Die größten Okkultisten: Anton Szandor LaVey – Gründer der Church of Satan

von Shinzon

Der Gründer der Church of Satan wurde am 11. April 1930 als Howard Stanton Levey in Chicago (Illinois) geboren. Später zogen seine Eltern Gertrude Augusta und Michael Joseph nach San Francisco (Kalifornien) und Globe (Arizona), wo er seine Kindheit verbrachte.

Howard Stanton war schon früh musikalisch veranlagt und interessierte sich insbesondere für Tasteninstrumente wie Orgeln. Das Klavierspielen brachte er sich selbst bei. In anderen Fächern ließ er sich dagegen ungern belehren und brach die Highschool in Globe ab. Er verließ sein Elternhaus und schloss sich dem „Clyde Beatty Circus“ an, wo er u.a. als Raubtierdompteur und Organist arbeitete.

Während dieser Episode seines Lebens wurde auch seine Sicht auf das Christentum nachhaltig beeinflusst. In der Satanischen Bibel schrieb er später dazu: „Samstagabends sah ich regelmäßig Männer, die lüstern die halbnackten Tanzmädchen auf dem Jahrmarkt anstarrten, und wenn ich Sonntagsmorgens die Veranstaltungen der Evangelisten in einem Zelt am anderen Ende des Festplatzes auf der Orgel begleitete, sah ich die gleichen Männer wieder. Hier saßen sie mit ihren Frauen und Kindern auf den Bänken und baten Gott um Vergebung, und Befreiung von ihren fleischlichen Trieben. Und am nächsten Samstagabend waren sie dann wieder auf dem Festplatz und starrten die Mädchen an.“

Die Doppelmoral solch verlogener Pseudochristen hat schon einige Menschen in die Fänge des Satanismus getrieben. Denn dort wird die Unmoral offen gepredigt, welche in den Kirchen und dem Vatikan nur hinter verschlossenen Türen stattfindet. Von daher war es wohl nicht die Unmoral an sich, die LaVey so abstieß, sondern die anschließende Heuchelei.

Doch noch war es ein weiter Weg für ihn zum Satanismus. Nach dem Verlassen des Zirkus zog LaVey zurück nach San Francisco, wo er zunächst laut seiner eigenen Biografie drei Jahre lang als Polizeifotograf für das San Francisco Police Department arbeitete. Belege für diese Tätigkeit gibt es jedoch keine.

Nach einer angeblichen Affäre mit der noch unbekannten Marilyn Monroe heiratete LaVey 1951 Carole Lansing, die ein Jahr später seine erste Tochter Karla zur Welt brachte. Die Ehe endete jedoch 1960, nachdem er Diane Hegarty kennen lernte. Die beiden heirateten zwar nie, doch gebar ihm Diana 1963 seine zweite Tochter Zeena Galatea.

Abseits von seinem Familienleben machte Lavey durch seine paranormalen Studien sowie seine Auftritte als Orgelspieler auf sich aufmerksam. Seine Partys zogen dabei einige illustre Berühmtheiten an, die sein Interesse am Okkulten weiter schürten. Darunter der Schamane Michael Harner (*1929), einige Science Fiction Autoren wie Fritz Leiber (1910-1992), welcher von H.P. Lovecrafts Cthulhu-Mythos inspiriert wurde, und der okkultistische Filmemacher Kenneth Anger (*1927), welcher Crowleys Religion Thelema folgte.

LaVey begann mit regelmäßigen Treffen freitagnachts, bei denen er sich mit anderen in okkulte Themen und Rituale vertiefte. Ein Mitglied dieses Kreises meinte schließlich, dass er die Basis für eine neue Religion hätte, was LaVey dazu veranlasste, sich in der Walpurgisnacht am 30. April 1966 die Haare in einer rituellen Zeremonie abzuscheren und die Church of Satan („Kirche Satans“) zu gründen. Es ist wohl kaum ein Zufall, dass er das Jahr ’66 wählte, welches er zum ersten Jahr des Zeitalters von Satan umdeklarierte.

Siegel_des_Baphomet

Mit diesem Schritt verschaffte sich LaVey, der sich inzwischen Anton Szandor nannte, einige Aufmerksamkeit. Er trat in Talkshows auf und zierte die Titelseiten zahlreicher Zeitschriften. Es ist geradezu erstaunlich, dass er im urchristlichen Amerika ein solch breites Podium für seine kranke Ideologie bekam. Es spricht einiges dafür, dass hier von Seiten der Verantwortlichen eine absichtliche Provokation geplant war, denn zweifelsohne sorgten kontroverse Figuren schon immer für hohe Einschaltquoten und Verkaufszahlen. Hätte man ihn ignoriert, wäre er vielleicht nie so bedeutend geworden, was zusätzlich die Frage aufwirft, ob er nicht gezielt von den Massenmedien gefördert wurde?

LaVey mit typischer Freimaurergeste.

LaVey mit typischer Freimaurergeste.

Weitere Fragen sollte eine Oben-Ohne-Tänzerin namens „Sharon King“ aufwerfen, welche LaVey 1967 in einer seiner Nachtclub-Shows beschäftigte. Ihr bürgerlicher Name lautete Susan Atkins (1948-2009) und sie gehörte der berüchtigten Manson-Family an, deren Anführer Charles Manson sich ideologisch u.a. bei Aleister Crowley und $cientology bediente.

Zwei Jahre nach ihrem Kontakt mit dem Satanisten LaVey, war sie an der Mordserie der Manson-Familie beteiligt, bei welcher auch Roman Polanskis hochschwangere Frau Sharon Tate ums Leben kam. Polanski hatte indes ein Jahr zuvor der Church of Satan mit seinem Film „Rosemaries Baby“ ein Denkmal gesetzt, in dem ebenfalls das Jahr 1 des satanischen Zeitalters ausgerufen wurde. Man gewinnt den Eindruck, dass sich bei diesen Vorfällen ein größerer Kreis schließt, in dessen Zentrum die Church of Satan steht.

Auf die Filmindustrie sollte LaVey in der Folgezeit noch größeren Einfluss nehmen, indem er des Öfteren bei Horrorfilmen als Berater hinzugezogen wurde. Wer also glaubt, Horrorfilme seien nur bloße Unterhaltung ohne direkten Satanismusbezug, sollte sich diesen Umstand bewusst machen. Ebenso beeinflusste LaVey die Musikindustrie nachhaltig und veröffentliche sogar eine Handvoll eigener Platten. Den Beginn machte 1968 seine LP „The Satanic Mass“.

The satanic Mass

1969 erschien dann seine Satanische Bibel, welche die religiösen Grundlagen des modernen Satanismus zusammenfasste. Die neun Grundsätze der Church of Satan lauten wie folgt:

1. Satan bedeutet Sinnesfreude statt Abstinenz.
2. Satan bedeutet Lebenskraft statt Hirngespinste.
3. Satan bedeutet unverfälschte Weisheit statt heuchlerischem Selbstbetrug.
4. Satan bedeutet Güte gegenüber denen, die sie verdienen, statt Liebe an Undankbare.
5. Satan bedeutet Rache statt Hinhalten der anderen Wange.
6. Satan bedeutet Verantwortung für die Verantwortungsbewussten statt Fürsorge für psychische Vampire.
7. Satan bedeutet, dass der Mensch lediglich ein Tier unter anderen Tieren ist, manchmal besser, häufig jedoch schlechter als die Vierbeiner, da er auf Grund seiner „göttlichen, geistigen und intellektuellen Entwicklung“ zum bösartigsten aller Tiere geworden ist.
8. Satan bedeutet alle so genannten Sünden, denn sie alle führen zu physischer, geistiger und emotionaler Erfüllung.
9. Satan ist der beste Freund, den die Kirche jemals gehabt hat, denn er hielt sie die ganzen Jahre über am Leben, er ist die Rechtfertigung ihrer Existenz.

Die Satanische Bibel ist in vier Bücher unterteilt, die für die vier Elemente stehen. Das Buch Satan (Feuer) ist aus der Sicht des Teufels geschrieben und kritisiert in erster Linie die monotheistischen Religionen. Das Buch Luzifer (Luft) behandelt das Verhältnis zu Gott, satanischen Sex und Feiertage. Interessanterweise distanziert sich LaVey darin von Menschen- und Tieropfern. Im Buch Belial (Erde) werden Theorie und Praxis satanischer Magie und die dazugehörigen Rituale behandelt. Das Buch Leviathan (Wasser) umfasst zu guter Letzt die Anrufung Satans sowie die Beschwörung von Lust, Vernichtung und Mitleid. Zudem finden sich die 19 Henochischen Schlüssel des englischen Mystikers John Dee (1527-1608) darin wieder.

Anton Szandor LaVey schrieb jedoch nicht nur bei John Dee ab. Er plagiierte weiterhin aus dem sozialdarwinistischen Werk „Might is Right“ von Ragnar Redbeard (Pseudonym eines unbekannten Autors) und zitierte aus Aleister Crowleys „Equinox“. Ironischerweise basiert das Alte Testament des Christentums ebenfalls auf älteren Werken, wie dem sumerischen Gilgamesch-Epos.

Die Satanische Bibel blieb leider nicht das letzte Werk LaVeys. Es folgten „The Satanic Rituals“ (1972), „The Satanic Witch“ (1989), „The Devil’s Notebook” (1992) und „Satan speaks!” (1998), wobei Letzteres jedoch erst nach seinem Tod erschien. Seine Diskografie setzte sich dagegen erst in den 1990ern fort. In seinen letzten Lebensjahren erschienen die Single „Answer me/Honolulu Baby, 7“ (1994), die EP „Strange Music“ (ebenfalls 1994) und „Satan Takes a Holiday“ (1995).

LaVey als Schlangenträger.

LaVey als Schlangenträger.

Privat löste sich in der Zwischenzeit seine Beziehung mit Diane Hegarty nach 25 Jahren. Nachdem sie sich 1985 von LaVey getrennt hatte, ließ er sich mit Blanche Barton ein. Mit Barton bekam er am 1. November 1993 seinen ersten Sohn, dem er den kruden Namen Satan Xerxes Carnacki LaVey gab. Nachdem Anton Szandor am 29. Oktober 1997 in San Francisco an einem Lungenödem infolge eines Herzinfarkts starb, übernahmen Blanche Barton und LaVeys Tochter Karla als Co-Hohepriesterinnen die Leitung der Church of Satan. 2001 gaben sie die Leitung jedoch an Peter H. Gilmore ab.

Neben seinem Vordenker Aleister Crowley kann Anton Szandor LaVey wohl als wichtigster Begründer des modernen Satanismus gelten. Seine Church of Satan darf dabei nicht unterschätzt werden, da sie zahlreiche Mitglieder in der Musik-, Film- sowie PC-Spiele-Industrie hat. Wer sich angesichts dessen immer noch wundert, warum satanistische Symbole heutzutage so weit verbreitet sind, braucht sich nur mal eingehender mit LaVeys Erbe zu beschäftigen.

Der Charakter des Kane (Joe Kucan) in „Command and Conquer“ ist dabei sogar mehr als offensichtlich an LaVey angelehnt – die Glatze, der Bart, die Boshaftigkeit. Der Name Kane spielt indessen auf Kain an, der Sohn von Adam und Eva im Alten Testament, der seinen Bruder Abel erschlug. Abwandlungen von Kain (Cain, Cane, Kane) sind im Satanismus eine beliebte Methode, um auf die Abkehr von Gottes Geboten hinzudeuten. „Tu was du willst!“ statt „du sollst nicht töten!“

C&C - LaVey

Dem Gründer der Church of Satan ist es nicht zuletzt zu verdanken, dass Satanismus inzwischen ganz offen zelebriert wird. Was zuvor noch in den Hinterzimmern der Hellfire Clubs oder der Abtei Thelema stattfand, ist seit der Church of Satan Normalität. Sexualmagische Rituale mit nackten Frauen auf Altären inklusive. Lediglich von Tier- und Menschenopfer sowie rituellem Kindesmissbrauch distanziert sich die Church of Satan nach außen.

Ob dies jedoch den Tatsachen entspricht, ist schwer zu beurteilen. Zum einen gibt es noch ein globales Netzwerk satanistischer Geheimlogen, deren menschenverachtende Verbrechen inzwischen durch zahlreiche Aussagen von Opfern sehr gut dokumentiert sind. Es stellt sich dabei die Frage, welche Kontakte es zwischen der Church of Satan und diesen schwarzen Logen gibt? Zum anderen zeigen Fotos der satanistischen Taufe von LaVeys Tochter Zeena am 23. Mai 1967 eine nackte Frau auf dem Altar. Diese Bilder belegen zwar keinen direkten Kindesmissbrauch, doch ist dies sicherlich kein angemessener Umgang für Kinder. In Deutschland wäre die Anwesenheit von Kindern bei solch obszönen Ritualen jedenfalls ein Fall fürs Jugendamt.

Zeenas Taufe

Die Church of Satan, deren Hauptsitz sich inzwischen passenderweise im New Yorker Stadtteil Hell’s Kitchen befindet, ist jedem Falle eine verachtenswerte Organisation, die gefährliche Werte vermittelt. Dazu gehören vor allem sexuelle Perversion, Unmoral und Sozialdarwinismus. Sie mag im Vergleich zu den schwarzen Logen harmlos erscheinen, doch fungiert sie als Türöffner für eine menschenverachtende Ideologie sowie religiösen Irrsinn.

Quelle

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