R.E.D. 2 – Das falsche Spiel mit dem Iran

von Shinzon

„R.E.D.“ steht für „retired, extremly dangerous“ (auf Deutsch etwa „in Rente und extrem gefährlich“) und ist der Titel einer durchaus unterhaltsamen Agentenkomödie aus dem Jahr 2010. Drei Jahre später folgte die Fortsetzung.

Die erste Hälfte des zweiten Teils liefert dabei die gewohnte Actionkost mit einer gehörigen Portion rabenschwarzen Humors. Ex-Agent Frank Moses (Bruce Willis) und seine Frau Sarah (Mary-Louise Parker) werden von Marvin (John Malkovich) auf ein neues Abenteuer eingeladen. Um seine Frau zu schützen, lehnt Frank jedoch vorerst ab.

Der paranoide Marvin, der von seinem Arbeitgeber CIA einst im Rahmen eines Mind Control-Experiments mit LSD voll gepumpt wurde, inszeniert daraufhin seinen eigenen Tod. Nachdem Frank vom FBI verhaftet wurde, wird die Behörde von Jack Horton (Neal McDonough) und seinen Männern gestürmt. Marvin taucht wieder aus dem Reich der Toten auf und hilft Frank bei der Flucht. Zusammen mit Sarah starten sie eine Weltreise, um zu erfahren, warum man ihnen nach dem Leben trachtet und was es mit der Operation „Nightshade“ auf sich hat.

Der Killer Han Cho-Bai (Byung-hun Lee) ist ihnen dabei stets auf den Fersen. Unterstützung erhalten die drei im Gegenzug in Paris von Franks alter Flamme Katya (Catherine Zeta-Jones), einer russischen Agentin, deren Anwesenheit starke Eifersuchtsgefühle in Sarah weckt. Ansonsten hat Paris noch eine typische Verfolgungsjagd zu bieten, die die haarsträubende Action des ersten Teils gekonnt fortsetzt. Da der Film aber eine halbe Komödie ist, funktioniert das durchaus ganz gut.

Unangenehm fällt dagegen auf, dass Paris ein Zentrum der Freimaurerei ist, was sich durch ein Obeliskenpaar auf einem Kaminsims bemerkbar macht.

Die nächste Hauptstadt (der Freimaurer) auf dem Fahrplan der drei Flüchtigen ist London, wo sie mithilfe ihrer MI6-Kollegin Victoria (Helen Mirren) den verantwortlichen Kopf von „Nightshade“, Dr. Bailey (Anthony Hopkins), aus einer Irrenanstalt befreien. Ein Fehler, wie sich in Moskau herausstellt, wo Dr. Bailey einst eine experimentelle Nuklearbombe mit rotem Quecksilber unter dem Kreml deponiert hat.

Diese Fehleinschätzung kostet Katya das Leben, während Frank, Sarah und Marvin vor einem Erschießungskommando landen. Victoria kann sie jedoch zusammen mit ihrem Ex-KGB-Liebhaber Ivan (Brian Cox) in letzter Sekunde retten.

Von Moskau geht es zurück nach London, wo der Film plötzlich eine unangenehme Wendung nimmt. Dr. Bailey ist in Wahrheit ein irrer Chaosagent, der seine Bombe einfach nur hochgehen sehen will. Er bietet sie der iranischen Botschaft zum Kauf an, will sie den Iranern jedoch keineswegs überlassen, sondern sie in der Botschaft zünden.

Was der Film hier aussagt, ist von höchster Brisanz. Die geisteskranke Elite, verkörpert durch Anthony Hopkins’ Rolle, plant einen inszenierten Nuklearanschlag auf London. Der Weltöffentlichkeit wird man dabei verkaufen, die Iraner würden hinter dem Anschlag stecken und hätten die Atombombe von Russland erhalten.

Bereits zu den olympischen Spielen 2012 war geplant, einen Nuklearanschlag auf London durchzuführen, den man dem Iran in die Schuhe schieben wollte, um einen Krieg zu rechtfertigen. Dies geht aus einem Thesenpapier mit dem Titel „Hack Attack“ der Rockefellerstiftung hervor. Aus diversen Gründen musste das Megaritual damals verschoben werden. Unter anderem war Syrien noch nicht planmäßig von der Landkarte geputzt und ist es heute immer noch nicht. Außerdem zog der Iran seinen Boykott der olympischen Spiele zurück und nahm an diesen teil.

Filme wie „R.E.D. 2“, „G.I. Joe – Die Abrechnung“ und „Star Trek – Into Darkness“ deuten jedoch an, dass das neue 9/11 noch lange nicht vom Tisch ist. Der Ort des geplanten Rituals scheint nach wie vor London zu sein und das Ziel ist immer noch der Krieg gegen den Iran. Dummerweise lehnen sich die Herrschaften an der Spitze der Machtpyramide mit den genannten Filmen etwas zu weit aus dem Fester. Die Ankündigungen des 11.Septembers 2001 in der Pop-Okkultur konnten erst im Nachhinein als solche verstanden werden, da die Welt noch nie zuvor mit derartigem konfrontiert wurde. Heute sieht die Sache anders aus.

Fazit: Die erste Hälfte von „R.E.D. 2“ knüpft erfolgreich an den ersten Teil an und ist allemal unterhaltsames Popkornkino. Der Showdown ist dagegen absolut erschreckend. Hier noch von einer „unterschwelligen Botschaft“ zu sprechen, ist eine maßlose Untertreibung. Nicht nur der geplante Nuklearanschlag auf London wird dem Kinopublikum massiv um die Ohren gehauen. Es wird obendrein auch noch offen damit geprahlt, dass man den Iranern die Schuld in die Schuhe schieben wird und insgeheim alles von einer kleinen Elite inszeniert werden wird. Die Botschaft ist also keineswegs versteckt, sondern für alle gut erkennbar.

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Ein Kommentar zu “R.E.D. 2 – Das falsche Spiel mit dem Iran

  1. der witz an solchen offensichtlichen botschaften ist ja, dass einem keiner glauben wird, wenns wirklich passiert. da heißts dann „schau noch soviele dumme actionfilme“.

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