Der Club of Rome – Imperialismus nach antikem Vorbild

von Shinzon

Die Gründung des Club of Rome im Jahr 1968 geht auf eine Konferenz an der Accademia Nazionale dei Lincei in Rom zurück, bei der Zukunftsfragen der Menschheit diskutiert wurden. Die Konferenz, zu der der italienische Industrielle Aurelio Peccei (1908-1984) und der Schotte Alexander King (1909-2007) eingeladen hatten, war zwar ein Misserfolg, doch sechs der Teilnehmer ließen sich davon nicht entmutigen. Neben Peccei und King waren dies Hugo Thiemann (1917-2012), Max Kohnstamm (1914-2010), Erich Jantsch (1929-1980) und Jean Saint-Geours. Die Gruppe wollte ihre Ziele weiterverfolgen und benannte sich nach dem Veranstaltungsort der Konferenz „Club of Rome“.

Vordergründig geht es dem Club um Verantwortung für die Zukunft der Menschheit, was augenscheinlich ganz vernünftig klingt. Doch schaut man sich einmal die konkreten Ziele an, strebt der Club of Rome nach derselben neuen Weltordnung, wie die meisten anderen Think Tanks auch. Ein Ziel lautet z.B. „building a global society in the 21st century“ oder zu Deutsch “Aufbau einer globalen Gesellschaft im 21. Jahrhundert“. Dies betrifft nicht nur die wirtschaftliche Globalisierung, sondern setzt die Erschaffung eines Eine-Welt-Staates voraus. Das Logo des Clubs spricht da für sich.

Club of Rome Logo

Um dieses Ziel zu erreichen, kümmert sich der Club of Rome vor allem um heranwachsende Generationen. Der Club unterstützt zu diesem Zweck die Gründung von Ganztagsschulen, die mit außerschulischen Lernorten wie Betrieben, Vereinen und Universitäten in der gesamten Welt vernetzt sind. Internationale Partnerschaften zwischen Schulen sind ja durchaus sinnvoll, da sie Toleranz und Völkerfreundschaft fördern. Doch warum sollten Schulen international mit Betrieben und Vereinen vernetzt werden und um welche handelt es sich dabei? Gewiss ist hier nicht der Bäcker von nebenan gemeint, sondern multinationale Konzerne und deren Stiftungen sowie freimaurerische Frontorganisationen.

Der Eindruck einer globalkapitalistischen Gehirnwäsche wird durch die Beratung jeder neuen Schule durch einen ausgebildeten Schulcoach verstärkt. Zudem werden für einzelne Fächer Spezialisten hinzugezogen, die den Kindern ihre Weltsicht einhämmern. Nach der geglückten Umwandlung erhalten die betroffenen Schulen das Gütesiegel „Club of Rome Schule“.

Neben diesem Umerziehungsprogramm ist der Club of Rome auch Mitinitiator der Global Marshall Plan Initiative. Zudem veröffentlich er zahlreiche politische Studien. Die erste erschien 1972 über „Die Grenzen des Wachstums“. Seit dem betreffenden Jahr nimmt der Club auch andere Publikationen an. Zu den bekanntesten zählen die 33 „Berichte an den Club of Rome“. Die Anzahl von 33 ist wieder einmal ein Wink mit dem Freimaurerpfahl, handelt es sich dabei doch um die Anzahl der Grade nach dem schottischen Ritus.

Der größte Clou, in den der Club bisher verwickelt war, ist mit Abstand der Zusammenbruch der Sowjetunion. Der ehemalige sowjetische Präsident Michail Gorbatschow ist bis heute Ehrenmitglied des Club of Rome. Während Politik und Medien gegen echte Kommunisten hetzen, wo es nur geht, erhielt Gorbatschow für seine Verdienste 1990 den Friedensnobelpreis und wird bis heute von den übelsten Kapitalisten hofiert.

An üblen Kapitalisten mangelt es auch dem Club of Rome nicht. Das zeigt schon ein Blick auf die Liste der Präsidenten des Think Tanks:

1969-1984 ● Aurelio Peccei (†) – ehem. Mitglied der Firmenleitung von Fiat
1984-1990 ● Alexander King (†) – Direktor für Wissenschaft, Technologie und Erziehung bei der Pariser Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung
1990-2000 ● Ricardo Diez-Hochleitner – ehem. Mitarbeiter der Weltbank und UNESCO, ehem. Vizebildungsminister von Kolumbien und Staatssekretär für Erziehung Wissenschaft in Spanien, Ex-Vizepräsident der Mediengruppe Timon
2000-2006 ● Prinz Hassan ibn Talal – Mitglied des Herrscherhauses von Jordanien
2007-2012 (Co-Präsident) ● Eberhard von Koerber – ehem. Vorstandsmitglied von BWM
seit 2012 (Co-Präsident) ● Ernst Ulrich Freiherr von Weizsäcker – SPD-Politiker

Die Mitgliederzahl des Club of Rome ist auf 100 beschränkt, es gibt jedoch auch assoziierte sowie Ehrenmitglieder. Zu den bekanntesten (Ehren-)Mitgliedern zählen u.a.:

● Juan Carlos I. – ehem. König von Spanien, ehem. Ehrenpräsident des WWF in Spanien und Elefantentöter
● Frederik Willem de Klerk – ehem. Präsident von Südafrika
● Philippe von Belgien – seit 2013 belgischer König
● Václav Havel (1936-2011) – ehem. Präsident von Tschechien
● Reinhard Mohn (1921-2009) – Gründer der Bertelsmann-Stiftung
● Beatrix von Oranien-Nassau – ehem. Königin der Niederlande
● Wolfgang Sachs – ehem. Aufsichtsratsvorsitzender von Greenpeace Deutschland
● Mário Soares – ehem. Präsident von Portugal
● Eduard Schewardnadse (1928-2014) – ehem. Präsident von Georgien
● Sophia von Schleswig-Holstein-Sonderburg-Glücksburg – ehem. spanische Königin, Ehefrau von Juan Carlos I.
● Richard Freiherr von Weizsäcker (1920-2015) – CDU-Politiker, 6. deutscher Bundespräsident

Eine ausführlichere Liste gibt es hier.

Der Club of Rome bekam 1978 auch einen deutschen Ableger. Die Deutsche Gesellschaft Club of Rome wurde als gemeinnütziger Verein im Haus Rissen in Hamburg gegründet. Das Haus Rissen ist von der Bundeszentrale für politische Bildung als Träger der politischen Bildung in Deutschland anerkannt, was dem Club of Rome umfangreiche Einflussmöglichkeiten auf die öffentliche Meinung in Deutschland beschert. Die Kernthemen des Think & Do Tanks sind dabei Wachstum und Klimakontrolle.

Geschäftsführer der Deutschen Gesellschaft Club of Rome ist Andreas Huber, Vorstand der Desertec Foundation. Der Vorstand setzt sich wie folgt zusammen:

● Max Schön (Präsident)
● Frithjof Finkbeiner (stv. Präsident)
● Michael F. Jischa (Ehrenpräsident)
● Christian Berg
● Fabian Brandt
● Uwe Möller – ehem. Generalsekretär Club of Rome
● Philipp A. Schoeller

Die Deutsche Gesellschaft Club of Rome unterhält zusätzlich den Think Tank 30, der am Tag der deutschen Einheit 2004 in Hamburg gegründet wurde. Der Think Tank, dem junge Menschen um die 30 angehören, tagt zweimal jährlich und formuliert Empfehlungen für eine langfristige Politik. Offizielles Ziel ist es „einen Beitrag zur öffentlichen Meinungsbildung leisten“.

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