Die größten Okkultisten: Aleister Crowley – Freimaurer und Satanist

von Shinzon

Edward Alexander Crowley wurde am 12. Oktober 1875 in Leamington Spa (England, GB) geboren. Sein Leben begann in einer streng gläubigen Familie, die sich den freikirchlichen Plymouth-Brüdern angeschlossen hatte. Mit ihrer Sittenstrenge und den Bibellesungen erreichten seine Eltern jedoch genau das Gegenteil von dem, was sie beabsichtigten. Schon früh begann Edward Alexander sich vor allem für das Buch der Offenbarung und den darin beschriebenen Antichristen zu interessieren.

Während die christliche Indoktrination nach hinten losging, blieb das aristokratische Gehabe seiner Eltern dagegen durchaus hängen. Seine Familie berief sich auf eine Abstammung von der bretonischen Familie Quérouaille, die sich während der Herrschaft der Tudors in England niederließ und später im 16. Jahrhundert durch den Dichter Robert Crowley bekannt wurde.

Wirklich aristokratisch war der Beruf seines Vaters Edward Crowley allerdings nicht. Dieser hatte als Bierbrauer die „Crowleys Alton Alehouse“-Kette aufgebaut. Als der Vater 1887 starb, zog der zwölfjährige Sohn mit seiner Mutter nach London. Dort übernahm der Bruder seiner Mutter, der protestantische Fundamentalist Tom Bond Bishop, die Erziehung. Ebenso streng wie die Erziehung daheim war auch der Unterricht an darbystischen Schulen, auf die Edward Alexander geschickt wurde.

Als sich seine Gesundheit verschlechterte, erhielt er zwar christlichen Hausunterricht, doch sein Privatlehrer Archibald Douglas hatte sich insgeheim vom protestantischen Glauben abgekehrt. Douglas freundete sich schnell mit seinem Schüler an und brachte ihn, hinter dem Rücken seiner Familie, mit Tabak, Alkohol, Glücksspiel und Frauen in Kontakt. Für einen Heranwachsenden in der Pubertät, dessen Freiheit massiv unterdrückt wurde, war dieser Einfluss natürlich ein willkommenes Ventil.

Seine Mutter reagierte darauf einmal mehr mit völlig falschen Erziehungsmethoden und schickte Edward Alexander 1888 in ein christliches Internat, wo man versuchte, ihn mit Gewalt zu erziehen. Eine denkbar ungeeignete Idee, um einen Pubertierenden von sexuellen Kontakten zu anderen Kindern des Internats abzubringen. Mit sexueller Aufklärung wäre das nicht passiert, aber dagegen sträuben sich die Fundis bekanntlich noch bis heute.

Im Oktober 1895 begann Edward Alexander Crowley am Trinity College der Universität Cambridge ein Studium der Geisteswissenschaften. Das entbehrt nicht einer gewissen Ironie, da man seinen Zustand in späteren Jahren nur als „geisteskrank“ beschreiben kann. Noch ging es ihm aber relativ gut und seine Interessen galten dem Schachspiel und dem Bergsteigen. Crowley reiste jährlich in die Alpen und erkletterte 1895 im Alleingang den Eiger. Nebenbei veröffentlichte er seinen ersten Gedichtband „Aceldama“.

Seine Affäre mit einem Kommilitonen im Alter von 22 Jahren brachte ihm indes eine europaweite Polizeifahndung wegen Unzucht mit jungen Männern ein und stieß auch bei seiner Mutter erwartungsgemäß auf Ablehnung. Diese beschimpfte ihn bereits zuvor immer wieder als Antichristen und „Beast“, was letztendlich dazu führte, dass er sich mit dieser Rolle identifizierte und sich selbst als „The Great Beast 666“ bezeichnete.

Selbstportrait Crowleys mit Phallus-Symbolik.

Selbstportrait Crowleys mit Phallus-Symbolik.

Das Erbe seines verstorbenen Vaters, welches er im Alter von 21 Jahren endlich antreten durfte, ermöglichte es Edward Alexander jedoch, sich von seiner Familie unabhängig zu machen. Das Jahr 1896 war allerdings auch in anderer Hinsicht ein bedeutendes Jahr für ihn. Er brach sein Studium ohne Abschluss ab, wandte sich der schwarzen Magie zu und nannte sich fortan keltisierend „Aleister“. Die Silvesternacht 1896 verbrachte er in Stockholm, wo er sich bereits derart stark mit dem Antichristen identifizierte, dass er sein Leben in dieser Nacht endgültig der dunklen Seite widmete.

Nicht die okkulten Lehren selbst hatten ihn auf diesen Weg geführt, sondern die Strenge seiner religiösen Erziehung, der ewige Hass seiner Mutter sowie die Unterdrückung seiner freien Persönlichkeitsentfaltung durch die prüde Gesellschaft. Das sollte den heutigen Evangelikalen, die ihren Kindern jeden Spaß verbieten, doch sehr zu denken geben. Ohne deren einengende Ideologie wäre der Satanismus für Jugendliche gänzlich unattraktiv.

Im Falle von Crowley waren die Auswirkungen des christlichen Fundamentalismus besonders krass. Er wandte sich ohne Umschweife direkt dem Satanismus zu. Er las das „Buch der schwarzen Magie“ und begann eine Korrespondenz mit dessen Autor Arthur Edward Waite (1857-1942), einem Okkultisten, Freimaurer und Rosenkreuzer. Waite verfasste einige Schriften über Hellsehen, Kabbalah sowie Alchemie und war der Miterfinder der heute üblichen Tarotkarten.

Arthur Edward Waite

Arthur Edward Waite

Wie prägend der Kontakt zu Waite für Crowley war, zeigte sich u.a. an dem eigenen Tarotkartensatz, den er später entwickelte. Ob es nur Zufall ist, dass Crowleys Tarot 1942 erschien, dem Jahr, in dem Arthur Edward Waite starb?

Crowley Tarot

Politisch wurde Aleister Crowley in der Zwischenzeit bei den Jakobiten aktiv, die das Haus Stuart auf den britischen Thron zurück befördern wollten. Es ist dabei unklar, ob Crowley ein Monarchist war oder das katholische Haus Stuart aus religiösen Gründen gegen das herrschende Könighaus unterstützte, welches bis heute anglikanisch ist. Weiterhin unterstützte er die ebenfalls katholischen sowie absolutistischen Carlisten in Spanien, welche gegen die liberalen und später republikanischen Kräfte kämpften. Entweder war Crowley ein entschiedener Fortschrittsgegner oder er wusste schon damals über die scheinheiligen Abgründe der katholischen Kirche bescheid.

Seine okkulte Karriere setzte er indes ab 1898 im Hermetic Order of the Golden Dawn fort. In den Orden gelangte Crowley über den Chemiker George Cecil Jones, an den ihn dessen Kollege Julian L. Baker verwiesen hatte. An Baker hatte sich Crowley zuvor gewandt, um ihn nach der „inneren Kirche“ zu fragen, von der er in den Werken des Okkultisten Karl von Eckartshausen gelesen hatte. Im Golden Dawn schien er diese „innere Kirche“ gefunden zu haben.

Golden Dawn Kreuz

Golden Dawn Kreuz

Crowleys Logenname lautete fortan Perdurabo (‚Ich werde ausharren bis zum Ende‘) und er durchlief die ersten drei Grade innerhalb kürzester Zeit vom Dezember 1898 bis Februar 1899. Nebenher veröffentlichte er seinen pornografischen Gedichtband „White Stains“.

1899 lernte der Schnellaufsteiger Allan Bennett kennen, mit dem er ritualmagische Übungen des Ordens praktizierte. Crowley ließ Bennett sogar bei sich wohnen, worauf dieser im Gegenzug zu Aleisters persönlichem Lehrer des Okkulten wurde. Gelehrt hat Bennett ihn jedoch vor allem den Konsum von Opium, Kokain, Morphium, Äther und Chloroform, indem er ihm weis machte, es gäbe eine Droge, die ihm „den Schleier hinter der Welt der Dinge zeige“. Gegen sein Asthma wurde Bennett zudem von den Ärzten Heroin verschrieben, mit welchem Crowley ebenfalls schnell in Kontakt kam. Er sollte bis zu seinem Lebensende heroinsüchtig bleiben.

1900 trennten sich die Wege von Crowley und Bennett wieder, da Letzterer aufgrund seines Gesundheitszustandes nach Ceylon (heute Sri Lanka) zog. Crowley verschlug es indes nach Schottland, wo er ins Boleskine House am Strand von Loch Ness zog und sich fortan Laird of Boleskine nannte. Lange nach seinem Tod wurde sein Anwesen von Jimmy Page, dem Gitarristen von Led Zeppelin, gekauft und restauriert.

Während sich Aleister Crowley in Schottland einrichtete, lief es für ihn im Londoner Golden Dawn nicht wirklich gut. Dessen Mitglieder verweigerten ihm den Aufstieg in den fünften Grad, dem Adeptus Minor, aufgrund seiner homosexuellen Erfahrungen. Im Januar 1900 besuchte Crowley daraufhin MacGragor Mathers, den Gründer des Golden Dawn in Paris, welcher die Einführungszeremonie in den fünften Grad vornahm. Der Londoner Ordenszweig erkannte diese Weihe jedoch nicht an und schloss Mathers sogar aus dem Golden Dawn aus.

Nachdem Crowley versuchte, im Namen Mathers’ die Kontrolle über den Golden Dawn zu erlangen und daraufhin ebenfalls vor die Tür gesetzt wurde, schien er drei Jahre später dessen homophobe Vorwürfe entkräften zu wollen. Zumindest wäre dies eine Erklärung für seine unglückselige Ehe mit der verwitweten Rose Edith Kelly, welche er am 11. August 1903 heiratete.

Während ihrer siebenmonatigen Hochzeitsreise um den halben Globus machten die beiden u.a. in Kairo halt, wo Rose am 8. Februar 1904 bei einer Geisterbeschwörung ihre medialen und hellseherischen Fähigkeiten entdeckt haben soll. Sie bat ihren Mann darum, den Gott Horus anzurufen, den sie auf der Stele des Anchefenschons im Boulak-Museum gesehen hatte. Zufällig trug das Exponat die Nummer 666, was Crowley als Omen wertete.

Pharao Crowley

Auf Weisung seiner Frau, die Horus’ Botschafter Aiwass zu channeln glaubte, fand er sich an drei aufeinander folgenden Tagen jeweils um 12 Uhr in einem Apartment nahe dem Boulak-Museum ein. Am 8., 9. und 10 April 1904 soll ihm dort von Aiwass das „Liber AL vel Legis“ („Buch der Gesetze“) diktiert worden sein. Dieses Buch, in welchem Crowley in Anlehnung an Helena Petrovna Blavatsky ein neues Zeitalter verkündete, zählt zu seinen bedeutendsten Werken.

Gleichzeitig ist es aber auch eines seiner abscheulichsten Werke, da der darin gepredigte Sozialdarwinismus große Gemeinsamkeiten zur Ideologie Adolf Hitlers aufweist. Unter anderen spiegelt sich dieses Denken in folgenden Sätzen wider: „Zertrete die Verdammten und Schwachen, so will es das Gesetz der Starken.“, „Sei stark, Mensch!“ oder der Grundsatz des modernen Satanismus: „Es gibt kein Gesetz außer: Tu was du willst!“.

Das „Liber AL vel Legis“ mag durchaus berechtigt als ein Fundament des Faschismus gelten, obgleich es in erster Linie die Basis für Crowleys eigene Lehre der Thelema bildete. Der Unterschied zwischen thelemischer Ethik und faschistischer Ideologie ist jedoch marginal. So verdammte Crowley in seinem Buch jede Form von Mitleid, während er Krieg für bewundernswert hielt. Die Demokratie lehnte er als „ekelerregenden Kult der Schwäche“ ab und hielt dem in 220 Versen seine eigene Vorstellung von der Evolution des Menschen entgegen.

Von seinen eigenen Lehren beflügelt, gründete Crowley 1907 seine erste eigene Geheimgesellschaft Astrum Argenteum (den „Orden des Silbernen Sterns“), in welcher er die Selbsteinweihung sowie den Hass des Ichs lehrte. Das Gradsystem entlehnte er beim Golden Dawn, dessen Rituale er zwei Jahre später in zehn Bänden der Zeitschrift „The Equinox“ jeweils zur Sommer- und Wintersonnenwende veröffentlichte. Dies brachte ihm natürlich den Zorn des Golden Dawn ein, aber auch den Respekt von zahlreichen Winkelmaurern und Okkultisten.

Wie diese Beispiele zeigen, trug die Beziehung zwischen Aleister und Rose in Hinsicht auf sein okkultes Wirken einige verdorbene Früchte. Doch Rose’ Ehe mit dem drogensüchtigen Satanisten stand nicht wirklich unter einem guten Stern. Ihre 1904 geborene erste Tochter Lilith, benannt nach der sumerischen Göttin und Dämonin, starb 1906 in Rangun an Typhus. Erst die zweite Tochter von Aleister und Rose, die 1907 geborene Lola Zaza, überlebte ihre Eltern. Deren Ehe wurde 1909 geschieden und zwei Jahre später, am 27. September 1911, wurde Rose geistig umnachtet in eine Nervenheilanstalt eingewiesen. Dies kann als Spätfolge ihrer Ehe mit Crowley angesehen werden, da der Grund für ihren geistigen Verfall im Missbrauch von Drogen und Alkohol lag.

Grund für die Scheidung dürfte mitunter Crowleys Bekanntschaft mit Victor Benjamin Neuburg gewesen sein, den er 1908 kennen lernte und in magischen Praktiken unterrichtete. Dies war jedoch nicht das einzige, worin er Neuburg einige Lektionen erteilte. Er weihte seinen Schüler überdies in homosexuelle Ritualpraktiken ein, wobei Crowley stark sadomasochistische Elemente mit einbezog. Ende 1909 reisten Crowley und Neuburg nach Nordafrika. Vom 23. November bis 19. Dezember wanderten die beiden durch Marokko, wo sie eine henochische Anrufung des englischen Mystikers John Dee (1527-1608) vollzogen.

Eine weitere Bekanntschaft machte Crowley zwischen 1910 und 1912 mit dem deutschen Freimaurer und Theosophen Theodor Reuß (1855-1923), welcher zu dieser Zeit den Ordo Templi Orientis gründete. 1912 wurde Crowley von ihm beauftragt, die englische Sektion des O.T.O. aufzubauen, welche den Namen „Mysteria Mystica Maxima“ erhielt. Zudem weihte Reuß ihn in seine Techniken der Sexualmagie ein, für welche der O.T.O. noch berüchtigt werden sollte.

Theodor Reuß in Freimaurerkluft.

Theodor Reuß in Freimaurerkluft.

Anfang 1914, als Crowley bereits den 11. Grad innerhalb des von ihm mitbegründeten O.T.O. erreicht hatte, erprobte er einige der sexualmagischen Praktiken an seinem Freund Victor Neuburg. Mit diesen homosexuellen Operationen sollten Merkur und Jupiter angerufen werden, um einerseits Weisheit und Inspiration zu erlangen sowie Geld aus dem Nichts herbei zaubern zu können. Letzteres hatte wohl damit zu tun, dass Aleister das restliche Vermögen seines Vater in diesem Jahr verjubelt hatte.

Andererseits waren derartige Rituale auch Ausdruck seiner fortgeschrittenen Geisteskrankheit. Diese äußerte sich auch in den sadomasochistischen Ausschweifungen des so genannten „The Paris Workings“. Im Februar 1914 beendete Neuburg ihre Beziehung laut einem Biographen aus dem Grund, dass Crowley sich bei Streitigkeiten schnell im Ton vergriff und Neuburgs jüdische Familie zum Anlass nahm, ihn zu beleidigen. Zudem hatte Crowley ihm bei den sexualmagischen Ritualen so sehr zugesetzt hat, dass Neuburg auch in dieser Hinsicht nichts mehr mit ihm zu tun haben wollte.

Neben der Frage nach seiner geistigen Gesundheit stellt sich angesichts dessen auch die Frage, ob Aleister Crowley tatsächlich bisexuell war? Denn Liebe schien ihm als Satanisten völlig fremd zu sein. Seine zahlreichen Sexualpartner/-innen bedeuteten ihm dementsprechend herzlich wenig, sondern waren ihm nur Mittel zum Zweck. Möglicherweise nutzte er seine Affären mit Männern lediglich zu Ritualzwecken und um sich gegen die homophoben Moralvorstellungen der christlichen Fundamentalisten zu stellen.

1914 sollte jedoch nicht nur Aleisters Beziehung zu Victor Neuburg ein Ende finden. Der gesamten Welt drohte mit Beginn des ersten Weltkrieges der Zusammenbruch. Crowley hielt sich bei Kriegsaubruch in der Schweiz auf und reiste umgehend zurück, um sich den britischen Geheimdiensten anzudienen. Diese lehnten ihn jedoch ab, was ihn wohl dazu bewogen hat, später antibritische Artikel in diversen Zeitungen zu veröffentlichen. 1917 wurde daraufhin der britische Hauptsitz des O.T.O. in London von der Polizei durchsucht.

Möglicherweise war seine antipatriotische Propagandatätigkeit für das Deutsche Reich aber auch nur Tarnung. Denn wie der Historiker Richard B. Spence herausfand, war Crowley an britischen Spionageaktionen in den USA beteiligt und arbeitete wahrscheinlich doch mit dem SIS (Secret Intelligence Service, später MI6) zusammen. Sein fünfjähriger Aufenthalt in den USA, während dem Crowley die US-Staatsbürgerschaft erhielt, hatte allerdings auch noch andere Gründe.

In den Vereinigten Staaten lernte er seine „Scharlachfrau“ Jeanne Foster kennen, die ihm einen Sohn gebar. Am 6. Oktober 1915 reisten die beiden zur Weltausstellung nach San Francisco und trafen sich im Anschluss am 19. Oktober mit dem Astrum Argenteum-Mitglied Achad in Vancouver. Ihre Reise ging weiter nach Point Loma, wo Aleister Crowley sich mit der Präsidentin der Theosophischen Gesellschaft in Amerika, Katherine Tingley, treffen wollte, um ihr eine Zusammenarbeit mit seinem Astrum Argenteum Orden anzubieten. Tingley verweigerte ihm jedoch die Audienz und als er erbost nach New Orleans abreiste, verließ ihn obendrein noch seine Frau, weil diese seine Analsexpraktiken nicht mehr ertragen konnte.

Kaum war diese Beziehung zu Jeanne Foster beendet, machte Crowley sich an die Frau des indisch-englischen Kunsthistorikers Ananda Kentish Coomaraswamy heran. Er unterzog Alice Richardson, welche unter dem Pseudonym Ratan Devi als Sängerin bekannt war, diversen Praktiken von Sexualmagie, woraufhin sie schwanger wurde. Als ihr Mann sie mit auf eine Schiffsreise nahm, auf der sie eine Fehlgeburt erlitt, griff Crowley ihn scharf an und scheute dabei nicht einmal rassistische Beleidigungen wegen Coomaraswamys indischer Herkunft.

Im Sommer des Jahres 1916 weihte sich Crowley in den vorletzten Grad des Golden Dawn, den Grad des Magus, ein. Dazu hielt er im Juni ein schwarzmagisches Ritual ab, mit welchem die Überreste des vergangenen Äons entsorgt und dessen sterbender Gott gebannt werden sollte. Abgesehen von solchen wahnhaften Phantasien war Crowleys Amerikaaufenthalt aber alles in allem nicht gerade von Erfolgen gekrönt. Lediglich während der vorübergehenden Leitung der Zeitschrift The International im Jahr 1917 konnte er mittels Artikeln, Gedichten und Erzählungen ein wenig Werbung für seine Thelema-Religion machen.

1918 traf Crowley in New York auf Harvey Spencer Lewis, was ihm die Zeit in den USA doch noch etwas versüßte. Lewis Geheimorden AMORC („Antiquus Mysticusque Ordo Rosæ Crucis“, oder zu Deutsch „Alter und mystischer Orden vom Rosenkreuz“) berief sich sowohl auf die Tradition der Rosenkreuzer als auch Crowleys Ideale „Do what you wilt!“ und „Love ist the law, love under will.“ Lewis schmeichelte Crowley sogar derart, dass er behauptete, diese Regeln wären angeblich klassische Rosenkreuzergesetze.

In Sachen Sex kam Crowley im gleichen Jahr mit der Lehrerin Leah Hirsig zusammen, die ihn zusammen mit ihrer Schwester Alma in Manhattan aufgesucht hatte. Leah wurde seine neue „Frau in Scharlach“ und wenig später gebar sie die gemeinsame Tochter Anna Leah. Zusammen mit seiner neuen Familie kehrte Aleister 1919 zunächst nach England zurück und siedelte ein Jahr später nach Cefalú auf Sizilien (Italien) um.

Leah Hirsig vor einem Gemälde von Crowley.

Leah Hirsig vor einem Gemälde von Crowley.

In Cefalú mietete Crowley ein Haus, in dem er die Abtei Thelema gründete. Diese führte er wie ein Sektenguru, dem alle hörig und sexuell gefällig sein mussten. Darüber hinaus mussten alle Abteimitglieder ein magisches Tagebuch führen, welches sie Crowley regelmäßig vorzulegen hatten. Während die Frauen zu Repräsentationen der „Frau in Scharlach“ verkleidet wurden, mussten sich die Männer ihre Köpfe bis auf eine Phalluslocke kahl scheren. Diese Stirnlocke stand zum einen für die magische Kraft von Horus, zum anderen für die Hörner des Pan. Die Gestalt des Pan gilt dank Crowley bis heute als Symbol der Pädophilie und man ahnt bereits, welches Martyrium möglicherweise Kinder in Crowleys Thelema Abtei durchmachen mussten.

Am 14. Oktober 1920 starb z.B. die kleine Anna Leah noch vor ihrem ersten Geburtstag unter ungeklärten Umständen. Obgleich die hygienischen Zustände in der Abtei katastrophal waren, wirft ihr Tod die Frage nach rituellen Kindstötungen auf. Derartige Abscheulichkeiten sind im Satanismus keineswegs unüblich. Bekräftigt wird der Verdacht durch den Tod Raoul Lovedays, welcher ebenfalls in Crowleys Abtei starb, nachdem er bei einem satanistischen Ritual das Blut einer geopferten Katze trinken musste. (Als alternative Todesursache wird auch angegeben, dass er danach aus einem unsauberen Fluss in der Gegend trank und sich dadurch eine Infektion zuzog.) Lovedays Witwe Betty May verklagte den Thelemagründer daraufhin mit Erfolg und wandte sich an die britische Presse.

Es gab in der Abtei Thelema, neben zahlreichen Tieropferungen, also mindestens zwei menschliche Todesopfer, von denen eines Crowleys eigene Tochter war. Zur Frage nach dem rituellen Kindesmissbrauch sowie Kindstötungen liest sich folgendes Zitat des Gurus wie eine Bestätigung: „Für die höchste spirituelle Arbeit muss man dementsprechend das Opfer wählen, das die größte und reinste Kraft in sich birgt. Ein männliches Kind von vollkommener Unschuld und hoher Intelligenz ist das befriedigendste und geeignetste Opfer.“ In wie weit er diese ekelhaften Phantasien tatsächlich auslebte, wäre eine interessante Forschungsaufgabe für Historiker.

Während seiner Zeit in Cefalú schrieb Crowley, der inzwischen täglich drei Gran Heroin verbrauchte, nebenbei auch seinen Roman „Tagebuch eines Drogenabhängigen“, der 1922 erschien. Doch im Gegensatz zu anderen autobiografischen Werken wie „Die Kinder vom Bahnhof Zoo“ rechnete er keineswegs mit dem Heroin ab, sondern rief im Gegenteil zum hemmungslosen Drogenkonsum auf.

Im selben Jahr kamen in Italien die Faschisten an die Macht und scheinbar durch Zufall machte Aleister Crowley gerade in Rom Zwischenstopp, als dort Mussolinis Schwarzhemden einmarschierten. Ein Triumph war dies jedoch nicht für ihn, denn obwohl die Faschisten sein sozialdarwinistisches Weltbild teilten, hatten sie eine gespielte Abneigung gegen Geheimbünde. Diese wurden, mit Ausnahme der Propaganda Due und vatikanischer Orden, allesamt verboten. Dementsprechend wurde Crowley am 23. April 1923 des Landes verwiesen. In seinem tunesischen Exil verfasste er eine Gedichtsammlung mit dem Titel „Songs for Italy“, welche sich gegen das Mussolini-Regime richtete.

1923 verstarb zudem Aleisters Freund Theodor Reuß, der bereits im Jahr zuvor aus gesundheitlichen Gründen alle Ämter beim Ordo Templi Orientis niedergelegt und an Crowley übergegeben hatte. Seine Nachfolgeregelung konnte er jedoch nicht durchsetzen, da in Deutschland eine gewisse Abneigung gegen Crowleys Lehren herrschte. Die Kontrolle über den deutschen O.T.O. übernahm daraufhin der Theosoph Heinrich Tränker (1880-1956).

Im Sommer 1925 veranstaltete schließlich die deutsche Rosenkreuzerbewegung, zu welcher der deutsche O.T.O. gehörte, eine Konferenz im thüringischen Weida, auf der ein neuer Leiter gewählt werden sollte. Tränker und Konsorten luden dazu auch Crowley ein, der zusammen mit Leah Hirsig aus Paris anreiste, wo er sich inzwischen niedergelassen hatte. Tränker sollte diese Einladung später noch bereuen.

Crowley glaubte sich zu dieser Zeit bereits in der Rolle des Retters der Menschheit sowie des Verkünders einer neuen religiösen Botschaft. Er verglich sich sogar mit dem von der Theosophischen Gesellschaft erwarteten Weltlehrer Maitreya, wobei er sich von der „Weißen Bruderschaft“ legitimiert sah. In Weida verfolgte er schließlich den Plan, sich von Deutschland ausgehend zum Weltheiland ausrufen zu lassen. Vergleichbare Allüren hatte zur selben Zeit auch schon ein gewisser Österreicher, der ähnliche Pläne in Deutschland hegte und dabei leider mehr Erfolg hatte.

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Crowley schaffte es dagegen lediglich, die Rosenkreuzer zu spalten. Einige erkannten ihn als internationales Oberhaupt an und unterschrieben seine Ermächtigung zum Weltlehrer. Als „Bruder Baphomet“ übernahm er die Leitung des O.T.O. und denunzierte Heinrich Tränker, nachdem dieser seine Unterstützung kurz nach der Weida-Konferenz zurückgezogen hatte. Obendrein führte das Zerwürfnis zur Auflösung von Tränkers Pansophischer Loge, aus der jedoch die Fraternitas Saturni („Bruderschaft des Saturn“) hervorging. Tränker bezeichnete Crowley fortan als Judas und soll 1928 alle Freimaurerlogen dazu aufgerufen haben, den selbsternannten Weltlehrer zu verhaften, sofern dieser jemals wieder nach Deutschland einzureisen versuche.

In Deutschland wurde dem Thelemagründer im darauf folgenden Jahrzehnt aber ohnehin einmal mehr die Show gestohlen. Zuvor verkündete er noch, dass derjenigen Nation die Weltherrschaft zufallen würde, die sein Buch „Liber Legis“ zum Staatsgrundsatz erklärt. Deutschland machte aber stattdessen Hitlers „Mein Kampf“ zum Staatsgrundsatz. Satan kann schon ein ziemlicher Arsch sein, wenn er seine Jünger gegeneinander ausspielt…

Es verhält sich nicht gerade so, dass unter den okkulten Geheimgesellschaften perfekte Harmonie herrschen würde. Oft waren und sind sie sich untereinander überhaupt nicht grün. So begrüßten es auch die Theosophen keineswegs, dass Crowley sich als ihr Weltlehrer präsentierte. Als solchen hatte Blavatskys Esotruppe bereits den Inder Jiddu Krishnamurti (1895-1986) auserkoren. Krishnamurti und Crowley waren sich spinnefeind, obgleich es keiner von beiden zum Weltlehrer schaffte. Zumindest erlangte Crowley jedoch durchaus die größere Popularität.

Der nächste Rückschlag ließ nicht lange auf sich warten. Am 17. März 1929 wurde Aleister Crowley wegen angeblicher Spionage aus Frankreich ausgewiesen, womit er bereits in drei Ländern höchst unwillkommen war. Nach Deutschland kehrte er allerdings noch mehrfach zurück. So heiratete er im August 1929 in Leipzig seine nächste „Scharlachfrau“, die aus Nicaragua stammende Maria Theresa de Miramar. Mit der Heirat bekam diese die britische Staatsbürgerschaft und noch im selben Monat zogen die beiden nach Kent, wo sie sich in einem Landhaus niederließen.

1930 zogen die zwei wieder zurück nach Deutschland, wo Crowley seine zweifelhaften Kunstwerke ausstellen wollte. Nachdem sich Aleister in Berlin in die gerade einmal 19-jährige Künstlerin Hanni Jaeger verliebte, landete seine zurückgelassene Ehefrau Maria Theresa in einer Nervenheilanstalt. Crowley hatte ein wahres Talent, seine Frauen um deren geistige Gesundheit zu bringen.

Mit Hanni reiste er indes nach Lissabon, wo diese ihn jedoch verließ und nach Deutschland zurückreiste. Möglicherweise inszenierte er ihretwegen seinen Suizid in der Nähe von Cascais, wobei ihm der portugiesische Dichter Fernando Pessoa half. Der französische Esoteriker René Guénon mutmaßte dagegen in einem Brief an den italienischen Rassentheoretiker Julius Evola, dass Crowley mit dem fingierten Selbstmord die Absicht verfolgte, in die Rolle von Hitlers okkultem Berater zu schlüpfen.

Tatsächlich verweilte der satanistische Weltlehrer bis Mitte 1932 in Berlin, wo er jedoch zunächst unangenehme Bekanntschaft mit einem SA-Schlägertrupp machte. Am 3. August 1931 hatte Crowley schon wieder eine Lady in Rot bei einem Spaziergang Unter den Linden kennen gelernt. Er weihte sie zur „großen Hure des Tieres 666“ und missbrauchte sie nach allen Regeln der Kunst. Als er während eines heftigen Streits auf offener Straße auf die einschlug, kam ihr ein SA-Trupp zu Hilfe und prügelte den Frauenfeind in den Rinnstein.

Es steckt schon eine gewisse Ironie darin, wenn sich die Bösen gegenseitig die Visagen eintreten. An anderer Stelle ergänzten sich die Mächte der Finsternis jedoch wieder. Unter anderem pflegte Crowley während seines Berlinaufenthalts Kontakt mit Aldous Huxley (1894-1963), dem Autor von „Brave New World“. Rein zufällig erschien diese Dystopie genau ein Jahr vor Hitlers Machtergreifung und angesichts von Huxleys Umfeld kommt man zwangsläufig zu dem Schluss, dass „Brave New World“ nicht als Warnung, sondern als Steilvorlage für die Neue Weltordnung gedacht war.

Der freimaurerische Begriff der neuen Weltordnung war natürlich auch den Nazis nicht fremd, wobei deren Thule-Gesellschaft davon eine etwas andere Vorstellung hatte als die anderen Logen in Deutschland, die 1937 verboten wurden. Von ausländischen Hochgradfreimaurern, darunter Henry Ford, wurden die Nazis indes weiter unterstützt. Ebenso von Crowley, der den 33. und damit den höchsten Grad der Freimaurerei bekleidete.

Hidden Finger

Seiner unerfreulichen Erfahrung mit der SA sowie dem Verbot des Ordo Templi Orientis durch Heydrich am 20. Juli 1937 zum Trotz, erkannte der Schwarzmagier eine große Seelenverwandtschaft zu Adolf Hitler (1889-1945). Im Führer sah er den Vollstrecker seiner satanistischen Ideologie. Zudem sah Crowley starke Ähnlichkeiten zwischen seiner Thelema und Hitlers okkultem Orden. Zwischen 1942 und 1944 notierte er seine dahingehenden Gedanken in einem Exemplar von Hermann Rauschnings „Gespräche mit Hitler“ und strich Textpassagen an, in denen Rauschning beschreibt, wie Hitler von einer „neuen Weltordnung“ und dem Zerfall des alten Wertesystems sprach.

Es dürfte inzwischen jedem gut informierten Menschen klar sein, dass es eine enge Verbindung der neuen Weltordnung mit dem Faschismus und Satanismus gibt. Obgleich sich diverse okkulte Geheimbünde durchaus immer wieder gegenseitig behaken, bilden sie doch das Bindeglied zwischen der NWO und den politischen sowie religiösen Ideologien der Verdammnis. Wie eine Schuppenflechte legt sich das Netz der Geheimlogen über den Globus und zersetzt die menschliche Gesellschaft.

Wen sollte es in Anbetracht dessen noch verwundern, dass Hitlers Verlautbarungen über die Verneinung der Moral, den Einsatz von Gewalt sowie den Triumph des Willens direkt aus Crowleys „Buch der Gesetze“ abgeschrieben sein könnten? Wäre es tatsächlich eine Überraschung, wenn sich am Ende doch noch herausstellte, dass der Begründer des modernen Satanismus dem Gründer des 3. Reichs beratend zur Seite stand?

Allerdings blieb Crowley nicht bis zu Hitlers Machtergreifung in Berlin. Ein knappes halbes Jahr zuvor kehrte er nach England zurück, wo er den Rest seines armseligen Lebens verbrachte. Während seine Gesundheit aufgrund seiner Heroinsucht zusehends den Bach runter ging und er auf die finanzielle Unterstützung seiner Schüler angewiesen war, schwand auch sein gesellschaftlicher Einfluss.

1934 verklagte er seine einstige Freundin Nina Hamnett, weil diese sich in ihren Memoiren unvorteilhaft über seine Abtei Thelema geäußert hatte. Diesen Schritt hätte er, wie so ziemlich alles in seinem Leben, lieber lassen sollen. Nach vier Tagen endete das Verfahren für Crowley mit einer Niederlage und er wurde selbst zum Angeklagten, da er Briefe gestohlen hatte, um sie im Prozess gegen Nina Hamnett zu verwenden. Er bekam zwei Jahre auf Bewährung.

Im Jahr darauf musste er vor seinen Gläubigern kapitulieren und er wurde für bankrott erklärt. Ideologisch war Aleister Crowley dennoch nicht am Boden und hinterließ der Nachwelt noch einige okkulte Werke. Darunter das „Thoth Tarot“, welches er gemeinsam mit der Gattin des liberalen Politikers Percey Alfred Harris entwickelte. Frieda Harris (1877-1962) hatte er 1937 kennen gelernt und er arbeitete bis zu seinem Tod mit ihr zusammen.

Dennoch verstarb Aleister Crowley vereinsamt am 1. Dezember 1947 in Hastings. Es ist direkt erstaunlich, dass sein Herz trotz der langjährigen Drogenkrankheit erst im Alter von 72 Jahren den Dienst versagte. Seine letzten Worte „I’m perplexed“ („Ich bin überrascht“), sorgten indes für einige wilde Spekulationen. Sah Aleister etwa dasselbe Licht, welches Menschen mit Nahtoderfahrungen als voller Liebe und Vergebung beschreiben? Für einen krankhaften Satanisten wie Crowley müsste es jedenfalls der Inbegriff der Hölle sein, wenn ihm an einem solchen Ort der Harmonie bewusst werden würde, dass er sein Leben gänzlich verschwendet hat.

Bei ähnlich verkrachten Existenzen erlangten Crowleys Werke nach seinem Tod noch durchaus große Popularität. Der von ihm mitbegründete Ordo Templi Orientis existiert zwar bis heute, ist jedoch in zahlreiche Einzelgruppierungen zerfallen. Die bedeutendste davon ist der amerikanische Calipaths-O.T.O., der auch die Rechte an Crowleys Tarot besitzt.

In Deutschland gründete sich 1979 der Thelema-Orden des Argentum Astrum, dessen Initiator Michael Dietmar Eschner (1949-2007) von sich behauptete, die Reinkarnation Aleister Crowleys zu sein. 1982 wurde der Orden in Thelema umbenannt und machte zunehmend Schlagzeilen wegen verschiedensten Formen von ritueller Gewalt. 1992 wurde Eschner schließlich wegen gefährlicher Körperverletzung und Vergewaltigung eines Gruppenmitgliedes zu sechs Jahren Knast verurteilt.

2001 wurde die Sekte abermals umbenannt und trägt nunmehr die Bezeichnung Thelema Society. Ein Jahr später hagelte es wieder Schlagzeilen über sexuelle Ausbeutung innerhalb der Gruppe, womit Michael Dietmar Eschner tatsächlich in der schmutzigen Tradition Crowleys stand.

Unter den weiteren Anhängern Crowleys finden sich auch bekanntere Namen wie Anton Szandor LaVey (1930-1997), der in Crowley den bedeutendsten Vorreiter des „nietzscheanischen Satanismus“ sah. Neben der Church of Satan wurde aber auch die Psychosekte $cientology indirekt von Crowley beeinflusst. Das Erbe von Aleister Crowley kann also alles in allem als äußerst verdorben angesehen werden.

Allerdings kann der wohl größte Okkultist der Moderne auch als mahnendes Beispiel gelten, was Satanismus, Esoterik und Drogenmissbrauch aus Menschen machen können. Obwohl er durchaus alt wurde und erheblichen Einfluss auf das Weltgeschehen nahm, war sein Leben doch überwiegend von persönlichen Rückschlägen und Niederlagen gekennzeichnet. Der Pakt mit dem Teufel bescherte ihm weder Glück noch Reichtum.

Stattdessen war er schwer drogenkrank, was wiederum seiner geistigen Gesundheit äußerst abträglich war. Unter Drogeneinfluss glaubte er gar, während des „Amalantrah Working“ 1919 einen Außerirdischen namens Lam sowie die bereits erwähnte Gottheit Aiwass zu channeln. Zumindest liegt es nahe, derartige Kontakte Crowleys Drogenkonsum zuzuschreiben, wohingegen andere Channelmedien angeblich auch ohne Heroin und lustige Pilze auskommen sollen.

LAM

LAM

Ebenso fraglich ist Crowleys Selbstdarstellung als bösester Mensch des 20. Jahrhunderts, da ihm Hitler, Stalin und Pol Pot durchaus Konkurrenz machten. Zweifellos war Crowley ein extrem widerwärtiger Charakter und ein ideologischer Vordenker dieser Menschenschlächter. Dennoch scheint der Titel des geistig umnachtetsten Menschen weitaus angebrachter zu sein. Und vielleicht ist es ja genau diese geistige Umnachtung, die ihn bis heute so gefährlich macht.

Quelle (deutsch und englisch)

3 Kommentare zu “Die größten Okkultisten: Aleister Crowley – Freimaurer und Satanist

  1. Was hat es mit dieser 42 auf sich? Ich möchte nochmal daran erinnern, dass es die große Zahl aus Kubricks „The Shining“ ist. 42 Autos auf dem Parkplatz, The Summer of 42 im TV, 42 Schläge mit dem Baseballschläger an Jack auf der Treppe, 42 auf dem Pulli des Jugen, Room 237 = 2 x 3 x7 = 42…

  2. Ja, genau. Stimmt. Es ist doch echt aberwitzig, dass in dieser Welt tatsächlich nicht die Verschwörungtheoretiker die „Verrückten“ sind, sondern viel mehr die Verschwörer hinter all diesen Zeichen.

    Ich frage mich wie so ein Dreh abläuft. In der Praxis. Vor allem, wenn Kubrick der einzig Eingeweihte war. Ich denke nicht, dass diese Schauspielerin eingeweiht ist.

    Ist es nicht irgendwie suspekt wenn er befiehlt „parkt mal 42 Autos in einer gewissen Reihenfolge auf dem Parkplat!z“ und wenig später „Schlage ihn jetzt mal genau 42 mal mit dem Schläger!“. Aber die Zahl ist überall.

    Für mich ist an der Szene mit der Mondlandung (vom Flur zum Raum 236) in The Shining ganz klar was dran.

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