Der Sinn der Frauenquote

von Shinzon

Rechtzeitig vor dem diesjährigen Frauentag wurde im deutschen Bundestag die Frauenquote für Führungspositionen beschlossen und anschließend von der SPD als Sieg gefeiert. Der Mehrheit ist aber nicht zum Feiern zumute. DIE LINKE gibt dabei völlig korrekt zu bedenken, dass diese Miniquote von nur 30% gerade einmal 180 Frauen zugute kommt. Im Gegenzug wird die Quote im öffentlichen Dienst von 50% auf 30% gesenkt, was viel mehr Frauen schadet.

So viel zum Thema konstruktive Kritik. Die meiste Kritik kommt dieser Tage jedoch aus dem konservativen Bürgertum, welches nun schon den zweiten Untergang des Abendlandes fürchtet. Immerhin gehören Frauen ja traditionell an den Herd und sind bekanntlich keine fühlenden Wesen mit eigenen Bedürfnissen. Selbstverständlich kommt derartiges Gezeter ausschließlich von Machomännern, die in Frauen nur seelenlose Sexobjekte und Gebärmaschinen sehen. Schauen wir uns deren Argumente aber dennoch etwas genauer an.

1. „Frauen nehmen uns Männern unsere Arbeitsplätze weg!“

Nach den Ausländern sollen nun also die Frauen schuld sein, wenn unterbelichtete Hauptschulabbrecher mit Alkoholfahne keinen Arbeitsplatz bekommen. Das ist absoluter Murks, denn viele Frauen arbeiten bereits, werden dabei allerdings schlechter bezahlt als Männer. Wer sich auf dem Arbeitsmarkt als Mann ungerecht behandelt fühlt, sollte im nächsten Leben als Frau wiedergeboren werden, um zu erfahren, was Ungerechtigkeit überhaupt ist.

Hinzu kommt, dass die Frauenquote gar nicht für alle Berufe gilt. Es besteht also keinerlei Gefahr, dass demnächst mehr Frauen als Männer auf Baustellen zu finden sein werden. Es geht einzig und allein um Führungspositionen, in welche 99,9% der Männer ohnehin nie aufsteigen werden.

2. „Männer werden durch die Frauenquote diskriminiert!“

Hä? Wie können Männer durch eine Frauenquote von gerade einmal 30% diskriminiert werden? Eine Männerquote von 70% scheint eher eine einseitige Bevorzugung zu sein. Zudem wurde die Frauenquote überhaupt erst eingeführt, weil Frauen diskriminiert werden. Wer aber tatsächlich nicht mit dem Anblick einer Frau am Arbeitplatz klar kommt, der sollte vielleicht in ein Kloster gehen – die katholische Kirche vertritt nach wie vor die strikte Geschlechtertrennung. Übrigens gilt die Frauenquote nicht für Führungspositionen im Vatikan. Wer also zurück ins vorletzte Jahrtausend möchte, kann ja dort Karriere machen.

3. „Die Frauenquote ist ein Eingriff in die Wirtschaft!“

Auch die Wirtschaft hat sich an Gesetze zu halten und laut diesen darf niemand aufgrund seines Geschlechtes diskriminiert werden. Das ist jedoch bei einem Blick in die Chefetagen fast überall der Fall –nahezu alles reine Salamipartys. Und damit das weiterhin so bleibt, beträgt die Frauenquote gerade einmal 30% und Verstöße haben keinerlei rechtliche Konsequenzen.

4. „Es sollte bei Einstellungen um Qualifikationen gehen und nicht ums Geschlecht!“

Dieses Argument ist sogar korrekt. Allerdings werden ja gerade Frauen trotz besserer Qualifikationen oft benachteiligt. Ginge es der Wirtschaft wirklich um Qualifikationen und nicht ums Geschlecht, müsste der Frauenanteil in Führungspositionen um die 50% liegen, eventuell sogar darüber. In dem Falle wäre eine Frauenquote überflüssig, aber leider leben wir immer noch in einer patriarchalen Gesellschaft, in der Männer ihresgleichen bevorzugen.

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass die fast ausschließlich von Männern geführte Debatte gegen die Frauenquote vollkommen unbegründet, total lächerlich und obendrein extrem sexistisch ist. Dabei ist die Frauenquote überhaupt nur deswegen notwendig, weil genau solche Machos sie notwendig machen. Es kränkt schlichtweg ihr männliches Ego, wenn auch Frauen ein Recht auf Selbstverwirklichung haben. Doch Frauen sind nun mal keine Haustiere, die Mann sich zur sexuellen Unterhaltung halten kann. Wer so über Frauen denkt, der verdient keine!

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