Ist die AfD eine Satirepartei?

von A. Tom Shroom

Die AfD ist eine Partei voller Widersprüche. Dies nimmt zuweilen groteske Züge an, sodass man sich fast fragen muss, ob die AfD vielleicht eine Satirepartei ist? Steht das Blau am Ende etwa dafür, dass man das Kasperletheater nur im Suff ertragen kann? Es folgen ein paar Beispiele für das bizarre Gebaren der Rechtspopulisten.

Aktuell feiert sich die AfD mit einer Klage gegen die Ehe für alle, als würde das irgendeinen Einfluss auf die Lebensverhältnisse ihrer Wählerschaft haben. Der Clou dabei ist, dass ihre Bundestagsfraktionsvorsitzende Alice Weidel selbst lesbisch ist und mit ihrer Lebensgefährtin zwei Söhne großzieht. Kein Einzelfall, denn es gibt in der Partei längst einen Arbeitskreis für Schwule und Lesben. Warum also klagt die Partei gegen ein Lebensmodell, welches in ihren eigenen Reihen scheinbar längst akzeptiert wird?

An Alice Weidel ist allerdings noch mehr merkwürdig. So wettert sie permanent gegen Überfremdung, doch ihre Lebensgefährtin stammt aus Sri Lanka. Mit dem deutschen Patriotismus nimmt es die deutsche Patriotin ebenfalls nicht so genau. Sie lebt zwar im baden-württembergischen Überlingen, ist allerdings im 160 km entfernen Biel hinter der Schweizer Grenze gemeldet, wo sie ihre Steuern zahlt. Ein Schelm, der Böses dabei denkt. Aber als Investmentbankerin kennt sie sich mit Steuertricks nun mal bestens aus.

Noch grotesker ist die jüdische Bundesvereinigung in der AfD, welche sich am 7. Oktober 2018 gegründet hat. Nach den antisemitischen Äußerungen von Abgeordneten wie Wolfgang Gedeon oder den Äußerungen des Thüringer Parteivorsitzenden Bernd Höcke zum Zitat: „Mahnmal der Schande“, ist die Gründung dieser Vereinigung ein regelrechter Treppenwitz. Doch während es in der Partei zu heftiger Ablehnung kommt, ist sich selbige nicht zu schade, in einem Spot zur Landtagswahl in Hessen mit einem Juden zu werben, der obendrein auch noch einen Migrationshintergrund hat. So kackendreist war nicht einmal die NSDAP!

Es kommt aber noch besser, denn in besagtem Werbespot wirbt die AfD auch mit Mary Khan. Die Forderung nach konsequenter Abschiebung, welche nicht nur im hessischen Wahlkampf allgegenwärtig ist, gilt offensichtlich nicht für den eigenen Landesvorstand. Warum eine fremdenfeindliche Partei eine Pakistanerin zur Wahl aufstellt, kann eigentlich nur damit begründet werden, dass die Partei so wenigstens eine waschechte Arierin vorzuzeigen hat. (Anmerkung: Arier sind ein persischer Volksstamm, der in Teilen Pakistans und des Irans beheimatet ist.)

Es ist eigentlich unfassbar, dass der Wahlkampfspot der AfD Hessen mehr Likes als Dislikes hat. Jeder vernunftbegabte Wähler müsste angesichts der offensichtlichen Diskrepanzen zumindest ins Grübeln kommen und selbst die rechten Wähler sollten spätestens an dieser Stelle merken, dass da was nicht zusammenpasst. Wenn eine antisemitische, rassistische und homophobe Partei Juden, Migranten und Lesben aufstellt, kann man das doch nicht mehr ernst nehmen! Was kommt denn als Nächstes? Ein Arbeitskreis Scharia in der AfD?

Entweder die AfD will den Satirikern von Die Partei Konkurrenz machen oder sie verarscht ihre Wähler ganz bewusst. Dabei ist es egal, von welcher Seite man es betrachtet. Wähler der bürgerlichen Mitte werden mit solchen Kandidaten gezielt über die tiefbraunen Abgründe der AfD hinweggetäuscht, während sie auf der anderen Seite genau dadurch für rechte Wähler unattraktiv wird.

In Thüringen hat sich der Fraktionsvorsitzende Höcke dabei unlängst ein Eigentor geschossen, als er sich zu Pegida bekannte, während er sich vom thüringischen Ableger Thügida distanzierte. Dumm nur, dass ihm die Stimmen von Pegida bei der Thüringer Landtagswahl 2019 nichts nützen werden, weil die im falschen Bundesland leben. Die rechten Wähler im eigenen Bundesland hat Höcke indes nicht nur vergrault, die wollen jetzt sogar eine Anti-AfD-Demo in seinem Heimatdorf durchführen. Dort sind bisher eigentlich nur Antifaschisten gegen ihn aufmarschiert.

Quelle

Obwohl diese Entwicklungen wie Realsatire anmuten, bleibt die AfD eine durchaus ernstzunehmende Partei. Natürlich nicht ernst in Bezug auf ihre Glaubwürdigkeit, sondern auf ihre Gefährlichkeit. Sie ist in jedem Falle eine neoliberale Partei und wenn sich ihr rechtsextremer Flügel weiter durchsetzt, ist sie nicht nur eine Gefahr für den Sozialstaat, sondern auch für den Rest von Demokratie, den wir noch haben. Und wieder einmal ist es Höcke, der diesbezüglich mit beschönigenden Äußerungen zum italienischen Faschismus unter Mussolini auf sich aufmerksam gemacht hat. Nur wird ihm das die Stimmen von Thügida genauso wenig zurück bringen, wie eine reuige Entschuldigung bei diesen Neonazis. Aber immerhin kann die AfD noch auf genügend „besorgte Hutbürger“ hoffen.

Quelle

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10 Kommentare zu “Ist die AfD eine Satirepartei?

    • Guter Vergleich! Zumal die NDP sich ebenfalls so ein Ding geleistet hat. Erst „kriminelle Ausländer raus“ fordern und dann den vorbestraften Safet Babic als Kandidaten aufstellen. Das ist in etwa so, als wenn die NSDAP einen jüdischen Bolschewisten als Führer hingestellt hätte.

  1. Homophob, weil man die Ehe für alle ablehnt? Ist denn Alice Weidel verheiratet?
    Sich gegen Überfremdung zu wehren ist definitiv keine Ausländerfeindlichkeit.
    Auch ich würde mein Land (Deutschland) lieben (Patriotismus), wenn ich in einem anderen Land wohnen würde.

    Was du hier betreibst ist Hetze gegen die AfD.
    Und vor allen Dingen dieses Links-Rechts-Gerede, damit schließt du dich dem System an und benutzt links und rechts als sprachliche Abbilder eines jeweils individuellen Weltbildes.

    Plädiere hier lieber für eine freiheitlich-demokratische Grundordnung.
    Du unternimmst Eingrenzungsversuche.

    • 1. Ja, die Klage gegen die Ehe für alle ist homophob! Damit wird nämlich ein vorgestriges Weltbild bedient, welches Schwule und Lesben ausgrenzt. Rationale Gründe für diese Klage gibt es keine! Es ist die pure Boshaftigkeit, anderen etwas nicht zu gönnen!

      2. Ja, Alice Weidel ist verheiratet und klagt trotzdem gleichzeitig gegen die Ehe für alle. Daher der Vorwurf der Satirepartei, denn der Widerspruch ist mehr als offensichtlich.

      3. Sind Sie etwa auch ein Kabarettist, dass sie den Vorwurf der Ausländerfeindlichkeit von sich weisen, während Sie selbst im gleichen Satz von Überfremdung schwafeln? Das ist doch nur ein Synonym dafür, dass Sie hier keine „Kanaken“ sehen wollen.

      Was ist das überhaupt für ein blödes Nazineusprech? Wo fängt diese ominöse „Überfremdung“ denn an? Ist unsere deutsche Küche etwa von Kartoffeln überfremdet? Und sind wir ich noch gar nicht bei Pizza und Nudeln. Oder ist vielleicht unsere Kultur von „Star Wars“ und Mangas überfremdet? Ihre armen Kinder dürfen dann wohl nur Leni-Riefenstahl-Filme sehen und Landsermagazine lesen.

      Der Witz dabei ist, dass Ihnen niemand verbietet, sich auf deutsche Volksmusik und Kraut mit Bockwurst zu beschränken. Nur hören Sie verdammt noch mal damit auf, anderen vorschreiben zu wollen, wie deutsch sie zu leben haben! Wenn Sie frei von fremden kulturellen Einflüssen leben wollen, gehen Sie nach Nordkorea! Da gibt es auch einen tollen Zaun, der alle Ausländer draußen hält!

      4. Es geht nicht um die Begriffe „Links“ und „Rechts“, sondern darum, was dahinter steht. Entweder man hat ein humanistisches Weltbild, das von Frieden, Gerechtigkeit und direkter Demokratie geprägt ist, oder man ist ein Menschenfeind, der andere ausgrenzt und einen starken, totalitären Staat anstrebt. Die AfD verkörpert definitiv Letzteres! Wenn es Ihnen besser gefällt, nennen wir diese Partei gerne protofaschistisch statt rechts.

      5. Sie bezeichnen Fakten als Hetze? Wo ist denn Ihr „Mut zur Wahrheit“? Hetze kommt doch vor allem von der Vogelschisspartei. Oder wie würden Sie Nazineusprech wie „Messermigration“, „Asylantenflut“ oder „linksgrün-versiffte Gutmenschen“ einordnen? Betroffene Hunde bellen, was?

      Wir werden jedenfalls nicht damit aufhören, unsere Meinung frei zu äußern. Noch ist das 4. Reich nur ein feuchter Traum von Rechtspopulisten.

  2. Also ich finde die Seite echt klasse, beschäftige mich auch sehr viel mit den Themen die hier behandelt werden.

    Nun aber zu meiner Kritik. Leider finde ich Dich / Euch in dieser Hinsicht nicht gesinnungsfrei. Angst vor Überfremdung und den Negativ-Folgen von zu viel Immigration ist per se also ausländerfeindlich? Jeder der Angst um seine Heimat und damit dieses, wenn auch ausbeuterische, System hat, das er tagtäglich mit seiner Lebenszeit finanziert, will also von Grund auf Seine Kinder mit Leni-Riefenstahl-Filmen und Landsermagazine aufwachsen lassen? Ernsthaft?

    Das ist tatsächlich eine ganz klar populistische Aussage eurerseits und kann so nur von einem äußerst Links denkenden Mensch kommen. Hier stellt sich mir dann doch die Frage, wie ernst man euch generell nehmen kann. Es drängt sich der Verdacht auf, ihr seid selbst freimaurerisch angehaucht. Denn so habt ihr hier doch eure wahre Gesinnung gezeigt, die so gar nicht mit dem Außenbild korreliert, das ihr zeichnet.

    Was also ist der wahre Sinn dieser Seite, wenn auf die „Wahrheit“ nicht sachlich diskutiert werden kann und jedem seine Meinung zusteht, ohne dass man direkt in eine bestimmte Richtung gedrückt wird.

    • Zunächst einmal besteht ein gravierender Unterschied zwischen Folgen von Migration und Überfremdungsängsten. Migration hat zweifelsohne Folgen und zwar sowohl negative wie auch positive. Die negativen Folgen wollen wir gar nicht leugnen, die gibt es. In diesem Artikel geht es aber nicht um Migration, sondern um die offenkundigen Widersprüche der AfD. Diese lehnt Migration ab, stellt aber eine Pakistanerin zur Wahl auf. Das ist nun einmal grotesk und solange es noch ein Recht auf freie Meinung gibt, werden wir das auch so stehen lassen.

      Was nun die Überfremdung angeht, ist das einfach nur ein bescheuertes Wortkonstrukt, was einfach nicht ernst genommen werden kann! Zunächst einmal fragt sich doch, was überhaupt fremd ist? Mit Ausnahme der Personen, die wir kennen, sind alle Menschen Fremde für uns. Es kann also sein, dass uns Deutschen andere Deutsche fremder sind als Migranten, mit denen wir befreundet sind. Deutsche mit rechtsextremer Ideologie erscheinen uns persönlich dabei besonders befremdlich.

      Was also ist diese ÜBERfremdung eigentlich? Ist die deutsche Küche von Kartoffeln überfremdet? Die Kartoffel kommt aus Amerika, dennoch gehört sie inzwischen zu unseren Grundnahrungsmitteln! Darüber redet bei der AfD natürlich niemand. Wenn die Rechtspopulisten von Überfremdung reden, meinen sie in erster Linie den Islam und spielen sich als Verteidiger des christlichen Abendlandes auf. Doch Moment mal, das Christentum stammt doch ebenfalls aus dem Nahen Osten und wurde uns mit Feuer und Schwert aufgezwungen! Aber fühlt sich hier irgendwer vom Christentum überfremdet? Hashtag: Wo sind all die Heiden hin?

      Die AfD schürt vollkommen künstliche Ängste! Doch das Einzige, wovor wir wirklich Angst haben müssen, sind Psychopathen. Natürlich gibt es Psychopathen unter den Flüchtlingen, wie die tödliche Messerstecherei in Chemnitz gezeigt hat. Es gibt aber auch deutsche Psychopathen, wie der NSU gezeigt hat. Können wir uns also nicht darauf einigen, dass Menschen ohne Empathie und Skrupel das eigentliche Problem sind? Aus Angst vor den einen Psychopathen den anderen Psychopathen hinter zu rennen, ist dagegen eine denkbar schlechte Idee.

      Das ist kein Populismus, sondern gesunder Menschenverstand! Wie man aufgrund dessen darauf kommen kann, dass wir Freimaurer wären, erschließt sich uns nicht. Einmal davon abgesehen, dass wir armen Schlucker uns die Mitgliedschaft in einer Loge nicht mal Ansatzweise leisten können, haben wir eigentlich mehr als oft deutlich gemacht, was wir von okkulten Geheimbünden halten. Zudem lehnen wir die AfD ja gerade deshalb ab, weil wir ihr Verbindungen zur Freimaurerei nachweisen können. (Ebenso wie Verbindungen zur Hochfinanz, zur Pharmaindustrie und natürlich zu neofaschistischen Gruppierungen.)

      Die Ablehnung dieser Partei hat ebenfalls etwas mit gesundem Menschenverstand zu tun, genauso wie unsere eigene Einordnung im linken politischen Spektrum. Warum sollte Letzteres überhaupt etwas Schlimmes sein? Nirgendwo ist gesetzlich festgeschrieben, dass wir neutral zu sein haben. Wir sind auch keine finsteren Stalinisten oder Antideutsche, noch in sonst einer Form Extremisten. Links der Mitte stehen wir, weil wir für Frieden, soziale Gerechtigkeit, Umweltschutz und die Freiheit des Individuums eintreten. Ja wir treten sogar dafür ein, dass Alice Weidel weiter mit ihrer Frau verheiratet bleiben und Kinder großziehen darf! Im Gegensatz zu ihrer eigenen Partei, wohlbemerkt…

      • Schön und gut, aber mein Kommentar bezog sich auf Ihre Antwort zum vorherigen Kommentar. Die AfD ist mir ehrlich gesagt scheiß egal. Der satanistischen Weltelite ist es egal ob rechts oder links an der „Macht“ ist. Ziel ist das Ende der Welt, um den Messias empfangen zu können. Mir ging es tatsächlich mit meinem Post nur darum, dass Ihr / Euer Kommentar ziemlich populistisch und nicht gesinnungsfrei erschien.

        Apropos, Freimaurer Mitgliedschaften gibts doch derzeit eh im Sonderangebot ^^ … Zugegebener Maßen gestehe ich aber einen leicht polemischen Ansatz in meiner Aussage.

        LG

        • Es war leider nicht ersichtlich, dass sich Ihr Kommentar nicht auf den Artikel, sondern auf einen Antwortkommentar bezog. Was die Gesinnung angeht, ist wohl kein Mensch über 3 Jahren gänzlich gesinnungsfrei. Die Frage ist, ob man freundlich oder feindlich gesinnt ist?

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