NRO schickt Datenkrake in den Orbit

Das National Reconnaissance Office (NRO) wurde 1960/61 als militärischer Nachrichtendienst der USA gegründet und ist für den Betrieb zahlreicher Spionagesatelliten verantwortlich. Die bloße Existenz des Nationalen Aufklärungsamtes, welches je zur Hälfte vom Verteidigungsministerium und der CIA finanziert wird, war bis in die 1990er Jahre streng geheim. Bis zur öffentlichen Aufdeckung wurde das NRO als „schwarze“ Organisation geführt, deren Budget heimlich von anderen Organisationen wie der Air Intelligence Agency abgezweigt wurde. Dank Edward Snowden gelangte der Finanzbedarf von 10,3 Milliarden US-Dollar für das Jahr 2013 an die Öffentlichkeit.

NRO Logo

Am 5. Dezember 2013 startete das NRO eine Atlas-V-Rakete von einem Luftwaffenstützpunkt in Kalifornien. Neben 12 gewöhnlichen Minisatelliten gehörte auch eine geheime Ladung zur Fracht. Die Vermutung, dass es sich um einen neuen Spionagesatelliten handeln muss, dürfte wohl ins Schwarze treffen.

NRO Rakete

Unterstrichen wird dieser Verdacht durch das Missionspatch, auf welchem der Slogan „Nothing is beyond our reach“ geschrieben steht. Frei übersetzt heißt das „Nichts ist außerhalb unserer Reichweite“. Damit dürfte wohl in erster Linie Moskau gemeint sein, denn das Patch zeigt eine Datenkrake, welche die Welt umschlingt und dabei mit einem Arm auf Russland zeigt. Bei solch offensichtlicher Symbolik hätte man Putin auch gleich einen persönlichen Brief schreiben können.

NROL-39 Krake

Geradezu lächerlich ist die offizielle Erklärung, der Krake solle symbolisch für die Fähigkeit stehen, Probleme zu überwinden und aus jeder Situation einen Ausweg finden zu können. Diese Behauptung wird zudem von einem Manager der Mission ad absurdum geführt, welcher in einem für den internen Gebrauch vorgesehenen Artikel wie folgt zitiert wird: „Der Oktopus steht für die Idee. […] Wir haben unsere Finger überall, zu jeder Zeit.“ Hinzu kommt, dass das Logo von insgesamt sieben Abteilungen genehmigt werden musste, womit Zufälle ausgeschlossen sein dürften. Unter der letzten Unterschrift soll gar die Bemerkung „A little sinister!“/“Ein kleinen Wenig bedrohlich!“ stehen.

Das „L“ hinter NROL steht übrigens für „Launch“, womit L-39 bedeutet, dass es der 39. Raketenstart der NRO ist. Da bei jedem Start mehrere Satelliten in den Orbit geschossen werden können, kann man sich die Größe des NRO-Spionagenetzes gut ausmalen. Hilfreich sind dabei außerdem die Missionspatches, welche nur so vor okkulten Symbolen strotzen.

Nehmen wir z.B. das der Vorgängermission NROL-38. Dieses zeigt einen sehr aggressiv wirkenden Anubis – den ägyptischen Totengott. Wurden da vielleicht orbitale Waffensysteme installiert, welche den Tod bringen sollen? Die Rakete steigt übrigens genau an dem Punkt auf, wo hinter der Erde das Gemächt von Anubis anzutreffen wäre. Eine kaum verhüllte Phallussymbolik?

NROL-38 Anubis

Wo wir schon mal in Ägypten sind, das Patch der 25. Mission zeigt einen Apis-Stier.

NROL-25 Apis

Auf dem Patch der NROL-27 stehen sich ein roter Drache und ein Greif gegenüber.

NROL-27 Drache

Die Eule der Minerva findet sich auf einem Missionspatch aus dem Jahr 2000. Darunter steht der Slogan „We own the Night“/“Uns gehört die Nacht“, was wohl andeuten soll, dass es bei der Mission um nächtliche Aufklärung (Infrarot) geht.

NROwl

Die Pyramide mit Auge finden wir schließlich auf dem Patch der NROL-32. Angesichts dieser Freimaurersymbolik hätte man allerdings vielleicht den Launch 33 abwarten sollen.

NROL-32 Pyramide_1

NROL-32 Pyramide_2

Pentragramme dürfen natürlich auch nicht fehlen. Auf dem Patch der Nemesis-Mission gibt es gleich 16 Stück davon, wobei die zwei größten je mit der Spitze nach oben und unten zeigen. Ob die NRO mit „Nemesis“ sich selbst meint?

NRO Nemesis

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