Dracula erobert Hellywood

Die Geißel der Kaparten eroberte bereits zur Stummfilmära die Leinwände, wenn auch zunächst unter Pseudonym. „Nosferatu – Eine Symphonie des Grauens“ von 1922 war zwar nicht der erste Vampirfilm, allerdings der erste Film, der sich relativ frei an Bram Stokers „Dracula“ orientierte. Die Titelrolle spielte der deutsche Darsteller mit dem passenden Namen Max Schreck (1879-1936).

Nosferatu 1922

1979 folgte ein Remake unter dem Titel „Nosferatu – Phantom der Nacht“ mit Klaus Kinski (1926-1991) in der Rolle des Grafen.

Nosferatu 1979

„Shadow of the Vampire“ aus dem Jahr 2000 beschäftigt sich schließlich mit den Dreharbeiten des Originals und strickt daraus einen eigenen Horrorfilm, in dessen Verlauf sich herausstellt, dass Max Schreck (Willem Dafoe) ein echter Vampir ist.

Shadow of the Vampire 2000

Die erste offizielle Kinoadaption von „Dracula“ erschien 1931, basierte jedoch hauptsächlich auf Hamilton Deanes Bühnenstück. Die Hauptrolle wurde von der Horrorikone Bela Lugosi (1882-1956) gespielt. Parallel zu Tod Brownings (1880-1962) Film erschien im selben Jahr ein zweiter „Drácula“ in spanischer Sprache.

Dracula 1931

1936 erschien „Draculas Tochter“ auf der Bildfläche und 1943 auch noch „Draculas Sohn“. Um die ganze Familie unter ein Dach zu bekommen, folgte 1945 „Draculas Haus“. Allerdings stehen diese drei Filme in keinem Zusammenhang.

Draculas Sohn und Tochter

1953 war „Dracula in Istanbul“ zu Gast, was sicher nicht als Meilenstein der Filmgeschichte zu werten ist.

Dracula in Istanbul 1954

In den Jahren 1956, 1968 und 1973 wurden „Dracula“-Filme fürs Fernsehen produziert, die ebenfalls nur am Rande zu erwähnen sind. Der nächste „Dracula“-Kinofilm von 1958 sticht indes wieder hervor, da in diesem Christopher Lee die Hauptrolle spielte.

Dracula 1958

Es sollte nicht das letzte Mal sein, dass Christopher Lee den Dracula mimte. 1965 gab es noch mehr „Blut für Dracula“.

Blut für Dracula 1965

Es dauerte nur drei Jahre bis zu „Draculas Rückkehr“.

Draculas Rückkehr 1968

1969 fragte sich Lee „Wie schmeckt das Blut von Dracula?“

Wie schmeckt das Blut von Dracula 1969

1970 schlüpfte er gleich zweimal in die Rolle des Vampirfürsten. Einmal in der italienischen Produktion „Nachts, wenn Dracula erwacht“ (Originaltitel: „El Conde Drácula“) und in „Dracula – Nächte des Entsetzens“.

Dracula - Nächte des Entsetzend 1970

Es folgten 1972 „Dracula jagt Minimädchen“ und 1973 „Dracula braucht frisches Blut“

Dracula braucht frisches Blut 1973

Christopher Lee hält damit den Rekord als Dracula-Darsteller und spielte zudem in weiteren Vampirfilmen wie „Die Hexe des Grafen Dracula“ von 1968 und „Die Herren Dracula“ von 1976 mit. Neben der Rolle des Grafen Dracula dürfte er zudem allen „Star Wars“-Fans als Graf Dooku bekannt sein, den er 2002 und 2005 verkörperte. Ob als Vampir oder Sith, schwarz kleidet.

Graf Dooku

1958 erschien neben Christopher Lees Interpretation von „Dracula” auch „The Return of Dracula”, der jedoch keine Fortsetzung war. Zwei Jahre später näherte sich „Die Stunde, wenn Dracula kommt“ und außerdem erschien 1960 auch „Dracula und seine Bräute“.

Dracula und seine Bräute 1960

„Batman Dracula“ von 1964 spielt auf die Verwandlungskünste des Vampirfürsten an, doch in „Batman Fights Dracula” bekam es der Blutsauger 1967 tatsächlich mit Batman zu tun.

Batman Fights Dracula 1967

Ein Jahr später erschienen „Die toten Augen des Dr. Dracula“ und aus der Kategorie dämlichste Crossover „Billy the Kid vs. Dracula”.

Billy the Kid vs Dracula 1966

„Die Vampire des Dr. Dracula“ von 1968 war eigentlich ein Werwolffilm aus der Daninsky-Reihe. Im Jahr darauf wurden die Genrefans mit „Dracula und seine Opfer“ beglückt. 1970 erschien „Dracula jagt Frankenstein“ und außerdem gab es noch etwas „Junges Blut für Dracula“.

Junges Blut für Dracula 1970

1971 verbrachte „Dracula im Schloss des Schreckens“, wo es „Draculas Bluthochzeit mit Frankenstein“ zu feiern gab und im Anschluss folgte „Draculas Hexenjagd“.

Draculas Bluthochzeit & Hexenjagd 1971

Im Jahr darauf wurde der afrikanische Prinz Mamuwalde von Dracula gebissen und mutierte daraufhin selbst zu „Blacula“. Der erste afroamerikanische Vampir auf der Leinwand.

Blacula 1971

1973 wurde in Spanien „La saga de los Drácula“ veröffentlicht.
La Saga de los Draculas 1973

1973 und 1977 kam „Graf Dracula“ zudem wieder ins Fernsehen. Zwischendrin erschien 1974 „Andy Warhols Dracula“ (Originaltitel: „Dracula cerca sangue di vergine… e morì di sete!!!”) mit dem deutschen Schauspieler Udo Kier in der Titelrolle.

Andy Warhols Dracula 1974

Das Jahr 1977 brachte den Genrefans „Count Dracula“, „Draculas Todesrennen“, „Draculin“ und „Zoltan, Draculas Bluthund“. Für alle, die ohnehin schon eine Phobie vor Hunden haben, gilt bei letzterem Film: Leg dich nicht mit Zoltan an.

Zoltan 1977

1978 erhielt der Vampirfürst seinen Doktortitel in „Doctor Dracula“. Offenbar hat er seinen Doktor auf dem Gebiet der Geschlechtsumwandlung gemacht, denn im selben Jahr erschien auch „Lady Dracula“.

Lady Dracula 1978

1979 wurde dann Tod Brownings „Dracula“ neu aufgelegt.

Dracula 1979

Im selben Jahr verschlug es den Blutsauger auf die Alm in „Graf Dracula beißt jetzt in Oberbayern“. Ist das „Das wahre Leben des Fürsten Dracula“?

Graf Dracula in Oberbayern 1979

1980 wurde vollmundig „Draculas Ende“ ausgerufen. Doch damit war die „Dynastie Dracula“ noch lange nicht beendet, wie neben diesem Film auch „Herrscher der Finsternis: Vampir Dracula“ und „Les Charlots contre Dracula“ bewiesen. Was „Draculas Witwe“ von 1988 wohl sagen würde, wenn sie wüsste, dass ihr Gemahl noch lebt?

Draculas Witwe 1988

Ansonsten waren die 1980er ein eher mageres Jahrzehnt für den Vampirfürsten. 1980 erschien mit „The Passion of Dracula“ eine Fernsehverfilmung von Hamilton Deanes Bühnenstück und 1989 endete das Jahrzehnt mit der brasilianischen TV-Komödie „Revivencial“. Beide Titel sind nicht auf Deutsch erschienen.

The Passion of Dracula 1980

Die 1990er begannen dafür mit „Bram Stoker’s Dracula“ von Top-Regisseur Francis Ford Coppola, welcher 1992 Gary Oldman für die Titelrolle engagierte und ihn von Anthony Hopkins als van Helsing jagen ließ.

Bram Stokers Dracula 1992

1993 nahm sich die Trashfilm-Legende Roger Corman als Produzent des Themas an und lieferte „Corman’s Dracula“ (Originaltitel: „Dracula Rising“) ab.

Cormans Dracula 1993

Im Jahr darauf gab es wieder mal einen „Dracula“ und 1995 kam schließlich die Komödie „Dracula – Tot aber glücklich“ von Mel Brooks und mit Leslie Nielsen in der Hauptrolle.

Dracula - Tot aber glücklich 1995

1999 erschien „Die Hard Dracula“ und die Fans des Vampirfürsten wurden mit „Draculas Braut“ bekannt gemacht.

Draculas Braut 1999

Das Millennium endete schließlich mit „Dark Prince: The True Story of Dracula“.

Dark Prince 2000

„Wes Craven präsentiert Dracula“ von 2000 nahm die Historie nicht so genau. Bei diesem Dracula handelt es sich nicht etwa um Vlad III., sondern um Judas und obendrein ist der auch noch allergisch gegen Silber, weil er Jesus für eine Handvoll Silberlinge verraten hat. 2003 folgte „Wes Craven präsentiert Dracula II – The Ascension“ und 2005 „Wes Craven präsentiert Dracula III – Legacy“.

Wes Cravens Dracula 2000

2002 erschien „Dracula: Pages from a Virgin’s Diary“, der eine Kombination aus Stummfilm und Ballett darstellt. Eine deutsche Übersetzung erübrigte sich daher. In den Jahren 2002 und 2006 erschienen zudem abermals zwei Fernsehfilme mit dem Titel „Dracula“, deren Handlung nach Schema F verläuft. Gleiches gilt für den Neuaufguss von „Draculas Braut“. Vollkommen aus dem Rahmen fällt dagegen „Killer Barbys vs. Dracula“.

Killer Barbys vs Dracula 2002

Im folgenden Jahr wurde seit langem wieder einmal auf den historischen „Vlad“ angespielt.

Vlad 2003

2004 wurde der Vampirfürst zur Vorlage für den Softporno „Emmanuelle vs Dracula“. In Bezug auf schlechten Geschmack schoss den Vogel allerdings „Dracula 3000“ ab, der als trashiger Science Fiction daher kommt. Ein Raumschiff transportiert die Särge von Dracula und Co., die natürlich entkommen und die Mannschaft dezimieren. Seltsamerweise hat das Raumschiff Betonwände und ähnelt stark einer verlassenen Fabrikhalle. Wer den nicht kennt, hat nichts verpasst.

Dracula 3000

Ebenfalls 2004 nahm sich Hollywood des Vampirjägers „Van Helsing“ an und ließ ihn Jagd auf Graf Dracula machen. Allerdings wurde mit diesem Film ein krudes Crossover mit Frankensteins Monster, Mr. Hyde und anderen Kreaturen serviert, welches auf ganzer Linie enttäuschte. Dagegen ist „Dracula 3000“ schon fast wieder Kult, aber dennoch ist ein Reboot von „Van Helsing“ geplant.

Van Helsing 2004

Zwei Jahre später erschien „Draculas Curse”.

Draculas Curse 2006

2008 hatte da mit „Dracula’s Guest”, „How My Dad Killed Dracula”, und „Bonnie and Clyde vs. Dracula” schon mehr zu bieten. Die letzteren beiden Filme sind dabei eher Komödien als Horrorfilme.

Dad killed Dracula & Bonny and Clyde 2008

2011 durfte der Vampirfürst in „Don´t Taste The Blood Of Dracula” reinkarnieren und 2012 schlüpfte Thomas Kretschmann in die Rolle von „Dario Argentos Dracula“. 2013 kam schließlich „Dracula The Dark Prince“.

Dracula The Dark Prince 2013

Der erste ernstzunehmende Dracula-Film des neuen Millenniums ist „Dracula Untold“ von 2014. In diesem wurde die historische Person von Vlad dem Pfähler in eine Vampirgeschichte eingebunden.

Dracula Untold 2014

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