Die Theorie der hohlen Erde – Beweis für hohle Köpfe?

von Shinzon

Menschen sind eine leicht zu manipulierende Spezies und wenn sie einmal eine Idee verinnerlicht haben, egal wie unlogisch und krude diese ist, werden sie voller Überzeugung und gegen jede Vernunft dafür eintreten. Es sollte daher nicht verwundern, dass es neben der Theorie der flachen Erde auch noch die Theorie der hohlen Erde gibt. Interessanterweise handelt es sich dabei um keine moderne Verschwörungstheorie und auch nicht um religiösen Wahn, sondern um eine ursprünglich wissenschaftliche Theorie aus dem 17. Jahrhundert.

Es mag ein wenig überraschen, dass die erste Hohlwelttheorie auf den britischen Astronom Edmond Halley (1656-1742) zurückgeht. Zu seiner Zeit gingen die Gelehrten davon aus, dass alle Materie der Planeten und Monde die gleiche Dichte hätte, woraus Halley schlussfolgerte, dass ein Teil der Erde hohl sein müsse. Ein wissenschaftlicher Irrtum, wie sich später herausstellte.

Leider sollte es nicht der einzige Irrtum bleiben, dem Halley aufsaß. Nachdem am 6. März 1716 über England und weiten Teilen Europas starke Polarlichter zu sehen waren, wurde er von der Royal Society beauftragt, dieses Phänomen zu erklären. Da zu diesem Zeitpunkt noch niemand die Pole der Erde erforscht hatte und nichts über die Entstehung der Polarlichter bekannt war, mutmaßte Halley, dass die Erdkruste in den nördlichen Breiten dünner sei und daher Licht aus dem Erdinneren durchscheine.

Aus heutiger Sicht erscheinen diese Erklärungsansätze selbstverständlich lächerlich, doch im 17. Jahrhundert wusste es schlichtweg niemand besser. Edmond Halley blieb mangels neuer Erkenntnisse bis zu seinem Tode von der Hohlwelttheorie überzeugt und ließ sich im Alter von 80 Jahren sogar mit einem entsprechenden Diagramm abbilden.

Edmond Halley

Die heutigen Anhänger der Hohlwelttheorie berufen sich indes weiterhin auf Halley, obwohl die Pole inzwischen erforscht sind und bekannt ist, dass Polarlichter durch vom Sonnenwind ionisierte Partikel in der oberen Erdatmosphäre entstehen. Halley selbst hätten diese Korrekturen seiner falschen Annahmen sicherlich zum Umdenken gebracht, da er ein Mann der Wissenschaft war. Selbiges kann man von den Fantasten, die seinen Irrtümern immer noch nachhängen, nicht behaupten.

Die Berufung auf längst überholte Theorien dient nur dazu, dem Mythos der Hohlwelt einen Anstrich von Seriosität zu geben. Gedankenexperimente werden dabei als wissenschaftliche Fakten dargestellt, obwohl dies mitnichten zutrifft. So war die Annahme des Schweizer Mathematikers Leonhard Euler (1707-1783), die Erde sowie die anderen Planeten könnten innen hohl und von inneren Sonnen erleuchtet sein, nur ein Diskussionsbeitrag und keine wissenschaftliche Erkenntnis.

Die Behauptungen des schottischen Physikers John Leslie (1766-1832), der auf dem Gebiet der Wärmeübertragung sicherlich Bahnbrechendes geleistet hat, grenzten indes an reine Fantasie. Er setzte gleich zwei Sonnen ins Erdinnere, die er Pluto und Proserpina nannte. Nun ist inzwischen aber bekannt, dass ein Stern erst ab einer gewissen Masse die Kernfusion zünden kann, sonst endet er als brauner Zwerg. Braune Zwerge sind ihrerseits immer noch größer als der Jupiter, was bedeutet, dass keine Sonne klein genug wäre, um ins Erdinnere zu passen.

Lediglich ein weißer Zwerg könnte tatsächlich im Erdinnern Platz finden. Doch zum einen würde sich die Frage stellen, wie der Überrest eines toten Sterns in einen Planeten gelangen sollte? Während der aktiven Phase wäre der Stern noch zu groß gewesen und seinen Kollaps hätte kein Planet überleben können. Außerdem würden die starken Gravitationskräfte eines weißen Zwerges jeden Planeten zerreißen – egal ob von innen oder außen. Von den Auswirkungen eines Magnetares, Pulsars und dergleichen fangen wir lieber gar nicht erst an.

Als einzige Möglichkeit bliebe noch, eine Miniatursonne künstlich unter enormen Druck zu erzeugen, wobei künstlich genau das richtige Stichwort ist. Eine Hohlwelt könnte nämlich ebenfalls nur konstruiert werden und niemals auf natürlichem Wege entstehen. Wie Planeten entstehen, ist inzwischen nämlich gut erforscht. Weltraumteleskope haben längst protoplanetare Scheiben entdeckt und Astronauten haben nachgewiesen, dass sich Staubpartikel in der Schwerelosigkeit zusammenklumpen.

Die Planetenentstehung beginnt also mit elektrostatischen Effekten und sobald die Klumpen genügend Masse besitzen, kommt die Gravitation ins Spiel. Beim Aufeinandertreffen von Asteroiden wird Energie freigesetzt, welche diese zum Schmelzen bringt, sodass sie zusammenwachsen. Ab einer bestimmten Masse werden die noch kochenden Protoplaneten in eine annähernde Kugelform gezwungen. Das hängt u.a. damit zusammen, dass die schweren Elemente absinken und ein Gravitationszentrum bilden, von dem die Schwerkraft mehr oder weniger gleichmäßig nach unten wirkt.

Es ist schlichtweg unmöglich, dass dabei ein Planet entstehen kann, der hohl wie eine Christbaumkugel ist. So etwas schafft nur ein Glasbläser! Ebenso ist das Argument, dass die Zentrifugalkraft das flüssige Erdinnere an den Innenrand drängen könnte, wie die Wäsche in einer Schleuder, totaler Mumpitz! Die Zentrifugalkraft gibt es zwar, doch wirkt ihr die Gravitation entgegen. Der einzige Effekt, der sich durch die Erdrotation tatsächlich ergibt, ist eine Abflachung an den Polen.

Tatsächlich sind alle Planeten und auch Sterne keine perfekten Kugeln, sondern Rotationsellipsoide. Dies spricht wiederum gegen die Theorie der hohlen Erde, denn würde die Erde nur aus einer Kruste bestehen, würde sie durch solche Kräfte zerbrechen. Tatsächlich ist die Erdkruste sogar sehr brüchig, was man an der Bewegung der Kontinentalplatten beobachten kann. Würden diese Platten nicht auf dem zähen Erdmantel schwimmen, hätte es die Erde längst im Sonnensystem zerstreut.

Und da wären wir beim nächsten Punkt, der die Hohlwelttheorie ad absurdum führt. Durch die Plattentektonik kommt es immer wieder zu Erdbeben und Vulkanausbrüchen. Während Erdbeben eine hohle Erde sofort auseinanderreißen würden, beweisen Vulkane, dass das Erdinnere flüssig ist. Dafür haben die Anhänger der Hohlerde schlichtweg keine Erklärung. Ebenso wenig für die Ähnlichkeit zwischen Erde und Mond, die nur das Resultat einer kosmischen Kollision sein kann, welche für jeden hohlen Planeten das Ende bedeutet hätte.

Aber halt, der Mond ist ja ein getarnter Todesstern oder wahlweise auch ein Hologramm. Wenn den Anhänger kruder Theorien die Argumente ausgehen, greifen sie zur Science Fiction. In diesem Genre wimmelt es von Hohlweltromanen, die sicherlich der Unterhaltung dienen, aber ganz gewiss nicht der Beweisführung. Am bekanntesten ist sicherlich Jules Vernes „Die Reise zum Mittelpunkt der Erde“ (1864), wobei in diesem Werk eher eine durchlöcherte Erde als eine bewohnte Innenseite beschrieben wird. Immerhin geht es bis zum Mittelpunkt hinunter.

Klassische Hohlweltdarstellungen finden sich derweil in „Pellucidar“ (1914) von Edgar Rice Burroughs, Wladimir Obrutschews Werk „Plutonien“ (1924) sowie Arno Schmidts Satire „Tina oder über die Unsterblichkeit“ (1955). In der modernen Literatur wird die Theorie der hohlen Erde u.a. in dem Steampunk-Roman „Hohlwelt“ von Rudy Rucker sowie in Thomas Pynchons „Gegen den Tag“ aufgegriffen. Bei den älteren Werken könnte man den Autoren noch mangelndes Wissen vorwerfen, die neueren Erscheinungen sind dagegen im Bereich Fantasy anzusiedeln.

In jedem Falle sollte davon Abstand genommen werden, solche Literatur als Grundlage für eine Argumentation heranzuziehen. Ebenso basieren die Behauptungen von John Cleves Symmes, Jr. (1779-1829) über zwei schiffbare Polarmeere, die ins Erdinnere führen würden, auf purer Phantasie. Dennoch sind die Anhänger der Hohlwelttheorie bis heute von der Existenz der polaren Eingänge ins Erdinnere überzeugt.

Die zahlreichen Satellitenaufnahmen tun die Fanatiker selbstverständlich als Fälschungen ab und präsentieren gerne eigene Bilder, bei denen es sich definitiv um Fotomontagen handelt. Außerdem bleiben sie eine Erklärung schuldig, warum das Nordpolarmeer nicht ins Erdinnere abfließt, wenn sich dort doch angeblich ein Loch befinden soll? Wer diesen widersprüchlichen Behauptungen und offensichtlich gefälschten Bildern glaubt, dem ist nicht mehr zu helfen!

Fotomontage des Nordpolochs.

Der Mythos der hohlen Erde hat dabei längst die Grenze zur Verschwörungstheorie überschritten und das nicht nur wegen der Behauptung, dass sämtliche Weltraumagenturen und Regierungen uns über die Eingänge in die Innererde belügen würden. Noch kruder sind die Behauptungen, dass die Nazis am Südpol einen Eingang in die innere Erde gefunden hätten und dort bis heute friedlich mit Innerirdischen und Dinosauriern auf einem Kontinent namens Agartha zusammenleben.

Grundlage dieser Fantastereien ist eine Antarktisexpedition der Nazis, die tatsächlich in den Jahren 1938 bis 1939 stattgefunden hat. Der ehemalige Frachter Schwabenland, der von der Deutschen Lufthansa als Katapultschiff für eine Luftpoststrecke im Südatlantik eingesetzt worden war, wurde für die Expedition 1936 zu einem Forschungsschiff umgebaut. Während der Forschungsreise wurde ein 600.000 km² großes Küstengebiet mittels eines mitgeführten Flugzeugs mit Reichsfahnen abgesteckt und nach dem Schiff „Neuschwabenland“ getauft. Soweit die historischen Fakten.

Quelle 1

Quelle 2

Der Legende nach soll Admiral Karl Dönitz später noch mehrere U-Boote in die Antarktis geschickt haben, woraufhin er Hitler angeblich meldete: „Meine U-Boot-Fahrer entdeckten ein echtes irdisches Paradies.“ 1943 soll Dönitz schließlich noch verkündet haben: „Die U-Boot-Flotte Deutschlands kann stolz sein, dass sie am anderen Ende der Welt für den Führer eine uneinnehmbare Festung errichtet hat.“

Zum einen handelt es sich hier um historisch nicht verifizierbare Zitate, die obendrein vielseitig interpretierbar sind. Hat die deutsche Marine Shangri La entdeckt, wie manche behaupten? Oder eventuell nur Bodenschätze? Den Spekulationen sind hier keine Grenzen gesetzt, aber mit Sicherheit haben die Nazis keinen Eingang zur inneren Erde entdeckt! Sieht man einmal davon ab, dass die vermeintliche Aussagen von Dönitz nichts weiterer als kühne Behauptungen von Verschwörungstheoretikern sind, ist die Rede immer noch von einem „irdischen Paradies“ und nicht etwa von einem „innerirdischen“.

Nicht einmal für die angebliche Festung in der Antarktis gibt es Beweise. Im Gegenteil wurde das Neuschwabenlandgebiet schon am 14. Januar 1939 von Norwegen beansprucht und in Königin-Maud-Land umgetauft. Eine weitere Antarktisexpedition des Deutschen Reiches war indes zwar geplant, wurde aber aufgrund des Kriegsbeginns am 1. September desselben Jahres abgeblasen. Die Nazis kehrten offiziell nie zur Antarktis zurück und die gegen Kriegsende vermissten U-Boote nahmen wohl eher Kurs auf Lateinamerika. Dort tauchten nachweislich zahlreiche Nazigrößen unter, darunter Dr. Josef Mengele und Adolf Eichmann. Mit Sicherheit war das viel bequemer, als sich auf Antarktika den Arsch abzufrieren.

Ein weiteres Indiz für die angebliche Eroberung der Antarktis durch die Nazis, welches immer wieder angeführt wird, ist die Operation Highjump von 1946/1947. An dieser vermeintlichen Forschungsexpedition unter dem Kommando von Admiral Richard Evelyn Byrd nahmen ein Flugzeugträger, 11 Kriegsschiffe und ein U-Boot mit insgesamt rund 4.000 Mann Besatzung teil. Ebenfalls mit an Bord waren 26 Flugzeuge und 30 Hubschrauber. Das hört sich so gar nicht nach einer friedlichen Forschungsreise an und tatsächlich räumte Byrd kurz vor der Abreise am 2. Dezember 1946 gegenüber der Presse ein, dass seine Reise „einen militärischen Charakter“ habe.

Worin genau die Mission bestand, ist genauso unbekannt wie die Gründe für den Abbruch selbiger nach nur zwei Monaten. Fakt ist lediglich, dass Ende Januar 1947 die Flugaufklärung u.a. über dem ehemaligen Neuschwabenland begann, wobei über 70.000 Fotos geschossen wurden. Alles, was über diese Informationen hinaus geht, ist wilde Spekulation.

Quelle

Angeblich soll die amerikanische Flotte von Flugscheiben angegriffen worden sein und hohe Verluste erlitten haben. Beweise dafür gibt es jedoch keine und selbst wenn dem so wäre, bedeutet dies nicht, dass die Nazis bis heute in ihrer geheimen Antarktisbasis finstere Welteroberungspläne schmieden oder gar mit den Innerirdischen auf Dinosauriern reiten. Vielleicht sind die Amerikaner stattdessen mit Außerirdischen aneinander geraten, wer weiß?

Die einzige Quelle für das angebliche Gefecht ist jedenfalls Dr. Dimitri Filippowitsch, der von sich selbst behauptet, zu Sowjetzeiten ein hochrangiger Militäroffizier gewesen zu sein. Als solcher will er Zugang zu Geheimunterlagen erlangt haben. Im Falle der Operation High Jump geht es jedoch um amerikanische und nicht um russische Geheimunterlagen, was seine Glaubwürdigkeit in arge Zweifel zieht. Er war es auch, der die angeblichen Zitate von Admiral Dönitz über eine versteckte Nazibasis auf Antarktika in Umlauf gebracht hat. Keine andere Quelle konnte die Behauptungen von Filippowitsch bisher unabhängig bestätigen.

Am wahrscheinlichsten ist also, dass die Amerikaner unter dem Kommando von Admiral Byrd tatsächlich Gerüchten einer geheimen Nazibasis nachgegangen sind und die Mission abgebrochen haben, weil sie schlichtweg nichts gefunden haben! Das würde auch erklären, warum alle späteren Forschungsexpeditionen auf den unbewohnten Kontinent unbehelligt blieben. Es gab, abgesehen von einem Schiffsunglück, nicht einen nennenswerten Zwischenfall.

Nichtdestotrotz wird das Märchen von den Eisnazis und dem angeblichen Eingang zur inneren Erde stetig weiter befeuert. Darunter von einem Fantasten namens Virgil Armstrong, der angeblich für die CIA gearbeitet hat. Das Interview mit ihm, welches seit 1996 viral durch das Internet kursiert, gehört zu den Perlen verschwörungstheoretischen Entertainments. Seine Behauptungen sind nicht nur unglaublich, sondern in höchstem Maße unglaubhaft.

Das Interview beginnt mit den UFO-Abstürzen von Roswell und White Sands, wohl um UFO-Enthusiasten zu ködern. Obwohl diese Vorfälle allgemein bekannt sind, ist es unglaubwürdig, dass Armstrong bei letzterem live dabei gewesen sein will. Er kann keine Beweise für seine Behauptungen vorlegen und wiederholt stattdessen lediglich die Aussagen anderer Whistleblower und Zeitzeugen.

Nach nur 10 Minuten kommt er dann schon auf die „Haunebuleute“ von der Antarktis zu sprechen, die laut seinen Aussagen gute Menschen seien. Hitler soll laut Armstrong allerdings nicht nach Neuschwabenland geflohen sein, sondern sich mit seiner Frau Eva in Argentinien niedergelassen haben, wo er mit 98 Jahren verstarb. So gesundheitlich angeschlagen, wie der Diktator bereits ein Jahr vor Kriegsende war, ist dieses hohe Alter vollkommen unglaubwürdig.

Es wird aber noch abstruser. So sollen die Deutschen schon 1929 auf dem Mond gewesen sein. Das war mitten in der Wirtschaftskrise der Weimarer Republik und lange bevor Werner von Braun die erste V2 in Peenemünde an den Start brachte. Spätestens an dieser Stelle würde jeder vernunftbegabte Zuschauer wegschalten, aber das Beste kommt erst noch.

Aliens vom Aldebaran sollen nämlich eine positive Energie gezielt auf Deutschland strahlen, weshalb dort alle Menschen überdurchschnittlich intelligent seien. Diese Behauptung ist dermaßen bescheuert, dass es schon weh tut! In Deutschland leben gleichermaßen intelligente wie strunzdumme Menschen, genau wie in jedem anderen Land auch, wobei der Anteil der geistig Minderbemittelten stets überwiegt. Das beweisen nicht nur die Einschaltquoten vom „Dschungelcamp“ und „Germanys Next Top Model“, sondern auch die Anhänger solch kruder Verschwörungsphantasien.

Zum einen lässt sich über eine Entfernung von 67 Lichtjahren kein Energiestrahl punktgenau auf ein Land richten, welches sich obendrein auf einem beweglichen Ziel befindet. Das allein ist schon Schwachsinn vom feinsten! Darüber hinaus ist der Hauptstern des Aldebaransystems ein roter Riese. Vielleicht gab es dort einmal vor Milliarden von Jahren Leben, aber heute ganz bestimmt nicht mehr!

Selbstverständlich halten solche Fakten rechte Verschwörungstheoretiker nicht davon ab, den Nazis und insbesondere der Vril-Gesellschaft ein Bündnis mit fiktiven Aldebaranern anzudichten. Einer der wichtigsten Verfechter dieser Behauptungen ist Rainer Feistle und es sollte nicht verwundern, dass sowohl Feistle als auch Armstrong von dem rechten Esoteriker Jo Conrad interviewt wurden. Von daher passt es auch, dass Virgil in dem Interview so begeistert von den angeblichen Haunebuleuten spricht.

Doch zurück zum eigentlichen Thema. Auf die hohle Erde kommt Virgil Armstrong erstmals in Bezug auf den Mond zu sprechen, der natürlich ebenfalls hohl sein soll. Danach zieht er alle Register des Verschwörungsschwachsinns, angefangen bei den Sirianern und Billy Meiers Plejadern bis hin zu den Behauptungen von Heavens Gate, im Schweif des Kometen Hale-Bopp habe sich ein getarntes Raumschiff befunden. Der Photonengürtel, der uns 2012 das Christusbewusstsein bringen sollte, darf natürlich auch nicht fehlen.

Satte 50 quälende Minuten absurden Stusses muss man über sich ergehen lassen, bevor Armstrong endlich zur Sache kommt und über die hohle Erde berichtet. Angeblich soll Admiral Byrd noch vor der Operation Highjump in den Eingang am Nordpol geflogen sein und dort phantastische Abenteuer erlebt haben. Als einzigen weiteren Beleg führt der Märchenonkel das Tagebuch eines anderen Fantasten an, der unterschiedlichste Zivilisationen auf der Innenseite der Erdkruste entdeckt haben will.

Eine dieser innerirdischen Zivilisationen soll dabei aus deutschen Exilanten bestehen. Nette Nazis, die frei von jeglichem Rassismus friedlich mit den Argathern zusammenleben. Im Prinzip fehlt nur noch, dass die Hohlweltnazis auf Dinosauriern reiten. Was für eine gequirlte Scheiße!

Das Interview ist, wie bereits erwähnt, von 1996. Weitere Beiträge von Virgil Armstrong sind nicht zu erwarten, da er die Erde im Jahre 2008 verlassen hat. Im Klartext bedeutet dies wohl, dass er im Alter von 85 gestorben ist, aber die Esoterikgemeinde munkelt, er habe sich nach Aldebaran verabschiedet, von wo aus er heute noch dumme Gedanken an die Erde schickt.

Wenn Edmond Halley gewusst hätte, welchen Unsinn die Menschheit einst auf Grundlage seiner falschen Annahmen verbreiten würde, hätte er wohl nie den Begriff „Hollow Earth“ in den Mund genommen, geschweige denn eine Skizze davon angefertigt. Inzwischen wird jede nur erdenkliche Aussage von Whistleblowern über das Erdinnere mit der Theorie der hohlen Erde in Verbindung gebracht. Egal ob militärische oder außerirdische Untergrundbasen, einfach alles wird falsch interpretiert und damit ins Lächerliche gezogen.

Fakt ist, dass es Untergrundbasen wie die Area 51 in Arizona oder die Dulce Basis in New Mexico tatsächlich gibt. Ebenso ist die Erdkruste von Höhlensystem durchzogen. Kein Geologe würde das leugnen. Nur bedeuten künstliche wie natürliche Hohlräume in der Erdkruste eben nicht, dass die Erde hohl ist wie eine Christbaumkugel. Im Gegenteil lassen sich durch Auswaschung entstandene Tropfsteinhöhlen, Magmaröhren und von Menschen geschaffene Bergwerksstollen sehr gut mit den gängigen Modellen der Planetenentstehung vereinbaren.

Ob sich in einigen Höhlen auch Grey oder Reptiloide eingenistet haben, ist an dieser Stelle nicht von Belang. Mit Sicherheit leben aber keine Dinosaurier und erst recht keine Nazis auf der Innenseite der Erdkruste und lassen sich dort eine Miniatursonne auf den Kopf scheinen. Die Tatsache, dass es Menschen gibt, die an so etwas glauben, beweist lediglich die Theorie der hohlen Köpfe.

Den Gipfel der Hohlheit haben dabei einige Verschwörungstheoretiker erklommen, die allen Ernstes behaupten, dass wir alle tatsächlich auf der Innenseite der Erde leben und die Sterne am Nachthimmel in Wirklichkeit die Lichter von Städten auf der gegenüberliegenden Seite seien. In diesem Falle müssten die Sterne allerdings am Himmel fest stehen, statt sich durch die Erdrotation zu bewegen. Ebenso müsste die Sonne stets von jedem Standpunkt aus im Zenit stehen und obendrein müsste man am Horizont zu allen Seite die Wölbungen der Erdkruste nach oben sehen.

Aber wie eingangs erwähnt ist keine Behauptung zu krude, um nicht von irgendwelchen Deppen geglaubt zu werden. Es soll auch Leute geben, die ernsthaft an die Bielefeldverschwörung glauben und jeden, der schon mal persönlich in Bielefeld war, der Lüge bezichtigen. Selber würden sie natürlich nicht nach Bielefeld fahren, weil es das ihrer Meinung nach ja nicht gibt. Diesen Hohlbirnen könnte man auch etwas von rosa Einhörnern vom Jupiter erzählen, die Regenbögen pupsen.

Warum sollten wir uns nun mit solchem Stumpfsinn beschäftigen? Ganz einfach, um eine klare Trennlinie zwischen realen Verschwörungen, wahrscheinlichen Verschwörungstheorien und haunebüchenem Verschwörungsmüll zu ziehen. Diese Differenzierung ist wichtig, denn wer sie nicht vollzieht, vermischt alles miteinander und sorgt so dafür, dass die realen Verschwörungen von keinem vernunftbegabten Menschen mehr ernst genommen werden. Neben den vielen religiösen Fanatikern und esoterischen Wichtigtuern gibt es dabei auch gewiss den ein oder anderen bezahlten Desinformanten, der Fakten gezielt mit Fiktionen vermengt. All diesen Leuten muss das Handwerk gelegt werden!

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