Georg Schramm auf dem Pfad zur linken Hand?

Georg Schramm ist einer der bekanntesten und besten Kabarettisten Deutschlands. Seine beißende Kritik gilt vor allem dem Krieg und den Banken, wobei er u.a. in die Rollen von Oberstleutnant Sanftleben sowie Lothar Dombrowski schlüpft. Seine Auftritte in der Anstalt fanden 2010 ein jähes Ende, nachdem er mit seiner Bankenkritik über die Stränge schlug. Doch dies war für ihn kein Grund aufzugeben. Im Gegenteil trat er 2011 sogar als Redner auf der Frankfurter Blockupy-Kundgebung auf.

Alles in allem ist Georg Schramm also ein sympathischer Charakter, der „mit allen Mitteln des politischen Kabaretts gegen eine Politik kämpft, die zunehmend vom Recht der Stärkeren beherrscht wird und mit der Kraft der Lobbyisten und Interessenverbände die demokratische Gewaltenteilung unseres Rechtsstaates bedroht“.

Ein Detail fällt jedoch unangenehm auf. In seiner Rolle des Lothar Dombrowski trägt er einen rechten Handschuh und winkelt den Arm im rechten Winkel an. Offiziell soll es sich um eine gespielte Prothese seiner Rolle als Weltkriegsveteran handeln.

Georg Schramm

In einem Interview mit We are Change in der Schweiz gibt Schramm jedoch (ab ca. 13 min.) bekannt, dass es einen anderen Grund für den Handschuh gebe. Die Theorie der Schweizer, dass es etwas mit der „Schwarzen Hand“ zu tun haben könnte, die den ersten Weltkrieg auslöste, verneint er, da sie offensichtlich nicht stimmen kann. In diesem Punkt hat We are Change ganz schlecht recherchiert.

Dennoch muss man den Schweizern für die Frage danken, weil sie Georg Schramm zu einem sehr verdächtigen Statement veranlasst. Der Kabarettist verweist nämlich darauf, dass er den wahren Grund für den rechten Handschuh nicht nennen könne, da er dies der Person versprochen habe, die ihn auf die Idee gebracht hat. Die Verschwiegenheit ist typisch für die Freimaurer und tatsächlich handelt es sich bei dem angewinkelten Arm um eine Freimaurergeste. Der rechte Handschuh verweist indes auf den Pfad zur linken Hand, was Schramm in ein wesentlich unsympathischeres Licht rückt.

Um der Frage auszuweichen, erzählt der Kabarettist eine Anekdote aus Star Wars, wo angeblich Meister Yoda ebenfalls die rechte Hand verloren habe. Wenn man schon ablenken will, sollte man dabei jedoch nicht noch in Fettnäpfchen treten, denn es war nicht Yoda, der seine rechte Hand eingebüßt hat. Es waren jeweils Anakin und Luke Skywalker. Während Anakin nach dem Verlust seiner rechten Hand als Darth Vader dem Pfad zur linken Hand folgte, lehnte sein Sohn diesen Weg letztendlich ab. Luke trug den rechten Handschuh nur in den Szenen, in denen er auf die dunkle Seite der Macht abzugleiten drohte.

Lukes rechter Handschuh

Im weiteren Interviewverlauf wirbt Georg Schramm noch für die Genossenschaftsbank GLS, deren Konzept von „leihen und schenken“ durchaus nobel ist. Allerdings wurde diese Bank 1974 von den Anthroposophen gegründet, was Schramm auch offen benannte. Rudolf Steiners (1861- 1925) Anthroposophen sind eine Abspaltung von den Theosophen.

Ein Großteil von dem, was Georg Schramm in dem Interview sagt, ist sicherlich die Wahrheit. Unangenehm fällt jedoch auf, was er nicht sagt. Die Jungs von We are Change sind entweder schlecht vorbereitet oder selbst nicht ganz koscher, dass sie in Bezug auf den rechten Handschuh und die Anthroposophen nicht nachhaken. Ähnlich sieht es auf deren Webseite aus, die zwar viel brauchbare Infos liefert, auf der aber auch Videos wie „Zeitgeist Addendum“ verlinkt sind.

Wir wollen weder We are Change noch Georg Schramm generell schlecht machen. Vor allem Schramm vertritt einige sehr positive Ansichten. Dennoch ist sein Verhalten gegenüber freimaurerisch-okkulter Symbolik sowie den Anthroposophen äußerst fragwürdig. Insbesondere, da er offensichtlich weis, was es damit auf sich hat.

2 Kommentare zu “Georg Schramm auf dem Pfad zur linken Hand?

  1. Jetzt gebt ihr Vollgas, vielen Dank! We are Change Switzerland erscheint mir schon seit längerem als kontrollierte Opposition. Bei Georg Schramm bin ich jetzt auch erstaunt, aber eure Analyse bringt stimmige Indizien zusammen. Desinformanten erkennt man auch daran, was sie weglassen…

  2. Das Interview hab ich auch gesehen und ich war auch sehr stutzig, als er nicht verraten wollte woher das mit der Hand kommt und dass er die Bedeutung nicht verrät. Ihr seid die einzigen, die das mal ansprechen. Finde ich gut. Irgendwie denkt man dann wirklich gleich an einen „autorisierten Helden“. Irgendwie ist es schwer, wem man trauen kann und wem nicht. Naja, solange man sich selbst noch halbwegs trauen kann, gehts vielleicht noch.

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