Der Hase – Warum Meister Lampe die Ostereier bringt

von Shinzon

Der Hase ist den meisten vordergründig als Symbol für Ostern bekannt. Das war allerdings nicht immer so. In früheren Zeiten hatte der Osterhase als Eierlieferant noch Konkurrenz, z.B. durch den Osterfuchs in Teilen Westfalens, den Kuckuck in der Schweiz und den Storch in Thüringen. Realistisch war man nur in Böhmen, wo einst der Hahn die Eier zum Osterfest brachte.

Erwähnt wurde der Osterhase erstmalig 1682 in der Abhandlung „De ovis paschalibus – von Oster-Eyern“ des Medizinprofessors Georg Franck von Franckenau (1644-1704). In seiner Abhandlung schilderte er den Brauch des Osterhasen für Oberdeutschland, die Pfalz, das Elsass und Teile Westfalens. Warum sich der Hase letztendlich durchsetzte, ist nicht genau bekannt. Allerdings war der Hase im Christentum bereits als Symbol der Dreieinigkeit bekannt. In kirchlichen Darstellungen bilden drei Hasen eine Triskele, wobei die Hasen sich ihr Ohr mit dem nächsten teilen, sodass jeder optisch zwei Ohren hat.

Dom von Paderborn

Dom von Paderborn

Das Osterfest selbst ist eine Verbindung aus dem christlichen Mythos von der Auferstehung Jesus Christus’ und dem germanischen Frühlingsfest. Das Wort Ostern leitet sich dabei vom altgermanischen „Austro“ für „Morgenröte“ ab, woraus im Althochdeutschen „Ostara“ wurde. Der Wortstamm lässt sich bis auf das griechische Eos und das lateinische Aurora zurückführen, was den Namen der entsprechenden Göttinnen der Morgenröte entspricht.

Es liegt nahe, dass das ursprünglich heidnische Fest astrologische Wurzeln hat und tatsächlich findet sich der Hase auch am Nachthimmel wieder. Das Sternbild Lepus bildet zusammen mit dem Orion sowie dem kleinen und großen Hund eine astrologische Jagdszene. Von den nördlichen Breiten aus gesehen verschwindet der Hase zusammen mit dem Orion über den Sommer, was dem Erlegen des Hasen und damit dem Jagderfolg gleichkommt.

Lepus Sternbild

Zudem siegt im Frühling die Sonne über den Winter, was sich in Festivitäten wie dem Sommergewinn in Eisenach (Thüringen) widerspiegelt. Die steigenden Temperaturen lassen schließlich die Natur erblühen. Frühlingszeit ist Paarungszeit und so verwundert es nicht weiter, dass die traditionellen heidnischen Frühlingsfeste bei genauerer Betrachtung Fruchtbarkeitsfeste waren. Das Osterei ist daher in erster Linie als Fruchtbarkeitssymbol zu werten.

Der Hase gilt aufgrund seiner hohen Vermehrungsrate ebenfalls als Fruchtbarkeitssymbol, was einer der Gründe sein dürfte, weshalb er 1953 zum Logo des Männermagazins Playboy gewählt wurde. Offiziell leitet sich der Playboy-Hase jedoch von einer Kneipe ab, die nach dem Spitznamen ihres Betreibers „Bunnys Taverne“ hieß und in der Hugh Hefner Stammgast war. Im Playboy Club tragen die Kellnerinnen wiederum Häschenkostüme, wovon sich die sexistische Bezeichnung „Bunny“ für „Frau“ ableitet. Dies spielt wieder einmal unverhohlen auf die hohe Paarungsbereitschaft der Nager an.

Playbunny

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