UFOs – Sie sind da!

Seriöse UFO-Dokus, die sich ernsthaft mit dem Thema auseinander setzen, sind selten. Die folgende Dokumentation ist eine echte Perle und enthält Auszüge aus der Nation Press Club Konferenz des Disclosure Project von 2001.

Advertisements

Seriöse Prä-Astronautik versus Ancient Aliens

In der Doku-Serie „Ancient Aliens“ des amerikanischen History Channels gibt es durchaus gute Ansätze, aber auch viel Schund. Was seriös und was Bullshit ist, hängt vor allem von den interviewten Personen ab. Channelmedien wie David Wilcock sind dabei gewiss keine Bereicherung. Der Schriftsteller Giorgio A. Tsoukalos gehört indes zu den Top-Autoren des Prä-Astronautik-Genres. In einem seiner letzten Vorträge kritisierte er die Serie scharf, in der er selbst so oft zu sehen war.

Die Lösung des Dropa-Rätsels – Alles Schwindel!

In einem Gebirgszug in Zentralchina soll vor 12.000 Jahren ein UFO abgestürzt sein, dessen Insassen die Kultur der Dropa begründet haben sollen. Zu ihren Hinterlassenschaften zählen angeblich Steinscheiben, die wie antike Schallplatten funktionieren und einen sagenhaften Informationsschatz enthalten sollen. Zudem haben sich die Dropa angeblich mit Menschen vermischt haben, deren Nachfahren noch heute unter uns wandeln sollen.

Blöd nur, dass die gesamte Dropa-Story komplett erfunden ist. Sie erschien 1962 als Kurzgeschichte in der Zeitschrift „Vegetarisches Universum“. Der Schriftsteller David Agamon weitete diese Geschichte später zu einem Roman mit dem Titel „Sungods in Exile“ aus, welches 1979 erschien. In diesem Buch finden sich sämtliche Details der Dropa-Geschichte, inklusive der Namen aller Beteiligten an der vermeintlich wahren Story. Zum Selbstläufer entwickelte sich das Ganze, als die russische Zeitschrift „Sputnik“ die Geschichte ungeprüft aus dem „Vegetarischen Universum“ übernahm. Von der Sputnik kopierten sie wiederum zahlreiche UFO-Magazine, in der Annahme, es handele sich um einen Tatsachenbericht.

Erich von Däniken – Wurden unsere Ahnen von Aliens besucht?

von Shinzon

Erich von Däniken ist auch außerhalb der UFO-Szene vielen Menschen ein Begriff. Die Bücher des schweizerischen Schriftstellers gehören zu den Top-Bestsellern des Prä-Astronautik-Genres und werden oft zitiert, wenn es um Beweise für antike Kontakte der Menschheit mit Außerirdischen geht. Doch wie vertrauenswürdig ist von Däniken?

Blicken wir zunächst kurz auf seinen Lebenslauf. Erich von Däniken wurde am 14. April 1935 in Zofingen (Schweiz) geboren. Nach seinem Besuch der Volksschule in Schaffhausen wechselte er auf das Jesuiten-Internat Collège St. Michel in Freiburg, wo er sich nach eigenen Angaben mit Theologie und Archäologie zu beschäftigen begann. Welche Rolle die Jesuiten dabei spielten, ist nicht bekannt. Der Vatikan begann jedenfalls erst rund 50 Jahre später, sich offiziell mit der UFO-Thematik zu beschäftigen, obgleich den Kirchenvätern die Wahrheit wohl schon weitaus länger bewusst sein dürfte.

Nach der Schule machte von Däniken zunächst eine Ausbildung zur Hotelfachkraft und arbeitete anschließend in verschiedenen Hotels sowie der Suppenfabrik Knorr. In dieser Phase lernte er im Züricher Hotel Ascot seine Frau Elisabeth Skaja kennen, die er 1960 heiratete. Dem jungen Paar ging es nicht schlecht, da von Dänikens Karriere steil bergauf ging. Erst wurde er zum Geschäftsführer des Restaurants Mirabeau in Bern, 1964 übernahm er dann das Hotel Rosenhügel in Davos.

Sein Hobby der Prä-Astronautik verfolgte er in seiner Freizeit konsequent weiter und nach anfänglichen Ablehnungen erschien 1968 sein Buch „Erinnerungen an die Zukunft“ im Econ Verlag. Innerhalb kürzester Zeit wurde von Däniken zum Auflagenmillionär, doch mit dem Erfolg begann gleichzeitig der Ärger. Ihm wurde vorgeworfen, sein Buch sei ein Plagiat, da er sich der Ideen anderer Autoren bedient und teilweise sogar ganze Passagen abgeschrieben hätte. Zudem waren seine Interpretationen wissenschaftlicher Quellen manipuliert und wurden durch verfälschte Abbildungen untermauert.

Ende 1968 wurde Erich von Däniken schließlich festgenommen und am 13. Februar 1970 wegen Betrugs und Urkundenfälschung zu drei Jahren Zuchthaus verurteilt. Seinem Ansehen schadete dieser Prozess jedoch nicht. Im Gegenteil wurde sein Bestseller während seiner Inhaftierung von Harald Reinl (1908-1986) verfilmt. Der Film erhielt eine Oscarnominierung, womit von Däniken regelrecht geadelt wurde. Ein zweiter Film folgte 1976.

Nach seiner Haftentlassung gab von Däniken das Hotelgeschäft auf und widmete sich ganz und gar der lukrativen Prä-Astronautik. Er verfasste über 20 weitere Bücher und hielt gut besuchte Vorträge in aller Welt. 1973 gründete er zudem die „Ancient Astronaut Society“, welche 1998 als „Forschungsgesellschaft für Archäologie, Astronautik und SETI“ in Form einer GmbH neu formiert wurde.

Die 1990er Jahre waren für von Däniken das wohl erfolgreichste Jahrzehnt. In dieser Zeit produzierte er mehrere populäre Dokumentationen für die Privatsender Sat.1 und RTL sowie für die American Broadcasting Company. Bei seinen anschließenden Vortragsreisen verwendete er oft Ausschnitte aus diesen Dokus. Darüber hinaus wurde ihm zu Ehren 1996 eine Erich-von-Däniken-Stiftung ins Leben gerufen.

Der Gipfel der Vermarktung wurde schließlich 2003 mit der Eröffnung des Mystery Parks in Interlaken erreicht. Trotz rund einer Million Besuchern innerhalb von drei Jahren musste der Park 2006 aufgrund finanzieller Probleme schließen. 2009 wurde der Mystery Park noch einmal für eine Sommersaison geöffnet, bevor er von den neuen Besitzern endgültig umgestaltet wurde.

2008 kehrte von Däniken als Gast ins Privatfernsehen zurück und trat in der Pro7-Show „Uri Geller Live: Ufos und Aliens – Das unglaubliche TV-Experiment“ auf. Der Kontakt mit dem israelischen Hochstapler Geller tat seinem Ruf jedoch keineswegs gut und so distanzierte sich von Däniken im Namen seiner Forschungsgesellschaft schnell wieder von der Show. Offensichtlich war ihm der esoterische Hokuspokus im Nachhinein sehr unangenehm und er versuchte fortan, sich um ein bodenständiges Image zumindest zu bemühen.

Selbstverständlich hielt ihn das nicht davon ab, den 2012-Mythos mit einem Buch auszubeuten. Im Gegensatz zu anderen Mystery-Autoren verwies er aber immerhin darauf, dass die Welt 2012 nicht untergehen werde, da der Maya-Kalender einfach von vorn beginnt. Für den neuen Zyklus sagte von Däniken dennoch die Rückkehr der Maya-Götter voraus, wollte sich allerdings dabei nicht auf 2012 festlegen. Wie man sieht, lernt auch er dazu.

von Däniken

Seinem Kernthema der Prä-Astronautik blieb Erich von Däniken über all die Jahre treu, denn immerhin verdiente er damit Millionen. Außerdem ist dieses Thema hochinteressant und keineswegs so absurd, wie es scheint. Warum sollten uns weitaus ältere Zivilisationen erst in der Zukunft besuchen und nicht schon von Beginn an studiert haben? Die Grundprämisse der Prä-Astronautik ist weder lächerlich noch falsch, nur weil skrupellose Geschäftemacher das Thema ausschlachten.

Natürlich sind von Dänikens Theorien dennoch mit Vorsicht zu genießen, denn es ist längst nicht alles Gold, was glänzt. Betrachten wir einige seiner Aussagen daher etwas genauer. Eines der bekanntesten Beispiele sind die in den 1920ern wieder entdeckten Steinbilder von Nazca in Peru, die von der Nazca-Kultur zwischen 800 v. Z. Bis 600 n. Z. in den Boden gescharrt wurden. Dies geschah zwar auf äußerst präzise Weise, war jedoch mit den damaligen Möglichkeiten durchaus zu bewerkstelligen.

Von Däniken behauptet nun, diese Bildnisse wären an die Astronautengötter gerichtet und dienten diesen als Landeplätze. Das klingt erst einmal einleuchtend, entpuppt sich bei genauerer Betrachtung jedoch als Unsinn. Zum einen sind die Bilder nur oberflächlich in den Boden gescharrt und blieben nur deshalb so lange erhalten, weil die Luft in der Region besonders trocken ist, es kaum regnet und so eine Erosion verhindert wird. Es ist undenkbar, dass außerirdische Raumschiffe dort gelandet sein sollen, da die Bilder damit unweigerlich zerstört worden wären. Zudem brauchen UFO’s für eine Landung keine Muster, die Affen, Kolibris oder Spinnen darstellen.

Der Zweck der Nazca-Bilder ist viel eher astrologischer Natur, da die Formationen Sternbilder wiederzuspiegeln scheinen. Sie könnten dabei durchaus als Hilferuf an die Götter zu verstehen gewesen sein, denn sie entstanden in einer Zeit, in der die Region zunehmend austrocknete. Die Nazca könnten die Linien rituell genutzt haben, um Regen zu erbitten, damit ihr Land wieder fruchtbar werden möge. Eine kalendarische Bedeutung ist dabei ebenfalls nicht auszuschließen.

Kein Indiz gibt es dagegen für einen Kontakt der Nazca-Kultur mit Außerirdischen. Zwar wären solche Begegnungen nicht völlig undenkbar, aber offensichtlich wären die Außerirdischen in einem solchen Fall keine große Hilfe gewesen. Die Bitten der Nazca um Regen blieben nämlich ungehört, was zum Verschwinden ihrer Kultur ca. 600 n. Z. führte. Alles, was sie hinterließen, war eine ausgetrocknete Landschaft mit einmaligen Kunstwerken.

Ebenso spekulativ wie die Kontakte der Nazca mit Aliens sind von Dänikens Behauptungen über diverse Bibeltexte. Moses hatte die 10 Gebote nicht von Gott, sondern von Göttern? Möglich, ja – bewiesen, nein. Zumindest behauptet Erich von Däniken aber, dass Moses über die sagenumwobene Bundeslade mit den Astronautengöttern kommunizieren konnte. Die Beschreibung liest sich laut ihm wie die Bauanleitung für ein antikes Handy. Das hört sich nicht nur absurd an, es ist auch absurd. Wenn die Götter ihm ein Kommunikationsgerät gegeben hätten, so wäre dieses sicherlich nicht größer als ein heutiges Handy gewesen. Dass eine uns weit überlegene Kultur für ein einfaches Telefonat einen solch großen Kasten aus Akazienholz braucht, ist purer Stumpfsinn.

Zudem war die Lade mit Gold überzogen, was nicht unbedingt die beste Tarnung gewesen wäre. Im Gegenteil lud das eher zum Diebstahl ein. Doch dagegen war die Bundeslade laut von Däniken angeblich mit einer elektrischen Selbstverteidigungsfunktion geschützt. Bei wissenschaftlichen Versuchen mit einem originalgetreuen Nachbau fanden Forscher zwar heraus, dass die in der Bibel erwähnten Todesfälle im Zusammenhang mit der Bundeslade wohl tatsächlich durch elektrische Schläge verursacht wurden, jedoch war die Erklärung eine viel banalere. Da die Lade komplett mit Gold überzogen war, konnte sie durch Reibung elektrisch aufgeladen werden und diese Ladung bei Berührung in einem tödlichen Schlag abgeben. Das hat mehr mit einfacher Physik zu tun, als mit außerirdischer Technologie.

Interessanter ist da schon das erste Kapitel des Buches Ezechiel. In diesem Fall braucht es wahrlich nicht viel Phantasie, um darin die Landung eines hoch entwickelten Fluggeräts sowie die anschließende Entführung Ezechiels zu sehen. Das beschriebene Gefährt wurde sogar von NASA-Mitarbeiter als Modell nachgebaut und für realistisch befunden. In der Tat ist dies die glaubwürdigste aller Behauptungen, die Erich von Däniken im Laufe seiner Karriere aufgestellt hat. Doch wie sagt man so schön: Auch eine blinde Katze findet mal eine tote Ratte.

Daneben liegt von Däniken dann wieder mit seiner Behauptung, Sodom und Gomorrha wären von den Astronautengöttern mit einer Atombombe zerstört worden, weil die Einwohner der beiden Städte so sündhaft gelebt hatten. Den außerirdischen Besuchern dürfte es wohl ziemlich egal gewesen sein, wie die Menschen damals lebten, sonst hätten sie unzählige Städte in allen Epochen vernichten müssen. Ein Atomschlag gegen eine unterentwickelte Kultur wäre zudem drastisch übertrieben und hätte den Besuchern keinerlei Vorteile gebracht. Außerdem wäre der flüchtige Lot mit seiner Familie auch außerhalb der Städte niemals der tödlichen Strahlung entkommen und seine Frau konnte auch nicht zu einer Salzsäule erstarren, weil sie in einen Atomblitz gesehen hat. Menschen verwandeln sich nämlich nicht in Salz, wenn sie einen Atomblitz sehen.

Und was sagt die Wissenschaft dazu? Sodom und Gomorrha lagen am Toten Meer, wo sich keinerlei Spuren einer Atomexplosion finden lassen. Allerdings kann es dort durch Unterspülung zu Bodenverflüssigungen kommen. Geschieht dies, können ganze Areale samt Häusern und Menschen ins Tote Meer abrutschen. Dieses Szenario wurde bereits im Labor nachgestellt und bietet bis heute die wahrscheinlichste Erklärung für den Untergang der beiden antiken Metropolen. Bleibt also nur noch die Frage nach Lots versteinerter Frau. Die Antwort darauf ist wieder einmal sehr banal. Am Toten Meer gibt es jede Menge Salzsäulen. Lots Frau könnte von dem Erdrutsch erfasst worden sein und als Lot zurück blickte, sah er eine dieser Salzsäulen und dachte, seine Gemahlin wäre zu dieser erstarrt. So entstehen Legenden.

Von Dänikens Behauptungen beweisen nur eines, nämlich, dass er absolut unwissenschaftlich vorgeht und anstatt intensiv zu recherchieren, lieber seiner Phantasie freien Lauf lässt. Wie weit diese Phantasie geht, zeigen seine Schilderungen über ein Tunnelsystem unter Lateinamerika, in dem er neben unglaublichen Goldschätzen auch eine antike Bibliothek entdeckt haben will. In dieser sollen Metallplatten lagern, die mit antiken Computern gelesen worden sein sollen. Eine unglaubliche Geschichte über eine untergegangene Hochkultur, die Technologie besessen haben soll und natürlich von den Sternen kam.

Aber warum hat von Däniken keine Beweise mitgebracht? Weil die Höhlen angeblich von einem alten indigenen Stamm bewacht werden, der alle Eindringlinge gnadenlos tötet und deshalb sollte natürlich jeder interessierte Archäologe die Höhleneingänge in Ecuador tunlichst meiden. Von Däniken, der aus unerfindlichen Gründen verschont wurde, wagte es nicht einmal, die beschriebenen Gegenstände zu fotografieren, obwohl er eine Kamera dabei hatte und speiste seine Leser stattdessen mit Bildern muffiger Grotten ab. Das klingt alles ein wenig nach Indiana Jones und wahrscheinlich ist es auch genau das.

Den beschriebenen indigenen Stamm gibt es nachweislich nicht. In Lateinamerika sind zwar einige unterirdische Höhlensysteme bekannt, die jedoch alle natürlichen Ursprungs sind und auch kein Eldorado an Gold oder Information beherbergen. Die komplette Geschichte ist frei erfunden und Erich von Däniken hat nie eine der Höhlen betreten, wie sein damaliger Weggefährte Juan Moricz 1973 in einem Spiegelinterview bekannt gab. Es folgte eine heftige juristische Auseinandersetzung zwischen den beiden und von Däniken musste letztendlich einräumen, in vielen Punkten übertrieben und Bilder für seine Bücher manipuliert zu haben. Dennoch bleibt er bei seinen sagenhaften Behauptungen, egal wie wenig Glaubwürdigkeit sie nach seinen Zugeständnissen noch haben.

Dies ist beileibe nicht die einzige Betrügerei, bei der von Däniken erwischt wurde. Schon 1961 machte er sich eines Versicherungsbetrugs schuldig und sogar über den Tod seines Sohnes machte er falsche Angaben. Offensichtlich haben wir es bei Erich von Däniken mit einem notorischen Lügner und Märchenonkel zu tun. Der größte Knaller sind dabei aber nicht seine Beiträge zur Prä-Astronautik, sondern seine angebliche Begegnung mit einem leibhaftigen Alien.

Dieser Kontakt soll sich 1987 in der Wüste von Pakistan ereignet haben. Sein einziger Begleiter wurde auf der Reise praktischerweise plötzlich krank und lag im Delirium. Von Däniken selbst übernachtete im Freien und gibt an, im Morgengrauen von einem Knall geweckt worden zu sein. Es folgten weitere Knallgeräusche und schließlich bemerkte er, dass die Heckscheibe seines Wagens sowie einige Wasserflaschen zu Bruch gegangen waren. Das Wasser soll anschließend einen Wirbel gebildet haben, aus dem sich ein Wesen bildete, welches schnell heranwuchs und Erich von Dänikens Aussehen annahm.

Das ist nun schon sagenhaft selbstherrlich, dass ein fremdes Wesen ausgerechnet seine Form angenommen haben soll. Allerdings nicht seinen Namen, denn es soll sich ihm als „Tomy“ von der Wega vorgestellt haben. Tomy soll Erich einige Details über seine Heimat erzählt haben, offenbarte ihm dann aber, dass er eigentlich hier sei, um etwas über die Erde zu lernen. Gesagt, getan, hat Erich ihn nach eigenen Angaben in die Schweiz ins Hotel Krone eingeladen, wo er sein jüngeres Ich seiner Frau vorgestellt haben will.

An die Öffentlich ging von Däniken mit dieser Story erst knapp 25 Jahre nach den angeblichen Ereignissen. Er begründete die Verzögerung damit, dass er Ende der 1980er seinen Ruf als Sachbuchautor nicht aufs Spiel setzen wollte. Heute ist ihm sein Leumund inzwischen egal. Weiterhin behauptet von Däniken, er hätte Fotos von der Begegnung. Diese wolle er aber nicht veröffentlichen, da er sich Sorgen mache, nicht für voll genommen zu werden. Das ist nicht besonders überzeugend, denn gerade das Unterschlagen von vermeintlichen Beweisen macht seine Story tatsächlich unglaubwürdig.

Hinzu kommt, dass er nicht etwa ein Sachbuch über seinen Kontakt mit Tomy geschrieben hat, sondern einen Roman. Dieser soll zwar auf Tatsachen beruhen, aber von Däniken gibt ganz offen zu, dass er Details hinzugedichtet hat. Was nun wahr und was fiktiv ist, müssen die Leser also selbst entscheiden. Eine Entscheidung, die ihnen selbstverständlich nicht zusteht und so erhärtet sich der Verdacht, dass man es hier mit einer reinen Lügengeschichte zu tun hat. Ironischerweise heißt das Buch auch noch „Tomy und der Planet der Lüge“.

Der Erste, der auf diese hanebüchene Geschichte hereinfiel, ist Robert Fleischer von der Deutschen Initiative für Exopolitik. Immerhin ist Erich von Däniken eine weltbekannte Ikone und Storys mit ihm lassen sich gut verkaufen, egal wie krude sie sind. Stolze 9,90 € kostet die DVD mit dem kompletten Interview.

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass von Dänikens Bücher auf den ersten Blick sehr interessant erscheinen, allerdings als Science Fiction gelesen werden sollten. Ihr Geld sind sie gewiss nicht wert und wer hofft, in diesen Werken Antworten zu finden, wird wohl bitter enttäuscht werden oder Illusionen erliegen. Mit seinen Halbwahrheiten und Phantastereien hat Erich von Däniken längst ein Vermögen verdient und genau das war wohl auch sein Antrieb.

Das bedeutet natürlich nicht, dass die Erde noch nie Besuch von Außerirdischen hatte und diese von unseren Ahnen nicht als Götter verehrt wurden. Dafür gibt es genügend Indizien und vielleicht ist von Däniken hier und da durch Zufall doch auf etwas gestoßen. Aber im Bereich Prä-Astronautik gibt es wesentlich bessere Bücher und Artikel, die auf gründlichen Recherchen basieren und die auch keine Antworten geben, sondern Fragen aufwerfen. Das ist der wichtigste Unterschied zu Phantasten wie von Däniken, die mit wenig stichhaltigen Belegen bereits ein gesamtes Weltbild präsentieren.

Quelle

Empfohlene Literatur:
Helmut Höfling „Ufos Urwelt Ungeheuer“
ISBN 3-404-60345-1

Homöopathie – Placebos für Esoteriker

von Shinzon

Viele Menschen schwören auf Homöopathie, doch die wenigsten wissen, was das überhaupt ist. Der Begriff wurde Ende des 18. Jahrhunderts geprägt und leitet sich aus den griechischen Wörtern „hómoios“ (gleich, ähnlich) und „páthos“ (Leid, Schmerz) ab, was frei übersetzt „ähnliches Leiden“ bedeutet. Dies bezieht sich auf die Grundannahme, dass Krankheiten durch Medikamente geheilt werden können, die ähnliche Symptome auslösen – das so genannte Ähnlichkeitsprinzip.

Folgt man dieser Logik, müsste man bei Durchfallerkrankungen wie Cholera oder Salmonellen zur Genesung Abführmittel schlucken. Das ist selbstverständlich vollkommener Unsinn, wobei aber berücksichtigt werden muss, dass man Ende des 18. Jahrhunderts noch nichts von Viren wusste und auch keine Antibiotika kannte. Die Homöopathie kann daher als Relikt aus einer vergangenen Epoche angesehen werden, welches durch neue wissenschaftliche Erkenntnisse widerlegt wurde.

Ausgedacht hat sich diesen Quatsch der Arzt Samuel Hahnemann (1755-1843), der seine dahingehenden medizinischen Vorstellungen ab 1796 veröffentlichte. Zu seinen Patienten zählten vor allem wohlhabende Bürger und Adelige, die zuweilen trotz Hahnemanns Bemühungen den Tod fanden. An etwas zu sterben bedeutet in der Regel, dass das Betreffende nicht allzu gut sein kann. Esoterische Quacksalberei war jedoch zur damaligen Zeit beliebt, da sie schnelle Heilung ohne größere Eingriffe versprach. Hahnemann genoss daher hohes Ansehen und wurde 1817 während seines Aufenthaltes in Leipzig sogar in die dortige Freimaurerloge „Minerva zu den drei Palmen“ aufgenommen.

Neben dem Ähnlichkeitsprinzip, aufgrund dessen durch Hahnemann völlig falsche Medikamente verabreicht wurden, entwickelte dieser zudem ein Verfahren der Potenzierung. Dabei verdünnte er Medikamente in einem Verhältnis von 1:10 bis 1:100 mit Wasser oder Alkohol oder verrührte sie mit Milchzucker. Angesichts der Giftigkeit einiger Medikamente aus Hahnemanns Repertoire war das wohl auch besser so. Allerdings vermischte er seine Wundermittel nicht aus diesem Grund, sondern weil er glaubte, dadurch ihre Wirkung potenzieren zu können.

Das ist der nächste Punkt, warum Homöopathie nichts mit Wissenschaft zu tun hat, sondern reiner Unfug ist. Jedes Kind weiß, dass Substanzen umso mehr in ihrer Wirkung nachlassen, je mehr man sie verdünnt. Verdünnte Säure ätzt z.B. weniger als konzentrierte. Gifte können ebenso durch Verdünnung in ihrer Wirkung gebremst werden, wodurch sie überhaupt erst medizinisch anwendbar werden. Bestimmte natürliche Gifte können nämlich in geringen Dosen durchaus heilen, während sie in konzentrierter Form absolut tödlich wären.

Ginge es jedoch nach Hahnemann, könnte man z.B. bedenkenlos pures Zyanid trinken, während es extrem verdünnt tödlich wäre. Wer das glaubt, kann es ja gerne mal ausprobieren. Glücklicherweise behandelte der Quacksalber Hahnemann niemanden mit konzentrierten Giften, weshalb sein Irrglaube eventuell sogar Leben gerettet hat. Im Umkehrschluss zeigten allerdings auch die verdünnten Medikamente, die tatsächlich hilfreich gewesen wären, wenig Wirkung.

Auf Hahnemanns Medikamentenpalette standen übrigens mitnichten nur natürliche Heilmittel. Er benutzte auch toxische Chemikalien wie Quecksilberoxid. Die Gleichsetzung von Homöopathie mit Naturheilkunde ist einer der größten Irrtümer unserer Zeit, dem auch Pharmakonzerne erliegen. So hört man z.B. in vielen Medikamenten-Werbespots den Satz: „Mit der homöopathischen Wirkung von…“, was dann mit diversen Pflanzenauszügen ergänzt wird. Da viele Menschen an die Homöopathie glauben, wird mit solchen Slogans der Absatz der betreffenden Produkte gesteigert.

Diese Marketingstrategie ist schuld daran, dass die Naturheilkunde zunehmend in Verruf gerät. Dabei ist die heilende Wirkung vieler Pflanzen wissenschaftlich belegt. Zudem haben die meisten natürlichen Heilmittel im Gegensatz zur Fresschemie der Pharmaindustrie kaum oder gar keine Nebenwirkungen, wenngleich es dennoch geboten ist, auf die Dosis zu achten. Es ist also nichts Schlechtes an der Naturheilkunde. Nur handelt es sich dabei verdammt noch mal nicht um Homöopathie!

Tatsächlich wird die Homöopathie nur aufgrund dieser Verwechslung von so vielen Menschen unterstützt. Die inflationäre Verwendung des Begriffes ist aber nicht nur schädlich für den Ruf alternativer Heilmethoden, sondern fördert auf der anderen Seite auch esoterische Quacksalberei wie die Neue Germanische Medizin. Während also auf der einen Seite Patienten, die Homöopathie ablehnen, das Vertrauen in natürliche Heilmittel verlieren, entwickeln auf der anderen Seite die Anhänger von Hahnemanns Irrlehre ein gefährliches Vertrauen gegenüber Wunderheilern. Beides ist nicht gerade gesundheitsfördernd.

Die Unwirksamkeit der Homöopathie musste derweil schon Hahnemann selbst erkennen, als er mit chronischen Krankheiten konfrontiert wurde. Diese wollten einfach nicht verschwinden, sodass er ihnen ein Ur-Übel zugrunde legte. Dies war die Geburtsstunde der Miasmatheorie. Im 19. und 20. Jahrhundert konnten chronische Krankheiten schließlich auf Infektionen sowie genetische Ursachen zurückgeführt werden, womit die Miasmatheorie widerlegt wurde.

Nichtsdestotrotz ist die Homöopathie bis heute in der ganzen Welt verbreitet. Rund 17% des weltweiten medizinischen Personals besteht aus Homöopathen. Das globale Geschäft mit homöopathischen Heilmitteln wird auf einen jährlichen Umsatz von ca. 2 Milliarden Euro geschätzt. Es dürfte nicht verwundern, dass angesichts solcher Zahlen die Irrlehre von einer starken Lobbygruppe unterstützt wird.

Eine der stärksten Lobbygruppen sind die Anthroposophen. Rudolph Steiners geistige Erben überschwemmen den Markt geradezu mit unwissenschaftlichen Gesundheitsbüchern, die Homöopathie und anderen Blödsinn anpreisen. Als Beispiel sei hier „Besser Leben durch Selbstregulation“ aus der Feder des Anthroposophen-Arztes Dr. med. Frank Meyer erwähnt. Darin heißt es unter anderem:

„Atheismus, so Steiner in einem Vortrag am 16. Oktober 1916, mache krank, und zwar in einem wirklichen, echten, physisch-leiblichen Sinne.“ Um dies zu untermauern, wird eine Statistik von Prof. Grossarth-Maticek herangezogen, der zufolge 86,8 % der religiösen Testpersonen bis zum 75. Lebensjahr gesund waren, während es bei einer atheistischen Kontrollgruppe nur 8,6 % waren.

Solche Studien sind jedoch schon allein deshalb nicht repräsentativ, weil Atheisten sowohl global als auch in den meisten europäischen Staaten eine Minderheit darstellen. Zudem lässt die Studie völlig außer Acht, wie sich die Testpersonen ernährten, wie viel Sport sie trieben, wie viel Stress sie ausgesetzt waren, welcher Arbeit sie nachgingen und welcher Einkommensstufe sie angehörten. Es gibt nämlich durchaus zahlreiche Atheisten, die noch mit 85 kerngesund sind, während auch tiefgläubige Menschen schon mit 40 an Krebs sterben können.

Derartig anthroposophischer Unsinn ist eine prima Ergänzung der Homöopathie und dementsprechend findet sich in der Buchhandlung beides im selben Regal. Ebenso fällt auf, dass die Anthroposophen eine starke Verbindung zur Freimaurerei haben, der ja bekanntlich auch Samuel Hahnemann angehörte. Zusammen bilden Anthroposophen und Homöopathen eine esoterische Front gegen die wissenschaftliche Vernunft.

Erfolge in der Behandlung sind dabei eher auf die als Homöopathie verkaufte Naturmedizin zurückzuführen. Darüber hinaus lässt sich lediglich ein gewisser Placebo-Effekt nicht abstreiten. Placebos helfen jedoch nur bei leichten Erkrankungen, da der reine Glaube einen positiven Effekt auf das Immunsystem hat. Da es sich um einen psychologischen Effekt handelt, sind Placebos auch bei psychosomatischen Leiden durchaus hilfreich. Des Weiteren zeigt sich der psychologische Faktor auch darin, dass sich viele Homöopathen bewusst viel Zeit für ihre Patienten nehmen, wohingegen dies bei Ärzten leider oft zu kurz kommt, da Beratungsgespräche von den Kassen unzureichend übernommen werden. Daher berichten viele Patienten, sich bei Homöopathen wohler zu fühlen. Dies sagt jedoch nichts über die Wirksamkeit der Homöopathie an sich aus.

Gefährlich wird es dann bei schweren Infektionskrankheiten wie z.B. Tuberkulose. Wer dabei auf Homöopathie setzt, spielt mit seinem Leben. Ebenso ist die Anwendung der Homöopathie bei unheilbaren Infektionen wie HIV keine Lösung. Entsprechende Mittel steigern höchstens das seelische Wohlbefinden, aber wirken nicht heilend, da sie den Virus nicht angreifen. Im Zweifelsfall sollten Patienten daher stets einen richtigen Arzt aufsuchen und sich auf wissenschaftlicher Basis beraten lassen.

Sicherlich ist auch die, von Homöopathen abfällig als „Schulmedizin“ bezeichnete, etablierte Medizin nicht der Weisheit letzter Schluss. Gerade in Zeiten von multiresistenten Krankenhauskeimen, die jährlich zehntausende Menschen töten, muss vieles neu überdacht werden. Dennoch hat die etablierte Medizin schon viel geleistet und sich dank neuster Technologien erheblich weiterentwickelt. Unzählige Leben konnten durch sie gerettet und verlängert werden. Zudem hat sich die etablierte Medizin längst gegenüber der Naturheilkunde und fernöstlichen Behandlungsmethoden wie Akupunktur geöffnet.

Der größte Kritikpunkt am aktuellen Gesundheitssystem ist seine kapitalistische Ausrichtung. Massenabfertigung, Ärztepfusch, mangelnde Pflege und der Umgang mit Patienten wie mit einem Stück Fleisch sind Symptome der Profitmaximierung. Um Profit geht es allerdings auch in der Homöopathie. Eine Rückbesinnung auf den hippokratischen Eid ist daher in jedem Falle die einzige Lösung, damit das Gesundheitswesen in Zukunft wieder den Patienten und nicht den Aktionären dient.

Impfgegner – Gefährliche Desinformation

von Shinzon

Die Impfgegner sind schon seit Jahren auf dem Vormarsch und verbreiten Angst vor der etablierten Medizin. In die Hände spielt ihnen dabei das tiefe Misstrauen gegenüber der Pharmaindustrie, welches durchaus berechtigt ist. Skandale wie Contergan oder die HIV-verseuchten Medikamente von Bayer haben die Welt erschüttert und bewiesen, dass es den Pharmakonzernen nicht darum geht, Menschen gesund zu machen, sondern maximalen Profit zu erwirtschaften. Eine entsprechende Kapitalismuskritik sucht man bei den Impfgegnern allerdings meist vergebens.

Das Misstrauen richtet sich nicht nur gegen chemische Medikamente mit all ihren Nebenwirkungen, sondern vorrangig gegen Impfungen. Ein Grund dafür sind die manipulierten Todeszahlen, mit welchen die Pharmaindustrie zur alljährlichen Grippeimpfung rät. Von jährlich rund 30.000 Grippetoten allein in Deutschland ist da die Rede. Eine völlig absurde Zahl, der eine krude Rechnung zugrunde liegt. Die von der Pharmaindustrie mitfinanzierten Statistiken rechnen nämlich Wintertote–Sommertote = Grippetote. Im Winter liegt die Sterberate jedoch immer höher, da es z.B. durch Glatteis zu mehr Verkehrsunfällen kommt und die Selbstmordrate dank Winterdepressionen steigt. Die tatsächliche Todeszahl durch Grippe liegt in Deutschland im Durchschnitt bei lächerlichen 14 Fällen pro Jahr.

Das macht die Grippeimpfung zwar nicht gleich zu einer Gefahr für Leib und Leben, wie von den Impfgegnern behauptet, aber es offenbart doch einmal mehr die Profitgier der Pharmakonzerne. Wer ein gesundes Immunsystem hat, kann gut und gerne auf die jährliche Grippeimpfung verzichten, zumal die Symptome auch durch die Impfung selbst auftreten können. Ratsam ist diese Vorsorge lediglich für ältere und gesundheitlich angeschlagene Menschen.

Das düsterste Kapitel der Impfgeschichte ist mit Abstand die Schweinegrippe-Impfung, die viele Menschen zu recht verunsichert hat. Das Serum wurde nämlich mit einer Quecksilberverbindung gestreckt, die logischerweise hoch giftig ist. Quecksilber greift vor allem das Nervensystem an und kann zu dauerhaften Lähmungen und Hirnschäden führen. Besonders perfide beim Schweinegrippeskandal war die Tatsache, dass es eine zweite Impfung für Politiker und Bundeswehrsoldaten gab, die kein Quecksilber erhielt. Warum gab es also überhaupt ein giftiges Serum, wenn der Quecksilberzusatz offensichtlich überflüssig war?

Selbstverständlich standen auch bei der Schweinegrippeimpfung die Profitinteressen im Vordergrund, weshalb die WHO auf Druck der Pharmalobby sogar die Fallzahlen für den Pandemiestatus absenkte. Diese blieb dennoch aus und der Verkauf der Impfung floppte. Allerdings lagen die Verluste nicht nur bei den Pharmakonzernen, sondern größtenteils beim Steuerzahler, da die Bundesrepublik einen großen Vorrat ankaufte, der letztendlich eingestampft werden konnte.

Dank solch unschöner Skandale wird die zunehmende Skepsis bei den Verbrauchern verständlich. Die Pharmakonzerne haben die Menschen durch ihr profitorientiertes und rücksichtloses Verhalten massiv verunsichert. Doch sind deshalb alle Impfungen überflüssig oder gar gefährlich? Nein! Es ist im Gegenteil gefährlich, sich nicht gegen bestimmte Krankheiten impfen zu lassen.

Wer sich z.B. nicht gegen Tetanus impfen lassen hat, kann schon an einem Kratzer sterben. Des Weiteren gibt eine Vielzahl von Krankheiten, die einmal ausgebrochen nicht mehr zu heilen sind. Dazu zählt u.a. Kinderlähmung, die sich mit einer einfachen Schluckimpfung dauerhaft vermeiden lässt. Neben dem Pflichtprogramm gibt es noch eine Reihe von Impfungen, die nur bei Bedarf anfallen, z.B. wenn man Urlaub in einem Verbreitungsgebiet von Tropenkrankheiten wie Malaria macht.

Impfen ist in den meisten Fällen absolut sinnvoll und Krankheiten wie Pocken oder Polio konnten durch groß angelegte Impfkampagnen sogar ausgerottet werden. Was dagegen passiert, wenn wichtige Impfungen ausgelassen werden, zeigte Anfang 2015 die Masernepidemie in Berlin. Mit Masern ist nicht zu spaßen, da die Krankheit durchaus tödlich enden kann. Zudem handelt es sich um keine reine Kinderkrankheit, wie oft angenommen wird. Masern können sehr wohl auch bei Erwachsenen ausbrechen.

Dank erfolgreicher Impfkampagnen in zahlreichen Ländern, waren die Masern fast ausgerottet. Doch nun feiert die Krankheit wegen der Impfgegner ein Comeback. Durch deren Weigerung sinkt dabei auch gleich noch die Gruppenimmunität, was insbesondere Menschen trifft, die sich nicht impfen lassen können. Dazu zählen z.B. Schwangere und Säuglinge, die unnötigerweise an Masern sterben, weil sie von nicht geimpften Idioten angesteckt werden. Die Impfgegner spielen also nicht nur mit ihrem eigenen Leben, sondern auch mit dem ihrer Mitmenschen.

Besonders fatal ist es, wenn Impfgegner ihre Kinder auf Masernpartys schicken, weil sie glauben, das Durchleiden der Krankheit wäre gut für ihre Kinder und mache sie auf natürlichem Wege immun. Der zweite Teil stimmt sogar, aber dafür müssen die Kleinen die Krankheit erst einmal überleben. Es wäre daher in jedem Falle besser, ihr Immunsystem mit den abgeschwächten Erregern der Impfung zu trainieren, als ihr Leben mit der einer direkten Infektion zu riskieren.

Leider wollen das die Impfgegner nicht einsehen, da sie in den meisten Fällen entweder der Esoterik oder dem Kreationismus anhängen. Die eine Hälfte glaubt, dass Krankheiten allein durch Willenskraft überwunden werden können, und die andere Hälfte ist der Ansicht, jede Krankheit sei gottgewollt. In beiden Fällen gehen die Impfgegner von dem Prinzip aus, was einen nicht umbringt, macht einen stark. Dumm nur, wenn es einen umbringt, aber das ist dann halt Schicksal.

Garniert wird der wahlweise esoterische oder kreationistische Blödsinn dann noch mit allerhand Verschwörungstheorien und Falschaussagen. So wird z.B. behauptet, dass bereits Babys im ersten Lebensjahr mit über 30 Impfungen traktiert werden. Zum einen sind es bei weitem nicht so viele, denn selbstverständlich ist den Ärzten bekannt, was das heranreifende Immunsystem eines Kleinkindes vertragen kann und was nicht. Zum anderen werden nicht alle Impfungen auf einmal vorgenommen, sondern verteilen sich über die ersten Lebensjahre. Bilder, die Babys als Nadelkissen für Spritzen darstellen sind nichts als absurde Übertreibungen. Direkt nach der Geburt wird übrigens generell gar nicht geimpft.

Gänzlich an den Haaren herbeigezogen sind Behauptungen, dass Impfungen Allergien auslösen würden oder Teil eines Komplotts zur Bevölkerungsreduktion wären. Der erste Punkt kann anhand von Zahlen ganz leicht widerlegt werden und die zweite Behauptung wird schon dadurch ad absurdum geführt, dass geimpfte Menschen resistent gegenüber Krankheiten sind, an denen sie ohne Impfung leicht sterben könnten. Eine Bevölkerungsreduktion ließe sich zudem wesentlich leichter durch Mikroplastik, Weichmacher, Nanopartikel, Pestizide und andere krebserregende Nahrungszusätze erreichen. Diese ganze Fresschemie sowie übertriebene Hygiene im Alltag dürften dabei auch gleich wahrscheinlichere Gründe für die rasante Zunahme von Allergien sein.

Noch grotesker ist der Irrglaube, dass Krankheiten nicht durch Viren und Bakterien ausgelöst werden, sondern im Gegenteil durch Impfungen. Einerseits hätte es die Pest im Mittelalter dann wohl kaum geben dürfen, denn Impfungen gab es damals noch nicht und der Erreger wäre dieser These zufolge harmlos. Des Weiteren müssen die betreffenden Esoterikspinner erst einmal erklären, warum der Mensch Antikörper besitzt, wenn Viren doch angeblich harmlos sind und Krankheiten allein durch negative Energien ausgelöst werden sollen.

Wahr ist bei dem ganzen Gezeter lediglich, dass es durchaus zu Impfkomplikationen kommen kann. In Deutschland gibt es jährlich 34 solcher Fälle, allerdings bei 50 Millionen Impfungen. Die Chance, bleibende Schäden durch eine Krankheit wie Masern davonzutragen oder gar daran zu sterben, ist also wesentlich höher. Im Prinzip haben die ganzen Impfgegner lediglich Angst vor einem kleinen Piks, kalkulieren dabei aber nicht die schwerwiegenden Folgen für ihre Gesundheit ein.

Es mag zwar stimmen, dass positives Denken den Heilungsprozess beschleunigt, denn es stärkt das Immunsystem. Optimismus allein ist jedoch kein Ersatz für das Immunsystem. Dieses muss wissen, welche Erreger es zu bekämpfen hat und genau dafür sind Impfungen gedacht.

Jo Conrad – Braune Esoterik bis zur Bewusstlosigkeit

von Shinzon

Johannes Conrad, der 1958 im Landkreis Osterholz-Scharmbeck geboren wurde, ist eigentlich eine ziemlich verkrachte Existenz. Die Schule verließ er ohne Abschluss und auch seine Lehre als Fotograf brach er vorzeitig ab. Als autodidaktischer Komponist hatte er ebenso wenig Erfolg und verdiente sein Geld zunächst 15 Jahre lang als Taxifahrer. Nebenher verkaufte er Landschaftsaufnahmen für Kalender, bis er 1991 doch noch einen kleinen Auftrag als Komponist für drei Folgen der Serie „Großstadtrevier“ erhielt.

In den 1990ern moderierte Conrad für den Bremer offenen Kanal ehrenamtlich die Unterhaltungsshow „Lift“, bei der u.a. Gregor Gysi von der damaligen PDS zu Gast war. Allerdings interviewte er auch schon zu dem Zeitpunkt Esoteriker und Numerologen, was seine weitere Karriere offensichtlich maßgeblich beeinflusste. Jos bedenklichster Gast bei „Lift“ war der Verleger Harm Menkens, der Kontakte zum verstorbenen Holocaustleugner Thies Christophersen unterhielt. Christophersen war nicht nur ein Leugner, sondern ein Lügner, da er als Aufseher der Waffen-SS selbst im KZ Auschwitz-Raiska tätig war.

Den großen Durchbruch hatte Jo Conrad 1996 mit seinem ersten Buch „Entwirrungen“, welches kommerziell sehr erfolgreich werden sollte. Seitdem verdient er sein Geld als Autor und Seminarleiter. Die Theorien, die er dabei vertritt, enthalten viele Halbwahrheiten, die letztendlich immer ins Braunesoterische abgleiten. So stimmt es zwar, dass der deutsche Personalausweis mit freimaurerisch-okkulten Symbolen übersät ist, aber das bedeutet mitnichten, dass das deutsche Reich in seinen Grenzen von 1937 fortbesteht. Der negative Einfluss von Hollywood ist ebenfalls kaum zu leugnen, doch Jo Conrad führt diesen auf eine jüdische Kabale zurück.

Es ist nicht von der Hand zu weisen, dass Uncle Jo einen Hang zur Judenfeindlichkeit sowie eine Nähe zum Rechtsextremismus hat. Unter anderem verteidigt er die „Protokolle der Weisen von Zion“ und behauptet, dass Juden einen negativen Einfluss auf ihre „Wirtsländer“ hätten. Allein schon diese Wortwahl lässt tief blicken, denn wer Länder als „Wirte“ bezeichnet, impliziert, dass die dort lebenden Juden „Parasiten“ seien. 1998 machte Conrad in einem Leserbrief an den Focus schließlich die Juden selbst für den Antisemitismus verantwortlich, den er und seinesgleichen verbreiten.

Obendrein kritisiert Conrad das deutsche Verbot der Holocaustleugnung, obgleich er sich aus rechtlichen Gründen nicht wagt, die Shoa selbst öffentlich zu leugnen. Stattdessen formuliert er rhetorische Fragen. Eine weitere indirekte Leugnung offenbart sich durch seine Solidarität für den Rechtsextremisten Horst Mahler (ehemals NPD). 2011 behauptete er in einem Video, dass der verurteilte Holocaustleugner nur aufgrund seiner „falschen Meinung“ eingesperrt sei. Dabei unterschlägt Conrad, dass Mahler darüber hinaus ein Feind der freiheitlich-demokratischen Ordnung ist und 2003 sogar aus der NPD austrat, da ihm die Partei zu angepasst sei.

Durch sein diesbezügliches Verhalten vergiftet Jo Conrad auch ernste Themen wie die Freimaurerei und Illuminaten, die er ebenfalls in einen judenfeindlichen Kontext setzt. Eine vernünftige Auseinandersetzung mit dem Okkultismus der Elite wird dank brauner Esoteriker wie ihm erheblich erschwert. Rationale Elitenforscher kommen nun einmal nicht um den Themenkomplex der Geheimgesellschaften herum, stehen dabei aber ständig unter dem Druck, sich von Jo Conrad und Co. zu distanzieren.

Gleiches gilt für das Thema Exopolitk. Die Existenz von Spezies wie den Grey und blonden Humanoiden (so genannte Nordics) lässt sich zwar nicht dadurch negieren, dass sich auch rechtsesoterische Spinner mit ihnen beschäftigen. Leider werden jedoch seriöse UFO-Forscher und Augenzeugen viel leichter zur Zielscheibe von Spott und Verleumdungen, wenn Jo Conrad und Konsorten behaupten, die Nordics seien der Ursprung der „arischen Rasse“. Rassistische Verschwörungstheoretiker fungieren in dieser Hinsicht als Brunnenvergifter.

Ein Rassist ist Uncle Jo auf jeden Fall und das nicht nur in Bezug auf Außerirdische. Vor allem die Polen haben es dem reichsdeutschen Revanchisten angetan, wie seine Witzeleien bei diversen Seminaren belegen. Wenn es da z.B. um Nazis am Südpol geht, kommt Jo Conrad ganz schnell mal zu den anderen Polen, die er klischeehaft als Autodiebe darstellt.

Doch zurück zu seinen kruden Verschwörungstheorien, in denen die Nazis mit ihren Reichsflugscheiben in die hohle Erde geflüchtet sind. Derartigen Müll äußert auch Jan Udo Holey, auf den sich Jo Conrad oft bezieht. Die zwei waren sogar einmal Weggefährten, als Conrad bei Holeys Secret TV arbeitete. 2009 trennten sich die Wege der beiden allerdings, nachdem Conrad bei Secret TV rausgeschmissen wurde. Ironischerweise begründete die Internetplattform den Rauswurf mit dessen Engagement beim „Fürstentum Germania“. Wenn Secret TV jemanden vor die Tür setzt, weil derjenige zu rechts ist, will das schon was heißen.

Das Fürstentum Germania, welches Conrad unterstützte, ähnelte dem reichsdeutschen Projekt der kommissarischen Reichsregierung. Nach außen versuchte es sich jedoch als basisdemokratischer Kirchenstaat zu verkaufen, was neben rechten Verschwörungstheoretikern auch einige Libertäre anlockte. Zu Bestzeiten hatte das Fürstentum rund 220 Anhänger. Sitz des Scheinstaates, welcher von einem Adoptiv-Adeligen mit dem Kunstnamen Michael Freiherr von Pallandt geleitet wurde, war ein baufälliges Schloss im brandenburgischen Ort Krampfer.

Das Phantasiefürstentum existierte jedoch nur für eine recht kurze Zeit. Es wurde am 15. Februar 2009 ausgerufen und am 19. Mai desselben Jahres fand auch schon die Räumung des Schlosses durch die Polizei statt. Die Wohnräumlichkeiten genügten nicht den behördlichen Anforderungen und nach der Räumung wurde das Schloss von seinem Besitzer ganz und gar dem Verfall preisgegeben. Das Projekt versucht sich seitdem unter der Bezeichnung Exilregierung Fürstentum Germania neu zu formieren und plant einen Umzug nach Südamerika, wohin nach dem 2. Weltkriegs bereits viele Nazis geflohen sind.

Jo Conrad kehrte dem Projekt jedoch den Rücken und initiierte stattdessen zusammen mit Michael Vogt im Jahr 2012 den „Aufbruch Gold-Rot-Schwarz“. Diese Farbabfolge erinnert nicht von ungefähr an Peter Fitzeks NeuDeutschland-Flagge. Immerhin kennen sich die drei, wobei Fitzek regelmäßig sowohl bei Vogt im Alpenparlament TV als auch bei Conrads Bewusst.TV zu sehen ist. Gleich und gleich gesellt sich gern.

Bewusst.TV überschwemmt seit 2010 das Internet mit Verschwörungs- und Esoterikvideos. Es wurde von Conrad nach dessen Rauswurf bei Secret TV als kommerzielles Propagandaprojekt gegründet. Der Profit wird durch gezielte Werbung für Esoterik sowie die Einnahmen des angeschlossenen Webshops erwirtschaftet. Dank der hohen Klickzahlen und einem Heer leichtgläubiger Kunden dürften die beiden Protagonisten Conrad und Vogt inzwischen sehr gut von dieser Internet Plattform leben können.

Die beiden sind allerdings die einzigen bekannten Namen, die sich zweifelsfrei Bewusst.TV zuordnen lassen. Ein Impressum gibt es nämlich nicht, denn wer will schon für die kruden Inhalte des selbsternannten Bildungskanals haften? Das fängt schon bei der Propaganda für Reichsdeutsche an, die den BRD-Staat beseitigen wollen, und reicht bis hin zu selbsternannten Homoheilern, Impfgegnern und Vertretern der Neuen Germanischen Medizin von Ryke Geerd Hamer, die mit der Gesundheit und dem Leben leichtgläubiger Menschen spielen.

Braunes Gedankengut, Judenfeindlichkeit, Sexismus und Homophobie sind wahrlich keine Seltenheit bei den bewusstlosen Gästen und Gastgebern. Wie 2006 bekannt wurde, ist Jo Conrad selbst schon wegen Volksverhetzung für schuldig befunden und rechtskräftig verwarnt worden. Es gab mindestens zwei Strafverfahren wegen Volksverhetzung und übler Nachrede gegen ihn. Gäste wie Andreas Popp und Jürgen Elsässer wirken dagegen fast schon harmlos.

Nun geht es bei Bewusst.TV aber nicht ausschließlich um rechtsgerichtete oder nationalkonservative Politik und Verschwörungstheorien. Der Großteil der Gäste kommt eher aus der esoterischen Ecke, wobei es allerdings oft zu Überschneidungen kommt. Dies trifft z.B. auf Jessie Marsson zu, der sowohl als Druide auftritt, wie auch als Reichsdeutscher. Er ist kein Geringerer als der bereits erwähnte Michael Freiherr von Pallandt, ehemaliges Staatsoberhaupt des Fürstentums Germania. Ein weiterer bekannter Name ist Rainer Feistle, der nur vordergründig über seine UFO-Entführungen spricht, am Rande aber rechtsextreme Gruppierungen wie die Vril-Gesellschaft propagiert.

Zu den weniger politischen Dauergästen zählen der Mentaltrainer Alexander Wagandt, der Esoterik-Guru Karma Singh, Dagmar Neubronner und der Yoga-Mönch Dada Madhuvidyananda. Der prominenteste Interviewpartner war jedoch mit Abstand David Icke, der sich mit Jo Conrad über absurde Verschwörungstheorien wie die Mondmatrix diskutierte. Auch sonst wimmelt es in der Sendung von Druiden, Hexenmeistern, Geisterbeschwörern und Channelmedien, deren Gruppierungen und Literatur auf der Bewusst.TV-Webseite massiv beworben werden.

Wer sich nun im Gegensatz zu Jo Conrad und seinesgleichen ernsthaft mit dem Einfluss okkulter Geheimgesellschaften auseinandersetzt, wird zwangsläufig zu dem Schluss gelangen, dass der gesamte Esoterikmarkt ein Teil von deren Agenda ist. Man braucht wahrlich nicht lange zu suchen, um bei Bewusst.TV die einschlägige Symbolik zu finden. Als erstes fällt natürlich das Kanallogo unangenehm auf. Es handelt sich um einen Schmetterling, der hier für die esoterische Transformation hin zum Wassermannzeitalter stehen dürfte. Allerdings wäre er auch als Mind Control Symbol nicht unbedingt deplaziert, da Bewusst.TV pure Esoterikhirnwäsche ist.

Bewusstlos TV

In der Blogroll der Bewusst.TV-Webseite finden sich dann noch die üblichen Verdächtigen, darunter Norbert Brakenwagens theosophische Sendung Time To Do, Andreas Popps (Un-)Wissensmanufaktur, Jo Conrads Privatwebseite und das Freigeistforum. Letzteres ist ein weiteres Projekt von Conrad, welches er schon zu seiner Zeit bei Secret TV anleierte. Bis zu dem Bruch mit Holey wurde dessen Plattform noch im Forum beworben, während heute selbstverständlich Bewusst.TV der offizielle Partner ist.

Die Kategorien des Freigeistforums erwecken oberflächlich betrachtet einen unverdächtigen Eindruck und decken Themen wie Politik, Geheimgesellschaften, Okkultismus, Satanismus und UFOs ab. Schaut man aber etwas genauer hin, findet man im Forum einschlägig rechtsextreme Themen. Darunter die angebliche Ermordung von Jörg Haider, die Behauptung des naturgegebenen Rassismus, Reichsdeutschenpropaganda und Solidaritätsbekundungen mit Holocaustleugnern wie Ernst Zündel. Es wurden in der Vergangenheit zudem Briefe des inhaftierten Auschwitz-Leugners Germar Rudolf im Forum veröffentlicht, in denen gleich noch Links zu rechtsextremen Webseiten wie der des Holocaust-Leugners Ahmed Rami enthalten waren.

Nun sichert sich Jo Conrad zwar im Haftungsausschluss ab, in dem es heißt, dass der Forenbetreiber nicht für die Meinungen der Nutzer verantwortlich ist. Allerdings heißt es in den Forenregeln auch: „Einträge und Mitglieder können ohne weitere Begründung gelöscht werden.“ Conrad hat es also in der Hand, strafrechtlich relevante Äußerungen zu unterbinden. Davon macht er jedoch keinen Gebrauch, was die Vermutung nahe legt, dass die Löschung wohl eher Kritiker betrifft.

Neben den eindeutig rechtsextremen Ergüssen gibt es im Freigeistforum noch allerhand unsinnige Esoterikthemen wie Astrologie, Lichtarbeit, Elfen und Dämonen. Das Ganze wird dann noch mit gefährlichem Blödsinn wie der Neuen Germanischen Medizin garniert. Prinzipiell sind damit alle Bereiche abgedeckt, die auch bei Bewusst.TV zu finden sind. Der Unterschied besteht nur darin, dass im Forum jeder mitdiskutieren kann, wodurch der Umgangston etwas radikaler und unverblümter ist.

So viel zu Jo Conrads eigenen Projekten. Als Autor ist er jedoch nicht nur für seine eigenen Publikationen aktiv. Unter anderem schreibt er auch für die Kent-Depesche, was eine noch interessantere Verbindung offenbart, als seine ohnehin schon brisanten Kontakte zu den Reichsdeutschen- und der Esoterikszene. Die Kent-Depesche wird nämlich von dem $cientologen Michael Hinz herausgegeben.

Das ist vor allem in der Hinsicht interessant, da bereits Ivo Saseks Anti-Zensur-Koalition und Norbert Brakenwagens Time To Do der Psychosekte ein Podium bieten. Wir haben es hier offensichtlich mit einem esoterischen Netzwerk zu tun und es dürfte klar sein, wer bei diesem die Fäden zieht. Jo Conrad ist letztendlich nur ein weiterer Stein in der Dianetik-Pyramide.

Peter Fitzek – Wenn ich König von Deutschland wär’

von Shinzon

Deutschland hat ein Problem. Es ist nicht wirklich souverän – weder innerhalb der EU noch gegenüber den USA. Die Regierung stört sich jedoch nicht daran, sondern ist im Gegenteil sogar stolz auf ihre Vasallentreue. Im Bundestag wimmelt es von Bilderbergern sowie Vertretern der Atlantik-Brücke, des CFR und der Trilateralen Kommission.

Die Deutschen fühlen sich vollkommen zu recht von dieser Regierung verraten, die erst schwört, Schaden vom deutschen Volk abzuwenden, dann aber Abkommen wie den ESM oder TTIP unterzeichnet. Wir leben in einer Lobbykratie, in der Politik für Banken und Konzerne gemacht wird. Das ist die traurige Wahrheit. Eine Wahrheit, die sich radikale Gruppen wie die Reichsdeutschen zunutze machen. Sie nutzen das Misstrauen in die etablierte Politik geschickt aus, um Menschen für ihre eigenen Machtphantasien zu begeistern.

Selbstverständlich ließe sich die Souveränität auch auf demokratischem Wege wiederherstellen. Aber das ist nicht im Interesse der Reichsdeutschen, die lediglich eine Diktatur durch eine noch schlimmere austauschen wollen. Wahlweise wollen sie zurück ins 3. Reich oder gar ins Kaiserreich. Eine einzigartige Ausnahme in dieser Bewegung bildet Peter Fitzek, der vorwärts in die Monarchie will. Das ist in etwa so, als würde man im Rückwärtsgang vorwärts fahren wollen.

Bevor wir jedoch zur Gründung des Scheinstaates NeuDeutschland kommen, werfen wir kurz einen Blick auf das Leben von Peter Fitzek. Er wurde 1965 in Halle geboren und hat zwei Kinder aus einer Ehe Anfang der 1990er Jahre. Beruflich unterhielt er mehrere Läden, eine Bar und ein Tattoo-Studio. Seit 2000 betreibt er in Wittenberg (Sachsen-Anhalt) einen Buchladen für Esoterikliteratur und schrieb 2005 sein eigenes Buch „Wege zur Entdeckung feinstofflicher Welten“. Er ist zudem Dauergast in Esoteriksendungen wie Norbert Brakenwagens Time To Do und Jo Conrads Bewusst TV.

Seine politische Karriere begann Fitzek 2008 mit seiner Kandidatur für den Oberbürgermeisterposten in Wittenberg. Bei der Wahl erhielt er jedoch nur 0,7% der Stimmen. Das Rathaus wird er weder als Bürgermeister noch als Bürger je wieder betreten, denn zwei Jahre später erhielt er ein Hausverbot. Dazu kam es, weil er 2009 und 2010 mehrfach Sachbearbeiterinnen angepöbelt und sogar tätlich angegriffen hatte. Fitzek wollte dabei allen Ernstes eine Mitarbeiterin des Rathauses verhaften, was Zweifel an seiner geistigen Gesundheit aufkommen lässt.

2009 kandidierte er zur Bundestagwahl abermals als unabhängiger Direktkandidat für den Wahlkreis Wittenberg-Dessau und erhielt wieder nur 0,7%. Man kann nur darüber mutmaßen, dass diese beiden Misserfolge den gelernten Koch dazu getrieben haben, sein eigenes Süppchen zu kochen. Es ist offensichtlich, dass Peter Fitzek mit der Realität nicht klar kommt und sich deswegen seine eigene Fantasy-Welt erschafft.

Bevor er sein eigenes Königreich ausrief, hob er am 13. Juli 2009 zunächst seinen Verein NeuDeutschland aus der Taufe. Er behauptete dabei, seinen eigenen Staat innerhalb der BRD errichten zu können, da er nicht als natürliche Person ausgewiesen sei. Warum und vor allem auf welcher Grundlage er kurz darauf für den Bundestag kandidierte, ist angesichts dessen fraglich. Immerhin spricht er der BRD und damit auch dem Bundesparlament jegliche Legitimität ab.

Diese offensichtliche kognitive Dissonanz zieht sich durch das gesamte Konzept des NeuDeutschland-Vereins. Dieser sieht sich zwar keineswegs als rechtsextrem, fordert jedoch die Wiederherstellung Deutschlands in den Grenzen von 1937. Also ein eher altes als neues Deutschland. Den östlichen Nachbarländern dürfte dieses aufgewärmte Konzept vom Lebensraum im Osten gewiss gar nicht gefallen und ohne einen Krieg lässt sich diese Forderung wohl auch nicht durchsetzen. Unter anderem aus diesem Grund wurde dem Verein am 30. Juli 2010 vom Landgericht Stendal die Gemeinnützigkeit aberkannt.

Fitzek will dennoch im Rückwärtsgang nach vorn, was nur einer Katastrophe enden kann. Wenn es ihm nur darum ginge, in Polen oder Tschechien leben zu wollen, könnte er dies dank der europäischen Freizügigkeit längst tun. Klar müsste er dann eine fremde Sprache lernen und bei einem dauerhaften Umzug eine andere Staatsbürgerschaft annehmen. Da er Letzteres aber nun einmal nicht will, schwelgt er in großdeutschen Allmachtsphantasien, die ihm nichts außer einer Beobachtung durch den Verfassungsschutz eingebracht haben.

Die Rückforderung der Ostgebiete ist purer Revanchismus, mit dem Fitzek bestenfalls bei Erika Steinbach und der NPD punkten kann. Der einzige Unterschied zu den Reichsdeutschen besteht darin, dass der Verein NeuDeutschland eine neue Verfassung erarbeitet hat, statt die des deutschen Reiches zu übernehmen. Auf die Idee, das tendenziell gute Grundgesetz als Verfassung zur Abstimmung zu stellen, kommen die NeuDeutschen natürlich nicht. Nun ja, vielleicht haben sie ja etwas gegen den Artikel 1…

In jedem Falle haben Fitzek und seine Anhänger ein Problem mit der Bundesrepublik Deutschland, die sie samt ihrer Institutionen als unrechtmäßig ablehnen. Woher sie die Rechtmäßigkeit ihres NeuDeutschlands nehmen, ist allerdings fraglich. Eine Legitimation durch die Mehrheit der Bevölkerung wird Fitzeks Projekt jedenfalls nicht erhalten. Wir erinnern uns an die 0,7%.

Leider hält das ihn und seine Anhänger nicht davon ab, einen eigenen Staat im Staate aufzubauen. Am 16. September 2012 wurde aus dem NeuDeutschland offiziell das Königreich Deutschland. Bei der Gelegenheit entledigte sich Peter Fitzek auch gleich sämtlicher demokratischer Ansätze und aus der ursprünglich angedachten, basisdemokratischen Räterepublik mit konstitutioneller Monarchie wurde eine absolute Monarchie. Fitzek begründete diesen Schritt wie folgt:

„Aufgrund der fehlenden Menschenzahl und kompetenter Ratsmitglieder, einem noch fehlenden Wahlgesetz, fehlender Wahlberechtigter, wählbarer Minister und noch anderer Erfordernisse kann es nun leider keine basisdemokratische Räterepublik in Verbindung mit einer konstitutionellen Monarchie mehr werden“.

Einerseits war Fitzek also einfach zu faul, ein Wahlgesetz auszuarbeiten, aber andererseits mangelte es ihm ohnehin an Deppen, die seine Konkurrenzdemokratie unterstützt hätten. Aber wozu braucht Fitzek schon Wähler, wenn er sich selbst zum König krönen kann? Napoleon Bonaparte lässt grüßen, also scheiß auf die 0,7%!

Krönung_1

Krönung_2

Das Staatsgebiet des Königreichs erstreckte sich über 9 Hektar am Stadtrand von Wittenberg. Auf dem ehemaligen Krankenhausgelände waren ein Kindergarten, eine Privatschule und eine Universität geplant. Die Flagge des einstigen Scheinstaates ist eine umgedrehte BRD-Fahne, was eigentlich ein Seenotzeichen ist. Die Flagge ist zudem von einer aufgehenden Sonne geziert, was auf einen kultischen Hintergrund hindeutet. Fitzek sieht sich wohl als eine Art Sonnenkönig und behauptet tatsächlich, von Gott persönlich gesandt worden zu sein.

Königliches Logo

Das Königreich hatte selbstverständlich eine eigene Währung, das so genannte Engelgeld. Auf der Forderseite findet sich ein Lebensbaum, während auf der Rückseite ein Wappen abermals von Sonnensymbolik geziert und mit einer Krone geschmückt wird.

Engelgeld

Nun gibt es ja durchaus einige erfolgreiche Lokalwährungen und im Prinzip ist nichts gegen dieses Modell einzuwenden. Zumindest sofern solche Lokalwährungen auf einem Konsens beruhen. Die „neue deutsche Mark“ ist jedoch definitiv ein Betrugsmodell, da sie zentral von einer gefakten Staatsbank herausgegeben wird. Zudem kann man zwar im Königreich Euros in Engelgeld umtauschen, aber keine anerkannte Bank der Welt würde Engelgeld in Euro umtauschen. Da Fitzek seine Rechnungen natürlich in Euro bezahlt, dürfte klar sein, wie der Hase läuft.

Allerdings konnte man im Königreich tatsächlich mit der neuen deutschen Mark bezahlen. Zu den wenigen Gütern zählten zum Beispiel Autokennzeichen. Für 120 Euro im Jahr versprach Fitzek seinen Opfern, dass sie keine KFZ-Steuern zahlen müssten und Bußgelder nur an sein Königreich zu entrichten seien. Selbstverständlich versteht die Polizei bei solchen Possen keinen Spaß und wer meint, tatsächlich keine KFZ-Steuern oder Bußgelder zahlen zu müssen, dürfte schnell eines Besseren belehrt werden. Immerhin fahren die selbsternannten Reichsbürger nicht auf königlichen Straßen, sondern auf dem Verkehrsnetz der BRD.

Auf öffentlichen Straßen ist dabei die Straßenverkehrsordnung der BRD zu beachten. Peter Fitzek denkt darüber natürlich anders und geriet daher nicht nur wegen seines ungültigen Autokennzeichens mit der Polizei aneinander. Am 13. Oktober 2013 wurde er zusätzlich vom Amtsgericht Neustadt bei Hannover zu drei Monaten Haft ohne Bewährung verurteilt, weil er ohne Führerschein mit überhöhter Geschwindigkeit erwischt wurde. Zum Glück für ihn ist das Urteil nicht rechtskräftig.

Dennoch zeigt dieses Beispiel sehr gut, mit welch arrogantem Charakter wir es zu tun haben. Selbst wenn sein imaginäres Königreich international anerkannt gewesen wäre, hätte er sich im Ausland BRD an die dort gültigen Geschwindigkeitsbegrenzungen halten oder die entsprechenden Konsequenzen tragen müssen. Wer als BRD-Bürger z.B. in Italien geblitzt wird oder in Großbritannien auf der rechten Straßenseite fährt, kann sich ja schließlich auch nicht mit deutschen Verkehrsregeln herausreden.

Die königliche Knallcharge war damit aber noch lange nicht am Ende der Possenspielchen angelangt. Der Polizei zeigte Fitzek dreist einen Führerschein, den er sich selbst ausgestellt hatte. In seinem Königreich bekam scheinbar jeder zahlende Kunde einen Fake-Führerschein ausgehändigt, ohne eine entsprechende Prüfung ablegen zu müssen. Immerhin gab es in NeuDeutschland keine einzige Fahrschule und keine Führerscheinstelle, sondern nur einen Peter Fitzek mit einem Drucker. Da muss schon die Frage erlaubt sein, wer die Führerscheinprüfung abnimmt?

Neben den gängigen Souvenirs, die man im Königreich kaufen konnte, gab es noch weitere Betrugsmodelle, die nicht mal einen Materialwert besaßen. Gemeint sind die königliche Renten- sowie Krankenkasse. Wer diese abgeschlossen hat, sollte weder alt noch krank werden, denn sofern überhaupt, werden Rente und Leistungen nur in fiktivem Engelgeld ausgezahlt. Davon kann man weder Miete, noch Strom, Wasser oder Einkäufe bezahlen, womit man im Alter noch beschissener dasteht, als mit der ohnehin schon mickrigen gesetzlichen Rente der BRD.

Noch kruder war die Krankenkasse, denn es gibt wirklich keine Ärzte und keine Apotheken, die Engelgeld akzeptieren. Allerdings waren Arztbesuche und Medikamente ohnehin nicht im Leistungskatalog vorgesehen. Gezahlt wurden nur Fitzeks eigene Gesundheitsseminare und Behandlungen bei ausgewählten Quacksalbern, die Homöopathie und Neue Germanische Medizin praktizieren. Wahrscheinlich hätten aber nicht einmal Fitzeks Esoterikfreunde dauerhaft Engelgeld akzeptiert, denn immerhin hauen die mit ihren nutzlosen Diensten andere übers Ohr und wollen nicht selbst mit Spielgeld über den Tisch gezogen werden.

Faktisch hatte man von der königlichen Krankenkasse also keine Leistungen zu erwarten gehabt. Völlig zu recht wurde dieses Treiben daher am 1. Dezember 2010 von der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht unterbunden. Fitzeks Versuch, sein Projekt als Unterstützerkasse weiterlaufen zu lassen, die nicht der Versicherungsaufsicht unterliegt, wurde am im März 2012 ebenfalls von der BaFin gestoppt. Auf Anzeige der BaFin wurden am 13. April 2013 zudem 12 Objekte, die Fitzeks Phantasiekönigreich zuzuordnen waren, von der Polizei durchsucht, weil der selbsternannte Monarch weiterhin unerlaubt im Banken- und Versicherungsgeschäft tätig war.

Es folgten zwei weitere Razzien am 26. März und 27. November 2014. Am 8. Januar 2015 verhängte das Amtsgericht Dessau-Roßlau schließlich wegen Verstoßes gegen das Versicherungsgesetz eine Geldstrafe von 4.200 Euro. Zudem wurde von staatlicher Seite ein Anwalt bestellt, der nun sämtliche illegalen Versicherungs- und Bankgeschäfte abwickelt. Darüber hinaus übt der Anwalt die Kontrolle über die Grundstücke aus, für die Fitzek nun Miete zahlen muss.

Das ist eine durchaus gerechte Strafe, die nicht einer gewissen Ironie entbehrt. Fitzek selbst hatte nämlich von seinen Anhängern verlangt, dass diese bei der Einbürgerung ihre Privatgrundstücke als Schenkung in seinen Scheinstaat einbringen. Ähnliche Methoden findet man auch bei diversen Psychosekten und es wäre wünschenswert, wenn der BRD-Staat gegen diese ebenso konsequent vorgehen würde.

Da sich Fitzeks Königreich derzeit in Auflösung befindet, bleibt ihm nichts anderes übrig, als sein Geld weiter mit esoterischer Literatur und dazugehörigen Seminaren zu verdienen. Es ist ja leider nicht so, dass es dafür keinen Markt gäbe und er am Hungertuch nagen müsste. Es sei denn, seine Kundschaft entdeckt eines schönen Tages den Unterschied zwischen Spiritualität und Esoterik. Das würde nämlich mit der Erkenntnis einhergehen, dass ein Despot mit Allmachtsphantasien, der obendrein wegen Körperverletzung vorbestraft ist, nicht sonderlich spirituell verlangt sein kann.

In der Tat ist König Schmalzlocke ein erfahrener Kampfsportler, der gerne mal zuschlägt. Er wollte sogar seine eigene Polizei ausbilden, um abtrünnige Anhänger und Kritiker einzuschüchtern. Eine Idee, auf die auch schon einige Islamisten in Wuppertal gekommen sind, welche den deutschen Rechtsstaat gern durch ein Kalifat mit Scharia austauschen würden. Der Vergleich klingt zu krass? Nun, Fitzek mag vielleicht kein Islamist sein, aber was Familie und Sexualität angeht, hat er ähnlich fundamentalistische Ansichten.

Am 5. April 2013 drang er zum Beispiel in die Wittenberger Grundschule „Friedrich Engels“ ein, um die sexuelle Aufklärung seines Sohnes zu verhindern. Bei dieser Aktion versuchte er, ein Sexualkundebuch gewaltsam an sich zu bringen, was ihm ein weiteres Hausverbot einbrachte.

Nach Fitzeks Meinung ist sexuelle Aufklärung in der Grundschule gleich Frühsexualisierung. Personen unter 18 Jahren dürften demnach nicht wissen, woher die Babys kommen. Dabei werden den Kindern im Klassenzimmer keineswegs Pornos gezeigt, es geht lediglich um die Aufklärung über den biologischen Vorgang. Ginge es jedoch nach dem Willen von Fitzek und anderen Esoterikern, müssten Kinder dumm gehalten werden. Obgleich die Pubertät unvermeidlich ist, sollten Heranwachsende nicht verstehen, was da mit ihnen geschieht. Stattdessen sollten sie sich vor ihrem eigenen Körper zu ekeln haben. Ein Glück, dass Fitzek nicht das Sorgerecht für seine Kinder hat.

In seinem untergegangenen Königreich wäre angesichts dieser kruden Moralvorstellungen sicherlich auch kein Platz für Homosexuelle oder sonstige „Abweichler“ gewesen. Aber unter einem Sektierer wie Fitzek fühlen sich ohnehin nur verblendete Esoteriker und neurechte Reichsbürger wohl. Vielleicht hätte auch Beatrix von Storch einen Platz im neudeutschen Königreich gehabt, allerdings hätte dann wohl ihr Cousin Philip von Preußen dem Imperator Fitzek den Thron streitig gemacht.

Zusammenfassend wirkt Peter Fitzeks Lebenslauf wie der freimaurerische Klassiker „Der Mann, der König sein wollte“. Offenbar hat er den Film jedoch nie gesehen, sonst hätte er gewusst, dass die Geschichte nicht gut ausgeht. Fraglich ist allerdings, ob er die richtigen Lehren daraus gezogen hätte, denn aus seinem eigenen Leben zieht er sie keinesfalls. Nach seiner Niederlage kündigte King Schmalzlocke an, ein ganzes Dutzend neuer Königreiche zu gründen und noch verbissener gegen die Bundesrepublik vorzugehen.

Auf die offensichtlichste Lösung kommt der ehemalige Regent jedoch nicht. Er könnte sein Königreich doch einfach in der feinstofflichen Paralleldimension wiederaufbauen, die er angeblich entdeckt haben will. Dort würde er niemanden stören und herrschen könnte er dort auch von einer gepolsterten Zelle aus.

Neuer Flügel der AfD will zurück zur Monarchie

von Shinzon

Es ist nun wahrlich nichts Neues, dass die Alternative für Deutschland keine Alternative zur neoliberalen Politik der herrschenden Elite darstellt. Geführt wird die Partei von Ökonomen wie Bernd Lucke (ehemals CDU) und von Bankiers wie Hans-Olaf Henkel (u.a. Bank of America). Neben diesen Galionsfiguren finden sich aber auch islamophobe Rassisten wie Björn Höcke in den Reihen der AfD, die das Volk gegen Moslems und Flüchtlinge aufhetzen. An der Spitze werden also die Interessen der Reichen vertreten, während an der Basis das Prinzip „teile und herrsche“ durchgesetzt wird.

Damit ist die AfD den Unionsparteien CDU und CSU gar nicht mal so unähnlich und wie diese hat auch die AfD einige Mitglieder von adeligem Geblüt. Während für die CSU ein Freiherr zu Guttenberg das Kriegsministerium führte oder ein Otto von Habgier im EU-Parlament saß, übernimmt Beatrix von Storch diesen Part für die AfD. Die EU-Parlamentarierin führt das klerikal-aristokratische Kampagnen-Netzwerk der Partei, welches die Wiedereinführung der Monarchie anstrebt.

Beatrix von Storch ist die Enkelin von Johann Ludwig Graf Schwerin von Krosigk (1887-1977), der wie viele Adelige das Naziregime unterstützte. Dabei war er keineswegs ein kleiner Mitläufer, sondern von 1932 bis 1945 Reichsfinanzminister. Also ein adeliger Nazi mit besten Verbindungen zur Finanzmafia.

Ihr Opa väterlicherseits war Nikolaus von Oldenburg (1897-1970), der letzte Erbe des Großherzogtums Oldenburg. Auch dieser Großvater war Mitglied der NSDAP sowie SA-Standartenführer. Angesichts solch familiärer Verhältnisse bekommt es einen durchaus bitteren Beigeschmack, wenn Beatrix von Storch permanent „Deutschlaaand!!!“ schreit. Das muss wohl an der Erziehung liegen.

Nun will Frau von Storch die Zeit aber nicht unbedingt 70 Jahre zurück drehen, sondern besser gleich 100 Jahre. Ihre Familie gehört zu den Adelscliquen, die nach der Wende 1990 Anspruch auf ihre einstigen Ländereien und Besitztümer in der ehemaligen DDR erhoben. Damit aber noch nicht genug, trachtet ihre Familie tatsächlich nach dem Thron. Diesen soll von Storchs Cousin 2. Grades Philip von Preußen besteigen, welcher tatsächlich der Enkel des letzten deutschen Kaisers Wilhelm II. ist.

AfD Adelsnetzwerk

So hart das auch klingen mag, die Bolschewisten handelten völlig richtig, als sie 1918 Zar Nikolaus II. samt seiner Familie ins Jenseits beförderten. So lange auch nur ein einziger von diesem Adelsgeschmeiß überlebt, kommt dieses Unkraut immer wieder hoch. Zwar haben auch die Deutschen die Monarchie überwunden, doch die Adeligen blieben als Mitglieder der Union, der FDP und nun auch der AfD weiter an der Macht. Sie sind nach wie vor von Geburt an besser gestellt und haben in der Wirtschaft neue Wege gefunden, das Volk zu knechten.

Leider gibt es viele Menschen in Deutschland, die ernsthaft froh wären, wieder Untertanen in einer Monarchie zu sein. Man könnte meinen, Selbstgeißelung stünde wieder hoch im Trend, doch tatsächlich versprechen sich die Betroffenen eine bessere Politik von einem König oder Kaiser. Welch absurde Vorstellung!

Die derzeitigen politischen Verhältnisse sind selbstverständlich untragbar, doch eine Rückkehr zur Monarchie würde daran nichts ändern. Auch ein Kaiser Philip von Preußen müsste sich wie Angela Merkel der Finanzmafia beugen. Das beste Beispiel ist das britische Königshaus, welches keinerlei Macht über das extraterritoriale Gebiet der City of London hat. Die Rückkehr zur Monarchie hätte nur einen einzigen Effekt: Wir müssten noch mehr Steuern zahlen, da wir neben den Banken und Konzernen auch noch eine kaiserliche Familie durchfüttern müssten.

Adelige sind nichts anderes als Parasiten! Sie werden mit dem Silberlöffel im Mund geboren, weil ihre Urahnen irgendwann vor Jahrtausenden behauptet haben, ihr Blut sei königlich und sie wären von den Göttern auserwählt. Mit diesem Argument haben sie sich Land und Ressourcen angeeignet und Generationen im Frondienst für sich schuften lassen. Alles, was sie besitzen, ist zusammengeklaut und geraubt. Sie haben sich gar erdreistet, die Natur in ihren Besitz zu bringen.

Es ist schlichtweg eine Lüge, wenn sich Adelige enteignet fühlen, weil in der DDR die Wälder und Ländereien der Allgemeinheit zurückgegeben wurden. Allein die Vorstellung, dass der Wald Privatbesitz einer Familie sein kann, die behauptet, dass dies eine göttliche Ordnung sei, ist absurd! Die einzige Enteignung war die Enteignung des Volkes, als den Adeligen ihre unrechtmäßig beanspruchten Ländereien und Schlösser zurückgegeben wurden.

Leider sehen das nicht alle Deutschen so. Doch was treibt diese Menschen zurück zur Monarchie? Welch unendlichen Hass auf sich selbst müssen sie haben, um freiwillig vor einem König oder Kaiser zu Kreuze kriechen zu wollen? Warum wollen sie dieses arbeitsscheue Pack mit Gold und Juwelen überhäufen, statt die Steuergelder in sinnvolle Dinge wie Bildung und Infrastruktur zu stecken? Wer wirklich eine Monarchie will, kann ja gerne nach Nordkorea auswandern und sich für König Kim Jong Un zu Tode hungern!

Aber die Anhänger des deutschen Kaisertums wollen gar nicht wissen, was Monarchie überhaupt bedeutet. Es schert sie nicht, dass in Thailand Systemkritiker wegen „Majestätsbeleidigung“ für Jahrzehnte in den Knast wandern oder das britische Königshaus seine schützende Hand über den pädophilen Sumpf des kronloyalen Establishments hält. Welcher Royalist interessiert sich schon dafür, warum Lady Di sterben musste, wenn im Goldenen Blatt steht, was für tolle Übermenschen die Adeligen doch sind?

Die Royalisten hängen einer romantischen Vorstellung aus irgendeinem Disney-Märchenfilm an und träumen vielleicht sogar davon, selbst irgendwann „Plötzlich Prinzessin“ zu sein. Oder zumindest ein Fürst oder hoher Beamter. Letztendlich sind die AfD-Wähler aber nichts als Hofnarren. Wie viele solcher dummen Patrioten sind 1914 für „Gott, Kaiser und Vaterland“ gegen den „Franzmann“ ins Feld gezogen und haben dafür mit ihren Gliedmaßen oder gar ihrem Leben bezahlt? Schon vergessen?

Wer die Rückkehr zur Monarchie fordert, hat nichts aus der Geschichte gelernt. Die Adeligen sind dem Volk nicht wohl gesonnen. In deren Augen sind wir alle nur Untermenschen, Spielzeug und Kanonenfutter. Die Monarchie ist die höchste Form der Ideologie von der Ungleichheit der Menschen. Eine Ideologie, wie wir sie auch beim Faschismus und Satanismus finden. Es ist daher wohl kaum überraschend, dass der deutsche Adel zu den größten Unterstützern der Naziregimes zählte und der europäische Hochadel im Kern satanistisch ist.

Erinnert sich noch jemand an den Elefantentöter Juan Carlos II. von Spanien? Oder all die verschwundenen Kinder von England? Das ist das wahre Gesicht der Monarchie! Die adelige Machtclique herrscht aber nicht nur über ihre Königreiche und Fürstentümer, sondern leitet schon seit jeher die wichtigsten Geheimgesellschaften. Während die britische Queen Elizabeth II. auf dem öffentlichen Thron sitzt, ist ihr Cousin Edward, 2. Duke of Kent, der Großmeister der Vereinigten Großloge von England.

Monarchie und Freimaurerei gehen auch bei der AfD Hand in Hand. Das zeigt allein schon das Parteilogo, welches in den Freimaurerfarben blau, weiß und rot gehalten ist. Der Pfeil zeigt dabei gewiss nicht zufällig nach rechts. Die AfD ist also gegenüber der neuen Weltordnung so alternativ wie Kot gegenüber Scheiße.

AfD masonic Logo

Aber das adelige Inzestgesocks will nicht nur die Monarchie zurück. Beatrix von Storch propagiert gleichermaßen die klerikalen Vorstellungen der Ultrakonservativen, deren Spektrum von Katholiken bis Evangelikalfaschisten reicht. Bei diesen Kreisen muss man natürlich nicht lange fragen, warum sie kein Problem mit der Monarchie haben, da christliche Fundamentalisten dies für die göttliche Ordnung halten.

Doch zurück zum mittelalterlichen Menschenbild der Klerikalen. Für diese sind Frauen natürlich minderwertige Gebärmaschinen, die an den Herd gehören. Frau von Storchs Position als Abgeordnete des EU-Parlaments ist natürlich eine Ausnahme, da sie eine Adelige und kein Untermensch Untertan ist. Frauen aus der Arbeiterklasse sollten dagegen maximal als Dienstmagd arbeiten und Kühe melken.

Als Mensch zweiter Klasse dürfen Frauen in diesem Weltbild genauso wenig über ihren Körper wie über ihr Leben bestimmen. Das heißt im Klartext, dass sie nicht abtreiben dürfen. Nicht einmal dann, wenn sie vergewaltigt worden sind, ihr Kind schwer behindert sein wird oder durch die Schwangerschaft das Leben der Mutter gefährdet ist.

Dem 2005 gegründeten AfD-Verein Zivile Koalition e.V. ist das Leben heilig. Allerdings nur das ungeborene Leben. Wenn die Kinder erst mal auf der Welt sind, können sie verhungern oder sich im Krieg verheizen lassen. Das ist die Logik aller katholischen und evangelikalfaschistischen Pro Life Anhänger.

In Deutschland fallen diese Gestalten immer wieder mit Aktionen gegen Ärzte sowie dem so genannten „Marsch für das Leben“ auf. Neben Beatrix von Storch gehört das Ehepaar Martina und Volker Kempf zu den Organisatoren solcher Events. Unlängst sind die beiden von der AUF in die Alternative für Deutschland übergewechselt und haben dort den Arbeitskreis „Christen in der AfD“ aufgebaut. Neben dem frauenverachtenden Pro Life-Geschwafel zählt natürlich auch Homophobie zu den Kernthemen dieses Parteiflügels.

Neben Beatrix von Klapperstorch ist auch ihr Cousin Paul von Oldenburg in der Szene aktiv. Er vertritt in Brüssel mehrere Organisationen, die der Gesellschaft zum Schutz von Tradition, Familie und Privateigentum (TFP) nahe stehen. Gemeint sind natürlich die Tradition der katholischen Kirche, deren mittelalterliches Familienbild und der Besitz von Kirche und Adel. Gegründet wurde die Gesellschaft in Brasilien als Gegenbewegung zur Befreiungstheologie. Letztere zeigt, dass Christentum auch humanistisch und fortschrittlich sein kann und würde Jesus heute leben, wäre er wohl ein Befreiungstheologe.

Die TFP ist indes ein absoluter Gegner von jeglicher Freiheit, sei es die Freiheit von Knechtschaft oder die sexuelle Freiheit. Die Gesellschaft tritt für die katholische Hierarchie ein und stellt sich damit gegen jede Form von Gleichheit. Das betrifft insbesondere die Gleichheit von Mann und Frau, aber auch von Hetero- und Homosexuellen. Geht es nach der TFP, haben sich alle Menschen dem Adel und Klerus zu unterwerfen, die Frauen den Männern und Homosexuelle der Inquisition.

Ihr Motto lautet: „Wer Ungleichheit hasst, hasst Gott.“ Das ist natürlich vollkommen absurd und setzt voraus, dass die Monarchie, Patriarchat und Unterdrückung gottgewollt seien. Ein liebender Gott würde dem niemals zustimmen und auch Jesus, für den alle Menschen gleich waren, würde sich bei so viel Menschenverachtung gewiss im Grab umdrehen (sofern er dort liegen geblieben wäre).

Es gibt allerdings einen Ort, an dem das Weltbild der TFP bereits umgesetzt wird und an dem sich Beatrix von Storch und ihre Bande sicherlich wohl fühlen würden. Die Rede ist vom Kalifat Islamischer Staat. Dort herrscht eine strikte Trennung von Herrschenden und Pöbel, der Kalif ist eine Art König, Frauen sind den Männern untergeordnet und Andersdenkenden, darunter natürlich auch Homosexuellen, werden die Köpfe abgehackt.

Die AfD, welche sich regelmäßig bei Pegida beteiligt, wird sich mit Sicherheit gegen solche Vorwürfe wehren. Doch genau das ist es, was Frau von Storch und ihre Anhänger fordern. Nur wollen die halt keinen islamischen, sondern einen christlichen Gottesstaat. Wayne? Der einzige Unterschied zwischen einem islamistischen Hassprediger und Beatrix von Storch besteht doch darin, dass sie sich als Frau selbst nicht an ihre Predigten hält, sonst würde sie diese einem Mann überlassen.

Bei genauerer Betrachtung ist ein Storch eben auch nur ein (Pierre) Vogel. Wer sich von solchen Figuren aufwiegeln lässt, ist entweder religiös verblendet oder hat einfach kein Selbstwertgefühl. Wer als Arbeiter einer Ideologie anhängt, die den eigenen Interessen feindlich ist, dem ist nicht mehr zu helfen. Die AfD vertritt gleich zwei solche Ideologien – den neoliberalen Marktradikalismus und die Rückkehr zur Monarchie.

Diese Ideologien gehen davon aus, dass Menschen unterschiedlich viel wert sind. Sie unterteilen die Menschheit in Gewinner und Verlierer und behaupten, dies sei gottgewollt. Doch von Natur aus sind alle Menschen gleich geschaffen, mit einer Seele und einem freien Willen. Obgleich wir alle Individuen sind, die nicht alle dasselbe wollen, so haben wir dennoch das gleiche Recht auf Glück und Selbstbestimmung! Kein Recht haben wir dagegen, andere zu knechten und ihre Persönlichkeit zu unterdrücken. Die Monarchisten und christlichen Fundamentalisten brechen die universellen Gesetze, indem sie den freien Willen anderer nicht respektieren!

Quelle 1

Quelle 2