Vampirserien – Komasaufen für Blutsauger

Die Liste der Vampirserien ist fast genauso lang wie jene der Vampirfilme. Das Blut scheint den Hollywoodstudios zwar noch nicht ausgegangen zu sein, die Ideen hingegen schon.

Bei den „Munsters“ waren lediglich die beiden Hauptcharaktere Lily Dracula-Munster (Yvonne De Carlo, 1922-2007) und ihr Vater Sam Dracula (Al Lewis, 1923-2006) Vampire. Trotz der Horrorelemente war die Serie an und für sich ein Abklatsch der „Adams Family“ und startete ebenfalls 1964. Wie schon bei der „Adams Family“ wurde auch von den „Munsters“ ein Remake aufgelegt, welches von 1988 bis 1991 lief.

The Munsters Vampire

Die erste reine Vampirserie war „Dark Shadows“ und lief von 1966 bis 1971. Der Titel dürfte einigen Fans des Regisseurs Tim Burton bekannt vorkommen, denn es handelt sich bei der Serie um die Vorlage für dessen Film von 2012. Den Barnabas Collins von damals spielte Jonathan Frid (1924-2012), welcher in Tim Burtons Neuauflage noch kurz vor seinem Tod als einer von vier Stars der Originalserie einen kurzen Cameo-Auftritt hatte. Burton war übrigens nicht der Erste, der den Stoff neu verfilmte. Bereits 1991 gab es ein Remake in Serienform.

Dark Shadows Serie

1978 lieferte Dänemark die Miniserie „Draculas Ring“ ab und im Jahr darauf waren wieder die Amerikaner an der Reihe. Nach der erfolgreichen Kinoadaption von Stephen Kings „Brennen muss Salem“ wurde noch im selben Jahr eine gleichnamige Miniserie fürs Fernsehen nachproduziert. 2004 kam nach der Neuauflage des Kinofilms auch eine Neuauflage der Serie, diesmal unter dem Titel „Salem’s Lot: Brennen muss Salem“.

Salems Lot 2004

1980 kam mit „Mr. & Mrs. Dracula“ die erste Vampir-Comedy-Show ins US-Fernsehen. Dracula war zudem eine wichtige Rolle in der Familienserie „Frankensteins Tante“, welche 1987 in Europa, darunter in Deutschland und Frankreich, produziert wurde.

Frankensteins Tante 1987

1990 bis 1991 hieß es dann „Dracula ist wieder da“ und gleich im Anschluss folgte bis 1992 die Seifenoper „Vamp“.

Vamp 1991

Im selben Jahr, in dem „Vamp“ endete, wurde mit „The Vampyr: A Soap Opera“ Heinrich Marschners (1795-1861) Oper „Der Vampyr“ von 1828 fürs Fernsehen adaptiert.

Tha Vampyr A Soap Opera 1992

1992 startete zudem „Nick Knight – Der Vampircop“ und lief bis 1996.

Nick Knight - Der Vampircop

Kaum war diese Serie Geschichte, kam 1996 „Embraced – Clan der Vampire“. In diesem Drama haben diverse Vampirclans eine Stadt unter sich aufgeteilt und natürlich verlieben sich zwei Blutsauger, die verfeindeten Clans angehören. „Romeo und Julia“ als moderner Vampirmythos.

Clan der Vampire Serie

Von 1997 bis 2003 lief dann der Serienhit schlechthin: „Buffy – Im Bann der Dämonen“. Die einstige Vampirjägerin des Erfolgsfilms von 1992 bekam es in der Serie allerdings nicht nur mit Vampiren zu tun, sondern auch mit allerhand anderem Höllengetier. Der okkulte Schwachsinn war bei den Zuschauern dermaßen beliebt, dass von 1999 bis 2004 eine parallele Spin-Off-Serie mit dem Titel „Angel – Jäger der Finsternis“ produziert wurde.

Buffy & Angel

1998 erschien die Serie „Ultraviolet“, in der eine Untergrundorganisation der Polizei Jagd auf Vampire macht. Nach nur einer Staffel war schon wieder Schluss damit. Die Serie hat übrigens nichts mit dem gleichnamigen Film von 2006 zu tun.

Ultraviolet Serie

Ebenfalls 1998 startete „My Date with a Vampire“ und wurde bis 2004 in Hong Kong gedreht. Ja, auch in China gibt es Vampire.

My Date with a Vampire

Gleiches gilt für das benachbarte Japan, welches 2001 die Manga-Serie „Hellsing“ als Anime umsetze. Eigentlich schreibt man den Vampirjäger „Helsing“, aber offenbar wollten die Japaner eine Brücke zur Hölle schlagen, was zudem die vielen Pentagramme erklärt. Die Serie lief mit einigem Erfolg auch in Deutschland, was mitunter an der charismatischen Rolle des Vampirs Alucard lag. Übrigens ein Anagramm von Dracula.

Hellsing Alucard

Aus Kanada kam von 2001 bis 2002 „Vampire High“, eine Highschool-Serie mit Blutsaugern, welche nicht die letzte ihres Formats bleiben sollte.

Vampire High Serie

Von 2002 bis 2003 drängte schließlich sogar Brasilien mit „O Beijo do Vampiro“ auf den Vampirserienmarkt.

O Beijo do Vampiro

2004 explodierte dieser Markt regelrecht. In Japan erschien die 12-teilige Serie „Vampire Host“, basierend auf der Manga-Serie „Blood Hound“. Aus den USA kam indes neben dem bereits erwähnten Remake von „Salem’s Lot“ eine Comedy-Serie mit dem Titel „Mad Mad House“, in der ein Hauptcharakter ein Vampir ist. Auf dem folgenden Bild ist nicht nur der Vampir zu sehen, sondern auch wieder einmal ein Pentagramm.

Mad Mad House

Nachdem bereits China und Japan mit Vampirserien vertreten sind, legten die Südkoreaner 2005 und 2006 mit „Annyeong, Peurancheseuka“ sowie „Freeze“ nach. Da fehlt eigentlich nur noch Nordkorea, vielleicht mit „Kim Jong Untot“.

Annyeong Peurancheseuka

Annyeong Peurancheseuka

Freeze 2006

Die Amerikaner blieben 2006 mit „Blade – Die Jagd geht weiter“ im Geschäft und wie der Titel schon vermuten lässt, schlachtete diese Serie die erfolgreichen „Blade“-Filme fürs Fernsehen aus. Allerdings ohne Wesley Snipes.

Blade - Die Jagd geht weiter 2006

Im selben ja startete in Großbritannien die Kinderserie „Young Dracula“ und in Kanada die Detektivserie „Blood Ties – Biss aufs Blut“.

Young Dracula & Blood Ties

2007 kam eine besonders kuriose Mischung aus den USA. „The Lair“ ist eigentlich eine Schwulenliebesgeschichte, die mit Vampiren in Haupt- und Nebenrollen angereichert wurde. Dracschwula könnte fast schon ein Fall für die „Lesbian Vampire Killers“ sein, wenn die Vampire weiblich wären.

The Lair 2007

Von 2007 bis 2008 lief außerdem die Serie „Moonlight“, in welcher der Vampir Mick die Reporterin Beth bei der Aufklärung von Verbrechen unterstützt. Hier kommt zudem mal wieder der Vollmond ins Spiel, obwohl Vampire im Gegensatz zu Werwölfen eigentlich nicht darauf angewiesen sind.

Moonlight Serie

In der kanadischen Serie „Sanctuary – Wächter der Kreaturen“, die von 2007 bis 2011 lief, gibt es neben Werwölfen auch einige Vampire. Unter anderem wird der serbischstämmige Erfinder Nikola Tesla (1856-1943) als Vampir dargestellt. Historisch ist das natürlich nicht ganz korrekt.

Sanctuary Tesla

In der Seifenoper „Gabriel“, welche 2008 bis 2009 auf Puerto Rico gedreht wurde, wimmelt es ebenfalls von Vampiren. In der britischen Serie „Being Human“, die im selben Jahr startete und bis 2013 lief, ziehen ein Vampir, ein Werwolf und ein Geist in eine WG. Das US-Remake lief von 2011 bis 2014.

Sehr kreativ: Die Lampe ist ein Vollmond.

Sehr kreativ: Die Lampe ist ein Vollmond.

Zu guter Letzt startete 2008 die Kultserie „True Blood“, die aus unerklärlichen Gründen mit roher Gewalt und schmuddeliger Softpornografie ein Massenpublikum begeistert. Wie satanistisch diese kranke Serie ist, zeigt bereits der Trailer zur ersten Staffel, in dem ein umgedrehtes Kreuz sowie ein Satanspentagramm mit Baphometkopf zu sehen sind.

True Evil Blood

Ebenfalls seit 2009 läuft mit ähnlichem Erfolg die Jugendserie „Vampire Diaries“. Vom Konzept her ähnelt die Dreiecksbeziehung der Protagonisten sehr stark an „Twilight“, was wohl kaum ein Zufall ist.

Vampire Diaries vs Twilight

Schlussendlich hatte das Jahr 2009 noch die japanische Highschool-Vampirserie „Koishite Akuma – Vampire Boy“ zu bieten. Vampire in Pink, Augensymbolik mir rosa Herzchen und violette Pentagramme – das ist der Gipfel des schlechten Geschmacks. Wahrscheinlich saugen diese japanischen Vampire sogar rosa Zuckerblut.

Koishite Akuma

Eine weitere Highschool-Vampirserie lief 2009 bis 2012 in Israel. In „Split“ dreht sich alles um die jüdische Halbvampirin Ella, die noch nichts von ihrem blutrünstigen Schicksal weiß und deshalb Hilfe vom Vollblutvampir Leo erhält. 2011 wagte sich ausgerechnet die Ukraine an ein Remake von „Split“, was im Nachhinein äußerst ironisch, denn seit dem Putsch 2014 herrscht dort offene Judenfeindlichkeit.

Split Remake

2010 gab es gleich ein halbes Dutzend neuer Vampirserien. Portugal war erstmalig mit der Seifenoper „Destino Imortal“ sowie der Dramaserie „Lua Vermelha“ („Red Moon“) mit dabei.

Lua Vermelha 2010

Die USA blieben selbstverständlich nicht untätig und lieferten im selben Jahr „The Gates“ und die Comedy-Serie „Vamped Out“ ab.

Vamped Out

Von den Philippinen kam schließlich noch die Soap „Imortal“, in der sich ein Vampir in eine Werwölfin verliebt. Wer das schon kitschig findet, sollte sein Haupt nach Bollywood wenden, wo sich von 2010 bis 2011 die Vampirliebesgeschichte „Pyaar Kii Ye Ek Kahaani“ („A Story of Love“) abspielte.

A Story of Love

In eine ähnliche Kerbe haut die Thailändische Vampirserie „Love Never Dies“ von 2011.

Love Never Dies 2011

Bleiben wir noch etwas in Fernost. 2011 starteten in Südkorea die Comedy-Show „Vampire Idol“…

Vampire Idol

…und die Detektivserie „Vampire Prosecutor“.

Vampire Prosecutor

In Kanada läuft seit 2011 „Mein Babysitter ist ein Vampir“, wo es mal wieder teuflische Pentagramme hagelt. Der Name der Schulmannschaft lautet zudem „WC Teufel“, was irgendwie nach einem Kloreiniger klingt.

WC Devils

WC Pentagramm

Außerdem lief in diesem Jahr die US-Comedy-Horrorserie „Death Valley“ an, in der eine LAPD-Elite-Einheit mit der Bezeichnung Undead Task Force (UTF) gegen Vampire, Werwölfe und Zombies kämpft.

Death Valley Vampir

2013 startete mit „The Originals“ ein Ableger der Serie „Vampire Diaries“. Hinzu kam außerdem eine „Dracula“-Serie, in der sich der Vampirfürst als amerikanischer Unternehmer Alexander Grayson tarnt.

Dracula Serie

Im Jahr darauf folgten „Penny Dreadful“, „The Strain“ und „From Dusk Till Dawn: The Series“. Letztere Horrorserie ist nicht nur an die gleichnamigen Kultfilme angelehnt, sondern viel mehr ein in die Länge gezogenes Remake.

From Dusk Till Dawn Serie

Nach den USA ist Südkorea das Land mit den meisten Vampirserien und so verwundert es nicht, dass dort zuletzt 2014 „Baem-pai-eo-ui kkot“ („Vampire Flower“) und 2015 „Blood“ anliefen.

Vampire Flower Serie

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