Marilyn Mansons neues Tattoo

2017 hat Marilyn Manson ein paar neue Fotos von sich schießen lassen. Bei denen ein neues Tattoo an seiner linken Hand auffällt. Es handelt sich um das Siegel Satans, womit er sich deutlich positioniert. Von wegen er sei kein Satanist. Nicht einmal die Stelle des Tattoos ist zufällig gewählt, denn damit zeigt Manson, dass er dem Pfad zur linken Hand folgt.

Einen neuen Freimaurerring hat er obendrein noch und an seiner Teufelsklaue u.a. einen Pentagrammring.

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Videoanalyse: Hell Boulevard – Satan in Wonderland

Der Bandname Hell Boulevard sagt eigentlich schon alles über die ideologische Ausrichtung dieser Krachmacher. Das Video zu „Satan in Wonderland“ bezeugt dabei, dass es sich mitnichten um harmlose Gruftis handelt, die nur oberflächlich mit okkulten Symbolen spielen, die sie nicht verstehen. Der Boulevard zur Hölle ist durchaus bewusst mit schlechten Vorsätzen gepflastert.

Wie schlecht diese Vorsätze sind, zeigt die Anspielung auf „Alice im Wunderland“, welche hier durch Satan ersetzt wird. Schon das Originalwerk von Lewis Carroll offenbarte dessen Neigungen zu Drogenmissbrauch und minderjährigen Mädchen. Umso erschreckender ist es, dass sich die satanische Alice im Verlauf des Musikvideos bis auf die Unterwäsche entkleidet. Die Darstellerin ist zwar erwachsen, aber was sie darstellt nicht.

Zu Beginn des Videos ist Alice noch angezogen und darf eine weiße Venustaube küssen, welche Luzifer symbolisiert.

Das weiße Karnickel darf natürlich auch nicht fehlen.

Immerhin zeigt es den Weg zu den Pilzen, aus denen die Drogen gewonnen werden.

Noch in der ersten halben Minute sind außerdem schon die ersten Freimaurersymbole zu sehen. Zum einen wäre da der Schirm, natürlich in Schwarz/Weiß gehalten.

Und der ebenfalls schwarz/weiße Schachbrettboden als Spielwiese für sexuelle Perversionen.

Weiter geht es mit offensichtlicher Satanismussymbolik. Der Baphomet hat passend zum Anlass einen gehörnten Hasenschädel. Im Prinzip könnte das auch eine Anspielung auf den Playboy sein, denn die blanken Titten haben ein XX-Rating.

Was mit diesem Sexbunny hinter der Kamera passiert, darüber wird lieber geschwiegen.

Ebenfalls nackt ist eine rothaarige Frau mit Hörnern, an der Aleister Crowley vermutlich seine Freude gehabt hätte.

Aber sicherlich hat auch der verrückte Hutmacher, welchen der Sänger verkörpert, an der „Hure Babalon“ Gefallen gefunden.

Bevor die wilde Party so richtig losgeht, müssen aber erst einmal lustige Pillen eingeworfen werden, die „Happiness“ bringen. Das Musikvideo ist wie eine einzige Anleitung zum Drogenkonsum. Aber das trifft ja bereits auf das literarische Vorbild zu.

Ob nur die Pillen im Hals kratzen oder die folgende Geste eine tiefere Bedeutung hat, lassen wir mal offen.

Die Pillen zeigen jedenfalls schnell Wirkung und plötzlich steht alles Kopf, einschließlich dem umgedrehten Kreuz auf der Hure Babalon.

Wenn’s erst mal richtig rein knallt, erscheint einem schlussendlich auch die Cheshire-Cat, stilecht mit Pentagramm-Ohrring…

…sowie die Raupe mit der Wasserpfeife, hier in einer sehr maskulinen Darstellung.

Der Typ an der Shisha betont sein linkes Horusauge, indem er das andere mit einem umgedrehten Satanspentagramm abdeckt.

Auf der Stirn trägt er zudem eine Mondsichel, die für sich genommen schon okkulte Bedeutung hat, hier allerdings die Sichel des Saturn repräsentieren könnte.

Man sollte meinen, mehr okkulte Symbolik ginge nicht. Doch was wäre ein satanistisches Musikvideo ohne das Siegel Satans auf dem nackten Leib von Alice?

Ähnlich okkulte Symbole blitzen auch immer mal wieder in einem Buch auf, welches sich bei genauerer Betrachtung als geschändete Bibel entpuppt.

Wenn da mal nicht die unheilige Dreifaltigkeit ihre Finger im Spiel hatte.

Der Hutmacher dreht zum Schluss noch mal richtig auf und zeigt sowohl den Baphomet mit erhobenem Zeigefinger…

…als auch die symbolischen Teufelshörner.

In seiner alternativen Gruftikluft trägt er zudem ebenfalls das Siegel Satans um den Hals sowie Buttons mit umgedrehtem Kreuz und Pentagramm.

Am Ende wirkt Alice irgendwie niedergeschlagen und scheint dem weißen Karnickel für den Horrortrip nicht gerade dankbar zu sein.

Videoanalyse: Satans massives Ego

Massive Ego ist eine Band aus dem Bereich Gothic, deren Musikvideos meist in Schwarz/Weiß gehalten sind. Der Sänger tritt optisch wie Mickey Mouse auf, was auf den ersten Blick lächerlich wirkt.

Wir wollen an dieser Stelle nicht darüber spekulieren, ob er einer Disney-Programmierung unterzogen wurde. In jedem Fall weiß er die Mickey-Ohren aber korrekt zu deuten, denn im gleichen Video zu „Low Live“ ist er auch als Teufel mit Hörnern verkleidet zu sehen. Ein Look, den die gesamte Band zur Schau trägt.

Ähnlich sieht es mit dem Video zu „I idolize you“ aus. Zwar wirken manche Kostüme eher Insektoid, doch im Kontext gesehen handelt es sich bei den Fühlern eher um Hörner.

Der Disney Look greift ebenfalls auf die anderen Bandmitglieder über, wie die folgenden Screenshots zeigen.

Zu Disney gehören natürlich auch sexuelle Anspielungen und so gibt es im Video die Titten von Minnie Mouse zu sehen. Natürlich mit Xen auf den Nippeln, womit ironischerweise ein XXX-Rating verhindert wird.

Wer hier unter wessen Schirmherrschaft steht, stellt der Rain Man höchstpersönlich klar.

Im betreffenden Lied geht es, wie der Titel schon verrät, um Idolisierung, welche die Band scheinbar kritisch sieht. Zumindest sollte man das hoffen, da u.a. Hitler als Idol gezeigt wird. Da die Band nun aber selbst das Okkulte glorifiziert und ihrerseits von den Fans idolisiert wird, entbehrt diese Kritik nicht einer gewissen Ironie.

Die Computermonitore auf den Schultern können übrigens als Kopf im Käfig interpretiert werden, da es offensichtlich um geistige Beeinflussung geht. Das allsehende Auge ist dabei nicht weit.

In den Zwischensequenzen gibt es allerhand verstörende Bilder zu sehen, in denen eine halbnackte Gestalt mit Glatze Black Goo erbricht. Ob es sich dabei um einen Mann oder eine Frau handelt, ist schwer einzuordnen.

Zum Schluss wird die Botschaft „RELIGION IS THE DEVIL – PLEASE GOD SAVE US FROM RELIGION“ ins Blickfeld gekritzelt. Auch das ist nicht gänzlich frei von Ironie, sind doch die teuflischen Kostüme selbst religiöser Mummenschanz. Okkultismus ist nun mal kein Atheismus und Atheisten würden wohl nicht Gott darum bitten, die Menschheit von Religion zu erlösen.

Rakka – Ist das Black Goo eine Reptiloidentechnologie?

von Shinzon

Abseits der großen Kinoproduktionen findet sich das schwarze Öl auch in Independentfilmen, die gratis im Internet zur Verfügung gestellt werden. „Rakka“ von den Oats Studios ist solch ein Kurzfilm, der allerdings von keinem unbekannten Regisseur stammt, sondern von Neill Blomkamp. Dieser machte bereits durch große Blockbuster wie „District 9“, „Elysium“ und „Chappie“ auf sich aufmerksam und wie all seine bisherigen Filme zeichnet sich auch “Rakka“ durch sensationelle Effekte aus. Mit Sigourney Weaver in einer der Hauptrollen ist der Sci Fi Kracher zudem hochkarätig besetzt.

Die Handlung beginnt 2020, was jetzt keine allzu ferne Zukunft ist. Die Erde ist von einer reptiloiden Alien-Spezies eingenommen worden und die Städte der Menschen zerfallen. Paris bietet für solche Invasionsszenarien immer wieder eine passende Kulisse. Die Haupthandlung spielt allerdings in Texas.

Wo die Reptos herrschen, ist alles von einem schwarzen Ölfilm überzogen.

Die Menschen sind versklavt und wer noch größeres Pech hat, dient als Inkubator für die Nachkommenschaft der außerirdischen Besatzer. Das Black Goo scheint dabei eine zentrale Rolle zu spielen.

Die schwarze Substanz wird darüber hinaus benutzt, um die Bauwerke der Menschen einzureißen…

…und neue Megastrukturen zu errichten.

Die Reptos erwärmen das globale Klima durch den Ausstoß von Treibhausgasen und verändern die Atmosphäre durch das Niederbrennen der Wälder.

Nicht nur die Erde wird mit Black Goo überzogen, die Reptiloiden sind es ebenfalls. Ihre Hautsegel am Hals erinnern zudem an eine Kobra oder den Kopfschmuck eines Pharaos.

Die Invasoren sind eine telepathische Spezies und können Menschen paralysieren. Nur mittels Technologie können sich einige Menschen vor der Gedankenkontrolle der Aliens abschirmen. Sie sind gezwungen, im Untergrund zu leben, und führen von dort aus einen verzweifelten Widerstandskampf gegen die feindlichen Besatzer.

Nur leider sind die Reptiloiden technologisch weit überlegen. Das Black Goo scheint dabei eine Art Nanotechnologie zu sein, denn es kann alle möglichen Formen annehmen. Es kann sowohl Raumschiffe bilden als auch Werkzeuge.

Es lassen sich sogar Hirnimplantate zur Gedankenkontrolle aus der öligen Substanz erschaffen, was einmal mehr dafür spricht, dass es sich um Naniten handelt und nicht etwa um eine organische Substanz.

Die lobotomierten Erdlinge werden benutzt, um mit den anderen Menschen zu kommunizieren und sie zur Aufgabe zu bewegen.

Wie bei den Borg ist auch bei den Reptos jeder Widerstand zwecklos. Aber zumindest kann man ja ein paar von ihnen mit in die Hölle nehmen. Zum Mittag gibt’s Black Goolasch.

Einige Opfer des reptiloiden Mind Controls sehen tatsächlich aus, als wären sie von den Borg assimiliert worden. Sie tragen Hirnimplantate und Schläuche.

Beinah noch schlimmer ist allerdings das Black Goo, welches aus den Opfern quillt.

Was den Menschen von den Reptiloiden angetan wird, ist der reinste Horror und es verwundert, dass dieses Video ohne Altersabfrage frei bei Youtube abrufbar ist.

Im Prinzip können die Toten in dieser Dystopie von Glück reden, dass sie das alles nicht mehr miterleben müssen.

Die Frage ist nur, wie diese Menschen zu Tode gekommen sind? Durch grauenhafte Experimente oder als Mahlzeit für die reptiloiden Overlords?

Das Repertoire der Reptos ist damit noch längst nicht ausgeschöpft, denn sie haben im wahrsten Sinne des Wortes die Hölle auf die Erde gebracht.

Wenigstens endet der Kurzfilm zumindest für einen der Reptos nicht minder drastisch.

Eine Fortsetzung gibt es bisher noch nicht, obgleich es zumindest eine Anspielung zu geben scheint. Am Ende des ersten Kapitels ist zwischendrin nämlich eine Engelsgestalt am Himmel zu sehen, die eine „biblische Erlösung“ genannt wird. Bei genauerer Betrachtung hat dieser Engel jedoch Hörner, was nichts Gutes erahnen lässt. Handelt es sich um eine weitere außerirdische Spezies? Oder nur um ein Hologramm der Reptiloiden, welches der psychologischen Kriegsführung dient? Bis zum Schluss gibt es darauf keine Antwort.

Fazit: „Rakka“ ist das erste Werk, welches eine direkte Verbindung zwischen Reptiloiden und dem Black Goo zieht. Außerdem wird das schwarze Öl als eine Art Nanotechnologie präsentiert, welche alle möglichen Formen annehmen kann. Weiß Blomkamp etwas, was allen anderen bisher entgangen ist? Auf jeden Fall hat er nicht nur Regie geführt, sondern auch das Drehbuch geschrieben, womit also er allein für den Inhalt dieses Kurzfilms verantwortlich ist.

High School – Hollywood ist nicht ganz dicht

von A. Tom Shroom

Es gibt gute Argumente für die Legalisierung weicher Drogen wie Cannabis. Auf der anderen Seite gibt es aber ebenso gute Argumente, Werbung für alle Arten von Drogen, darunter auch Tabak und Alkohol, zu verbieten. Insbesondere gilt dies, wenn gezielt Jugendliche dazu animiert werden sollen, sich von Suchtmitteln abhängig zu machen. Das Konzept von „High School – Wir machen die Schule dicht“ mag auf den ersten Blick witzig erscheinen, doch bei genauerem Hinsehen handelt es sich um Propaganda für durchaus härtere Drogen.

Wer ein Interesse daran hat, eine ganze Generation breit in der Ecke liegen zu sehen, verrät gleich zu Beginn das Logo von Parallel Media. Zu sehen ist ein Drache (Reptiloid) vor dem Pferdekopfnebel. Dieser Nebel liegt, welch Zufall, im Sternbild des Orion.

Der Film beginnt mit einem Buchstabierwettbewerb, bei dem ein asiatisches Mädchen (Julia Ling) namens Charlyne Phuc (gesprochen FUCK) ihren Einsatz versemmelt, weil sie total stoned ist. Da sie sich wie im Himmel fühlt, während sie sich auf Erden befindet, trägt sie die Nummer 69. Aber vielleicht handelt es sich ja auch um eine sexuelle Anspielung, was zu ihrem Nachnamen passen würde.

Das Logo des Buchstabierwettbewerbs ist derweil eine Biene, was nicht nur eine Anspielung auf die original englische Bezeichnung von Buchstabierwettbewerben ist („Spelling Bee“), sondern auch das Bildungssystem wieder mal als Instrument der Freimaurer entlarvt, das die Kinder zu produktiven Arbeitssklaven umformen soll. Sie sollen nur so viel lernen, dass sie später am Arbeitsplatz optimal funktionieren, ansonsten dürfen sie gerne blöd bleiben und obendrein auch noch bekifft. Aus den Reihen dieser Generation wird kaum noch Widerstand entstehen.

Im Zentrum der Handlung steht allerdings ein durchaus begabter Schüler namens Henry (Matt Bush), der unbedingt ans MIT (Massachusetts Institute of Technology) will. Es gibt jedoch Kräfte, die das verhindern wollen. Welche Kräfte das sind, sieht man gleich in seiner ersten Szene, in der drei Wecker um 6 Uhr morgens klingeln. Wozu braucht jemand drei Wecker? Außer natürlich, um jeden Morgen mit der 666 geweckt zu werden.

Sein Kumpel Travis (Sean Marquette) hätte die drei Wecker derweil nötiger gehabt, da er den halben Tag verpennt. Seine Kumpels nutzen die Gelegenheit, um ihn ein Hitlerbärtchen anzumalen. Doch damit nicht genug, er bekommt auch noch einen Schwanz ins Gesicht gemalt und auf der anderen Wange ein XXX, also den Code für die Pornoindustrie.

Offensichtlich passt das sehr gut zu seinem Charakter, bei dem, was Travis auf einem Fragebogen unter „in der Schule erlernte Fähigkeiten“ angibt. Spätestens hier wird deutlich, dass das Niveau dieser Komödie extrem unterirdisch ist.

In der Schule wimmelt es derweil von Freimaurersymbolen. Allen voran ist die freimaurerische Tricolore allgegenwärtig und zuweilen in Kombination mit der Fleur de Lys oder Pentagrammen zu sehen.

Auf der Toilette wird das Ganze auf die Spitze getrieben, da dort noch ein sexuell anrüchiger Spruch mit einer Telefonnummer steht. Letztere enthält drei Neunen oder eben eine auf dem Kopf stehende 666.

Bei den Kumpels von Travis und Henry sieht es nicht besser aus. An der Wand hängt ein Plakat mit der Aufschrift Osiris und links daneben ein Pentagramm. Wir erinnern uns an die Anspielung auf das Sternbild des Orion, der gleichbedeutend mit dem ägyptischen Gott Osiris ist. Das Pentagramm links davon dürfte demnach für den Stern Sirius stehen.

Da Henrys Freunde allesamt Kiffer sind, dauert es nicht lange, bis ihm Travis Drogen anbietet. Daraufhin stürzt er aus einem Baumhaus und verletzt sich dabei ausgerechnet am linken Horusauge. Ein toller Vorwand, um ihn für den Rest des Films mit dieser Symbolik herumlaufen zu lassen, wobei das allsehende Auge auch an anderen Stellen auftaucht.

Sogar auf dem DVD Cover darf Adrien Brody die Geste des Allsehenden Auges mit einer Stange Cannabis machen.

Doch zurück zur Handlung. Die anschließende Kombination aus Drogen und einem Kriegsspiel löst bei Henry einen Flashback aus. Er ist wieder 12 und rennt nackt durch den Wald, wobei er von Hubschraubern verfolgt wird. Diese Anspielung auf nackte Kinder ist nicht nur überflüssig, sondern richtiggehend widerwärtig. Zum Glück war der Schauspieler zum Zeitpunkt seiner Nacktszene schon über 20 Jahre alt.

Als wäre der schlechte Trip nicht schon Strafe genug, kündigt der Schuldirektor einen Drogentest an, der für Henry den Rausschmiss bedeuten würde. Da seine Träume vom MIT auf dem Spiel stehen, planen er und Travis, die gesamte Schule high zu machen. Ihrer Logik zufolge müsste der Direktor dann entweder alle rausschmeißen oder den Test für ungültig erklären.

Damit dieser Plan gelingt, klauen sie den stärksten verfügbaren Stoff von Psycho Ed (Adrien Brody). Dieser Dealer ist von oben bis unten tätowiert, wobei ein Schachbrettmuster am Hals nicht fehlen darf.

Um zu verdeutlichen, dass mit Psycho Ed nicht zu spaßen ist, trägt er außerdem Totenschädelringe an beiden Händen.

Schädel und gekreuzte Knochen sind auch an der Schule voll angesagt.

Dort tauschen Henry und Travis die Brownies der Mütter gegen ihre eigenen THC-Brownies aus. Leider haben sie dabei nicht eingeplant, dass es an der Schule Überwachungskameras gibt, weshalb sich Henry zwischen den Abschlussprüfungen auch noch darum kümmern muss. Hilfe bekommt er dabei von Travis, der u.a. in der Schwimmhalle eine Lehrerin mit sexuellen Belästigungen ablenkt. Auffällig ist dabei ein Hexagramm-Tattoo auf seinem Rücken. Da weder der Schauspieler noch der von ihm verkörperte Charakter jüdisch ist, kann das Hexagramm eigentlich nur als Freimaurersymbol gedeutet werden.

Während Travis die Lehrerin belästigt, muss Henry im Büro des Direktors dessen sexuelle Perversionen über sich ergehen lassen. Das ist nach dem Kindheitsflashback schon die zweite Anspielung dieser Art, was nichts Gutes erahnen lässt.

Am Ende geht für Henry jedoch alles gut aus. Auf dem Überwachungsvideo, das er nicht rechtzeitig vernichten konnte, ist nicht die Aktion mit den Brownies zu sehen, sondern ein sexueller Übergriff des Direktors auf eine Lehrerin. Das führt auch prompt zur Verhaftung des unliebsamen Schuldirektors.

Der Film endet mit ein paar Zeitungsschlagzeilen und auf einer Titelseite gibt es zum Abschied noch den Satansgruß.

Fazit: High School gehört zu den so genannten Stoner-Movies, die sich um Drogenkonsum drehen. In diese Kategorie gehören auch Klassiker wie „Fear and Loathing in Las Vegas“, doch es fällt auf, dass die Zahl solcher Filme ab Mitte der 1990er exorbitant angestiegen ist. Dabei fehlen in der Auflistung von Wikipedia noch solche Blüten wie „Die Killerhand“ (1999).

„High School – Wir machen die Schule dicht“ sticht hingegen nicht wirklich heraus. Was vielleicht als Komödie gedacht war, verliert sich in geschmackloser Phrasendrescherei mit extrem vielen Fremdschäm-Momenten. Wirklich witzig sind eigentlich nur die Wortspiele im Titel, wobei der Zusatz „Wir machen die Schule dicht“ nur im Deutschen funktioniert und nicht Teil des Originaltitels ist.

Moontrap – Grottiger Mockbuster in Freimaurerfarben

von Shinzon

Der originale „Moontrap“ von 1989 ist ein echter Geheimtipp und mit Walter Koenig („Star Trek“) sowie Bruce Campbell („Armee der Finsternis“) hochkarätig besetzt. Es ist eine wahre Schande, dass 2017 eine vermeintliche Fortsetzung mit dem Titel „Moontrap: Target Earth“ auf DVD veröffentlicht wurde, die jedoch überhaupt nichts mit dem Original zu tun hat. Es handelt sich vielmehr um einen Mockbuster.

Die dünne Story setzt weder den Klassiker von 1989 fort, noch handelt es sich um ein Remake. Lediglich die Prä-Astronautik spielt in beiden Filmen eine Rolle. In „Target Earth“ wird ein antikes Raumschiff auf der Erde entdeckt und sogleich von einer Schattenorganisation beansprucht. Der Entdecker ist natürlich so blöde, vor den Man in Black anzukündigen, mit seinem Fund an die Presse zu gehen und zack hat er sein Todesurteil unterschrieben.

Von dem Raumschiff ist zunächst nur die Spitze zu sehen und natürlich handelt es sich um eine Pyramide.

Das ermöglicht noch weitere Symboliken. So darf Sarah Butler bei einer Überblende ihr Auge in die Pyramide halten.

Butler spielt eine Wissenschaftlerin, deren Mann ebenfalls einen sinnlosen Tod stirbt, als die beiden das Raumschiff aufsuchen. Warum der finstere Oberboss Richard Kontral, gespielt von Charles Shaughnessy, die Frau am Leben lässt, bleibt zunächst rätselhaft. Wahrscheinlich hat es etwas mit seinen sexuellen Gelüsten zu tun und tatsächlich gibt es alsbald in einer Traumsequenz nackte Haut zu sehen.

Die Traumsequenz wirft bereits die Schatten der Zukunft voraus. Eine Begegnung zwischen Blau und Rot auf dem Mond.

Die Wissenschaftlerin und ihr Kontrahent werden ins Raumschiff entführt, welches sich prompt auf den Weg zum Mond macht. Die Unterseite der Flugscheibe ist in freimaurerischem Blau/Rot gehalten.

Das Heck erinnert mit seinen V-förmigen Triebwerken indes an die berühmten Phoenix Lights von 1997. Zufall oder Absicht?

Auf dem Mond treffen jedenfalls zwei verfeindete Fraktionen aufeinander, repräsentiert durch einen roten und einen blauen Roboter billigster Bauart. Warum die beiden sich kloppen, bleibt rätselhaft. Zumal die ähnliche Bauweise und das Finale eigentlich auf eine gemeinsame Herkunft hindeuten. Es ist wohl eher von einem symbolischen Konflikt auszugehen.

Der rote Roboter, von dem die beiden Erdlinge entführt wurden, zwingt die Frau, ein rotes Kleid anzuziehen. Die Lady in Rot zieht natürlich sofort die lüsternen Blicke von Richard auf sich, was bei dem tiefen Ausschnitt kein Wunder ist.

Während die Frau im roten Raumanzug mit ihrem Blechkopfentführer einen Mondspaziergang unternimmt, stiehlt Richard das Raumschiff, stürzt allerdings ab und vollendet damit die Reihe sinnloser Tode. Die Frau erhält derweil den Auftrag, ein Artefakt zu einem Mondgesicht zu bringen. Es handelt sich um ein drittes Auge, welches den Steinschädel aktiviert.

Unter dem Schädel verbirgt sich eine geheime Mondbasis, welche nach dem Einfügen des dritten Auges nach oben fährt. Das zum Thema Alienartefakte auf dem Erdtrabanten.

Die Show ist damit aber noch nicht vorbei. Die Maschinen der Basis wandeln den Mond in eine lebensfähige Welt mit Sauerstoffatmosphäre um. Ignorieren wir einfach mal, dass die geringe Gravitation des Mondes eine solche Atmosphäre gar nicht halten könnte. Wissenschaftliche Korrektheit wäre von solch einem Schundfilm nun wirklich zu viel verlangt.

Zunächst scheint damit erst einmal alles Friede, Freude, Eierkuchen zu sein. Doch kaum betritt die Frau in Rot die Mondbasis, schon taucht der blaue Blechkamerad mit dem Gesicht von Richard auf. Warum der Roboter noch funktioniert und wie er sich selbst mit Menschenfleisch repariert hat, spielt keine Rolle. Es ist schlichtweg eine aus dem Original geklaute Szene. Da fehlt eigentlich nur noch, dass die einzige Überlebende beim Zerquetschen des Roboters unter der Eingangstür sagt: „Wir kaufen keinen Scheißdreck von Maschinen!“ (Anm.: Zitat aus dem Originalfilm.)

Anschließend widmet sich die Frau im roten Kleid einem kahlköpfigen Mann mit schiefer Nase, der in einer blauen Lichtsäule steht. Mehr Blau/Rot-Symbolik geht nun wirklich nicht, wobei diese Farben hier nicht nur die Freimaurergrade repräsentieren, sondern auch das weibliche und männliche Prinzip.

Die letzte Einstellung zeigt das Versprechen einer neuen Welt. Fehlt jetzt nur noch die Ordnung. Für die sorgt allerdings nicht die Scout-Lady, denn die begibt sich erst mal zu dem unbekannten Typen in Stasis. Warum, wieso, weshalb? Ach lassen wir das!

Fazit: „Moontrap: Target Earth“ wirbt bewusst mit einem irreführenden Titel. Zum einen hat der Film nichts mit dem Original zu tun, bis auf eine schlampig geklaute Szene. Zum anderen ist die Erde kein Ziel, für was auch immer. Auf dem Mond wartet auch keine Falle, sondern eine neue Welt, also was soll der Scheiß?

Über die Qualität müssen ebenfalls nicht viele Worte verloren werden. Die mitwirkenden Schauspieler sind weniger bekannte C- bis Z-Promis, von denen bestenfalls die Hauptdarstellerin Sarah Butler („CSI“) im Gedächtnis bleibt. Und das auch nur wegen den sexistischen Nacktszenen. Die Spezialeffekte sind derweil lausig und die Sets billig. Der Film krankt an Logiklücken, dümmlichen Charakteren und natürlich am schmalen Budget.

Boriska und das Märchen vom Mars

Um die Jahrtausendwende machte ein russischer Junge namens Boriska von sich reden, indem er behauptete, in einem früheren Leben ein Marsianer gewesen zu sein. Seine Schilderungen des roten Planeten waren derart detailliert, dass er viele Menschen in Erstaunen versetzte. Es dauerte nicht lange und die Internetgemeinde sah in ihm ein so genanntes „Indigokind“, also einen hochbegabten Wunderknaben. Seine Behauptungen über den Mars wurden jedoch immer abenteuerlicher und er berichtete von einer ganzen Marszivilisation, der er einst angehört haben wollte und die sich selbst mittels Atomwaffen ausgelöscht habe.

Nun ist es tatsächlich so, dass Erinnerungen an frühere Leben fast ausschließlich bei Kindern an die Oberfläche kommen und später wieder vergessen werden. Allerdings unterscheiden sich die glaubwürdigen Fälle erheblich von Boriskas Aussagen. Die von Kindern erinnerten Vorleben haben sich in der Regel auf der Erde abgespielt und sind daher nachprüfbar. Bekannte aus früheren Leben und dokumentierte Todesfälle, die den Beschreibungen der Kinder entsprechen, können zur Verifikation herangezogen werden.

Das ist bei Boriska aufgrund der Entfernung zum Mars nicht der Fall. Allerdings haben sämtliche Marsmissionen keine Hinweise auf eine blühende Marszivilisation gefunden und erst recht nicht auf eine erhöhte Radioaktivität, wie sie ein Atomkrieg hinterlassen hätte. Abgesehen von einigen Artefakten, die bestenfalls als Indizien für antike außerirdische Aktivitäten aufgeführt werden können, gibt es keinerlei Beweise für Boriskas Aussagen.

Seine überdurchschnittliche Intelligenz kann ebenfalls mitnichten als Beweis für seine außerirdische Herkunft gelten. Zwar konnte er bereits mit nur 4 Monaten erste Worte sprechen und begann mit einem Jahr zu lesen. Die bedeutet jedoch, dass er sich das Wissen über den Mars schon frühzeitig angelesen haben kann. Astronomiebücher für Kinder waren Ende der 1990er keine Neuheit mehr, sodass im Prinzip jedes Kind mit diesem Wissen hätte aufwarten können. Ebenso waren Filme wie „Mission to Mars“ aus dem Jahr 2000 und erst recht „Die Mars-Chroniken“ von 1979 noch vor Boriskas Einschulung aktuell und bei Kindern beliebt.

Der einzige Unterschied zu normalen Kids war das extrem junge Alter des am 11. Januar 1996 geborenen Russen, in welchem er mit seiner Geschichte an die Öffentlichkeit ging. Seine hohe Intelligenz steht dementsprechend außer Zweifel. Dank dieser Intelligenz konnte er auch eine so überzeugende Lügengeschichte um seine Person stricken, die er noch heute mit über 20 Jahren vertritt. Er wusste, dass seine Behauptungen schwierig nachzuprüfen sind und sein Fachwissen über den Mars seine Glaubwürdigkeit untermauern würde.

Ein weiterer geschickter Schachzug war seine Zukunftsvision, laut der sich die Menschheit und das Leben auf der Erde verändern würden, sobald die Menschen die Tür hinter dem Ohr der Sphinx öffnen würden. Zum einen befindet sich dort lediglich eine rechteckige Gesteinsformation. Diese stellt zwar keine Tür dar, aber da die meisten Menschen niemals vor Ort nachsehen werden, könnten sich entsprechend viele Leute davon beeindrucken lassen.

Darüber hinaus verbietet die ägyptische Regierung aus Angst vor Beschädigungen seit Jahrzehnten jede genauere Untersuchung der Sphinx, weshalb Boriskas Schwindel in absehbarer Zeit nicht auffliegen wird. Seine Prophezeiung ist schlauerweise auch nicht datiert, weshalb sie sich stetig weiter in die Zukunft verschieben lässt. So wird eine reine Glaubensfrage daraus und Esoterik ist nun mal ein Glaube und keine Wissenschaft.

Zum Schluss stellt sich die Frage, warum Boriska sich etwas Derartiges ausgedacht hat? Dafür könnte es einen ganz pragmatischen Grund geben, denn Intelligenz gerät auf diesem stumpfsinnigen Planeten schnell zum Fluch. Intelligente Kinder werden von ihren Altersgenossen oft gemobbt und angefeindet. Ihr einziger Ausweg besteht darin, sich interessant zu machen. Wenn einen dann noch die Eltern in allem unterstützen und Kapital aus den Phantasien ihres hochintelligenten Kindes schlagen, wird daraus schnell ein Selbstläufer.

Unabhängig davon, was wirklich auf dem Mars vor sich geht, sind Boriskas Schilderungen reine Fantasy und teilweise sogar trotz der Distanz widerlegt. Wenn niemand auf seine Story hereinfallen würde, wäre er sicherlich schon so schlau gewesen, sich davon zu distanzieren. Sein Festhalten an den alten Kindheitsphantasien hat wohl in erster Linie einen monetären Hintergrund. Im schlimmsten Falle könnte er inzwischen aber durchaus selbst daran glauben, da in der Erinnerung die Grenzen zwischen Phantasie und Wirklichkeit zuweilen verschwimmen können.

Hohles Hollywood

Die Theorie der hohlen Erde hat tatsächlich in einige Filme und Fernsehserien geschafft. In den meisten Fällen ist dies als Satire gemeint, allen voran im Trailer zu „Iron Sky 2“. In dieser geplanten Fortsetzung betritt die US-Präsidentin die innere Erde durch einen Eingang am Südpol und entdeckt dort Nazis, die auf Dinosauriern reiten.

Weitaus ernster wird die Hohlwelttheorie in der Serie „Sanctuary“ vertreten. In dieser existiert auf der Innenseite der Erdkruste eine Stadt namens Praxis, welche von hochintelligenten Menschen gegründet wurde, nachdem diese einen Krieg gegen eine antike Vampirspezies verloren hatten.

Die Theorie der hohlen Erde – Beweis für hohle Köpfe?

von Shinzon

Menschen sind eine leicht zu manipulierende Spezies und wenn sie einmal eine Idee verinnerlicht haben, egal wie unlogisch und krude diese ist, werden sie voller Überzeugung und gegen jede Vernunft dafür eintreten. Es sollte daher nicht verwundern, dass es neben der Theorie der flachen Erde auch noch die Theorie der hohlen Erde gibt. Interessanterweise handelt es sich dabei um keine moderne Verschwörungstheorie und auch nicht um religiösen Wahn, sondern um eine ursprünglich wissenschaftliche Theorie aus dem 17. Jahrhundert.

Es mag ein wenig überraschen, dass die erste Hohlwelttheorie auf den britischen Astronom Edmond Halley (1656-1742) zurückgeht. Zu seiner Zeit gingen die Gelehrten davon aus, dass alle Materie der Planeten und Monde die gleiche Dichte hätte, woraus Halley schlussfolgerte, dass ein Teil der Erde hohl sein müsse. Ein wissenschaftlicher Irrtum, wie sich später herausstellte.

Leider sollte es nicht der einzige Irrtum bleiben, dem Halley aufsaß. Nachdem am 6. März 1716 über England und weiten Teilen Europas starke Polarlichter zu sehen waren, wurde er von der Royal Society beauftragt, dieses Phänomen zu erklären. Da zu diesem Zeitpunkt noch niemand die Pole der Erde erforscht hatte und nichts über die Entstehung der Polarlichter bekannt war, mutmaßte Halley, dass die Erdkruste in den nördlichen Breiten dünner sei und daher Licht aus dem Erdinneren durchscheine.

Aus heutiger Sicht erscheinen diese Erklärungsansätze selbstverständlich lächerlich, doch im 17. Jahrhundert wusste es schlichtweg niemand besser. Edmond Halley blieb mangels neuer Erkenntnisse bis zu seinem Tode von der Hohlwelttheorie überzeugt und ließ sich im Alter von 80 Jahren sogar mit einem entsprechenden Diagramm abbilden.

Edmond Halley

Die heutigen Anhänger der Hohlwelttheorie berufen sich indes weiterhin auf Halley, obwohl die Pole inzwischen erforscht sind und bekannt ist, dass Polarlichter durch vom Sonnenwind ionisierte Partikel in der oberen Erdatmosphäre entstehen. Halley selbst hätten diese Korrekturen seiner falschen Annahmen sicherlich zum Umdenken gebracht, da er ein Mann der Wissenschaft war. Selbiges kann man von den Fantasten, die seinen Irrtümern immer noch nachhängen, nicht behaupten.

Die Berufung auf längst überholte Theorien dient nur dazu, dem Mythos der Hohlwelt einen Anstrich von Seriosität zu geben. Gedankenexperimente werden dabei als wissenschaftliche Fakten dargestellt, obwohl dies mitnichten zutrifft. So war die Annahme des Schweizer Mathematikers Leonhard Euler (1707-1783), die Erde sowie die anderen Planeten könnten innen hohl und von inneren Sonnen erleuchtet sein, nur ein Diskussionsbeitrag und keine wissenschaftliche Erkenntnis.

Die Behauptungen des schottischen Physikers John Leslie (1766-1832), der auf dem Gebiet der Wärmeübertragung sicherlich Bahnbrechendes geleistet hat, grenzten indes an reine Fantasie. Er setzte gleich zwei Sonnen ins Erdinnere, die er Pluto und Proserpina nannte. Nun ist inzwischen aber bekannt, dass ein Stern erst ab einer gewissen Masse die Kernfusion zünden kann, sonst endet er als brauner Zwerg. Braune Zwerge sind ihrerseits immer noch größer als der Jupiter, was bedeutet, dass keine Sonne klein genug wäre, um ins Erdinnere zu passen.

Lediglich ein weißer Zwerg könnte tatsächlich im Erdinnern Platz finden. Doch zum einen würde sich die Frage stellen, wie der Überrest eines toten Sterns in einen Planeten gelangen sollte? Während der aktiven Phase wäre der Stern noch zu groß gewesen und seinen Kollaps hätte kein Planet überleben können. Außerdem würden die starken Gravitationskräfte eines weißen Zwerges jeden Planeten zerreißen – egal ob von innen oder außen. Von den Auswirkungen eines Magnetares, Pulsars und dergleichen fangen wir lieber gar nicht erst an.

Als einzige Möglichkeit bliebe noch, eine Miniatursonne künstlich unter enormen Druck zu erzeugen, wobei künstlich genau das richtige Stichwort ist. Eine Hohlwelt könnte nämlich ebenfalls nur konstruiert werden und niemals auf natürlichem Wege entstehen. Wie Planeten entstehen, ist inzwischen nämlich gut erforscht. Weltraumteleskope haben längst protoplanetare Scheiben entdeckt und Astronauten haben nachgewiesen, dass sich Staubpartikel in der Schwerelosigkeit zusammenklumpen.

Die Planetenentstehung beginnt also mit elektrostatischen Effekten und sobald die Klumpen genügend Masse besitzen, kommt die Gravitation ins Spiel. Beim Aufeinandertreffen von Asteroiden wird Energie freigesetzt, welche diese zum Schmelzen bringt, sodass sie zusammenwachsen. Ab einer bestimmten Masse werden die noch kochenden Protoplaneten in eine annähernde Kugelform gezwungen. Das hängt u.a. damit zusammen, dass die schweren Elemente absinken und ein Gravitationszentrum bilden, von dem die Schwerkraft mehr oder weniger gleichmäßig nach unten wirkt.

Es ist schlichtweg unmöglich, dass dabei ein Planet entstehen kann, der hohl wie eine Christbaumkugel ist. So etwas schafft nur ein Glasbläser! Ebenso ist das Argument, dass die Zentrifugalkraft das flüssige Erdinnere an den Innenrand drängen könnte, wie die Wäsche in einer Schleuder, totaler Mumpitz! Die Zentrifugalkraft gibt es zwar, doch wirkt ihr die Gravitation entgegen. Der einzige Effekt, der sich durch die Erdrotation tatsächlich ergibt, ist eine Abflachung an den Polen.

Tatsächlich sind alle Planeten und auch Sterne keine perfekten Kugeln, sondern Rotationsellipsoide. Dies spricht wiederum gegen die Theorie der hohlen Erde, denn würde die Erde nur aus einer Kruste bestehen, würde sie durch solche Kräfte zerbrechen. Tatsächlich ist die Erdkruste sogar sehr brüchig, was man an der Bewegung der Kontinentalplatten beobachten kann. Würden diese Platten nicht auf dem zähen Erdmantel schwimmen, hätte es die Erde längst im Sonnensystem zerstreut.

Und da wären wir beim nächsten Punkt, der die Hohlwelttheorie ad absurdum führt. Durch die Plattentektonik kommt es immer wieder zu Erdbeben und Vulkanausbrüchen. Während Erdbeben eine hohle Erde sofort auseinanderreißen würden, beweisen Vulkane, dass das Erdinnere flüssig ist. Dafür haben die Anhänger der Hohlerde schlichtweg keine Erklärung. Ebenso wenig für die Ähnlichkeit zwischen Erde und Mond, die nur das Resultat einer kosmischen Kollision sein kann, welche für jeden hohlen Planeten das Ende bedeutet hätte.

Aber halt, der Mond ist ja ein getarnter Todesstern oder wahlweise auch ein Hologramm. Wenn den Anhänger kruder Theorien die Argumente ausgehen, greifen sie zur Science Fiction. In diesem Genre wimmelt es von Hohlweltromanen, die sicherlich der Unterhaltung dienen, aber ganz gewiss nicht der Beweisführung. Am bekanntesten ist sicherlich Jules Vernes „Die Reise zum Mittelpunkt der Erde“ (1864), wobei in diesem Werk eher eine durchlöcherte Erde als eine bewohnte Innenseite beschrieben wird. Immerhin geht es bis zum Mittelpunkt hinunter.

Klassische Hohlweltdarstellungen finden sich derweil in „Pellucidar“ (1914) von Edgar Rice Burroughs, Wladimir Obrutschews Werk „Plutonien“ (1924) sowie Arno Schmidts Satire „Tina oder über die Unsterblichkeit“ (1955). In der modernen Literatur wird die Theorie der hohlen Erde u.a. in dem Steampunk-Roman „Hohlwelt“ von Rudy Rucker sowie in Thomas Pynchons „Gegen den Tag“ aufgegriffen. Bei den älteren Werken könnte man den Autoren noch mangelndes Wissen vorwerfen, die neueren Erscheinungen sind dagegen im Bereich Fantasy anzusiedeln.

In jedem Falle sollte davon Abstand genommen werden, solche Literatur als Grundlage für eine Argumentation heranzuziehen. Ebenso basieren die Behauptungen von John Cleves Symmes, Jr. (1779-1829) über zwei schiffbare Polarmeere, die ins Erdinnere führen würden, auf purer Phantasie. Dennoch sind die Anhänger der Hohlwelttheorie bis heute von der Existenz der polaren Eingänge ins Erdinnere überzeugt.

Die zahlreichen Satellitenaufnahmen tun die Fanatiker selbstverständlich als Fälschungen ab und präsentieren gerne eigene Bilder, bei denen es sich definitiv um Fotomontagen handelt. Außerdem bleiben sie eine Erklärung schuldig, warum das Nordpolarmeer nicht ins Erdinnere abfließt, wenn sich dort doch angeblich ein Loch befinden soll? Wer diesen widersprüchlichen Behauptungen und offensichtlich gefälschten Bildern glaubt, dem ist nicht mehr zu helfen!

Fotomontage des Nordpolochs.

Der Mythos der hohlen Erde hat dabei längst die Grenze zur Verschwörungstheorie überschritten und das nicht nur wegen der Behauptung, dass sämtliche Weltraumagenturen und Regierungen uns über die Eingänge in die Innererde belügen würden. Noch kruder sind die Behauptungen, dass die Nazis am Südpol einen Eingang in die innere Erde gefunden hätten und dort bis heute friedlich mit Innerirdischen und Dinosauriern auf einem Kontinent namens Agartha zusammenleben.

Grundlage dieser Fantastereien ist eine Antarktisexpedition der Nazis, die tatsächlich in den Jahren 1938 bis 1939 stattgefunden hat. Der ehemalige Frachter Schwabenland, der von der Deutschen Lufthansa als Katapultschiff für eine Luftpoststrecke im Südatlantik eingesetzt worden war, wurde für die Expedition 1936 zu einem Forschungsschiff umgebaut. Während der Forschungsreise wurde ein 600.000 km² großes Küstengebiet mittels eines mitgeführten Flugzeugs mit Reichsfahnen abgesteckt und nach dem Schiff „Neuschwabenland“ getauft. Soweit die historischen Fakten.

Quelle 1

Quelle 2

Der Legende nach soll Admiral Karl Dönitz später noch mehrere U-Boote in die Antarktis geschickt haben, woraufhin er Hitler angeblich meldete: „Meine U-Boot-Fahrer entdeckten ein echtes irdisches Paradies.“ 1943 soll Dönitz schließlich noch verkündet haben: „Die U-Boot-Flotte Deutschlands kann stolz sein, dass sie am anderen Ende der Welt für den Führer eine uneinnehmbare Festung errichtet hat.“

Zum einen handelt es sich hier um historisch nicht verifizierbare Zitate, die obendrein vielseitig interpretierbar sind. Hat die deutsche Marine Shangri La entdeckt, wie manche behaupten? Oder eventuell nur Bodenschätze? Den Spekulationen sind hier keine Grenzen gesetzt, aber mit Sicherheit haben die Nazis keinen Eingang zur inneren Erde entdeckt! Sieht man einmal davon ab, dass die vermeintliche Aussagen von Dönitz nichts weiterer als kühne Behauptungen von Verschwörungstheoretikern sind, ist die Rede immer noch von einem „irdischen Paradies“ und nicht etwa von einem „innerirdischen“.

Nicht einmal für die angebliche Festung in der Antarktis gibt es Beweise. Im Gegenteil wurde das Neuschwabenlandgebiet schon am 14. Januar 1939 von Norwegen beansprucht und in Königin-Maud-Land umgetauft. Eine weitere Antarktisexpedition des Deutschen Reiches war indes zwar geplant, wurde aber aufgrund des Kriegsbeginns am 1. September desselben Jahres abgeblasen. Die Nazis kehrten offiziell nie zur Antarktis zurück und die gegen Kriegsende vermissten U-Boote nahmen wohl eher Kurs auf Lateinamerika. Dort tauchten nachweislich zahlreiche Nazigrößen unter, darunter Dr. Josef Mengele und Adolf Eichmann. Mit Sicherheit war das viel bequemer, als sich auf Antarktika den Arsch abzufrieren.

Ein weiteres Indiz für die angebliche Eroberung der Antarktis durch die Nazis, welches immer wieder angeführt wird, ist die Operation Highjump von 1946/1947. An dieser vermeintlichen Forschungsexpedition unter dem Kommando von Admiral Richard Evelyn Byrd nahmen ein Flugzeugträger, 11 Kriegsschiffe und ein U-Boot mit insgesamt rund 4.000 Mann Besatzung teil. Ebenfalls mit an Bord waren 26 Flugzeuge und 30 Hubschrauber. Das hört sich so gar nicht nach einer friedlichen Forschungsreise an und tatsächlich räumte Byrd kurz vor der Abreise am 2. Dezember 1946 gegenüber der Presse ein, dass seine Reise „einen militärischen Charakter“ habe.

Worin genau die Mission bestand, ist genauso unbekannt wie die Gründe für den Abbruch selbiger nach nur zwei Monaten. Fakt ist lediglich, dass Ende Januar 1947 die Flugaufklärung u.a. über dem ehemaligen Neuschwabenland begann, wobei über 70.000 Fotos geschossen wurden. Alles, was über diese Informationen hinaus geht, ist wilde Spekulation.

Quelle

Angeblich soll die amerikanische Flotte von Flugscheiben angegriffen worden sein und hohe Verluste erlitten haben. Beweise dafür gibt es jedoch keine und selbst wenn dem so wäre, bedeutet dies nicht, dass die Nazis bis heute in ihrer geheimen Antarktisbasis finstere Welteroberungspläne schmieden oder gar mit den Innerirdischen auf Dinosauriern reiten. Vielleicht sind die Amerikaner stattdessen mit Außerirdischen aneinander geraten, wer weiß?

Die einzige Quelle für das angebliche Gefecht ist jedenfalls Dr. Dimitri Filippowitsch, der von sich selbst behauptet, zu Sowjetzeiten ein hochrangiger Militäroffizier gewesen zu sein. Als solcher will er Zugang zu Geheimunterlagen erlangt haben. Im Falle der Operation High Jump geht es jedoch um amerikanische und nicht um russische Geheimunterlagen, was seine Glaubwürdigkeit in arge Zweifel zieht. Er war es auch, der die angeblichen Zitate von Admiral Dönitz über eine versteckte Nazibasis auf Antarktika in Umlauf gebracht hat. Keine andere Quelle konnte die Behauptungen von Filippowitsch bisher unabhängig bestätigen.

Am wahrscheinlichsten ist also, dass die Amerikaner unter dem Kommando von Admiral Byrd tatsächlich Gerüchten einer geheimen Nazibasis nachgegangen sind und die Mission abgebrochen haben, weil sie schlichtweg nichts gefunden haben! Das würde auch erklären, warum alle späteren Forschungsexpeditionen auf den unbewohnten Kontinent unbehelligt blieben. Es gab, abgesehen von einem Schiffsunglück, nicht einen nennenswerten Zwischenfall.

Nichtdestotrotz wird das Märchen von den Eisnazis und dem angeblichen Eingang zur inneren Erde stetig weiter befeuert. Darunter von einem Fantasten namens Virgil Armstrong, der angeblich für die CIA gearbeitet hat. Das Interview mit ihm, welches seit 1996 viral durch das Internet kursiert, gehört zu den Perlen verschwörungstheoretischen Entertainments. Seine Behauptungen sind nicht nur unglaublich, sondern in höchstem Maße unglaubhaft.

Das Interview beginnt mit den UFO-Abstürzen von Roswell und White Sands, wohl um UFO-Enthusiasten zu ködern. Obwohl diese Vorfälle allgemein bekannt sind, ist es unglaubwürdig, dass Armstrong bei letzterem live dabei gewesen sein will. Er kann keine Beweise für seine Behauptungen vorlegen und wiederholt stattdessen lediglich die Aussagen anderer Whistleblower und Zeitzeugen.

Nach nur 10 Minuten kommt er dann schon auf die „Haunebuleute“ von der Antarktis zu sprechen, die laut seinen Aussagen gute Menschen seien. Hitler soll laut Armstrong allerdings nicht nach Neuschwabenland geflohen sein, sondern sich mit seiner Frau Eva in Argentinien niedergelassen haben, wo er mit 98 Jahren verstarb. So gesundheitlich angeschlagen, wie der Diktator bereits ein Jahr vor Kriegsende war, ist dieses hohe Alter vollkommen unglaubwürdig.

Es wird aber noch abstruser. So sollen die Deutschen schon 1929 auf dem Mond gewesen sein. Das war mitten in der Wirtschaftskrise der Weimarer Republik und lange bevor Werner von Braun die erste V2 in Peenemünde an den Start brachte. Spätestens an dieser Stelle würde jeder vernunftbegabte Zuschauer wegschalten, aber das Beste kommt erst noch.

Aliens vom Aldebaran sollen nämlich eine positive Energie gezielt auf Deutschland strahlen, weshalb dort alle Menschen überdurchschnittlich intelligent seien. Diese Behauptung ist dermaßen bescheuert, dass es schon weh tut! In Deutschland leben gleichermaßen intelligente wie strunzdumme Menschen, genau wie in jedem anderen Land auch, wobei der Anteil der geistig Minderbemittelten stets überwiegt. Das beweisen nicht nur die Einschaltquoten vom „Dschungelcamp“ und „Germanys Next Top Model“, sondern auch die Anhänger solch kruder Verschwörungsphantasien.

Zum einen lässt sich über eine Entfernung von 67 Lichtjahren kein Energiestrahl punktgenau auf ein Land richten, welches sich obendrein auf einem beweglichen Ziel befindet. Das allein ist schon Schwachsinn vom feinsten! Darüber hinaus ist der Hauptstern des Aldebaransystems ein roter Riese. Vielleicht gab es dort einmal vor Milliarden von Jahren Leben, aber heute ganz bestimmt nicht mehr!

Selbstverständlich halten solche Fakten rechte Verschwörungstheoretiker nicht davon ab, den Nazis und insbesondere der Vril-Gesellschaft ein Bündnis mit fiktiven Aldebaranern anzudichten. Einer der wichtigsten Verfechter dieser Behauptungen ist Rainer Feistle und es sollte nicht verwundern, dass sowohl Feistle als auch Armstrong von dem rechten Esoteriker Jo Conrad interviewt wurden. Von daher passt es auch, dass Virgil in dem Interview so begeistert von den angeblichen Haunebuleuten spricht.

Doch zurück zum eigentlichen Thema. Auf die hohle Erde kommt Virgil Armstrong erstmals in Bezug auf den Mond zu sprechen, der natürlich ebenfalls hohl sein soll. Danach zieht er alle Register des Verschwörungsschwachsinns, angefangen bei den Sirianern und Billy Meiers Plejadern bis hin zu den Behauptungen von Heavens Gate, im Schweif des Kometen Hale-Bopp habe sich ein getarntes Raumschiff befunden. Der Photonengürtel, der uns 2012 das Christusbewusstsein bringen sollte, darf natürlich auch nicht fehlen.

Satte 50 quälende Minuten absurden Stusses muss man über sich ergehen lassen, bevor Armstrong endlich zur Sache kommt und über die hohle Erde berichtet. Angeblich soll Admiral Byrd noch vor der Operation Highjump in den Eingang am Nordpol geflogen sein und dort phantastische Abenteuer erlebt haben. Als einzigen weiteren Beleg führt der Märchenonkel das Tagebuch eines anderen Fantasten an, der unterschiedlichste Zivilisationen auf der Innenseite der Erdkruste entdeckt haben will.

Eine dieser innerirdischen Zivilisationen soll dabei aus deutschen Exilanten bestehen. Nette Nazis, die frei von jeglichem Rassismus friedlich mit den Argathern zusammenleben. Im Prinzip fehlt nur noch, dass die Hohlweltnazis auf Dinosauriern reiten. Was für eine gequirlte Scheiße!

Das Interview ist, wie bereits erwähnt, von 1996. Weitere Beiträge von Virgil Armstrong sind nicht zu erwarten, da er die Erde im Jahre 2008 verlassen hat. Im Klartext bedeutet dies wohl, dass er im Alter von 85 gestorben ist, aber die Esoterikgemeinde munkelt, er habe sich nach Aldebaran verabschiedet, von wo aus er heute noch dumme Gedanken an die Erde schickt.

Wenn Edmond Halley gewusst hätte, welchen Unsinn die Menschheit einst auf Grundlage seiner falschen Annahmen verbreiten würde, hätte er wohl nie den Begriff „Hollow Earth“ in den Mund genommen, geschweige denn eine Skizze davon angefertigt. Inzwischen wird jede nur erdenkliche Aussage von Whistleblowern über das Erdinnere mit der Theorie der hohlen Erde in Verbindung gebracht. Egal ob militärische oder außerirdische Untergrundbasen, einfach alles wird falsch interpretiert und damit ins Lächerliche gezogen.

Fakt ist, dass es Untergrundbasen wie die Area 51 in Arizona oder die Dulce Basis in New Mexico tatsächlich gibt. Ebenso ist die Erdkruste von Höhlensystem durchzogen. Kein Geologe würde das leugnen. Nur bedeuten künstliche wie natürliche Hohlräume in der Erdkruste eben nicht, dass die Erde hohl ist wie eine Christbaumkugel. Im Gegenteil lassen sich durch Auswaschung entstandene Tropfsteinhöhlen, Magmaröhren und von Menschen geschaffene Bergwerksstollen sehr gut mit den gängigen Modellen der Planetenentstehung vereinbaren.

Ob sich in einigen Höhlen auch Grey oder Reptiloide eingenistet haben, ist an dieser Stelle nicht von Belang. Mit Sicherheit leben aber keine Dinosaurier und erst recht keine Nazis auf der Innenseite der Erdkruste und lassen sich dort eine Miniatursonne auf den Kopf scheinen. Die Tatsache, dass es Menschen gibt, die an so etwas glauben, beweist lediglich die Theorie der hohlen Köpfe.

Den Gipfel der Hohlheit haben dabei einige Verschwörungstheoretiker erklommen, die allen Ernstes behaupten, dass wir alle tatsächlich auf der Innenseite der Erde leben und die Sterne am Nachthimmel in Wirklichkeit die Lichter von Städten auf der gegenüberliegenden Seite seien. In diesem Falle müssten die Sterne allerdings am Himmel fest stehen, statt sich durch die Erdrotation zu bewegen. Ebenso müsste die Sonne stets von jedem Standpunkt aus im Zenit stehen und obendrein müsste man am Horizont zu allen Seite die Wölbungen der Erdkruste nach oben sehen.

Aber wie eingangs erwähnt ist keine Behauptung zu krude, um nicht von irgendwelchen Deppen geglaubt zu werden. Es soll auch Leute geben, die ernsthaft an die Bielefeldverschwörung glauben und jeden, der schon mal persönlich in Bielefeld war, der Lüge bezichtigen. Selber würden sie natürlich nicht nach Bielefeld fahren, weil es das ihrer Meinung nach ja nicht gibt. Diesen Hohlbirnen könnte man auch etwas von rosa Einhörnern vom Jupiter erzählen, die Regenbögen pupsen.

Warum sollten wir uns nun mit solchem Stumpfsinn beschäftigen? Ganz einfach, um eine klare Trennlinie zwischen realen Verschwörungen, wahrscheinlichen Verschwörungstheorien und haunebüchenem Verschwörungsmüll zu ziehen. Diese Differenzierung ist wichtig, denn wer sie nicht vollzieht, vermischt alles miteinander und sorgt so dafür, dass die realen Verschwörungen von keinem vernunftbegabten Menschen mehr ernst genommen werden. Neben den vielen religiösen Fanatikern und esoterischen Wichtigtuern gibt es dabei auch gewiss den ein oder anderen bezahlten Desinformanten, der Fakten gezielt mit Fiktionen vermengt. All diesen Leuten muss das Handwerk gelegt werden!

Die Flat Earth Society – Kreationistische Hirnwäsche

von Shinzon

Über das Internet breiten sich neben sinnvollen und wichtigen Informationen leider auch die gröbsten Dummheiten aus. Eine der krudesten Hirnlosigkeiten ist dabei mit Abstand die Behauptung, die Erde sei in Wahrheit flach. Dieser Irrglaube ist vor allem in den USA verbreitet, findet jedoch zunehmend Anhänger in Deutschland und Osteuropa. In der Regel sind diese christliche Kreationisten, aber auch nichtreligiöse Verschwörungstheoretiker fallen immer öfter auf solchen Unfug herein. Es wird also Zeit, diesem besorgniserregenden Trend mit Fakten entgegen zu wirken.

Fangen wir am besten beim Ursprung an. Interessanterweise stammt die Theorie der flachen Erde nicht etwa aus dem christlichen Mittelalter, wie oft behauptet wird. Im Gegenteil war die Kugelgestalt der Erde von der römisch-katholischen Kirche längst anerkannt und lediglich über ihren Platz im Universum wurde noch gestritten. Ebenso ging schon der griechische Astronom Ptolemäus, auf dessen geozentrisches Weltbild sich die Kirche berief, von der Kugelgestalt der Erde aus.

Die Vorstellung der flachen Erde ist weitaus älter und war in antiken Kulturen wie der Mesopotamiens verbreitet. Zuletzt wurde sie von frühen griechischen Philosophen wie Anaximander und Hekataios vertreten. In dieser grauen Vorzeit hatte die Menschheit noch nicht den Wissensstand, den wir heute haben. Von daher ist es eine schlechte Idee, sich auf die Irrtümer primitiver Kulturen zu berufen, die noch nicht einmal die gesamte Welt kannten.

Eine ebenso schlechte Idee ist es, sich auf die Bibel zu stützen, wie es die kreationistischen Flacherdler gerne tun. Diese beinhaltet nämlich sehr widersprüchliche Angaben über die Gestalt der Erde. So herrscht im Alten Testament zwar teilweise noch das mesopotamische Weltbild vor, doch bereits im Buch Hiob ist unmissverständlich vom „Erdenrund“ die Rede. Damit stellt sich die vermeintlich wichtigste Quelle der Flacherdler gegen selbige.

Nun sollte man meinen, das Thema hätte sich damit erledigt, denn welche Quellen bleiben noch, wenn die heilige Schrift die Kugelgestalt der Erde unterstützt? Tatsächlich gibt es da nur die Werke des Briten Samuel Rowbotham (1816-1884), beginnend mit einem 16-seitigen Pamphlet aus dem Jahre 1849, welches einige sehr frei interpretierte Bibelpassagen enthält.

1865 erweiterte Rowbotham, der unter dem Pseudonym Parallax veröffentlichte, seine kruden Behauptungen auf ein 221-seitiges Buch mit dem Titel „Zetetic Astronomy: Earth Not a Globe“, welches in einer späteren Auflage von 1881 auf 430 Seiten anwuchs. In diesem Werk wurden u.a. Behauptungen aufgestellt, dass die Erde eine Scheibe mit dem Nordpol im Zentrum sei und die Sonne sich weniger als 4.000 Meilen über London befände. Natürlich beruht nichts davon auf wissenschaftlicher Nachforschung. Samuel Rowbotham, der bereits mit 9 Jahren die Schule abgebrochen hatte, saugte sich schlichtweg alles aus den Fingern und hat seine Phantasien anschließend als Wahrheit verkauft.

Die unseriösen Ideen des Samuel Rowbotham wären sicherlich längst vergessen worden, wenn seine Anhänger nicht die Universal Zetetic Society gegründet hätten, die weiterhin die Zeitschrift „The Earth Not a Globe Review“ herausgab. 1956 ging aus diesem Verein die Flat Earth Society hervor, die seitdem eine maßgebliche Triebfeder für die Verbreitung von Rowbothams Wahnvorstellungen ist.

Darüber hinaus wurden Rowbothams Ideen auch von der 1895 gegründeten Christian Catholic Apostolic Church übernommen und fanden so schon frühzeitig ihren Weg in die USA. Dank dem Vormarsch des Kreationismus sind die USA heute das Zentrum der flachen Erde. Die Flat Earth Society ist indes rund um den Globus vertreten, was nicht einer gewissen Ironie entbehrt.

Überhaupt könnte man glauben, dass die Theorie der flachen Erde im Zeitalter des globalen Reiseverkehrs nur als Satire gemeint sein kann. Dem ist leider nicht so und Flacherdler lassen auch nicht mit sich diskutieren. Sie ignorieren konsequent alle Beweise für die Kugelgestalt der Erde und sind keinen logischen Schlussfolgerungen zugänglich.

Zeigt man ihnen Satellitenbilder oder Aufnahmen der bemannten Raumfahrt, welche die Erde in ihrer Gänze zeigen, lehnen sie diese als angebliche Fälschungen ab. Lässt man selbst einen Wetterballon mit einer Kamera aufsteigen, um die Wölbung der Erde zu fotografieren, begründen die Flacherdler diese mit dem Fischaugeneffekt. Dass man für diesen Effekt auch ein extra Fischaugenobjektiv benötigt, geschenkt! Ja selbst das Auftauchen von Schiffen am Horizont, von denen man immer erst den Mast sieht, tun die Anhänger der flachen Erde als optische Täuschung ab.

Ein weiterer Beweis für die Kugelgestalt der Erde ist der Sonnenstand. Dieser ändert sich sowohl mit den Jahreszeiten als auch mit dem Abstand vom Äquator. Ersteres hat mit der Achsneigung der Erde zu tun und schon dieser Fakt bestätigt die Kugelgestalt der Erde. Mit dem unterschiedlichen Einfallwinkel des Sonnenlichts in Abhängigkeit zum Äquatorabstand lässt sich indes sogar der Erdumfang sehr präzise berechnen.

Die erste Messung wurde bereits im 3. Jahrhundert v.Z. durch Eratosthenes vorgenommen. Er wies nach, dass die Sonne, während sie in Syene (Südägypten) zur Sommersonnenwende mittags im Zenit stand, gleichzeitig in Alexandria 7° vom Zenit abwich. Mit dem Wissen um die ungefähre Entfernung beider Städte (ca. 850 km) konnte er den Erdumfang erstaunlich präzise berechnen. Inwieweit sie abweicht, lässt sich nicht genau sagen, da Eratosthenes‘ genaue Maßeinheit leider nicht überliefert ist. In jedem Falle hat er aber schon mehr als 2000 Jahre vor dem ersten Weltraumbild der Erde den Beweis für ihre Kugelgestalt erbracht.

Die Weltumseglungen von Ferdinand Magellan (1480-1521) und Francis Drake (1540-1596) im 16 Jahrhundert räumten schließlich die letzten Zweifel aus. Heute kann sich inzwischen jeder in ein Flugzeug setzen, die Welt umrunden und sich so selbst von der Kugelgestalt der Erde überzeugen. Ein Blick aus dem Flugzeug reicht dabei schon aus, um eine leichte Wölbung am Horizont zu erkennen.

Selbstverständlich haben die Flachschädel aber auch dafür eine Erklärung. Ihnen zufolge fliegen die Flugzeuge nämlich im Kreis, also einmal rund um den Nordpol im Zentrum der flachen Erde. Das hätte freilich schon einigen Piloten auffallen müssen, weshalb folgerichtig sämtliche Geräte wie der Bordkompass manipuliert sein müssen.

Wie aber erklären sich die Flachpfeifen, die unterschiedlichen Zeitzonen? Wenn die Erde flach wäre, müsste die Sonne überall zu gleichen Zeit auf- und untergehen. Dem ist aber nicht so! Wenn in Europa und Afrika Tag ist, herrscht auf der gegenüberliegenden Seite im Pazifik Nacht. Da wir inzwischen Echtzeitverbindungen rund um den Globus haben, kann dies jeder leicht mit einer Skype-Verbindung nachprüfen.

Doch welch Überraschung, die Flachzangen akzeptieren diesen Beweis ebenfalls nicht! Stattdessen behaupten sie, die Sonne kreise im Abstand von rund 4000 Meilen über der Erde einmal rund um den Nordpol. Allerdings würde das voraussetzen, dass sich ihr Licht wie ein Scheinwerferspot verhält, was definitiv nicht so ist. Außerdem müsste man die Sonne, wenn dieses Modell zuträfe, immer noch in der Ferne mit einem Fernglas ausmachen können. Denn wenn die Erde flach wäre, könnte die Sonne ja nirgendwohin verschwinden, außer hinter die Scheibe und dann wäre wiederum überall gleichzeitig Tag und Nacht.

Außerdem ist die Sonne viel weiter als 4.000 km von der Erde entfernt und damit auch viel größer. Anders ließen sich die Mond- und Venusphasen nicht erklären und diese kann jeder selbst nachvollziehen. Der Mond ist ein gutes Stichwort, denn bei ihm lassen sich nicht nur die Phasen mit bloßem Auge beobachten. Bei einer Mondfinsternis zeichnet sich außerdem der runde Erdschatten deutlich auf dem Mond ab. Doch halt, auch dafür haben die Flachköpfe eine Ausrede. Der Mond ist nämlich ein Hologramm! Dummerweise gibt es die Hologrammtechnologie noch nicht sehr lange, während der Mond und seine Phasen schon aus der Antike überliefert sind.

Des Weiteren erzeugt die Gravitation des Mondes die Gezeiten, die exakt mit dem Mond rund um die Erde laufen und damit ihre Kugelgestalt beweisen. Ein Hologramm hätte sicherlich nicht solche Auswirkungen. Was sagen die Flachhirne also dazu? Natürlich sind das nur Propagandalügen und die Gezeiten entstehen irgendwie anders. Vielleicht durch die Hand Gottes? Denkt euch was aus!

Nicht ausgedacht sind derweil die knallharten Fakten, welche die Astronomie liefert. So steht der Polarstern immer im Norden, während alle anderen Sterne über den Nachthimmel zu wandern scheinen, was natürlich an der Erdrotation liegt. Wer schon einmal den Sternenhimmel mit einer Langzeitbelichtung fotografiert hat, kann dieses scheinbare Kreisen ferner Sonnen um den Polarstern eindrucksvoll nachweisen.

Wäre die Erde nun eine Scheibe, müssten auch an ihren Rändern, also im Süden, alle Sterne um den Polarstern kreisen. Dem ist jedoch nicht so! Auf der Südhalbkugel ist der Polarstern nicht einmal zu sehen und die restlichen Sterne kreisen stattdessen um Sigma Octantis. Zudem sind Sternbilder wie das Kreuz des Südens und die Magellanschen Wolken ausschließlich auf der Südhalbkugel zu sehen, während nördliche Sternbilder nur auf der Nordhalbkugel zu sehen sind. Abhängig von der jahreszeitlichen Achsneigung wandern einige Sternbilder obendrein und sind von einem Standpunkt aus betrachtet nur zu bestimmten Zeiten sichtbar.

All diese Beobachtungen lassen nur den Schluss zu, dass die Erde eine Kugel ist, wenn auch keine perfekte. Das schöne dabei ist, dass jeder die Beobachtungen mit bloßem Auge machen kann. Die Anhänger der flachen Erde verweigern jedoch strikt, das Offensichtliche anzuerkennen. Stattdessen behaupten sie einfach, dass das Weltall eine Erfindung der NASA sei und gar nicht existiere. Einfach die Augen schließen und schon ist es weg!

„Wanderer am Weltrand“ von Camille Flammarion (1888)

Es ist wirklich egal, welches Argument man aufführt, Menschen ohne logisches Denkvermögen sind schlichtweg unfähig, rationale Informationen zu verarbeiten. Für die Flacherdler ist alles Lüge und Täuschung und überhaupt würde die Mehrheit der Weltbevölkerung nur das glauben, was in Lehrbüchern steht. Das liegt vielleicht daran, dass nicht alles, was in Lehrbüchern steht, eine Propagandalüge ist.

Ja, die herrschende Elite belügt uns, vor allem wenn es um Kriege, das Geldsystem und die aktuelle Tagespolitik geht. Doch warum werden wir belogen? Weil sich die Herrschenden dadurch einen Vorteil versprechen, allen voran die Durchsetzung ihrer Machtinteressen. Nun stellt sich die Frage, inwiefern es dem Machterhalt der Elite förderlich sein könnte, wenn sie uns über die Gestalt der Erde belügen würde? Wo läge da der Nutzen? Das wäre in etwa so, als würde die Herrschaftselite uns belügen, wenn sie sagt, dass wir Sauerstoff zum Atmen brauchen. Wer glaubt, dass das nicht stimmt, kann ja gerne mal die Luft für eine Stunde anhalten, dann wäre die Welt um ein paar Schwachköpfe erleichtert.

Es macht absolut keinen Sinn, uns bezüglich des Erscheinungsbildes unserer Welt zu belügen. Jeder kann die Kugelgestalt der Erde mittels eigener Nachforschungen erfassen und logisch begründen. Mit einem Teleskop kann zudem jeder die Kugelgestalt der anderen Planeten unseres Sonnensystems deutlich erkennen. Warum sollte die Erde in eklatanter Weise davon abweichen? Wirklich jeder braucht nur die Augen aufzumachen, um die Wahrheit zu sehen. Die Anhänger der flachen Erde schließen ihre Augen jedoch und meinen, sie so viel besser und klarer sehen zu können.

Einstein sagte einst, dass es nur zwei Dinge gibt, die grenzenlos sind: Das Universum und die menschliche Dummheit. Beim Universum war sich Einstein allerdings nicht sicher, wohingegen für letzteres die Flacherdler den ultimativen Beweis darstellen. Denn wenn ihnen die Argumente ausgehen, wird aus einem Teleskop plötzlich eine Erfindung des Teufels, die uns Dinge sehen lässt, die gar nicht da sind. Und wer den Mars oder die Venus mit bloßen Augen erkennt, ist ebenfalls Opfer einer satanischen Sinnestäuschung.

Keine Behauptung ist zu blöde, um nicht von den Flachwichsern angeführt zu werden. Sie selbst bleiben der Welt dabei jeglichen Beweis für ihre Theorie der flachen Erde schuldig. Denn wenn die Erde wirklich flach wäre, hätte schon längst irgendwer ihren Rand entdeckt haben müssen. Im Prinzip müsste es sogar ausreichen, auf einen genügend hohen Berg zu klettern, dann müsste man den Rand mit einem ausreichend starken Teleskop sehen können. Dem ist aber nicht so!

Wie genau der Rand aussehen soll, darüber gibt es ebenfalls unterschiedliche Auffassungen. In der Antike glaubte man, die bekannte Welt sei von einem ringförmigen Ozean umgeben. Wäre dies der Fall, so wären die Weltmeere schon längst ins Nichts abgeflossen oder sie wären inzwischen „Wasser für die Elefanten“ aus den Scheibenwelt-Romanen von Tarry Pratchett.

Zumindest darüber hat sich die Flat Earth Society Gedanken gemacht und behauptet, dass die Antarktis einen Ring um die Erdscheibe bildet. Doch warum ist die Erde dann nicht nur am Rand, sondern auch im Mittelpunkt am kältesten? Bei den Polen einer runden Erde stellt sich diese Frage nicht. Gleiches gilt für die Entstehung der Erde. Wenn Materie sich zusammenklumpt, ist eine annähernde Kugelform nur logisch, da Gravitation in jede Richtung nach unten wirkt. Wie sollte jedoch eine Scheibe entstehen? Aber lassen wir das! Zum Glauben an die flache Erde gelangt man schließlich nicht durch Beweise oder logisches Denken, sondern einzig durch billige Youtube-Videos mit lächerlichen Animationen.

Bedauerlicherweise fühlen sich gerade Wahrheitssuchende zunehmend von solchen Beiträgen angesprochen. Das mag daran liegen, dass viele Protagonisten der Bewegung ihr Publikum mit völlig anderen Themen anlocken. Auf ein inhaltlich korrektes Video über den Zustand der Gesellschaft oder den Einfluss satanistischer Geheimbünde folgt immer öfter pure Desinformation, mit der die Wissenschaftsgemeinde pauschal diffamiert werden soll. Im Prinzip werden damit aber nur Wahrheitssuchende in die Irre geführt und der Lächerlichkeit preisgegeben.

Die Anhänger der flachen Erde stehen dabei wie keine andere Gruppe sinnbildlich für den geistigen Niedergang der Menschheit. Nicht einmal der Stuss, der rund um die Uhr auf RTL II läuft, kommt auch nur ansatzweise an die Blödheit der Flat Earth Society heran. Es stellt sich abschließend die Frage, ob es sich ebenso wie bei RTL II um einen gezielten Angriff auf die Gehirne handelt oder die Verfechter der flachen Erde selbst an den Bullshit glauben, den sie verbreiten?