Impfgegner – Gefährliche Desinformation

von Shinzon

Die Impfgegner sind schon seit Jahren auf dem Vormarsch und verbreiten Angst vor der etablierten Medizin. In die Hände spielt ihnen dabei das tiefe Misstrauen gegenüber der Pharmaindustrie, welches durchaus berechtigt ist. Skandale wie Contergan oder die HIV-verseuchten Medikamente von Bayer haben die Welt erschüttert und bewiesen, dass es den Pharmakonzernen nicht darum geht, Menschen gesund zu machen, sondern maximalen Profit zu erwirtschaften. Eine entsprechende Kapitalismuskritik sucht man bei den Impfgegnern allerdings meist vergebens.

Das Misstrauen richtet sich nicht nur gegen chemische Medikamente mit all ihren Nebenwirkungen, sondern vorrangig gegen Impfungen. Ein Grund dafür sind die manipulierten Todeszahlen, mit welchen die Pharmaindustrie zur alljährlichen Grippeimpfung rät. Von jährlich rund 30.000 Grippetoten allein in Deutschland ist da die Rede. Eine völlig absurde Zahl, der eine krude Rechnung zugrunde liegt. Die von der Pharmaindustrie mitfinanzierten Statistiken rechnen nämlich Wintertote–Sommertote = Grippetote. Im Winter liegt die Sterberate jedoch immer höher, da es z.B. durch Glatteis zu mehr Verkehrsunfällen kommt und die Selbstmordrate dank Winterdepressionen steigt. Die tatsächliche Todeszahl durch Grippe liegt in Deutschland im Durchschnitt bei lächerlichen 14 Fällen pro Jahr.

Das macht die Grippeimpfung zwar nicht gleich zu einer Gefahr für Leib und Leben, wie von den Impfgegnern behauptet, aber es offenbart doch einmal mehr die Profitgier der Pharmakonzerne. Wer ein gesundes Immunsystem hat, kann gut und gerne auf die jährliche Grippeimpfung verzichten, zumal die Symptome auch durch die Impfung selbst auftreten können. Ratsam ist diese Vorsorge lediglich für ältere und gesundheitlich angeschlagene Menschen.

Das düsterste Kapitel der Impfgeschichte ist mit Abstand die Schweinegrippe-Impfung, die viele Menschen zu recht verunsichert hat. Das Serum wurde nämlich mit einer Quecksilberverbindung gestreckt, die logischerweise hoch giftig ist. Quecksilber greift vor allem das Nervensystem an und kann zu dauerhaften Lähmungen und Hirnschäden führen. Besonders perfide beim Schweinegrippeskandal war die Tatsache, dass es eine zweite Impfung für Politiker und Bundeswehrsoldaten gab, die kein Quecksilber erhielt. Warum gab es also überhaupt ein giftiges Serum, wenn der Quecksilberzusatz offensichtlich überflüssig war?

Selbstverständlich standen auch bei der Schweinegrippeimpfung die Profitinteressen im Vordergrund, weshalb die WHO auf Druck der Pharmalobby sogar die Fallzahlen für den Pandemiestatus absenkte. Diese blieb dennoch aus und der Verkauf der Impfung floppte. Allerdings lagen die Verluste nicht nur bei den Pharmakonzernen, sondern größtenteils beim Steuerzahler, da die Bundesrepublik einen großen Vorrat ankaufte, der letztendlich eingestampft werden konnte.

Dank solch unschöner Skandale wird die zunehmende Skepsis bei den Verbrauchern verständlich. Die Pharmakonzerne haben die Menschen durch ihr profitorientiertes und rücksichtloses Verhalten massiv verunsichert. Doch sind deshalb alle Impfungen überflüssig oder gar gefährlich? Nein! Es ist im Gegenteil gefährlich, sich nicht gegen bestimmte Krankheiten impfen zu lassen.

Wer sich z.B. nicht gegen Tetanus impfen lassen hat, kann schon an einem Kratzer sterben. Des Weiteren gibt eine Vielzahl von Krankheiten, die einmal ausgebrochen nicht mehr zu heilen sind. Dazu zählt u.a. Kinderlähmung, die sich mit einer einfachen Schluckimpfung dauerhaft vermeiden lässt. Neben dem Pflichtprogramm gibt es noch eine Reihe von Impfungen, die nur bei Bedarf anfallen, z.B. wenn man Urlaub in einem Verbreitungsgebiet von Tropenkrankheiten wie Malaria macht.

Impfen ist in den meisten Fällen absolut sinnvoll und Krankheiten wie Pocken oder Polio konnten durch groß angelegte Impfkampagnen sogar ausgerottet werden. Was dagegen passiert, wenn wichtige Impfungen ausgelassen werden, zeigte Anfang 2015 die Masernepidemie in Berlin. Mit Masern ist nicht zu spaßen, da die Krankheit durchaus tödlich enden kann. Zudem handelt es sich um keine reine Kinderkrankheit, wie oft angenommen wird. Masern können sehr wohl auch bei Erwachsenen ausbrechen.

Dank erfolgreicher Impfkampagnen in zahlreichen Ländern, waren die Masern fast ausgerottet. Doch nun feiert die Krankheit wegen der Impfgegner ein Comeback. Durch deren Weigerung sinkt dabei auch gleich noch die Gruppenimmunität, was insbesondere Menschen trifft, die sich nicht impfen lassen können. Dazu zählen z.B. Schwangere und Säuglinge, die unnötigerweise an Masern sterben, weil sie von nicht geimpften Idioten angesteckt werden. Die Impfgegner spielen also nicht nur mit ihrem eigenen Leben, sondern auch mit dem ihrer Mitmenschen.

Besonders fatal ist es, wenn Impfgegner ihre Kinder auf Masernpartys schicken, weil sie glauben, das Durchleiden der Krankheit wäre gut für ihre Kinder und mache sie auf natürlichem Wege immun. Der zweite Teil stimmt sogar, aber dafür müssen die Kleinen die Krankheit erst einmal überleben. Es wäre daher in jedem Falle besser, ihr Immunsystem mit den abgeschwächten Erregern der Impfung zu trainieren, als ihr Leben mit der einer direkten Infektion zu riskieren.

Leider wollen das die Impfgegner nicht einsehen, da sie in den meisten Fällen entweder der Esoterik oder dem Kreationismus anhängen. Die eine Hälfte glaubt, dass Krankheiten allein durch Willenskraft überwunden werden können, und die andere Hälfte ist der Ansicht, jede Krankheit sei gottgewollt. In beiden Fällen gehen die Impfgegner von dem Prinzip aus, was einen nicht umbringt, macht einen stark. Dumm nur, wenn es einen umbringt, aber das ist dann halt Schicksal.

Garniert wird der wahlweise esoterische oder kreationistische Blödsinn dann noch mit allerhand Verschwörungstheorien und Falschaussagen. So wird z.B. behauptet, dass bereits Babys im ersten Lebensjahr mit über 30 Impfungen traktiert werden. Zum einen sind es bei weitem nicht so viele, denn selbstverständlich ist den Ärzten bekannt, was das heranreifende Immunsystem eines Kleinkindes vertragen kann und was nicht. Zum anderen werden nicht alle Impfungen auf einmal vorgenommen, sondern verteilen sich über die ersten Lebensjahre. Bilder, die Babys als Nadelkissen für Spritzen darstellen sind nichts als absurde Übertreibungen. Direkt nach der Geburt wird übrigens generell gar nicht geimpft.

Gänzlich an den Haaren herbeigezogen sind Behauptungen, dass Impfungen Allergien auslösen würden oder Teil eines Komplotts zur Bevölkerungsreduktion wären. Der erste Punkt kann anhand von Zahlen ganz leicht widerlegt werden und die zweite Behauptung wird schon dadurch ad absurdum geführt, dass geimpfte Menschen resistent gegenüber Krankheiten sind, an denen sie ohne Impfung leicht sterben könnten. Eine Bevölkerungsreduktion ließe sich zudem wesentlich leichter durch Mikroplastik, Weichmacher, Nanopartikel, Pestizide und andere krebserregende Nahrungszusätze erreichen. Diese ganze Fresschemie sowie übertriebene Hygiene im Alltag dürften dabei auch gleich wahrscheinlichere Gründe für die rasante Zunahme von Allergien sein.

Noch grotesker ist der Irrglaube, dass Krankheiten nicht durch Viren und Bakterien ausgelöst werden, sondern im Gegenteil durch Impfungen. Einerseits hätte es die Pest im Mittelalter dann wohl kaum geben dürfen, denn Impfungen gab es damals noch nicht und der Erreger wäre dieser These zufolge harmlos. Des Weiteren müssen die betreffenden Esoterikspinner erst einmal erklären, warum der Mensch Antikörper besitzt, wenn Viren doch angeblich harmlos sind und Krankheiten allein durch negative Energien ausgelöst werden sollen.

Wahr ist bei dem ganzen Gezeter lediglich, dass es durchaus zu Impfkomplikationen kommen kann. In Deutschland gibt es jährlich 34 solcher Fälle, allerdings bei 50 Millionen Impfungen. Die Chance, bleibende Schäden durch eine Krankheit wie Masern davonzutragen oder gar daran zu sterben, ist also wesentlich höher. Im Prinzip haben die ganzen Impfgegner lediglich Angst vor einem kleinen Piks, kalkulieren dabei aber nicht die schwerwiegenden Folgen für ihre Gesundheit ein.

Es mag zwar stimmen, dass positives Denken den Heilungsprozess beschleunigt, denn es stärkt das Immunsystem. Optimismus allein ist jedoch kein Ersatz für das Immunsystem. Dieses muss wissen, welche Erreger es zu bekämpfen hat und genau dafür sind Impfungen gedacht.

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