Think Tanks – Die offene Verschwörung

von Shinzon

Think Tanks, zu Deutsch Denkfabriken, sind Interessengemeinschaften, in denen sich Menschen mit gemeinsamen Zielen organisieren. Die meisten Think Tanks sind dabei strikt neoliberal und in der Regel an den imperialistischen Interessen der USA ausgerichtet. Im Kern sind dies natürlich die Interessen der westlichen Banken- und Konzernmafia, die letztendlich von jedem gesetzten Ziel profitiert. Im Gegenzug für die Beihilfe zur Erschaffung ihrer neuen Weltordnung, verschafft die Mafia den Mitgliedern der von ihnen gesteuerten Think Tanks lukrative Karrieremöglichkeiten in der Wirtschaft und Politik.

Der größte Unterschied zu Geheimbünden wie den Freimaurern besteht darin, dass Think Tanks ohne okkulte Rituale auskommen und sich ganz auf die politische Durchsetzung der neuen Weltordnung konzentrieren. Die Ziele werden dabei in den meisten Fällen völlig offen formuliert und sogar propagiert. Ein weiterer Unterschied zu Geheimgesellschaften besteht darin, dass Think Tanks kein Gradsystem haben, in dem man aufsteigen kann. Von der Struktur her ähneln sie eher Vereinen und sind oft auch als solche eingetragen.

Wir werden im Folgenden nur auf einige der wichtigsten Denkfabriken eingehen, die maßgeblichen Einfluss auf das weltpolitische Geschehen nehmen. Eine vollständige Liste findet sich hier.

Aspen Institute

Das Aspen Institute wurde 1950 vom deutschstämmigen Unternehmer Walter Paepcke (1896–1960) in Aspen (Colorado, USA) gegründet. Viele kennen diesen Ort als Paradies für Skifahrer und tatsächlich gründete Paepcke dort 1946 auch die Aspen Skiing Company.

Der Gründung des Aspen Institute war 1949 eine Feier anlässlich des 200. Geburtstags des Freimaurers und Illuminaten Johann Wolfgang von Goethe vorausgegangen. Beeindruckt von der Schönheit der Gegend, kam Paepcke der Gedanke, dort ein Tagungszentrum zu errichten, in dem Unternehmer über ethische Werte diskutieren können. Ähnlich wie der Rotary und Lions Club verbirgt sich das Aspen Institute hinter wohlklingenden Moralvorstellungen und fördert sowohl die Künste (z.B. Fotografie) als auch die Wissenschaften. 1962 wurde sogar das Aspen Center for Physics eröffnet.

In Wahrheit handelt es sich jedoch um einen politischen Think Tank. Diesem könnte man zwar zugute halten, dass er unmögliche Friedengespräche möglich gemacht hat, wie jenes zwischen dem damaligen israelischen Ministerpräsidenten Ehud Barak und Jassir Arafat (1929-2004). Allerdings haben diese Treffen nicht viel gebracht und zudem stellt sich die Frage, welche Interessen damit wirklich verfolgt wurden? Das Bild wird vielleicht etwas klarer, wenn man sich die Dialogprogramme des Aspen Institute mit den Zivilgesellschaften im Iran und Syrien betrachtet, die der Destabilisierung der dortigen Regierungen dienen.

Noch deutlicher wird die außenpolitische Ausrichtung des Think Tanks durch die Standpunkte und Kontakte des US-amerikanischen Neocons Jeffrey Gedmin, welcher von 2001 bis 2007 den deutschen Ableger Aspen Institute Deutschland e.V. leitete. Dieser war von Anfang an ein Unterstützer des Irakkrieges und war bzw. ist u.a. mit Margaret Thatcher (†), Henry Kissinger, Donald Rumsfeld, Madeleine Albright und Benjamin Netanjahu befreundet. So viel zum friedensstiftenden Charakter des Aspen Institute.

Seit 2013 wird der deutsche Ableger, welcher im Oktober 1974 gegründet wurde, von Rüdiger Lentz geleitet. Finanziert wird der hiesige Verein mit Sitz in Berlin durch Spenden aus der deutschen Wirtschaft sowie aus Steuergeldern durch das Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie und das Auswärtige Amt. Neben dem Aspen Institute Deutschland e.V. gibt es noch weitere Niederlassungen in Italien, Frankreich, Rumänien, Indien und Japan. Der Hauptsitz des Aspen Institute liegt heute nicht mehr in Aspen, sondern in Washington D.C. und wird vom ehemaligen CCN-Vorsitzenden Walter Isaacson geleitet.

Zu den bekanntesten Mitgliedern zählen neben den genannten:

● Madeleine Albright – Demokratin, ehem. US-Außenministerin unter Präsident Clinton
● Mathias Döpfner – Vorstandsvorsitzender der Axel Springer AG
● Josef Joffe – seit 2000 Herausgeber der Wochenzeitung „Die Zeit“
● Charles King Mallory IV – 2007-2013 Leiter des Aspen Institute Deutschland e.V.
● Eckart von Klaeden – CDU-Politiker, ehem. Staatsminister der Bundeskanzlerin
● Condoleezza Rice – Republikanerin, ehem. US-Außenministerin unter George W. Bush
● Helmut Schmidt – SPD-Politiker, Ex-Bundeskanzler sowie Ex-Wirtschafts-, Finanz- und Kriegsminister, Mitherausgeber der Wochenzeitung „Die Zeit“, Gründungsmitglied des Aspen Institute Deutschland e.V.
● Richard Freiherr von Weizsäcker (1920-2015) – CDU-Politiker, 6. deutscher Bundespräsident

Atlantik-Brücke

Nähere Beschreibung aus Platzgründen in einem separaten Artikel.

Atlantische Initiative

Als wäre die Atlantik-Brücke noch nicht genug, wurde 2004 zusätzlich die Atlantische Initiative als Verein in Berlin gegründet. Die Ziele beider Vereine sind deckungsgleich und bestehen in der Förderung der deutsch-amerikanischen Freundschaft sowie der Unterordnung Deutschlands unter US-Interessen. Sogar die Mitglieder stammen überwiegend aus der Atlantik-Brücke, weshalb man sich ernsthaft fragen muss, warum ein zweiter Verein überhaupt notwendig ist?

Der einzige Unterschied besteht darin, dass es mit der 2007 gestarteten Atlantik Community eine Webplattform zum mitmachen für jedermann gibt. 2013 hatte die Community bereits über 7.000 Mitglieder und stellt damit eine Art Facebook für Außenpolitik dar. Zusätzlich gibt es seit 2011 den Blog „Deutschlands Agenda“, welcher u.a. vom Auswärtigen Amt, dem Deutschen Bundeswehrverband, der BMW-Stiftung Herbert Quandt, der Allianz Kulturstiftung und dem Ölkonzern BP gefördert wird. Anhand dieser Förderer wird offensichtlich, dass es sich um eine kriegerische Agenda zur Ressourcensicherung für deutsche Konzerne handelt.

Zuständig für den Blog ist Jörg Wolf. Die Inhalte kommen indes auch schon mal direkt vom ehemaligen Kriegsminister Thomas deMaiziére persönlich und drehen sich um Deutschlands Rolle in der NATO und Kriegseinsätze wie in Afghanistan. Ein Hurra auf die Kriegspropaganda!

Außerhalb des Webs gibt die Atlantische Initiative seit 2005 eine monatliche Zusammenfassung wichtiger Artikel aus Fachzeitschriften und Presse heraus, die unter dem Titel „Global Must Reads“ rund 22.000 Leser erreicht. Es handelt sich um die laut eigener Aussage „reichweitenstärkste außenpolitische Publikation in deutscher Sprache“.

Die Gründungsmitglieder dieser schauerlichen Denkfabrik sind:

● Johannes Bohnen – Atlantische Initiative, Berlin
● Jan-Friedrich Kallmorgen – CDU-Wirtschaftsrat, Mitarbeiter von Weltbank und Goldman Sachs
● Alexander Graf Lambsdorff – FDP-Politiker, stellvertretender Präsident des EU-Parlaments, Vorstandsmitglied des Atlantik-Brücke e.V.
● Björn Sackniess – Consultant
● Christoph Schwegmann – Mitarbeiter des Bundeskriegsministeriums
● Andrea Stürmer – Zurich Financial Services
● Rüdiger C. Sura – Deutsche Bank AG
● Jan Techau – Carnegie Europe, Brüssel
● Philip Christian Wachs – Managing Director des Haus Rissen in Hamburg
● Magnus Prinz zu Wied – Huntsman Materials & Effects, Basel
● Tobias Wolny – Deutsche BP, Berlin
● Lars Zimmermann – Stiftung Neue Verantwortung, Berlin

Unter den Beiräten sind die etwas bekannteren Namen:

● Rudolf Adam – Mitarbeiter der deutschen Botschaft in Moskau
● Arnulf Baring – Historiker
● Christoph Bertram – Journalist, ehem. Leiter der Stiftung Wissenschaft und Politik
● Philip von Boehm-Bezing – BBSC Boehm-Bezing, Sieger & Cie., Stuttgart
● Mark Brzezinski – ehem. US-Botschafter in Schweden
● Jürgen Chrobog – ehem. Staatssekretär im Auswärtigen Amt, seit 2005 Vorstandsvorsitzender der BMW-Stiftung Herbert Quandt
● Thomas L. Farmer (1923-2015) – Gründungspräsident der American Bankers Association
● Klaus-Dieter Frankenberger – Redaktionsmitglied der FAZ
● Helga Haftendorn – Politikwissenschaftlerin (FU Berlin)
● John C. Hulsman – Präsident der John C. Hulsman Enterprises
● Michael Inacker – ehem. stellvertretender Chefredakteur der „Wirtschaftswoche“ und des Handelsblattes
● Jackson Janes – Direktor des Amderican Institute for Contemporary German Studies
● Eckart von Klaeden – CDU-Politiker, ehem. Staatsminister der Bundeskanzlerin, Vorstandsmitglied des Atlantik-Brücke e.V.
● Hans-Ulrich Klose – SPD-Politiker, ehem. Bürgermeister von Hamburg
● John Christian Kornblum – ehem. US-Botschafter in Deutschland, ehem. Deutschland-Chef der US-amerikanischen Investmentbank Lazard
● Charles Kupchan – ehem. Direktor für europäische Angelegenheiten im Nationalen Sicherheitsrat der USA
● Kurt Lauk – CDU-Europapolitiker, Präsident des Wirtschaftsrates der CDU
● Harald Leibrecht – FDP-Politiker, ehem. Koordinator der Bundesregierung für deutsch-amerikanische Zusammenarbeit
● Beate Lindemann – geschäftsführende Vizepräsidentin des Atlantik-Forums
● Heike MacKerron – German Marshall Fund of the United States
● Philipp Mißfelder – CDU-Politiker (MdB), ehem. Bundesvorsitzender der Jungen Union, Vorstandsmitglied des Atlantik-Brücke e.V.
● Norbert Otten – Daimler AG
● Cem Özdemir – Bundesvorsitzender der Bündnis 90/Die Grünen, stellvertretender Vorsitzender im ZDF-Fernsehrat
● Ruprecht Polenz – CDU-Politiker, seit 2002 Vorsitzender des ZDF-Fernsehrates, ehem. Vorsitzender des Auswärtigen Ausschusses, ehem. Präsident der Deutschen Atlantischen Gesellschaft
● Avi Primor – Botschafter a. D. des Staates Israel
● Andrew Rasiej – Personal Democracy Forum
● Eberhard Sandschneider – Direktor des Forschungsinstituts der Deutschen Gesellschaft für Auswärtige Politik e. V.
● Horst Teltschik – CDU-Politiker, ehem. Geschäftsführer der Bertelsmann Stiftung
● Karsten Voigt – SPD-Politiker, ehem. Koordinator der Bundesregierung für deutsch-amerikanische Zusammenarbeit
● William Wallace, Baron Wallace of Saltaire – Politiker der Liberal Democrats, seit 1995 Mitglied des House of Lords

Club of Rome

Nähere Beschreibung aus Platzgründen in einem separaten Artikel.

Council on Foreign Relations

Nähere Beschreibung aus Platzgründen in einem separaten Artikel.

Deutsche Atlantische Gesellschaft

Die Deutsche Atlantische Gesellschaft wurde am 20. März 1956 als deutscher Ableger der Atlantic Treaty Association in Bonn gegründet. Hauptziel der Gesellschaft ist es, über Deutschlands Einbindung in die NATO zu informieren und die Kriegseinsätze der NATO zu rechtfertigen. Außerdem wird die Osterweiterung der NATO propagiert.

Dt Atlantische Gesellschaft

Der erste Präsident und Mitbegründer der Gesellschaft war Otto Lenz (1903-1957), ein CDU-Politiker und ehemaliger Chef des Bundeskanzleramtes. Nach dessen plötzlichem Tod übernahm der CSU-Politiker und damalige Bundesjustizminister Richard Jaeger (1913-1998) das Ruder. Aktuell ist seit 2006 der CDU-Politiker Christian Schmidt neuer Präsident der Gesellschaft. Schmidt ist seit 2014 Bundeslandwirtschaftsminister, war allerdings zuvor als parlamentarischer Staatssekretär im Bundeskriegsministerium tätig.

Die am 25. Oktober 2006 in Berlin gegründete Jugendorganisation YATA Germany soll in Zukunft junge Menschen für die NATO begeistern.

Europäische Stabilitätsinitiative

Die Europäische Stabilitätsinitiative e. V. wurde 1999 infolge des Kosovo-Krieges gegründet. Das besondere Augenmerk der Denkfabrik liegt daher auch auf dem Südosten Europas. Die Initiative unterhält Büros in Berlin, Brüssel, Wien und Istanbul. Finanziert wird sie u.a. von der Regierung Schwedens und dem German Marshall Fund. Das monatliche Budget von 45.000 € kommt aber auch von der Robert Bosch Stiftung sowie aus dem Bankensektor von der Rockefeller-Stiftung und ERSTE-Stiftung (Sparkassen-Privatstiftung aus Österreich).

Zu den Mitgliedern der Denkfabrik gehören Mitarbeiter internationaler Organisationen wie der OSZE und der Weltbank. Den Vorsitz hat momentan der österreichische Soziologe Gerald Knaus.

Hoover Institution

Die Hoover Institution on War, Revolution, and Peace ist eine US-amerikanische Denkfabrik mit angeschlossener Bibliothek, welche ihren Sitz an der Stanford University in Kalifornien hat. Sie ist nicht etwa nach dem ehemaligen FBI-Direktor J. Edgar Hoover benannt, sondern nach ihrem Gründer Herbert Hoover (1874-1964), welcher die Institution 1919 ins Leben rief und später von 1929-1933 zum 31. US-Präsidenten gewählt wurde. Herbert Hoover hatte nicht nur seine eigene Denkfabrik, sondern war darüber hinaus auch Mitglied des Council on Foreign Relations. Zudem gehörte er den Freimaurern sowie dem berüchtigten Bohemian Club an.

Herbert Hoover

Die Hoover Institution hat einen maßgeblichen Einfluss auf die konservativen und libertären Bewegungen der USA und finanziert sich über Stiftungen großer Konzerne wie JP Morgan, General Motors, Exxon und Procter & Gamble. Das Sprachrohr der Institution ist seit 2001 die Zeitschrift „Policy Review“.

Bekannte Mitglieder waren bzw. sind:

● Margaret Thatcher (1925-2006) – ehem. Vorsitzende der Konservativen Partei Großbritanniens sowie ehem. britische Premierministerin
● Ronald Reagan (1911-2004) – Schauspieler und 40. US-Präsident
● Condoleezza Rice – Republikanerin, ehem. US-Außenministerin unter George W. Bush
● Milton Friedman (1912-2006) – US-Ökonom
● Josef Joffe – seit 2000 Herausgeber der Wochenzeitung „Die Zeit“

Institut für Europäische Politik

Wie der Name schon vermuten lässt, konzentriert sich das in den 1950ern gegründete Institut für Europäische Politik auf den europäischen Einigungsprozess. Als strategischer Partner des Auswärtigen Amtes und der EU-Kommission kümmert sich das Institut um die Bereiche Politik, Verwaltung, Wissenschaft und Bildung. Das Institut für Europäische Politik ist Mitglied im Netzwerk Europäische Bewegung Deutschland.

Zum Vorstand gehören:

Präsident des IEP ● Werner Hoyer – FDP-Politiker, Präsident der Europäischen Investitionsbank
Vorstandsvorsitzender des IEP ● Wolfgang Wessels – Politikwissenschaftler
Direktor des IEP ● Matthias Jopp
Schatzmeister des IEP ● Franz Schoser – CDU-Politiker, ehem. Verbandsfunktionär der Deutschen Industrie- und Handelskammer
Vorstandsmitglied des IEP ● Wolf-Ruthart Born – ehem. Staatssekretär für Europa im Auswärtigen Amt
Vorstandsmitglied des IEP ● Daniel Göler
Vorstandsmitglied des IEP ● Michael Kreile
Vorstandsmitglied des IEP ● Hartmut Marhold

Zu den ehemaligen Mitarbeitern zählen:

● Bernd Hüttemann – Generalsekretär der Europäischen Bewegung Deutschland
● Prof. Andreas Maurer – Politikwissenschaftler und EU-Integrationsforscher

International Institute for Strategic Studies

Auch hier ist der Name Programm. Dieses 1958 gegründete, britische Forschungsinstitut beschäftigt sich mit strategischen Studien und internationalen Beziehungen. Nach eigener Definition sieht sich das International Institute for Strategic Studies als führende Autorität in der Militärpolitik, weshalb es kaum verwundern dürfte, dass seine Mitglieder zu den härtesten Kriegsbefürwortern zählen. Ebenso wenig überrascht es, dass das Institut neben seinem Hauptsitz im Londoner Arundel House weitere Niederlassungen in Washington D.C. sowie Bahrain und Singapur unterhält.

Das Institut ist eng mit dem Council on Foreign Relations verquickt. So ist z.B. der Direktor des CFR, Richard Nathan Haass, Forschungsassistent des International Institute for Strategic Studies. Geforscht wird u.a. für die Jahresberichte, in denen die militärische Stärke fast aller Länder bewertet wird. Der Think Tank gibt dazu vierteljährlich eine Zeitschrift mit dem zynischen Namen „Survival“ („Überleben“) heraus. Darüber hinaus nimmt das Institut Einfluss auf meinungsbildende Massenmedien. Zu den bekanntesten Mitgliedern in Deutschland zählen:

● Josef Joffe – seit 2000 Herausgeber der Wochenzeitung „Die Zeit“
● Günther Nonnenmacher – bis 2014 Mitherausgeber der FAZ

Project for the New American Century

Das 1997 gegründete „Projekt für ein neues amerikanisches Jahrhundert“ geriet im Zuge des Krieges gegen den Terror in die Schlagzeilen, da der Think bereits vor George W. Bushs Machtantritt 2001 die Kriege gegen Afghanistan und insbesondere gegen den Irak geplant hatte.

Zu den erklärten Zielen der Denkfabrik gehören die Aufrechterhaltung sowie der Ausbau der Vormachtstellung und militärischen Überlegenheit der USA. Ein Netzwerk von Militärbasen soll dabei den gesamten Planeten unterdrücken. Ebenso wird ein Ausbau des Weltraumwaffenprogramms gefordert, um der USA die uneingeschränkte Herrschaft zu garantieren. Eine multipolare Weltordnung, wie sie Russland und China befürworten, wird zugunsten einer totalen US-Hegemonie abgelehnt.

Selbstverständlich klingen solche Forderungen absolut größenwahnsinnig und stellen selbst Hitlers Weltmachtsphantasien in den Schatten. Die öffentliche Kritik an diesem faschistischen Vorhaben führte dementsprechend auch zur Auflösung des Think Tanks im Jahr 2006. Allerdings wurde 2009 mit der Foreign Policy Initiative bereits ein Nachfolger gegründet.

Zum alten Faschistenclub gehörten unter anderem:

● Richard Armitage – Republikaner, US-Vizeaußenminister unter George W. Bush
● William J. Bennett – Republikaner, US-Bildungsminister unter Ronald Reagan, Direktor der Drogenaufsichtbehörde unter George H. W. Bush
● John R. Bolton – Republikaner, ehem. US-Botschafter bei den Vereinten Nationen
● Jeb Bush – Republikaner, ehem. Gouverneur von Florida, Bruder von George W. Bush
● Dick Cheney – Republikaner, ehem. Vizepräsident von George W. Bush, ehem. Geschäftsführer von Halliburton
● Eliot A. Cohen – Direktor des Strategic Studies Dezernats der SAIS
● Steve Forbes – Herausgeber des „Forbes Magazine“
● Francis Fukuyama – US-Politikwissenschaftler
● Zalmay Khalizad – Republikaner, ehem. US-Botschafter in Afghanistan, Irak und bei den Vereinten Nationen
● Charles Krauthammer – Journalist, Entwickler der Reagan-Doktrin von 1985
● William Kristol – Vorsitzender des Projektes, Herausgeber des „Weekly Standard“
● Lewis Libby – ehem. Stabschef des Vizepräsidenten Cheney
● Richard Perle – Neocon, ehem. Präsidentenberater
● Donald Rumsfeld – Republikaner, zweimaliger US-Kriegsminister
● Paul Wolfowitz – Republikaner, stellvertretender Kriegsminister unter George W. Bush, ehem. Weltbank-Direktor
● James Woolsey – ehem. CIA-Direktor

Stratfor

Der US-amerikanische Think Tank Stratfor (Abk. für „Strategic Forecasting”) wurde 1996 vom Sicherheitsexperten George Friedman gegründet und hat seinen Sitz in Austin (Texas). Es handelt sich um einen privaten Anbieter von Analysen, Berichten und Zukunftsprognosen zu Sicherheitsfragen und Konflikten. Dabei werden nicht nur öffentliche, sondern auch verdeckte Quellen ausgewertet, was Stratfor den Ruf einer „Schatten-CIA“ einbrachte.

Zu den Kunden von Stratfor zählen vor allem Konzerne aus der Rohstoffbranche sowie staatliche Organisationen. Zudem berufen sich viele US-amerikanische und deutsche Medien auf Stratfor als Quelle. Der Think Tank schaffte es schließlich selbst in die Schlagzeilen, als er am 24. Dezember 2011 von Anonymous-Aktivisten gehackt wurde. Die erbeuteten Kreditkartennummern wurden dabei verwendet, um rund 700.000 $ an Hilfsorganisationen zu überweisen. Wenn das mal kein nettes Weihnachtsgeschenk war.

Am 27. Februar 2012 begann dann Wikileaks mit der Veröffentlichung von 214 internen Nachrichten von Stratfor-Mitarbeitern. Wikileaks trug damit zur teilweisen Enttarnung des Informationsnetzes von Stratfor bei und stellte die fragwürdigen, teils sogar illegalen Methoden des Think Tanks bloß.

Die abartigen Ziele von Stratfor schilderte der Gründer George Friedman am 4. Februar 2015 allerdings höchstpersönlich in aller Öffentlichkeit. Auf einer Veranstaltung des Chicago Council on Global Affairs gab er zu Protokoll, dass es die Aufgabe der USA sei, andere Staaten gegeneinander aufzuhetzen. Damit solle das Entstehen von Bündnissen verhindert werden, die der USA feindlich werden oder auch nur ihre globale Vormachtstellung infrage stellen könnten. Ein vereintes Europa lehnte Friedman als Konkurrenten der USA ebenfalls ab und empfahl, nur Zweckbündnisse mit einzelnen Staaten einzugehen.

In Bezug auf den aktuellen Konflikt in der Ukraine lobte er die Einmischung des US-Militärs und gab ganz offen bekannt, dass die ukrainische Armee nur der verlängerte Arm des US-Militärs sei. Weiterhin begrüßte der geopolitische Brandstifter Friedman, dass fast alle ehemaligen Ostblockstaaten bei der konsequenten Einkreisung Russlands behilflich seien. Lediglich Deutschlands Rolle sei noch unklar, weshalb die USA alles daran setzen müssten, die politischen sowie wirtschaftlichen Beziehungen zwischen Deutschland und Russland zu sabotieren und zu zerstören.

Transatlantic Academy

Die Forschungseinrichtung Transatlantic Academy, die sich mit den langfristigen Entwicklungen in Europa und Amerika beschäftigt, wurde 2007 gegründet. Ihre Themen sind Migration und Integration, Wirtschaft und Ressourcen, Problemfelder wie die Türkei und sogar religiöse Fragen.

Die Transatlantic Academy geht auf die Initiative des German Marshall Fund der Vereinigten Staaten, der ZEIT-Stiftung, der Robert Bosch Stiftung sowie der Lynde and Harry Bradley Foundation zurück. Weitere Mittel erhält der Think Tank aus dem Transatlantik-Programm der Bundesregierung, dem European Recovery Programm des Bundeswirtschaftsministeriums sowie von den Stiftungen Joachim Herz und Fritz Thyssen.

Zu den Bekanntesten Mitgliedern der Academy gehören:

● Klaus-Dieter Frankenberger – Redaktionsmitglied der FAZ
● Gunther Hellmann – Politikwissenschaftler, seit 2002 Herausgeber der „Zeitschrift für Internationale Beziehungen“
● Jan-Werner Müller – Politikwissenschaftler

Trilaterale Kommission

Nähere Beschreibung aus Platzgründen in einem separaten Artikel.

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass ein Großteil der Politiker in Think Tanks organisiert ist, die mehr als offensichtlich von der Banken- und Konzernmafia gesteuert werden. Interessant ist in diesem Zusammenhang, was der AfD-Politiker Hans-Olaf Henkel, seines Zeichens ein ehemaliger Bankenberater, bei Maischberger zum Thema Think Tanks sagt. Er begrüßt diese korrupten Netzwerke und ist sich sicher, dass es in Deutschland so weitergehen wird. Das ist die Alternativlosigkeit, auf die Deutschland gewartet hat!

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