Mafiöses Hollywood

Die italienische Mafia, insbesondere die amerikanische Cosa Nostra, hat schon früh Einfluss auf Hollywood genommen. Vor allem wurden italienischstämmigen Darstellern durch Erpressung Rollen in Filmen und Serien verschafft.

Ironischerweise wird dies sehr realistisch in der Mafia-Filmreihe schlechthin veranschaulicht. Die Rede ist von der „Pate“-Trilogie, welche das organisierte Verbrechen stark romantisiert. Am Ende wird sogar die Wandlung der Mafia zum freien Unternehmertum propagiert, was an eine Verharmlosung grenzt. Ebenfalls ironisch ist, dass einer der Hauptdarsteller Al Pachino ist, welcher aus dem sizilianischen Corleone stammt. Corleone ist zugleich der Name der Mafia-Familie in den „Pate“-Filmen. Zufall?

1972 / 1974 / 1990

Al Pachino spielte weiterhin den Drogenbaron Tony Montana in „Scarface“. Noch ein Film, der den dekadenten Lifestyle des organisierten Verbrechens feiert. Realistisch ist dabei allerdings, dass Montana recht früh eines unnatürlichen Todes stirbt, was auf viele Verbrecher wie Al Capone und Pablo Escobar zutrifft. Als Drogenkönig ist man zwar für eine kurze Zeit sehr reich und mächtig, aber es nimmt meist kein gutes Ende.

1983

Auf dem realen Drogenbaron Pablo Escobar (1949-1993) basieren gleich Dutzende Filme, darunter „Pablo of Medellin“ (2007), „Los Dos Escobar“, „Escobar: Paradise Lost“ (2014), „The Infiltrator“ (2016) und “Loving Pablo” (2017). Zudem gibt es eine ganze Reihe von Serien wie „El Chapo“ und „Narcos: Mexiko“.

Robert de Niro durfte ebenfalls in „Malavita“ einen Mafiosi spielen. In der Komödie steigt er zwar aus und wird als Kronzeuge in Frankreich versteckt, aber die Familie Malavita benimmt sich dennoch weiterhin wie eine Verbrecherbande.

2013

Eine ebenfalls komödiantische Rolle spielt die Mafia in der Zeichentrick-Serie „Die Simpsons“, wobei u.a. die „Pate“-Filme durch den Kakao gezogen werden. Der Gangsterboss Fat Tony ist allerdings eine absolute Verharmlosung.

Regelrecht verniedlichend ist der Verbrecherboss Mister Big in „Zoomania“, welcher deutlich an Don Corleone aus „Der Pate“ angelehnt ist. Er avanciert sogar zum Helden, als er mit der Polizei kooperiert, um eine bösartige Verschwörung aufzudecken. Die Polizei arbeitet in diesem Film allerdings nicht nur eng mit der Mafia zusammen, sie nimmt am Ende sogar einen Kleinganoven in ihre Reihen auf. Kindern wird hier der Eindruck vermittelt, die Polizei sei Freund und Helfer des organisierten Verbrechens, was teilweise tatsächlich auf die Realität zutrifft.

2017

In „Große Haie – kleine Fische“ gibt es ebenfalls deutliche Parallelen zu der „Pate“-Trilogie, wobei Don Linos vegetarischer Sohn Lenny wieder einmal die pure Verniedlichung des organisierten Verbrechens verkörpert.

2004

Wo wir schon einmal bei Dreamworks Animated sind, auch im Kinderfilm „Flutsch und weg“ gibt es einen fiesen Gangsterboss. Und siehe da, ein Freimaurer ist die Kröte obendrein, wie man an ihrem Ring erkennt.

Im Science Fiction-Genre wimmelt es gleichermaßen von Mafiosi-Aliens. In der britischen BBC-Serie „The Aliens“ werden auf der Erde gestrandete Außerirdische von den Menschen in ein abgesperrtes Ghetto gepfercht, in dem Korruption und Drogenhandel blühen. Die Aliens verkaufen dabei ihre eigenen Haare an die Menschen, da sie als Joint geraucht eine berauschende Wirkung haben. Auf der anderen Seite werden die Aliens von Waschmitteln high und schmuggeln diese ins Ghetto hinein.

Nachdem der Verbrecherboss Antoine (Michael Smiley) von seinem halbmenschlichen Sohn (Michael Socha) aus dem Gefängnis befreit wird, bricht ein erbitterter Bandenkrieg gegen den aktuellen Drogenboss Fabien (Trystan Gravelle) aus. Irgendwie ist das alles sehr menschlich, einschließlich der ganz und gar nicht außerirdisch klingenden Namen.

2016

In der amerikanischen SyFy-Serie „Defiance“ landen gleich mehrere Spezies auf der Erde. Die blasshäutigen Castithaner übernehmen dabei die Rolle des organisierten Verbrechens. Einer ihrer Mafiabosse ist der eiskalte Datak Tarr (Tony Curran).

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