Papa Razzi zieht sich zurück

von Shinzon

Seit rund 700 Jahren wurde keine Papstrente mehr ausgezahlt, da seither alle Päpste bis zum Tod regierten. Nun trat Benedikt XVI überraschend von seinem Amt zurück.

Sonnenkult und allsehendes Auge

Sonnenkult und allsehendes Auge

Für die Medien ist das die Story des Jahres und dabei hat das Jahr gerade erst angefangen. Bei Maischberger und Co. gibt es eigene Themenabende zum Papstrücktritt, bei denen sich alle Welt das Maul über ein solch banales Ereignis zerreißt. Menschen, die sich selbst für wichtig halten – so genannte Meinungsmacher – debattieren über die Gründe des Rücktritts und welch großartige Figur der Weltgeschichte Papa Razzi doch angeblich sei. Wichtig war er insbesondere für die neue Weltordnung, die er offen propagierte.

Bei alledem fehlt erwartungsgemäß jegliche Kritik. Denn der ehemalige Hitlerjunge Ratzinger stand auch später noch dem ein oder anderen faschistischen Diktator nahe. Als Präfekt der Glaubenskongregation lieferte er z.B. Befreiungstheologen an die Messer lateinamerikanischer Militärjuntas aus. Nächstenliebe gilt halt nur für diejenigen Glaubensbrüder, die dem Kommunismus abschwören. Also keine Nächstenliebe für Jesus, der seinerzeit die Hehler aus dem Tempel von Jerusalem warf und heute sicherlich auch mit der korrupten Vatikanbank aufgeräumt und die P2-Loge vor die Tür gesetzt hätte.

Doch kommen wir noch einmal zurück auf die Glaubenskongregation. Dies ist die Nachfolgeorganisation der heiligen Inquisition. Diese ist inzwischen zwar davon abgekommen, Menschen lebendig zu verbrennen, doch wie gesagt hat sie kein Problem damit, Befreiungstheologen an Diktatoren auszuliefern. Das Ergebnis ist in beiden Fällen tödlich.

Nebenbei hat Papa Razzi sich noch schützend hinter Antisemiten und Holocaustleugner wie Bischof Richard Williamson gestellt und räumte die Fälle von Kindesmissbrauch nur widerwillig ein, da dies immerhin bedeutete, den Imageschaden zu bestätigen. Legendär sind weiterhin seine krankhafte Homophobie und sein erbitterter Antikommunismus. Die Gleichstellung aller Menschen lehnt der Vatikan natürlich strikt ab und was die Homosexualität angeht, ist man noch nicht auf den Gedanken gekommen, dass wenn es einen Gott gibt, dieser die Homosexualität folgerichtig hätte erfunden haben müssen.

Nun ja, solch verbohrtes Denken ist andererseits aber auch nicht verwunderlich, wenn man als von Menschen ernannter Stellvertreter Gottes auf Erden (ein klarer Fall von Amtsanmaßung) einem Altherrenclub entstammt, der sich seiner eigenen Sexualität schämt und der Welt ein Zölibat vorgaukelt. Dabei weiß doch die halbe Welt schon längst, dass die Nutten beiderlei Geschlechts im Vatikan ein und aus gehen.

Wie man es auch dreht und wendet, man muss diesem Popen keine Träne nachweinen, zumal er ja ohnehin noch am Leben ist. Man muss sich dagegen eher wundern, dass einem die Massenmedien immer Angst von einem islamischen Gottesstaat machen, während der letzte verbliebene christliche Gottesstaat – der Vatikan – trotz seiner Machenschaften stets in ein positives Licht gerückt wird.

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