Naziterror als „Lausbubenstreiche“ verharmlost

In Deutschland geht die Terrorangst um. In erster Linie natürlich die Angst vor islamistischem Terror, der von den Geheimdiensten massiv gefördert und anschließend von den Medien über alle Maßen aufgebauscht wird. Hauptnutznießer dieser Terrorangst sind vor allem rechte Parteien wie die AfD, welche die Schuld auf die Gesamtheit der Muslime abwälzen. An der Regierung Merkel kritisieren die Blauen dagegen nur, dass sie Flüchtlinge ins Land gelassen hat, nicht aber, dass z.B. Anis Amri von einem V-Mann angestiftet wurde. Das würde ja das islamfeindliche Weltbild ins Wanken bringen.

Weiterhin schüren die rechten Kräfte Angst vor angeblichem Linksterror, den es jedoch seit Auflösung der RAF überhaupt nicht mehr gibt. Politisch motivierten Terror gab es in den letzten Jahrzehnten einzig durch faschistische Gruppierungen wie den NSU oder die Gruppe Freital. Während der NSU bekanntlich auf recht spektakuläre Weise vom Verfassungsschutz abgeschaltet wurde, wird die Gruppe Freital von der lokalen Politik auf absurdeste Weise verharmlost.

Bei den Sprengstoffanschlägen der Gruppe kam bisher nur durch Glück kein Mensch ums Leben. Dennoch gingen Verletzte, Sachschäden und ein Klima der Angst auf das Konto der Gruppe Freital. Ziel der Anschläge waren vor allem LINKE-Politiker und Flüchtlinge. Doch obwohl die Täter offen mit Hakenkreuzfahne und Hitlergruß vor der Kamera posierten, will man in Freital nichts von Nazis wissen und bagatellisiert den Rechtsterrorismus als „Lausbubenstreiche“.

„Wir sind keine Nazis, sondern nur Asylkritiker“ *LOL*

An vorderster Front ist natürlich die lokale AfD mit dabei. Es verwundert nicht, dass diese Partei den Rechtsterrorismus verharmlost, fordert sie doch selbst in ihren Pamphleten wie dem „Blauen Mut“ aus Thüringen die Bewaffnung ihrer Anhängerschaft. Das ist kein Scherz! Während immer neue Waffenfunde bei so genannten „Reichsbürgern“ Schlagzeilen machen, will die AfD die Waffengesetze nach US-Vorbild liberalisieren. Das kann eigentlich nur einen Grund haben. Die nächsten „Lausbubenstreiche“ der Rechten werden offene Straßenkämpfe und politische Morde wie seinerzeit an Rosa Luxemburg und Karl Liebknecht sein.

Die AfD hat bereits erfolgreich die deutsche Zivilgesellschaft gespalten, als nächstes will sie sich der vernünftigen Hälfte mittels Bürgerkrieg entledigen. Da reicht ein Blick nach Polen, wo die PIS bereits paramilitärische Gruppen ausbilden lässt. Die AfD zeigt immer offener ihr wahres Gesicht, in dem sie rechtsextreme Gewalt verharmlost und sogar politisch unterstützt. Die Gefahr des Rechtsterrorismus war noch nie so hoch wie aktuell und den Tätern ist es egal, ob bei einem Bombenanschlag auf eine Dönerbude auch deutsche Familien samt Kindern ins Gras beißen. Das sind keine „Lausbubenstreiche“, allein der Versuch ist eine schwere Straftat!

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8 Kommentare zu “Naziterror als „Lausbubenstreiche“ verharmlost

  1. Nicht zu vergessen auch mehr oder weniger offen agierende Kameradschaften bzw. generelle Rechtsgesinnung in Sachsen-Anhalt.
    In vielen Medien bzw. Satiresendungen wird sich ja nur drüber lustig gemacht. Ich finde, dass wohl die Gefahr verkannt wird bzw. das so transportiert.

    Leider trägt auch die geringe Offenheit in den Medien dazu bei, dass Rechts stärker wird (also dass Taten von asozialen kriminellen Flüchtlingen, die unter ihnen, die tatsächlich gewaltbereite und frauerverachtende Verbrechen begehen, teils verschwiegen oder beschwichtigt werden). Weil das bringt auch nichts bzw. führt nicht zu einem differenzierten Denken bei den Nazis.
    Und solche Gruppierungen wie die Antideutschen helfen leider auch nicht wirklich (auch wenn das kleinere Übel).

    Gerade heute ist vieles von Seiten der Politik wie z.B. auch Gesetze zur Kontrolle der „neuen“ Medien oder irgendwelche Genderrichtlinien, wo es jetzt nur um Begriffe geht und nicht die Menschen an sich dabei, doch nur behelfsmäßig und pseudo.
    Bzw. gewollt? Auch wenn manche sich dafür ausnutzen lassen.
    Naja in den 90ern war das mit den Nazis auch schlimm und krasser von den Aktionen her, aber auch klarer irgendwie.

  2. Ganz schön einseitig betrachtet! Linksterror gibt es also seit der RAF nicht mehr. Warum werden die dann auf Kosten des Steuerzahlers durch ganze Land auf Demos gekarrt? Oder warum brennen in linken Hochburgen öfter Autos und Polizeireviere? Und ist nicht auch der Rechtsterror vom Geheimdienst unterstütz? Oder wie war das mit den V-Männern bei der NPD? Und die NSU-Geschichte? Ganz nach dem Motto: Divide et impera! Ich frag nur, Que bono? Vorallem wem nützt so ein Artikel?

    • 1. Das ist ein Artikel über die Gruppe Freital und nicht über die RAF. Es geht also um Rechtsterrorismus. Warum sollten wir da immer gleich etwas linkes dagegen halten? Zum einen wäre eine Gleichsetzung völlig falsch, da sowohl die Intentionen als auch die Ziele völlig unterschiedlich sind. Zum anderen würden wir den Rechtsterrorismus damit verharmlosen.

      2. Brennende Autos sind scheiße, da sind wir uns wohl einig. Chaostage fallen dennoch nicht in die Kategorie Terror, da sie weder koodiniert sind (da brennen oft sogar Autos von Arbeitern statt von Bonzen), noch gezielt gegen Menschenleben gerichtet sind. Außerdem stecken meist autonome Krawalltouristen dahinter, die bestenfalls eine politische Meinung vorgaukeln, aber im Prinzip einfach nur stupide Schläger sind. Die sind eher mit Fußball-Hooligans vergleichbar als mit der RAF.

      3. Kein Linker wird mit Steuergeldern zu irgendeiner Demo gekarrt. Die meisten fahren auf eigene Kosten, bei größeren Demos (z.B. gegen TTIP) organisieren auch mal Gewerkschaften und Parteien Busse. Unfassbar, dass immer noch jemand diese krude Verschwörungstheorie von bezahlten Massendemonstrationen glaubt. Überhaupt, wozu sollte der Staat linke Demonstrationen bezahlen, die sich gegen die Regierung und ihre Vorhaben richten? Und dann lässt der Staat diese Demonstranten auch noch von der Polizei verprügeln.

      Das einzige, was die Steuerzahler tragen müssen, sind die Polizeieinsätze und die schützen meistens nur die Nazis und Bankenviertel. Je nachdem, wogegen gerade demonstriert wird.

      4. Dass die NPD zu einen Großteil aus V-Leuten besteht und auch der NSU vom VS gelenkt war, ist korrekt. Das ändert jedoch nichts an der rechtsextremen Überzeugung dieser V-Leute. Die liefern keine brauchbaren Daten über die eigene Szene, sondern werden eher noch auf linke Politiker und Gewerkschafter angesetzt.

      Der Staat unterstützt die Nazis nicht, weil die Nazis Fake sind, sondern weil die BRD von Altnazis aufgebaut wurde und immer noch sehr viel 3. Reich in staatlichen Behörden steckt. Allen voran in der Organisation Gehlen und dem VS.

  3. Interessant geschriebener Artikel. Ich finde nur, dass die Behauptung es gäbe keinen „Linken Terror“ seit dem Ende der RAF, nicht ganz korrekt ist. Denkt nur mal an den G20 Gipfel in Hamburg.

    Ich habe die AFD nicht gewählt, verstehe aber nicht, warum die Partei permanent kritisiert und in die Nazi-Schublade gesteckt wird.
    Sicherlich gibt es in der Partei Dinge die man hätte anders sagen MÜSSEN. Aber eigentlich macht doch ein jeder mal Fehler und auch Politiker anderer Parteien haben sich schon im Ton (oder Umgang mit anderen Menschen) vergriffen.

    Vielleicht denkt der Eine oder Andere auch mal darüber nach und genauso die AFD über ihr Verhalten, sodass der Name doch irgendwann einmal Programm sein könnte…

    • Zu den Straßenschlachten bei G20 haben wir bereits einen Artikel veröffentlicht. Da kann niemand mehr genau sagen, was wirklich von links kam, weil auch Agent Provokateurs dabei waren sowie hunderte unpolitische Plünderer, die einfach die Gunst der Stunde genutzt haben. Nicht zu vergessen die Polizeigewalt, welche überhaupt erst der Auslöser für das ganze Desaster war.

      Mit dem Terror der RAF lässt sich das jedenfalls nicht gleichsetzen. Es gab keine gezielten Bombenanschläge und erst recht keine Toten. Terror setzt Planung und Heimtücke voraus, Aufstände fallen nicht in diese Kategorie. Hinzu kommt, dass es seit dem Ende der RAF keine linke Terrororganisation mehr gibt.

      Was die AfD angeht, stellt diese sich selbst immer wieder in die rechte Ecke. Ja, es gibt auch einen neoliberalen Flügel, der sich (noch) von Höcke, Pockenburg und Co. abgrenzt, aber dessen Vertreter verlassen bereits scharenweise die Partei. Den Anfang hatte Parteigründer Bernd Lucke gemacht, der inzwischen eindeutige Worte für das findet, was ihm vor Jahren völlig aus dem Ruder gelaufen ist.

  4. Adolf Hitler sagte: Wer bei dem ganzen um rechts oder links diskutiert hat nicht verstanden um was es geht 🙂

    • Hitler ging es um die „Endlösung der Judenfrage“ und die Vernichtung der slawischen Völker, um deren Lebensraum zu annektieren. Alles nachzulesen in „Mein Kampf“. Wer derartige Menschenverachtung gutheißt, der hat nicht verstanden!

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