Homöopathie – Placebos für Esoteriker

von Shinzon

Viele Menschen schwören auf Homöopathie, doch die wenigsten wissen, was das überhaupt ist. Der Begriff wurde Ende des 18. Jahrhunderts geprägt und leitet sich aus den griechischen Wörtern „hómoios“ (gleich, ähnlich) und „páthos“ (Leid, Schmerz) ab, was frei übersetzt „ähnliches Leiden“ bedeutet. Dies bezieht sich auf die Grundannahme, dass Krankheiten durch Medikamente geheilt werden können, die ähnliche Symptome auslösen – das so genannte Ähnlichkeitsprinzip.

Folgt man dieser Logik, müsste man bei Durchfallerkrankungen wie Cholera oder Salmonellen zur Genesung Abführmittel schlucken. Das ist selbstverständlich vollkommener Unsinn, wobei aber berücksichtigt werden muss, dass man Ende des 18. Jahrhunderts noch nichts von Viren wusste und auch keine Antibiotika kannte. Die Homöopathie kann daher als Relikt aus einer vergangenen Epoche angesehen werden, welches durch neue wissenschaftliche Erkenntnisse widerlegt wurde.

Ausgedacht hat sich diesen Quatsch der Arzt Samuel Hahnemann (1755-1843), der seine dahingehenden medizinischen Vorstellungen ab 1796 veröffentlichte. Zu seinen Patienten zählten vor allem wohlhabende Bürger und Adelige, die zuweilen trotz Hahnemanns Bemühungen den Tod fanden. An etwas zu sterben bedeutet in der Regel, dass das Betreffende nicht allzu gut sein kann. Esoterische Quacksalberei war jedoch zur damaligen Zeit beliebt, da sie schnelle Heilung ohne größere Eingriffe versprach. Hahnemann genoss daher hohes Ansehen und wurde 1817 während seines Aufenthaltes in Leipzig sogar in die dortige Freimaurerloge „Minerva zu den drei Palmen“ aufgenommen.

Neben dem Ähnlichkeitsprinzip, aufgrund dessen durch Hahnemann völlig falsche Medikamente verabreicht wurden, entwickelte dieser zudem ein Verfahren der Potenzierung. Dabei verdünnte er Medikamente in einem Verhältnis von 1:10 bis 1:100 mit Wasser oder Alkohol oder verrührte sie mit Milchzucker. Angesichts der Giftigkeit einiger Medikamente aus Hahnemanns Repertoire war das wohl auch besser so. Allerdings vermischte er seine Wundermittel nicht aus diesem Grund, sondern weil er glaubte, dadurch ihre Wirkung potenzieren zu können.

Das ist der nächste Punkt, warum Homöopathie nichts mit Wissenschaft zu tun hat, sondern reiner Unfug ist. Jedes Kind weiß, dass Substanzen umso mehr in ihrer Wirkung nachlassen, je mehr man sie verdünnt. Verdünnte Säure ätzt z.B. weniger als konzentrierte. Gifte können ebenso durch Verdünnung in ihrer Wirkung gebremst werden, wodurch sie überhaupt erst medizinisch anwendbar werden. Bestimmte natürliche Gifte können nämlich in geringen Dosen durchaus heilen, während sie in konzentrierter Form absolut tödlich wären.

Ginge es jedoch nach Hahnemann, könnte man z.B. bedenkenlos pures Zyanid trinken, während es extrem verdünnt tödlich wäre. Wer das glaubt, kann es ja gerne mal ausprobieren. Glücklicherweise behandelte der Quacksalber Hahnemann niemanden mit konzentrierten Giften, weshalb sein Irrglaube eventuell sogar Leben gerettet hat. Im Umkehrschluss zeigten allerdings auch die verdünnten Medikamente, die tatsächlich hilfreich gewesen wären, wenig Wirkung.

Auf Hahnemanns Medikamentenpalette standen übrigens mitnichten nur natürliche Heilmittel. Er benutzte auch toxische Chemikalien wie Quecksilberoxid. Die Gleichsetzung von Homöopathie mit Naturheilkunde ist einer der größten Irrtümer unserer Zeit, dem auch Pharmakonzerne erliegen. So hört man z.B. in vielen Medikamenten-Werbespots den Satz: „Mit der homöopathischen Wirkung von…“, was dann mit diversen Pflanzenauszügen ergänzt wird. Da viele Menschen an die Homöopathie glauben, wird mit solchen Slogans der Absatz der betreffenden Produkte gesteigert.

Diese Marketingstrategie ist schuld daran, dass die Naturheilkunde zunehmend in Verruf gerät. Dabei ist die heilende Wirkung vieler Pflanzen wissenschaftlich belegt. Zudem haben die meisten natürlichen Heilmittel im Gegensatz zur Fresschemie der Pharmaindustrie kaum oder gar keine Nebenwirkungen, wenngleich es dennoch geboten ist, auf die Dosis zu achten. Es ist also nichts Schlechtes an der Naturheilkunde. Nur handelt es sich dabei verdammt noch mal nicht um Homöopathie!

Tatsächlich wird die Homöopathie nur aufgrund dieser Verwechslung von so vielen Menschen unterstützt. Die inflationäre Verwendung des Begriffes ist aber nicht nur schädlich für den Ruf alternativer Heilmethoden, sondern fördert auf der anderen Seite auch esoterische Quacksalberei wie die Neue Germanische Medizin. Während also auf der einen Seite Patienten, die Homöopathie ablehnen, das Vertrauen in natürliche Heilmittel verlieren, entwickeln auf der anderen Seite die Anhänger von Hahnemanns Irrlehre ein gefährliches Vertrauen gegenüber Wunderheilern. Beides ist nicht gerade gesundheitsfördernd.

Die Unwirksamkeit der Homöopathie musste derweil schon Hahnemann selbst erkennen, als er mit chronischen Krankheiten konfrontiert wurde. Diese wollten einfach nicht verschwinden, sodass er ihnen ein Ur-Übel zugrunde legte. Dies war die Geburtsstunde der Miasmatheorie. Im 19. und 20. Jahrhundert konnten chronische Krankheiten schließlich auf Infektionen sowie genetische Ursachen zurückgeführt werden, womit die Miasmatheorie widerlegt wurde.

Nichtsdestotrotz ist die Homöopathie bis heute in der ganzen Welt verbreitet. Rund 17% des weltweiten medizinischen Personals besteht aus Homöopathen. Das globale Geschäft mit homöopathischen Heilmitteln wird auf einen jährlichen Umsatz von ca. 2 Milliarden Euro geschätzt. Es dürfte nicht verwundern, dass angesichts solcher Zahlen die Irrlehre von einer starken Lobbygruppe unterstützt wird.

Eine der stärksten Lobbygruppen sind die Anthroposophen. Rudolph Steiners geistige Erben überschwemmen den Markt geradezu mit unwissenschaftlichen Gesundheitsbüchern, die Homöopathie und anderen Blödsinn anpreisen. Als Beispiel sei hier „Besser Leben durch Selbstregulation“ aus der Feder des Anthroposophen-Arztes Dr. med. Frank Meyer erwähnt. Darin heißt es unter anderem:

„Atheismus, so Steiner in einem Vortrag am 16. Oktober 1916, mache krank, und zwar in einem wirklichen, echten, physisch-leiblichen Sinne.“ Um dies zu untermauern, wird eine Statistik von Prof. Grossarth-Maticek herangezogen, der zufolge 86,8 % der religiösen Testpersonen bis zum 75. Lebensjahr gesund waren, während es bei einer atheistischen Kontrollgruppe nur 8,6 % waren.

Solche Studien sind jedoch schon allein deshalb nicht repräsentativ, weil Atheisten sowohl global als auch in den meisten europäischen Staaten eine Minderheit darstellen. Zudem lässt die Studie völlig außer Acht, wie sich die Testpersonen ernährten, wie viel Sport sie trieben, wie viel Stress sie ausgesetzt waren, welcher Arbeit sie nachgingen und welcher Einkommensstufe sie angehörten. Es gibt nämlich durchaus zahlreiche Atheisten, die noch mit 85 kerngesund sind, während auch tiefgläubige Menschen schon mit 40 an Krebs sterben können.

Derartig anthroposophischer Unsinn ist eine prima Ergänzung der Homöopathie und dementsprechend findet sich in der Buchhandlung beides im selben Regal. Ebenso fällt auf, dass die Anthroposophen eine starke Verbindung zur Freimaurerei haben, der ja bekanntlich auch Samuel Hahnemann angehörte. Zusammen bilden Anthroposophen und Homöopathen eine esoterische Front gegen die wissenschaftliche Vernunft.

Erfolge in der Behandlung sind dabei eher auf die als Homöopathie verkaufte Naturmedizin zurückzuführen. Darüber hinaus lässt sich lediglich ein gewisser Placebo-Effekt nicht abstreiten. Placebos helfen jedoch nur bei leichten Erkrankungen, da der reine Glaube einen positiven Effekt auf das Immunsystem hat. Da es sich um einen psychologischen Effekt handelt, sind Placebos auch bei psychosomatischen Leiden durchaus hilfreich. Des Weiteren zeigt sich der psychologische Faktor auch darin, dass sich viele Homöopathen bewusst viel Zeit für ihre Patienten nehmen, wohingegen dies bei Ärzten leider oft zu kurz kommt, da Beratungsgespräche von den Kassen unzureichend übernommen werden. Daher berichten viele Patienten, sich bei Homöopathen wohler zu fühlen. Dies sagt jedoch nichts über die Wirksamkeit der Homöopathie an sich aus.

Gefährlich wird es dann bei schweren Infektionskrankheiten wie z.B. Tuberkulose. Wer dabei auf Homöopathie setzt, spielt mit seinem Leben. Ebenso ist die Anwendung der Homöopathie bei unheilbaren Infektionen wie HIV keine Lösung. Entsprechende Mittel steigern höchstens das seelische Wohlbefinden, aber wirken nicht heilend, da sie den Virus nicht angreifen. Im Zweifelsfall sollten Patienten daher stets einen richtigen Arzt aufsuchen und sich auf wissenschaftlicher Basis beraten lassen.

Sicherlich ist auch die, von Homöopathen abfällig als „Schulmedizin“ bezeichnete, etablierte Medizin nicht der Weisheit letzter Schluss. Gerade in Zeiten von multiresistenten Krankenhauskeimen, die jährlich zehntausende Menschen töten, muss vieles neu überdacht werden. Dennoch hat die etablierte Medizin schon viel geleistet und sich dank neuster Technologien erheblich weiterentwickelt. Unzählige Leben konnten durch sie gerettet und verlängert werden. Zudem hat sich die etablierte Medizin längst gegenüber der Naturheilkunde und fernöstlichen Behandlungsmethoden wie Akupunktur geöffnet.

Der größte Kritikpunkt am aktuellen Gesundheitssystem ist seine kapitalistische Ausrichtung. Massenabfertigung, Ärztepfusch, mangelnde Pflege und der Umgang mit Patienten wie mit einem Stück Fleisch sind Symptome der Profitmaximierung. Um Profit geht es allerdings auch in der Homöopathie. Eine Rückbesinnung auf den hippokratischen Eid ist daher in jedem Falle die einzige Lösung, damit das Gesundheitswesen in Zukunft wieder den Patienten und nicht den Aktionären dient.

4 Kommentare zu “Homöopathie – Placebos für Esoteriker

  1. ..ok vorab. Das ist sehr lang geworden, aber kürzt nicht alles bzw. löscht es nicht, war echt anstrengend, aber hier musste ich auch mal was los werden!

    Muss leider sagen, dieser Artikel wirkt nicht sehr auf die Materie eingegangen.
    Auch dass sich Benecke, den ich eigentlich ja mag, dazu äußert, finde ich nicht so passend. Wenn, dann sollten sich lieber spezialisierte Leute (z.B.Pharmazeuten) zu solchen Themen äußern.

    Homöopathie wird aber mitunter auch unter dem groben Oberbegriff Naturheilverfahren gebracht. Da Naturheilverfahren manchmal synonym für alternative Medizin verwendet wird.

    Ja, Homöopathie ist umstritten. Bei mir persönlich wirkt es nicht. Andere, auch manche Apotheker meinen, dass es bei manchen wirkt (die sie kennen, nicht um Kunden zu locken). Dazu muss man sagen, dass sich eine richtige homöopathische Behandlung bei ’nem Arzt für Homöopathie oder eben so ’nen ausgebildeten Homöopathen abspielt.
    Der stellt eine umfangreiche Anamnese, auch Fragen die erst mal mit den Symptomen wenig Verbindung zu haben scheinen. Eben ganzheitlich.
    Dann erst wird er ganz spezielle homöopathische Mittel in spezieller Verdünnung individuell angepasst verschreiben können. Und nicht wie viele Ärzte halt einfach so ’nen Komplexmittel aufschreiben, nur anhand der bestimmten Symptome bzw. Krankheit was nicht individuell angepasst ist, sondern allein auf das Krankheitsbild abzielt und nach der Lehre eh meist zu hoch dosiert wäre.
    Mal davon abgesehen wird die Wirkung erklärt, durch den Gedächtniseffekt des Wassers (ob das nun zutrifft oder nicht), jedenfalls ist nur ein paar verdünnte Moleküle irgendwo drin, reicht nicht aus, um das Prinzip der Homöopathie vollständig zu erklären. Auch bei der Potentierung bzw. dem Cyanid-Beispiel wird das so nicht gemeint sein, denn es gibt immer ’ne Ober- und Untergrenze. Auch in der klassischen Medizin gibt es therapeutische Breite und keine einfache Gerade in der Dosis-Wirk-Beziehung. Ein ganzes Gebiet, die Pharmakokinetik, beschäftigt sich damit. Ist eben alles sehr komplex, wie das Zusammenspiel von Körper und Geist.

    Ich kenne Leute, die haben mir gesagt, erst durch Homöopathie haben sie Heilung (ging in einem Fall um Hautprobleme) gehabt, eine davon war aus der Apotheke selbst.
    Und Studien dazu kann man in klassischer Art gar nicht machen, eben WEIL das ’ne total individuell abgestimmte Sache ist.
    Und die Idee dahinter, ähnliches wirkt bei ähnlichem, ist jetzt nicht so weit hergeholt, betrachtet man das Prinzip der aktiven Immunisierung oder z.B. Capsaicin (der Chilliwirkstoff) kann bei Gürtelrose helfen gegen die Nervenschmerzen, wo der doch selbst Schmerzen an sich verursacht.
    Aber egal, niemand muss Homöopathie anwenden bei sich, wenn er nicht will und es muss auch niemandem aufgedrängt werden. Ich bin nur dagegen, wenn Skeptiker in die gleiche dogmatische Weise versuchen, Andersdenkende zu missionieren und meine,n sie haben da die absolute Wahrheit für jeden, wie die Scharlatane und Heiler, es nur halt von der anderen Seite her machen.

    Was mich hier am meisten stört, ist die Aussage zum Placebo, bzw. dass etwas ’nur‘ seelisch Besserung bringt, aber nicht die wirkliche Heilung.
    Tja, da sind uns Leute aus Fernost eben doch überlegen in ihren Jahrtausende alten empirischen Lehren, wo selbstverständlich eine Einheit aus Körper und Seele gesehen wird. Und ihr seid selbst so verwurzelt darin, wie selbstverständlich diese Dinge zu trennen. Bzw. wir eben in unserer westlichen Sicht, dass Naturwissenschaften die einzige Wahrheit sind und Glaube/Spiritualität allenfalls mehr wie ein Hobby anzusehen sind, anstatt lebensbestimmend, wie es in anderen Kulturen normal ist.
    Das finde ich schade, weil eben das bzw. alles was damit verbunden ist, gleich verächtlich als Esoterik abgewertet wird, anstatt zu sehen, dass das halt die innere Welt/Sicht ist und das was eben für alle nach außen gleich ist, ist die Exoterik, also das was von der Wissenschaft beschrieben werden kann.
    Aber beides sollte meiner Meinung nach in jeder Kultur seine Berechtigung haben, weil ich denke, es ist für den Menschen an sich wichtig, zu wachsen.
    Es kann sein, dass das gleich so negativ belastet ist, weil es so viele negative Sachen darüber gibt, wo alles nur oberflächlich gesehen wird oder als Geschäftsmodell.
    Dennoch denke ich definitiv, es gibt mehr Dinge zwischen Himmel und Erde, die unsere Schulweisheit… na ihr wisst schon. Aber bei euch Star Trek Fans, kein Wunder, dass ihr nur meint nur die Wissenschaft ist das einzig Wahre😉 Ganz schlimm teilweise beim psiram Forum und auch das allmystery forum ist ganz schön ‚unterwandert‘, aber ok, will ja nicht lästern…

    Aber nochmal zum Placeboeffekt: Dieser ist ja noch recht unerforscht jedoch eben nicht unerheblich!
    Es ist mitnichten so, dass man einfach das abtut mit ‚man fühlt sich besser‘ und darum ist es nicht so schlimm und ‚man muss daran glauben‘

    „steigern höchstens das seelische Wohlbefinden, aber wirken nicht heilend, da sie den Virus nicht angreifen.“
    -> das seelische Wohlbefinden ist aber nunmal ausschlaggebend auch fürs Immunsystem. Klar kommt das auch auf das Virus an bzw. die Virenlast. Aber ihr unterschätzt total die sog. Seele bzw. Placeboeffekte, bzw. wirkt auch immer anteilig der Placeboeffekt + Wirkung eines Medikaments.
    Da ist noch sehr viel unerforscht. Setzt aber vorraus, dass die Wissenschaft mal etwas offener ist die Möglichkeit einer „Seele“ oder wie man das auch nennt (gibt ja durchaus Indizien, schon einfach so man fühlt ja und dann gibt es Nahtoderfahrungen) in ein Erklärungsmodell mit einbringt.

    „Solche Studien sind jedoch schon allein deshalb nicht repräsentativ, weil Atheisten sowohl global als auch in den meisten europäischen Staaten eine Minderheit darstellen.“
    ;Naja auf dem Papier zu ner Religion gehören und wirklich glauben ist ja noch ’ne andere Sache und wurde das denn länderübergreifend gemacht? Und repräsentativ sein sollte es schon, wenn es sich Studie nennt. Und tausende Atheisten und tausende Gläubige werden da wohl, zumindest in Deutschland, aufzutreiben sein. Aber ok, kann mich ja irren…

    „Jedes Kind weiß, dass Substanzen umso mehr in ihrer Wirkung nachlassen, je mehr man sie verdünnt. “
    Das stimmt eben auch nicht so ganz, speziell was hormonwirksame Substanzen angeht, oder kleine Mengen von Stoffen zusammen mit anderen kleinen Mengen von Stoffen (ist ja in der Diskussion, was Pestizidrückstände angeht)
    und ganz generell: chronische Vergiftungen: haben oft andere Symptome als die akute Vergiftung und sind dennoch in ihrer Konzentration nur sehr gering, aber halt ständig da.

    „Folgt man dieser Logik, müsste man bei Durchfallerkrankungen wie Cholera oder Salmonellen zur Genesung Abführmittel schlucken.“
    Kommt drauf an, ist jetzt im Fall von Salmonellen-Dauerausscheidern jetzt nicht soo abwegig, die da mit zu verschreiben.😉 Durchfall an sich ist ja vom Körper ’ne Schutzreaktion, um eben die Gifte auszuscheiden.

    „Er benutzte auch toxische Chemikalien wie Quecksilberoxid.“
    Cis-Plati ist beispielsweise auch toxisch oder Colchicin. Ja und?! Wobei toxisch an sich bzw. Gift kein klar definierter Begriff ist.

    „Diese Marketingstrategie ist schuld daran, dass die Naturheilkunde zunehmend in Verruf gerät. Dabei ist die heilende Wirkung vieler Pflanzen wissenschaftlich belegt. Zudem haben die meisten natürlichen Heilmittel im Gegensatz zur Fresschemie der Pharmaindustrie kaum oder gar keine Nebenwirkungen“
    Na kommt drauf an was man nun damit meint, vielleicht liegt es auch daran, dass pflanzliche Arzneimittel nun mal als ganz normale Arzneimittel standardisiert zugelassen werden. Oder eben auch als pflanzliche Drogen normal in der Apotheke zu bekommen sind. Dass die wissenschaftliche Erforschung von Pflanzen zurückgehen würde, wäre mir neu. Naja es gibt einige mit nicht zu unterschätzenden Nebenwirkungen. Pflanzen können auch ‚fies‘ sein.

    “ Placebos helfen jedoch nur bei leichten Erkrankungen, da der reine Glaube einen positiven Effekt auf das Immunsystem hat“
    Das ist definitiv eine falsche Aussage! Es ist nur nicht nachgewiesen bei Demenz und noch irgendwo. (Hab allerdings vergessen was es war)
    Aber nicht umsonst werden Arzneimittel vor ihrer Zulassung mit Placebos verglichen.
    Auch was Schein-OPs anbelangt gibt es da große Erfolge. Es gab wohl selbst mal eine Studie, wo es um Gehirntumore ging und manchen Gruppen nur gesagt wurde dass er entfernt wurde bzw gesagt wurde, dass er nicht entfernt werden kann. Muss mal sehen ob ich das finde. Meine primäre Quelle war ein Pharmaziediplomand, also ist das jetzt nicht soo absurd😉
    Und es ist bei weitem auch nicht einfach mit „reinem Glauben“ abgetan. Sonst würde es ja nicht bei Tieren und kleinen Kindern wirken der Placebo. Naja zumindest kein bewusster Glaube an die Wirkung. Das ist ungeklärt weil eben doch komplexer bzw. schlecht bestimmbar. Ich denke schon innerlich muss irgendwie nen Schalter umgelegt sein. Immerhin gibt es auch nachgewiesene Spontanheilungen, die zwar extrem selten sind, auch eben in Fällen wo z.B. der Tumor zu groß war um irgendwas zu machen. Aber die gibt es.

    Persönlich denke ich, es spielt schon auch eine Rolle, ob man offen dafür ist. Bzw. dass es dann auch wirkt und weder Placebo alleine noch Einreden ist. In manchen Fällen hat es sicher auch mit direkt dran glauben zu tun.
    Kann ja auch sein, dass man es deshalb nicht nachweisen kann, weil man überhaupt erstmal dran glauben muss. Ist doch wie bei paranormalen Phänomenen, die es definitiv gibt (einfach weil wir nunmal noch nicht alles wissen und erforscht haben, wer hätte sich früher vorstellen können Daten über Wlan senden zu können).
    Aber das wird eben nicht berücksichtigt (vielleicht gerade weil es wie ne Ausrede klingt) : Eben dass manches nicht unter kontrollierten Bedingungen stattfinden kann, oder Skepsis ansich schon störend wirkt. Darum hat halt noch keiner die Millionen bekommen. Aber es gibt definitiv paranormale Phänomene außerhalb des Erklärungsspektrums von Infraschall, Einbildung etc.
    Die Thesen von Walter von Lucadou dazu finde ich sehr spannend und durchaus plausibel (hoffe ihr findet bei ihm nicht noch nen freimaurerischen Hintergrund:/ )
    Könnte so was nicht vielleicht auch bei Homöopathie eine Rolle spielen? Wer weiß.

    „multiresistenten Krankenhauskeimen, die jährlich zehntausende Menschen töten, muss vieles neu überdacht werden.“
    Na ja, das ist eigentlich weniger ein Problem der ‚modernen‘ Medizin, viel mehr ein Mangel an Konsequenz, systematischer Hygiene und Strukturen.
    In den Niederlanden gibt es das Problem ja nicht so.

    Noch kurz was zur Neuen Germanischen Medizin: die Thesen die da aufestellt werden, sind bei weitem nicht so abwegig!
    Dumm nur, dass er selbst ein Nazi ist und dazu noch meint ALLES mit seinen Mitteln behandeln zu können.
    Ist halt immer der Fehler, dass Leute meinen, Krebs wird durch DAS neue Wunderheilmittel geheilt. Dabei gibt es nicht DEN Krebs. Noch nicht mal DEN Patienten.. naja.

    Wobei ich selbst absolut gegen Chemotherapie bin, zumindest in den meisten Fällen. Meiner Meinung nach ist das Selektion, man tötet alles und halt auch den Krebs und das kaputte Immunsystem lässt dann die wenigen aggressiveren Tumorzellen passieren, die möglicherweise später aggressiv zurückkehren. Und auch andere Operationen sind evt. fragwürdig. Naja für mich. Oft werden die Menschen gequält und leiden unter den Folgen und ist so ein Leben noch würdevoll? Ist es nicht besser man lebt halt nicht mehr so lang, aber dafür mit besserer Lebensqualität (zB nur mit Schmerzmitteln)? Aber das muss JEDER FÜR SICH entscheiden!!!!! Denn jeder geht da anders ran und wenn jemand überzeugt ist, dass es das richtige ist, wird er auch besser damit klar kommen und weniger Beschwerden haben.
    Wobei das wiederum mit dem Thema fehlende Spiritualität/esoterische Sicht zu tun hat, also dass der Tod immer noch tabuisiert ist.

    Aber meiner Meinung nach gibt es bereits viel bessere Konzepte, auch in der Schulmedizin. Wo natürlich noch viel Forschungsbedarf besteht (aber bestimmt nicht im konservativen zurückgebliebenem Deutschland) , und ja ihr habt recht das Ganzheitliche muss auch wieder im Vordergrund bzw. das persönliche und dass sich jemand Zeit nimmt. Aber wo hat man das noch in dieser Gesellschaft überhaupt, außer im Privatem.

    Sorry nochmal für die Länge (lange Kommentare finde ich auch semioptimal), aber ging jetzt nicht anders. ^^

    LG
    DarkBird

    • Offenbar hast du uns völlig missverstanden. Uns ging es weder darum, die Naturmedizin noch eine ganzheiltiche Sichtweise in Verruf zu bringen. Allerdings hat Homöopathie eben weder etwas mit dem einen noch mit dem anderen zu tun.

      Klar geht der Placebo-Effekt weit über einen Psychotrick hinaus, denn die Heilung kann ja dadurch tatsächlich eintreten. Die Seele gibt quasi dem Körper die Kraft, sich selbst zu heilen. Gleiches gilt für fernöstliche Heilmethoden wie Akupunktur, die nachweislich funktionieren und allgemein anerkannt sind. Wo leugnen wir das denn?

      In diesem Artikel geht es wirklich nur darum, was Homöopathie per Definition ist und nicht darum, was fälschlich darunter verstanden wird. Auch darauf sind wir eingegangen. Viele Mittel werden z.B. als homöopathisch angepriesen, obwohl sie es überhaupt nicht sind.

      • Also ok, ich neige auch manchmal vielleicht zum Missverstehen. Dennoch musste ich bei einigem widersprechen.
        Ok dem letzten Abschnitt eurer Antwort, da kann ich konform gehen.
        Allerdings musste ich wirklich ein paar Aussagen klar stellen, die schon auch wirklich falsch von euch geschrieben waren und anderes zumindest unglücklich ausgedrückt.

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