Die Frauen von Stepford – Sexismus und Freimaurerei

von Shinzon

„Die Frauen von Stepford“ basiert auf dem gleichnamigen Roman von Ira Levin (1929-2007), welcher auch die Buchvorlage von „Rosemaries Baby“ geschrieben hatte. Während „Rosemaries Baby“ den Satanismus verherrlicht, ist „Die Frauen von Stepford“ ein extrem frauenfeindliches Machwerk. Dies schreckte Hellywood jedoch nicht ab, beide Bücher bereits kurz nach ihrem Erscheinen zu verfilmen. „Die Frauen von Stepford“ kam 1972 in die Bücherregale und schon 1975 in die Kinos. 2004 folgte ein Remake, auf welches sich diese Kritik bezieht.

Im Zentrum der Handlung steht die Karrierefrau Joanna Eberhart (Nicole Kidman), die eine Fernsehshow mit dem Titel „Kampf der Geschlechter“ produziert. Diese ist eine Mischung aus „Frauentausch“ und „Dschungelcamp“ ohne Ekelfaktor. Zwei Eheleute werden dabei auf einer tropischen Insel Verführungen ausgesetzt. Der Mann kann zwar einer Stripperin widerstehen, doch die Frau geht gleich mit mehreren Machos fremd. Das Resultat dieser unwürdigen Show besteht im Amoklauf des Mannes, wofür der TV-Sender verantwortlich gemacht wird.

Nach diesem hirnlosen Auftakt steht Joanna ohne Arbeit da, ihre Karriere liegt in Scherben. Zusammen mit ihrem Mann Walter Kresby (Matthew Broderick) und ihren beiden Kindern zieht sie in die idyllische Gemeinde Stepford im US-Bundesstaat Connecticut. Es handelt sich um eine komplett abgeschottete Gated Community, welche etwas zu perfekt ist. Vor allem fällt auf, dass alle Frauen geradezu klischeehaft dümmlich und unterwürfig sind.

Neben der allgegenwärtigen sexistischen Darstellung der Frauen verhalten sich diese obendrein noch homophob gegenüber Jerry Harmon (David Marshall Grant) und machen sich über den jüdischen Glauben der Autorin Bobbie Markowitz (Bette Midler) lustig. Joanna freundet sich indes mit Jerry und Bobbie an. Gemeinsam versuchen sie herauszufinden, was an diesem Ort faul ist.

Im Haus eines Nachbarn finden sie das erste Indiz in Form einer Fernbedienung für eine Frau. Noch ahnen sie aber nicht, was dies zu bedeuten hat. Als nächstes brechen die drei in den Herrenclub von Stepford ein, wo Jerry von den Clubmitgliedern erwischt und umprogrammiert wird. Am Tag darauf hat sich sein klischeehaft feminines Verhalten zu einem klischeehaft maskulinen verändert. Kurz darauf wandelt sich auch die chaotische Bobbie und mutiert zum perfekt gestylten Putzteufel.

Joanna recherchiert daraufhin über die Bewohnerinnen von Stepford und erfährt, dass sie einmal alle bedeutende Karrierefrauen waren. Sie geht abermals zum Herrenclub, wo sie schließlich von Mike Wellington (Christopher Walken) die ganze Wahrheit über Stepford erfährt. Alle Männer sind nicht zufällig mit ihren Frauen in diese Gemeinde gezogen, sondern weil sie nicht damit klar gekommen sind, dass ihre Frauen mehr beruflichen Erfolg im Leben hatten als sie selbst. Deswegen haben sie sie kurzerhand einer Hirnwäsche unterziehen lassen.

Das ist nicht nur extrem sexistisch, sondern spiegelt auch die Tradition der Freimaurer wider. Lange Zeit war die Freimaurerei reichen Männern vorbehalten. Erst 1850 gründete sich die erste Frauenloge Order of the Eastern Star. Noch viel später öffneten sich einige Großlogen für das weibliche Geschlecht, wobei es immer noch Logen gibt, die ausschließlich Männern vorbehalten sind. Man braucht nicht viel Phantasie, um zu erkennen, dass der Herrenclub von Stepford eine solche Loge ist. Einen Schachbrettboden sucht man zwar vergeblich, doch die Szene, in der Joanna die Wahrheit erfährt, ist in freimaurerisches Blau/Rot getaucht und wird von einem Obeliskenpaar sowie einem Adler dominiert.

Stepford Obelisken

Neben der frauenverachtenden Einstellung der Logenbrüder, erschrecken vor allem auch deren Methoden, mit denen sie die Frauen gefügig machen. Neben einem Schönheitsupgrade bekommen diese als erstes eine Reihe von Mikrochips ins Hirn eingepflanzt. So erklärt sich auch die Fernbedienung, die Joanna im Haus eines Nachbarn gefunden hat. Die Frauen stehen unter permanenter Gedankenkontrolle. Dies ist keineswegs nur als Parabel gemeint, denn Wellington erklärt, dass er bereits Verträge mit dem Pentagon und Apple hat. In diesem Film wird also ganz offen damit gedroht, dass das US-Militär ein Interesse daran hat, die Menschheit mit zerebralen Mikrochips zu kontrollieren.

Stepford Brainchips

Zum Schein geht auch Walter Kresby den Pakt mit Wellington ein und seine Frau spielt tags darauf die perfekte Hausfrau. Am Abend findet dann eine große Feier statt, auf der die Logenbrüder die Unterwerfung der Frauen feiern. Auffällig sind dabei zwei Frauen in der ersten Reihe, die jeweils ein blaues und ein rotes Kleid tragen. Wieder einmal die Farben der Freimaurer.

(Bild folgt)

Während Joanna auf dieser Party Mike Wellington ablenkt, schleicht sich ihr Mann heimlich in den Kontrollraum unter der Loge. Dort sabotiert er die Hirnchips der Frauen, sodass diese nicht länger unter Mind Control stehen und einen Aufstand gegen ihre Männer beginnen. Wie sich jedoch kurz darauf herausstellt, ist Mike gar nicht der Drahtzieher hinter alledem. Nachdem er bei einer Schlägerei tödlich verletzt wird, zeigt sich, dass er die ganze Zeit über nur ein Roboter war und seine Frau Claire (Glenn Close) in Wahrheit die Fäden zog.

Dies hat zweierlei Bedeutungen. Zum einen wird hier das männliche vom weiblichen Prinzip abgelöst, was den freimaurerischen Dualitätsgedanken widerspiegelt. Zum anderen ist diese Auflösung einmal mehr sexistisch. Immerhin wird hier unterstellt, dass die Frauen im Kern ihres Wesens den Männern unterwürfig sein wollen. Claire Wellington ist die Eva Hermann von Stepford, die ihre Selbstwahrnehmung allen anderen Frauen aufzwingen will.

Natürlich gelingt es Joanna und ihren Leidensgenossinnen, Claire zu stoppen und sich an den Männern zu rächen. Der Film endet mit einem Auftritt von Joanna, Bobbie und Jerry bei Larry King (spielt sich selbst), bei dem sie noch einmal ein Resümee ziehen.

Fazit: Obgleich die Frauen, im Gegensatz zur ersten Verfilmung von 1975, am Ende aus ihrer Versklavung durch die Männer befreit werden, zeigt „Die Frauen von Stepford“ überdeutlich, wie viele männliche Freimaurer über das andere Geschlecht denken. Sowohl die Freimaurerei als auch die Welt, die von selbiger geprägt wurde, sind streng patriarchal. Bis heute wird der Mehrheit aller Frauen auf dem Planeten das Recht auf Selbstverwirklichung aberkannt. Für viele Männer sind sie lediglich zum kochen, putzen und ficken da.

Im Film wird dies nicht nur auf die Spitze getrieben, sondern ein direkter Zusammenhang zur Freimaurerei hergestellt. Schon auf dem Kinoplakat wird mit einer entsprechenden Geste darauf hingewiesen.

Stepford Zeigefinger

Der Herrenclub von Stepford ist eine geradezu klassische Loge und alle Mitglieder sind reiche, weiße Männer. Was Letzteres betrifft, ist der Film damit nicht nur sexistisch, homophob und judenfeindlich, sondern unterschwellig auch noch rassistisch. In die Tonne damit!

2 Kommentare zu “Die Frauen von Stepford – Sexismus und Freimaurerei

  1. Ja ich sah diesen Film auch mal per Zufall, ist aber schon ein Weilchen her. Der Protagonist bekam ja, als er in die wahren Geheimnisse von Stepford eingeweiht wurde, einen roten Anzug. Auch symbolisch für den Aufstieg in die Hochgrade der Freimaurerei, wenn ich mich recht erinnere.

Schreibe einen Kommentar

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s