Teuflisch – Vertragsbruch mit dem Teufel

von Shinzon

Der Titel „Teuflisch“ offenbart eigentlich schon alles, worum es in diesem Film geht. Der Loser Elliot Richards (Brendan Fraser) hat einen ätzenden Job in einem Callcenter und ist hoffnungslos in seine Kollegin Alison (Frances O’Connor) verknallt. Als ihm der Teufel (Elizabeth Hurley) die Erfüllung von sieben Wünschen anbietet, weiß er bereits, wie diese Wünsche aussehen.

Elliot geht einen geradezu klassischen Pakt mit dem Teufel ein, wobei fast alle gesellschaftlichen Felder abgedeckt werden. Der Vertrag ist indes so dick, dass kein Mensch ihn ernsthaft durchlesen würde. Es wäre schlichtweg eine Lebensaufgabe.

Teuflischer Vertrag

Weit weniger zeitraubend ist es, die Symbolik des Films auseinander zu nehmen. Während die Teufelin versucht, Elliot zu überzeugen, ihren Vertrag zu unterschreiben, hantiert sie mit einem Apfel herum. Dies ist eine sehr direkte Anspielung auf den Sündenfall, zumal im Hintergrund ein Bild von Adam und Evas Sündenfall hängt.

Sündenfall_1

In einer kurzen Einstellung tritt die Teufelin sogar als Schlangenträger auf, wobei die Schlange hier eindeutig Luzifer repräsentiert.

Sündenfall_2

Mit Ausnahme dieser und zwei weiterer Szenen erscheint die Teufelin stets als klassische Frau im roten Kleid. In dieser Rolle verführt sie nicht nur die Männer, sondern zeichnet sich auch für einige Katastrophen wie Verkehrsunfälle, Erdbeben und Brandanschläge verantwortlich.

Teuflin in Rot_1

Teuflin in Rot_2

Nebenbei betreibt die Teufelin ein Underground-Tanzlokal, in dem Elliot den Vertrag mit ihr unterschreibt. An der Tür zu ihrem Büro prangt ein Fenster in Form eines Pentagons. Würde man dies zu einem Pentagramm erweitern, erhielte man selbstverständlich ein umgedrehtes Teufelspentagramm.

Türpentagon

Das Logo des Callcenters, in dem Elliot arbeitet, besteht indes aus drei Hexagonen. Dreimal sechs Ecken macht 666.

SYN-Logo

Doch kommen wir zurück zum Pakt mit dem Teufel. Dieser zeichnet sich durch eine sehr freie Auslegung aus. Als Elliot sich wünscht, reich und mit Alison verheiratet zu sein, macht die Teufelin aus ihm einen Drogenbaron, der von seiner Frau betrogen wird. Nachdem Elliot festgestellt hat, dass Alison auf sensible Männer steht, wünscht er sich, genau so zu sein. Das Resultat: Er wird zu einer Heulsuse, was Alison dermaßen nervt, dass sie ihn verlässt.

Am bemerkenswertesten ist allerdings sein Wunsch, Profibasketballer zu werden. Viele Spitzensportler sind tatsächlich Logenbrüder und verkaufen sprichwörtlich ihre Seele für Ruhm und Reichtum. Wer sich wundert, warum z.B. einige Fußballer Millionen damit verdienen, dass sie einen Ball treten, braucht nur auf ihre Trikots zu achten, die vor Werbung nur so strotzen. Wer einmal einen solchen Deal eingegangen ist, macht natürlich auch die entsprechenden Gesten. Bei Elliot fallen da u.a. der Baphomet, die 666-Handgeste sowie das V auf.

Diablos Geste_1

Diablos Geste_2

Diablos Geste_4

 

Diablos Geste_4Auf Elliots Brust ist außerdem eine Schlange tätowiert. Nun ist er also der Schlangenträger.

Snake Tattoo

Um das Ganze abzurunden, heißt das Team, in dem er spielt, „Diablos“. Symbolik bis zum Abwinken.

Diablos LogoDas Logo der Diablos ist übrigens schon zuvor in Elliots Büro zu sehen. Offenbar war er schon vor seiner Begegnung mit Luzifer ein großer Fan der Mannschaft. Nun weiß er aus erster Hand, dass deren Erfolg nicht von ungefähr kommt.

Diablos Logo FirmaDabei ist das nicht einmal so weit von der Realität entfernt. In Gotha (Thüringen) gibt es eine Basketballhalle namens „Die blaue Hölle“, die von der Öttinger-Brauerei finanziert wird. Das Logo ist selbstverständlich in den Farben der Freimaurer gehalten.

Blaue Hölle

Was Elliot angeht, ist dieser in der Rolle des Sportlers durchaus erfolgreich, doch hat er dafür sowohl einen kleinen Schwanz als auch ein kleines Hirn. So gibt er wieder die 666 in seinen Pager ein, um den Wunsch aufzuheben.

Wähle 666In einer geschnittenen Szene hätte neben der Sportindustrie auch die Musikindustrie abgehandelt werden sollen. Doch aufgrund des reichlichen Drogenkonsums war die Heavy-Metal-Szene war wohl zu heavy. Als nächstes wünscht sich Elliot, intelligent und belesen zu sein, um Alisons Herz zu erobern. Dumm nur, dass er in dieser Rolle plötzlich schwul ist. Als er sich schließlich wünscht, Präsident der Vereinigten Staaten zu sein, stellt er beim Blick in den Spiegel fest, dass er Abraham Lincoln ist. Spätestens an diesem Punkt muss Elliot feststellen, dass der Teufel immer gewinnt und er lieber selbst an seinem Leben hätte arbeiten sollen.

Als er sich aus dem Vertrag mit der Teufelin lösen will, landet er im Knast. Ein derartiges Schicksal ereilte schon einige Stars und Politiker, die aus der Kabale aussteigen wollten. Ein prominentes Beispiel ist der amerikanische Rapper DMX, der u.a. wegen Drogenbesitz eingekerkert wurde. Dabei saß er durchaus zu recht ein, denn in der Musikindustrie nimmt so ziemlich jeder Drogen. Deswegen belangt wird allerdings nur, wer ungehorsam ist oder auszusteigen versucht.

Im Knast lernt Elliot einen Afroamerikaner kennen, der ihn auf den Pfad Gottes zurück führt und wohl sogar Gott persönlich darstellen soll. Später spielt dieselbe Person nämlich mit der Teufelin Schach.

Teuflisches Schach

Nach dieser Erfahrung vergibt Elliot seinen letzten Wunsch an Alison, indem er ihr ein zufriedenes Leben wünscht. Mit dieser selbstlosen Tat löst er sich aus dem Vertrag, obgleich er die Klausel gar nicht gelesen hatte. Zurück im Alltagsleben muss er feststellen, dass seine geliebte Alison bereits an einen Anderen vergeben ist. Als er sie loslässt, lernt er seine neue Nachbarin kennen und verliebt sich in diese. Ganz ohne Zutun Luzifers. Oder vielleicht doch nicht? Denn seine neue Liebe wohnt in der Hausnummer 1155. 11 plus 55 ergibt 66.

1155

Fazit: Obgleich der Film mit der üblichen Symbolik aufwartet und die verkauften Seelen zum Thema hat, kann er dennoch als mahnendes Beispiel gesehen werden. Wer sich auf krumme Deals mit der Industrie einlässt, muss irgendwann einen entsprechenden Preis dafür zahlen. Seine Seele kann man zwar nicht verkaufen, was im Film auch korrekt angemerkt wird, doch man kann sie verderben. Korruption wirkt sich tatsächlich negativ auf die Seele aus und daher sollte man lieber ehrlich am eigenen Erfolg arbeiten, als sich für das schnelle Geld an eine okkulte Geheimgesellschaft zu verkaufen.

Satan Fraser

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