Grey-Propaganda in Film und Fernsehen

Ein Film, der wie kein anderer die Grey verniedlicht, ist „Paul – Ein Alien auf der Flucht“ (2011).

Zugegeben, der Film ist witzig und die Insidergags sind einfach genial. Die beiden Sci Fi Nerds (Simon Pegg & Nick Frost), die plötzlich mit einem echten Alien konfrontiert werden, sind sympathisch, während die Schattenregierung entsprechend finster dargestellt wird. Die Darstellung des Grey-Alien Paul ist dagegen der Punkt, an dem die Konditionierung beginnt. Paul wird als Opfer des Militärs dargestellt. Er ist nett, teilweise auch frech und witzig. Unnötig zu erwähnen, dass die realen Grey das genaue Gegenteil sind und mit dem US-Militär paktieren.

Interessant ist außerdem, dass Paul einer christlichen Fundamentalistin eine telepathische Gehirnwäsche verpasst, nach der sie vom Glauben abfällt. Zwar lehnen wir religiösen Fundamentalismus ab und vertreten ein wissenschaftliches Weltbild. Dennoch ist es ziemlich offensichtlich, welch luziferische Agenda hier bedient wird. Die Grey sollen nicht nur unsere Freunde werden, sondern bringen uns obendrein noch die Erleuchtung.

Paul Alien

Roger aus „American Dad“ ist Paul nicht ganz unähnlich, wenn auch um einiges ungehobelter. Obwohl er sämtliche negativen Eigenschaften wie Egoismus, Hinterhältigkeit, Alkoholismus und Drogenabhängigkeit in sich vereint, entwickelt man zwangsläufig immer wieder Sympathien für ihn. In einer Episode steigt Roger sogar zum Diktator eines lateinamerikanischen Landes auf und seine Bisexualität benutzt er, um Menschen beiderlei Geschlechts emotional auszubeuten.

Roger Diktator

Roger Area 51

Kommen wir nun zu den etwas realistischeren Darstellungen. Ihren ersten Auftritt haben die Grey in Steven Spielbergs „Unheimliche Begegnung der dritten Art“ (1977), in dem auch gleich Entführte auf die Erde zurückgebracht werden. Es wird ja oft behauptet, Hollywood würde unsere Vorstellung von den kleinen Grauen prägen, weshalb diese am häufigsten gesehen werden. Es ist jedoch genau umgekehrt. Weil die Grey am häufigsten gesehen werden und sich Hollywood an Zeugenberichten orientiert, wimmelt es in Filmen von diesen Aliens. In „Unheimliche Begegnung der dritten Art“ hat sogar der wissenschaftliche Berater Dr. J. Allen Hynek (1910-1986), welcher das staatliche Project Blue Book leitete, einen Cameo- Auftritt.

Unheimliche Grey

Die Miniserie „Intruders“ (1992) basiert indes auf über 600 Entführungsberichten, die der amerikanische Forscher Bud Hopkins (1931-2011) zusammengetragen hat. Die Serie kommt der Realität daher am nächsten und geht bis in die kleinsten Details der Entführungsberichte. Es wir dabei offensichtlich, dass die Grey eine Hybridrasse züchten. Das Fazit, dass sie „nichts Teufliches“ planen, ist jedoch ziemlich naiv.

Bedroom Visitor

Als wahrer Überraschungshit entpuppt sich „Extraterrestrials“ (2014). Die Grey kommen ihren realen Vorbildern darin nicht nur optisch ziemlich nahe. Es geht um Entführungen sowie einen UFO-Absturz und die anschließende Vertuschungsaktion des Militärs. Mit letzterem haben die Grey einen Pakt geschlossen, was stark an die Schilderungen von Phil Schneider und anderen Militärzeugen erinnert. Die Entführungen sind demnach von der Schattenregierung genehmigt, wobei die meisten Entführten zurück gebracht werden. Es kommt allerdings auch zu Menschenverstümmelungen, womit auch die unangenehmen Aspekte des Entführungsphänomens abgedeckt werden.

Etwas unrealistisch ist lediglich die schmuddelige Umgebung an Bord des Mutterschiffs und die Analsonde ist natürlich ein absolut übertriebenes Klischee. Ansonsten kommt der Film der Realität jedoch durchaus nah.

Extraterrestrial

Extraterrestrials

„Feuer am Himmel“ (1993) basiert wieder auf einem realen Ereignis, welches Travis Walton widerfahren ist. Der Film stellt die Ereignisse jedoch stark verzerrt dar. Das fängt schon damit an, dass die Familienverhältnisse von Walton total verdreht werden und endet damit, dass an Bord des Raumschiffs alles dreckig und schleimig ist, um die gruselige Stimmung zu steigern. Die Grey sehen zudem komplett anders aus als ihre realen Vorbilder, deren Aussehen durch Raumanzüge erklärt wird. Travis Walton hat derartiges jedoch nie behauptet.

Feuer am Himmel - Grey

Feuer am Himmel - Raumanzug

In „Progeny – Höllenbrut“ wird das Erscheinungsbild der Grey gleichermaßen als Maskerade dargestellt. Hinter dieser sehen sie wie gruselige Tentakelwesen aus, die Frauen nicht künstlich befruchten, sondern mit ihren Alienpenissen vergewaltigen. Auch die daraus hervorgehenden Hybriden werden als Krakenmonster dargestellt, welche die menschlichen Wirte bei der Geburt töten. Mit der Realität hat dies absolut nichts zu tun, denn die Föten werden lange vor der Geburt wieder entfernt und besitzen auch keine Tentakelarme. Insgesamt ist der Film ziemlich blutrünstig und abstoßend.

Progeny Aliens

Ebenso herbeiphantasiert ist der Streifen „Night Skies“ (2007), welcher die Phoenix Lights von 1997 als Grundlage für eine Entführungsgeschichte nimmt. Die UFO-Sichtung über der Hauptstadt von Arizona gehört mit tausenden Augenzeugen und diversen Videoaufnahmen zu den bekanntesten Fällen überhaupt. Berichte über Entführungen gibt es aus dieser Nacht jedoch keine und der ganze Horrortrip gestaltet sich wieder einmal recht schmuddelig.

Abductor

Am blödsinnigsten ist der Streifen „Brown Mountain – Alien Abduction“ (2014), welcher das Entführungsphänomen im Found Footage Stil präsentiert. Massenentführungen ohne Wiederkehr entsprechen nicht gerade dem, was Entführte berichten. Darüber hinaus ist das ganze Geschrei vor einer wackelnden Kamera einfach nur nervig.

Brown Mountain Alien Abduction

In „Akte X“ spielen die Grey selbstverständlich ebenfalls eine Rolle. Korrekterweise wird sogar auf die Kooperation mit dem Militär bei der Züchtung einer Hybridrasse hingewiesen. Später in der Serie werden die Grey jedoch grün und in Verbindung mit dem Black Goo gebracht. Die Darstellung in „Akte X“ ist also nicht immer realistisch und ob die grauen Baseball lieben, darf ebenso bezweifelt werden.

Grey Baseball

In “K-PAX – Alles ist möglich” gibt sich ein Erdling als Prot vom Planeten K-PAX aus und landet dafür in einer Nervenheilanstalt. Im Film sieht man Prot nur in seiner menschlichen Form und auf die Frage nach seinem wahren Aussehen gibt er nur zu Protokoll, dass er auf K-PAX wie ein K-PAXianer aussehen würde. Als er jedoch auf einer nächtlichen Autofahrt einen Luftballon in Form eines Greykopfes sieht, reagiert er darauf, als wäre ihm diese Spezies sehr vertraut.

"K-PAX – Alles ist möglich" (2001)

„K-PAX – Alles ist möglich“ (2001)

Ein definitiv bösartiger Grey ist der Jäger aus „Das Geheimnis der fliegenden Teufel“ von 1980. Dieser Film kann als Vorlage der „Predator“-Trilogie angesehen werden. Allerdings hat der dargestellte Alien wenig mit den realen Grey zu tun, die Menschen definitiv nicht aus Sport jagen.

Geheimnis der fliegenden Teufel

Die Aliens in „Dreamcatcher“ (2003) erscheinen als typische Grey, sind jedoch in Wirklichkeit garstige Monster. Hier wird auf den Mimikri-Effekt der realen Grey angespielt, die uns falsche Bilder ins Hirn projizieren können. Allerdings ist das typische Grey-Erscheinungsbild das reale Aussehen, während sie getarnt als Tiere, Verstorbene oder religiöse Figuren auftreten.

Dreamcatcher Grey

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