Die freimaurerische Initiation der ersten drei Grade

von Shinzon

Bevor ein Suchender in eine Freimaurerloge aufgenommen wird, muss er sich zunächst einmal als würdig erweisen. Für die Aufnahme muss er sowohl volljährig sein als auch von tadellosem Ruf. Je nach Loge spielt zudem das Geschlecht eine Rolle und jeder Suchende sollte natürlich das nötige Kleingeld mitbringen. Eine Mitgliedschaft ist nämlich nicht billig und kostet je nach Größe und Ausstattung der Loge zwischen 400 und 1.000 € im Jahr. Von Vorteil wäre es zu guter letzt, wenn der Suchende eine Empfehlung eines Logenbruders mitbringt.

Erfüllt der Suchende die Kriterien, wird per Kugelung über seine Aufnahme entschieden. Dabei geben alle Logenmitglieder in einer geheimen Wahl weiße oder schwarze Kugeln in eine Urne. Bei ein oder zwei schwarzen Kugeln werden die Verantwortlichen gebeten, aus der Anonymität zu treten und ihre Ablehnung zu begründen. Können sie dies nicht, gilt die Wahl als angenommen. Sind drei oder mehr schwarze Kugeln dabei, gilt der Suchende indes als abgewiesen.

Kugelung

Ist der Suchende angenommen, muss er zunächst ein Aufnahmeritual bestehen. Bei der Initiation in eine Freimaurerloge gilt es vieles zu beachten. Das linke Hosenbein wird hochgekrempelt und der linke Schuh ausgezogen. Dadurch hinkt der Anwärter leicht, was darauf hinweisen soll, dass er mit einem Bein noch in der Außenwelt steht. Weiterhin wird die linke Brust freigelegt, was darauf zurückzuführen ist, dass Frauen früher generell unerwünscht waren und auch heute noch in vielen Logen von der Mitgliedschaft ausgeschlossen sind. Das Freilegen der Brust soll also zeigen, dass der Anwärter keinen Busen hat. In gemischten sowie Frauenlogen erübrigt sich ein solcher Test zwar, dennoch wird die Brust aus Tradition freigelegt.

Jetzt fehlt nur noch der Galgenstrick um den Hals und die Augenbinde, dann wird der Anwärter auch schon in die Loge geführt. Dort kniet er nieder und schwört seinen Eid, während ein Schwert auf seine freiliegende Brust gerichtet ist. Danach darf der frischgebackene Lehrling die Augenbinde ablegen und das Licht der Loge erblicken.

"From Hell" (2001)

„From Hell“ (2001)

Die Aufnahme in die Loge ist jedoch nicht das letzte Initiationsritual. Jeder weitere Grad erfordert eine weitere Initiation. Bei der Aufnahme in den Gesellengrad ist im Prinzip alles spiegelverkehrt. Statt dem linken wird das rechte Hosenbein hochgekrempelt und der rechte Schuh ausgezogen. Außerdem wird diesmal die rechte Brust freigelegt und der Galgenstrick um die rechte Schulter gebunden. Bei der Meisterinitiation werden schließlich beide Hosenbeine hochgekrempelt und beide Schuhe ausgezogen. Weiterhin wird der komplette Oberkörper freigelegt und der Galgenstrick um die Taille gebunden. Die Augenbinde bleibt aus anatomischen Gründen selbstverständlich dort, wo sie auch schon bei den ersten beiden Graden sitzt.

Initiationen

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