Haarige Stars am Vollmondhimmel – Teil 1

Werwölfe eroberten bereits während der Stummfilmära die Leinwände der Welt. Den Anfang machte 1913 „The Werewolf“.

The Werewolf 1913

Es dauerte 10 Jahre, bis sich als nächstes die Franzosen an das Thema wagten und 1923 „Le Loup-garou“ in die Kinos brachten.

Le Loup-garou 1923

Der letzte Stummfilm des Genres war „Wolf Blood“ von 1925. Von diesen drei frühen Werken schaffte es kein einziger in die deutschen Kinos.

Wolf Blood 1925

Der erste Werwolffilm mit Ton erschien 1935. „Der Werwolf von London“ schaffte es zwar bis nach Deutschland, floppte jedoch an den internationalen Kinokassen, da ihm „Dr. Jekyll & Mr. Hyde“ kurz zuvor die Show stahl.

Der Werwolf von London 1935

1941 erschienen gleich zwei Filme zum Thema – „The Mad Monster“ und „Der Wolfsmensch“.

Der Wolfsmensch 1941

Nur ein Jahr später folgte „Das unsterbliche Monster“.

Das unsterbliche Monster 1942

1943 kam der „Wolf von Malveneur“ in die Kinos. Mit „Frankenstein trifft den Wolfsmenschen“ gab es in diesem Jahr zudem das erste Crossover, welches zur Franksteinreihe der universal Studios gehörte.

Frankenstein trifft den Wolfsmenschen 1943

Auf dem Höhepunkt des 2. Weltkriegs erschienen sogar gleich drei Werwolffilme, was angesichts der deutschen Werwolf-Kommandos rückblickend ziemlich bitter erscheint. In „Frankensteins Haus“ brachte Universal diesmal all seine Monster zusammen, während „Die Rückkehr der Vampire“ erstmals Werwölfe mit Blutsaugern auf der Leinwand zusammenführte. Ein Trend, der sich im Jahr darauf mit „Draculas Haus“ fortsetzte. Der einzige reine Werwolfsfilm im Jahr 1944 war indes „Cry of the Werewolf“.

Cry of the Werewolf 1944

1946 ging man schließlich völlig neue Wege. In „Die Werwölfin von London“ ist zum ersten Mal eine Frau das Monster, doch wie sich herausstellt, ist sie nur ein Mensch. Es handelt sich nämlich keineswegs um einen Monsterfilm, sondern um einen Krimi.

Die Werwölfin von London 1946

Zwei Jahre später folgte mit „Abott & Castello treffen Frankenstein“ noch einmal ein humoristisches Crossover. Danach lag das Werwolfthema erst einmal auf Eis.

Abott & Castello 1948

Erst 1956 wurde das Genre mit „Der Werwolf“ wieder belebt.

Der Werwolf 1956

1957 ging es weiter mit „Der Tod hat schwarze Krallen“ (Originaltitel: „I Was a Teenage Werewolf“), welcher im folgenden Jahr eine Fortsetzung mit dem Titel „Der Satan mit den tausend Masken“ (Originaltitel: „How to Make a Monster“) erhielt.

I Was a Teenage Werewolf 1958

Im Jahr 1961 wurde der Roman „The Werewolf of Paris“ von 1933 unter dem Titel „Der Fluch von Siniestro“ (Originaltitel: „The Curse of the Werewolf“) verfilmt.

The Curse of the Werewolf 1961

1962 folgte die ital.-österr. Gemeinschaftsproduktion „Bei Vollmond Mord“ (engl. Titel: „Werewolf in a Girls’ Dormitory“).

Bei Vollmond Mord 1962

Der 1964 erschienene „Face of the Screaming Werewolf“ war indes nur ein Zusammenschnitt aus „Da lacht die Gänsehaut“ und dem mexikanischen „La Momia Azteca“.

Face of the Screaming Werewolf 1964

1965 war ebenfalls ein mageres Jahr für Werwölfe. Im Episodenfilm „Dr. Terror’s House of Horror” drehte sich die erste Episode um einen Werwolf. Ansonsten gab es nur noch den mexikanischen Horrorschinken „La Loba“.

La Loba 1965

1966 schien es keine Vollmondnächte zu geben und 1967 erschien lediglich „Galerie des Grauens“. 1968 kamen die Werwölfe dann aus Spanien und das gleich im Doppelpack. „Die Vampire des Dr. Dracula“ (Originaltitel: „La marca del Hombre-lobo“) stellte den Beginn der Filmreihe um den Werwolf Graf Waldemar Daninsky dar, deren zweiter Teil „Las Noches del Hombre Lobo“ noch im selben Jahr erschien.

Die Vampire des Dr Dracula 1968

Nicht alle Filme der Reihe wurden ins Deutsche übersetzt. Bei den wenigen deutschen Titeln fällt jedoch auf, dass sie sich auf Vampire beziehen, statt auf die Hauptrolle des Werwolfes. Offenbar glaubte man, dass Blutsauger mehr Kunden anlocken würden als ein haariger Wolfsmensch. Der 1971 erschienene dritte Teil ist ein Paradebeispiel dafür. Der deutsche Titel: „Nacht der Vampire“ (Originaltitel: „La noche de Walpurgis“).

1972 folgten „La Furia del Hombre Lobo” und „Die Nacht der blutigen Wölfe“. Mit letzterem Teil der Waldemar-Daninsky-Reihe schwenkte man in der deutschen Übersetzung endlich auf das eigentliche Werwolfsthema um. Das blieb auch bei „Die Todeskralle des grausamen Wolfes“ von 1973 so. Weiterhin folgten „La Maldición de la bestia“ von 1975, „The Werewolf“ von 1980, „La Bestia y la Espada Magica“ von 1983, „Licántropo: El asesino de la luna llena” von 1996 und schlussendlich „Tomb of the Werewolf“ aus dem Jahr 2004. die Spanier halten mit diesen 11 Filmen den Rekord, was zusammenhängende Werwolfs-Serien angeht.

Tomb of the Werewolf 2004

Rekordverdächtig ist auch der Daninsky-Darsteller Paul Naschy (1934-2009), der in über 60 Horrorfilmen mitspielte. Seine Paraderolle des Waldemar Daninsky spielte er dabei nicht nur innerhalb der entsprechenden Filmreihe. 1970 schlüpfte er zusätzlich für die Horrorkomödie „Dracula jagt Frankenstein“ in den Wolfspelz.

Dracula jagt Frankenstein 1970

Die Italiener können da nicht mithalten und brachten nur vereinzelte Filme wie 1971 „O Homen Lobo“, 1976 „Werewolf Woman“ und zuletzt 1987 den Low-Budget-Streifen „La croce dalle sette pietre“ auf den Markt.

Werewolf Woman 1976

In Frankreich sieht es ähnlich aus. Gehörten die französischen Filmemacher 1923 noch zu den Pionieren des Werwolf-Genres, vergingen zwischen den weiteren Werwolfswerken meist Jahrzehnte. 1975 erschien der Erotikhorror „La Bête“ und das war’s auch schon. „Der Pakt der Wölfe“ von 2001 kann nicht wirklich mitgezählt werden, da es in diesem um dressierte Wolfsbestien geht und nicht um Werwölfe.

La Bete 1975

Die meisten Werwolfsfilme insgesamt kommen, wenig überraschend, aus Hollywood. Dort ging es 1972 mit dem Fernsehfilm „Die Stunde des Wolfs“ weiter. „The Boy Who Cried Werewolf“ von 1973 war dem Titel nach wohl als Anspielung auf den Jungen gemeint, der ständig „Wolf“ rief.

The Boy woh cried Werewolf 1973

1973 wurde „Der Werwolf von Washington“ von der Leine gelassen.

Der Werwolf von Washington 1973

Im folgenden Jahr gab es mit „Scream of the Wolf“ wieder einen TV-Film und mit „Mondblut“ eine Literaturverfilmung nach James Blish.

Mondblut 1974

1975 erschienen „Die Legende vom Werwolf“ und der Fernsehfilm „The Werewolf of Woodstock“. Vier Jahre später kam dann „Wolfman“ in die Kinos.

Wolfman 1979

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