Die Queen geisterte durch Deutschland

Vom 24. bis 26. Juni 2015 war die britische Königin gemeinsam mit ihrem Mann in Deutschland zu Gast und bekam überall den roten Teppich ausgerollt. Statt die Überwindung der eigenen Monarchie zu feiern, taten Bundesregierung und Massenmedien gerade so, als sei ein göttliches Wesen vom Himmel herabgestiegen. Zu jedem Highlight der Tour wurden Jubelperser bzw. Jubelbriten entsandt, welche den Eindruck erwecken sollten, Deutschland würde die Queen wie einen Götzen anbeten. Der Sender Vox hat gar eine ganze Themenwoche für die Königin abgefeiert.

Doch wer ist diese Person eigentlich, die sich für etwas Besseres hält? Gewiss kein Engel und ebenso wenig ein höheres Wesen, so viel steht fest. Die britische Queen muss genauso atmen, essen und scheißen, wie wir alle. Der einzige Unterschied besteht darin, dass sie dafür nicht arbeiten muss, sondern wie ein Parasit auf Kosten der Steuerzahler lebt. Nicht etwa auf Sozialhilfeniveau, sondern in Saus und Braus.

Es gibt jedenfalls keinen Anlass, den Besuch der britischen Königin und ihres Gemahls zu feiern. Großbritannien gehört zu den treibenden Kräften hinter der neuen Weltordnung, was im Klartext permanenten Krieg, kapitalistische Ausbeutung und totale Überwachung bedeutet. Die City of London ist neben Frankfurt a.M. und der Wallstreet eines der Finanzzentren, von denen aus ganze Völker mittels finanzieller Kriegsführung in die Knechtschaft gezwungen werden.

Schlussendlich wäre da noch das Geschwür von Freimaurerlogen und anderen satanistischen Geheimgesellschaften, welches von England aus über die gesamte Welt wuchert. Diesbezüglich hat England derzeit mit dem größten Kinderschänderskandal aller Zeiten ein Problem, welches bis in die höchsten Kreise hineinreicht. Es war immerhin der Geheimdienst Ihrer Majestät, welcher Beweise verschwinden ließ und die Täter deckte. Das britische Königshaus musste also Kenntnis davon haben und betrachtet man sich die Logenzugehörigkeit der Royalen, waren diese wohl nicht nur Mitwisser, sondern sehr wahrscheinlich auch Mittäter.

Nein, Queen Elizabeth II. ist alles andere als eine wohlwollende Oma mit Vorbildcharakter. Sie ist maximal wohlhabend und das nicht durch ihre Hände Arbeit. Dennoch jubeln ihr einige zu, als wäre es das Highlight ihres Lebens. Darunter Gothas Oberbürgermeister Knut Kreuch (SPD), der die Queen schon mehrfach vergeblich nach Gotha eingeladen hat. Dort ist der Stammsitz ihrer Familie, aber an ihre deutschen Wurzeln wird das alte Reptil nicht so gerne erinnert.

Aber wenn Elizabeth II. nicht zu Kreuch kommt, so kommt er halt zu ihr. Seine Hochwohlgeborenheit Kreuch ist extra am 26. Juni nach Berlin gereist, um an der königlichen Gartenparty teilzunehmen. Dort ist ihm gewiss beim Händeschütteln einer abgegangen. Sein Fanatismus für die Queen reicht sogar so weit, dass er sich vor ein paar Jahren zum Fasching als seine Angebetete verkleidet hat. In den Kreis der Hofschranzen wird er mit der Aktion wohl nicht aufgenommen werden, aber zumindest taugt er noch als königliche Knallcharge.

Seine Hoheit Knut Kreuch

Seine Hoheit Knut Kreuch

Seine Peinlichkeit ist jedoch nicht nur ein Anhänger der Queen, sondern der Monarchie im Allgemeinen. Jedes Jahr wird auf dem Gothardusfest eine andere Monarchie gefeiert. Zuletzt 2015 das niederländische Königshaus. Außerdem trägt die Stadt Gotha seit dem Thüringentag 2011 den unsäglichen Slogan „Gotha adelt“. Was anfänglich dazu diente, Gothas BürgerInnen zu bespaßen und für ein Wochenende vom Elend in der Welt abzulenken, ist nun festes Motto der Stadt. Selbst auf dem Flyer des Tierparks prangt ein „Gotha adelt“, obwohl der gar keinen König der Löwen zu bieten hat. Nun werden sich einige fragen, was uns eigentlich an diesem Motto stört?

Während auf der einen Seite die Zuschüsse für das Frauenzentrum, Sportförderung und Wohlfahrt vor einiger Zeit zusammengestrichen wurden, werden andererseits rauschende Feste gefeiert, Bäder und Paläste gebaut. Zwar trägt den Großteil der Kosten für Thüringentag, Stadtbad und Perthes-Forum das Land Thüringen, doch die Kosten für die Stadt gehen insgesamt immer noch in die Hunderttausende.

Seine Hoheit Knut Kreuch könnte man daher sehr wohl mit römischen Kaisern oder barocken Königen vergleichen, die sich ebenfalls der Erbauung von Bädern und Palästen rühmten, während das Volk hungerte. Dies ist sogar wörtlich zu nehmen, wurde den Schulkindern doch vor einigen Jahren der Essengeldzuschuss gestrichen. Das Motto „Gotha adelt“ ist also ironischerweise sehr zutreffend. Der Adel wird in reaktionärer Weise hofiert und ins Zentrum des Interesses gestellt. Man könnte meinen, wir leben wieder im 19. Jahrhundert. Auf der einen Seite Massenarmut, auf der anderen Seite „Hurra, die Queen!“

Doch was ist denn dieser Adel eigentlich? Adelig heißt von Geburt an besser gestellt, nur weil die Ahnen irgendwann einmal diktatorisch die Macht ergriffen und ihre Mitmenschen versklavt haben. Angeblich von Gottes Gnaden und noch früher, z.B. im antiken Ägypten, behaupteten die Pharaonen gar selbst, Söhne und Töchter der Götter zu sein.

Wo wir schon einmal bei den alten Ägyptern und europäischen Adelshäusern sind: Wer hat denn eigentlich die Pyramiden und Schlösser erbaut? In den Geschichtsbüchern stehen die Namen von Königen. Doch welcher König hat auch nur einen Stein bewegt? Es waren die Arbeiter, denen wir diese Bauwerke zu verdanken haben! Schon während der mittelalterlichen Bauernaufstände prägte der englische Priester John Ball den passenden Spruch: „Als Adam grub und Eva spann, wo war denn da der Edelmann?“

Den Arbeitern zollen Knut Kreuch und seine Hofschranzen jedoch keinerlei Respekt. Die dürfen maximal ein paar tausend Euro für Straßenausbaubeiträge hinblättern. Soziale Gerechtigkeit und Mitspracherecht sucht man in Gotha vergebens. Verwundern sollte dies jedoch nicht, denn „Es lebe die Monarchie!“ bedeutet nichts anderes als eine Abkehr von der Demokratie bzw. bestenfalls eine konstitutionelle Monarchie.

Obgleich die Umstände heute milder sind als zu Zeiten des Absolutismus und alle Länder Europas gewählte Parlamente haben, ist es dennoch erstaunlich, wie viele dieser Länder immer noch Monarchien sind. Lediglich Frankreich und Russland haben sich ihrer Monarchen dauerhaft entledigt, aus Deutschland wurden sie immerhin vertrieben und die Länder Osteuropas wurden durch die Sowjetunion von ihren Monarchen befreit. In den meisten Fällen führte dies jedoch zu anderen Formen der Diktatur.

In einer angeblich freiheitlich-demokratischen Gesellschaft ist es auf jeden Fall nicht hinnehmbar, dass Adelige weiterhin besondere Privilegien genießen und Wälder sowie Ländereien zurück erhalten, die die Natur für alle Menschen bereitgestellt hat. Gerade die Queen vom Königshaus Sachsen-Coburg-Gotha (heute als Windsor bekannt), ist die größte Großgrundbesitzerin der Welt und lebt von Millionen Steuergeldern, die sie allein wegen ihres Stammbaums erhält. Zudem regiert sie, ohne auch nur je eine Wählerstimme erhalten zu haben.

Keine Wählerstimme erhalten hat auch der Slogan „Gotha adelt“. Dafür erhielt er jedoch den Kulturmarken Award in der Kategorie Stadtmarke. Was für Leute müssen da in der Jury sitzen, die das plump umformulierte Motto „Arbeit adelt“ in „Gotha adelt“ auch noch honorieren? Offensichtlich wünschen sich noch mehr Menschen den Absolutismus zurück, denn für herausragende Kreativität hat der Slogan den Award ganz sicher nicht verdient.

Bei dieser näheren Betrachtung zeigt sich deutlich, welcher Ungeist hier im Namen Gothas propagiert wird. Doch Gotha ist kein Fürst, Gotha sind die Menschen, die es aufgebaut haben. Wir wollen keine spätbarocke Dekadenz und keine Klientelpolitik für Superreiche! Wir wollen fair bezahlte Arbeit und kostenloses Schulessen für unsere Kinder! Wir fordern eine direkte Demokratie, in der alle Einwohner der Stadt mitzureden haben! Was wir auf keinen Fall brauchen, ist eine konstitutionelle Monarchie, in der Leute wie Knut Kreuch wieder von einem „Platz an der Sonne“ träumen und sich selbst Denkmäler setzen statt etwas für die Menschen zu tun.

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