Ausschreitungen bei der EZB-Eröffnung – Wer trägt die Verantwortung?

Am Mittwoch, den 18. März 2015, wurde in Frankfurt der babylonische Bankenturm der EZB (Europäische Zentralbank) eröffnet. Im Vorfeld hatte die Blockupy-Bewegung anlässlich dieses Ereignisses zu Protesten gegen die europäische Finanzpolitik aufgerufen. Die Mehrheit der über 10.000 Demonstranten blieb tatsächlich friedlich, doch in den Medien waren nur die Bilder brennender Polizeiautos zu sehen. Das Ziel, sämtliche Proteste gegen die Finanzmafia zu kriminalisieren, wurde damit erreicht, während Polizeiübergriffe erfolgreich verschwiegen wurden.

Sicherlich waren die Ausschreitungen maximal kontraproduktiv für das Anliegen von Blockupy. Die Welt wurde nicht von einem einzigen Spekulanten erlöst, aber dafür dürfen die Steuerzahler für Millionenschäden aufkommen. Dennoch kann und darf hierfür nicht das Blockupy-Bündnis oder gar DIE LINKE verantwortlich gemacht werden, wie dies von konservativer Seite versucht wird. Sowohl Blockupy als auch DIE LINKE haben sich klar von den Krawallen distanziert. Dennoch tat die CDU/CSU-Fraktion im Bundestag so, als hätten LINKE-Politiker höchstpersönlich die Brandsätze geworfen oder zumindest die Streichhölzer organisiert.

Das ganze Gezeter soll nur von den eigentlichen Verantwortlichen ablenken und das sind Banken, die Troika und die Regierung Merkel selbst! Die meisten Randalierer kamen nämlich nicht einmal aus Deutschland, sondern aus Südeuropa, wo die Finanzmafia besonders stark gewütet hat. Die dortige Massenarbeitslosigkeit, Armut und Verelendung erzeugen zwangsläufig ein hohes Aggressionspotential in der Bevölkerung, welches sich in Frankfurt entladen hat.

Selbstverständlich sind sich die Verantwortlichen keiner Schuld bewusst. Sie empfinden es auch keineswegs als Unrecht, ganze Länder in den Ruin zu treiben und die dortige Bevölkerung dem Hungertod preiszugeben. Unrecht sind in ihren Augen nur brennende Polizeiautos und eingeworfene Fensterscheiben von Bankfilialen. Dabei wird jeder Zusammenhang ignoriert, so als wären die Randalierer nur aus lauter Langeweile zornig. Die Frage nach Agent Provokateurs wird erst recht nicht gestellt. Der moralische Kompass der herrschenden Elite ist dermaßen kaputt, dass es ein Wunder ist, wie sie überhaupt noch den Weg ins Frankfurter Bankenviertel finden.

Eines dürfte klar sein: Die Kriminalisierung linker Proteste, was auch die friedlichen Kundgebungen einschließt, wird spätestens dann nicht mehr funktionieren, wenn auch die Menschen in Deutschland nichts mehr zu fressen haben werden. Derzeit steuert die EZB mit dem Druck von über 2 Billionen Euro, die durch nichts gedeckt sind, auf eine Hyperinflation hin. Beschleunigt wird dies durch die ungerechte Verteilung des Geldes, von welcher gerade die bankrotten Staaten Südeuropas ausgeschlossen sind. Wenn durch diese Entwicklung ein Brot bald 100 oder gar 10.000 Euro kosten wird, werden die Ausschreitungen zur EZB-Eröffnung gerade mal ein harmloses Vorgeplänkel der Hungeraufstände sein, die noch kommen könnten.

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