Die Rosenkreuzer – Bindeglied zwischen Freimaurerei und Satanismus

von Shinzon

Die Bezeichnung Rosenkreuzer sowie das goldene Kreuz mit der Rose wirken auf den ersten Blick christlich und tatsächlich basiert der Geheimbund auf einer literarischen Figur des Theologen Johann Valentin Andreae (1586-1654). Mit seinem Werk „Chymische Hochzeit Christiani Rosencreutz“ wollte dieser eine Generalreformation der Lebensumstände und Wissenschaften anregen, womit Andreae als Vordenker der Aufklärung gesehen werden kann.

Die Absichten hinter der Schrift waren an und für sich ehrenwert und der Orden des Christian Rosencreutz eine reine Fiktion. Einige Zeitgenossen von Andreae missverstanden dessen Werk jedoch. Sie glaubten irrtümlich, bei Christian Rosencreutz handele es sich um eine reale historische Person und so gründeten sie in Tübingen eine Reformbewegung nach seinem Vorbild. Einer dieser Reformer war der Theologe Johann Amos Comenius (1592-1670), welcher die erste Rosenkreuzerbruderschaft leitete. Auch er war ein Mann der Wissenschaften und die Reformbewegung als Ganzes hatte Anteil an der Gründung der Royal Society, der britischen Akademie der Wissenschaften.

Es ist wichtig zu wissen, dass weder diese Reformbewegung noch Andreae selbst etwas mit den heutigen Rosenkreuzern zu tun hatten. Diese gründeten sich erst rund 140 Jahre später und beriefen sich auf zwei weitere Manifeste, welche bewusst die Geschichte verfälschten. In der „Fama Fraternitatis“ von 1614 wurde eine Bruderschaft der Rosenkreuzer im 14. Jahrhundert verortet und in der dazugehörigen Verteidigungsschrift „Confessio Fraternitatis“ von 1615 war von einer „löblichen Brüderschaft des hoch geehrten Rosen Creutzes“ die Rede. Obwohl beide Werke geschichtsrevisionistisch sind, tragen sie doch den Keim der Aufklärung in sich, was angesichts der späteren Ziele der Rosenkreuzer überraschend ist.

Der erste Orden der Gold- und Rosenkreuzer, welcher sich irgendwann um das Jahr 1757 in Frankfurt am Main formierte, vertrat nämlich so ziemlich das genaue Gegenteil von dem, was Andreae beabsichtigt hatte. Die modernen Rosenkreuzer bildeten sich im Umfeld der deutschen Hochgradfreimaurerei und vertraten von Anfang an ein antiaufklärerisches Weltbild, voll von Alchemie, Magie und Kabbalistik. Statt Wissenschaft und Gesellschaft zu reformieren, verschrieben sich die Rosenkreuzer dem mystischen Irrationalismus und Illuminismus.

Wo wir schon mal beim Irrationalismus sind: Entgegen den historischen Tatsachen verorten die Rosenkreuzer ihre Anfänge in den Zeiten von Moses und manche sogar in der Genesis. Adam wäre demnach der erste Rosenkreuzer gewesen, was natürlich in jeder Hinsicht totaler Schwachsinn ist. Die wahren Initiatoren des ersten Rosenkreuzerordens hießen Johann Christoph von Woellner (1732-1800) und Johann Rudolf von Bischoffwerder (1741-1803). Beide waren Hochgradfreimaurer und Staatsmänner unter Friedrich Wilhelm II. von Preußen (1744-1797).

Letzterer trat später ebenfalls den Rosenkreuzern bei und wurde Zeuge einer der ersten Geisterbeschwörungen auf Schloss Charlottenburg. Offenbar war er recht leichtgläubig, denn das ganze Theater war lediglich eine Inszenierung. Séancen gehören bis heute zum Repertoire der Rosenkreuzer, wobei die Führungsriege natürlich wissen muss, dass alles nur Show ist. Der gesunde Menschenverstand muss ernsthaft an dieser Organisation zweifeln, doch wie gesagt vertritt diese den Irrationalismus.

Schlimm wird es, wenn solch krude Vereine politische Macht gewinnen. Diese hatten sie leider von Anfang an, denn unter Friedrich Wilhelm II. wurden von Bischoffwerder zum Kriegsminister und von Woellner zum Kultusminister ernannt. In diesen Funktionen schafften sie es sogar, das Bündnis zwischen preußischer Staatskirche und Aufklärungsprotestantismus aufzukündigen. Allerdings endete dieser Einfluss, als Friedrich Wilhelm II. fünf Jahre vor seinem Tod auf Abstand zu den Rosenkreuzern ging. Ob er wohl bemerkt hat, dass er von ihnen übers Ohr gehauen wurde?

Interessant war während der Gründungsphase der Rosenkreuzer auch deren Verhältnis zu anderen Geheimbünden. Während sich die Johannesfreimaurerei den Zielen der Aufklärung verschrieben hatte, unterstützte die Hochgradfreimaurerei den antiaufklärerischen Kurs der Rosenkreuzer. Es kam in der Folge schon damals zu zahlreichen Doppelmitgliedschaften. Ein positives Verhältnis suchten die Rosenkreuzer weiterhin zu den Jesuiten, mit deren Unterstützung sie den aufklärerischen Illuminatenorden Adam Weißhaupts ausrotten wollten. Den verborgenen Krieg zwischen diversen freimaurerischen Geheimgesellschaften gab es also schon im 18. Jahrhundert.

Nachdem sich der Orden der Gold- und Rosenkreuzer in Deutschland mit den Illuminaten gekloppt hatte, verschrieb sich die 1865 von Robert Wentworth Little (1840–1878) in London gegründete Societas Rosicruciana in Anglia ganz und gar der Freimaurerei. Mitglied konnten dort von Beginn an nur jene werden, die mindestens den Meistergrad erreicht hatten. Alsbald gründeten sich neue Zweigstellen wie die schottische Societas Rosicruciana in Scotia oder in den USA die Societas Rosicruciana in Civitatibus Foederatis. In den Vereinigten Staaten kam es 1908 unter George Winslow Plummer zu einer Abspaltung, wobei dessen Societas Rosicruciana in America auch Nichtfreimaurer aufnahm.

Hier sind wir nun beim modernen Rosenkreuzertum, welches im Wesentlichen auf dem deutschen Orden der Gold- und Rosenkreuzer basiert. So wurde die Organisation in einem System von 9 Graden übernommen. Der erste Orden (Lehrlinge) umfasst die vier Grade: Zelator, Theoricus, Practicus und Philosophus. Der zweite Orden (Lehrer oder Adepten) besteht aus den drei Graden: Adeptus Minor, Adeptus Major und Adeptus Exemptus. Der dritte Orden (Herrscher oder Magi) umfasst schlussendlich die zwei Grade: Magister und Magus. Die Träger des neunten Grades sind die Inhaber der höchsten Führerschaft und gelten als gottähnlich.

Das Versprechen der Gottwerdung des Menschen stellt eine erstaunliche Parallele zur Theosophie dar und tatsächlich gibt es starke Verbindungen der Rosenkreuzer zu Blavatskys Theosophischer Gesellschaft. Diese sind sowohl personell als auch ideologisch. Unter anderem beschäftigen sich beide Organisationen mit Geisterbeschwörung, Astrologie und Kabbalistik. Es kommt aber noch besser, denn die Rosenkreuzer schlagen nicht nur eine Brücke zwischen Hochgradfreimaurerei und Esoterik, sondern auch zum Satanismus.

Am 12. Februar 1888 gründeten die Rosenkreuzer William Wynn Westcott (1848-1925), William Robert Woodman (1828-1891) und Samuel Liddell „MacGregor“ Mathers (1854-1918) in London den Hermetic Order of the Golden Dawn. Der Orden sah sich in direkter Tradition der Rosenkreuzer und übernahm dessen Gradsystem, fügte allerdings den zehnten Grad des Ipsissimus hinzu. Wie eng die Verbindungen waren zeigte sich 1891. In diesem Jahr übernahm William Wynn Westcott, der obendrein auch noch Theosoph war, als Oberster Magus die Leitung der Societas Rosicruciana in Anglia. Darüber hinaus waren alle drei Gründungsmitglieder Freimaurer.

Das bekannteste Mitglied des Hermetic Order of the Golden Dawn sollte später Aleister Crowley (1875-1947) werden und obgleich sich einige Mitglieder des Londoner Tempels Isis-Urania No. 3 gegen dessen Aufnahme in den inneren Orden sträubten, stand die Führung der Rosenkreuzer doch hinter dem Satanisten. Aus dem Golden Dawn gingen sowohl Crowleys Thelema als auch die Wicca-Bewegung hervor. Nach der Auflösung des Tempels Isis-Urania No. 3 im Jahr 1903 spaltete der ehemalige Mitbegründer Samuel Liddell Mathers seinen eigenen Orden Alpha et Omega ab und parallel dazu gründete Robert William Felkin (1853-1926) den Orden Stella Matutina (dt.: „Morgenstern“).

Eine weitere Nachfolgeorganisation des Golden Dawn entstand 1922 in Los Angeles. Die Builders of the Adytum wurden von Paul Foster Case (1884–1954) gegründet, welcher das Rosenkreuzertum weniger als Organisation verstand, sondern als Bewusstseinszustand. Bereits 1918 war Case Schatzmeister der Thot-Hermes-Lodge of the Rosicrucian Order of Alpha and Omega, einer Loge des Ordens von Samuel Liddell Mathers.

Drehen wir die Zeit aber noch etwas weiter zurück. Im selben Jahr, in dem der Golden Dawn seinen Anfang nahm, gründeten französische Okkultisten den Ordre Martiniste. Aus diesem ging noch im selben Jahr der Ordre Kabbalistique de la Rose-Croix hervor, welcher schon dem Namen nach kabbalistisch ausgerichtet war. Die Gründer waren Joséphin Péladan (1858-1918) und Stanislas de Guaita (1861-1897). Ersterer verabschiedete sich jedoch 1890, da er als katholischer Mystiker dem offen praktizierten Satanismus de Guaitas nichts abgewinnen konnte. Zwei Jahre später gründete Péladan den Ordre de la Rose Croix Catholique et esthétique du Temple et du Graal, welcher eine gegensätzliche Ideologie vertrat.

Stanislas de Guaita übernahm indes die Leitung des Ordre Kabbalistique de la Rose-Croix und brachte den Orden auf den Pfad zur linken Hand. Ihm folgten u.a. der Astrologe und Alchemist Albert Faucheaux (1838–1921) und der Schriftsteller Paul Adam (1862–1920). Der Ordre Kabbalistique de la Rose-Croix ist bis heute aktiv und viele Rosenkreuzerorganisationen leiten ihre Autorität von ihm ab. Welche Rolle dieser satanistische Flügel der Rosenkreuzer beim weit verbreiteten rituellen Kindesmissbrauch spielt, lässt sich nur erahnen.

Logo Ordre Kabbalistique

Ein weiterer satanistischer Orden mit engen Verbindungen zu den Rosenkreuzern entstand mit dem Ordo Templi Orientis, welcher wahrscheinlich am 1. September 1901 gründet wurde. Da die Gründung im Geheimen stattfand, weichen die Daten in dem Punkt teils erheblich voneinander ab. Gesichert ist jedoch, dass die Gründer allesamt Freimaurer waren. Darunter der Wiener Industrielle Carl Kellner (1850-1905), der deutsche Theosoph Franz Hartman und Heinrich Klein. Diese sahen den OTO zunächst als Erweiterung zur blauen Freimaurerei und hofften auf Anerkennung durch die Vereinigte Großloge von England.

Später übernahm der Rosenkreuzer Theodor Reuß (1855-1923) die Führung des OTO, nach dessen Aussagen der Orden zu dieser Zeit die äußere Fassade des Rosenkreuzertums in Europa war. Reuß, der zugleich Freimaurer und Theosoph war, sah im Ordo Templi Orientis zudem die Chance zur Widerbelebung von Adam Weißhaupts Illuminatenorden. Angesichts der ehemaligen Feindschaft zwischen Rosenkreuzern und Illuminaten ist es erstaunlich, dass sich der OTO von da an offiziell als Nachfolger des Illuminatenordens betrachtete.

Theodor Reuß in Freimaurerschürze.

Theodor Reuß in Freimaurerschürze.

Zu den bekanntesten Mitgliedern des Ordo Templi Orientis zählte der Satanist Aleister Crowley. Am 25. Oktober 1921 wurde dieser zwar aus dem OTO ausgeschlossen, doch nachdem Theodor Reuß verstarb, ohne zuvor einen Nachfolger zu benennen, übernahm er 1925 eigenmächtig die Leitung des Ordens. Infolge dessen zerfiel der OTO in mehrere Zweige, von denen Crowleys Sektion die maßgebliche blieb. Ein weiteres bekanntes OTO-Mitglied, der Raketenwissenschaftler Jack Parsons (1914-1952), war einer der wichtigsten Schüler des satanistischen Großmeisters.

Des Weiteren war auch der ehemalige Theosoph Rudolf Steiner (1861-1925) Mitglied des OTO. Gesichert ist ebenfalls, dass Steiner Rosenkreuzer war und an die Wahrhaftigkeit der fiktiven Figur des Christian Rosencreutz glaubte. Er dichtete diesem Charakter sogar noch einiges Absurdes an, was dessen Erfinder Andreae nie in den Sinn gekommen wäre. So soll Rosencreutz laut Steiner von Buddha auf den Mars geschickt worden sein, wo er eine Opfertat analog zu Jesus’ Kreuzigung auf dem Hügel Golgatha vollbracht habe. Steiner nahm auch die Manifeste der Rosenkreuzer für bare Münze und verlegte den Beginn der Rosenkreuzerbewegung ins 13. Jahrhundert.

Er glaubte fest daran, dass die Rosenkreuzer Abgesandte der weißen Loge sowie die geheimen Drahtzieher hinter allen politischen Aktivitäten seien. Zumindest dieser Punkt scheint nicht vollends aus der Luft gegriffen zu sein, denn Rosenkreuzer sowie Freimaurer finden sich in zahlreichen Schlüsselpositionen von Politik, Justiz, Religion und Unterhaltungsindustrie. Rudolf Steiner sorgte nicht zuletzt selbst dafür, das Rosenkreuzertum über seine Anthroposophie in der Gesellschaft zu verankern. Die Anthroposophische Gesellschaft gründete Steiner am 28. Dezember 1912 in Köln, nachdem es in der Theosophischen Gesellschaft zu internen Konflikten gekommen war. Verbindungen zu den Rosenkreuzern haben jedoch nach wie vor beide Vereine.

Rudolf Steiners Rosenkreuz

Rudolf Steiners Rosenkreuz

Auf Steiners anthroposophischem Rosenkreuzertum basiert auch die Rosicrucian Fellowship (Rosenkreuzer-Gemeinschaft), welche 1909 von Carl Louis Fredrik Graßhoff unter dem Pseudonym Max Heindel in den USA gegründet wurde. Zwei Jahre zuvor hatte Graßhoff einige Vorträge sowie Schulungen von Rudolph Steiner besucht und wurde in die Steinersche Freimaurerei eingeweiht. Später zog er sich jedoch den Zorn seines Meisters zu, indem er dessen geheim gehaltene Rosenkreuzerlehren veröffentlichte.

Damit wären eigentlich die wichtigsten Rosenkreuzerorganisationen abgehandelt. Es gibt jedoch noch mehr als ein Dutzend weitere, die oft länderspezifisch oder auf ein bestimmtes Kernthema festgelegt sind. So gründete der Okkultist Paschal Beverly Randolph (1825–1875), welcher als erster Rosenkreuzer der USA gilt, Mitte des 19. Jahrhundert in San Francisco den Triplicate Order of Rosucrucia, Phythianae and Eulis, welcher auf das Thema der Sexualmagie zugeschnitten war. Nach seinem Tod zerfiel der Puff jedoch, was vermuten lässt, dass er allein den sexuellen Gelüsten seines Gründers diente.

1910 formierten sich die US-amerikanischen Rosenkreuzer unter der Führung von Reuben Swinburne Clymer (1878–1966) neu, welcher in Quakertown (Pennsylvania) die Fraternitas Rosae Crucis gründete. Clymer sah sich als rechtmäßiger Nachfolger Randolphs und erhob für sich einen Alleinvertretungsanspruch im Rosenkreuzertum. Um seine Autorität zu unterstreichen, verbreitete er falsche historische Angaben über seine eigene Bruderschaft. Der Bekämpfung anderer Rosenkreuzergruppierungen widmete er ganze Bücher.

Hauptkonkurrent von Clymers Bruderschaft war der 1915 in New York gegründete Antiquus Mysticus Ordo Rosae Crucis (dt.: „Alter mystischer Orden vom Rosenkreuz“). Gründer des AMORC war Harvey Spencer Lewis (1883-1939), welcher bis zu seinem Tode auch dessen Vorsitzender blieb. Lewis war Clymer gar nicht mal so unähnlich, da er zumindest für Nordamerika ebenfalls einen Alleinvertretungsanspruch erhob und ebenfalls Sexualmagie lehrte. Allerdings wurde der AMORC vom OTO anerkannt und unterhielt enge Beziehungen zu Theodor Reuß.

Sowie sich der OTO in Amerika verbreitete, gründete der AMORC seinerseits Ableger in Europa. Die Großloge der deutschsprachigen Länder existiert seit 1952 und hat ihren Sitz seit 1963 in Baden-Baden (Baden-Württemberg). Der erste deutsche Großmeister Martin Erler verließ den Orden aufgrund von Meinungsverschiedenheiten jedoch schon 1954 wieder und gründete seinen eigenen Ordo rosae aurea.

Allmählich beginnt es, unübersichtlich zu werden. Zumindest ähneln sich aber die Logos der verschiedenen Rosenkreuzerorganisationen. In der Regel handelt es sich um ein goldenes Kreuz mit einer Rose. Beim AMORC befindet sich das Kreuz zudem in einer umgedrehten Pyramide. Der oberer Pyramidenbalken sowie der Vertikalbalken des Kreuzes bilden Teile eines ägyptischen Anch.

Logo AMORC

Rosenkreuz

Die größte Rosenkreuzergruppe im spanischen Sprachraum wurde in den 1920ern von Arnold Krumm-Heller (1876-1949) gegründet. Der gebürtige Deutsche war mit 16 nach Mexiko ausgewandert. Er hatte die Lehren von Helena Blavatsky studiert und war ein Schützling von Aleister Crowley. Seine Fraternitas Rosicruciana Antiqua gründete sich dementsprechend neben der Freimaurerei auch auf die Theosophie und Sexualmagie.

Basierend auf der Bruderschaft wurde in den 1950ern in Mexiko die Gnostic Church von Victor Gómez Rodriguez alias Samael Aun Weot (1917–1977) begründet. Nach dem Tod des Kolumbianers Weot zerfiel dessen Gnostic Church in mehrere rivalisierende Gruppen, die sich jedoch allesamt an die Fraternitas Rosicruciana Antiqua anlehnen.

Um die Jahre 1927/28 bildete sich in London die Fraternity of the Inner Light, welche auf Samuel Liddell Mathers Alpha et Omega basiert. Die walisische Theosophin und Rosenkreuzerin Violet Mary Firth alias Dion Fortune (1890-1946) trat 1922 aus Alpha et Omega aus, setzte ihre Ausbildung dann bei Stella Matutina fort und ging schließlich eigene Wege. 1939 nannte sie ihre Bruderschaft in Society of the Inner Light um, welche in dieser Form bis heute existiert. Aus ihr gingen später außerdem die Servants of the Light hervor, die von W.E. Butler gegründet wurden.

Traurige Berühmtheit erlangte indes der 1984 von Joseph Di Mambro (1924-1994) gegründete französische Ordre du Temple Solaire. Di Mambro gehörte 1956 bis 1968 dem AMORC an, orientierte sich jedoch mehr an den Tempelrittern. Dies schlug sich auch im Logo der Sonnentempler nieder. Sein diesbezüglicher Kontakt Jacques Breyer hatte bereits 1952 eine Neugründung des mittelalterlichen Templerordens mit theosophischen Einflüssen unternommen. Von ihm übernahm Di Mambro auch die apokalyptischen Wahnideen, mit denen er später seine Sonnentempler indoktrinierte.

Logo Sonnentempler

Zunächst hatte der ganze Hokuspokus noch relativ harmlose Ausmaße, die dem späteren Ordensgründer allerdings schon früh Anklagen wegen Betrugs einbrachten. Di Mambro floh in die Nähe von Genf, wo er zunächst eine Tempel-Loge und am 12. Juli 1978 die Golden Way Foundation einrichtete. Die waren bereits die Anfänge der späteren Sonnentempler-Sekte.

1983 gelang seinem Mitstreiter Luc Jouret die Übernahme des vom ehemaligen französischen AMORC-Leiter Raymond Bernard mitgegründete Neo-Templerorden Ordre Rénové du Temple. Für Jouret und Di Mambro war dies ein einträgliches Geschäft, denn mit dem Szenario des drohenden Weltuntergangs knöpften sie ihren Anhängern große Geldbeträge für die Errichtung von Überlebenszentren ab.

Um ihren luxuriösen Lebensstil zu sichern, griffen die beiden Gurus tief in die Trickkiste. Insgesamt 442 Mitgliedern hatten sie mit technischen Tricks „Meister-Erscheinungen“ vorgegaukelt. Außerdem hatte Di Mambro die Abholung durch ein UFO kurz vor der Apokalypse in Aussicht gestellt. Selbstverständlich führten derartige Betrügereien abermals zu Geldrückforderungen sowie Austritten. Die Reaktion Joseph Di Mambros bestand darin, sich dem Verfolgungswahn zu ergeben und vollends in eine ablehnende Haltung gegenüber der Welt abzugleiten.

In der Folge ließ er Waffen beschaffen, um Verräter in den eigenen Reihen zu bestrafen. Jenen, die ihm weiter folgten, skandierte er ab Anfang der 1990er eine elitäre Weltverachtung. Sein Ziel war es fortan, den Transit in eine höhere Entwicklungsstufe zu vollziehen. Dieser Irrsinn gipfelte in mehreren Mord- sowie Selbstmordaktionen in den Jahren 1994, 1995 und 1997, bei denen insgesamt 74 Sektenmitglieder in Kanada, Frankreich und der Schweiz ums Leben kamen. Unter den Opfern befanden sich auch Di Mambro und Jouret, welche am 6. Oktober 1994 zusammen mit über 50 ihrer Anhänger tot aufgefunden wurden.

Neben den satanistischen Verstrickungen zeigt das Beispiel der Sonnentempler am deutlichsten, wohin die Rosenkreuzerei führen kann. Den Keim der Selbstzerstörung trägt auch der seit 1998 in Deutschland registrierte Lectorium Rosicrucianum e. V. in sich. Hervorgegangen ist die so genannte „Internationale Schule des Goldenen Rosenkreuzes“ aus der seit 1941 bestehenden Jakob-Böhme-Gesellschaft. Ursprünglich gegründet wurde diese Schule bereits 1945 im niederländischen Haarlem und zu ihren Initiatoren gehörten Jan Leene (1896-1968), Antonin Gadal und Leenes Assistentin Catharose de Petri.

Das Lectorium Rosicrucianum sieht sich als Teil des Gnostischen Rosenkreuzertums in der Tradition der Katharer. Außer der Askese und dem Erlösungsgedanken hat der Verein jedoch nicht allzu viel mit den Katharern gemein. Wie die Sonnentempler betrachten seine Anhänger das Streben nach einer besseren Gesellschaftsordnung als Zeitverschwendung und fordern eine Trennung von der Welt. Bisher haben die rund 12.000 Mitglieder jedoch weder sich selbst von der Welt noch die Welt von sich erlöst.

Logo Lectorium Rosicrucianum

Henk Leene brachte es immerhin fertig, sich vom Lectorium Rosicrucianum zu verabschieden, nachdem es zu Konflikten um den Führungsanspruch sowie Meinungsverschiedenheiten bezüglich der spirituellen Ausrichtung kam. Der Sohn von Jan Leene gründete nach seinem Ausstieg 1969 seine eigene Gemeinschaft R+C, Rosae Crucis. Der wichtigste Unterschied bestand darin, dass bei der Gemeinschaft R+C jeder einen individuellen Weg der Einweihung gehen konnte und nicht dem Gruppenzwang unterlag. Alles in allem also eine weniger extreme und absolute Ausrichtung.

1972 wurde die Gruppe in Esoterische Gemeinschaft Sivas umbenannt. Der Bezug zu den Rosenkreuzern verschwand damit aus dem Namen und zugleich wurde auch die Literatur des Lectorium Rosicrucianum aus der Gruppe verbannt. Henk Leene distanzierte sich auch von anderen Rosenkreuzergruppen und wandte sich dem Hinduismus zu.

Zum Schluss wäre da noch eine der jüngsten Rosenkreuzergruppen, welche sich erst in den 1990ern gebildet haben soll. Angeblich soll der in Österreich beheimatete Antiquus Ordo Rosicrucianis – Alter Orden der Rosenkreuzer zu dieser Zeit von „hohen Eingeweihten“ des Cercle d’Alexandrie gegründet worden sein. Wann genau die Gründung stattgefunden haben soll und wer genau die Gründer waren, ist nicht bekannt. Offenbar soll hier ein moderner Mythos begründet werden, denn der Orden entfaltete erst im März 2006 sichtbare Aktivitäten.

Geleitet wird die Gruppe vom freien Hochzeits- und Bestattungsredner Hamid Mirzaie, welcher sich seit 2011 Elias Rubenstein nennt. Tatsächlich war Mirzaie zuvor schon bei den rosenkreuzerischen Builders of the Adytum tätig, hat also durchaus eine entsprechende Vergangenheit mit Bezügen zum Golden Dawn. Seine Interessen dürften jedoch eher kommerzieller Natur sein, denn für 25 € im Monat bietet er interessierten zwei Lehrbriefe zum Selbststudium an. Diese enthalten Geheimtipps und Übungen zur Verwirklichung von Wünschen und Träumen. Inzwischen gibt es vier weitere Ableger in Österreich, drei in Deutschland und einen in Kroatien.

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass die Rosenkreuzer eine vielschichtige freimaurerische Bewegung sind, deren Hauptziel die Verbreitung von esoterischen Irrlehren ist. Die Verbindungen reichen dabei von den Theosophen über die Anthroposophen bis hin zu Hardcore Satanisten. Obwohl sich zumindest einige Gruppierungen von Crowley und de Guaita losgesagt haben, um sich dem Katholizismus zu verschreiben, blieb eine generelle Distanzierung bis heute aus. Im Gegenteil hat der schadhafte Einfluss der Rosenkreuzer sogar zugenommen und gemeinsam mit den Theosophen dominieren sie die Esoterikszene, zu der mitunter auch namhafte Verschwörungsportale gehören.

Politisch sind die Rosenkreuzer ebenfalls noch sehr aktiv und arbeiten zusammen mit den Freimaurern an einer neuen Weltordnung. Die 1978 in Elbert County (Georgia) errichteten Guidestones, auf welchen die 10 Gebote dieser neuen Weltordnung in 11 Sprachen aufgeführt sind, tragen ganz klar die Handschrift der Rosenkreuzer. Als Auftraggeber ist nämlich nur das Pseudonym „R.C. Christian“ aufgeführt, was eine ziemlich unverhohlene Anspielung auf Christian RosenCreutz ist.

georgia-guidestones-1

Hollywood im Zeichen des Templerkreuzes

Wer kann sich noch an die Zeichentrickserie „He-Men“ erinnern? Und noch wichtiger: Wem ist damals das rote Templerkreuz auf He-Mans Rüstung aufgefallen? Bei der Macht von Greyskull!

He-Man der Tempelritter

Wer selbst Tempelritter werden möchte, sollte sich vielleicht bei der „Police Academy“ einschreiben…

Polizei Templer

…oder beim Umbrella-Konzern bewerben.

Umbrella Corporation Logo

Das Templervermächtnis von Hollywood

„Das Vermächtnis der Tempelritter“ aus dem Jahr 2004 ist der wohl bedeutendste Film über die Templer, welcher zugleich eine enge Verbindung zur Freimaurerei zieht. Um den Schatz der Tempelritter zu finden, muss Benjamin Frankling Gates, gespielt von Nicolas Cage, einer Spur von Freimaurersymbolen durch die fünf Gründungsstädte der USA folgen. Der Schatz besteht aus rein materiellen Reichtümern und Gates sowie seine Freunde können gut vom Finderlohn leben.

Wäre der Film halbwegs realistisch, hätten die Charaktere den Schatz innerhalb der City of London suchen müssen, denn das wahre Vermächtnis der Templer besteht aus dem modernen Bankensystem. Dennoch offenbart der Streifen, welcher eine Disney-Produktion ist, viel über die Wurzeln der Freimaurer und deren Einfluss auf die Politik.

Vermächtnis der Tempelritter

Der Freimaurer Nicolas Cage scheint einen regelrechten Faible für die Templer zu haben, denn 2011 spielte er die Hauptrolle in „Der letzte Tempelritter“. Seine Rolle Behmen von Bleibruck kehrt den Kreuzzüglern nach einem Massaker zunächst den Rücken und wird daraufhin als Deserteur gesucht. Ihm wird schließlich die Freiheit versprochen, wenn er ein junges Mädchen zu einem Kloster überführt. Dort soll ihr der Hexenprozess gemacht werden. Entgegen der anfänglichen Zweifel an der Schuld des Mädchens stellt sich heraus, dass diese tatsächlich von einem Dämon besessen ist. Der Film rechtfertigt damit die Hexenverfolgung, was extrem frauenfeindlich ist. Der Transport in einem Käfig spricht dabei Bände.

Der letzte Tempelritter Hexe

In „Indiana Jones und der letzte Kreuzzug“ von 1989 beschützt der letztere Tempelritter den Heiligen Gral in einer abgelegenen Höhle.

Templer

Um den heiligen Gral geht es auch in der deutschen Produktion „Das Blut der Templer“ von 2004. Dieser enthält zahlreiche Elemente von Dan Browns „DaVinci Code – Sakrileg“. Nur dass das fiktive Priorat von Zion diesmal nicht die Nachfahren von Jesus schützt, sondern selbige töten will. Die Behauptung, alle Templer seien Nachfahren von Jesus gewesen, ist natürlich vollkommen absurd. Gleiches gilt für den Niedergang des Ordens, welcher als innerer Zwist dargestellt wird, da einige Tempelritter aus dem heiligen Gral gesoffen haben, um Unsterblichkeit zu erlangen. Der reinste Fantasy-Schwachsinn auf niedrigstem Niveau, basierend auf einem Roman von Wolfgang Hohl.

Das Blut der Templer

Historisch überzeugend werden die Tempelritter im 2005 erschienenen „Königreich der Himmel“ dargestellt.

Königreich der Himmel

Die Billigversion erschien 2010 bei Tiberius Film. Allein der Untertitel von „Die Tempelritter – Die Rache Saladins“ ist vollkommen lächerlich: „Gab es den Orden der Templer wirklich?“ Ja, kein Historiker würde seine Existenz leugnen.

Die Tempelritter

Wo wir schon mal bei billigen Abklatschen sind – „Der verlorene Schatz der Tempelritter“ brachte es auf drei Teile, die zwischen 2006 und 2008 erschienen sind. Der Untertitel des dritten Teils lautet übrigens „Das Geheimnis der Schlangenkrone“, was mal wieder ziemlich luziferisch daher kommt.

Der verlorene Schatz der Tempelritter

Literatur für Templer

Der deutsche Autor Wolfgang Hohlbein hat den Tempelrittern einen Großteil seiner Karriere gewidmet. Seine Romanreihe „Das Blut der Templer“ wurde sogar verfilmt, wenn auch auf einem extrem grottigen Niveau.

Das Blut der Templer

Seine Werke „Der Ring des Sarazenen“ sowie „Die Templerin“ samt Fortsetzungen drehen sich ebenfalls um den Orden. Wenn man schreibt, was die Freimaurer gern lesen, dann klappt’s auch mit der Schriftstellerkarriere. Hohlbein zählt zu den erfolgreichsten Autoren Deutschlands.

Templerbücher

Die Tempelritter – Gralshüter oder Grabräuber?

von Shinzon

Die Geschichte der Tempelritter ist so umfangreich, dass man ganze Bücherregale damit füllen könnte. Wir wollen uns jedoch auf das wesentliche beschränken und die Bedeutung der Templer für die moderne Freimaurerei ergründen. Es geht im wahrsten Sinne des Wortes um „das Vermächtnis der Tempelritter“.

Gegründet wurde der Orden 1118 infolge des ersten Kreuzzuges. Urkundlich erwähnt wurde er zum ersten Mal 1128 im Rahmen des Konzils von Troyes, welches nach heutiger Zeitrechnung allerdings auch auf das Jahr 1129 fallen könnte. Einer der wichtigsten Initiatoren war Hugo von Payns (1080-1136), welcher auch zum ersten Großmeister der Templer wurde. Zu den weiteren Gründungsmitgliedern gehörten Gottfried von Saint-Omer, Gundomar, Gudfried, Roland, Payen von Montdidier, Gottfried Bisol, Archibald von Saint-Amand und André de Montbard. Letzterer wurde später der fünfte Großmeister des Ordens.

Es fällt auf, dass fast alle Gründungsväter der Tempelritter französischer Herkunft waren und tatsächlich waren die Templer hauptsächlich in Frankreich aktiv. In Folge des Konzils von Troyes 1129 gründete Hugo von Payns auf einer Reise durch Europa weitere Niederlassungen, darunter vor allem auch in England und Schottland, neben Frankreich die wichtigsten Zentren der späteren Freimaurerei. In Deutschland gab es ebenfalls Niederlassungen, wie z.B. der Komturhof Utterode bei Nordhausen (Thüringen).

Ein weiterer Bezug auf die Freimaurerei findet sich im Namen der Templer. Die volle Bezeichnung des Ordens lautete „Arme Ritterschaft Christi und des salomonischen Tempels zu Jerusalem“. Salomons Tempel ist ein Kernthema der freimaurerischen Mythologie. Was indes die arme Ritterschaft angeht, ist der Teil ein wenig geheuchelt. Aus armen Verhältnissen stammten die Ritter nämlich nicht, allerdings übertrugen sie mit dem Beitritt ihr Vermögen der Ritterschaft. Der Orden selbst war damit durchaus vermögend und erhielt zusätzlich Landschenkungen.

So etwas lässt sich wohl nicht vermeiden, wenn die Ideale der adeligen Ritter mit denen der Mönche vereint werden. Wobei die katholische Kirche ja selbst durch alle Zeitalter Wasser predigte und Wein trank. Während die Korruption der Vatikanbank ein Kapitel für sich ist, gelten die Templer als Vordenker des modernen Bankwesens.

Neben der Verwaltung ihres eigenen Vermögens übernahmen die Templer auch den Transport der Kirchen- und Klostereinkünfte, wobei sie ihre Tempelhäuser als Tresore zur Verfügung stellten. Gegen Ende des 12. Jahrhunderts zählten auch Geldanleihen zu den geschäftlichen Tätigkeiten des Ordens. Für diese wurde ein System von Kreditbriefen eingeführt und auch die Techniken der Buchführung waren für die damalige Zeit sehr modern.

Eines der wichtigsten Finanzzentren war die Temple Church in der Fleet Street von London. Diese Straße ist heute nicht zufällig Teil der City of London, einem Staat im Staate, welcher bis heute die gesamte Welt im finanziellen Würgegriff hält. Ebenso wenig dürfte es ein Zufall sein, dass die City of London immer noch das Templerkreuz im Wappen führt. Die Tempelritter waren also schon lange vor den Rothschilds da und können mit Recht als Begründer der modernen Bankendiktatur angesehen werden. Es gilt dabei als relativ sicher, dass die Finanzelite das Ende des Ordens überlebte und später an zahlreichen Bankengründungen beteiligt war.

Wappen der City of London

Wappen der City of London

Angesichts dessen scheint der vermeintliche Hauptzweck des Ordens lediglich eine geschickte PR-Aktion gewesen zu sein. Nach außen hin verkauften sich die Tempelritter nämlich als Beschützer der Kreuzfahrer gegen Überfälle. Sie waren in dieser Hinsicht eine militärische Eliteeinheit und im Kreuzzug gegen die Muslime auch an Kriegsverbrechen beteiligt. Zu ihren Schandtaten gehörten u.a. die gewaltsame Vertreibung der Mauren von der iberischen Halbinsel sowie zahlreiche Massaker im Nahen Osten. Aktiv waren die Templer vor allem in Jerusalem, wo sie die Al-Aqsa-Moschee zu ihrer Festung ausbauten. Schon damals ließ der Westen die Muslime spüren, wer der Herr im Heiligen Lande ist. Eine Tradition, welche heute von den USA und ihren NATO-Verbündeten fortgesetzt wird.

Tempelritter

Der Frevel nicht genug, plünderten die Tempelritter das Heilige Land nach Strich und Faden aus. Sicherlich zählten Gold und andere Reichtümer zu den Schätzen des Ordens, doch es ranken sich auch andere Mythen um seine Beute. So sollen die Templer bei Ausgrabungen unter dem Tempelberg wahlweise die Bundeslade oder antikes Wissen jenseits unserer Vorstellungskraft gefunden haben. Auch der Heilige Gral soll sich in ihrem Besitz befunden haben.

Im 13. Jahrhundert wurden die Templer allmählich zu reich und einflussreich, was vor allem beim französischen König Philipp IV. (1268-1314) Neid erzeugte. Nachdem dessen Antrag auf Mitgliedschaft vom Orden abgelehnt wurde, sanken seine Sympathien für selbigen drastisch. Kein guter Schachzug, denn als Philipp IV. trotz hoher Schulden einen neuen Kreuzzug beginnen wollte, gedachte er dennoch, sich die finanziellen Mittel bei den Tempelrittern zu holen. Er traute sich etwas, wovor heutzutage jeder Politiker zurückschrecken würde: Er ging rechtlich gegen eine korrupte Bank vor. Allerdings hatte er dabei keineswegs das Wohl der Kleinanleger im Sinn und auch seine Methoden waren äußerst verwerflich.

Zunächst zog er den aus Frankreich stammenden Papst Clemens V. († 1314) auf seine Seite, indem er die Templer der Ketzerei und Sodomie (was damals auch Homosexualität einschloss) anklagte. Clemens V. hatte dabei kaum eine andere Wahl, denn Philipp IV. hatte bereits ein Attentat auf seinen Vorgänger Bonifatius VIII. (1235-1303) verüben lassen, infolge dessen dieser wenige Tage später verstorben war. Nun drohte der skrupellose König mit einem Ketzerprozess gegen Clemens’ Mentor sowie einer Abspaltung der Kirche Frankreichs, für den Fall, dass der Papst seine Unterstützung der Templer nicht einstellen sollte.

Die Ausfertigung des königlichen Haftbefehls erfolgte am 14. September 1307, nicht ohne Absicht genau zum Fest der Kreuzerhöhung. Die Templer sollten ohne Ausnahme verhaftet und dem Urteil der Kirche zugeführt werden. Ihre Besitztümer seien zu beschlagnahmen. Die Briefe wurden von der königlichen Kanzlei versiegelt an alle Dienststellen im Frankreich geschickt, wo sie überall gleichzeitig am 13. Oktober 1307 geöffnet werden sollten. Damit sollte verhindert werden, dass sich die Templer gegenseitig warnen und untertauchen konnten. Tatsächlich sollen nur 12 Tempelritter der Verhaftung entkommen sein.

Der fragliche Freitag der 13. ging als düsterer Tag in die Geschichte ein, obgleich der wirklich finsterste Part für die insgesamt 546 Inhaftierten erst noch anstand. Sie wurden allesamt nach Paris gebracht, wobei 138 Personen direkt in der französischen Hauptstadt verhaftet worden waren. Dort warteten Inquisition und Folter auf die Templer. Die Kirche zog das Ermittlungsverfahren genüsslich in Länge, wohingegen Philipp IV. einen schnellen Prozess gewünscht hatte. Außerdem wurde nicht der Orden in seiner Gesamtheit verurteilt, sondern nur einzelne Templer.

Letztendlich fanden der König und der Papst jedoch einen Kompromiss. Clemens V. ließ die führenden Köpfe des Ordens auf dem Scheiterhaufen verbrennen und schrieb in der Bulle rex glorie virtutum vom 27. April 1311 die Gottunmittelbarkeit des Königtums fest. Im Gegenzug durfte er Papst bleiben, Frankreich blieb römisch-katholisch und das Vermögen der Templer blieb im Kirchenbesitz. Die Verlierer waren damit einzig und allein die Templer, welche am 22. März 1312 auf dem Konzil von Vienne offiziell aufgelöst wurden.

Der letzte Großmeister des Templerordens, Jacques de Molay, wurde zusammen mit Geoffroy de Charnay am 18. März 1314 auf dem Scheiterhaufen verbrannt. Eigentlich wurde de Moley lediglich zu lebenslanger Kerkerhaft verurteil, da er sein Geständnis jedoch widerrief, wurde er als rückfälliger Ketzer behandelt. Die Freimaurerei, welche sich zu einem großen Teil auf die Tempelritter gründet, hat der katholischen Kirche diese Taten lange Zeit nicht verziehen. Erst Ende des 20. Jahrhunderts näherten sich Kirche und Freimaurer wieder an, wobei zu diesem Zeitpunkt jedoch schon zahlreiche hochrangige Vatikanvertreter der Freimaurerei angehörten.

Dem letzten Großmeister der Tempelritter setzten die Freimaurer schon etwas eher ein Denkmal. 1919 gründeten sie in Kansas City (Missouri, USA) den Order of de Molay, eine freimaurerische Jugendorganisation für männlichen Nachwuchs zwischen 12 und 21. Der Orden hat heute ca. 15.000 Mitglieder in den USA und Kanada. Ableger gibt es in Aruba, Australien, Bolivien, Brasilien, Serbien, Japan und auf den Philippinen, wobei Brasilien die höchste Mitgliedzahl hat. Bekanntestes Mitglied des Ordens war Walt Disney.

Walt Disney

Es fällt auf, dass sich die Freimaurer gerne und oft auf die Tempelritter beziehen, was die Vermutung nahe legt, dass sie zumindest in Teilen eine Nachfolgeorganisation sind. Sicherlich gibt es da noch die Dombauhütten und antike Mysterienreligionen, die allesamt eine Rolle spielen, aber auf jeden Fall leben die Templer in der Freimaurerei fort. Das ist nicht zuletzt auch der Grund, warum das rote Templerkreuz heute immer noch so weit verbreitet ist.

Templerkreuze

Mit Fes durch Hollywood

Im 1933 erschienen Film „Die Wüstensöhne“ schließen sich Stan Laurel (1890-1965) und Oliver Hardy (1892-1957) einem gleichnamigen Club an. Die albernen Rituale erinnern nicht zufällig an die Freimaurer und die roten Filzhüte sind sogar eine direkte Anspielung auf die Shriners. Oliver Hardys Zugehörigkeit zur Freimaurerei ist dabei kein Geheimnis, die von Stan Laurel gilt zumindest als wahrscheinlich. Sein mitwirken in diesem freimaurerischen Machwerk kann als deutlicher Hinweis verstanden werden.

Sons of the Desert

Sons of the Desert Prügel

In „Indian Jones und der letzte Kreuzzug“ aus dem Jahr 1989 ist der Fes allgegenwärtig. Das ist nicht ganz überraschend, denn ein Großteil des Films spielt im arabischen Raum, wo diese Kopfbedeckung zu der Zeit, in der die Handlung spielt, tatsächlich weit verbreitet war. Die massive Bedienung dieses Klischees hat schon fast etwas Rassistisches.

Allerdings wird der Fes im Film auch von den Anhängern eines Geheimbundes getragen, welcher den heiligen Gral schützt. Der Gral steht in direktem Zusammenhang mit den Tempelrittern, welche wiederum Teil des Freimaurermythos sind.

Gralshriners

In der platten Komödie „Guess Who – Meine Tochter kriegst du nicht!“ von 2005 ist ein afroamerikanischer Vater entsetzt darüber, dass eine Tochter einen weißen Freund hat. Kurzerhand schmeißt er ihn aus dem Haus und will ihn in einem Hotel einquartieren. Das reservierte Zimmer ist jedoch schon vergeben und das Hotel komplett ausgebucht. Die Dame an der Rezeption begründet dies mit einer Shriners Convention (in der deutschen Übersetzung eine Freimaurertagung), die gerade in der Stadt stattfindet. Ind er gesamten Hotelszene und auch später im Film sieht man ständig ältere Herren mit Fes herumrennen.

Guess Who - Shriners

„Dr. Who“ trägt des Öfteren scheinbar grundlos einen Fes. Der 11. Doktor betont dabei, wie cool er diese Kopfbedeckungen findet. Was er damit wohl andeuten will?

11th Doc Fez_2

Doctor Fez

Bei den Simpsons wimmelt es ebenfalls von Shriners-Anspielungen. Kein Wunder, denn immerhin ist Serienschöpfer Matt Groening Freimaurer.

Shriner Mobiles

Shriner Bear

Es gibt sogar einen Shriners Couch Gag.

Shriners Couch Gag

Am besten bringt es die Episode mit den Steinmetzen auf den Punkt. Grandpa Simpson erwähnt in dieser Folge, dass er nicht nur besagten Steinmetzen, sondern auch den Freimaurern angehört. In anderen Episoden sieht man ihn folglich immer mal wieder mit Fes.

Shriner Grandpa

„Spongebob“ hat ebenfalls eine komplette Episode zu bieten, in der es ausschließlich um die Shriners geht. Man achte dabei mal auf die Hände des Schwammkopfs. Er macht die Geste „Wie im Himmel, so auf Erden“ und formt dabei mit beiden Händen den Baphomet.

Teuflischer Shriner

Zu guter Letzt darf natürlich der Disney-Konzern nicht fehlen. Dessen Zeichentrickserie „Gravity Falls“ ist dermaßen mit Freimaurersymbolik voll gestopft, dass es selbst dem Blindesten auffallen müsste. In einer solchen Propgandashow dürfen natürlich die Shriners nicht fehlen. Typisch für Disney ist der Name „S(a)tan“.

GF Shriner

Musik vom mystischen Schrein

Mit ihrem 1985 erschienen Album „Frankenchrist“ sorgten die Dead Kennedys für ziemlichen Rummel. Grund war ein beigefügtes Poster, welches ein Werk des Schweizer Okkultisten H.R. Giger mit dem Titel „Penis Landscape“ zeigte. Die Klagen besorgter Eltern hätten die Band fast in den finanziellen Ruin getrieben und nach dem Prozess erklärten sich die Dead Kennedys für aufgelöst. Auf dem Cover des fraglichen Albums ist eine Parade der Shriners zu sehen.

Dead Kennedys - Frankenchrist

Die Shriner-Illuminati-Connection

Im Illuminati Card Game von 1995 gibt es eine Karte mit dem Titel „Fraternal Orders“ (dt. „Brüderliche Orden“), welche einen Shriner zeigt. Interessant ist die Aufschrift, welche frei übersetzt wie folgt lautet:

„Du glaubst, sie seien albern mit ihren Hüten und Motorscootern. Wenn du wüsstest, was ihre Hüte wirklich bedeuten, würdest du nie wieder über sie lachen.“ Passend dazu hat der Fes des Shriners Teufelshörner.

Fraternal Shriners

Der Fes – Von Marokko zu den Shriners

von Shinzon

Der Fes ist eine Kopfbedeckung, die vor allem im Orient und auf dem Balkan anzutreffen ist. Der genaue Ursprung des Fes ist unbekannt. Eine These geht von Griechenland als Ursprungsort aus, benannt ist der rote Filzhut jedoch nach der marokkanischen Stadt Fès, welche auch für die entsprechende Färbemittelherstellung bekannt ist. Es gibt dabei auch die Schreibweise Fez und die ägyptische Variante des Fes wird Tarbusch genannt.

Neben der roten Farbe gehört eine Quaste zu den markanten Merkmalen des Fes, welche wahlweise schwarz blau oder golden sein kann. Die Form kann je nach Region leicht variieren, läuft jedoch meist auf einen Kegelstumpf hinaus.

Fes

Nachdem der Fes anfangs vor allem in Nordafrika verbreitet war, machte ihn der osmanische Sultan Mahmud II. (1785-1839) in seinem Reich populär. Anlass war eine Reform der Traditionskleidung für Reichsbedienstete. Zunächst gedachte der Sultan, den westeuropäischen Dreispitz zu übernehmen, doch da dieser an die Dreifaltigkeit im Christentum angelehnt war, überzeugten ihn seine Berater, davon Abstand zu nehmen. Nachdem eine Schiffsladung Fes aus Tunesien angekommen war, entschied sich der Sultan spontan für diese Hüte. Die Einführung erfolgte in zwei Schritten, 1826 für die Armee und ab 1829 auch für die zivile und religiöse Dienerschaft.

Der Übergang verlief nicht ganz reibungslos, da gleichzeitig das bisherige Tragen von Turbanen untersagt wurde. Proteste gab es vor allem von Seiten religiöser Gruppen, doch nachdem der Scheichulislam in einer Fatwa (Rechtsauskunft) den Fes billigte, erloschen diese recht schnell. Mit der Zeit wurde der Fes zu einem patriotischen Symbol, welches alle Bürger zu tragen hatten. Es gab sogar eine kleinere Form ohne Quaste für Frauen. Bei Staatsbediensteten zeigte die Farbe der Quaste indes den Rang des Trägers an.
Sultan Mahmud II

Mit der Gründung einer Fes-Fabrik in Istanbul durch Mahmud II. wurde das Herstellungsmonopol der Stadt Fès gebrochen und nachdem synthetische Farben das aufwendig herzustellende Rot aus dem Blut der Kermes-Schildlaus ersetzten, verbreitete sich die Produktion über halb Europa. Aufgrund billiger Importe aus Österreich bediente die türkische Produktion am Ende nur noch die reiche Oberschicht.

Anfang des 20. Jahrhunderts wurde der Fes unter Mustafa Kemal Atatürk (1881-1938) als Zeichen der Rückständigkeit wieder aus dem öffentlichen Leben verbannt. In einem Hutgesetz vom 30. August 1925 wurde das Tragen des Fes ausdrücklich verboten. 1953 ließ auch der ägyptische Präsident Gamal Abdel Nasser (1918-1970) das Tragen des Fes unter Strafe stellen.

Heute wird der Fes wieder zunehmend populärer und gilt geradezu als Klischee für die nordafrikanische Kultur. In den USA und Europa hat die zunehmende Verbreitung des Fes jedoch einen gänzlich anderen Hintergrund. Obwohl die Kopfbedeckung im Ursprung rein gar nichts mit Okkultismus und Freimaurerei zu tun hat, wurde sie 1872 von der freimaurerischeren Organisation der Shriners übernommen. Verantwortlich war der Mitbegründer William J. Florence, welcher seit einer Party bei einem arabischen Diplomaten einen Faible für alles Orientalische hatte.

Wenn also heute in der Pop-Okkultur irgendwo ein Fes auftaucht, hat dies in 99,9% der Fälle einen freimaurerischen Hintergrund. Insbesondere gilt dies, wenn auf dem Filzhut ein Krumsäbel mit Mondsichel, Sphinx und Pentagramm abgebildet ist, da dies das offizielle Logo der Shriners ist. Doch auch der blanke Fes kann inzwischen als Erkennungszeichen der Shriners gesehen werden und ist lediglich noch in Nordafrika und einigen Balkanstaaten unverdächtig.

Shriners Fes

Eine noch abscheulichere Zweckentfremdung erfuhr der Fes in Italien zu Beginn des 20. Jahrhunderts, wo er von faschistischen Milizen getragen wurde. Die schwarzen Brigaden passten die Kopfbedeckung selbstverständlich farblich ihren Uniformen an und statteten sie mit dem Rutenbündel aus.

Fes Faschismus

Die Shriners – Freimaurer mit Fes

von Shinzon

Die Shriners sind eine freimaurerische Charity-Organisation, ähnlich dem Rotary oder Lions Club. Es gibt jedoch einen wesentlichen Unterschied. Während Rotary und Lions Club lediglich von Freimaurern gegründet wurden und ein Beitritt keine Logenmitgliedschaft voraussetzt, sind die Shriners der Freimaurerei direkt angegliedert. Das zentrale Anliegen ist jedoch bei allen drei Vereinen eine wohltätige Außenwirkung.

Gegründet wurden die Shriners, welche auch als „Alter arabischer Orden der Edlen vom mystischen Schrein“ bekannt sind, 1871 in New York. Die Initiatoren waren der Arzt Walter M. Fleming und der Schauspieler William J. Florence, welche den Fokus mehr auf Spaß als auf Rituale legen wollten.

Walter M. Fleming

Walter M. Fleming

Einige Shriners sehen sich sogar selbst als Clowns und es sollte nicht verwundern, dass die beiden berühmten Komiker Stan Laurel (1890-1965) und Oliver Hardy (1892-1957) der Bruderschaft angehörten.

Doof, Dick & Shriner

Doof, Dick & Shriner

Die Bruderschaft verbreitete sich vor allem in den USA rasant. Gab es 1878 noch 425 Mitglieder in 13 Tempeln, waren es 1888 bereits 7.210 Mitglieder in 48 Tempeln, wobei einige davon in Kanada gelegen waren. 1903 kam die erste Frauenorganisation hinzu, welche in Wheeling (West Virginia) gegründet wurde. Heute gibt es rund eine halbe Million Shriners, die in 194 Tempeln rund um den Globus organisiert sind. Ihr Hauptquartier liegt in Tampa (Florida).

Der Dachverband der Shriners International nennt sich Imperial Divan und fungiert als Verwaltungsapparat. Ihm gehören 13 Mitglieder an. Das höchste Amt ist der Imperial Potentate, welcher zugleich Präsident und Vorstandsvorsitzender des Dachverbandes ist. Außerdem ist der Imperial Potentate der Aufsichtsratsvorsitzende der 22 Kinderkrankenhäuser, welche die Bruderschaft betreibt.

Neben vielen anderen Almosenaktionen gehören die Kinderkrankenhäuser zu den Kernprojekten der Shriners. Sie verfügen über ein unfassbares Budget von 5 Milliarden Dollar, gespeist aus Stiftungsvermögen, Aktienfonds und Spenden. Dennoch leisten kubanische Ärzte weltweit mehr, obwohl ihnen kein solches Budget zur Verfügung steht. Davon einmal abgesehen sollten sich Eltern lieber zweimal überlegen, ob sie ihre Kinder in die Obhut eines Freimaurerkrankenhauses geben. Immerhin gehören die Shriners überwiegend der Hochgradfreimaurerei an.

Bis zum Jahr 2000 musste jeder, der den Shriners beitreten wollte, entweder den 32. Grad des Schottischen Ritus oder den Grad Ritter vom Tempel des York Ritus erreicht haben. Erst mit der Jahrtausendwende wurden die Anforderungen aufgeweicht, sodass heute der Meistergrad einer anerkannten Freimaurerloge ausreicht. Dennoch haben sich in Europa erst wenige hundert Freimaurer der Charity-Organisation angeschlossen, welche sich hierzulande Emirat Shriners nennt. In den USA sind die Shriners dagegen omnipräsent. Auf jeder noch so kleinen Parade fahren sie dort in ihren Miniaturautos mit.

Shriner Bobby Car

Auffällig sind auch die Kopfbedeckungen der Shriners. Der Fes sowie das darauf abgebildete Emblem der Bruderschaft wirken schon auf den ersten Blick orientalisch, was durchaus so beabsichtigt ist. Der Mitbegründer William J. Florence war nämlich während einer Tour de Marseille Gast auf der Party eines arabischen Diplomaten. Offensichtlich beeindruckt von dem orientalischen Flair, schlug er selbiges als Stil der Shriners vor. Dieser zeigt sich bereits von außen an der Architektur der Tempel.

Tripoli Shrine Tempel (Milwaukee)

Tripoli Shrine Tempel (Milwaukee)

Der erwähnte Fes wurde schon ein Jahr nach Gründung der Shriners zu dessen Erkennungsmerkmal. Allerdings war der aus Marokko stammende rote Filzhut ursprünglich kein okkultes Symbol. Diesen Status erlangte er erst 1872 durch die Shriners.

Shriners Fes

Das Logo der Bruderschaft besteht aus Krummsäbel, Halbmond, Sphinxkopf und Pentagramm. Offiziell soll der Krummsäbel für die Mitglieder der Bruderschaft stehen, welche deren Rückgrat bilden. Der Halbmond soll für Brüderlichkeit sowie Menschenliebe stehen und der fünfzackige Stern für die Kinder. Insbesondere die Erklärung des Pentagramms klingt hanebüchen, wenn man um dessen Bedeutung als Venussymbol weiß. Lediglich die Bedeutung der Sphinx als Repräsentation des regierenden Organs der Shriners hört sich plausibel an.

Shriners Logo

Das Motto der Shriners ist „Rubor et Furor“, was „Stärke und Wut“ bedeutet. Wie dies zum Slogan „Spaß haben – Kindern helfen“ passen soll, muss einem erst einmal erklärt werden. Alles in allem handelt es sich bei den Shriners um einen Freimaurerverein, der das öffentliche Image der Logenbrüder als Wohltäter feiern soll. Die Bruderschaft kann dabei als Vorlage für die später gegründeten Rotary und Lions Clubs gesehen werden, obgleich das Auftreten der Shriners weitaus unseriöser und alberner daher kommt.

Zu den einflussreichsten Mitgliedern der Shriners zählen die US-Präsidenten Harry S. Truman (1884-1972) und Gerald Ford (1913-2006).

Harry S. Truman im Dunstkreis der Shriners.

Harry S. Truman im Dunstkreis der Shriners.

Weitere berühmte Mitglieder waren und sind der Apollo-Astronaut Buzz Aldrin, der Country-Star Brad Paisley, der Rennfahrer Samuel Hornish jr. und Harland Davis Sanders (1890-1980), Gründer der Restaurantkette Kentucky Fried Chicken. In Hollywood sind die Shriners ebenfalls weit verbreitet. Neben den bereits erwähnten Komikern Stan Laurel und Oliver Hardy gehörten u.a. die Schauspieler Pat Morita (1932-2005) und Harold Lloyd (1893-1971) der Clownstruppe an.

Herold Lloyd

Herold Lloyd