdecken.

Am 04. Februar 2020, rein zufällig genau dem Tag der erneuten Ministerpräsidentenwahl in Thüringen, titelte die BILD jedenfalls „Linke will blutige Revolution“. Anlass für diese absurde Behauptung war die unüberlegte Aussage einer Genossin auf einer Strategiekonferenz in Kassel, die in ihrer Rede sagte. „Energiewende ist auch nötig nach ’ner Revolution. Und auch wenn wir das eine Prozent der Reichen erschossen haben, ist es immer noch so, dass wir heizen wollen, wir wollen uns fortbewegen.“

Es steht völlig außer Frage, dass eine solche Äußerung, auch wenn sie ironisch gemeint war, ein absolutes NoGo ist. Die betreffende Genossin hat der Partei damit einen schweren Image-Schaden zugefügt und den rechten Demagogen eine Steilvorlage geboten. Was die Bild und alle anderen rechten Hetzer jedoch unterschlagen, ist die Tatsache, dass es für diesen geschmacklosen Witz weder Beifall noch Gelächter gab. Das wäre bei der AfD sicherlich anders gewesen, wenn dort wieder mal ein Spitzenpolitiker die Erschießung von Flüchtlingen an der deutschen Grenze gefordert hätte.

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Zugegeben, die Reaktion von Bernd Riexinger, der sarkastischen Bemerkung noch einen Witz oben drauf zu setzen, war in höchstem Maße unklug. Eine harte Abgrenzung wäre angebracht gewesen. Hart sollte allerdings auch die Antwort gegenüber der BILD ausfallen. Von der Aussage einer einzelnen Genossin darauf zu schließen, DIE LINKE plane eine blutige Revolution, ist eine dermaßen bescheuerte Verleumdung, dass man diese Gazette dafür in den Bankrott boykottieren sollte! Die Springerstiefel-Presse spielt damit wissentlich den Rechtsextremisten in die Hände und das zu einem Zeitpunkt, zu dem deren blutige Revolution längst begonnen hat.

Nach dem Mord an Walter Lübcke dürften die nächsten Opfer nunmehr aus der Linkspartei kommen. Daran wird die BILD maßgeblich mitverantwortlich sein, so wie sie es schon bei dem Attentat auf Rudi Dutschke war, dem ebenfalls eine üble Schmutzkampagne vorausgegangen war. Nicht zu vergessen, dass diese Gazette auch regelmäßig Horrormeldungen über Flüchtlinge verbreitet hat, die teils überzogen, teils frei erfunden waren. All die brennenden Asylheime sowie der Anschlag in Hanau waren gleichermaßen das Ergebnis dieses sensationsgeilen Schmierenjournalismus!

Mit der LINKEN wird es jedenfalls keine blutige Revolution geben, ja nicht einmal eine friedliche Revolution. Für mehr als soziale Verbesserungen fehlt der Partei nämlich längst der Biss. Wenn man DIE LINKE schon kritisieren will, dann doch eher wegen der aktuellen Parteispitze, die Geschmack am Mitregieren gefunden hat und dafür die grundlegenden Parteipositionen aufweicht. So z.B. die Friedensposition, die auf der Strategiekonferenz in Kassel überhaupt keine Rolle gespielt hat, obwohl die meisten linken Wähler in der Friedensbewegung aktiv sind.

Es passt einfach nicht zu einer Friedenspartei, wenn der LINKE-Bundestagsabgeordnete Stefan Liebich Mitglied der Atlantikbrücke unter dem Vorsitzenden Friedrich Merz ist, der Thüringer Kulturminister Benjamin Hoff bei der Vereidigung von Bundeswehrrekruten die brandgefährliche Strategie der Abschreckung gegenüber Russland befürwortet oder einige führende Spitzenpolitiker das Verhältnis ihrer Partei zur NATO überdenken wollen, um auf Bundesebene mit den Kriegstreibern der SPD und Grünen koalieren zu können.

Zudem distanzierte sich erst kürzlich Katja Kipping von 8 Abgeordneten ihrer Fraktion, weil diese Strafanzeige wegen Beihilfe durch Unterlassung am Mord des iranischen Generals Soleimani gegen die Bundesregierung gestellt hatten. Eine solche Distanzierung gab es schon einmal durch Roland Claus, nachdem einige Bundestagsabgeordnete der damaligen PDS beim Bush Besuch 2002 ein Transparent mit der Aufschrift „Stop your wars Mr. President!“ hochgehalten hatten. Damals flog die PDS kurz darauf aus dem Bundestag.

Das wirkliche Problem der LINKEN ist, dass sich einige ihrer Spitzenpolitiker immer wieder für korrekte Friedensappelle entschuldigen, weil das menschenverachtende, kapitalistische Establishment das von ihnen erwartet. Die Behauptungen, DIE LINKE hege Sympathien für Nordkorea, vergöttere Stalin oder plane eine blutige Revolution, sind dagegen nichts weiter als rechtskonservativer Bullshit! Diese lügenbasierte Hetze hilft letztendlich nur der extremen Rechten und führt damit geradewegs in den Untergang des kümmerlichen Restes von Demokratie, den wir noch haben. Genau deshalb müssen wir zu einer sachlichen Kritik zurückkehren, die mit Fakten statt Fake News argumentiert!

Hamburg – Eine Wahlauswertung

von Anton Nymous

Am Sonntag den 23. Februar fand die Wahl zur Hamburger Bürgerschaft statt. Obwohl das linke Lager auf insgesamt 72,5% kam, ist nicht mit einer linken Politik zu rechnen und erst recht nicht mit einer rosa-rot-grünen Koalition wie in Bremen. SPD und Grüne werden gemeinsam weiterregieren und das im neoliberalsten Sinne.

Es ist schon ein Wunder, dass die SPD nur 6,4% verloren hat und mit immer noch 39,2% stärkste Kraft geblieben ist. Nach allem, was Olaf Scholz verbrochen hat, sollte die Hamburger SPD eigentlich am Boden liegen. Am spektakulärsten dürften sich das absolut verfehlte Sicherheitskonzept sowie die Polizeigewalt zum G7-Gipfel 2017 ins Gedächtnis der Menschen gebrannt haben.

Weit schwerer wiegt jedoch die Korruption. Ebenfalls 2017 trafen sich Hamburgs Cum-Exbürgermeister Olaf Scholz, der Bundestagsabgeordnete Johannes Kahrs und andere führende SPD-Politiker der Stadt mit Christian Olearius, dem Inhaber und ehemaligen Chef der Warburg-Bank. Wie die sichergestellten Tagebücher von Olearius belegen, ging es in den Gesprächen zwischen SPD und Warburg um deren Cum-Ex-Geschäfte, welche die Stadt Hamburg satte 47 Millionen Euro gekostet haben. Alles auf Kosten der Steuerzahler, versteht sich.

Obwohl zu diesem Zeitpunkt schon wegen Steuerbetrugs gegen die Bank ermittelt wurde, halfen ihr Scholz und die Hamburger SPD. Der Fall wurde so lange verschleppt, bis die Steuerrückforderung verjährt war. Im Gegenzug erhielt die SPD dafür von einer Warburg-Tochterfirma Parteispenden in Höhe von 45.500 €. Scholz durfte trotz dieser Korruptionsaffäre zum Bundesfinanzminister aufsteigen und holte sich sogleich Berater von Goldman Sachs ins Ministerium. Der damalige Hamburger Finanzsenator Peter Tschentscher, der die Cum-Ex-Geschäfte von Warburg ebenfalls deckte und den Steuerraub ungeahndet ließ, beerbte Scholz derweil im Amt des Bürgermeisters.

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Auf Bundesebene beträgt der Schaden durch Cum-Ex-Geschäfte übrigens rund 50 Milliarden. Auch hier ist unter Scholz keine Aufklärung zu erwarten. Leider regt sich kaum jemand auf darüber auf, was uns die Steuerflüchtlinge und -betrüger kosten. Es ist jedenfalls weitaus mehr als das, was uns Kriegs- und Krisenflüchtlinge kosten.

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Doch zurück zur Hamburger Bürgerschaftswahl. Den größten Zugewinn in Höhe von 11,9% konnten die Grünen einfahren. Mit einem Traumergebnis von 24,2% landeten sie auf dem zweiten Platz. Sicherlich spielen bei diesem Wahlsieg die Fridays for Future eine Rolle, deren Teilnehmer offenbar nicht realisiert haben, dass die Hamburger Grünen lediglich Steigbügelhalter einer durch und durch korrupten SPD sind. Ebenso wie sie in Hessen, BaWü und Schleswig-Holstein Steigbügelhalter der verhassten CDU sind. In Brandenburg und Sachsen paktieren die Grünen gar mit SPD und CDU zusammen. 2021 könnten sie schlussendlich auf Bundesebene unter einem CDU-Kanzler von Black Rocks Gnaden mitregieren.

Die CDU braucht man in Hamburg allerdings nicht zur Bildung einer Mehrheit, zumal sie um 4,7% eingebrochen ist. Mit 11,2% landet sie gerade noch so auf den dritten Platz. An dieser Wahlschlappe ist mit Sicherheit auch der Tabubruch in Thüringen schuld, welcher die FDP mit 4,96% fast ganz aus der Hamburger Bürgerschaft katapultiert hat. Die Neoliberalen sind seit dem Wahlsonntag nur noch mit einem Direktmandat vertreten.

Die AfD hat derweil 0,8% verloren und den Einzug in die Bürgerschaft mit 5,3% nur knapp geschafft. Dieses Ergebnis kann mitunter auf den rechten Terroranschlag in Hanau nur vier Tage vor der Wahl zurückgeführt werden. Eigentlich ist es ein Wunder, dass die AfD überhaupt noch in der Bürgerschaft vertreten ist, aber den harten Kern von rechten Wählern schreckt so ein kleines Blutbad nun mal nicht ab.

DIE LINKE gewann derweil zwar leichte 0,6% dazu und erreichte mit 9,1% den vierten Platz. Laut Prognosen hätte sie allerdings durchaus ein zweistelliges Ergebnis erzielen können. Die Schuld an diesem eher mauen Zuwachs trägt dabei möglicherweise nicht einmal DIE LINKE selbst, sondern lediglich einer ihrer Kandidaten, der sich als rechtsextremer Maulwurf entpuppt hat.

Der Skandal begann, als der auf Platz 20 kandidierende Tom Radtke den Klimawandel mit dem Holocaust verglich. Die Distanzierung der LINKEN sowie von Fridays for Future, wo Radtke sich ebenfalls engagiert hatte, erfolgte natürlich augenblicklich. Außerdem wurde ein Parteiausschlussverfahren in die Wege geleitet, welches jedoch bis zur Wahl leider nicht abgeschlossen war.

Inzwischen dürfte dem Ausschluss jedoch nichts mehr im Weg stehen, denn nur einen Tag vor der Wahl twitterte Radtke ein Foto von sich selbst, welches ihn mit einer Flagge der rechtsextremen Identitären Bewegung zeigt. Das Perfide daran ist, dass dieses Foto an der Gedenkstätte des von Nazis im KZ Buchenwald ermordeten KPD-Führers Ernst Thälmann entstand. Offenbar wollte er mit dem rechten Schulterschluss an diesem historischen Ort gleich noch die Hufeisentheorie bedienen.

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Es ist jedoch unwahrscheinlich, dass Tom Radtke ein durchgeknallter Querfrontler der LINKEN ist. Aufgrund der Nähe seiner Aktionen zur Hamburger Bürgerschaftswahl ist eher von einem gezielten Angriff auszugehen, mit dem der Partei Schaden zugefügt werden sollte. Spätestens der gemeinsame Auftritt mit den Identitären hat gezeigt, dass er von Anfang an eine rechte Ratt(k)e gewesen sein muss. Wenn er nicht schon vorab Verbindungen zur rechtsextremen Szene gehabt hätte, wäre er als Kandidat der LINKEN mit Sicherheit von den Faschisten gelyncht worden.

DIE LINKE sollte in Zukunft besser aufpassen, wen sie zur Wahl aufstellt. Insbesondere gilt dies bei jungen Leuten, die erst seit kurzem dabei sind und verdächtig wenig Positives geleistet haben. Ob DIE LINKE das Potential für ein zweistelliges Ergebnis in Hamburg hätte, wird sich nun erst in 5 Jahren zeigen. Angesichts der Korruptionsaffären der SPD sollte sie dieser eigentlich längst den Rang ablaufen. Immerhin wird DIE LINKE keine Spenden von Warburg annehmen, da sie Parteispenden von Banken und Konzernen ablehnt und generell verbieten möchte.