Skyline – Hirnlos im Weltraum

von Shinzon

Bereits der Trailer zu „Skyline“ war absolut alptraumhaft und versprach einen weiteren Invasionsfilm vom Schlage „Krieg der Welten“. Alptraumhaft sollte der Kinobesuch dann auch tatsächlich werden – allerdings im Sinne von alptraumhaft schlecht.

Überraschend ist, dass der Film gleich in die Vollen geht und mit dem Abfeuern blauer Lichtstrahlen auf die Erde beginnt. Project Blue Beam lässt grüßen, aber dazu später mehr. Für die Einführung der Charaktere bleibt nicht viel Zeit und man wird sogleich mit ihrem Ableben konfrontiert. Wie Motten von blauem Licht angezogen, werden sie ins UFO gezogen. Doch halt! Genau an dem Punkt, wo es spannend wird, kommt eine Rückblende und man wird durch die vergangenen 15 Stunden geführt, was sich ähnlich langweilig gestaltet, wie der Einstieg von „Cloverfield“.

Die Charaktere werden doch noch vorgestellt, obwohl man nun schon weiß, was ihnen blüht und sämtliche Spannung damit futsch ist. Allerdings alles halb so schlimm, da die Hauptcharaktere sehr flach gehalten sind. Dass das Geburtstagkind am darauf folgenden Tag sogleich seinen Todestag feiert, reißt einen herzlich wenig mit, da es sich um einen oberflächlichen, reichen Schnösel handelt, der obendrein seine Freundin betrügt.

Noch dümmer als die Partygäste gestalten sich jedoch die Aliens. Die fliegen nämlich total hirnlos durchs Weltall, auf der Suche nach grauen Zellen für ihre offensichtlich hohlen Köpfe. Es wäre besser gewesen, wenn sie die irdischen Ressourcen hätten plündern oder uns hätten versklaven wollen. Selbst wenn sie, wie die Vidianer aus „Star Trek – Voyager“, unsere Organe hätten ernten wollen, wäre es noch glaubhaft gewesen.

Aber wenn sie schon unsere Hirne ernten, dann doch wenigstens, um unser Wissen zu assimilieren. Eine Hirntransplantation macht dagegen wenig Sinn, da das Gehirn die Persönlichkeit und Erinnerungen einer Person speichert. Außerdem fragt man sich, wie die Aliens sich ohne eigene Gehirne überhaupt so weit entwickeln und zur Erde fliegen konnten? Das macht überhaupt keinen Sinn. Für echte Außerirdische würde es nur dann Sinn machen, den Menschen die Hirne zu klauen, wenn sie sich von Dummheit ernähren und da könnten sie gleich mit den Drehbuchautoren anfangen.

Wenn man die Hirne wenigstens realistisch dargestellt hätte, wäre aus dem Film immerhin noch ein ekliger Horrortrip geworden. Doch die Hirne sehen computergeneriert aus und leuchten dazu noch blau bzw. rot. Sie wirken wie eine moderne Beleuchtungseinrichtung, womit auch das letzte bisschen Glaubwürdigkeit dahin ist. Das Ende könnte sogar gänzlich aus einem Egoshooter entlehnt sein und lässt jeglichen Realismus vermissen.

Was hat der Film sonst noch zu bieten? Ach ja, eine Luftschlacht zwischen dem Mutterschiff und den US-Luftstreitkräften. Das wirkt nicht nur wie ein Werbespot für die neuste Drohnentechnologie, sondern ist in der Tat nichts anderes als das. In Anbetracht dessen, dass mit solchen unbemannten Drohnen derzeit ganze Dörfer in Pakistan ausgelöscht werden und eben keine fiesen Alieninvasoren, lässt „Skyline“ weiterhin in keinem guten Licht dastehen.

Und nur so nebenbei, eine Atomexplosion verursacht einen elektromagnetischen Impuls, der sämtliche Technologie lahm legt. Als das fremde Raumschiff nach seinem Abschuss wieder aufsteigt und sich selbst repariert, ist der Gipfel der Unglaubwürdigkeit erreicht. Mit einem Schutzschild wie in „Independence Day“ hätte man ja noch leben können, aber zu sehen, wie ein total geschrottetes Raumschiff wieder zum Leben erwacht, ist einfach lächerlich.

Es fragt sich, was dieser Film überhaupt bezwecken soll. Im Prinzip ist er nichts als Panikmache und im Gegensatz zu „Independence Day“ und „Krieg der Welten“ bringt er das Thema nicht einmal annähernd glaubhaft rüber. Da hilft auch die Erwähnung von Stephen Hawkings Warnung im Trailer wenig, denn Hawkings Xenophobie baut auf keinerlei empirischen Daten auf, was für einen Physiker von seinem Schlage schon erschreckend ist.

Die Kinobesucher werden mit „Skyline“ und anderen Filmen dieser Art auf Invasionsängste konditioniert, die keinerlei glaubhafte Grundlage besitzen. Die Anspielungen auf Project Blue Beam lassen dabei nichts Gutes erahnen. Es mehren sich bereits die Gerüchte und Aussagen von Whistleblowern, laut denen ein außerirdisches Feindbild aufgebaut werden soll, um neue Rüstungsausgaben, insbesondere für Weltraumwaffen, sowie politische Forderungen nach mehr Überwachung durchzusetzen. Bestätigt wird dies indirekt durch diverse Äußerungen bekannter Politiker wie Hillary Clinton oder Ronald Reagan, die bereits eine außerirdische Bedrohung herbeiphantasierten.

Die Hologrammtechnologie könnte bei diesen Plänen eine besondere Rolle spielen. Sie ist inzwischen ausgereift genug, um UFO-Erscheinungen mittels HAARP oder orbitalen Laserplattformen an den Himmel zu projizieren und damit ein Invasionspektakel zu inszenieren. Man erinnere sich nur an die Himmelspirale über Norwegen sowie zahlreiche UFO-Wolken, u.a. bei Moskau, die 2009 beobachtet werden konnten. Das ist allerdings gar nicht mal so neu, wurde die Stationierung des entsprechenden Equipments doch bereits in den 1980ern von Ronald Reagan vorangetrieben. Das nannte sich damals „Star Wars Programm“ – kein Witz!

Hinzu kommt der ganze 2012-Hype, der ebenfalls der Konditionierung dient. Da ist u.a. die Rede vom Weltuntergang, möglicherweise durch eine außerirdische Bedrohung. Man denke in diesem Zusammenhang nur an von Dänikens „Rückkehr der Maya-Götter“. Dumm nur, dass der Maya-Kalender gar nicht abläuft, sondern lediglich von vorn beginnt und das wohl erst im Jahre 2220 und nicht 2012. Die teils irrsinnigen Theorien von einem Aufstieg der Erde in die 5. Dimension oder einem Bewusstseinssprung der Menschheit gehen ebenso in eine esoterische Richtung und entbehren jeder Vernunft.

Es werden 2012 weder finstere Invasoren, noch aufgestiegene Meister die Erde besuchen. Also Finger weg von Weltuntergangssekten und New Age-Religionen. Und sollte Project Blue Beam tatsächlich in die Tat umgesetzt werden, sollten wir bereit sein, alles zu hinterfragen, was sich an unserem Himmel abspielt.

(Dieser Artikel erschien 2011 in der „Incomming Message“)

„Skyline“-Trailer

Himmelsspirale über Norwegen, Dezember 2009

UFO-Wolke über Moskau, 7. Oktober 2009

Ein Kommentar zu “Skyline – Hirnlos im Weltraum

  1. Pingback: Übersicht: Blue Beam-Konditionierung | Zombiewood Productions

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