Escape Plan – Wie entkommt man der CIA?

von Shinzon

Seitdem Silvester Stallone und Arnold Schwarzenegger in „The Expandables“ ihren ersten gemeinsamen Auftritt hatten, scheinen die beiden Action-Urgesteine richtig Spaß an der Zusammenarbeit zu finden. Ihr neustes gemeinsames Werk „Escape Plan“ ist dabei keineswegs ein hohler Gefängnisfilm, sondern offenbart einiges über die illegalen Machenschaften der CIA.

Der Film beginnt mit einem Gefängnisausbruch von Ray Breslin (Silvester Stallone), der einen Großteil seines Lebens in US-amerikanischen Kerkern verbracht hat. Allerdings nicht, weil er ein Krimineller ist, sondern weil er dafür bezahlt wird, Sicherheitslücken aufzudecken.

Seinen nächsten Auftrag bekommt er von der CIA-Agentin Jessica Miller (Caitriona Balfe), die ihm 5 Millionen Dollar anbietet. Der Deal entpuppt sich jedoch schnell als Falle. Ray wird gekidnappt und seine Entführer schneiden ihm den Peilsender aus dem Arm. Hokus Pokus Verschwindibus und weg ist er.

Auf dem Flug in seine neue Heimat wird er Zeuge eines Mordes, womit gleich vorab klargestellt ist, dass die CIA es verdammt ernst meint. Dabei hätte eigentlich klar sein müssen, dass man einer Terrororganisation nicht trauen kann. Warum sollte sich die CIA auch für die Sicherheit staatlicher Gefängnisse interessieren?

Die Gefängnisse, die die CIA betreibt, sind indes nicht für gewöhnliche Kriminelle und existieren offiziell gar nicht. Ray landet in einem solchen Foltergefängnis, das zu seinem Leidwesen nach den Angaben aus seinem Handbuch als ausbruchssicher konzipiert wurde.

Neben ihm gibt es eine große Vielfalt von Häftlingen. Einige sind Moslems, was wohl mit Absicht Erinnerungen an Guantanamo Bay wachrufen soll. Andere sind politische Gefangene und zu guter letzt erwirtschaftet sich die CIA ein schwarzes Budget, in dem sie für diverse Auftraggeber Leute verschwinden lässt. Z.B. bezahlt ein Drogenbaron die CIA dafür, seinen Konkurrenten Javed (Faran Tahir) aus dem Verkehr zu ziehen.

Das Schlimme an dieser Situation ist, dass es in der Tat unzählige CIA-Foltergefängnisse rund um den Globus gibt. Allein in Osteuropa sollen es an die 200 sein. Selbst in Ländern der EU, wie etwa Griechenland, bekamen schon politische Häftlinge unangenehmen Besuch von der CIA. In dieser schwarzen Welt existiert kein freiheitlich-demokratischer Rechtsstaat – nirgendwo!

Escape Plan NWO_3

Das Gefängnis im Film ist aber mehr als eine Abrechnung mit den illegalen Methoden des US-Geheimdienstes. Es veranschaulicht zugleich den totalitären Staat in einer neuen Weltordnung, wobei die Bezeichnung „Babylon“ für den Gesellschaftsraum eine ziemlich unverhohlene Anspielung ist. (Stichwort: „Babylonische Gefangenschaft“) Die Insassen stehen stellvertretend für alle Menschen, die nur Nummern im System sind. Sie tragen einen Barcode auf ihrer Kleidung und sind all ihrer Rechte sowie ihrer Privatsphäre beraubt. Die transparenten Zellen symbolisieren dabei den gläsernen Bürger.

Escape Plan NWO_1

Auf der anderen Seite tragen die Wärter Masken, was für einen intransparenten Willkürstaat steht, der dem Volk gegenüber keinerlei Rechenschaft ablegen muss. Zudem sind die Wärter ehemalige Blackwater-Mitarbeiter. Solch skrupellose Söldner sind bereits in Afghanistan und dem Irak auf Menschenjagd gegangen. Nicht auszumalen, wenn man ihnen auch noch die „innere Sicherheit“ anvertrauen würde. Dabei kann sich der Staat stets aus der Verantwortung ziehen, da es sich ja um private Söldner und keine Soldaten im Staatsdienst handelt.

Escape Plan NWO_2

Entkommen kann Ray Breslin diesem menschenverachtenden Regime nur mit Hilfe von Emil Rottmayer (Arnold Schwarzenegger) und Javed. Nachdem Javed bei einer Schießerei getroffen wurde, opfert er sich für die anderen beiden, was höchst interessant ist. Ein Moslem darf in einem US-Film beim Ausbruch aus Guantanamo Bay 2.0 den Helden spielen. Eine ziemliche Klatsche für die US-Regierung sowie deren Militär und Geheimdienste.

Wie zu erwarten gelingt den Charakteren von Stallone und Arnie die Flucht und der Gefängnisleiter findet ein feuriges Ende. Die Dezimierung der Söldnertruppen hat dabei ebenfalls einen gewissen Symbolcharakter. Gewisse Leute dürften diesen Film wirklich hassen.

Das Ende bietet schließlich noch einige Überraschungen. Rottmayer ist nicht der, als der er sich ausgibt und die CIA-Agentin Jessica ist seine Tochter. Er war es, der Breslin in die Falle gelockt hat, damit dieser ihm beim Ausbruch hilft.

Doch wer ist Rottmayer nun? Sein wahrer Name ist Viktor Mannheim, ein gesuchter Cyberterrorist. Eine Art Robin Hood, der den Banken Geld stiehlt, um es den Armen zu geben. Die Banken sind es daher auch, die die CIA bezahlt haben, ihn zu fassen. Irrwitzigerweise hat man dabei Rottmayer gefoltert, um zu erfahren, wo Mannheim ist. Dabei hatte der Gefängnisverwalter ihn die ganze Zeit vor sich. Dumm gelaufen.

Mannheim und Breslin trennen sich indes als Freunde. Immerhin ist es Rays Lebensinhalt, aus Hochsicherheitsgefängnissen auszubrechen und dieses war endlich mal eine Herausforderung.

Fazit: „Escape Plan“ bietet neben reichlich Action und Überraschungen auch einiges zum Nachdenken. Obgleich der totalitäre Polizeistaat thematisiert wird, scheint der Film diesem doch eher ablehnend gegenüberzustehen. Bei den Geheimdiensten dürfte er sogar richtig unbeliebt sein, da er deren Foltermethoden, darunter Waterboarding, an den Pranger stellt.

3 Kommentare zu “Escape Plan – Wie entkommt man der CIA?

  1. Oft frage ich mich wie es zur heutigen Zeit noch möglich einen so regierungskritischen Film zu veröffentlichen. Nicht nur das gewissen „geheime“ Machenschaften aufgedeckt werden, nein…. man tut es auch noch mittels zweier hochrangiger Publikumsmagneten, die zu guter Letzt auch noch Staatsbürger des Landes sind, dessen Machenschafften angeprangert werden.

    Zudem ist Arnold Schwarzenegger wahrscheinlich nicht gerade ein unbeflecktes Blatt, wenn es um politische Verbindungen geht. Wer als „Terminator“ Gouverneur wird und es dann auch noch schafft wieder gewählt zu werden, der hat doch wahrscheinlich den ein oder anderen guten Freund unter jenen, die meinen die Geschicke dieser Welt nach belieben lenken zu können.

    Also warum sollte es dieser Film, mit solch brisanten Informationen, schaffen, weltweit in die Kinos zu kommen?

    Ich habe wirklich wenig Ahnung von den Verbindungen einzelner Politiker, Schauspieler oder Filmstudios zu Geheimgesellschaften, aber bei so offensichtlicher Aufdeckung einer Fehllage stellt sich doch die Frage ob es nicht alles Teil des Planes ist oder?

    Ich würde mich sehr über eine Erklärung zur Entwirrung meiner Gedanken freuen.

    • Zum einen feiert sich die USA gerne wegen ihrer Meinungsfreiheit und der Schein muss ja gewahrt werden. Zum anderen schicken die Herrschenden immer wieder autorisierte Helden ins Feld. Dazu zählt auch die Occupy-Bewegung, welche von Banken gefördert wurde, letztendlich aber auch nur das forderte, was die Banken bereit waren, an Zugeständnissen zu machen.

      Nun stelle man sich vor, Arni würde irgendwann doch noch für das Amt des US-Präsidenten zu kandidieren. In der Wahrnehmung der Öffentlichkeit wird er durch solche Filme zum Freiheitshelden, während er als Politiker genau das Gegenteil ist.

      Diese Strategie funktioniert derzeit bei den Klitschkos wunderbar, die als Boxstars wahrgenommen werden. Daraus ziehen sie ihre gesamte Beliebtheit und niemand schert sich dafür, dass ihre aktuelle Forderung nach dem Anschluss der Ukraine an die EU nur einer kleinen Schicht von Kapitalisten nutzt, während die Masse der Menschen in Zuknunft von Brüssel gegängelt werden soll. Wie leicht sich die Wahrnehmung der Massen verzerren und manipulieren lässt…

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