Die Krone – Zeichen der königlichen Kunst

von Shinzon

Die Krone ist vor allem in Europa als Kopfschmuck von Königen und Kaisern bekannt. Die Formen der meist aus Gold bestehenden und mit Edelsteinen besetzten Kronen variieren je nach Kultur und Epoche. Eines haben jedoch alle gemeinsam: Sie sind Ausdruck weltlicher Macht und Herrschaft. Im Zusammenhang mit dem europäischen Hochadel beschränkt sich ihre Bedeutung auch mehr oder weniger darauf.

Krone

Eine Erfindung der christlich-abendländischen Monarchie ist die Krone jedoch keineswegs. Ausgefallenen Kopfschmuck gab es bereits bei den Pharaonen des antiken Ägyptens und zahlreichen anderen Herrschaftshäusern weltweit. Im antiken Griechenland kamen, neben Königsbinden, bereits Diademe in Mode, welche zuweilen sogar heute noch als Modeschmuck üblich sind.

Krone Diadem

Im antiken Rom trugen die Kaiser indes Lorbeerkränze. Diese erfreuten sich ebenfalls noch in späteren Epochen großer Beliebtheit. Unter anderem posierte der französische Despot Napoleon Bonaparte mit Lorbeerkranz.

Na Poleon

Die ersten geschlossenen Kronen kamen dagegen in Persien auf. Diese Tiara wurde später von den byzantinischen Kaisern sowie den Päpsten übernommen. Im Vatikan steht die Papstkrone selbstverständlich genauso für weltliche Macht, was nicht unbedingt das war, was Jesus einst im Sinn hatte.

Krone Tiara

Neben dem Adel beansprucht auch die Freimaurerei die Krone als Symbol. Dies hat jedoch nicht unbedingt etwas damit zu tun, dass so ziemlich der gesamte europäische Adel in die Freimaurerei involviert ist. Die Krone gilt den Logen viel mehr als Zeichen der „königlichen Kunst“. Gemeint war damit ursprünglich die Architektur, welche seit jeher eine Meisterdisziplin ist. Heute lässt sich die „königliche Kunst“ jedoch ebenso auf die Kunst, Mode, Musik, Literatur und sogar auf die Filmindustrie übertragen. Entsprechend findet sich die Krone in all diesen Kategorien wieder.

Der Begriff kann aber auch auf die Freimaurerei selbst angewendet werden, so wie der behauene Stein für den vollendeten Freimaurer steht. Im Zusammenhang mit der Freimaurerei wird die Krone zudem oft mit dem roten Kreuz der Templer kombiniert.

Krone & Kreuz

Zum Schluss muss noch auf ein weit verbreitetes Internet-Mem eingegangen werden. Oft wird nämlich behauptet, die Krone repräsentiere die Ringe des Saturns, wobei der Kopf des Trägers demnach den Planeten darstellen würde. Für diese unsinnige Behauptung gibt es jedoch keinerlei Belege. Im Gegenteil waren die Ringe des Saturns vor ihrer Entdeckung durch Galileo Galilei 1610 noch vollkommen unbekannt. Möglich wurde ihre Entdeckung erst dank der Erfindung des Fernrohrs zwei Jahre zuvor durch den holländischen Brillenmacher Hans Lipperhey.

Nun könnte man zwar die Prä-Astronautik bemühen und sehr wahrscheinlich gab es schon zehntausende Jahre zuvor Hochkulturen, die die Saturnringe bereits kannten. Dieses Wissen ging jedoch verloren und es gibt nicht einen einzigen Beweis, dass es in irgendeiner Weise die Form einer Krone beeinflusst hätte. Dagegen spricht zudem, dass es vollkommen unterschiedliche Kronen gibt und insbesondere die geschlossenen Formen ähneln den Saturnringen nicht einmal ansatzweise. Dahingehende Behauptungen gehören also ins Reich der Verschwörungsmythen.

Statt dem Saturnkult könnte allerdings der Sonnenkult eine gewisse Rolle beim Design einiger Kronen gespielt haben. Die Rede ist von den Zackenkronen, deren Spitzen mit Sonnenstrahlen assoziiert werden können. Der Erleuchtungsgrad der europäischen Königshäuser schwankte jedoch sehr stark. Manche Könige konnten nicht einmal schreiben.

Zackenkrone

2 Kommentare zu “Die Krone – Zeichen der königlichen Kunst

  1. Gemäss den Recherchen von William Cooper symbolisieren die Zacken der Krone Sonnenstrahlen – der, der die Krone trägt, ist sinnbildlich ein Erleuchteter, der mit der Sonne auf einer Stufe steht. Siehe auch Heiligenscheine. Wobei man nicht den Fehler machen soll, den Sonnenkult rein äusserlich zu betrachten, sondern die Sonne ist nur ein äusseres Symbol für die innere Erleuchtung, die bei den Freimaurern und höheren Mysterienbrüdern mit Intellekt respektive Gottgleichheit durch Intellekt gleichgesetzt wird. Wobei damit auch der luziferanisch-satanistische Dreh erkennbar ist: Erleuchtung nicht als Bewusstseinszustand in Liebe und Verbundenheit mit der Schöpfung, sondern quasi als „Kopfgeburt“, als Macht durch geistige Überlegenheit.
    Herzlichst, der Chaukee

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