Aliens auf dem Mond

Nein, es gibt keine Nazis auf dem Mond. Aber irgendetwas ist dort oben, denn offizielle NASA-Bilder zeigen künstliche Strukturen bzw. wurden nachweislich retuschiert.

Die folgende Doku ist in Hinblick auf die NASA-Aufnahmen sehr interessant, aber leider auch etwas reißerisch. So wird ständig zwischendrin auf die angebliche Apollo 20 Mission hingewiesen, welche erst am Ende behandelt wird. Als die Hauptattraktion dann endlich vorgestellt wird, kommt man ziemlich schnell zu dem Schluss, dass es sich um einen Hoax handeln muss. Wir haben schon längst darauf hingewiesen und empfinden es daher als überflüssig, dass die Verantwortlichen bei SyFy nach all den wirklich guten Hinweisen mit solch einem Schund aufwarten, nur um ihn dann gleich wieder als Fake zu entlarven. Der Rest ist dennoch sehenswert.

Iron Sky 2 – Keine Spenden für Illuminaten!

Seit kurzem kursieren bei Youtube die ersten Trailer für „Iron Sky 2“. Nun mag der erste Teil zwar ganz unterhaltsam sein und sich mit beißender Satire über die Verschwörungstheorie der Reichsflugscheiben lustig machen, dennoch enthielt er bereits einiges an Freimaurersymbolik. Es dürfte also nicht verwundern, dass die US-Präsidentin auch in der Fortsetzung als Lady in Rot auftritt und dabei die merkelsche Pyramide nach unten zeigt.

IS2 Merkelgeste

In ihren Brillengläsern spiegelt sich ein Atompilz, in dessen Zentrum der Washington Monument Obelisk steht. Durch dieses Arrangement entsteht der Eindruck, als hätte der Palin-Abklatsch Reptilienaugen. Sauron lässt grüßen.

IS2 Reptoaugen

Wie bereits am Ende von Teil 1 angedeutet, bricht auf der Erde ein Atomkrieg aus. In Washington D.C. wird dabei hinter der weiblichen Brust und dem Phallus des Osiris das Pentagon getroffen. Die Präsidentin muss aus dem Weißen Haus fliehen.

IS2 Atomkrieg

Ihre Reise führt sie in die Antarktis, wo sie den Eingang zur inneren Erde entdeckt. Die Hohlwelttheorie liegt auf der Beliebtheitsskala brauner Esoterik gleich hinter den Reichsflugscheiben. Allerdings dürfte dieser Mythos weit weniger Stoff für eine Satire bieten, da er bereits von sich aus absolut lächerlich ist.

IS2 Hohlwelt

Im Erdinnern entdeckt die Präsidentin sogleich eine Mayapyramide, was Erinnerungen an „Alien vs. Predator“ weckt. Letzterer war allerdings bodenständiger und zeigte lediglich eine unterirdische Höhle und keine Hohlwelt. Die Wahrscheinlichkeit, unter dem antarktischen Eis Pyramiden zu entdecken, ist dabei gar nicht mal so abwegig und verdient es eigentlich nicht, mit dem Hohlweltmumpitz auf eine Stufe gestellt zu werden.

IS2 Mayapyramide

Zu allem Überfluss kommt der Präsidentin dann auch noch ein Nazi auf einem T-Rex entgegen geritten. Sollten nicht eher die Reptiloiden die Nazis kontrollieren als umgekehrt? Interessant ist auf jeden Fall der kurze Wortwechsel. Die Präsidentin sagt: „It’s done./Es ist vollbracht.“, woraufhin der Nazi meint: „Good. Than we can begin./Gut. Dann können wir beginnen.“ Was ist vollbracht und was soll beginnen? Offenbar hat die US-Präsidentin die ganze Zeit über für die Nazireptos gearbeitet und die Erde absichtlich ins Chaos gestürzt, um die Welt auf die Ankunft der kommenden Rasse (Reptos? Hybriden?) vorzubereiten.

IS2 Nazidino

Am Ende des Trailers kommt dann noch das Logo der Vril-Gesellschaft ins Spiel, welches man im ersten Teil schändlicherweise vergessen hatte. Diese Gesellschaft von geisteskranken Nazi-Okkultisten ist allerdings mehr Mythos als Realität und basiert auf dem 1871 erschienen Buch „The Coming Race“ von Edward George Bulwer-Lytton. Der Untertitel von „Iron Sky“ spielt mehr als offensichtlich auf dieses Werk an. In einem wichtigen Punkt weicht der Film jedoch von der Romanvorlage ab, denn in dieser lebt die Übermenschenrasse lediglich in Höhlen unter der Erde. Die Theorie der hohlen Erde kommt im Buch nicht vor.

IS2 Vril-Logo

Ein völlig anderes Logo ruft zum Schluss zu einer weiteren Crowdfunding-Aktion auf. Nun war der erste Teil von „Iron Sky“ allerdings nicht gerade erfolglos an den Kinokassen und man sollte meinen, dass die Einspielergebnisse und DVD-Verkäufe genügend Profit für eine Fortsetzung eingebracht hätten. Zudem haben sich schon damals einige große Hollywoodstudios in die Produktion eingeklinkt und so erscheint die Spendenaktion doch arg überflüssig. Es geht wohl lediglich darum, sich eine Erwähnung in den Endcredits zu erkaufen und die Produzenten damit noch etwas reicher zu machen. Diese sind natürlich längst dort angekommen, wo die meisten Hollywoodgrößen bereits sind – bei den Freimaurern. Man beachte übrigens die geschlitzte Reptilienpupille des Auges in der Pyramide.

IS2 Illuminati

Maze Runner – Die Hirnwäscheopfer im Labyrinth

von Shinzon

„Maze Runner – Die Auserwählten im Labyrinth“ ist der erste Teil einer Trilogie nach den Romanen von James Dashner. Gleichzeitig ist es der Beginn eines perfiden Experiments, welches den finstersten Hirnen der CIA entsprungen sein könnte. Jedoch wissen die Betroffenen anfangs selbst nicht, worum es eigentlich geht.

Ein namenloser Junge erwacht in einem Fahrstuhl, welcher ihn auf einer Lichtung absetzt. Dort wird er von anderen Heranwachsenden in Empfang genommen. Zunächst versucht der Neuankömmling zu entkommen, landet daraufhin aber erst einmal in einem Erdloch. Als er sich beruhigt hat, führt man ihn in seiner neuen Heimat herum.

Er befindet sich in einer grünen Oase, welche von hohen Mauern umgeben ist. Die anderen Kinder und Jugendlichen haben sich eine kleine, funktionierende Gesellschaft aufgebaut. Sie haben aus dem Holz des nahen Waldes Hütten errichtet, bauen Obst und Gemüse an. Jeder bekommt dabei nach seinen Talenten eine Aufgabe. Ein vollkommen neues Leben beginnt.

An die Vergangenheit kann sich indes niemand erinnern. Lediglich die Namen fallen den Gefangenen nach einer Weile wieder ein. Während eines Wettkampfs erinnert sich der Frischling (Dylan O’Brien), dass er Thomas heißt, doch in seinen Träumen tauchen weitere, verstörende Bilder auf. Dadurch wird schon früh klar, dass es sich bei dem ganzen Szenario um eine Art Hirnwäscheprojekt handelt. MK-Ultra lässt grüßen.

Trotz der Gefangenschaft und der gestohlenen Erinnerungen ist es den meisten Jungen gelungen, sich auf der Lichtung einzuleben. Sie haben sich mit ihrem Schicksal abgefunden, zumal sie ohnehin nichts anderes als dieses Leben kennen. Am längsten ist Alby (Aml Ameen) dabei, welcher vor rund drei Jahren als erster an diesen Ort geschickt wurde. Die anderen folgten in Abständen von je einem Monat. Geeint werden sie durch die Hoffnung, dass eines Tages einer der Läufer einen Ausweg aus dem Labyrinth finden wird, welches die Lichtung von allen Seiten umschließt.

Eines Tages kehrt jedoch einer der Läufer schwer verletzt aus dem Labyrinth zurück. Ben (Chris Sheffield) wurde am helllichten Tag von einer Kreatur gestochen, die Greaver genannt wird und eigentlich nur nachts durch das Labyrinth streifen sollte, wenn dieses verschlossen ist. Er beginnt, sich zu verändern und wird damit zur Gefahr für alle anderen. Es bleibt nichts anderes übrig, als ihn zu verbannen.

Ein ähnliches Schicksal ereilt tags darauf auch Alby. Die Gemeinschaft wartet bis zum Sonnenuntergang auf seine und Minhos Rückkehr. Erst kurz bevor sich die gewaltigen Tore zum Labyrinth schließen, erscheinen die beiden. Minho (Ki Hong Lee) hat sichtlich Mühe, den infizierten Alby zum Ausgang zu tragen, doch keiner geht das Risiko ein, ihm zu helfen. Erst als sich die Tore schließen, entscheidet sich Thomas spontan, ins Labyrinth zu gehen.

Leider nützt sein Engagement nicht viel, da er nun zu dritt mit den anderen gefangen ist. Bisher hat noch niemand eine Nacht im sich ständig verändernden Labyrinth überlebt und schon kurz darauf taucht ein Greaver auf. Diese Situation erinnert stark an den Film „Cube“, obgleich es auch einige Unterschiede gibt.

Während Minho Thomas und Alby aus Angst im Stich lässt, gelingt es Thomas mit Raffinesse, den Greaver in eine Falle zu locken. Die biomechanische Zombiekreatur wird zwischen zwei sich schließenden Wänden zerquetscht. Der erste Sieg, den die Jungen in drei Jahren erringen konnten.

Am nächsten Tag ist das Überleben von Thomas, Alby und Minho jedoch nicht die einzige Überraschung. Der Fahrstuhl setzt sich schon vor Ablauf eines Monats wieder in Gang und bringt erstmalig ein Mädchen an die Oberfläche. Teresa (Kaya Scodelario) scheint sich an Thomas zu erinnern und trägt einen Zettel bei sich, auf dem steht, dass sie die Letzte ist. Zudem führt sie zwei Ampullen mit sich, die offenbar ein Heilmittel gegen die Infektion der Greaver enthält.

Eine weitere Überraschung wartet im Labyrinth. Der tote Greaver hat nämlich einen Sender integriert, der möglicherweise zu einem Ausgang führen könnte. Minho offenbart Thomas, dass die Läufer bereits das gesamte Labyrinth abgelaufen sind, ohne einen Ausgang gefunden zu haben. Sie verschweigen diese Tatsache, um die Hoffnungen der anderen nicht zu zerstören. Doch nun gibt es tatsächlich eine Hoffnung und so begleitet Minho Thomas in den Sektor 7, wo der Greaver offensichtlich herkam.

Maze Labyrinth

Dort angekommen, entdecken die beiden tatsächlich einen Ausgang und werden vom Portal gescannt. Als das Labyrinth erkennt, dass es sich bei den beiden um keine Greaver handelt, werden sofort Gegenmaßnahmen ergriffen. Die beiden können zwar entkommen, doch am Abend schließen sich nicht wie gewöhnlich die Tore zum Labyrinth. Im Gegenteil öffnen sich nun drei neue Portale und von allen Seiten Dringen Greaver auf die Lichtung ein.

Nun beginnt ein wahrhaftiges Gemetzel, was Zweifel an der Alterfreigabe ab 12 Jahren aufkommen lässt. Im Verlauf der Nacht stirbt auch Alby, der erst kurz zuvor mit dem Gegenmittel von Teresa geheilt werden konnte, wodurch seine Erinnerungen zurückkamen. Er war kurz davor, alles aufzudecken, doch nun stehen die Überlebenden wieder am Anfang. Thomas fasst daraufhin den riskanten Entschluss, sich selbst mit der Greaverseuche zu infizieren und sich danach das Gegenmittel zu verabreichen.

Wie sich herausstellt, gehörte er einst zu den Beobachtern, welche die Gemeinschaft überwachen. Einmal mehr fühlt man sich an „Cube“ erinnert, denn auch in „Cube Zero“ landet einer der Beobachter am Ende selbst mit gelöschtem Gedächtnis im Todeslabyrinth. Immerhin hat Thomas seine Erinnerungen zurück und damit eine echte Chance erhalten. Nun ist er derjenige, der alles aufdecken könnte.

Nach dem Tod von Alby reißt jedoch Gally (Will Poulter) die Macht an sich und lässt Thomas erneut ins Erdloch sperren. Am nächsten Morgen verbannt er ihn und Teresa ins Labyrinth. Die beiden können jedoch einige Mitglieder der Gemeinschaft überzeugen, ihnen zum Ausgang zu folgen, was allemal besser als ein Leben in Gefangenschaft ist.

Auf der Flucht werden sie abermals von Greavern angegriffen und dezimiert. Letztendlich bleiben nur noch 10 am Leben, denen es gelingt, den Ausgang zu öffnen. Hinter dem Portal erstreckt sich eine geheime Forschungseinrichtung, die offensichtlich überfallen wurde. Alles ist zerstört und überall liegen Tote. Kein Wunder, dass Teresa die Letzte war.

Als die Überlebenden den zentralen Kontrollraum betreten, wird ein Video aktiviert, in welchem die Administratorin Ava Paige (Patricia Clarkson) die Situation erklärt. Offenbar ist die Welt von einem Sonnensturm in eine Wüste verwandelt worden und zu allem Überfluss brach danach eine Seuche aus, die die Menschheit an den Rand der Ausrottung brachte. Es handelt sich um die Infektion, mit welcher die Greaver die Jugendlichen im Labyrinth angesteckt haben. Angeblich geschah dies alles zum Wohle der Menschheit, um ein Heilmittel zu entwickeln.

Das ist natürlich schwer zu glauben, denn ein Heilmittel hätte man auch an freiwilligen Erwachsenen testen können. Wozu also der Aufwand, ein High Tech Labyrinth zu errichten und gefährliche Cyborgzombies zu züchten? Ganz zu schweigen von der moralischen Verwerflichkeit, Kinder und Jugendliche einzusperren, absichtlich zu infizieren und sterben zu lassen.

Immerhin scheint es zu einer Revolution gekommen zu sein, die diesem Schauerspiel ein Ende bereitet hat. Die letzten Überlebenden sind nun scheinbar frei zu gehen. Doch bevor sie die Tür in die Freiheit aufstoßen können, erscheint plötzlich Gally, der überraschend im Alleingang den Weg in die Freiheit gefunden hat. Doch statt sich nun den anderen anzuschließen, bedroht er diese mit einer Waffe. Zwar kann er überwältigt werden, doch eine Kugel trifft Chuck (Blake Cooper), der als jüngster im Bunde einen völlig sinnlosen Tod stirbt. Auch diese Szene erinnert wieder an „Cube“, wo ebenfalls ein egozentrischer Psychopath kurz vor dem Ausgang eine Überlebende (Nicole deBoer) abschlachtet.

Immerhin gibt es in „Maze Runner“ mehr als nur einen Überlebenden und das Ende geht eigene Wege. Die Überlebenden werden von einer schwer bewaffneten Miliz mitgenommen, deren Anführer behauptet, dass sie nun in Sicherheit seien. Allerdings geht etwas nicht mit rechten Dingen zu, denn Ava Paige hat ihren Tod nur vorgetäuscht und meint, dass nun die nächste Stufe des Experiments beginnen würde. Man darf also auf die beiden Fortsetzungen gespannt sein, welche die „Auserwählten“ in die „Brandwüste“ und die in die „Todeszone“ führen werden.

Fazit: „Maze Runner – die Auserwählten im Labyrinth“ besticht durch seine Optik und die glaubhaft gespielten Charaktere. Die Geschichte ist durchaus spannend erzählt und obwohl sie einige Elemente aus „Cube“ und „Experiment Killing Room“ enthält, bietet sie genügend Eigenheiten, um nicht völlig zum Abklatsch zu verkommen.

Ein großer Kritikpunkt ist die Altersfreigabe. Eine Freigabe FSK 16 wie bei „Cube“ und „Experiment Killing Room“ wäre angebracht gewesen. Denn in Sachen Brutalität steht „Maze Runner“ seinen Vorbildern in nichts nach. Hier werden Minderjährige auf bestialische Art und Weise massakriert und es ist erschütternd, wenn angesichts dessen 12-Jährige das Kino mit Worten wie „cool“ verlassen.

Hinzu kommt, dass Kinder die Handlung noch gar nicht richtig begreifen können. „Maze Runner“ ist alles andere als ein Actionadventure, sondern ein knallharter Thriller über grausame Menschenexperimente. Es wird ziemlich unverhohlen auf Gehirnwäscheexperimente der CIA angespielt. Das Labyrinth steht dabei symbolisch für die Windungen sowohl des Gehirns als auch des menschlichen Geistes.

Maze Runner

Bedenklich ist bei diesem Thema weiterhin die Tatsache, dass viele MK-Ultra-Opfer ebenfalls schon ab dem Kindesalter traumatisiert und konditioniert wurden. Für Überlebende wie Cathy O’Brien dürfte „Maze Runner“ alles andere als gute Unterhaltung und Popkornkino sein. Bei genauerer Betrachtung ist der Film politisch hochbrisant, doch das Zielpublikum dürfte wohl kaum in der Lage zu sein, diese Hintergründe zu erfassen, geschweige denn, sie zu hinterfragen.

Putins neue Weltordnung

von Shinzon

Im Konflikt um die Ukraine sind die Fronten nicht nur im Land selbst verhärtet. Es handelt sich viel mehr um einen Stellvertreterkonflikt zwischen dem westlichen Imperialismus auf der einen und dem russischen Imperialismus auf der anderen Seite. Sobald man für eine dieser Seiten Partei ergreift, wird man sofort zur Zielscheibe für die eine oder andere Propagandamaschinerie. Leider gilt dies aber auch, wenn man den Konflikt völlig objektiv betrachtet und für den Frieden eintritt.

Wer richtig erkannt hat, dass der westliche Imperialismus den Stein ins Rollen gebracht und sich in der Ukraine mit Faschisten verbrüdert hat, wird automatisch zum „Putinversteher“ oder Schlimmeres. Gerade linke Politiker werden von den Massenmedien gerne als prorussisch deklariert und im Kanzleramt bastelt man bereits an einer neuen Dolchstoßlegende.

Derartige Argumentationen sind jedoch völlig deplatziert. Sich gegen den westlichen Imperialismus zu stellen bedeutet eben nicht, den russischen Imperialismus zu befürworten. Die Partei DIE LINKE sowie die linke Bewegung im Allgemeinen verstehen sich eher als generell antiimperialistisch. Die Kritik am westlichen Imperialismus steht lediglich deswegen im Vordergrund, weil er mit Abstand am aggressivsten ist und den größten Einfluss in der Welt hat.

Über einen Mangel an Kritik gegenüber Putins Russland kann man sich dennoch nicht beklagen. Immerhin ist Russland keineswegs ein sozialistisches Paradies, sondern ein zutiefst korrupter Sumpf von Oligarchen, die sich sämtliches Kapital aneignen, während die Mehrheit des russischen Volkes in bitterster Armut lebt. Kein Sozialist bzw. Kommunist würde jemals solche Verhältnisse gutheißen.

Ebenso hagelt es Kritik wegen der Unterdrückung der Pressefreiheit, dem harten Strafrecht sowie der Ignoranz gegenüber russischen Neonazis, die offen Jagd auf Juden, Kaukasier und Homosexuelle machen. Das Stichwort Homosexualität sorgt gleichermaßen für harsche Kritik an Putin. Zwar spielt die russisch-orthodoxe Kirche die Hauptrolle bei der Unterdrückung der sexuellen Freiheit, dennoch haben die vermeintlichen „Putinversteher“ wenig Verständnis für Putins Einlenken gegenüber den religiösen sowie rechtsextremen Fanatikern.

Um es kurz zu machen: Wer die politische Linke einen Putin-Fanclub nennt, hat wahrscheinlich noch nie eine linke Veranstaltung besucht oder eine Bundestagsrede von Gregor Gysi zum Ukraine-Konflikt gehört. Im linken Lager ist man sich sehr wohl darüber bewusst, dass Putin ein Imperialist ist. Insbesondere DIE LINKE anzugreifen, weil sie keine Hitlervergleiche zieht und nach einer diplomatischen Lösung sucht, statt nach Krieg zu schreien, zeugt von maximaler Dummheit.

Besonders dumm sind dabei selbstverständlich diejenigen, die den westlichen Imperialismus befürworten, welcher weitaus mehr Kriege zu verantworten hat. Tschetschenien mag eine Schweinerei gewesen sein, verblasst jedoch im Vergleich zu Korea, Vietnam, Panama, Irak, Jugoslawien, Afghanistan, noch mal Irak, Libyen, Syrien usw. Zumindest außenpolitisch hat Putin die Nase vorn.

Innenpolitisch liegt er indes mit den USA gleichauf. Beide Systeme sind gleichermaßen korrupt. In beiden Ländern geht die Polizei mit harten Bandagen gegen Systemgegner vor, sowohl in den USA als auch in Russland ignoriert der Staat die Neonazis und obgleich in einigen US-Bundesstaaten die Homoehe inzwischen erlaubt ist, sollte man nicht den Hass der Evangelikalfaschisten unterschätzen. Ebenso sind beide Großmächte historisch vorbelastet – die eine durch den Stalinismus, die andere durch die Sklaverei. Hier ein Genozid an den amerikanischen Ureinwohnern, dort ein Genozid an den ukrainischen Bauern.

Weder damals noch heute lohnt es sich, für ein Imperium Partei zu ergreifen, denn am Ende bekommt man in jedem Falle eine neue Weltordnung heraus. Ja, auch Wladimir Putin spricht sich, ebenso wie Angela Merkel und Barack Obama, für die Globalisierung aus. Es darf dabei nicht vergessen werden, dass Russland nach wie vor zu den G20 gehört, obgleich Putin inzwischen nur noch als Schmuddelkind in der Sandkiste der Großmächte angesehen wird.

Der einzige Unterschied zwischen Putin und seinen westlichen Kontrahenten besteht darin, dass er Russland gerne als Großmacht in einer multipolaren Weltordnung sehen würde, während der Westen eine absolute Welthegemonie anstrebt. Zumindest muss man Putin an dieser Stelle zugestehen, dass er im Gegensatz zum totalitären Eine-Welt-Staat, die Souveränität aller Länder anerkennt und diese aufrechterhalten will. Das macht ihn zumindest ein wenig sympathischer.

Es fragt sich allerdings, welche Rolle Putin tatsächlich spielt, denn auf dem Valdai Forum 2014 bediente er sich ganz klar der Symbolik der neuen Weltordnung und verteidigte die Globalisierung. Mit Sicherheit kann auch davon ausgegangen werden, dass der ehemalige KGB-Agent ein hochgradiger Freimaurer ist und daher deren Ziele teilt.

Putin World Order

Im Prinzip gibt es zwei Möglichkeiten. Möglichkeit 1 unterstellt einen Konflikt innerhalb der Freimaurerei, was keineswegs ungewöhnlich wäre. Demnach würde Putin tatsächlich für eine multipolare Weltordnung souveräner Staaten eintreten, was freilich der Definition einer neuen Weltordnung aus Sicht der westlichen Logen zuwider laufen würde. Für diese Möglichkeit spricht, dass Putin für ein starkes Russland eintritt und hart gegen Oligarchen vorgeht, die „sein Land“ an den Westen verkaufen wollen.

Möglichkeit 2 wäre, dass Putin nur eine ihm zugedachte Rolle spielt und wir Zeuge eines gigantischen Theaters sind. Das mag unglaublich klingen, wäre aber nicht vollkommen auszuschließen. In jedem Falle lohnt es sicher aber nicht, in diesem Konflikt Partei zu ergreifen. Stattdessen sollten wir alle die Situation objektiv analysieren und uns auf einen antiimperialistischen Grundkonsens einigen.

Ein kritischer Blick auf die Ukraine-Krise

Peter Decker versteht es, den Konflikt in der Ukraine kritisch aufzuarbeiten, ohne dabei Partei zu ergreifen. Er nimmt dabei sowohl den westlichen als auch den russischen Imperialismus auseinander. Die EU und USA sind ohne Zweifel die Triebfeder des Konfliktes und fordern von der Ukraine Privatisierungen und Sozialabbau. Das macht Putin jedoch nicht zur besseren Option, sondern lediglich zum kleineren Übel.

Leider meldet sich zum Schluss ein NATO-Anhänger (Agent Provokateur?) zu Wort und versucht, den westlichen Imperialismus zu rechtfertigen, indem er einseitig Russland attackiert. Decker ermahnt völlig zu Recht, unparteiisch zu bleiben, denn sobald man einer Seite nach dem Mund redet, befürwortet man den Imperialismus. Wessen Imperialismus ist dabei völlig sekundär.

Sahra Wagenknecht über Russland, TTIP und IS

Im ersten Teil des Interviews geht Sahra Wagenknecht (MdB DIE LINKE) auf die deutschen Beziehungen zu Russland ein und warnt vor den Konsequenzen der Sanktionen. Während die USA davon profitieren, weil sie Russland als Konkurrenten ausschalten, hat Deutschland viel zu verlieren. Russland ist für uns sowohl eine wichtige Rohstoffquelle (Stichwort Erdgas) als auch ein Absatzmarkt. Man muss kein Putin-Fan sein, um das zu verstehen!

Auf der anderen Seite treiben uns US-Konzerne mit TTIP und CETA immer weiter in die Abhängigkeit. Die von Sahra erwähnte Petition gegen die beiden Freihandelsabkommen kann hier unterzeichnet werden.

Im letzten Teil des Interviews geht es um den Terrorstaat IS. Bei diesem Thema bemerkt die Bundestagsabgeordnete vollkommen richtig, dass es von der Bundesregierung verlogen ist, erst die Kurden mit Waffen zu beliefern, während kurz darauf Waffenlieferungen an die Regime in Saudi Arabien und Katar genehmigt werden. Diese reichen die deutschen Rüstungsgüter nämlich gleich an den IS weiter.