Der erste und der vermeintlich letzte Exorzismus

Den ersten großen Hit unter den Exorzismusfilmen landete 1973 die Romanverfilmung von „Der Exorzist“. In diesem wird der Jesuitenpater Damien Karras (Jason Miller), der durch den Tod seiner Mutter an Gott zu zweifeln beginnt, mit einem Fall von Besessenheit konfrontiert. Die 12-Jährige Regan (Linda Blair/Eileen Dietz) steht unter der Kontrolle von Pazuzu, der bei einer Ausgrabung im Nordirak entfesselt wurde.

„Der Exorzist“ setzte seinerzeit Maßstäbe für das Genre. Die Bilder und Zitate wurden oft kopiert und parodiert.

Der Exorzist

1977 folgte „Der Exorzist II“ und 1990 „Der Exorzist III“. Der vorerst letzte Teil der Reihe, „Exorzist: Der Anfang“, erschien 2004 und erzählt die Vorgeschichte der anderen drei Filme. An den ersten Teil kam allerdings keine der Fortsetzungen heran, obgleich der letzte Teil mit einer Flut von Spezialeffekten aufwarten konnte.

Die bekannteste Parodie auf das Original dürfte indes die Exorzismusszene aus „Scary Movie 2“ sein.

Der fragwürdigste Exorzismusfilm kam 2005 in die Kinos. Im Gegensatz zu den fiktiven Horrorschockern erhebt „Der Exorzismus von Emily Rose“ nämlich den Anspruch, auf wahren Begebenheiten zu basieren. Gemeint ist hier der Exorzismus von Anneliese Michel in Bayern, der 1976 zum Tod der Studentin führte.

Allerdings weicht der Film nicht nur beim Namen der Betroffenen stark von der Realität ab. In Hollywood kommt man zu dem Schluss, dass Dämonen aus der Hölle existieren, Anneliese Michel tatsächlich besessen und der Pfarrer somit unschuldig an ihrem Tod war. Ein Film, in dem Exorzismen als Hokuspokus abgetan und psychische Erkrankungen als Ursache herangezogen werden, existiert dagegen bis heute nicht.

Anscheinend steht die Verbreitung des Glaubens an Exorzismen ganz weit oben auf der okkulten Agenda. Die Exorzismusfilme sprießen in den letzten Jahren regelrecht wie Pilze aus dem Boden. 2011 ließ sich sogar Anthony Hopkins in „The Rite – Das Ritual“ dazu herab, einen skeptischen Jungpfarrer (Colin O’Donoghue) von der Existenz des dämonischen Treibens zu überzeugen. Angeblich basiert auch dieser Film auf wahren Begebenheiten und bereits im Trailer wird ein Bischof aus der New York Times zitiert.

The Rite Hopkins

Bereits ein Jahr später folgte „Devil Inside“. Wie bereits in „The Rite“ spielt auch in diesem Werk ein Großteil der Handlung wieder in Rom. Da stellt sich einem direkt die Frage, welchen Einfluss der Vatikan auf Hollywood hat?

Devil Inside Vatikan

Devil Inside Besessene

Im selben Jahr erschien „Possession“, in dem allerdings mal ausnahmsweise nicht Vertreter des Vatikans die Teufelsaustreibung vornehmen. Da das betroffene Mädchen von einem Dibbuk besessen ist, kommt für den Job nur ein jüdischer Geistlicher infrage.

Possession Dibbuk

Bereits 2010 sollte eigentlich schon „Der letzte Exorzismus“ stattfinden. Der Titel wurde jedoch nicht nur durch die zahlreichen anderen Exorzismusfilme obsolet, sondern auch durch die Fortsetzung „Der letzte Exorzismus: The next Chapter“ von 2013.

Der erste Teil beginnt immerhin recht kritisch mit einem Exorzismusschwindler (Patrick Fabian), welcher (leicht-)gläubigen Menschen das Geld aus der Tasche zieht. Mit einigen technischen Spielereien lässt er Kruzifixe qualmen und dergleichen mehr.

Am Ende bekommt er es aber doch wieder mit einem echten Fall von Besessenheit zu tun. Und mehr noch: Er kommt einem Satanskult auf die Schliche, dem auch der Bruder der Besessenen angehört. Nachdem schon der gesamte Film im Found-Footage-Stil erzählt wird, erinnert auch sein Ende stark an die „Paranormal Activity“-Reihe.

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