Lichtnahrung – Oder: Wie fastet man sich zu Tode

von Joe Doe

Von Licht und Liebe leben, das ist ein Sprichwort, welches man nicht zu wörtlich nehmen sollte. Leider glauben immer mehr Menschen, dass dies tatsächlich möglich sei. Sie fallen auf esoterische Gurus herein, die behaupten, sich allein durch Lichtkonsum ausgewogen ernähren zu können. Doch was diese Gurus predigen, ist nichts anderes als Magersucht, welche im schlimmsten Fall zum Tod führen kann.

Im Prinzip unterscheiden sich die Opfer von Lichtnahrung kaum von abgemagerten Models, die einem kranken Schönheitsideal folgen. Nur geht es bei ihnen um vermeintliche geistige Schönheit. Feste Nahrung soll ihrem Irrglauben nach nämlich die spirituellen Kräfte schwächen, da sie auf Leid basiert. Feinstoffliche Lichtnahrung sei dagegen rein. Das propagiert u.a. der 2010 erschienene Pseudodokumentarfilm „Am Anfang war das Licht“, welcher sogar im ORF ausgestrahlt wurde.

Nun wäre es ja kein Problem, wenn spirituelle Menschen in Anbetracht von Massentierhaltung und grausamer Schlachtungsmethoden Vegetarier wären und auf Fleisch verzichten würden. Selbst vegane Ernährung wäre noch okay. Etwas übertrieben sind dagegen schon die so genannten Fruitarier, die nicht mal einen Salat oder eine Möhre futtern, weil sie die arme Pflanze damit töten würden. Sie essen nur Früchte, die alleine vom Baum oder Strauch fallen. Aber wenigstens essen sie überhaupt noch etwas.

Lichtfasten kann dagegen einfach nicht gesund sein und muss zwangsläufig ein tragisches Ende nehmen. Denn Menschen sind keine Pflanzen und haben keine Chloroplasten, mit denen sie Sonnenlicht in Energie umwandeln könnten. Wobei selbst Pflanzen CO2 für die Photosynthese benötigen und Mineralstoffe aus dem Boden ziehen. In der Natur gibt es faktisch kein Lebewesen, was sich allein von Licht am Leben halten könnte.

Wir Menschen gewinnen unsere Energie, indem wir Kohlenstoffverbindungen zu CO2 verbrennen. Daran ist nichts unspirituell, denn so hat uns die Natur geschaffen. Feste Nahrung zu verzehren steht also absolut im Einklang mit der Natur und erst recht mit der Vernunft. Wir haben nun einmal keine Photovoltaikzellen und können daher Sonnenlicht nicht direkt in Energie umwandeln. Lediglich für die Produktion von Vitamin D brauchen wir Licht, doch das ist kein Energieträger.

Der einzige (hypothetische) Weg, wie wir uns in der Zukunft vielleicht tatsächlich mit Sonnenenergie versorgen könnten, wären Cyborgimplantate. Das wäre natürlich eine wenig spirituelle Methode und sie würde auch nur das Energieproblem lösen. Gehen wir einmal davon aus, dass wir uns über Photovoltaik versorgen könnten, würden uns nämlich immer noch Mineralstoffe, Vitamine und Spurenelemente fehlen. Gleiches gilt für Wasser, welches wir täglich verlieren und daher nachfüllen müssen. Außerdem brauchen wir Kohlenstoffverbindungen nicht nur zum Verbrennen, sondern auch als Bausteine für die Zellteilung.

Mit anderen Worten, selbst wenn an dem Lichtnahrungsmumpitz etwas dran wäre, würde der Verzicht auf feste Nahrung dennoch unweigerlich zum Tod führen! Und tatsächlich gibt es bereits erste Todesopfer, darunter ein Deutscher, der auf einer Pilgerreise in die Karibik mit nur 22 Jahren jämmerlich verhungert ist. Dieser esoterische Unfug ist also hochgradig gefährlich!

Allein tote Menschen brauchen keine feste Nahrung mehr und dieses Stadium hat Finn Bogumil aus Hamburg im November 2017 erreicht. Als körperlose Seele kann man freilich von Licht und Liebe leben, nur sollte man damit warten, bis man sein physisches Leben hinter sich hat. Gerade als spiritueller Mensch sollte man akzeptieren, dass man eine Aufgabe in der physischen Welt hat und der physische Körper physische Nahrung braucht.

Aber darin besteht bekanntlich der Unterschied zwischen Spiritualität und Esoterik. Das eine kann nicht schaden, das andere ist gefährlicher Blödsinn. Nicht einmal Buddha hat den Verzicht auf feste Nahrung gepredigt. Im Gegenteil heißt es im Buddhismus, dass nur in einem gesunden Körper eine gesunde Seele leben kann und ohne ausreichend Mineralstoffe und Vitamine bleibt der Körper nicht gesund. Man kann sein Essen dabei gerne in der Sonne zu sich nehmen. Nur von Lichtfasten sollte man dringend die Finger lassen, sonst gehen einem ganz schnell mal die Lichter aus!

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Angriff auf gemeinnützige Vereine

von Anton Nymous

Während die Union gerade die Zensur des Internets über Artikel 13 durchwinkt, lässt sie gleichzeitig über den Bundesrechnungshof missliebigen Vereinen die Gemeinnützigkeit aberkennen, um gesellschaftliches Engagement zu erschweren. Bisher wurden schon die Globalisierungskritiker von Attac, die Deutsche Umwelthilfe, das Kampagnennetzwerk Campact! und die Vereinigung der Verfolgten des Naziregimes (VVN BdA) attackiert.

Wer sich für Gerechtigkeit, Umweltschutz, Frieden und gegen Faschismus einsetzt, soll also nicht gemeinnützig sein? Wer aber dagegen für die Profitinteressen von Konzernen eintritt, wie die Stiftungen Familienunternehmen und Soziale Marktwirtschaft, wird weiter gefördert, obwohl Wirtschaftslobbyismus nichts zum Allgemeinwohl beiträgt. Auch die Förderung von Krieg und Rüstungsgeschäften, wie von der Atlantik-Brücke e.V. und der Deutschen Gesellschaft für Wehrtechnik e.V. praktiziert, scheinen für die Union etwas Gemeinnütziges zu sein. Ja, sogar Erdogans verlängerter Arm DITIB wird mit Millionen Euros der Steuerzahler alimentiert.

Offenbar möchte die CDU/CSU nur noch Wirtschaftsverbände, die NATO und Autokraten fördern. Aber wehe denen, die sich wirklich für die Allgemeinheit einsetzen. Insbesondere wenn es gegen Korruption, Konzernlobbyismus und die Einschränkung von Freiheitsrechten geht. Da hat die Union offenbar ein persönliches Interesse, dass so etwas nicht mehr öffentlich thematisiert wird.

Der geplante Krieg gegen Venezuela

von Anton Nymous

Aktuell werden die Menschen in den NATO-Mitgliedsstaaten mit einer massiven Kriegspropaganda gegen Venezuela aufgehetzt. Maduro sei ein Diktator, der sein eigenes Volk abschlachte und der rechtmäßige Präsident sei ein Mann namens Juan Guaidó. Allerdings wird der Präsident in Venezuela nicht vom Parlament gewählt wie in Deutschland, sondern von der Bevölkerung. Guaidó kann also nicht der rechtmäßige Präsident von Venezuela sein, er ist lediglich Präsident des Parlaments und das ist ein gewaltiger Unterschied. In etwa so wie der Unterschied zwischen Bundespräsident (aktuell Steinmeier) und Bundestagspräsident (aktuell Schäuble).

Es ist auch nicht so, dass die Mehrheit der Venezolaner gegen Maduro wäre. Wohl aus genau diesem Grunde hat die Opposition bisher keine Volksbefragung durchgeführt, obwohl das Volk gemäß der venezolanischen Verfassung das Recht hat, einen Präsidenten abzuwählen. Maduro könnte also durchaus friedlich aus dem Amt entfernt werden, wenn das der Wille der Mehrheit wäre. Stattdessen kommt es zu gewaltsamen Aufständen durch reiche Oligarchen und Neofaschisten, die Regierungsanhänger auf offener Straße ermorden. Über die Morde durch die Opposition schweigen die westlichen Medien genauso wie über die Massenkundgebungen, die Präsident Maduro unterstützen.

Der einzige Punkt, der tatsächlich den Tatsachen entspricht, ist die massenhafte Flucht aus Venezuela. Die Menschen fliehen jedoch nicht vor ihrem Präsidenten, sondern vor den bürgerkriegsähnlichen Zuständen, welche die CIA und andere ausländische Institutionen mit angezettelt haben.

Ein weiterer Fluchtgrund ist die bittere Armut, die das Land fest im Griff hat. Viele, vor allem arme Venezolaner, leiden Hunger. Dies ist jedoch nicht die alleinige Schuld von Maduro. Begonnen hat die Misere während der Weltfinanzkrise vor rund 10 Jahren, von der sich Venezuela nie wirklich erholt hat. Hinzu kommt der Verfall des Ölpreises, worunter Venezuelas Haupteinnahmequelle bis heute leidet.

Verschärft wird die Wirtschaftskrise schließlich durch die venezolanischen Oligarchen, welche vorhandene Lebensmittel zurückhalten, um die Bevölkerung gegen die sozialistische Regierung aufzubringen. Eine ähnliche Strategie wendet inzwischen auch die USA an, indem sie eine Handelsblockade gegen das lateinamerikanische Land verhängt hat. Das Angebot, humanitäre Hilfsgüter zu liefern, ist daher absolut verlogen, da die USA selbst maßgeblich zur humanitären Katastrophe in Venezuela beitragen.

Aber nicht nur die inszenierte humanitäre Situation wird als Kriegsgrund angeführt. Ein weiterer Punkt ist die Entmachtung des Parlaments durch Maduro. Sicherlich mag dies auf den ersten Blick wie ein undemokratischer Akt wirken, doch wenn man einmal näher hinschaut, wer da entmachtet wurde, beginnt man zu verstehen. Man stelle sich vor, 1932 wäre nicht Hitler, sondern Thälmann zum Reichspräsidenten gewählt worden. Wäre es in diesem hypothetischen Szenario legitim gewesen, ein von der NSDAP beherrschtes Parlament zu entmachten und so den Holocaust sowie den 2. Weltkrieg mit rund 60 Millionen Todesopfern zu verhindern?

Was passiert, wenn in Lateinamerika Faschisten an die Macht kommen, konnte man u.a. unter Pinochet 1973 in Chile sehen. Maduro hat den Venezolanern ein solches Schicksal vorerst erspart. Darüber hinaus hat er mit der verfassungsgebenden Versammlung eine Institution geschaffen, welche viel breiter aufgestellt ist. Im Gegensatz zum Parlament sitzen in dieser Versammlung nicht nur Parteien, sondern auch Vereine, Wohlfahrtsverbände und Interessenvertretungen von Minderheiten wie der indigenen Bevölkerung. Das bedeutet nicht weniger, sondern mehr demokratische Teilhabe.

Auf westliche Länder mag dies befremdlich wirken, denn die USA und EU haben kaum Erfahrungen mit direkter Demokratie und wenn, dann nur auf kommunaler Ebene. Wir kennen lediglich bürgerliche Stellvertreterdemokratien, in denen wir nur alle paar Jahre darüber entscheiden dürfen, wer uns regiert. Meist sind das keine Vertreter aus der arbeitenden Bevölkerung, so wie Maduro, der aus einem armen Arbeiterviertel stammt. Es sind fast ausschließlich gut situierte Vertreter der Elite, die ihre Wahlkämpfe von Banken und Konzernen finanzieren lassen. Anschließend bedanken sie sich dafür mit einer wirtschaftsfreundlichen, neoliberalen Politik, welche gegen die Interessen der Bevölkerungsmehrheit gerichtet ist.

Für diese Art der Stellvertreterdemokratie hat sich der Begriff „Lobbykratie“ eingebürgert. Angela Merkel sprach indes selbst recht offen von einer „marktkonformen Demokratie“. Die direkte Demokratie in Venezuela ist derweil nicht marktkonform und westliche Ölkonzerne stören sich schon seit der Jahrtausendwende an der Verstaatlichung der venezolanischen Ölreserven sowie anderen Bodenschätzen. Und schon sind wir beim eigentlichen Kriegsgrund, den wir bereits von den Kriegen gegen den Irak, Libyen und Syrien kennen. Es geht wieder einmal ums Erdöl und obendrein ist die venezolanische Regierung auch noch sozialistisch und muss daher beseitigt werden.

Die humanitäre Krise in Venezuela schert den Milliardär Trump und die EU einen Scheißdreck! Immerhin wird diese durch die US-Handelsblockade und die EU-Sanktionen sogar noch verschärft. Ebenso wenig geht es den NATO-Staaten um Menschenrechte. Immerhin haben sie über Jahrzehnte jede faschistische Diktatur in Lateinamerika unterstützt, sei es Batista auf Kuba, Somoza in Nicaragua, Stroessner in Paraguay oder Pinochet in Chile, den die CIA sogar erst an die Macht geputscht hat.

Aktuell unterstützen die USA und EU auch den neugewählten brasilianischen Militärfaschisten Bolsonaro, der bereits im Wahlkampf angekündigt hatte, mindestens 30.000 politische Gegner ermorden zu wollen. In Brasilien hat die ideologische Säuberung sämtlicher Ministerien und staatlichen Institutionen unlängst begonnen. Für die achso demokratischen und freiheitsliebenden NATO-Mächte jedoch kein Grund für Sanktionen oder Kriegsdrohungen. Im Gegenteil wollen die USA sogar noch enger mit Brasilien zusammenarbeiten und einen weiteren Militärstützpunkt errichten, von dem aus Lateinamerika wieder unter die Kontrolle Washingtons gebracht werden soll.

Ähnlich verhalten sich die USA und EU auch im Nahen Osten. Während Donald Trump dem Iran permanent mit Krieg droht, hat er mit Saudi Arabien den größten Waffendeal der Menschheitsgeschichte abgeschlossen. Deutschland liefert ebenfalls fleißig Waffen an diese menschenverachtende Diktatur, in der munter gefoltert, gesteinigt und geköpft wird. Eine kleine Unstimmigkeit gab es lediglich wegen dem zerstückelten Journalisten Jamal Khashoggi, nicht aber wegen dem völkerrechtswidrigen Angriffskrieg auf das Nachbarland Jemen.

Die gleiche Politik betreibt die EU und allen voran Deutschland mit Erdogan. Da kann dieser Despot noch so viele politische Gegner und Journalisten unter menschenunwürdigen Bedingungen einkerkern und auf Demonstranten schießen lassen. Den venezolanischen Oppositionspolitikern geht es längst nicht so dreckig wie der HDP-Führung in der Türkei. Dennoch bekommt Erdogan weiter Waffen geliefert und schlimmstenfalls eine Protestnote aus dem Kanzleramt.

Die USA, Deutschland und der Rest der EU haben sogar weggesehen, als Erdogans Truppen in Syrien einmarschiert sind und die kurdische Stadt Afrin annektiert haben. Wo waren da die Sanktionen? Im Gegensatz zur Bevölkerung der Krim, die sich per Referendum freiwillig Russland angeschlossen hat, wurden die Kurden in Afrin nicht gefragt, ob sie unter der Knute ihres Todfeindes leben wollen. Darüber schweigen die westlichen Massenmedien jedoch.

Wir sollen uns keinen Kopf über die Toleranz unserer westlichen Regierungen gegenüber tatsächlichen Diktaturen machen, sondern uns auf den bevorstehenden Krieg gegen Venezuela einstimmen lassen. Dieser droht zu einem zweiten Vietnam zu werden und wir alle wissen, wie die Sache damals ausging. Niemand sollte sich in diesem völkerrechtswidrigen Angriffskrieg verheizen lassen, der bewusst von den USA und der EU herbei eskaliert wird.

Präsident Maduro hat der Opposition indes längst Gespräche angeboten und Länder wie Mexiko und Uruguay haben sich zur Vermittlung bereiterklärt. All dies wird aber ignoriert. Stattdessen haben die USA und EU den illegitimen Interimspräsidenten Guaidó anerkannt und Maduros Rücktritt gefordert. Der Westen will einen Regimechange, um vollen Zugriff auf das venezolanische Erdöl zu bekommen. Gelingt dies nicht mit Destabilisierungsmaßnahmen wie in der Ukraine, wollen die USA und ihre NATO-Vasallen den Regimechange mit militärischer Gewalt erzwingen.

(Offener Brief von Nicolás Maduro.)

Der Krieg scheint bereits beschlossene Sache zu sein und wurde nachweislich von langer Hand geplant. Erste Kriegsdrohungen gab es bereits zu Lebzeiten von Hugo Chavéz (1954-2013), als es noch gar keine Proteste und humanitären Engpässe gab. So gibt es eine ziemlich unverhohlene Anspielung im 2009 erschienen Science Fiction Kracher „Avatar – Aufbruch nach Pandora“. Schon in einer der ersten Szenen wird im militärischen Lebenslauf des Protagonisten Jake Sully (Sam Worthington) erwähnt, dass dieser in Venezuela im Einsatz war.

Es ist kein Geheimnis, dass das Pentagon Einfluss auf die Drehbücher großer Hollywood-Blockbuster nimmt, um das Kinopublikum auf ihre Kriegsagenda zu konditionieren. Allerdings war Venezuela für den Filmcharakter Sully keine schöne Erfahrung und in der Folge stellt er sich gegen das eigene Militär, welches auf dem Mond Pandora die indigene Bevölkerung abschlachtet, um Zugriff auf ein seltenes Erz zu bekommen. Das Unobtanium kann als Anspielung auf Öl oder seltene Erden verstanden werden und folgerichtig handelt es sich bei den einheimischen Na‘vi um ein Sinnbild für all die Völker, die bereits im Namen der Öl- und Bergbaukonzerne dahin gemetzelt wurden.

Der Film endet mit dem Sieg der indigenen Bevölkerung und der Vertreibung der irdischen Invasoren von Pandora. Es bleibt zu hoffen, dass die Realität ähnlich verlaufen wird, sollten die USA und ihre NATO-Vasallen tatsächlich in Venezuela einfallen. Die Chancen stehen gar nicht mal so schlecht, wenn man den Ausgang des Vietnamkrieges betrachtet und weiß, dass sowohl das venezolanische Militär als auch ein Großteil der Bevölkerung hinter der Regierung stehen.

Leider werden die Zehntausenden Toten aufgrund US-amerikanischer Kriegsverbrechen nicht zu verhindern sein. Wenn die US-Truppen abermals Napalm und Agent Orange oder noch viel fürchterlichere Waffen wie Clusterbomben und Uranmunition einsetzen, werden wir noch früh genug erkennen, wer die wahren Menschenfeinde sind. Egal ob in Vietnam, im Irak oder in Libyen – es waren schon immer die NATO-Staaten!

Das Verhalten der Bundesregierung mag diesbezüglich nicht verwundern. Die Ablehnung eines Solidaritätsantrags auf dem Europaparteitag der Linkspartei Ende Februar 2019 hingegen schon. Der Tagungsleiter Rico Gebhardt feierte das Abschmettern des Antrages gar als Erfolg, was seinem Landesverband Sachsen einige Stimmen bei der anstehenden Landtagswahl kosten wird.

Unterstützung erhielt Gebhardt u.a. von den Bundestagsabgeordneten Stefan Liebich und Thomas Nord. Liebich ist bekanntermaßen Mitglied des NATO-Lobbyvereins Atlantik-Brücke und Nord versuchte erst 2018 die Fraktionsvorsitzende Sahra Wagenknecht zu stürzen. Der neoliberale Parteiflügel FDS will DIE LINKE offensichtlich von einer Friedens- zu einer Kriegspartei umgestalten. Damit würde sich DIE LINKE jedoch überflüssig machen, denn niemand braucht eine zweite SPD, die ihrerseits nur eine zweite CDU ist.

Fairerweise muss dazu erwähnt werden, dass es auch andere Menschen in der Linkspartei gibt, die nicht um jeden Preis mitregieren wollen. 175 der EU-Parteitagsdelegierten haben für den Solidaritätsantrag mit Venezuela gestimmt. Einige sind sogar auf die Bühne gekommen und haben Flagge gegen den nächsten imperialistischen Unterwerfungsfeldzug der USA gezeigt. Die Frage ist nur, wie lange sie noch Mitglied in dieser Partei bleiben werden? Möglicherweise könnte aus der Sammelbewegung Aufstehen doch noch eine neue Partei hervorgehen – mit rund 170.000 Anhängern um einiges stärker als DIE LINKE und hoffentlich konsequent für Frieden.

Quelle

EU will Internet zensieren

von Anton Nymous

Aktuell wird eine Urheberrechtsverschärfung heiß diskutiert, mit der die EU die Meinungsfreiheit im Internet faktisch abschaffen will. Geschützt werden nämlich nicht die Urheber, sondern ausschließlich die Interessen der Konzerne und Massenmedien. Es ist geradezu absurd, welch weitreichende Folgen dies haben kann.

Nehmen wir z.B. einen Touristen, der einen Stadtspaziergang filmt und diesen auf Youtube hochlädt. Er wird unweigerlich die eine oder andere Werbeanzeige, beispielsweise ein Kinoplakat, im Hintergrund mitgefilmt haben. Und schon hätte er nach der neuen Gesetzeslage gegen das Urheberrecht verstoßen. Gleiches gilt für den Fall, wenn ein Auto mit lauter Musik vorbei fährt. T-Shirts von Musikbands oder Filmen sollte man ebenfalls lieber im Schrank lassen, wenn man für ein Foto posiert, und von Cosplays lässt man in Zukunft lieber ganz die Finger.

Ebenso vorbei wären nach der Neuregelung des Urheberrechts die Zeiten, in denen Textpassagen zitiert und Screenshots hochgeladen werden konnten. Bisher ist das im Rahmen des Fair Use noch möglich. Wenn man z.B. einen Politiker anhand von Interviewaussagen portraitieren möchte, ist dies völlig legitim. Lediglich das Kopieren kompletter Fremdtexte, z.B. Zeitungsartikel, stellt eine Urheberrechtsverletzung dar. Gleiches gilt, wenn man einer Zeitung anhand tendenziöser Schlagzeilen einseitige Berichterstattung oder anhand gephotoshopter Bilder Meinungsmanipulation nachweisen kann. Zitate in Wort und Bild sind in solchen Fällen sogar unablässig für die Beweisführung.

Doch dem will die EU ab 2019 einen Riegel vorschieben. Niemand soll mehr aufdecken können, wenn Meinungen manipuliert und Fake News verbreitet werden. Beweise für Kriegsverbrechen sind erst recht Tabu, wenn die Urheberreche geleakten Filmmaterials beim Militär liegen. Weiterhin werden kritische Berichte für immer verloren gehen, sobald sie von den betreffenden Zeitungen oder TV-Sendern aus der Mediathek entfernt haben. Passt z.B. der NATO eine Kriegsberichterstattung nicht, verschwindet diese für immer aus dem Netz und darf von niemandem mehr verbreitet werden. Selbst die eigentlichen Urheber solcher Berichte, die Reporter selbst, dürften ihre Berichte nicht mehr ohne entsprechende Lizenz von ihren Auftraggebern verbreiten.

Ganz düster sieht es auch bei Filmkritiken aus. Diese wird es bald nur noch von Youtube-Stars mit Lizenzverträgen geben und diese spiegeln in der Regel nur die Meinung der Filmproduzenten wieder. Mit anderen Worten wird es dann nur noch lizensierte Werbung geben, aber keine einzige kritische Auseinandersetzung. Gleiches gilt für den Buchmarkt. Schnell mal schreiben, wie schlimm sich der Schinken liest und dazu noch einen Beispielsatz zitiert oder das Buchcover hochgeladen, und schon macht man sich in Zukunft strafbar.

Damit ist aber immer noch nicht genug. Selbst wer eigene Texte schreibt und Videos ohne Fremdinhalt produziert, kann schon bald für das Verlinken von Quellennachweisen belangt werden. Das dürfte vor allem Studenten treffen, die ihre Arbeiten der Öffentlichkeit zur Verfügung stellen wollen. Studenten müssen nämlich mit Quellenbelegen arbeiten. Egal ob Naturwissenschaften oder Geschichte, ohne Bezugnahme auf bereits vorhandenes Wissen geht es nicht. Da bleibt den Studenten wohl bald nichts anderes mehr übrig, als teure Lizenzen zu erwerben, womit die Uni noch mehr zu einem Ort reicher Eliten werden dürfte.

Facebook und andere soziale Netzwerke dürften indes zu Orten ohne Inhalte werden. Wenn das Teilen von Videos, Artikeln und Bildern schon zur Urheberrechtsverletzung erklärt wird, bleiben nur digitale Wüsten. Dabei bringen sich gerade Filmstudios und Musiklabel mit dieser Aktion um virales Marketing. Sie müssten ihr Geld dann schon mit Urheberrechtsklagen gegen die eigenen Fans verdienen, da die Umsätze einbrechen zwangsläufig werden. Das allein zeigt schon die Absurdität dieser Urheberrechtsreform.

Wie sehen nun aber die unmittelbaren Konsequenzen für die Internetnutzer aus? Damit es keine Milliarden von Strafanzeigen hagelt, mit denen die Gerichte jedes EU-Landes hoffnungslos überfordert wären, hat sich die EU etwas einfallen lassen. Gemäß Artikel 13 des verschärften Urheberrechts werden alle Internetplattformen dazu verpflichtet, Uploadfilter zu installieren. Urheberrechtlich geschütztes Material sowie Quellenlinks können dann gar nicht erst hochgeladen werden. Millionen von Youtube-Kanälen, Twitter-Accounts und WordPressseiten wie unserer werden wahrscheinlich einfach aus dem Netz verschwinden.

Auch das ist im Grunde genommen dämlich und überhaupt nicht im Sinne der Medienkonzerne. Diese haben bisher einfach Werbung auf Youtubevideos geschaltet, in denen z.B. Filmausschnitte oder Musik enthalten sind. Diese Werbeeinnahmen werden ihnen flöten gehen, wenn solche Inhalte in Zukunft rigoros gelöscht werden.

Ausgleichen könnten sie diese Verluste, in dem der Markt für gebrauchte DVDs und Musik-CDs stark eingeschränkt wird. Immerhin müssten Uploadfilter bei eBay und anderen Verkaufsplattformen verhindern, dass Fotos von gebrauchten Artikeln hochgeladen werden, da diese urheberrechtlich geschütztes Bildmaterial enthalten. Zwar könnten die Second Hand Waren weiter angeboten werden, aber ohne diese sehen zu können würde man die Katze im Sack kaufen. Da wäre es sicherer, Neuware im Laden zu kaufen. Onlineverkaufsportale von Märkten müssten ihrerseits jedoch in Zukunft Lizenzgebühren abdrücken, wenn sie Filme, Musik und andere Waren in ihrem Onlineshop anbieten.

Immerhin bleiben wir durchschnittlichen Webnutzer einigermaßen unbehelligt und müssen schlimmstenfalls mit der Löschung unserer Accounts und Blogs rechnen. Richtig schlimm wird es dagegen für die Plattformen, die uns alles zur Verfügung stellen. Wenn sämtliche privaten Youtube-Kanäle, Blogs und Twitter- sowie Facebookaccounts verschwinden oder absterben, können alle Plattformen dicht machen. Ist das immer noch im Sinne der Privatwirtschaft? Nun, es müssen wohl Opfer gebracht werden.

Nutznießer dürften dagegen alle großen Filmstudios, TV-Sender und Musiklabels werden. Die können nämlich alle privaten Webseitenbetreiber in Grund und Boden klagen. Ein Urlaubsfoto, auf dem eine Coladose oder ein Schokoriegel zu sehen ist, reicht dafür schon aus. Nun können sich große Betreiber wie Youtube und Amazon zwar dagegen wappnen, doch Betreiber kleinerer Plattformen oder Privatwebseiten, die keine eigenen Uploadfilter entwickeln können, müssten diese teuer von den Branchengiganten erwerben.

Weiterhin könnten sich Konzerne auch fieser Methoden bedienen, indem sie z.B. Internetforen und Kommentarfunktionen mit ihrer Werbung zuspamen. Kommen die Webseitenbetreiber nicht umgehend mit der Löschung hinterher, drohen saftige Geldbußen. Dabei können sie in diesen Fällen gar nichts dafür, haften aber für alle Inhalte in ihrem Webspace, egal wer sie dort geteilt hat. Im Grunde könnten Konzerne also Urheberrechtsverstöße selbst konstruieren.

Was die EU da gerade auf den Weg bringt, ist selbst schon kriminell. Die Urheberrechtsverschärfung ist ein Verstoß gegen die Meinungsfreiheit, welche das Zitieren sowie Quellenangaben bisher abdeckt. Sie ermöglicht darüber hinaus die Selbstbereicherung von Konzernen, welche jeden Webseitenbetreiber nach Lust und Laune erpressen könnten.

Verantwortlich sind in erster Linie die neoliberalen Parteien aller EU-Länder. So hat z.B. die deutsche CDU/CSU im EU-Parlament geschlossen für die Abschaffung der Meinungsfreiheit und die Zensur des Internets gestimmt. Die SPD und Grünen haben teilweise dafür gestimmt. Geschlossene Ablehnung kam dagegen u.a. von der Linkspartei und den Piraten. Das nur so als Entscheidungshilfe für die nächsten Wahlen.

Die Bundesregierung hat derweil im EU-Rat geschlossen für die Urheberrechtsverschärfung gestimmt. Über Artikel 13 und damit den Uploadfilter soll Ende März noch separat im EU-Parlament entschieden werden. Noch ist also Zeit, das Internet zu retten. Petitionen gegen Artikel 13 laufen bereits und können hier unterschrieben werden. Bisher haben schon rund 5 Millionen unterzeichnet, was das große Interesse am Erhalt eines zensurfreien Internets zeigt.