Die satanischen Abgründe von Crowleywood

Einer der größten Crowley-Fans der Filmgeschichte ist der Filmemacher Kenneth Anger (*1927). Seine Wertschätzung für den Schwarzmagier ging sogar so weit, dass er ins sizilianische Cefalú pilgerte, um sich von den erotisch-magischen Fresken in der ehemaligen Thelema Abtei inspirieren zu lassen.

Alfred Kinsey & Kenneth Anger bei einer Besichtung der Thelema Abtei.

Alfred Kinsey & Kenneth Anger bei einer Besichtung der Thelema Abtei.

Sein 1954 vollendeter Streifen „Inauguration of the Pleasure Dome“ gilt als filmische Umsetzung von Crowleys Visionen. Zudem spielte darin Marjorie Cameron, die zweite Frau von Crowleys Schüler Jack Parsons, mit. Marjorie wurde von Parsons mit magischen Praktiken regelrecht hirngewaschen, bis sie schließlich glaubte, die Hure Babalon in Person zu sein. Entsprechend diesem okkulten Mind Control ist ihr Kopf in Angers Werk in einem Käfig zu sehen.

Kenneth Anger - Pleasure Doom

Für Angers 1980 gedrehtes Werk mit dem bezeichnenden Titel „Lucifer Rising“ wurde ein Teil des Soundtracks von Jimmy Page komponiert, welcher als großer Fan von Crowley dessen Anwesen in Schottland kaufte. Der Rest des Scores stammte von Bobby Beausoleil, einem verurteilten Mörder und Mitglied der Charles Manson Familie.

Kenneth Anger - Lucifer Rising

Kenneth Anger drehte auch im fortgeschrittenen Alter noch fleißig weiter okkulte Filme. 2002 erschien der Kurzfilm „The Man We Want To Hang“, der aus unzähligen Gemälden Crowleys besteht. Angers gesamtes Wirken strotzt nur so vor Satanismus, Freimaurerei, Ägyptologie und New Age.

Kenneth Anger Magick

Ein weiterer Independentfilmemacher ist Alan Gadney, dessen 1974 erschienener Film „Moonchild“ verdächtig nach einem Roman Crowleys von 1929 klingt. Selbstverständlich gibt es aber nicht nur Underground-Filmemacher, die sich bei Crowley bedienen. Dennis Hopper, der Regisseur und Hauptdarsteller von „Easy Rider“, macht ebenfalls keinen Hehl aus seinen thelemischen Aktivitäten.

2008 tauchte Crowley schließlich direkt in dem Film „Chemical Wedding“ auf, wobei die Doppelrolle Aleister Crowley/Prof. Oliver Haddo vom britischen Schauspieler Simon Callow übernommen wurde. In diesem kruden Werk, welches auch unter dem Titel „Crowley – Back From Hell“ bekannt ist, manifestiert sich der Geist des toten Satanisten durch einen Computerunfall. Der Film basiert auf einer Vorlage von Julian Doyle und dem Iron Maiden-Sänger Bruce Dickinson.

Crowley - Back from Hell

Oliver Haddo ist nebenbei bemerkt ein Synonym für Aleister Crowley, welches aus William Somerset Maughams 1908 erschienenem Schauerroman „The Magician“ stammt. Maugham hatte Crowley in Paris persönlich kennen gelernt und sah in ihm einen gewieften Schwindler und Lügner. In seinem Roman verarbeitete er diese Begegnung, wobei er neben Oliver Haddos Anlehnung an Crowley auch einige Anspielungen versteckte. So leitet sich das Haus namens Skene von Aleisters Wohnsitz Boleskine ab.

1926 nahm der Regisseur Rex Ingram den Roman als Vorlage für seinen Stummfilm „Der Magier“, womit dieser ebenfalls indirekt auf Crowley anspielt.

Der Magier - Rex Ingram

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