Ein Menschenfeind weniger

Die CDU trauert derzeit um Philipp Mißfelder, der heute im Alter von nur 35 Jahren an einer Lungenembolie verstorben ist. Doch wer war Philipp Mißfelder eigentlich? Seine politische Karriere begann er 1993 mit dem Eintritt in die Junge Union. Von da an ging es steil bergauf. 1998 bis 2000 war er Bundesvorsitzender der Schüler-Union und ab 1999 saß er bereits im CDU-Bundesvorstand. Ab 2005 war er Abgeordneter im deutschen Bundestag, wo er zuletzt außenpolitischer Sprecher der CDU-Fraktion war. 2006 trat er zudem der parteieigenen Konrad-Adenauer-Stiftung bei.

Bei solch einem kometenhaften Aufstieg kann es nicht mit rechten Dingen zugehen, zumal Missfelder das Charisma eines feuchten Handtuchs hatte. Tatsächlich war Missfelder Mitglied in einer ganzen Reihe von Stiftungen und Think Tanks. Darunter auch im Elitenetzwerk der Atlantik-Brücke, deren Vorstand er ab 2013 angehörte. Seltsamerweise war er gleichzeitig Mitglied im Deutsch-Russischen Forum und stellte sich gegen die Sanktionen der EU.

Alles in allem war er jedoch ein imperialistischer Menschenfeind und Sozialdarwinist, mit einem ausgeprägten Hass auf Schwächere. Das Renteneintrittsalter von 67 hielt er für zu niedrig und über die Menschen, die sich ein Leben lang kaputt malocht haben, sagte er 2003 Folgendes: „Ich halte nichts davon, wenn 85-Jährige noch künstliche Hüftgelenke auf Kosten der Solidargemeinschaft bekommen (…) Früher seien die Leute schließlich auch auf Krücken gelaufen.“ Die Union dankte es ihm, indem er seit Anfang 2008 zusammen mit dem Vorsitzenden der Senioren-Union den Arbeitskreis „Zusammenhalt der Generationen“ der CDU Deutschlands leiten durfte.

Doch nicht nur die Alten und Schwachen, zu denen er selbst nun nie gehören wird, waren ihm ein Dorn im Auge. Auch für die Armen hatte er nur Verachtung übrig. So bezeichnete er die Anhebung des Hartz-IV-Regelsatzes für Kinder zum 1. Juli 2009 als „Anschub für die Tabak- und Spirituosenindustrie“. Selbstredend, dass er als Abgeordneter des deutschen Bundestages stets für Verschärfungen des Hartz-IV-Regimes stimmte.

Am wenigsten hatte er jedoch für die Gegner kapitalistischer Ausbeutung und Knechtschaft übrig. Die friedlichen G8-Gegner verglich er z.B. mit den Terroristen der RAF. Außenpolitisch legte er ähnliche Maßstäbe an und befürwortete daher den NATO-Angriffskrieg gegen Libyen. Damit Deutschland auch zukünftig genügend Soldaten hat, die in solch unnötigen Kriegen verheizt werden können, wollte Mißfelder die Wehrpflicht zu einer allgemeinen Dienstpflicht für Männer ausweiten. Natürlich ohne dabei selbst seinen Arsch an der Front zu riskieren.

Sollten wir wirklich um so einen Kriegstreiber und Menschenfeind trauern? Immerhin wird er dem Gesundheitssystem nun nicht mehr auf der Tasche liegen, wenn er mit 85 ein neues Hüftgelenk braucht. Karma is a Bitch!

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