Bodo Ramelow spendet GDL-Gehalt

Während hohe Nebenverdienste im fünfstelligen Bereich bei anderen Politikern Normalität sind, hat der erste LINKE Ministerpräsident sein GDL-Gehalt, welches er für die Schlichtung des Tarifkonfliktes bei der Deutschen Bahn erhielt, komplett gespendet. Von den 30.000 € gingen zwei Drittel an den Bergbauverein Bischofferode für dessen Museum und die restlichen 10.000 € an den Blinden- und Sehbehindertenverband, Kreisverband Eichsfeld in Heiligenstadt. Bodo Ramelow betrachtete seine Schlichterrolle als ehrenamtliche Tätigkeit.

Das Verhalten von Bodo Ramelow ist zwar für einen Ministerpräsidenten einzigartig, aber in seiner Partei keineswegs ein Einzelfall. Auch die Abgeordneten der LINKEN im Bundestag und im Thüringer Landtag spenden stets die Diätenerhöhungen, welche von den anderen Parteien beschlossen werden. Vereine und gemeinnützige Projekte profitieren also direkt und unabhängig davon, ob DIE LINKE regiert oder in der Opposition sitzt. Wer also behauptet, dass Wählen nichts bringen würde, irrt sich gewaltig. Es gibt sie noch, die Politiker mit Anstand.

Bevor übrigens jemand auf die Idee kommt, die Forderungen der GDL seien unverschämt und die Verspätungen aufgrund des Streiks unverzeihlich, hier mal ein paar Fakten über den Bahnvorstand. Während die Lokführer für jeden Cent Lohnerhöhung kämpfen mussten, haben sich Bahnchef Gruber und Konsorten 7,28 Millionen Euro an zusätzlichen Prämien gegönnt. Zudem stiegen die kurzfristigen Boni auf ungeheuerliche 5,2 Millionen Euro. Das ist ein Gehaltszuwachs von 174%! Und wofür? Einfach so fürs Rumsitzen, denn die Umsatz- und Gewinnziele hat der Bahnvorstand letztes Jahr verfehlt.

Das Geld für die Gehaltsforderungen der GDL und aller anderen Bahnmitarbeiter wäre also vorhanden. Es wird nur wie immer ungerecht verteilt. Die einfachen Arbeiter schuften sich kaputt, um ihre Familie gerade so über Wasser halten zu können und die Vorstände kassieren Millionen für schlechtes Management und Nichtstun. Statt auf die GDL zu schimpfen oder gar auf einen Ministerpräsidenten, der sein Gehalt spendet, sollte sich der Zorn der Massen lieber auf den Bahnvorstand konzentrieren.

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