Djinn und Dämonen in Star Trek – Teil 2: Außerirdische Besessenheit

von Shinzon

Im ersten Teil dieser Artikelreihe haben wir uns mit dämonischen Entitäten beschäftigt. Die Liste war dabei keineswegs vollständig. Im zweiten Teil soll es jedoch um negative Geistwesen gehen, die die Fähigkeit haben, von Menschen Besitz zu ergreifen.

Im zweiten Pilotfilm der Classic-Serie geht es eigentlich nicht direkt um Besessenheit, auch wenn die leuchtenden Augen der Crewmitglieder Gary Mitchell und Dr. Elizabeth Dehner dies anzudeuten scheinen. Nach dem Kontakt mit der galaktischen Barriere mutieren die beiden zu telekinetisch begabten Supermenschen, was sie eher in Bereich der aufgestiegenen Meister fallen lässt. Erst mit der Romantrilogie „Das Q-Continuum“ wird diese Mutation nachträglich mit einer Entität namens 0 in Verbindung gebracht.

Gottwesen

Das erste dämonische Wesen, welches seine Wirte wechselt, wie selbige die Unterwäsche, taucht in der Episode „Der Wolf im Schafspelz“ auf. Zunächst scheint es, als stecke Chefingenieur Scotty hinter einer Mordserie auf Argelius II. Doch dann stellt sich heraus, dass sich eine Blutspur durch die halbe Galaxis zieht, wobei die Opfer immer Frauen sind. Der Ursprung der Mordserie ist das London des 19. Jahrhunderts und der Name des Killers lautet Redjack alias Jack the Ripper.

Redjack

Dieses dämonische Wesen wechselt immer wieder den Wirt und nistet sich zeitweise sogar im Computer der Enterprise ein. Schließlich gelingt es Kirk, Redjack samt seines letzten Wirtes ins All zu beamen und dabei zu zerstreuen. Allerdings kehrt Redjack in Comicform ein Jahrhundert später zurück und drangsaliert dort die Besatzung der Enterprise-D.

Es sind jedoch nicht alle körperlosen Wesen derart blutrünstig. Ein paar Folgen zuvor lernen Kirk und Co. in „Metamorphose“ eine weitaus nettere Entität kennen. Diese holte vor vielen Jahren den Erfinder des Warpantriebs, Zefram Cochrane, nach dessen Absturz auf Gamma Canaris ins Leben zurück und verlieh ihm ewige Jugend. Die Kreatur führt Kirks Shuttle auf den Planeten, damit Cochrane sich nicht mehr so einsam fühlt. Nur auf die todkranke Diplomatin Nancy Hedford reagiert die mit Eifersucht.

Im Verlauf der Ereignisse stellt sich heraus, dass das als „Companion“ bezeichnete Wesen Cochrane liebt. Doch Zefram kann diese Liebe nicht erwidern. Schlussendlich verschmilzt das Wesen mit Nancy, was dieser das Leben rettet und es Cochrane ermöglicht, sich in die Symbiose aus Nancy und dem Companion zu verlieben.

Companion

In „Geist sucht Körper“ sind es die letzten drei Seelen einer untergegangenen Zivilisation, die mit ausdrücklicher Genehmigung die Körper von Kirk, Spock und Mulhall übernehmen. Nachdem sich Sargons Volk in einem verheerenden Krieg selbst ausgelöscht hatte, überlebten er und seine zwei Begleiter die letzten 500.000 Jahre als körperlose Wesen in kugelförmigen Behältern. Es ist also eine lange Zeit vergangen, seit sie das letzte Mal körperliche Freuden genießen konnten.

Während Sargon und seine Frau Thalassa nur vorübergehend von Kirk und Mulhall Besitz ergreifen, um Androidenkörper für sich herzustellen, fühlt sich Henoch in Spock überaus wohl. Henoch denkt nicht daran, sich zurück zu ziehen und verübt einen Mordanschlag auf Kirk, um seinen Rivalen Sargon zu vernichten. Nur mit einer List gelingt es, ihn aus Spock heraus zu locken und zu vernichten.

Nun sind Sargon, Thalassa und Henoch keineswegs Dämonen, doch auch Seelen von Verstorbenen stehen in dem Ruf, Besitz von lebenden Personen zu ergreifen. Insbesondere der hinterhältige Henoch verdient daher eher die Bezeichnung „Dibbuk“.

Sargon

In der Episode „Fremde Materie“ wird Spock abermals zum Gefäß für ein fremdes Wesen. Allerdings führt er die Besessenheit selbst mittels einer Gedankenverschmelzung mit dem Meduser Kollos herbei. Das Volk des medusischen Botschafters besteht aus hochenergetischen Lebensformen, deren Anblick Menschen in den Wahnsinn treibt. Immerhin werden sie nicht in Stein verwandelt, wie es bei der Namenspatronin Medusa der Fall gewesen wäre.

Meduser

Jedenfalls stellt Kollos, abgesehen von seinem Anblick, keine Bedrohung dar. Anders sieht es da schon mit den Lichtern von Zetar in der Folge „Strahlen greifen an“ aus. Diese gehen eine Verbindung mit Mira Romaine ein, welche daraufhin schreckliche Zukunftsvisionen von den Opfern der Lichtwesen bekommt.

Lichter von Zetar

Die Besatzung der Enterprise-D bekommt es gleich in der ersten TNG-Staffel ebenfalls mit besitzergreifenden Energiewesen zu tun. In der Episode „Die geheimnisvolle Kraft“ gerät eine Kreatur an Bord, die sich in diversen Crewmitgliedern einnistet, bis sie schließlich Captain Picard unter ihre Kontrolle bringt. Unter ihrem Einfluss lässt Picard das Schiff wenden und zurück zu einer Energiewolke fliegen, aus der die Enterprise das Energiewesen versehentlich herausgerissen hat. Picard beamt sich in die Wolke, woraufhin die Crew versucht, ihn zurück zu holen. Nachdem dies gelingt, kann sich Picard an nichts mehr erinnern.

Geheimnisvolle Kraft

Weitaus physischer und bösartiger kommt ein Volk von Parasiten daher, welches in „Die Verschwörung“ das Sternenflottenkommando infiltriert. Die Wesen, welche offenbar aus „Puppetmasters“ entlehnt sind, dringen ins Genick ein und übernehmen die Kontrolle über das Gehirn. Die weitaus größere Parasitenkönigin hat sich indes in Commander Remmick eingenistet. In einer für „Star Trek“ ungewohnt heftigen Szene erschießen Riker und Picard Remmick, dessen Körper explodiert. Aus seinem Stumpf kommt die Königin zum Vorschein, welche ebenfalls sogleich erschossen wird.

Parasit

Drei Staffeln weiter verliebt sich Dr. Crusher in „Odan den Sonderbotschafter“, der ebenfalls von einem Parasiten befallen ist. Dies erfährt die Chefärztin jedoch erst, nachdem der Wirtskörper bei einem Angriff auf sein Shuttle tödlich verletzt worden ist, er ihr jedoch offenbart, dass sie ihn retten kann. Odan ist nämlich nicht die Person, in die sich Crusher verliebt hat, sondern der Parasit.

Wobei die Bezeichnung Symbiont in diesem Falle zutreffender ist, den im Gegensatz zu den ekelhaften Parasiten, die das Sternenflottenkommando infiltriert haben, sind die Trill äußerst friedlich. Wirt und Symbiont verschmelzen in beiderseitigem Einvernehmen zu einer neuen Person. Als Odan mit Riker verschmilzt, bringt er Crusher damit allerdings nicht mehr zum Schmelzen. Erst recht nicht, als ein neuer Trillwirt eintrifft, der sich als Frau herausstellt.

Odan

Die Kultur der Trill wird sehr viel später in der Serie „Deep Space Nine“ noch weiter vertieft, in der eine der Hauptrollen, Jadzia Dax, eine symbiotische Lebensform ist. In DS9 erfährt man zudem, dass Odan etwas Verbotenes vorhat, als er versucht, die Beziehung mit Dr. Crusher in einem neuen Leben fortzusetzen. Als der Dax-Symbiont eine frühere Beziehung mit Dr. Lenara Kahn wiederaufleben lässt, drohen Jadzia harte Sanktionen. Der eigentliche Tabubruch der Episode „Wiedervereinigt“ war jedoch der erste TV-Kuss zwischen zwei Frauen.

Alte Liebe

Doch bleiben wir noch etwas auf der Enterprise-D. Die zweite Staffel von TNG bietet mit der Episode „Das Kind“ eine Besessenheit der besonderen Art, als ein fremdes Energiewesen bei Deanna Troi für eine Jungfrauengeburt sorgt. Eine solche gab es seit Jesus nicht mehr, doch im Gegensatz zu diesem altert Ian überaus schnell und stirbt schon wenige Tage nach seiner Geburt. Sofern natürlich überhaupt von „Sterben“ die Rede sein kann, denn Ian nimmt lediglich wieder seine natürliche Gestalt an. Seiner Leihmutter teilt er vor seinem Entschwinden noch mit, dass er die Erfahrung der humanoiden Existenz machen wollte.

Kinderseele

Eine ungewöhnliche Erfahrung macht kurz darauf Data in „Das fremde Gedächtnis“. Hier ist es wieder die Seele eines Verstorbenen, die allerdings in digitalisierter Form Besitz von einem Androiden ergreift. Natürlich verletzt Dr. Ira Graves mit seiner Seelenwanderung Datas Persönlichkeitsrechte, die kurz darauf in der Episode „Wem gehört Data?“ noch näher erörtert werden. Im Vergleich zu dem, was Data im späteren Serienverlauf noch erdulden muss, ist diese Begebenheit jedoch relativ harmlos.

Ihn erwischt es nämlich noch einmal in der Episode „Ungebetene Gäste“ aus der 5. Staffel. Ungebeten sind die Gäste dabei nicht nur auf der Enterprise, sondern vor allem in den Körpern von Troi, O’Brien und Data. Was letzteren betrifft ist dieser also keineswegs nur für Software anfällig, sondern obendrein auch für körperlose Wesen. Nur Riker bleibt verschont, da er sich bei der Bruchlandung auf dem Mond Mab-Bu VI verletzt hat.

Die körperlosen Wesen, die seine Kameraden besetzt halten, geben sich zunächst als Seelen des gestrandeten Raumschiffs Essex aus. Doch ihr gewalttätiges Verhalten entlarvt sie alsbald als Gefangene einer Strafkolonie. Und deren Mitgefangene auf dem Planeten wollen die Körper der gesamten Enterprise-Besatzung. Erst als sie merken, dass die Crew eher bereit ist, zu sterben, als sich in Besitz nehmen zu lassen, machen die drei Kreaturen einen unerwarteten Rückzieher und lassen sich zurück auf den Mond beamen.

Ungebetene Gäste_1Ungebetene Gäste_2In der Episode „Der Komet“ wird schließlich ein ganzes Archiv an Persönlichkeiten einer ausgestorbenen Zivilisation in Datas Positronenhirn transferiert. Er spielt daraufhin einen uralten Sonnenkult durch, an dessen Finale er selbst zum Sonnengott wird. Erst als Picard sich als Mondgottheit ausgibt, die die Sonnengottheit Masaka zyklisch ablöst, wird das Schauerspiel beendet.

Masaka

Deanna Troi ist neben Data die am häufigsten betroffene Person. Ein Jahr vor ihrer Erfahrung mit den ungebetenen Gästen wird sie das Gefäß für ein grünes Miasma. Diese xenophobe Lebensform verschleiert ihre Existenz vor den Menschen, indem sie das Gedächtnis der gesamten Enterprise-Besatzung auslöscht. Troi wird nur kurz von dem Wesen besetzt, um eine Kommunikation zu ermöglichen.

Grünes Miasma

Kommen wir nun zurück zu „Deep Space Nine“ – eine Serie, die zahlreiche Beispiele bietet. Den Anfang macht der Verbrecher Vantika, der in der Episode „Der Parasit“ seinen Geist vor seinem Ableben auf Dr. Bashir überträgt. Hier macht es die Technik möglich, dass der Geist eines Sterbenden auf eine andere Person überspringt. Nachdem Vantika aus Bashir extrahiert wurde, vernichtet die Sicherheitsbeamtin Ty Kajada seine Überreste.

Der Parasit

Als in der Folge „Meuterei“ ein Klingonenschiff aus dem Wurmloch zum Gamma-Quadranten auftaucht, entwickeln die Besatzungsmitglieder von Deep Space Nine eigenartige Psychosen. Sie nehmen vollkommen andere Charaktere an und führen Fehden, die nicht die ihren sind. Das klingonische Schiff hat eine Art Bewusstseinsmatrix von seiner Reise mitgebracht, welches von allen Personen Besitz ergreift und sie eine antike Geschichte nacherleben lässt. Mit einem Signal können die Betroffenen schließlich von der Matrix getrennt werden.

Meuterei

In der dritten Staffel erwischt es zum dritten Mal Dr. Bashir in der Episode „Ferne Stimmen“. Als Bashir sich weigert, einem Alien namens Altovar medizinische Stoffe zu verkaufen, die sich als Biowaffengrundstoff missbrauchen lassen, holt der Fiesling sich diese mit Gewalt. Als der Doc ihn auf frischer Tat erwischt, greift Altovar ihn an und infiziert sein Gehirn mit einem Programm, welches seinen Verstand attackiert. Dämonisch wirkt der Alien indes vor allem durch seine roten Augen.

Altovar_1

Altovar_2

Das Bewusstsein von Kriminellen und feindseligen Aliens ist jedoch nicht das einzige, was auf Deep Space Nine sein Unwesen treibt. Die dämonischen Pah-Geister, die das Gegenstück der engelsgleichen Propheten sind und Eigenschaft der Djinn aufweisen, ergreifen ebenfalls des öfteren Besitz von verschiedenen Personen.

Erstmals geschieht dies in der Episode „Die Erpressung“, in der Miles O’Briens Frau Keiko verändert von einer Reise zu den bajoranischen Feuerhöhlen zurückkehrt. Sie ist von einem Pah-Geist besessen, der Miles mit dessen Liebe zu seiner Frau erpresst. Der Dämon verlangt, dass Miles die Stationssysteme so kalibriert, dass sie die Propheten im Wurmloch mit einem Chronitonstrahl töten können.

Nachdem die Sabotage auffällt, lässt die besessene Keiko ihren Mann ein Runabout entführen, um die Mission damit zu erledigen. Durch eine geschickte Täuschung trifft der Chronitionstrahl jedoch nicht das Wurmloch, sondern das Raumschiff selbst und der Pah-Geist verendet daran. O’Briens Frau bleibt indes unversehrt und die beiden kehren zur Station zurück. Bleibende Schäden trägt Keiko nicht davon, da im 24. Jahrhundert Exorzisten von Technologie abgelöst wurden.

Pah Keiko

In „Zeit der Abrechnung“ finden bajoranische Archäologen eine mysteriöse Steintafel in der sagenhaften Stadt B’Hala. Captain Sisko nimmt diese mit nach Deep Space Nine, nachdem er eine Vision durch die Propheten erhalten hat. Als er die Steintafel eines Nachts aufsucht, gerät er in Wut darüber, dass die Propheten ihm keine Antwort geben. Er nimmt die Tafel und zerschlägt sie an der Wand.

Dies hätte er jedoch lieber lassen sollen, denn damit befreit er zugleich einen Engel als auch Djinn aus der Flasche. Der Prophet ergreift Besitz von Siskos Stellvertreterin Kira, während der Pah-Geist seinen Sohn Jake erwählt. In ihren fleischlichen Hüllen treten die beiden gegensätzlichen Kräfte zu einem Kampf zwischen Gut und Böse an – freilich ohne Rücksicht auf ihre Wirte.

Pah versus Propheten_2

Gelöst wird das Problem, indem Kai Winn, die religiöse Führerin der Bajoraner, das Promenadendeck mit Chronotonpartikeln flutet. Dies tötet allerdings nicht nur den Pah-Geist, sondern auch den Propheten. Das ist in etwa so, als würde der Papst einen Erzengel hinrichten. Der Grund für ihr Verhalten ist indes höchst eigennützig, denn die Kai will nicht, dass ein goldenes Zeitalter für Bajor anbricht, welches nach dem finalen Sieg der Propheten prophezeit wurde. In einer solchen Ära würde ihr Volk nämlich keine religiöse Führung mehr benötigen. Ähnliche Ängste dürfte der Vatikan vor einer hypothetischen Wiederkehr von Jesus haben, da dies das Ende seiner materiellen Macht bedeuten würde.

Neben diesen Parallelen zur irdischen Religionsgeschichte, gibt es noch einige andere interessante Details. So erscheinen die Propheten blau, während die Pah-Geister rot glühen. Die freimaurerische Farblehre spiegelt sich hier nicht zufällig wider, da die blauen Johannesgrade sich durchaus auf Gott berufen, während die hohen rote Grade mit zunehmender Nummerierung ins Satanistische abgleiten. „Star Trek“ war schon immer gut darin, irdische Probleme in einen Science Fiction Kontext zu setzen. Das bajoranische Glaubenssystem macht da keine Ausnahme.

Pah versus Propheten_1

Im Gegenteil, hat der bajoranischen Glauben sogar einen Antichristen zu bieten. Dieser ist kein Geringerer als der cardassianische Despot „Ghul“ Dukat. Als Präfekt der Raumstation Terok Nor, welche nach der Befreiung Bajors von der cardassianischen Besatzung in Deep Space Nine umgetauft wurde, tyrannisierte er die Bajoraner. Später brachte er noch viel mehr Leid über seine eigene Heimatwelt und den gesamten Alpha-Quadranten, als er ein Bündnis mit dem Dominion einging.

Nachdem Dukat in „Tränen der Propheten“ einen Pah-Geist aus einem bajoranischen Artefakt befreit und ihm erlaubt, von sich Besitz zu ergreifen, verfällt er völlig dem Wahnsinn.

Dukat Possession_2

Er gründet einen Pah-Geist-Kult, der mit einer satanistischen Sekte vergleichbar ist. Die Entführung von Major Kira stellte sich jedoch als schlechter Schachzug heraus, da sie sowohl die Umdeutung seiner eigenen Lebensgeschichte zum bajoranischen Messias sowie seine angeblichen Wunder entlarvt. Dukat führt seine Anhänger daraufhin in den Massenselbstmord, den Kira gerade noch verhindern kann. Heavens Gate lässt grüßen, nur dass denen in der Realität niemand geholfen hat.

Ghul Antichrist_2

Als nächstes lässt sich Dukat in einen Bajoraner umoperieren und verführt die Kai zum Glauben an die Pah-Geister. Wenn das mal keine Anspielung auf den Satanismus im Vatikan ist. Zusammen studieren sie das Buch des Kosst Amojan, was eine Art satanische Bibel der Pah-Geister ist, welches ihnen verrät, wie man die gefallenen Engel aus ihrem Exil in den Feuerhöhlen befreit. Schlussendlichen finden sie dort aber nur den Tod.

Erst wir Kai Winn von den Pah-Geistern abgewiesen, die abermals Dukat als ihr Gefäß wählen. Schlussendlich gelingt es Captain Sisko jedoch, sich mit Dukat in den Abgrund zu stürzen. Sisko war als Abgesandter der Propheten schon immer eine Art Messias, weshalb es nur logisch ist, dass er den bajoranischen Antichristen zur Strecke bringt.

Dukat Possession_3

Ghul Antichrist_3

Neben dem Antichristen hatten die Pah-Geister aber auch einen falschen Propheten. Zumindest im PC-Spiel „The Fallen“. („Die Gefallenen“ … Engel?) In diesem betreibt Kiras ehemaliger Kampfgefährte Obanak ein Kloster in Sichtweite der Feuerhöhlen. Als Spieler kommt man nur langsam dahinter, dass er für alle Geschehnisse des Spiels verantwortlich ist.

Es geht ihm darum, alle drei Orbs der Pah-Geister zu sammeln, um mit ihrer Hilfe ein zweites Wurmloch zu öffnen. Während das erste Wurmloch der himmlische Tempel der Propheten ist, droht das zweite zu einem Hellgate zu werden. Als die Pah-Geister aus diesem hinausströmen, ergreifen sie Besitz von Obanak. Sisko, Kira und Worf stürzen ihn schließlich in das Höllenloch und beenden damit den Spuk.

Obanaks Ende_1

Obanaks Ende_3

Damit ist das interessanteste Kapitel über Dämonen bzw. Djinn in Star Trek abgeschlossen. Die Serie „Voyager“ bietet dagegen wenig Spektakuläres. In der ersten Staffel kehren in der Folge „Bewusstseinsverlust“ Tuvok und Chakotay bewusstlos von einer Mission zurück. Während Chakotay hirntot auf der Krankenstation liegt, ergreift ein scheinbar fremdes Wesen Besitz von einigen Besatzungsmitgliedern und hinterlässt auf diese Art Hinweise.

Es stellt sich jedoch heraus, dass es sich um Chakotays Seele handelt, die im Schiff umherirrt, während Tuvok von einem fremden Wesen besessen ist, welches die Voyager zu seinen Artgenossen in einen Nebel manövrieren will. Mit einem Magnetonimpuls gelingt es, die Kreatur vom Volk der Komar aus Tuvok zu vertreiben und mit Chakotays hinweisen entkommt die Voyager dem Nebel. Dem Holodoc gelingt es indes, Chakotays Seele in seinen Körper zurück zu transferieren. Das ist etwas seltsam, da Astralreisende den Weg zurück ihren Körper eigentlich von selbst finden.

Tuvoks Possession

Die der Episode „Der Kriegsherr“ ist schließlich wenig innovativ, da sich in ihr der Tyrann Tiran ähnlicher Methoden bedient, um seine sterbende Seele in Kes’ Hirn zu übertragen, wie Vantika in der DS9-Folge „Der Parasit“. Immerhin wird man Zeuge von Kes’ inneren Kampf, was der Handlung zumindest eine Facette mehr abgewinnt, als das bei Dr. Bashir der Fall war. Der Ausgang ist indes wieder ähnlich und Tiran verliert sich im Nirvana.

Zu guter Letzt wäre da noch Tom Paris, welcher in der Folge „Alice“ vorübergehend von einem Schiff mit selbigem Namen besessen ist. Der Plot erinnert nicht von ungefähr an die Obsession diverser Autoliebhaber für ihre Fahrzeuge, denn die Handlung basiert auf dem Roman „Christine“ von Stephen King, in dem ein gleichnamiges Auto negativen Einfluss auf seinen Besitzer ausübt.

Alice_1

Alice_2

In der letzten Star Trek-Serie „Enterprise“, welche zeitlich vor der Classic-Serie spielt, gibt es zu guter Letzt ebenfalls zwei Episoden, in denen nichtkörperliche Wesen einzelne Mannschaftsmitglieder übernehmen. Die Entitäten in „Der Übergang“ behaupten dabei, Forscher zu sein und lediglich vorübergehend physische Erfahrungen machen zu wollen. Wie sich jedoch herausstellt, suchen sie dauerhaft nach neuen Wirtskörpern, da sie im leeren Weltraum nicht überleben können und ihr Raumschiff allmählich zerfällt.

Nun hätte die Crew der Enterprise ja durchaus eine diplomatische Lösung aushandeln können, denn immerhin suchen die fremden Wesen verzweifelt einen Weg zum Überleben. Man hätte sie durchaus auf einen Planeten umsiedeln können, wo sie Körper von Freiwilligen oder Toten hätten übernehmen können. In völlig Star Trek-untypischer Manier entscheidet sich Captain Archer allerdings, das Schiff der Fremden zu zerstören und ihre Spezies damit auszurotten.

ENT Possession

Ebenso untypisch ist das Verhalten der Organier in der Episode „Beobachtungseffekt“. In der Kirk-Ära handelt es sich bei diesen aufgestiegenen Wesen um absolute Pazifisten, die aktiv einen Krieg zwischen Klingonen und Föderation verhindern. In der Ära von Captain Archer beobachten sie dagegen, wie unzählige Sterbliche an einem Virus zugrunde gehen, obwohl sie die Infizierten heilen könnten. Sie mischen sich nur dann ein, wenn die Betroffenen eine Heilmethode finden, was die Organier vereiteln. Offenbar wollen sie alle niederen Völker scheitern sehen und nehmen ihnen dann auch noch die Erinnerung, wenn ihre Anwesenheit von jemandem entlarvt wird. Zwar hegt einer der Organier zunehmend Zweifel und stellt in Aussicht, dass diese Methoden zu überdenken seien, aber so richtig passt das dennoch nicht mit den friedlichen Organiern aus der Kirk-Ära zusammen.

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