Literatur für und gegen die neue Weltordnung

Die neue Weltordnung wird nicht nur in Filmen und Liedern gepriesen, vor der Literatur macht sie ebenso wenig halt. Eines der ältesten Werke, welches die NWO im Titel trägt, ist das Sachbuch „The New World Order“ von H.G. Wells (1866-1946). Es erschien 1939, dem Jahr, in dem der zweite Weltkrieg ausbrach.

HG-Wells_NWO_OpenConspiracy

Der hochgradige Freimaurer und Okkultist ist vielen nur als Science Fiction-Autor bekannt, doch er schrieb auch Dutzende Sachbücher, hauptsächlich politische über den Sozialismus und Marxismus. Seine ablehnende Haltung gegenüber dem Krieg und der Klassengesellschaft gehörten sicherlich noch zu seinen besseren Seiten. Dennoch zeigen einige seiner Zukunftsromane wie „Thing to come“, dass auch Wells einen großen Weltkrieg als Voraussetzung für die Schaffung einer neuen Weltordnung betrachtete. Auf „Things to come“ werden wir an späterer Stelle noch genauer eingehen.

Things to come

Ein weiterer bekannter Name ist George Orwell (1903-1950), welcher mit seinem Werk „Farm der Tiere“ von 1945 den Verrat Stalins am Sozialismus verarbeitete. Orwell war dennoch selbst stets ein Sozialist geblieben, lehnte aber den Totalitarismus der Sowjetunion ab. Sein berühmtestes Werk „1984“, welches er drei Jahre später schrieb, war ebenfalls eine gnadenlose Abrechnung mit dem Stalinismus und verband eine pseudosozialistische Einparteiendiktatur mit dem Thema des totalitären Überwachungsstaates.

„1984“ prägte zudem einige Begriffe wie „Neusprech“, „Doppeldenk“ und „Big Brother“, wobei Letzteres aktueller ist, denn je. Die (scripted) Reality TV-Show „Big Brother“ wurde z.B. danach benannt, was extrem zynisch ist, da sie das Fernsehpublikum an die Überwachung auch in den heimischen vier Wänden gewöhnen soll, welche Orwell voraussagte. Im Zusammenhang mit den zunehmenden Überwachungsmaßnahmen spricht man schon seit längerem von einem „orwellschen Staat“.

Nach außen hin lehnte Orwell einen solchen Staat ab, doch 2003 wurde bekannt, dass er eine Zeitlang dem britischen Geheimdienst MI5 zugearbeitet hatte. 2007 gelangten weitere Geheimdienstdossiers an die Öffentlichkeit, denen zufolge er selbst Ziel einer Überwachung durch den MI5 gewesen war. Es wird vermutet, dass „1984“ auch eine Verarbeitung seiner diesbezüglichen Erfahrungen darstellen könnte.

Eine Verherrlichung der neuen Weltordnung ist dieses Werk jedenfalls nicht. Orwell war im Gegenteil ein bekennender Antifaschist. Im Gegensatz zu H.G. Wells ist zudem nichts über etwaige Mitgliedschaften Orwells bei den Freimaurern oder anderen okkulten Orden bekannt. Von daher ist die Symbolik des allsehenden Auges auf dem Buchcover wohl eher in Anlehnung auf den großen Bruder zu sehen.

George-Orwell-1984

Der nächste Name auf der Liste ist Aldous Huxley (1894-1964), welcher durch seine Dystopie „Schöne neue Welt“ von 1932 bekannt wurde. Ebenso wie H.G. Wells und George Orwell war auch Huxley Pazifist, fand jedoch seltsame Wege, dies auszuleben. So wollte er die Welt mit einer universalen mystischen Religion heilen und unterhielt ab 1938 einen Kontakt zu dem führenden Theosophen Jiddu Krishnamurti, welcher zur damaligen Zeit eine Karriere als Weltlehrer Maitreya anstrebte.

In „Schöne neue Welt“ geht es um eine perfektionierte und totalitäre Zweiklassengesellschaft, in welcher die Menschen mit einer klassentypischen genetischen Programmierung ausgestattet und als Kinder entsprechend indoktriniert werden. Um die Menschen vom Hinterfragen der neuen Weltordnung abzuhalten, werden sie auf Konsum, Sex und Drogen konditioniert. Was Letzteres angeht, experimentierte Huxley selbst einige Male mit Drogen und prägte das Wort „psychedelisch“.

Aldous Huxleys Brave New World

Während Orwells „1984“ als Aufarbeitung des Stalinismus gedacht war, hielt sich Huxley mit seinem totalitären Eine-Welt-Staat viel eher an die kommende neue Weltordnung. In einem Brief soll Huxley Orwell darauf hingewiesen haben, dass seine Zukunftsvision die wahrscheinlichere sei.

Zitat: „Ob sich die Politik der schieren Gewalt – das ist der Stiefel im Gesicht der Menschheit – bis ins Unendliche fortsetzen lässt, erscheint fraglich. Meine Auffassung ist die, dass die herrschende Oligarchie weniger aufwändige und kostspielige Methoden der Herrschaft und der Befriedigung ihrer Machtgelüste finden wird, und dass diese Methoden denen in „Brave New World“ beschriebenen ähneln werden.“

In der Folge soll Huxley auch von einer letzten Revolution geschrieben haben: „Dank der bewussten Ignoranz unserer Väter, musste die letzte Revolution um fünf, sechs Generationen verschoben werden.“ Die Elite ist also mit ihren Plänen für die neue Weltordnung im Verzug. Gut so!

Weiter soll er geschrieben haben: „Bereits in der nächsten Generation werden die Herrschenden der Welt feststellen, dass frühkindliche Konditionierung und Narkohypnose als Herrschaftsinstrumente sehr viel effizienter sind als Schlagstöcke und Gefängnisse, und dass Machthunger sich nicht nur dann befriedigen lässt, wenn man die Leute zum Gehorsam prügelt, sondern ebenso gut, wenn man sie mittels Suggestion dazu bringt, ihr Sklavendasein zu lieben.“

Auf Verschwörungsseiten kursiert dieser Brief schon seit einiger Zeit und wird zum Anlass genommen, sowohl Huxley als auch Orwell zu finsteren Befürwortern der neuen Weltordnung abzustempeln. Dabei wird jedoch einerseits ignoriert, dass Huxley Orwell unaufgefordert angeschrieben hat und Letzterer nichts damit zu tun hatte. Andererseits wird zuweilen der folgende Satz falsch interpretiert: „Ich habe, anders gesagt, den Eindruck, dass aus dem Alptraum von 1984 unweigerlich der Alptraum einer Welt entstehen wird, die mehr Ähnlichkeit hat mit der Welt, wie ich sie in „Brave New World“ porträtiert habe.“

Huxley beschrieb demnach sowohl die Zukunftsvision von Orwell als auch seine eigene als „Alptraum“. Das klingt nicht unbedingt so, als hätte Huxley diese neue Weltordnung begrüßt. Es dürfte eher das Gegenteil der Fall gewesen sein. Zudem darf man nicht vergessen, dass er den Theosophen nahe stand, die eine esoterische Weltordnung anstreben, welche sich einst aus der Asche des faschistischen Eine-Welt-Staates erheben soll. Das ist zwar nicht wirklich besser, aber zumindest muss in diesem Punkt differenziert werden.

Quelle

Zwei kleine Anspielungen auf „Brave New World“ gibt es in dem Film „Demolition Man“, welcher ebenfalls eine faschistoide neue Weltordnung präsentiert. Zum einen sagt einer der Protagonisten im englischen Original „It’s a brave new world!“ Zum anderen spielt der Charakter Lenina Huxley auf die Romanfigur Lenina Crowne sowie den Autor Aldous Huxley an.

Ein Kommentar zu “Literatur für und gegen die neue Weltordnung

  1. Ein sehr schöner Artikel!

    Außer einer Theorie über Stephen King als Attentäter John Lennons und Erwähnungen Salems Lots und wenigen anderen Einzelbeispielen habe ich bislang generell nicht so wirklich viele Theorien über diesen Autor gelesen.

    Ich würde einfach mal gerne zu diesem Thema loswerden, wie sehr mir als ehemaliger King Fan der Bezug vieler seiner Werke zu MK Ultra aufgefallen ist. Zeichen und Symble in der Literatur werden wohl irgendwie generell meist weniger behandelt als solche, die anderswo zu finden sind.

    Ich möchte es relativ kurz halten.

    Auf eurer Seite habt ihr anderswo die „bösen Clowns“ und auch eine Spinne als spezielles Symbol hervorgehoben. Das Buch „Es“ von Stephen King handelt von einem bösen Clown, welcher sich in eine Spinne verwandelt. In Gegenwart dieser Spinne bzw. ihres Lichts „erstarren“ die Figuren. Durch MK Ultra soll man ja u.a. ein Schwebegefühl bekommen. Der Clown in „Es“ lockt kleine Kinder mit Luftballons und gibt an, dass andere Spielkameraden „fliegen“ würden. Konkreter sagt er stets „sie schweben alle!“ Der Clown löst heftige Halluzinationen seit dem Kindesalter der Figuren aus. Das Buch enthält eine Orgienszene mit Kindern.

    In „The Stand – Das letzte Gefecht“ geht es um gut gegen böse in Form zweier Camps. Eine farbige Dame (Bezug auf die „black Eve“ als Begründerin der Menschheit?) führt ihre Leute gegen einen Shapeshifter und Manipulator in den Krieg, der für Halluzinationen und Persönlichkeitsveränderung sorgt.

    In „Schlaflos“ geht es um kleine graue Wesen, die an der „Aura“ der Menschen saugen. Sie sind jedoch lediglich Diener und über ihnen steht „the Crimson King“. Könnte sich da an gewissen Reptiloiden bedient worden sein?

    In „Das Mädchen“, „Menschenjagd“ (das Ende dieses Buches aus dem letzten Jahrhundert sieht ein Flugzeug in ein Gebäude rasen) und „Todesmarsch“ geht es um Folterung bzw. Persönlichkeitsspaltung und Halluzinationen bei Kindern und jungen Leuten. Das Thema Staat/Wesenheiten manipulieren vor allem Jugendliche scheint sehr oft präsent zu sein bei ihm. „Misery“ (Folter und Nötigung im Bett), „Nightflyer“ (Chemtrails?), „The Dome – Die Arena“ (Die ganze Welt kontrolliert durch eine geheime Macht)…

    Bevor ich zum Finale komme, möchte ich noch sagen, dass ich bei den Party Pics der Rothschilds aus den 70ern nicht an Eyes Wide Shut sondern (ein anderer Kubrick) The Shining gedacht habe. Der wohl symbolversehentste Film überhaupt. Das Buch ist natürlich von King.

    Aber die absolute Krone ist für mich sein neues Buch „Revival“. Er erwähnt zunächst Arthur Machen, wer recherchiert erfährt, dass er Teil eines Geheimbundes war und all seine Bücher sich um Hexerei mit Kindern und Mythologie drehten, und Leute wie H.P. Lovecraft (Necronomicon) und Mary Shelly (Frankenstein) als Vorbilder. Besonders Machens „Der große Gott Pan“ (ein Werk über Gedankenexperimente mit einer vom griechischen Wesen „Pan“ bessesenen Frau als Handlung). Worte wie die „Panflöte“ und „Panik“ lassen sich übrigens von ihm ableiten.

    „Revival“ beschreibt die Geschichte eines von Elektronik bessesenen Geistlichen, der neben erstaunlichen Hologrammen (Project Blue Beam lässt grüßen) an Gedankenexperimenten arbeitet. Ein Geistlicher, der eigentlich keiner ist sondern sich Geld für seine Forschungen durch Predigten verdient. (Eine gewisse Anspielung?) Er trifft im Laufe der Geschichte auf einen alten Bekannten, den er schon im Kindesalter von seinen Experimenten überzeugte und miterweile Drogenabhängig ist und jede Menge Perversionen erlebt. Nach der Behandlung durch seine Elektro-Experimente wird dieser dann wie alle anderen Testpersonen auch shizophren und kriminell. Einige seiner Testpersonen sind minderjährig. Am Ende erfährt der Leser, dass diese Versuche an Toten Dämonen anlocken. Durch den Körper einer Toten wird berichtet, dass das Jenseits aus „Armeisenwesen“ bestünde, welche die komplette Menschheit im nächsten Leben brutal versklavt und selbst nur Sklaven sind.

    Hologramme, Elektroschocks, Schizophrenie, Gedächtnisverlust, jugendliche Testpersonen, geistige Störungen, Drogen und Perversionen, andere Dimensonen… das alles inspiriert durch ein Mitglied einer geheimen Gesellschaft („Golden Dawn“), welcher sich mit griechischer Mythologie befasste.

    Etwas suspekt, oder?

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