Contact – Die Jenseitsflugmaschine

von Shinzon

Augenscheinlich handelt es sich bei „Contact“ aus dem Jahr 1997 um ein Erstkontaktszenario mit einer außerirdischen Spezies. In der Verfilmung eines Carl Sagan-Romans von 1985 empfängt SETI ein Signal von der Wega. Dank dem superreichen Industriemagnaten S.R. Hadden (John Hurt) gelingt schließlich die Entschlüsselung und rein zufällig liefern Haddens Unternehmen auch gleich die Bauteile für die in der außerirdischen Nachricht beschriebene Reiseapparatur. So weit die augenscheinliche Handlung.

Der Film beginnt mit der Kindheit von Ellie Arroway, die mit ihrem Vater dem Hobbyfunk nachgeht. Dabei erreichen die beiden immer fernere Ziele. Schließlich fragt die Kleine, ob sie auch ihre verstorbene Mutter erreichen könne. Als kurz darauf auch ihr Vater stirbt, entschließt sich Ellie, ihr Leben der Kontaktaufnahme mit Verstorbenen zu widmen. Die Suche nach außerirdischen Signalen ist lediglich ein Vorwand, denn eigentlich handelt der Film von Transkommunikation.

So verwundert es auch nicht, dass die SETI-Einrichtung, in der die nunmehr erwachsene Ellie (Jodie Foster) das erste außerirdische Signal auffängt, einen freimaurerischen Schachbrettboden hat. Zur Erinnerung: Schachbrettmuster können auch für einen Dimensionsübergang stehen und die Wega befindet sich in unserer Realität. Die Aussage mag daher ein wenig versteckt sein, aber offenbar kommen die Signale aus einer anderen Realitätsebene.

„Contact“ (1997)

Die vermeintlich außerirdische Botschaft hat natürlich einen fatalen Effekt auf die irdische Gesellschaft. Christliche Fundamentalisten beschimpfen Ellie Arroway aufs Übelste und verdammen die Wissenschaft wie zuletzt im finsteren Mittelalter. Als es darum geht, wer zur Wega geschickt werden soll, wird Ellie zu ihrer religiösen Einstellung befragt. Sie outet sich als Atheistin, woraufhin sie aus dem Rennen fällt.

Zumindest dieser Teil des Films ist sehr realistisch dargestellt. Obgleich davon auszugehen ist, dass eine außerirdische Kultur nicht christlich und wahrscheinlich sogar überhaupt nicht religiös ist, würden die Amerikaner darauf bestehen, einen Missionar zu schicken.

Auch der Hass der verblendeten Fundamentalisten auf die Wissenschaft hat einen sehr realen Hintergrund. Egal wie viele Fakten und Beweise man solchen verbohrten Extremisten vorzeigt, sie lassen sich nicht überzeugen. Manche glauben sogar noch, dass die Erde eine Scheibe sei („Flat Earth Society“). Dummheit kennt keine Grenzen, was im Film dazu führt, dass ein christlicher Selbstmordattentäter den ersten Versuch der Kontaktaufnahme von Seiten der Erde mit einem Terroranschlag vereitelt.

Wenn man sich ansieht, wie viele Fundamentalisten heutzutage nicht nur im Internet unterwegs sind und die Existenz außerirdischer Spezies abstreiten, während sie das UFO-Phänomen gänzlich der Dämonologie zuordnen, ist es durchaus vorstellbar, dass solche Extremisten zum Mittel des Terrors greifen würden, um jeden offiziellen Kontakt zu unterbinden. Zu „Contact“ gibt es bereits einige fundamentalistische Kritiken, die den Film wegen seiner atheistischen Botschaft niedermachen und ihn als Beweis deuten, dass Aliens Dämonen sind.

Doch nur, weil es im Film offensichtlich um eine extradimensionale statt eine außerirdische Botschaft geht, bedeutet dies nicht, dass in der Realität alle Außerirdischen finstere Kreaturen aus der Hölle sind. Solche Behauptungen sind an Schwachsinn nicht zu überbieten und entbehren jeder faktischen Grundlage.

Nichtsdestotrotz haben wir es im Film nicht mit einer Kontaktaufnahme zu physischen Bewohnern des Wega-Systems zu tun. Dies wird am Ende des Films offensichtlich, in dem Ellie die Reise ins Jenseits antritt. Die Parallelen zu Nahtoderfahrungen sind dabei nicht zu leugnen. Die Reise beginnt mit einem hellen Licht und endet in einer Traumwelt, in der Ellie ihrem verstorbenen Vater begegnet. Natürlich ist es nicht ihr richtiger Vater, sondern ein extradimensionaler Alien, welcher sich dieser Scharade bedient.

Hier stellt sich nun wirklich die Frage, warum sich die Fremden nicht so zeigen, wie sie sind? In der Realität können Entführungsopfer sicherlich ein Lied davon singen, wie die Grey sich als Verstorbene, als Tiere oder gar als religiöse Figuren maskieren. Die ehrliche Art ist das selbstverständlich nicht und wer sich tarnt, hat in der Regel etwas zu verbergen.

Ob hier jedoch reale Alienerlebnisse Pate standen oder der Alienplot aus dramaturgischen Gründen mit dem Thema Nahtoderfahrung vermischt wurde, lässt sich nur schwer beurteilen. Das Licht, die unfassbare Schönheit sowie die Begegnung mit verstorbenen Verwandten hat jedenfalls mehr von einer Nahtoderfahrung als von einer Begegnung der 3. Art. Zusammen mit den Transkommunikationswünschen zu Beginn des Films ergibt sich da ein recht einheitliches Bild.

Als letzter Faktor kommt hinzu, dass Ellies Reise in der Kugel 18 Stunden gedauert hat, während auf der Erde nur eine Millisekunde vergangen ist. Zwar ist Zeit relativ und verläuft überall im Universum – abhängig von Gravitation und Geschwindigkeit – unterschiedlich. Dass eine Millisekunde auf der Erde jedoch 18 Stunden auf einem erdähnlichen Planeten bedeuten, ist jedoch eher unwahrscheinlich.

Das Jenseits hingegen ist eine Dimension, in der unser lineares Verständnis von Zeit außer Kraft gesetzt ist. Die Maschine, mit der Ellie Arroway in „Contact“ reist, ist kein Raumschiff, sondern, wenn man so will, eine „Jenseitsflugmaschine“.

Fazit: Zu den positiven Seiten von „Contact“ zählt auf jeden Fall die positive Darstellung des Atheismus. Einen solchen Film im teils sehr christlichen Amerika zu drehen ist zweifelsohne mutig. Man kann dabei nicht einmal die Satanismuskarte ausspielen, da eine Teufelsanbetung den Glauben an Gott voraussetzt. Dennoch findet man in „Contact“, wie in beinahe jedem anderen Film auch, die üblichen Freimaurersymbole.

Der Atheismus ist daher nicht die okkulte Aussage in diesem Film, auch wenn viele Christen sich höllisch darüber aufregen werden. Die esoterischen Kernbotschaften von „Contact“ sind die Transkommunikation sowie das Jenseitsreisen. Dabei sind Nahtoderfahrungen an sich nicht esoterisch, sondern nur der Wunsch einiger Geheimgesellschaften, im materiellen Zustand mit dem Jenseits in Kontakt zu treten, um sich dadurch irdische Vorteile zu verschaffen.

Trailer:

Vortrag von Robert Fleischer über Transkommunikation.

2 Kommentare zu “Contact – Die Jenseitsflugmaschine

  1. Bei aller Deiner Begeisterung für atheistische Gottesleugnung, solltest Du doch in Deinen Recherchen schon mitbekommen haben, daß das Realitätskonzept der Freimaurerei in keinster Weise atheistisch, sondern deistisch ist. Kurz gefaßt: In ihr ist Luzifer der Gute und Gott der Bösewicht. Im dialektischen Sinne ist Teil dieses deistischen Konzepts, atheistischen Firlefanz der Masse zu predigen, weil nur so eine Abkehr der (eh nicht einsichtsfähigen, sondern zu manipulierenden) Masse von Gott erfolgen kann. Die antichristlichen Ausfälle in deren manipulativen HolyWood Sendungen sind dabei Teil der Programmierung der Masse.
    Richtig ist, daß mit den Außerirdischen in Wahrheit „spirits aus anderen Sphären“ gemeint sind. Nach christlicher Auffassung sind diese -aus freimaurerischer Sicht immer wertfrei „spirits“ genannten- Geister Dämonen, also gefallene Engel im Dienste Luzifers. Moslems sind da mit ihrem Jinn Konzept toleranter, Jinns können auch positiv auf unsere diesseitige Matrix einwirken ähnlich der katholischen Schutzgeister. Schutzgeister ruft man als Katholik allerdings ausschließlich durch ein inniges Gebet an, nicht durch (schwarz)magische Praktiken, wie es bei Moslems, Freimaurern, Sixs und Hindus der Fall ist.

    • Was die Freimaurer angeht, so geben wir die vollkommen recht. Allerdings sind das auch nur deren Glaubenssätze.

      Was die Aliens betrifft, so gibt es da alles Mögliche. Es gibt sowohl physische Außerirdische von anderen Planeten als auch Extradimensionale. Und in allen Dimensionen gibt es positive und negative Wesen, so wie es auch nette und fiese Menschen gibt.

      Die meisten Wesen werden sich wohl entweder über uns amüsieren oder traurig auf uns herabschauen. Die Möglichkeit, dass es Wesen gibt, die uns über Geheimgesellschaften manipulieren, kann ebenfalls nicht ausgeschlossen werden. Die Vorstellung eines Kampfes Satan gegen Gott ist jedoch eine rein menschliche Vorstellung. Es ist eher ein Konflikt zwischen liebevollem Geben und egoistischem Nehmen.

      Und da spielen Nahtoderfahrungen eine große Rolle. Rückblickend auf das Leben stellen wir fest, dass wir immer dann am glücklichsten Waren, wenn wir für andere da waren. Auf der anderen Seite haben wir mit jeder schlechten Tat nicht nur anderen, sondern auch uns selbst geschadet. Diese Erkenntnis ist der eigentliche Schlüssel für eine bessere Gesellschaft und den Sieg über die negativen Geheimbünde.

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