Sonstige Freimaurergesten

Da es mühselig wäre, alle Freimaurergesten im Detail zu erklären, und bei weitem nicht alle eine solche Relevanz haben wie z.B. die verdeckte Hand, schließen wir dieses Kapitel mit einer kurzen Zusammenfassung ab. Diese Zusammenfassung bleibt leider unvollständig, da uns lediglich die Gesten bis zum 7. Grad der Andreasfreimaurerei vorliegen. Es sollte jedoch ausreichen, um einen umfassenden Eindruck von der Vielzahl freimaurerischer Gesten zu vermitteln.

Die erste Geste wird gleich bei der Vereidigung des Lehrlings angewandt. Die Hände werden dabei mit den Handflächen nach innen übereinander gelegt. Die linke Hand hält die Freimaurerbibel, die rechte Hand ruht darüber. Hinzu kommt die offizielle Lehrlingsgeste, bei der die linke Hand die Kehle entlangfährt. Die Geste sieht ein wenig so aus wie ein tiefer gelegtes Salutieren, ist jedoch ein Hinweis auf die Bestrafung von Verrätern.

Grad 1 - Lehrlingsgesten

Weiter geht es mit dem Gesellen. Bei der Vereidigung ruht nur mehr die rechte Hand oben, während der linke Arm im rechten Winkel nach oben gestreckt wird. Die offizielle Gesellengeste ist recht ähnlich, allerdings wird dabei die rechte Hand zur Faust geballt.

Grad 2 - Gesellengesten

Zum Schluss wäre da noch der Meister, der beide Hände mit den Handflächen nach unten vom Körper wegstreckt. Bei der offiziellen Meistergeste wird der rechte Arm mit der ruhenden Hand angewinkelt, während der linke Arm mit der Hand zur Hosennaht locker nach unten hängen gelassen wird.

Grad 3 - Meistergesten

Im Meistergrad gibt es noch ein wichtiges Ritual, bei dem das große Freimaurerische Wort weitergegeben wird. Dabei sagt der Meister dem Kandidaten, dass er nichts in einer anderen Form weitergeben soll, als er es gelernt hat. Bei der Geste berühren sich fünf Punkte – Füße, Knie, Brustkörbe, die linken Hände den Rücken des jeweils anderen und schlussendlich die Wangen. Das große Wort wird direkt vom Mund ins Ohr weitergeben.

Grad 3 - Grand Masonic Word

Das erste Zeichen, welches im 4. Grad weitergegeben wird, ist das „Heave-Over“. Die rechte flache Hand wird dabei in die linke flache Hand gelegt und beide Hände von der rechten Hüfte über die linke Schulter gezogen. Damit wird auf die Zurückweisung des Schlüsselsteins in diesem Grad angespielt.

Beim offiziellen Zeichen der Meister des 4. Grades werden an der rechten Hand Zeige- und Mittelfinger im rechten Winkel vom Daumen abgespreizt. In dieser Weise halten die Kadidaten auch den Schlüsselstein. Mit der Fingerstellung geht es dann zum Kopf und einmal ums rechte Ohr herum. Damit wird die Strafe des Ohrenkupierens angedeutet. Vielleicht hat sich Vincent van Gogh (1853–1890) gar nicht im Wahn von seinem rechten Ohr getrennt, wer weiß…

Grad 4

Es gibt noch zwei weitere Gesten des 4. Grades. Das zweite offizielle Zeichen ähnelt der ersten Geste des Lehrlingsgrades. Die rechte Hand ruht mit der Innenfläche nach oben, so als würde sie etwas halten. Die linke Hand liegt jedoch nicht darüber, sondern zeigt mit der Handaußenfläche nach vorn, weg vom Körper. Als letztes wäre da noch das Zeichen des erhaltenen Lohnes, bei dem der rechte Arm vorgestreckt wird. An der Hand zeigen Daumen, Zeige- und Mittelfinger nach vorn.

Grad 4 weitere Gesten

Der 5. Grad wird mit dem Daumen vorm Mund begonnen, allerdings ohne daran zu lutschen. Diese Geste sollte nicht mit dem Zeigefinger vorm Mund verwechselt werden, welcher eine allgemeine Verschwiegenheitsgeste ist. Der Daumen vorm Mund gehört dagegen einzig zum Eid des 5. Grades und spielt auf die Strafe für Geheimnisverrat an, welche aus dem Herausschneiden der Zunge besteht. Zum Glück gilt das nur für Freimaurer, die den Eid abgelegt haben, damit sind wir fein raus.

Beim offiziellen Zeichen des 5. Grades fährt die flache Hand von der linken Seite des Halses nach rechts unten. Auch dies spielt auf die Strafen an, welche dem Verräter blühen. Zu beachten ist bei beiden Gesten des 5. Grades, dass die Füße nicht mehr wie bei den vorangegangenen Graden im rechten Winkel zueinander stehen, sondern der rechte Fuß vor dem linken steht.

Grad 5

Das Zeichen des 6. Grades ist der geöffnete Brustkorb, den wir bereits separat behandelt haben. Auch diese Geste spielt auf eine bittere Strafe für Pflichtverletzung an. Eine weitere Geste des 6. Grades ist die Geste der Bewunderung oder des Erstaunens, welche auf die Reaktion der sagenhaften Königin von Saba anspielt, als diese zum ersten Mal Salomons Tempel erblickte. Die Hände werden dabei zur rechten Seite erhoben und die Augen rollen nach oben.

Grad 6 - Erstaunen

Wer den 7. Grad erreicht, fährt mit der rechten Hand an der Stirn vorbei und berührt diese dabei mit dem Daumen. Man glaubt es kaum, aber auch dies spielt auf eine Strafe für Pflichtverletzung an und man möchte sich gar nicht ausmalen, wie diese auszusehen hat. Das Zeichen muss diesmal sowohl beim Eintritt als auch beim Verlassen dieses Ordenskapitels gegenüber dem Hohepriester gemacht werden.

Einen offiziellen Gruß für den 7. Grad gibt es ebenfalls. Dabei werden die Hände mit den Handflächen nach oben über dem Kopf zusammengeschlagen. Sieht extrem albern aus, ist aber so.

Grad 7 weitere Gesten_2

Des Weiteren gibt es noch drei Zeichen für die Stufen, die innerhalb des 7. Grades erreicht werden können. Die Meister des ersten Schleiers machen eine Verbeugung, bei der ein Stock in der rechten Hand gehalten wird.

Grad 7

Die Geste der Meister des zweiten Schleiers ist die allseits bekannte verdeckte Hand. Bei allen prominenten Freimaurern, die sich mit dieser Geste darstellen bzw. ablichten lassen, kann also davon ausgegangen werden, dass sie mindestens den 7. Grad einer Andreasloge erreicht haben. Mit dem Heben des zweiten Schleiers wissen sie demnach auch, wer die Geschicke der Welt lenkt. Die Meister des dritten Schleiers kippen schließlich ein Glas Wasser aus. Was für eine Verschwendung – nicht nur die von Wasser, sondern auch von Lebenszeit.

Grad 7 weitere Gesten_1

Zum Schluss gibt es noch einen Handgriff zwischen drei Personen des 7. Grades, mit welchen der „königliche Bogen“ versinnbildlicht wird. Dabei ergreifen die drei mit der linken Hand den linken Unterarm des jeweils nächsten, während die rechten Hände ein Gewölbe über den Köpfen formen. Der „Royal Arch“ ist zugleich die englische Bezeichnung des 7. Ordenskapitels.

Grad 7 - Flotter Dreier

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