Filmische Weltkriegsdrohungen

Wenn es um Kriegsandrohungen in Filmen und Serien geht, darf man dabei nicht vergessen, welchen Einfluss das Pentagon auf Hollywood hat. Viele Studios lassen es zu, dass Drehbücher vom Pentagon revidiert werden, um im Gegenzug echte Soldaten und Kriegsgerät für ihre Filme zu bekommen, was die Produktionskosten erheblich senkt. Neben solchen Kooperationen gibt es aber auch direkte Propagandafilme wie „Top Gun“, welcher der US Air Force Masseneintritte bescherte.

Wenn nun also in einem Film ein Krieg angekündigt wird, kann man dies durchaus als Teil einer militärischen Propagandastrategie sehen. Nehmen wir z.B. das Feindbild Iran, welches in zahlreichen Blockbustern unterschwellig aufgebaut wird. In „Transporter 3“ von 2008 fragt ein Hacker ganz beiläufig, ob Frank Martin (Jason Statham) die Invasionspläne für den Iran sehen will. (Ganz am Ende des Trailers.) Was wie ein Witz wirken mag, ist in Wirklichkeit bitterer Ernst.

Auch in „Transformers 3“ aus dem Jahr 2011 sieht man gleich zu Beginn, wie die Autobots eine militärische Operation gegen den Iran durchführen.

Zuletzt sah man schließlich im Remake von „Robocop“, wie Teheran von Kampfrobotern besetzt wird. Diese mähen eine Gruppe von Widerstandskämpfern gnadenlos nieder, darunter auch ein Kind mit einem Messer in der Hand.

Der Iran ist aber nicht das einzige Ziel für Hollywoods Propagandamaschinerie. In dem überragenden Kassenschlager „Avatar“ von 2009 erwähnt der Protagonist Jake Sully (Sam Worthington) ganz beiläufig, dass er zuvor in einem Einsatz in Venezuela war. Auch das ölreiche Venezuela steht ganz weit oben auf der Abschussliste der USA und es ist wohl kein Zufall, dass dort momentan Aufstände wie in der Ukraine toben.

Es fällt auf, dass die USA in all diesen Beispielen der Aggressor sind. Angst scheint man in Hollywood indes nur vor China und Nordkorea zu haben. In „Tomorrow, when the War began“ (2010) besetzen z.B. nicht näher beschriebene Asiaten Australien. Eine Gruppe Collegekids sagt ihnen schließlich den Kampf an, welchen das australische Militär nicht gewinnen konnte. Klingt beknackt, aber die Botschaft dahinter lautet: „Das Militär braucht junge Leute!“

2012 sollten dann im ähnlich gearteten „Red Dawn“, dem Remake des grusligen Propagandaschinkens „Die rote Flut“, ursprünglich die Chinesen die USA unterwerfen. Dies war den Machern aber wohl doch zu heikel. Der Film wurde umgeschnitten und die Chinesen durch Nordkoreaner ersetzt. Wahrscheinlich wollte man nicht auf den chinesischen Markt verzichten, wohingegen es in Nordkorea kaum Kinos gibt, geschweige denn Menschen, die sich den Eintritt leisten könnten.

Für China entschied man sich dann jedoch in „Invasion Day“, wobei es direkt ironisch wäre, wenn China die USA pfänden würde. Die USA besetzen am laufenden Band Länder, die keineswegs bei ihnen verschuldet sind.

So viel zu den erklärten Feindbildern. Doch wie steht es um Ankündigungen eines dritten Weltkrieges? In diese Richtung geht „The Divide“, obwohl man darin abermals nur die Besetzung der amerikanischen Stadt New York durch nordkoreanische Truppen aufgetischt bekommt. Immerhin hagelt es aber Atombomben.

The Divide Poster

Wir werden in Zukunft gewiss noch mehr Filme im Kino sehen, die uns auf einen globalen Krieg einstimmen werden. Es gibt allerdings schon eine Fülle an postapokalyptischen Science Fiction Filmen, die uns eine Gesellschaft nach dem 3. Weltkrieg zeigen. In „Equilibrium“ von 2002 nutzt z.B. ein totalitäres Naziregime den letzten Weltkrieg, um den Menschen sämtliche Gefühle zu verbieten, da diese für die Zerstörungen verantwortlich gemacht werden. Das emotionslose Regime führt jedoch längst wieder Krieg gegen all jene Menschen, die fühlen wollen.

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