Satanismus in Star Trek

In der „Star Trek“-Zeichentrickserie, welche von 1973 bis 1974 produziert wurde, hat die Crew der Enterprise in der Folge „Das Geheimnis von Megas-Tu“ eine Begegnung mit Luzifer. Man beachte, dass im englischen Originaltitel „The Magicks of Megas-Tu“ das Wort „Magick mit „ck“ geschrieben wird. Diese Schreibweise stammt von Aleister Crowley (1875-1947), dem Begründer des modernen Satanismus. „Megas-Tu“ dürfte zudem eine Anspielung auf „to mega therion“ sein. Dieser griechische Begriff bedeutet frei übersetzt „das große Tier“, eine Bezeichnung für den Antichristen im Buch der Offenbarung. Hier schließt sich einmal mehr der Kreis zu Aleister Crowley, der sich selbst als eben solches Tier betitelte.

Der Drehbuchautor Larry Brody muss sich über die Bedeutung des großen Tieres in Zusammenhang mit Aleister Crowley und dessen Schreibweise von „Magick“ sehr wohl im Klaren gewesen sein. Ein Blick in Brodys Lebenslauf offenbart noch mehr okkulte Werke wie die Zeichentrickserie „Diabolik“ oder seine Beteiligung am „Spawn“- Franchise.

Die Episode „Das Geheimnis von Megas-Tu“ beginnt noch recht harmlos mit einer Mission ins Zentrum der Galaxis. Dort soll die Crew der Enterprise nach Belegen für die Urknall-Theorie suchen. Im Zentrum angekommen gerät die Enterprise in einen Strudel, der sie an einem Ort wieder ausspuckt, wo die bekannten Gesetze der Physik nicht mehr gelten.

Es dauert nicht lange und der Leibhaftige höchstpersönlich manifestiert sich auf der Brücke. Die teuflische Gestalt stellt sich als Lucien alias Luzifer vor, wobei dem Drehbuchautor hier ein gravierender Fehler unterlaufen ist. Luzifer kommt in der klassischen Darstellung nämlich stets als Schlange daher und ist damit eine Repräsentation der Reptiloiden. In „The Magicks of Megas-Tu“ wird er jedoch als Santiner dargestellt, womit er eigentlich Satan heißen müsste. Zwar mögen Satan und Luzifer zwei Seiten derselben Medaille sein, doch sie repräsentieren verschiedene Spezies.

01 Luzifer

02 Luzifer Springbock

Lucien transferiert Kirk, Spock und McCoy auf den Planeten Megas-Tu, wo er ihnen zunächst einen Santinerjungen zeigt.

03 Junger Santiner

Als nächstes sehen sie eine Stadt, doch Lucien merkt an, dass er ihnen seine Welt lediglich in ihren Vorstellungen zeigt. Da er ein höflicher Gastgeber ist, überreicht er Dr. McCoy erst einmal einen Apfel. Was hier als Demonstration magischer Kräfte präsentiert wird, ist nichts Geringeres als der klassische Sündenfall.

04 Sündenfall

Es folgt noch etwas weiterer Hokuspokus mit Merlin.

05 Magick

Danach geht es weiter mit einer kleinen Geschichtsstunde. Laut Luciens Aussagen haben die Meganer die Erde vor Jahrtausenden besucht und der Menschheit mit ihrer Magie geholfen. Ja klar, die Santiner sind die Guten und die Hölle ist das Paradies. Nach dieser Tatsachenverdrehung schickt Luzifer die drei Besatzungsmitglieder zurück auf ihr Raumschiff.

Dort beginnt Spock mit Magie herumzuexperimentieren. Er zeichnet ein Pentagramm auf den Boden, stellt sich darauf und bittet die Dämonen, in seinen Körper zu fahren, damit er Schachfiguren von Zauberhand bewegen kann.

06 Spocks Pentagramm

07 Vulcan Magick

Auf der Brücke übt auch Sulu sich in Magie und zaubert sich eine hübsche Dame herbei.

08 Sulus Traumfrau

Diese verwandelt sich jedoch plötzlich in Lucien, wobei Sulu vor Schreck die freimaurerische M-Handgeste macht.

09 Sulus Traumtyp

Luzifer warnt die Menschen, solche Fähigkeiten zu benutzen, da sein Volk sie sonst entdecken könnte. Doch es ist bereits zu spät und die Brücke füllt sich mit Schlangen- und Drachenwesen. Wir hatten uns ja schon gefragt, wo die Reptiloiden abgeblieben sind…

10 Drachen

Lucien und die Crew der Enterprise werden gefangen genommen und nach Salem (Massachusetts, USA) versetzt, wo 1692 die berüchtigten Hexenprozesse stattgefunden haben.

11 Salem_1

Auf dem Ortseingangsschild sind recht deutlich Zirkel und Winkelmaß angedeutet.

12 Salem_2

Vor dieser Kulisse werden die Gefangenen der Verbrechen ihrer christlichen Vorfahren angeklagt. Ein Hexenprozess bedeutet auf Megas-Tu, dass die Hexer die Richter sind.

13 Hexenprozess

Der Chefankläger outet sich als jüdischer Dämon Asmodeus und baut sich mit typischer Freimaurergeste vor den Angeklagten auf.

14 Asmodeus

Asmodeus behauptet, dass sein Volk in Freundschaft auf die Erde kam, aber die Menschen seine Macht missbrauchen wollten, um ihre persönliche Gier zu befriedigen. Die Dämonen wollten dem jedoch nicht nachkommen und wurden daraufhin verteufelt und verfolgt. Die Überlebenden haben sich in Salem versammelt, wurden jedoch aufgespürt und hingerichtet.

Spock tritt als Verteidiger der Menschheit aus und ruft als ersten Luzifer in den Zeugenstand. Nach ihm darf Captain Kirk seine Aussage machen. Der Captain verweist darauf, dass sich die Menschheit inzwischen geändert hat. Asmodeus glaubt Kirk und spricht die Gefangenen frei, doch Lucien will er in die Vorhölle schicken.

Als Kirk sich leidenschaftlich für den Teufel einsetzt, wird er von Asmodeus zu einem Duell der Magier gezwungen. Für so viel „Sympathy for the Devil“ gibt es gleich mal einen Regenbogen.

15 Regenbogen

Asmodeus offenbart Kirk schließlich, dass die Verurteilung Luzifers nur ein Trick war, um die Intentionen der Menschen zu prüfen. Der Captain hat den Test bestanden und daraufhin stößt Luzifer mit ihm auf die neue Freundschaft an. Alkoholkonsum im Kinderfernsehen.

16 Teufelszeug

Fassen wir kurz zusammen: Der gefallene Engel Luzifer und seine Dämonen werden in dieser Episode als Freunde der Menschheit dargestellt. Schwarze Magie wird als höherdimensionale Physik propagiert, die jeder erlernen kann. Im Umkehrschluss wird das Christentum als diabolische Religion hingestellt, die es zu überwinden gilt.

Zwar stimmt es, dass die katholische Kirche sowie andere fundamentalistische Gruppierungen viel Leid über die Menschheit gebracht haben und die Hexenprozesse von Salem waren ein weiterer Beleg für die Gefährlichkeit von religiösem Fanatismus. Doch waren die Kirchenväter und Sektenführer niemals gute Christen, die sich an die Lehren von Jesus hielten. Im Gegenteil waren und sind diese Menschen von eben jenen dämonischen Kräften beseelt, die hier als unsere Freunde gefeiert werden.

Zweck der Episode „Das Geheimnis von Megas-Tu“ ist die Umkehrung der Werte. Gute wird böse und böse wird gut. Das Schlimmste dabei ist, dass sich die „Star Trek“-Zeichentrickserie explizit an ein junges Publikum richtet. Kinder sollen mit dieser Folge gezielt an Satanismus und schwarze Magie herangeführt werden. Die Botschaft lautetet: Luzifer ist euer Freund! Heil Satan! Ein Wunder, dass dies in den christlich geprägten USA zu keinerlei Massenprotesten führte.

Im fünften Kinofilm fliegt die Enterprise noch einmal ins Zentrum der Galaxis und trifft dort auf ein dämonisches Wesen, welches sich als Gott ausgibt. Diesmal spielt Spock jedoch nicht den Hexenmeister, sondern lässt einen klingonischen Bird of Prey auf die finstere Entität feuern.

Pseudogott

Die Crew der Enterprise D trifft in der Episode „Der Pakt mit dem Teufel“ (Originaltitel: „Devil’s Due“) ebenfalls auf den Beelzebub. Dieser stellt sich jedoch als raffinierte Aliendame heraus, die mit technischen Tricks arbeitet, um die Bevölkerung von Ventax II. zu täuschen. Deren Ahnen hatten einst einen Vertrag mit einer mächtigen Entität namens Ardra geschlossen und die Betrügerin will diesen Mythos für sich in Profit verwandeln.

Ardra stellt sich Captain Picard in einer Demonstration ihrer Technologie auch als irdischer Teufel dar.

Satan

Worf erscheint sie indes als klingonischer Fek’lhr. Der Höllenfürst von Gre’thor gleicht mit seinen haarigen Beinen sogar etwas mehr einem Santiner, allerdings fehlen ihm die Hörner.

FekLhr

Zu guter Letzt finden sich auch auf dem Buchmarkt einige teuflische Star Trek Perlen.

Star Trek - Prey

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