Der Hammer – Zeichen der Würde und Gewalt

von Shinzon

Der Hammer gehört zu den ältesten Erfindungen der Menschheit und diente in verschiedenen Kulturen sowohl als Werkzeug als auch als Waffe. Entsprechend seiner Anwendungsmöglichkeiten steht er für Kraft und Macht. Das bekannteste Beispiel dürfte dabei Thors Hammer (Mjölnir) aus der nordischen Mythologie sein, welcher in seiner Form einmalig ist.

Thors Hammer

Heutzutage ist der Hammer als Waffe aus der Mode gekommen und findet sich nur noch in Baumärkten sowie Freimaurerlogen wieder. Die Freimaurer haben den Hammer, ebenso wie den Zirkel und das Winkelmaß, aus der Tradition der Dombauhütten entlehnt. Die Form des Hammers ist dabei nicht gleichgültig. Der vorsitzende Meister und die beiden Aufseher führen als Zeichen ihrer Würde wahlweise einen Steinmetzschlägel oder Doppelkopfhammer.

Logenhammer

Der Meister vom Stuhl besitzt die so genannte „Hammergewalt“. Er eröffnet und schließt die Tempelarbeit mit einem Hammerschlag. Außerdem erteilt er die Weihen in höhere Grade mit dem Hammer. Der Dreiklang der Hämmer des Meisters und der beiden Aufseher regelt indes die Arbeit jeder Freimaurerloge.

An dieser Stelle wird bereits offensichtlich, wie sehr die Freimaurerei die moderne Justiz geprägt hat. Denn auch Richter schlagen zur Eröffnung und Schließung jeder Gerichtsverhandlung sowie zur Urteilsverkündung für gewöhnlich einen Doppelkopfhammer.

Hammer des Gesetzes

Ähnlich verhält es sich bei Auktionshäusern. Sogar das Sprichwort, dass etwas „unter den Hammer“ kommt, stammt ursprünglich aus der Freimaurerei und gilt dort für die Beratungsgegenstände einer Tagung. Zum Ersten, zum Zweiten, zum Dritten … verkauft!

Auktionshammer Logos

Der älteste Hammer, der bis heute in einer Freimaurerloge verwendet wird, ist übrigens kein Doppelkopfhammer, sondern ein Steinmetzschlägel aus einem ägyptischen Königsgrab der XVIII. Dynastie. Er ist ca. 3700 Jahre alt und wurde 1928 dem Londoner Großlogenmuseum vom Provinzial-Großmeister von Ägypten, General Wilson, überreicht.

Steinmetzschlägel

Der handelsübliche Spitzhammer ist indessen nur als Abzeichen des Lehrlings gebräuchlich. Mit ihm wird symbolisch der raue Stein behauen. Der raue Stein steht selbstverständlich für den Lehrling, der auf dem Weg zum behauenen Stein im wahrsten Sinne des Wortes zunehmend bekloppt wird.

Spitzhammer & rauer Stein

Der Spitzhammer findet sich auf diversen Zunftwappen wieder, darunter dem der Dachdecker. Dies ist durchaus dem Einfluss der Freimaurer auf die Zünfte geschuldet, jedoch werden die Wappen heute zumeist ohne solche Hintergedanken verwendet. Der Hammer kann in den meisten Fällen als reines Handwerkersymbol gesehen werden.

Hammer & Zirkel Zunftlogo

Da der Hammer in zahlreichen Berufen ein unerlässliches Werkzeug ist, gilt er gemeinhin auch als Symbol der Arbeiterklasse. Dies ist wohl der hauptsächliche Grund, warum sich der Hammer auf den Flaggen der Sowjetunion und der DDR wieder findet. In der Sowjetunion wurde er um die Sichel als Symbol der Bauern ergänzt und in der DDR um den Zirkel der Architekten.

Verschwörungstheorien unterstellen, dass die Verwendung des Hammers im Ostblocksozialismus für den Einfluss der Freimaurer steht. Dieser lässt sich gewiss nicht leugnen, da viele führende Köpfe des Ostens nachweislich Freimaurer waren. Jedoch sollte beachtet werden, dass es sich in beiden Fällen nicht um den Doppelkopfhammer handelt, welcher in den Logen gebräuchlich ist. Des Weiteren ist die Überkreuzung von Hammer und Sichel in der Freimaurerei nicht üblich. Die Zusammenführung von Hammer und Zirkel dagegen schon. Die DDR kam der typischen Freimaurersymbolik damit letztendlich näher, während sich Hammer und Sichel im allgemeinen Verständnis als Arbeiter- und Bauernsymbole etabliert haben.

SU & DDR

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