Ruhm durch Erniedrigung – Männer in Frauenkleidern

von Shinzon

Gleich vorweg: Dieser Artikel ist weder schwulen- noch transvestitenfeindlich. Es geht um ein verbreitetes Hollywoodritual, welches keinen direkten Bezug zu Homosexualität hat. Es sollte sich also niemand abgeschreckt fühlen, an dieser Stelle weiter zu lesen.

Worum geht nun beim Mann im Frauenkleid? Es handelt sich im Kern um eine Art Aufnahmeritual, welches mit jenen okkulter Geheimgesellschaften vergleichbar ist. Bei Skull & Bones ist es z.B. üblich, dass Anwärter sich in Särge legen und masturbieren müssen. Es gibt natürlich noch weitaus abartigere Rituale, wobei das Ganze im Satanismus gipfelt, welcher rituellen Kindesmissbrauch, Menschenopfer und Kannibalismus mit einschließt.

Es gibt zwei Gründe für derartige Rituale. Zum einen werden Neueinsteiger in peinliche Situationen gebracht bzw. sogar in Verbrechen involviert. Das macht sie erpressbar und sichert so ihre Loyalität. Z.B. werden aufsteigenden Stars bewusst Drogen angeboten, die sie so lange ungehindert einwerfen können, bis sie aus dem Teufelskreis ausbrechen wollen oder zu eigenmächtig werden. In dem Falle hetzt man ihnen Polizei und Paparazzia auf den Hals und schon sind stehen sie wegen illegalem Drogenbesitz vor Gericht. Dasselbe funktioniert auch mit Sex, wie im Falle Silvio Berlusconi.

Nun stehen die Stars mit ihren Frauenkleidrollen jedoch von Beginn an in der Öffentlichkeit, was eine Erpressbarkeit mit diesem Ritual ausschließt. Hier greift der zweite Grund, der eng an das freimaurerische Sprichwort „Durch das Raue zu den Sternen“ anknüpft. Um ein Star zu werden, muss man sich erst einmal durch den Dreck ziehen lassen. Oder mit anderen Worten: Um ein Hammer zu werden, muss man erst einmal der Amboss sein.

Ähnliche Karriereleitern gibt es bei Burschenschaften und beim Militär. Als Burschenschafter wird man ebenfalls erst einmal gequält, bis man zu den alten Herren gehört und seinen Frust an der nächsten Generation ablassen kann. Beim Militär häufen sich dagegen die Skandale um Misshandlungen neuer Rekruten. Wenn so etwas ans Licht kommt, löst es in der Regel große Empörung in der Bevölkerung aus. Hollywood verkauft uns die Erniedrigung aufstrebender Stars dagegen ganz offen als Unterhaltung.

Einer der ersten Filme, welche das Frauenkleidritual einführten, war „Tootsie“ aus dem Jahr 1982. Damals musste sich Dustin Hoffman die Blöße geben. Man beachte, dass es hier eine Doppelbedeutung gibt, denn Hoffmann mimt nicht nur eine Klischeetunte, sondern stellt die Lady in Rot dar. Auf diese Symbolik werden später noch näher eingehen.

Ein weiterer bekannter Streifen war „Mrs. Doubtfire“ aus dem Jahr 1993. Dies war der große Karrieredurchbruch für Robin Williams.

Im Jahr 2000 schnitt man diese unsinnige Story auf ein schwarzes Publikum zu. In „Big Mama’s House“ ging man Martin Lawrence an die Wäsche. Übrigens wieder eine Lady in Rot.

Dieser Film war beim Publikum so erfolgreich, dass er 2006 und 2011 zwei Fortsetzungen bekam. In „Big Mama’s House – Die doppelte Portion“ initiierte man dabei gleich noch den Nachwuchsschauspieler Brandon T. Jackson.

2004 gab es dann noch die „White Chicks“ mit Shawn und Marlon Wayans. Dieser wertet nicht nur die beiden männlichen Hauptdarsteller ab, sondern generell alle Frauen, indem sie als „Chicks“ bezeichnet werden. Sexistisch, wie Hollywood nun mal ist, werden sie auch prompt Opfer von Sexismus der untersten Schublade. Die beiden Herren wehren sich zwar dagegen, dennoch unterstellt die folgende Szene, dass es normal sei, in Frauen seelenlose Sexobjekte zu sehen und die Machos werden nur deshalb abserviert, weil es sich bei den beiden ja eigentlich um Männer handelt.

Wie sich anhand dieser Beispiele zeigt, geht es nicht einmal ansatzweise um die Akzeptanz von Homosexualität. Weder die Schauspieler, noch ihre Rollen sind schwul. Es geht nicht einmal um Transvestiten, sondern um haarsträubende Plots, die konstruiert wurden, um männliche Darsteller in Frauenkleider zu stecken. Dabei ergeben sich einige Fremdschämszenen, bei denen es schon regelrecht schmerzt, hinzusehen. Wenn sich bereits das Publikum schämt, bekommt man schnell eine Vorstellung, wie sich die Stars vor der Kamera gefühlt haben müssen. Aber was tut man nicht alles, um reich und berühmt zu werden?

Abschließend sollte hier noch ein Vergleich zu einem Film gezogen werden, der sich tatsächlich um die Akzeptanz von Homosexualität bemüht. „Milk“ ist die filmische Umsetzung des Lebens von Harvey Milk, einem Republikaner, der sich als erster Politiker offen zu seiner Homosexualität bekannte. Für diese Rolle musste Jean Penn Anzug und Krawatte tragen und keine Frauenkleider. Dass Schwule auf rosa Tutus stehen ist nämlich nichts weiter als ein dämliches Klischee.

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