Videoanalyse: Michael Jacksons Thriller

1982 erschien Michael Jacksons Album „Thriller”. Für die gleichnamige Single wurde ein aufwendiges Horrorvideo produziert, in welchem sich der Sänger in einen Werwolf verwandelt. Trotz des hochgradig okkulten Themas betonte Michael Jackson (1958-2009) gleich vorweg, dass er aufgrund seiner persönlichen Überzeugungen mit diesem Film nicht für den Glauben an das Okkulte werben wollte.

01 Hinweis

Das ist ein wenig ironisch, denn zu diesem Zeitpunkt war er bereits komplett von okkulten Symbolen umgeben. Der Hinweis ergibt aber dennoch Sinn, da Michael Jackson wohl tatsächlich nur ein Spielball der okkulten Musikmafia war. Er konnte sich ohnehin nie so ganz mit der satanistischen Elite anfreunden, die im Kern stark rassistisch ist und ihn als Afroamerikaner stets nur ausbeutete. Zwar wurde Jackson ab Mitte der 1980er durch die Hautkrankheit Vitiligo selbst zu einem Weißen, was er jedoch offen bedauerte. Er stand zu dem, was er war und kehrte Sony nach 2000 den Rücken zu.

Ab 2001 sprach er dann mehrfach sehr direkt von einer Verschwörung innerhalb der Musikindustrie, welche sein letztes Album in zahlreichen Negativkritiken verrissen hatte. Bei einem Auftritt am 15. Juni 2002 in London nannte er den damaligen Sony-Chef Tommy Mottola sogar den Teufel. 2009 wurde Jackson schließlich kurz vor dem Beginn seiner finalen Tournee mit dem Titel „This is it“ ermordet.

Gehen wir also davon aus, dass die okkulte Symbolik nicht auf Michael Jacksons eigenem Mist gewachsen ist. Dennoch ist sie in „Thriller“ für jedermann gut sichtbar.

02 Thriller

Das Video beginnt mit einem harmlosen Nachtspaziergang, bei dem Michael seiner Angebeteten einen Verlobungsring überreicht. Er teilt ihr außerdem mit, dass er nicht so wie die anderen Jungs ist. Was er damit meint, zeigt sich kurz darauf, als gegen Mitternacht der Vollmond sichtbar wird.

03 Vollmond

Als die Verwandlung zum Werwolf einsetzt, bekommt Michael nicht etwa Wolfsaugen, sondern Reptilienaugen.

04 Reptojacko

Nun, vielleicht ist er ja auch ein Werkater. So genau kann man das nicht einordnen, aber zumindest würde das seine geschlitzten Pupillen erklären.

05 Verwandlung_1

06 Verwandlung_2

Die nächste Minute hetzt Jacko seine Freundin durch den Wald. Wie sich jedoch herausstellt, ist alles nur ein Film, den er sich mit einer anderen Freundin ansieht. Deren Jacke hat ein blaues Leopardenfellmuster, was sie dezent zu seinem Sexkätzchen degradiert.

07 Sexkitten_1

08 Sexkitten_2

Michaels Freundin rennt aus dem Kino, wo es rechts neben dem Filmtitel gleich mal etwas Schleichwerbung für das verantwortliche Label Sony gibt.

09 Product Placement

Jacko folgt seiner Angebeteten und tänzelt zunächst einmal um sie herum. Auffällig ist, dass Sie eine Blau/Rot-Kombination trägt, während Michael komplett in satanisches Rot gekleidet ist.

10 BlauRot

Seine Worte sind ebenso wenig beruhigend:

„“It’s close to midnight
And something evil’s lurking in the dark
Under the moonlight
You see a sight that almost stops your heart”

“Es ist kurz vor Mitternacht
Und etwas Böses lauert im Dunkeln
Unter dem Mondlicht
Siehst du einen Anblick, der fast dein Herz anhält”

Passend dazu kommen die beiden an einem Friedhof vorbei, auf dem sich alsbald die Zombies aus ihren Gräbern erheben. Eine Stimme verkündet, dass es Mitternacht ist und die betreffenden Kreaturen auf der Suche nach Blut sind.

11 Friedhof

Es folgt der erste Zombiewalk in einem Musikvideo…

12 Zombiewalk

Als das Teeniepärchen von den Zombies umzingelt wird, verwandelt sich Michael plötzlich selbst in einen. Das ist nicht wirklich besser als die Verwandlung in einen Werwolf, ein paar Minuten zuvor. Offensichtlich ist Jacko der Anführer der Untoten und sie tanzen im wahrsten Sinne des Wortes nach seiner Pfeife.

„Cause this is Thriller, Thriller night
And no one’s gonna save you”

“Denn das ist Thriller, Thriller-Nacht
Und niemand wird dich retten“

13 Oberzombie

Seine Freundin flieht indes in eine verlassene Bruchbude, wo sie letztendlich in der Falle sitzt. Passend dazu heißt es im Text:

„You hear a door slam
And realize there’s nowhere left to run
You feel the cold hand
And wonder if you’ll ever see the sun
You close your eyes
And hope that this is just imagination”

“Du hörst die Türe zuknallen
Und realisiert, du kannst nirgendwo hin entkommen
Du fühlst eine kalte Hand
Und würdest dich wundern, wenn du jemals wieder die Sonne siehst
Du schließt deine Augen
Und hoffst, dass alles nur Einbildung ist“

Und tatsächlich: Als Michael nach ihr greift, wacht sie auf. Scheinbar war alles nur ein Traum. Oder doch nicht? In der letzten Einstellung blickt Michael Jackson noch einmal zurück und hat erneut Reptilienaugen. Rechts neben ihm steht ein weißer Obelisk, der den freimaurerisch-okkulten Charakter dieses Musikvideos noch einmal unterstreicht.

14 Reptoobelisk

Okkult ist auch die folgende Textpassage:

„They’re out to get you
There’s demons closing in on every side
They will possess you”

“Sie wollen dich bekommen,
Da sind Dämonen, die von allen Seiten kommen
Sie werden dich besetzen“

Das Lied ist voll von solch dämonischen Szenarios und dreht sich ausschließlich darum, Menschen zu schockieren und zu ängstigen. Selbstverständlich steht dies im Widerspruch zum Hinweis am Beginn des Videos, aber wie gesagt spiegelt dieser nur Michael Jacksons persönliche Meinung wieder und nicht die der Produzenten dieses okkulten Gruseltheaters.

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