UFO-Aktivitäten am Devils Tower

von Joe Doe

Um den Devils Tower im Nordosten von Wyoming (USA) ranken sich seit jeher Mythen. Für die amerikanischen Ureinwohner ist er ein heiliger Berg, während die europäischen Eroberer die ungewöhnliche Form des Berges dem Teufel zuschrieben. Die Kiowa nennen ihn aufgrund seiner Form „Tso-aa“ (Dt. „Baumfels“), doch der englische Name hat sich weitgehend durchgesetzt.

Tatsächlich handelt es sich beim Devils Tower, wie auch beim australischen Uluru/Ayers Rock, um einen Härtling. Also um eine Felsformation, die härter als ihre Umgebung ist und daher zurück bleibt, nachdem das umgebende Gestein durch Erosion abgetragen wurde. Der Devils Tower ist vulkanischen Ursprungs, etwa 265 Meter hoch und rund 150 Meter im Durchmesser. Soweit die nüchternen Fakten zum sicherlich eindrucksvollen Naturmonument.

Die erste Verbindung zu etwas Überirdischem geht auf eine Legende der Kiowa zurück. Demnach sollen sieben Mädchen eines nahen Dorfes von Bären verfolgt worden sein. Sie kletterten auf einen Felsen und flehten diesen an, sie zu retten. Daraufhin wuchs der Felsen in die Höhe, wobei die Bären sich festkrallten. So erklärten sich die Kiowa die Kratzspuren. Die sieben Mädchen erreichten derweil den Himmel, wo sie als Sternformation der Plejaden verblieben.

Bei dieser Sage handelt es sich selbstverständlich nur um eine phantasievolle Parabel auf die Entstehung des Baumfels, welcher wohl jeden Nichtgeologen vor Rätsel stellt. Hinzu kommt noch eine Prise Astrologie und fertig ist der Mythos. Mit Außerirdischen oder gar Dämonen hat das rein gar nichts zu tun.

Interessanter sind da schon die Überlieferungen der Sioux-Stämme, deren legendäre Kulturbringerin White Buffalo Woman am Baumfels erschienen sein soll. Sie traf dort auf zwei Brüder auf der Jagd, von denen einer sie sexuell bedrängte. Daraufhin soll sie ihn mit einem Blitzschlag getötet haben.

Anhänger der Prä-Astronautik kommen da natürlich schnell auf den Gedanken, dass die weiße Büffelfrau eine Außerirdische mit einer Strahlenwaffe gewesen sein könnte. Der Umstand, dass sie die Stämme ihre heiligen Riten lehrte und sich anschließend in ein Büffelkalb verwandelt haben soll, verstärkt diesen Verdacht. Kulturbringer, die wie aus dem Nichts erscheinen oder direkt vom Himmel herabsteigen, gibt es überall auf der Welt und magische Verwandlungen könnten durch Hologrammtechnologie erklärt werden. Oder schlichtweg durch Sinnestäuschungen.

Was auch immer damals wirklich geschah, es hat dazu beigetragen, dass der Baumfels heute mit UFOs und dem Paranormalen in Verbindung gebracht wird. Es darf jedoch bezweifelt werden, dass es am Devils Tower eine Häufung von UFO-Sichtungen gibt, die über das normale Maß hinaus geht. Vielleicht finden einige Besucher von Außerhalb den Anblick genauso faszinierend wie wir Menschen, aber nichts deutet darauf hin, dass der Berg etwa eine geheime UFO-Basis ist. Dies implizieren allein Hollywood-Filme. In der Realität ist der Devils Tower kein Sperrgebiet, sondern frei zugänglich.

Die moderne Legendbildung begann 1977 mit Steven Spielbergs „Unheimliche Begegnung der 3. Art“. In diesem hat der Kleinstädter Roy Neary (Richard Dreyfuss) nach einer Begegnung mit einem UFO Visionen vom Devils Tower und baut diesen als Modell in seinem Wohnzimmer nach.

Jillian Guiler (Melinda Dillon) hat ebenfalls eine unheimliche Begegnung, bei der ihr Sohn von Außerirdischen entführt wird. Auch sie hat Visionen vom Devils Tower, die sie zu Papier bringt.

Schließlich treffen Roy und Jillian in Wyoming aufeinander und dringen durch die militärische Absperrzone zum Berg vor. Die Regierung hat das gesamte Gebiet unter dem Vorwand eines Unfalls mit Nervengas evakuiert, um die Kontaktaufnahme mit den Außerirdischen zu vertuschen.

Ob sich die Drehbuchautoren dabei an indigenen Legenden orientiert haben, darf bezweifelt werden. Die religiösen Implikationen sind nämlich offensichtlich. Der Film beginnt bereits mit dem biblischen „Es werde Licht“ und sogar die Eröffnung des Filmsoundtracks ist mit „Opening: Let There Be Light“ betitelt. Weiterhin sieht sich der Protagonist Roy Neary mit seinen Kindern die Exodus-Szene des Films „Die 10 Gebote“ im Fernsehen an.

Der Charakter Neary stellt sogar ganz offiziell einen Ungläubigen dar, der aufgrund eines Erleuchtungserlebnisses zum Gläubigen wird. Nur entwickelt er sich eben nicht vom Atheisten zum Christen, sondern vom UFO-Skeptiker zum UFO-Gläubigen. Mit anderen Worten werden die Außerirdischen an die Stelle Gottes gesetzt. Ihre Ankunft ausgerechnet am Devils Tower kann dabei schon als Wink mit dem Zaunpfahl verstanden werden.

Die Grey Aliens sind mitnichten göttlich, sondern vielmehr teuflisch. Das erklärt auch, warum dem Auftauchen ihrer Raumschiffe ein gruseliges Wolkenspektakel vorausgeht, wie man es sonst eher aus Filmen wie „Ghostbusters“ kennt. Außerirdische würden einfach vom Himmel herabkommen, hier scheint sich dagegen ein Dimensionstor zu öffnen.

Aus diesem kommen zunächst einmal Orbs heraus. Über diese glühenden Lichtbälle gibt es weltweite Sichtungsmeldungen, die in den meisten Fällen nahe legen, dass es sich nicht um eine Form von Technologie handelt.

Danach folgt das große Mutterschiff der Grey. Ein kleiner Insidergag am Rande: An dem Raumschiff ist ein R2D2 verbaut, der auf die Freundschaft zwischen Steven Spielberg und George Lucas zurückgeht.

Aus dem Mutterschiff steigen zunächst entführte Menschen, darunter vermisste Piloten, die im Bermudadreieck verschollen sind. Der Film beruft sich hier auf den Flug 19, bei dem am 5. Dezember 1945 ganze fünf US-Bomber verschwunden sind. Das ist bei weitem nicht die einzige reale Vorlage.

Das Aussehen der Grey-Aliens hat sich ebenfalls nicht Hollywood ausgedacht, was immer gern als Argument gegen das Entführungsphänomen behauptet wird. Vielmehr hat sich Hollywood auf Erfahrungsberichte von Entführungsopfern gestützt. Dies wird spätestens durch den Cameo-Auftritt des Astronomen J. Allen Hynek (1910-1986) deutlich, da er für das Project Blue Book arbeitete. Er durchlebte ebenfalls eine Wandlung vom Saulus zum Paulus, da er erkennen musste, dass seine Erklärungsmodelle für UFOs nicht auf alle Sichtungen angewendet werden konnten.

Im Film werden sogar große und kleine Grey gezeigt. Eine Unterteilung, die von so ziemlich allen Entführungsopfern bestätigt werden kann.

Nur die Köpfe haben die Filmemacher nicht ganz exakt hinbekommen. Sie wirken viel zu menschlich, was eine absichtliche Verniedlichung darstellen könnte.

Zum Schluss des Films darf Neary als Auserwählter das Mutterschiff der Grey besteigen. Ein ebenfalls biblisches Entrückungsszenario, welches hier mittels Außerirdischen umgedeutet wird. Um dies zu unterstreichen, werden die Abgesandten der Erde vorab noch von einem Pfaffen gesegnet.

„Unheimliche Begegnung der 3. Art“ sollte nicht der einzige Science Fiction Film bleiben, in dem der Devils Tower eine zentrale Rolle spielt. In der Komödie „Paul – Ein Alien auf der Flucht“ von 2011 müssen die zwei Nerds Graeme Willy (Simon Pegg) und Clive Gollings (Nick Frost) den Grey-Alien Paul, den sie bei der Area 51 aufgelesen haben, zum Devils Mountain bringen. Der stand allerdings ohnehin auf ihrer Route, da sie von der San Diego Comic Con aus alle Sci Fi Sehenswürdigkeiten der USA besichtigen wollten. Von daher ist es fraglich, ob der Film hier einfach nur eine Hommage auf „Unheimliche Begegnung der 3. Art“ beabsichtigt, oder selbst etwas implizieren möchte.

Die Landung einer fliegenden Untertasse vor sowie das Auftauchen eines Mutterschiffes über dem Devils Tower ist auf jeden Fall eine Hommage.

Die Bekehrung einer christlichen Fundamentalistin durch Paul dürfte dagegen für Evangelikale als eindeutiger Hinweis auf die dämonische Natur der Grey verstanden werden. Allerdings ist deren Weltsicht dermaßen beknackt, dass sie selbstverständlich von jedem Kontakt mit Außerirdischen erschüttert werden würde. Von daher sind betreffende Szenen als atheistischer Humor und nicht antichristlich zu verstehen.

Etwas okkulter ist da schon die Heilung des linken Auges von Ruht (Kristen Wiig) durch Paul. Das erinnert schon sehr stark an die Geschichte von Horus.

Abgesehen davon kann „Paul – Ein Alien auf der Flucht“ aber nicht so eindeutig interpretiert werden wie „Unheimliche Begegnung der 3. Art“. Er spielt zwar direkt auf diesen an, aber eben aus der Sicht von Sci Fi Nerds.

Ganz anders sieht es da schon beim Disney-Film „Die Jagd zum magischen Berg“ aus dem Jahr 2008 aus. In diesem stranden zwei außerirdische Kids, die wie Menschen aussehen, auf der Erde. Im gesamten Film wird ihr humanoides Aussehen jedoch unterschwellig infrage gestellt, da überall Abbilder von Grey-Aliens zu sehen sind. Laut zahlreichen Entführungsberichten züchten die Grey Hybriden, deren menschlichste Versionen wie blonde Menschenkinder aussehen. Also wie die Kids im Film.

Um eine Invasion der Erde zu verhindern, müssen sie schnellst möglich zu ihrem abgestürzten Raumschiff, welches in eine geheime Militärbasis verbracht wurde. Diese liegt zwar nicht im Devils Tower, sondern im fiktiven Witch Mountain. Damit wird dennoch einmal mehr ein Berg mit UFOs und Okkultismus in Verbindung gebracht.

Der Witch Mountain ist sogar Teil des englischen Originalfilmtitels und zwar sowohl des Remakes von 2008 als auch der ersten Verfilmung von 1975. Die deutsche Übersetzung hält sich derweil nur beim alten Film an den Originaltitel, der „Die Flucht zum Hexenberg“ lautet. Und da dachte man seit Jahrhunderten, der Hexenberg wäre der Brocken im Harz…

Was derweil den Devils Tower angeht, ist und bleibt dieser schlichtweg nur ein Berg. Seine okkulte Bedeutung ergibt sich weder aus seiner Existenz noch aus indigenen Legenden, sondern schlichtweg aus der Namensgebung durch die europäischen Eroberer sowie der Interpretation durch die moderne Science Fiction.

From Dusk Till Dawn – Überflüssiges Blutvergießen in überflüssigem Serienformat

von Joe Doe

„From Dusk Till Dawn“ aus dem Jahr 1996 ist inzwischen ein absoluter Kultfilm, der mit einigen wirklich witzigen Gags aufwartet. Warum zum Henker sollte man diesen Streifen auf Serienlänge strecken und mit anderen Darstellern neu besetzen? Das ist ein Affront gegen die Fans des ursprünglichen Films und der kommt auch noch direkt vom Regisseur Robert Rodriguez. Ja, der Schöpfer des Franchise ist höchstpersönlich für dessen Niedergang verantwortlich!

Eigentlich kann es dafür nur einen Grund geben. Obwohl der Film von 1996 keineswegs frei von okkulter Symbolik war, wollte Rodriguez wohl noch tiefer in die Materie eintauchen und nebenbei noch ordentlich Geld scheffeln. Das fängt schon bei der Vorgeschichte an, die auf unsägliche fünf Episoden aufgeblasen wurde.

Im Zentrum stehen die Gecko-Brüder Seth und Richie. Im Original genial von George Clooney und Quentin Tarantino verkörpert, können die Seriendarsteller D.J. Cotrona und Zane Holtz schlichtweg nicht mithalten. Obendrein ist Richie, der schon im Original ein Psychokiller war, in der Serie noch um einiges ausgeflippter. Er schneidet seinen Opfer die Augen aus dem Kopf und drapiert sie in den Händen, nur um damit esoterische Symbolik zu bedienen. Das ist krank!

Wie sich herausstellt, sind die Stimmen in seinem Kopf, die ihm dies befehlen, durchaus real. In Berührung kommt er mit diesen Stimmen durch einen verfluchten Gegenstand, ein antikes Obsidianmesser der Maya mit allsehendem Auge.

Dieses allsehende Auge findet sich auch später im Titty Twister wieder. Schon damit toppt die Serie den Film in Sachen okkulter Symbolik um Längen!

Die Ouroboros darf natürlich auch nicht fehlen, kündigt sie doch an, worum es im Kern geht.

Völlig überflüssig ist die Rolle eines Rangers, der die Gecko-Brüder verfolgt und dabei Hilfe von Sex Machine bekommt. Dieser Charakter, der im Original von Tom Savini dargestellt wurde, wird in der Serie von Jake Busey völlig neu interpretiert. Er ist nun ein verrückter Archäologie-Professor, der einem alten Mayakult auf der Spur ist und deren Opferrituale gerne nachahmen würde. Das Einzige, was er mit dem Filmcharakter gemeinsam hat, ist die Pimmelknarre.

Eine Vampir-Stripperin ergreift die Waffe im Verlauf des Gemetzels im Titty Twister. Dies impliziert ziemlich unverhohlen einen Blowjob.

Völlig unverschuldet geraten der Pfaffe Jacob Fuller und seine beiden Kids in die Ereignisse, als sich die Gecko-Brüder ihr Wohnmobil aneignen und sie als Geiseln nehmen. Zumindest diesbezüglich hält sich die Serie weitgehend an den Film, auch wenn die ganze Familiengeschichte viel zu breit ausgeweitet wird. Jacob wird übrigens von Robert Patrick verkörpert, der schon in der Filmfortsetzung „Blood Money“ mitspielte. Allerdings in einer anderen Hauptrolle, während Harvey Keitel ursprünglich Jacob Fuller darstellte.

Im Titty Twister, der nun wirklich kein Etablissement für Kinder ist, gibt es erst einmal eine Peepshow, die ebenfalls unnötig mit neuen Handlungssträngen aufgeblasen wird. Immerhin an Satanico Pandemoniums Auftritt hat sich nicht viel geändert. Nur die Darstellerin Eliza González sowie die Neonschlangen im Hintergrund sind neu.

Satanico trat schon im Original als Schlangenträgerin auf, was auch hier wieder der Fall ist.

Allerdings fällt die Rolle des Schlangenträgers diesmal auch anderen Charakteren zu, darunter Richard Gecko.

Dabei sind die meisten der Charaktere selber Schlangen, könnten sich also selbst auf den Arm nehmen. Zwar hatten schon die Vampire im Film von 1996 eine reptiloide Gestalt, doch in der Serie sind sie mehr Schlangen als Vampire. Sie sind neuerdings auch immun gegen Weihwasser und Christuskreuze, haben nur eine leichte Sonnenallergie und den typischen Vampirtod sterben sie nur noch mit der Pflock-durchs-Herz-Methode.

Es scheint so, als würde hier weniger eine Vampirgeschichte erzählt als viel mehr etwas über die Reptiloiden offenbart. Genau wie bei diesen erkennt man sie zuerst an den geschlitzten Pupillen und das ist nun wirklich kein typisches Merkmal klassischer Vampire.

Die Vampirzähne sehen ebenfalls viel mehr wie Schlangenfangzähne aus und dazu passend gibt es die gespaltene Zunge.

Schlussendlich können die Schlangenmenschen ihre Gestalt komplett in ihre reptiloide Form ändern. Damit dürfte klar sein, woher der Vampirmythos tatsächlich kommt. Allerdings ist es Bullshit, dass Menschen durch Reptobisse selbst zu Reptiloiden werden. Daher wäre es besser gewesen, den Vampirplot ganz fallen zu lassen.

In der Serie kontrollieren die Reptiloiden die mexikanischen Verbrecherkartelle, die in der Realität tatsächlich Bezüge zum Satanismus haben. Diesbezüglich sei an den abartigen Drogenboss Adolfo Constanzo (1962-1989) erinnert, der die Hirne seiner rituell ermordeten Opfer gegessen hat. In der Serie „From Dusk Till Dawn“ spielen sich ganz ähnliche Szenen ab. Die Menschen werden regelrecht entsaftet, um die Reptiloiden mit Blutwein zu versorgen.

Satanico verbraucht dabei den größten Anteil, denn sie badet gern wie Gräfin Bathory in Blut.

Der Hauptgang besteht derweil aus geschredderten Menschenteilen. Willkommen beim Spirit Cooking im Titty Twister.

Der sieht von hinten übrigens immer noch wie eine Maya-Pyramide aus.

Auf die Vergangenheit wird im Verlauf der ersten Staffel sehr detailliert eingegangen, wobei diese den dritten Film „The Hangman’s Daughter“ völlig über den Haufen wirft. Satanico Pandemonium ist nämlich nicht mehr die Tochter eines Halunken, die im 19. Jahrhundert in eine Vampirella verwandelt wurde. Sie ist nunmehr eine verfluchte Maya-Priesterin und ihre rechte Hand ein Konquistador, der sie befreit hat. Dieser kam übrigens unter der Flagge der Templer nach Mexiko.

Der Spanier hat sie einst gerettet, denn sie war an einen Opferaltar gekettet, wo sie zwangsweise rituelle Menschenopferungen durchführen sollte. Spätestens beim Thema Menschenopfer zu Ehren einer Schlangengottheit sollten die Bezüge zur Realität offensichtlich werden, denn das ist offizielle Maya-Geschichte. Kukulkan lässt grüßen.

Allerdings opfern die Maya heute niemanden mehr. Das ist nunmehr Sache satanistischer Europäer.

Nur Richard Gecko wurde nicht als Opfer in den Tempel gelockt, sondern soll Satanicos neue rechte Hand werden, da sie ihres einstigen Retters inzwischen überdrüssig ist. Zuvor muss er jedoch noch eine Prüfung in einem Labyrinth bestehen. Es handelt sich um ein Labyrinth des Geistes, in dem die Gecko-Brüder wichtige Stationen ihres bisherigen Lebens erneut durchlaufen müssen. An die Hirnwäschethematik können wir also auch gleich einen Haken machen.

Nach bestandener Prüfung führt sich Richard oral eine Schlange ein. Da kommen einem doch gleich die Goa’Uld aus „Stargate“ in den Sinn, womit die Besessenheit durch Schlangenwesen ebenfalls abgehakt wäre.

Irgendwie war es aber schon klar, dass die Gecko-Brüder dem Satanismus zugeneigt sind. Beim großen Gemetzel sprengen sie zwar ein paar Reptos in die Luft, aber der per Handy ausgelöste Zündcode lautet 666.

Während die erste Staffel die Geschichte des einstigen Kultfilms neu interpretiert und quälend in die Länge zieht, geht die Serie ab der zweiten Staffel gänzlich eigene Wege. Gleich im Staffelauftakt gibt es erst einmal sexuelle Übergriffe im Zeichen eines schwarzen Pentagramms.

Die Szene spielt sich in einem Schlachthof ab, was erschreckende Parallelen zu „The Midnight Meat Train“ aufwirft. Auch dort arbeitet der Schlachter, der die Reptiloiden mit Menschenfleisch beliefert, in einer Fleischfabrik. Hat da etwa jemand bei Clive Barker abgeschrieben? Ab hier lohnt es sich wirklich nicht mehr, diese brutale Serie weiter zu verfolgen, die es auf abartige drei Staffeln gebracht hat. Die Bilder von kranken Typen, die Mäntel aus gegerbten Menschengesichtern tragen, sollte man sich lieber ersparen.

Fazit: Bis auf den Grundplot und eine Handvoll kopierter Szenen hat die Serie absolut nichts vom originalen „From Dusk Till Dawn“. Vor allem fehlen der ursprüngliche Witz und Charme. Stattdessen gibt es eine abgedroschene Story über Reptiloide. Die dürften zwar tatsächlich die Wurzel des Vampirmythos sein, doch haben die klassischen Vampire mit der Zeit völlig abweichende Eigenschaften erhalten. Diese sollten einfach nicht mit der Reptostory verwoben werden, es sei denn, man will bewusst die Realität dieses Zusammenhangs thematisieren. Dies ist hier jedoch nicht wirklich der Fall, denn weder zerfallen Reptiloide zu Staub noch können sie Menschen per Biss in Ihresgleichen verwandeln.

Die Umbrella Academy

von Joe Doe

Die Serie „The Umbrella Academy“ basiert auf einer Comicreihe von Dark Horse. Bekanntermaßen ist die Comicindustrie hochgradig okkult, insbesondere wenn ein Verlag schon mit seinem Namen auf das dunkle Pferd des dritten apokalyptischen Reiters anspielt, welcher den Tod symbolisiert.

Der Name der Serie spielt derweil auf ein allseits bekanntes Freimaurersymbol an, nämlich den Regenschirm. Die Handlung dreht sich um einen exzentrischen Milliardär, der 7 Kinder, die allesamt am 1. Oktober 1989 geboren wurden, unter seine Schirmherrschaft nimmt. Dieses Wortspiel kann hier wörtlich genommen werden und wie es sich für einen Schirmherren gehört, trägt er auch gleich noch den freimaurerischen Zylinder.

Die Kids kauft der Milliardär mal eben den Müttern ab, allerdings heißt er Hargreeves und nicht Epstein. Die Kinder verschleppt er auch nicht nach Lolita Island, sondern in seine Schule für begabte Kinder. Das klingt ein wenig nach Professor Charles Xavier und tatsächlich sind die Parallelen zu den „X-Men“ offensichtlich. Die adoptierten Kinder, welche alle wie Jesus ohne Vater gezeugt wurden, haben nämlich spezielle Superkräfte. Ironischerweise spielte die Darstellerin der Vanya, Ellen Page, zuvor schon die Mutantin Shadowcat in „X-Men: Der letzte Widerstand“.

Es gibt jedoch einen wichtigen Unterschied. Während die Kids bei den X-Men freiwillig in Prof. Xaviers Schule sind, wo sie gut behandelt werden, missbraucht Hargreeves seine gekauften Zöglinge als persönliche Superheldentruppe. Vordergründig will er mit ihnen die Welt retten, doch eigentlich vermarktet er sie.

Wie ausgedehnt seine Kontrollwahn ist, zeigt sich an den zahlreichen Überwachungskameras. Privatsphäre haben die Superhelden, denen er Nummern statt Namen gegeben hat, nie kennengelernt.

Die besagten Regenschirme gibt es in jedem Vorspann in wechselnden Motiven.

Sogar die Drinks gibt es nur mit Schirmchen.

Im Logo auf der Schuluniform sind neben dem Regenschirm noch ein Doppelblitz sowie ein Totenschädel zu sehen. Welches Kind würde nicht gerne solch okkulten Gruselkram tragen?

Und selbstverständlich ist auch das Akademiegebäude mit Regenschirmen ausstaffiert.

Am Eingang gibt es zudem ein Löwenpaar…

…sowie innen Repräsentationen des Baphomet.

Schlussendlich mangelt es nicht an freimaurerischen Schachbrettböden, um auch den letzten Zweifel auszuräumen, dass der Regenschirm hier als okkultes Symbol gemeint ist.

Im Zimmer des Drogenjunkies Klaus gibt es ein weiteres Schachbrettmuster sowie ein allsehendes Auge.

Er ist nicht ohne Grund so drogenkrank geworden, denn sein Ziehvater hat ihn als Kind in einer Gruft eingesperrt. Seine Gabe ist es nämlich, mit Toten zu sprechen, was ihn als Kind jedoch geängstigt hat.

Nachdem Hargreeves Suizid begangen hat, trifft Klaus ihn im Jenseits wieder, wo er jedoch weiter von ihm herabgewürdigt wird. Das Ganze findet abermals auf einem Schachbrettboden statt. Nicht mal im Jenseits wird man mit diesem Scheiß verschont.

Die Ecstasy-Pillen, die sich Klaus einschmeißt, tragen schlussendlich noch die Pyramide mit allsehendem Auge. Na, wer kontrolliert den Drogenmarkt?

Dargestellt wird Nr. 4 übrigens von Robert Sheehan, der schon in okkulten Filmen wie „Demons Never Die“, „Der letzte Tempelritter“ und „Chroniken der Unterwelt“ mitgespielt hat. Diesmal bekommt er es mit nichts geringerem als der Apokalypse zu tun, welche Nr. 5, verkörpert von Aidan Gallagher, bei einem Teleport in die Zukunft bereits gesehen hat.

Es gibt geheime Kräfte, die der Zeitreise mächtig sind und die Apokalypse mit allen Mittel herbeiführen wollen. Zu diesen Mitteln zählt auch schon mal tödliche Folter gegen Unbeteiligte.

Die sprichwörtliche Spur der Verwüstung führt zu einer medizinischen Fabrik, die künstliche Augen herstellt. Deren Gebäude ist mit alchemistischen Symbolen verziert.

Die Spur führt weiter zu einem Mann, der sein linkes Auge verliert und dieses durch eines der künstlichen Implantate ersetzt bekommt. Sein Name ist allerdings nicht Horus, sondern Harold. Er ist auch nur indirekt für die Apokalypse verantwortlich, denn ausgelöst wird sie schlussendlich von der Telekinetin Vanya, der unscheinbaren Nr. 7. Dabei wird mal eben der Mond zerstört. Ein Szenario, welches bereits in „Oblivion“ sowie dem Remake von „Die Zeitmaschine“ gezeigt wurde. Scheinbar wird man bei einem großen Megaritual in der Zukunft irgendwann den Mond zur Zielscheibe machen.

Zunächst scheint die Apokalypse abgewendet, doch die Trümmer regnen auf die Erde und damit endet die erste Staffel. Eine zweite ist bereits angekündigt.

Animal World – Ein chinesischer Clown in den Fängen der Mafia

von Joe Doe

Chinesische Filme können inzwischen mit Hollywood konkurrieren. Nicht nur, was die Qualität angeht, sondern auch die okkulte Symbolik betreffend. Ein extremes Beispiel ist „Animal World“, der ein durchaus interessantes Grundkonzept hat, zuweilen jedoch sehr verstörend wirkt. Das liegt vor allem am Protagonisten Zheng Kaisi (Li Yifeng), der als Kind ein traumatisches Erlebnis hatte, während dem ein Clown-Zeichentrickfilm im Fernsehen lief. Seitdem leidet er unter stressbedingten Tagträumen, in denen er selbst zum Clown mutiert.

Der asiatische Prank-Clown nimmt es in seiner Phantasie mit grottenhässlichen Monstern auf. Zuweilen verwandeln sich auch Zhengs Mitmenschen in seiner Phantasie in solche Dämonen.

Da er für einen Kumpel bürgt, der sich mit einem Mafiakredit verzockt hat, bekommt er es bald selbst mit dem organisierten Verbrechen zu tun. Der Mafiaboss Anderson (Michael Douglas) lässt ihm die Wahl, die Schulden für den Rest seines Lebens abzumalochen oder sich auf ein Spiel einzulassen. Die tickende Uhr, die ihm nur wenig Zeit für die Entscheidung lässt, hat die Form eines allsehenden Auges.

Das Spiel findet auf einem Boot mit dem passenden Namen „Destiny“ (Schicksal) statt, welches fernab von jedem Gesetz in internationalen Gewässern kreuzt.

Gespielt wird dort „Schere, Stein, Papier“, allerdings mit Karten. Auf diesen sind Hände in den jeweiligen Gesten zu sehen. Hände mit Augen wohlbemerkt.

Die Spieler, allesamt Schuldner, bekommen jeweils 3 Pentagramme. Die Verlierer müssen eins abgeben, die Gewinner bekommen ihn vom Gegenüber. Ziel ist es, am Ende mindestens 3 Sterne zu haben. Wer schon vor Ablauf der Spielzeit alle Sterne verliert, wird eliminiert. Außerdem müssen bis zum Ende alle Karten verspielt werden.

Für Zheng beginnt und endet das teuflische Spiel am Tisch 6.

Auch sonst ist das Schiff mit allerhand Symbolik ausstaffiert. Im Zentrum steht eine Spielstandsuhr mit Tigerkäfig obendrauf. Getragen wird sie von geknechteten Statuen, welche die Sklaven repräsentieren, die das kapitalistische System tragen. Direkt neben dran befinden sich Überwachungskameras, um keinen Zweifel daran zu lassen, wie sehr die Sklaven kontrolliert werden.

Der Spielmeister steht auf einer Empore deutlich über dem verschuldeten Proletariat. Über ihm ist ein beleuchteter achtzackiger Stern zu sehen.

Auf dem Boden findet sich passend dazu ein Oktagon nebst Schachbrettmustern. Freimaurersymbolik auf Mafiaterrain, die P2 lässt grüßen.

Die Tür, hinter der die Eliminierten verschwinden, wirkt derweil wie das Tor zur Hölle. Nicht ganz grundlos, denn Gerüchten zufolge dienen die Unglücklichen als Laborratten für medizinische Experimente. Vielleicht werden sie aber auch direkt von stinkreichen Perversen geschlachtet, wer weiß das schon…

Zheng sieht auf dem Boot seinen Kumpel wieder und gemeinsam mit einem Dritten bilden sie ein Team, um das Spiel zu ihren Gunsten zu manipulieren. Die mathematische Berechnung macht den einzigen Reiz des Films aus, sofern man auf Mathematik steht. Allerdings geht die Rechnung allzu oft nicht auf, da auch andere Spieler bescheißen und sich der Dritte im Bunde ebenfalls als Betrüger entpuppt.

Um den Stress besser zu verkraften, greift Zheng des Öfteren zur Zigarette. Tabakwerbung scheint inzwischen wieder voll im Trend zu sein. Zuletzt war die Filmindustrie in den 1980ern derart massiv von der Kippenlobby dominiert.

Am Ende überlebt Zheng und kann sogar einen unschuldigen alten Mann von der Schlachtbank retten. Einige Überlebende haben mit dem Spiel nicht nur ihre Schulden getilgt, sondern gehen sogar mit einem Gewinn nach Hause.

Wirklich aus dem Schneider sind sie allerdings nicht. Wer einmal in die Fänge der Mafia geraten ist, bleibt unter stetiger Beobachtung.

Fazit: Optisch hat „Animal World“ viel zu bieten, spannend ist er jedoch nur für Spieler. Das Filmvergnügen wird zudem dadurch geschmälert, dass keine deutsche Synchronfassung vorliegt. Man muss sich den Film schon auf Chinesisch mit deutschen Untertiteln antun. Die okkulten Symbole sowie die grottenhässlichen Monster sind weitere Gründe, diesen Film nicht zu empfehlen.

US-gesteuerter Putsch in Bolivien

von Anton Nymous

Nach Chile, Honduras und Brasilien hat die USA nun auch in Bolivien einen Putsch inszeniert. In den westlichen Massenmedien wird dies als „Rückkehr zur Demokratie“ verkauft, da Evo Morales angeblich die Präsidentschaftswahl manipuliert habe. Doch warum sollte er dies tun, wo er in den Umfragen doch klar vorne lag? Der Verdacht liegt nahe, dass die neoliberale Opposition die Wahl selbst manipuliert hat. Erhärtet wird dieser Verdacht durch die Tatsache, dass Gegner des Präsidenten Wahllokale angezündet haben, noch bevor internationale Wahlbeobachter die Chance hatten, die Stimmen neu auszuzählen.

Morales musste derweil ins Exil fliehen, da ein Mordkomplott gegen ihn aufgeflogen ist. Sein Haus sowie die Häuser anderer Regierungspolitiker wurden überfallen und verwüstet. In den Straßen tobt der faschistische Mob, der schon zahlreiche Todesopfer gefordert hat. Es wurde eine Sonderkommission in der Staatsanwaltschaft gegründet, die gegen sämtliche Abgeordneten der Regierungspartei MAS ermitteln soll, um diese Dauerhaft aus ihren Ämtern zu entfernen. Sogar Bürgermeister der MAS wurden schon abgesetzt.

Hinter dem Prozess steckt die weiße, europäische Oberschicht, die ihren Rassenhass an den Ureinwohnern und Nachfahren ihrer einstigen Sklaven ablässt. Indigene Politikerinnen wurden misshandelt und kahlrasiert. Christliche Evangelikalfaschisten halten gemeinsam mit korrupten Konzernbossen Gebete ab, dass die indigene Gottheit Mutter Erde nie wieder ins Parlament oder den Präsidentenpalast einziehen möge. Man fühlt sich zwangsweise an die Zeit der Konquistadoren erinnert, die einst Lateinamerika brutal unterworfen und mit dem Schwert christianisiert haben.

Die USA und EU haben die selbsternannte neue Machthaberin Jeanine Áñez Chávez selbstverständlich sofort als legitime Präsidentin Boliviens anerkannt. Dabei wurde sie von niemandem gewählt, außer vielleicht von Washington. Ein tolles Demokratieverständnis, welches die imperialistischen Nationen da wieder einmal an den Tag legen. Einem unbequemen Präsidenten, der viel für die Armen getan und die Rechte der Indigenen durchgesetzt hat, Wahlbetrug vorwerfen, aber gleichzeitig eine nicht gewählte Marionette unterstützen, welche allein die Interessen der Banken und Konzerne vertritt. Die ethnischen sowie ideologischen Säuberungen, die von lange vorbereiteten Todesschwadronen der Großgrundbesitzer durchgeführt werden, erwähnt man lieber gar nicht erst.

Wer immer noch glaubt, die neue Weltordnung wäre sozialistisch, hat nicht mehr alle Latten am Zaun. Die aktuellen Prozesse in Bolivien, Venezuela, Ecuador und Brasilien zeigen deutlich, dass die neue Weltordnung Faschismus fördert, die Armen brutal unterdrückt und die Natur für den maximalen Profit zerstört.

Eine Utopie inmitten von Erdogans autokratischem Staat

Zuweilen entsteht der Eindruck, der türkische Despot Erdogan hätte das gesamte Volk, vielleicht mit Ausnahme der Kurden, hinter sich. Zwei Drittel sollen angeblich sogar seinen völkerrechtswidrigen Überfall auf Nordsyrien befürworten. Doch der Schein trügt und der Stern der AKP ist längst am sinken. So gewann die CHP die Bürgermeisterwahl in der bevölkerungsreichsten Stadt Istanbul und in den Kurdengebieten liegt bei allen Kommunalwahlen die HDP vorn.

Wie das aber nun leider so mit rechtspopulistischen Autokraten ist, bleiben sie nur so lange demokratisch, wie sie die absolute Mehrheit hinter sich haben. Sobald sie diese jedoch verlieren, zeigen sie ihr wahres Gesicht. Erdogan geht immer offener gegen seine Opposition vor. Insbesondere Bürgermeister der HDP werden kurzerhand abgesetzt, verhaftet und durch regimetreue AKP-Marionetten ersetzt. Ganz so, als sei Wahlen zu gewinnen eine Straftat, wenn man nicht der AKP angehört.

Ein Bürgermeister lässt sich jedoch nicht einschüchtern. Der Kommunist Maçoglu regiert in seiner Region mit einer Zweidrittelmehrheit aus TKP und HDP. Er hat es geschafft, sein Dorf Ovacik in Anatolien in ein kommunistisches Utopia zu verwandeln. Die Wirtschaft wurde durch die Vergesellschaftung von brachliegenden Feldern neu belebt und alle Einwohner können basisdemokratisch mitentscheiden. Die Haushaltsbücher, die von Maçoglus korrupten Vorgängern und Amtskollegen aus gutem Grund unter Verschluss gehalten wurden, sind inzwischen öffentlich für jedermann einsehbar.

So sieht wahrer Kommunismus aus: Basisdemokratisch, transparent und gemeinwohlorientiert. Die autokratischen Regimes des ehemaligen stalinistischen Ostblocks hat sich Maçoglu bewusst nicht zum Vorbild genommen, denn immerhin leistet er Widerstand gegen das autokratische Regime von Erdogan. Er schafft damit ein Utopia inmitten einer faschistoiden Dystopie. Dieser Mut verdient Anerkennung.

Erdogans Großosmanisches Reich

von Anton Nymous

Erdogan hat es mit dem Überfall auf Syrien nun endgültig geschafft, den Hitlerähnlichkeitswettbewerb zu gewinnen. Die Geschichte des 3. Reiches scheint sich mit der Türkei zu wiederholen. Nur mit dem Unterschied, dass die Westalliierten diesmal nicht eingreifen und dem Genozid an den Kurden nicht nur tatenlos zusehen, sondern diesen auch noch fördern.

Schon Hitler hatten die westlichen Demokratien viel zu viel durchgehen lassen. Darunter den Anschluss Österreichs und die Annexion der Sudetengebiete sowie eine gigantische Aufrüstung, die einen klaren Verstoß gegen den Versailler Vertrag darstellte. Mit dem Überfall auf Polen hatte Hitler jedoch eine rote Linie überschritten und es war Schluss mit Appeasement.

Schon damals kam die Entscheidung, endlich etwas gegen das faschistische Naziregime zu unternehmen, viel zu spät. Insbesondere durch die Annexion der Sudetengebiete wurde das militärisch starke Tschechien erheblich geschwächt und zahlreiches Kriegsgerät war in deutsche Hände gefallen. So gelang es den deutschen Faschisten im Handumdrehen, halb Europa zu unterwerfen.

Der Überfall der Türkei auf den Norden Syriens hat ebenfalls für den Westen unangenehme Folgen. So konnten bereits 900 IS-Anhänger aus kurdischer Haft fliehen. Insgesamt sind rund 11.000 IS-Kämpfer von den Kurden verhaftet worden, die der Terrorpate Erdogan nun alle in ihre Heimatländer zurückschicken möchte. Darunter fast 300 deutsche Konvertiten, mit denen wir uns dann rumschlagen dürfen. Da mutet es fast wie ein Hohn an, dass die Bundesregierung Erdogan weiter unterstützt, damit dieser die syrischen Flüchtlinge von uns fernhält. Dann doch lieber die Flüchtlinge als Terrorkämpfer! Auch wenn Letztere die deutsche Staatsbürgerschaft haben, in kurdischer Haft waren sie doch gut aufgehoben.

Es geht aber bei weitem nicht nur um den IS, sondern in erster Linie um das völkerrechtswidrige Verhalten Erdogans. Er hat ohne Provokation ein fremdes Land überfallen und fremdes Territorium annektiert. Während nach der Annexion der Krim sofort Sanktionen gegen Russland verhängt wurden, sieht der Westen dem Treiben Erdogans jedoch tatenlos zu. Dabei wurde die mehrheitliche russische Bevölkerung der Krim wenigstens per Volksentscheid gefragt, ob sie sich Russland angliedern möchte. Im Norden Syriens leben derweil keine Türken und die Kurden wollten bestimmt nicht Erdogans Großosmanischem Reich beitreten.

An der kurdischen Bevölkerung, die er pauschal als „Terroristen“ deklariert, werden abscheulichste Kriegsverbrechen begangen. Freiheitskämpfer der YPG werden ohne fairen Prozess sofort exekutiert, Frauen und Kinder werden vergewaltigt und nach Belieben abgeschlachtet. Das alles mit freundlicher Unterstützung von Rheinmetall, Heckler & Koch und wie die deutschen Rüstungsschmieden alle heißen.

Die einzige Reaktion der Bundesregierung besteht darin, zukünftige Rüstungsexporte vorübergehend auszusetzen. Alle bereits genehmigten Exporte dürfen jedoch weiter an das faschistische AKP-Regime geliefert werden. Es ist das gleiche Spiel wie mit Saudi Arabien, welches die Bevölkerung im Jemen mit deutschen Waffen abschlachtet. Die Bundesregierung kennt da wenig Skrupel, im Falle der Türkei nicht einmal, wenn diese ein EU-Land wie Griechenland sowie Zypern bedroht.

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Man stelle sich einmal vor, die USA hätte im 2. Weltkrieg Raketenbauteile an die Nazis geliefert, mit denen anschließend London bombardiert wird. So in etwa ist die heutige Situation. Ähnlich unverständlich ist allerdings auch das Verhalten Russlands, welches seinen Partner Syrien verraten hat, indem es nun gemeinsame Patrouillen mit den türkischen Invasionsstreitkräften im Norden des Landes durchführt. Hat Putin denn überhaupt nichts aus dem Hitler-Stalin-Pakt gelernt? Er glaubt scheinbar, Syrien wie einst Polen aufteilen zu können. Das wird jedoch nicht funktionieren.

Erdogan ist mitnichten nur ein Autokrat wie Putin, sondern ein größenwahnsinniger Despot, der nicht eher Ruhe geben wird, bis sein Großosmanisches Reich die halbe Erde bedeckt. In diesem Kontext ist es hochgefährlich, dass die Bundesregierung seinen Anhängern in Deutschland alles durchgehen lässt. Statt DITIB zu verbieten, wird Erdogans Frontorganisation als vermeintlich gemeinnütziger Verein mit unseren Steuergeldern alimentiert. Die rund 6.000 Agenten des türkischen Geheimdienstes, darunter Mordkommandos, werden nicht aus Deutschland ausgewiesen, sondern können ungestraft den Bürgerkrieg gegen die Kurden nach hier ausweiten.

Erdogan darf auch immer wieder nach Deutschland einreisen und vor seinen Anhängern Hetzreden halten. Dafür bekommt er dann noch ein Staatsbankett im Schloss Bellevue. Klar wird da schon mal der mahnende Finger gehoben, mehr aber nicht! Man stelle sich vor, Hitler wäre ins Weiße Haus eingeladen worden, Roosevelt hätte ihm gesagt, dass er es nicht knorke findet, was er da in Europa veranstaltet, aber gleichzeitig gigantische Waffendeals mit Nazideutschland abgeschlossen. Die Geschichte hätte ihn als geisteskranken Irren abgeurteilt. In Deutschland scheint die Regierung aber immer noch eine Wesensverwandtschaft zu faschistischen Despoten zu spüren.

In einem Land, welches den Holocaust zu verantworten hat, stört sich die Führung nicht weiter an Erdogans Endlösung der Kurdenfrage. Oder wagt man sich diese nur deshalb nicht zu verurteilen, weil dieser Genozid mit deutschen Waffen durchgeführt wird? Wenn sich Erdogan und sein Regime einst in Den Haag verantworten müssen, sollten wir unsere aktuelle Regierung sowie sämtliche Vorstände deutscher Rüstungsunternehmen gleich mit dorthin schicken!

Nur leider wird das nie passieren. Denn immerhin ist die Türkei NATO-Mitglied. Es war ja schon länger bekannt, dass die NATO kein Verteidigungs-, sondern ein Angriffsbündnis ist. Neu ist allerdings, dass die NATO auch Völkermorde durchgehen lässt, die nicht im US-Interesse sind. Noch überraschender ist jedoch, dass man Erdogan obendrein das Bündnis mit Russland durchgehen lässt. Dennoch werden nicht etwa Stimmen laut, die Türkei aus der NATO auszuschließen. Im Gegenteil reden einige NATO-Lobbyisten gar einen Bündnisfall herbei.

WTF? Die Türkei wird doch überhaupt nicht angegriffen, sie ist vielmehr der Aggressor! Gilt der Bündnisfall jetzt auch schon, wenn sich ein von einem NATO-Mitglied angegriffenes Land verteidigt? Es ist Syriens völkerrechtlich legitimes Recht, eine feindliche Invasion abzuwehren und zurück zu schlagen! Wenn das inzwischen genügt, damit die gesamte NATO einen völkerrechtswidrigen Angriffskrieg mitträgt, dann gute Nacht! Man stelle sich nur einmal vor, Nazideutschland wäre NATO-Mitglied gewesen und die Westalliierten hätten geholfen, Russland zu unterwerfen und Osteuropa von Juden zu säubern, weil die sich erdeistet haben, Widerstand zu leisten. Heute scheint nichts mehr zu abartig, um undenkbar zu sein.

Propagandistisch wird uns das alles aber selbstverständlich schön geredet. So nannte Erdogan bereits die Annexion der kurdisch-syrischen Stadt Afrin „Operation Olivenzweig“. Ölzweige wurden in der Antike als Friedenszeichen überreicht, aber Erdogan ging es wohl eher darum, sich etwas syrisches Öl abzuzweigen. Die aktuelle Invasion nennt der türkische Despot nun „Operation Friedensquelle“. Ja klar, Krieg ist Frieden. Offenbar hat Erdogan den Neusprechdiktionär aus Orwells „1984“ intensiv studiert. Kein Wunder, dass die deutsche Bundesregierung dem nicht widerspricht, denn immerhin nennt sie ihre eigene verantwortungslose Interventionspolitik ja auch „Verantwortung übernehmen“.

Der einzig richtige Umgang mit dem Erdogan-Regime wäre, sofort alle Rüstungsexporte einzustellen, die Bundeswehr aus der Türkei abzuziehen, empfindliche Sanktionen zu verhängen und die syrische Grenze zu sichern, um weitere Annexionen zu verhindern. Mag Assad auch noch so unbequem sein, die territoriale Integrität und Souveränität Syriens muss verteidigt und die Kurden vor ethnischen Säuberungen durch die türkische Armee geschützt werden! Sobald die Sanktionen greifen, würde Erdogan schnell an Rückhalt verlieren, in einigen Regionen geschieht das sogar jetzt schon. Sobald ihm dann noch die Waffen ausgehen, würde er sein eigenes Volk nicht mehr mit brutaler Härte unterdrücken können. Dieser Irre muss gestoppt werden, bevor er einen dritten Weltkrieg anzettelt oder die Endlösung der Kurdenfrage vollendet!

Thüringen unregierbar?

von Anton Nymous

Einerseits kann sich die Thüringer LINKE freuen mit 31% ihr bisher bestes Wahlergebnis eingefahren und die CDU als stärkste Kraft vom Thron gestoßen zu haben. Andererseits hat jedoch die Koalition mit SPD und Grünen die Sitzmehrheit im Landesparlament verloren. Die SPD rutschte massiv auf 8,2% ab und die Grünen schafften den Einzug in den Landtag mit 5,2% nur ganz knapp.

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Noch knapper lief es für die FDP, die mit nur 6 Stimmen weniger unter 5% gefallen wäre. Mit ihren 5 Sitzen könnte sie nun für jede mögliche Konstellation den Ausschlag geben, denn stabile Mehrheiten gäbe es lediglich für Rot-Schwarz und Rot-Blau. Da diese beiden Möglichkeiten jedoch aufgrund unüberwindbarer inhaltlicher Differenzen ausscheiden, bleiben nur noch Schwarz-Blau-Gelb oder eine so genannte „Gummibärchenkoalition“.

Erstere Option dürfte allein schon deshalb wegfallen, da die CDU ebenso wenig mit der AfD koalieren will wie mit der Linkspartei. Die Union ist mit 21,8% ohnehin die größte Wahlverliererin, ist sie doch mit erheblichen Verlusten vom Platz 1 auf den dritten Platz hinter die AfD abgestürzt. Als Juniorpartner hätte sie die AfD vielleicht noch in Betracht gezogen, aber einen Höcke zum Gauleiter zu wählen dürfte sowohl für die CDU als auch für die FDP indiskutabel sein. In punkto Neoliberalismus mögen die drei Parteien vielleicht große Gemeinsamkeiten haben, aber in Sachen Faschismus gehen die Meinungen dann doch etwas auseinander.

Eine Viererkoalition aus LINKE, SPD, Grünen und FDP ist allerdings auch nicht gerade wahrscheinlich. Die einzig verbleibende Möglichkeit wäre eine R2G-Minderheitsregierung, welche die FDP tolerieren könnte, ohne sich direkt daran zu beteiligen. Eine Wahl haben die Neoliberalen jedenfalls nicht, denn sollte es zu Neuwahlen kommen, ist die FDP ganz schnell wieder aus dem Parlament draußen.

Da die Verhandlungen in jedem Fall kompliziert werden und Neuwahlen nicht ausgeschlossen sind, zahlt es sich zumindest aus, dass der Haushalt für 2020 bereits vor der Landtagswahl verabschiedet wurde. So kann die Übergangsregierung zumindest ein Jahr weiterarbeiten, falls alle Stricke reißen. Wie es danach weiter geht, muss sich erst noch zeigen.

Schuld an der Misere ist ohne Zweifel der Rechtsruck. Die AfD konnte ihr Wahlergebnis im Vergleich zur vorherigen Landtagswahl mit 23,4% mehr als verdoppeln. Sie ist damit längst nicht so stark wie in Sachsen und auch etwas schwächer als in Brandenburg. In Anbetracht, dass in Thüringen mit Landolf Ladig ein unverhohlener Faschist die Landesliste anführt, ist dieses Ergebnis aber dennoch erschreckend.

Zum einen hat die AfD der NPD fast sämtliche Wählerstimmen abgesaugt, weshalb niemand behaupten kann, sie würde keine Rassisten und Neonazis ansprechen. Die meisten Stimmen hat sie jedoch aus dem gutbürgerlichen Lager bekommen. Also von Wählern, denen es finanziell sehr gut geht, die nicht zusammen mit den Flüchtlingen in Ghettos leben müssen, sondern sich schöne Eigenheime in Vorstädten oder auf dem Land leisten können. Der Rudolstädter AfD-Kandidat Karlheinz Frosch verdiente sogar Millionen mit der Unterbringung von Flüchtlingen, gewann aber trotzdem mit 29,1% das Direktmandat.

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Ob die Flüchtlinge nun in Auffanglagern oder Konzentrationslagern untergebracht werden, scheint den Kapitalisten egal zu sein, solange nur die Kasse stimmt. Überhaupt interessieren sich die Wohlhabenden und Superreichen einen Scheißdreck für das Leid anderer. Deshalb hatten schon die Krupps, Quandts und Henry Ford kein Problem, die NSDAP zu unterstützen. Ganz ohne die Stimmen von nützlichen Trotteln hätte die AfD allerdings auch nicht so einen Erfolg. Manchen prekär Beschäftigten oder Arbeitslosen scheint es ebenso egal zu sein, dass die AfD ihren Interessen feindlich gegenübersteht, solange nur der „Neger“ oder „Fusselbart“ aus dem Dorf verschwindet.

Bei der Wahl der Direktmandate kann die Schuld aber nicht nur den Wählern gegeben werden. Viele Wahlkreise wären nämlich nicht an die AfD und auch nicht an die CDU gegangen, wenn sich LINKE, SPD und Grüne auf jeweils einen gemeinsamen Kandidaten geeinigt hätten. Vor allem die grünen Kandidaten waren mit knapp um die 5% überall hoffnungslos unterlegen und meist hätten diese paar Stimmen schon gereicht, um einen Direktkandidaten der LINKEN oder SPD vor die rechtskonservative Konkurrenz zu pushen.

Aus den aktuellen Wahlergebnissen sowie aus der Geschichte der Weimarer Republik sollten die Parteien des linken Spektrums endlich die richtigen Konsequenzen ziehen und eine gemeinsame Front gegen die Faschisten bilden. Ansonsten könnte es erneut übel ausgehen. Diesmal haben sich LINKE, SPD und Grüne noch eine Gnadenfrist verschafft. Sie sollten diese sinnvoll nutzen, denn bei den unter 60-Jährigen ist die AfD bereits stärkste Kraft und die älteren Wähler haben die Angewohnheit, allmählich wegzusterben.

Wie funktioniert rechte Propaganda?

Im folgenden Interview von Jung und Naiv geht es um die Wirkmechanismen rechtspopulistischer und rechtsextremer Ideologie. Rassisten und Sozialdarwinisten finden sich dabei nicht nur in der AfD, sondern auch in der SPD. Im Interview geht A. Kemper insbesondere auf Thilo Sarrazin und Landolf Ladig sein.

Interessanterweise begeistern solche rechten Hetzer vor allem die soziale Unterschicht, für die sie selbst absolut nichts übrig haben. Weder Sarrazin als ehemaliger Bundesbanker noch AfD-Spitzenpolitiker, die wie Alice Weidel der Hochfinanz oder Beatrix von Storch dem Hochadel angehören. Die faschistische Revolution, wie sie Landolf Ladig herbeiredet, dient am Ende auch nur den Interessen der Kapitalisten, denn sie ist die Durchsetzung des Prinzips „teile und herrsche“. Die Elite lässt den Pöbel auf die Linken, Migranten und Minderheiten einhauen, während sie sich selbst ungestört die Taschen vollhauen. Hat ja schon einmal wunderbar funktioniert.