Erneut rechtsextremer Terroranschlag in Hanau

Von Anton Nymous

In der Nacht des 19. Februar 2020 stürmte ein Rechtsextremist zwei Shisha-Bars und einen Kiosk in Hanau und erschoss insgesamt 10 Menschen mit Migrationshintergrund. Unter den Getöteten war eine zweifache Mutter, die mit einem dritten Kind schwanger war. Im Anschluss fuhr der 43-Jährige Tobias Rathjen nach Hause, erschoss dort erst seine eigene Mutter und anschließend sich selbst. Nach dem Mord an Walter Lübcke und dem Amoklauf in Halle ist dies der dritte rechtsextrem motivierte Anschlag binnen eines Jahres, womit die Opferzahl auf 14 + 1 Suizid steigt. Zudem wurde erneut eine faschistische Terrorzelle ausgehoben, die weitere Anschläge auf Moscheen geplant hatte, was zum Glück verhindert werden konnte.

Angesichts dessen ist es unerträglich, dass einige CDU-Politiker wie Burkard Dregger im Interview mit Berlin.TV weiterhin die Hufeisentheorie bedienen. Dabei werden rechtsextreme Mordanschläge mit Aktionen des zivilen Ungehorsams von links geleichgesetzt. Doch wie viele Menschen kamen im gleichen Zeitraum der aktuellen rechten Terrorwelle durch linke Gewalt ums Leben? Exakt 0! Seit dem Ende der RAF gab und gibt es keinen linken Terrorismus mehr, sondern lediglich Krawalle durch die autonome Szene, denen eine massive Polizeigewalt gegenübersteht.

Neben den Konservativen sind es vor allem die Rechtspopulisten, die dennoch gern ein anderes Bild zeichnen. Für die ist es schon „linker Terror“, wenn Kinder und Jugendliche jeden Freitag friedlich für mehr Klimaschutz demonstrieren. Wer gegen Atomkraft und Kohlestrom ist, wird da schnell als „Ökofaschist“ gebrandmarkt. Es ist schon geradezu aberwitzig, wenn rechtsextreme Menschenfeinde andere als „Faschisten“ bezeichnen, weil diese sich für Umweltschutz und Frieden einsetzen, während sie selbst sehr schnell beleidigt reagieren, sobald man sie „Nazis“ nennt, auch wenn sie ganz offen das 3. Reich verherrlichen.

Ebenso grotesk ist die Relativierung rechtsextrem motivierter Morde durch den Fingerzeig auf Linke und Flüchtlinge. Allen voran wird da immer wieder behauptet, die Medien würden nur bei deutschen Tätern die Nationalität nennen, was schlichtweg nicht stimmt. Der Grund, warum man viel weniger über Morde durch Migranten hört, ist die Tatsache, dass die Faschisten bei der Vernichtung menschlichen Lebens weitaus fleißiger sind. So gab es im vergangenen Jahr gerade mal einen Mord an einem Feuerwehrmann in Augsburg, der von einer Gruppe Migranten begangen wurde.

Dennoch werden die Rechtspopulisten nicht müde zu behaupten, dass die Morde aus rassistischen Motiven bedauerliche Einzelfälle seien, während hinter den Straftaten durch Migranten eine finstere Weltverschwörung zur Ausrottung der Deutschen stecke. Das genaue Gegenteil ist der Fall! Der Mord in Augsburg war ein Einzelfall, denn die Täter gehörten keiner Struktur und erst recht keiner Verschwörung an. Sie hatten ihre Tat auch nicht lange im Voraus geplant oder ein Manifest veröffentlicht, in dem sie gegen Deutsche oder Feuerwehrleute gehetzt haben. Die Tat war ohne Frage grausam und zu verurteilen, aber sie stand in keinem größeren Zusammenhang.

Ganz anders bei den Tätern von Halle, Hanau und auch Christchurch (Neuseeland), die allesamt schon länger in der rechtsextremen Szene, insbesondere im Internet, aktiv waren. Alle drei hatten vorab ein rassistisches Manifest veröffentlicht, waren im Umgang mit Schusswaffen geübt und hatten sich mit Waffen sowie Munition eingedeckt. Sie haben auch nicht im Affekt aus der Situation heraus Menschen getötet, sondern ihre Ziele mit Bedacht gewählt. Lediglich in Halle kam es dann doch zu zwei mehr oder weniger willkürlichen Morden, da Stephan Balliet sich keinen Zugang zur Synagoge verschaffen konnte.

Unmittelbar nach dem Amoklauf in Hanau kam es zudem zu Nachahmungstaten. Bereits am Freitag darauf wurde ein Brandanschlag auf eine Shisha-Bar in Döbeln (Sachsen) verübt und am Samstag wurden Schüsse auf eine Shisha-Bar in Stuttgart abgegeben. Es ist dem Zufall geschuldet, dass dabei niemand verletzt wurde. Die Täter wurden zwar noch nicht ermittelt, ihre Motive dürften jedoch klar sein. Es geht darum, ein Klima der Angst zu schaffen, in dem sich niemand mehr in eine Shisha-Bar traut. Dahinter steckt eindeutig ein System.

Hinzu kommt die Tatsache, dass immer mehr rechte Netzwerke auffliegen bzw. ausgehoben werden, die Todeslisten führen und Anschläge planen. Seit dem NSU waren das Nordkreuz, Hannibal, Uniter, Combat 18, die Atomwaffendivision und zuletzt eine Gruppe mit dem Namen „Der harte Kern“. Es besteht also sehr wohl ein größerer Zusammenhang, ja eine regelrechte Verschwörung mit konkreten Umsturzplänen. In diese sind auch immer wieder Bundeswehroffiziere, Verfassungsschützer und Polizisten involviert, wie erst kürzlich der Fall eines Verwaltungsbeamten der nordrhein-westfälischen Polizei belegt hat, der zum „harten Kern“ gehörte. Dennoch sind es ausgerechnet solche Verschwörer, die sich ein Weltbild aus kruden Verschwörungstheorien zusammenzimmern.

Quelle

Tobias Rathjen lebte in einer geradezu wahnhaften Phantasiewelt, die schon an krankhafte Paranoia grenzte. Zwar ist es Realität, das Geheimdienste wie die NSA die komplette Weltbevölkerung digital überwachen und man in Städten wie Berlin keinen Schritt mehr machen kann, ohne dabei gefilmt zu werden. Doch zu glauben, man werde schon ab der Geburt persönlich von Geheimdiensten verfolgt, ist definitiv schizophren. Eine solche Beobachtung ist sehr aufwendig und kostet einen Haufen Geld. Da muss man schon in irgendeiner Form auffällig gewesen sein, um das Interesse der Geheimdienste zu wecken.

Hinzu kommt, dass die meisten Geheimdienste Rechtsextremisten eher als V-Leute anwerben und großzügig finanzieren, statt ihnen das Leben schwer zu machen. Andernfalls hätten sie Rathjen gestoppt und seine Tat verhindert. Doch kaum war diese begangen, schon haben andere rechte Verschwörungstheoretiker damit begonnen, die Tat selbst als „Inszenierung“ hinzustellen. Doch wo läge da der tiefere Sinn?

Beim NSU ließ man die Morde wie Ausländerkriminalität aussehen und der Verfassungsschutz verhinderte über Jahre erfolgreich, dass in die rechtsextreme Richtung ermittelt wurde. Ebenso hat sich im Fall Franco A. ein rechtsextremer Bundeswehroffizier 2015 als syrischer Flüchtling ausgegeben und einen Anschlag unter falscher Flagge geplant. Das Ziel des Tiefenstaates scheint es also eher zu sein, den Rechtsruck durch vorgetäuschte Straftaten angeblicher Migranten anzufeuern. Dazu würde auch der Fall Anis Amri passen, der zwar tatsächlich ein Migrant war, aber unter ständiger Kontrolle durch V-Leute stand.

Der Versuch, die Welle rechten Terrors als Aktion unter falscher Flagge darzustellen, scheitert letztendlich auch daran, dass der Tiefenstaat selbst von Faschisten durchseucht ist. Das zeigt zum einen die Involvierung von Polizisten, Bundeswehroffizieren und Verfassungsschützern in rechtsextreme Netzwerke wie Nordkreuz und Uniter, zum anderen auch die ideologische Ausrichtung von Führungspersönlichkeiten wie Hans-Georg-Maaßen, der aktuell zusammen mit der WerteUnion eine Brücke zwischen CDU/CSU und AfD schlägt.

Nicht zuletzt wurden die deutschen Geheimdienste, allen voran der BND, von ehemaligen Gestapo-Leuten wie Reinhard Gehlen aufgebaut. Diesen Faschisten im Staatsdienst zu unterstellen, sie würden dem Aufstieg der AfD schaden wollen, ist schon grenzdebil! Zumal einige sogar selbst Mitglieder der AfD sind, darunter zwei Akteure der Gruppe Nordkreuz.

Was rechte Trolle in den sozialen Netzwerken absondern, ist an Dreistigkeit kaum zu überbieten. Ebenso dreist ist es, dass sich die AfD schon wieder als Opfer feierte, kaum dass die Tat begangen war. Die geheuchelte Betroffenheit können sich die Rechtspopulisten gleich ganz sparen, denn es ist ihre rechte Hetze, die ein gesellschaftliches Klima geschaffen hat, in dem der rechte Terror gedeiht.

Gerade labile Gemüter wie Tobias Rathjen fühlen sich durch den Aufstieg der AfD zu ihren blutigen Taten legitimiert. Die Rechtspopulisten schüren gezielt ihren Hass auf Ausländer, Muslime und andere Minderheiten und rufen zum Handeln auf. Ist es z.B. ein Zufall, dass Björn Höcke nur zwei Tage vor dem Massaker in Hanau bei einer Pegida-Kundgebung dazu aufgerufen hat, Zitat: „Die Herrschaft der verbrauchten Parteien und Eliten muss abgelöst werden und wir werden sie ablösen. (…) Wir werden diesen Kampf gemeinsam führen und gemeinsam gewinnen.“

Ein Aufruf zum Kampf also und nur kurz darauf wurde gekämpft. Natürlich weist die AfD trotzdem jede Mitschuld weit von sich. Der Massenmörder von Hanau sei gar nicht rechts gewesen, vielleicht war er ja sogar links. Und überhaupt würden die etablierte Politik und Systemmedien den Terroranschlag „politisch instrumentalisieren“. Dabei verkennt die AfD total, dass der Anschlag sehr wohl politisch motiviert war und dies schlichtweg wahrheitsgetreu wiedergegeben wird.

Das Weltbild des Täters war dabei von genau den Behauptungen und Fake News geprägt, welche die Rechtspopulisten seit Jahren verbreiten. Ebenso haben schon zahlreiche AfD-Politiker durchaus auch Gewalttaten legitimiert. Hier nur eine kleine Auswahl von Zitaten, die zum Verständnis der Ereignisse in Hanau und Halle sowie dem Mord an Walter Lübcke beitragen:

„Die politische Korrektheit gehört auf den Müllhaufen der Geschichte!“ (Alice Weidel, AfD-Fraktionsvorsitzende im Bundestag)

„Wenn wir kommen, dann wird aufgeräumt, dann wird ausgemistet!“ (Markus Frohnmaier, AfD MdB)

„Bescheidenheit bei der Entsorgung (!) von Personen ist unangebracht.“ (Jörg Meuthen, Bundesvorsitzender der AfD)

„Solche Menschen müssen wir selbstverständlich entsorgen!“ (Petr Bystron, AfD MdB)

„Das große Problem ist, dass man Hitler als das absolut Böse darstellt.“ (Bernd Höcke, AfD-Vorsitzender Thüringen)

„Wir sollten eine SA gründen und aufräumen!“ (Andreas Geithe, Bürgerdeputierter der AfD in Berlin)

„Wenn jemand kommt und den ganz großen Knüppel rausholt und das damit schafft, innerhalb von zwei Tagen zu beenden, bin ich sofort dabei!“ (Beatrix von Storch, stellvertretende AfD-Fraktionsvorsitzende im Bundestag)

„Brennende Flüchtlingsheime sind kein Akt der Aggression.“ (Sandro Hersel, AfD MdL in Meck-Pomm)

„Das Pack erschießen oder zurück nach Afrika prügeln!“ (Dieter Görnert, AfD)

„Drecksack-Antifakinder bekiffter Eltern gehört eine verpasst und sie in den Dreck geworfen. Ihnen gehört gedroht, dass sie nächstes Mal unter der Erde liegen!“ (Egbert Ermer, ehemals AfD Sachsen, heute Mitglied in Poggenburgs „Aufbruch deutscher Patrioten“)

„Antifa? Ab ins KZ!“ (Mirko Welsch, Ex-AfD-Mitglied)

„Immerhin haben wir jetzt so viele Ausländer im Land, dass sich ein Holocaust wieder lohnen würde.“ (Marcel Grauf, AfD-Mitarbeiter im Landtag BaWü)

„Ich wünsche mir so sehr einen Bürgerkrieg mit Millionen Tote. Frauen, Kinder, mir egal! Es wäre so schön. Ich will auf Leichen pissen und auf Gräbern tanzen. Sieg Heil!“ (Marcel Grauf, AfD-Mitarbeiter im Landtag BaWü)

„Wir müssen ganz friedlich und überlegt vorgehen, uns ggf. anpassen und dem Gegner Honig ums Maul schmieren. Aber wenn wir endlich soweit sind, dann stellen wir sie alle an die Wand! (…) Grube ausheben, alle rein und Löschkalk oben rauf.“ (Holger Arppe, MdL in Meck-Pomm, ehemals AfD, inzwischen parteilos)

Nach so viel Aufrufen zu Gewalt und Bürgerkrieg, nach so viel Menschenverachtung gegenüber Flüchtlingen und politischen Gegnern, leugnet die AfD immer noch ihre Verantwortung, wenn Rechtsradikale ihre Ideen in die Tat umsetzen! Sie machen einen auf harmlos und nennen sich selbst „bürgerlich-konservativ“. Wahrscheinlich war Hitler in ihren Augen auch nur ein „bürgerlich-konservativer“ Politiker, der einfach missverstanden und völlig zu Unrecht mit Auschwitz und den Verbrechen des 2. Weltkrieges in Verbindung gebracht wird.

Missverstanden wurde laut Jens Maier auch der norwegische Rechtsterrorist Anders Behring Breivik, der laut dem AfD-Bundestagsabgeordneten „aus Verzweiflung heraus zum Mörder geworden“ sei. Also nicht aus Hass und rassistischer Überzeugung, nein, der Ärmste war lediglich verzweifelt. Verzweifeln könnte man eher an den Aussagen Maiers, der 2017 auf einer Veranstaltung des rechten „Compact“-Magazins im Gasthof Heidekrug in Cotta (Sachsen) zudem das Buch „Europa verteidigen“ des Bloggers „Fjordman“ als Anstoß seiner politischen Betätigung bezeichnete. Eben jenen Fjordman hatte auch Breivik in seinem Manifest zitiert. Der Kreis schließt sich.

Quelle

Die Verlogenheit der AfD ist ebenso offensichtlich wie ihre Mitverantwortung an den jüngsten Terrorattacken durch Rechtsextremisten. Die Frage ist nur, warum ihre Umfragewerte im Osten trotzdem weiter steigen. Entweder kommt ihre Radikalität gut an oder die ihre Wähler glauben ihr jeden Scheiß, selbst wenn sie behaupten würde, die Erde sei flach und innen hohl. Kein Mensch, der noch halbwegs bei Vernunft ist und noch einen Funken Anstand in sich trägt, kann diese Partei nach alledem weiter wählen! Zumindest im Bundestrend sinkt die AfD in der Wählergunst, was Anlass zur Hoffnung gibt.

Zum Schluss möchten wir aus gegebenem Anlass explizit darauf hinweisen, dass wir uns nur mit realen, nachweisbaren Verschwörungen beschäftigen, die wir stets mit Screenshots und Quellenlinks belegen. Damit unterscheiden wir uns von rechten Verschwörungsblogs, die krude Behauptungen aufstellen und mit gefakten Fotos oder Videos arbeiten. Wir billigen es auch nicht, dass diverse unseriöse Webseiten unsere Artikel ohne unser Einverständnis verbreiten und aus dem Zusammenhang reißen, um damit ihr rechtes Weltbild zu untermauern. Wir sind ausdrücklich gegen jede Form von Faschismus, Rassismus und gruppenbezogener Menschenfeindlichkeit und distanzieren uns von jeglichen Gewaltaufrufen! So etwas wie in Hanau darf niemals wieder geschehen!

Kalter Putsch in Thüringen

von Anton Nymous

Am 5. Februar 2020 wurde in Thüringen ein politischer Tabubruch begangen, wie es ihn zuletzt 1930 gegeben hat, als es ebenfalls in Thüringen zur ersten Regierungsbeteiligung der NSDAP gekommen war. Damals übrigens auch gemeinsam mit der konservativen DNVP und der liberalen DVP, also den jeweiligen Vorläufern der Union und FDP. Der historische Vergleich ist durchaus legitim, denn gerade die Thüringer AfD, mit deren Stimmen sich der FDP-Fraktionsvorsitzende Thomas Kemmerich zum Ministerpräsidenten wählen lassen hat, wird von deren rechtsextremen Flügel beherrscht.

Außerdem darf nicht vergessen werden, dass die frühe FDP in den Nachkriegsjahren mit alten Nazis durchsetzt war. Sie wurde gezielt von Goebbels‘ einstigem Staatssekretär Werner Naumann und dessen Gefolgsleuten infiltriert. Ziel des ehemaligen NSDAP-Politikers und Mitglieds der Waffen-SS war die erneute Machtergreifung in Westdeutschland.

Zwar wurde der Naumannkreis, der übrigens nichts mit der nach Friedrich Naumann benannten FDP-nahen Stiftung zu tun hat, von den Briten zerschlagen. Allerdings wurden von den Briten nur hochrangige Nazifunktionäre verhaftet. Der Anteil ehemaliger NSDAP-Mitglieder in der FDP blieb, wie auch in der CDU, sehr hoch. Bis heute gibt es einen rechten Flügel der Partei, die diesen Teil ihrer Geschichte nie aufgearbeitet hat.

Quelle

All diese historischen Verbindungen lassen die Abwahl Ramelows in einem noch schlimmeren Licht erscheinen, als ohnehin schon. Mit Demokratie und dem Volkswillen hat dieser Vorgang dabei rein gar nichts zu tun. Über 70% der Thüringerinnen und Thüringer waren mit der Arbeit von Bodo Ramelow zufrieden, der unter den 5 beliebtesten Ministerpräsidenten Deutschlands rangierte und im Osten sogar auf Platz 1 der Beliebtheitsskala war. Seine Partei DIE LINKE wurde bei der letzten Wahl mit 31% stärkste Kraft und hatte damit den Regierungsauftrag. Nun stellt jedoch die schwächste Partei, die den Einzug in den Thüringer Landtag gerade so geschafft hat, den Ministerpräsidenten. Und das auch nur mit einer Stimme Vorsprung vor Bodo Ramelow.

Wie und mit wem Kemmerich eine Regierung bilden will, wird geradezu abenteuerlich werden. Das Angebot, Minister der SPD in sein Kabinett zu übernehmen, haben die Sozialdemokraten erwartungsgemäß ausschlagen. Einen Ministerpräsidenten zu unterstützen, der sich mehrheitlich von Faschisten hat wählen lassen, wäre sonst auch der Untergang der SPD. Die Grünen haben eine Regierungsbeteiligung unter Kemmerich ebenfalls aus Gründen des Antifaschismus abgelehnt, womit eine Jamaika-Minderheitskoalition ebenfalls vom Tisch ist.

Eine Koalition einzig aus FDP und CDU läge derweil in der Wählergunst gerade einmal bei 26,7 %, was nicht einmal ein Drittel der Sitze im Parlament ausmacht. Nur zum Vergleich, der rot-rosa-grünen Minderheitsregierung hätten gerade mal drei Sitze gefehlt. Bliebe also nur ein Zusammengehen mit der AfD, was jedoch von der Bundes-CDU weiterhin kategorisch verneint wird und sogar der Kanzlerin ein klares Statement abverlangt hat. Zum ersten Mal muss man Angela Merkel bei etwas zustimmen, so viel Rückgrat hätte man ihr gar nicht zugetraut.

Andererseits steht ihre Karriere ohnehin vor dem Ende und sie will mit Sicherheit nicht als Wegbereiterin des 4. Reichs in die Geschichte eingehen. Teile der Union haben da zudem eine gänzlich gegenteilige Auffassung. Insbesondere die Werteunion strebt eine Kooperation mit der AfD an und unter einem Kanzler Friedrich Merz würde es wohl eine Koalition nach österreichischem Vorbild geben – ganz im Sinne von Black Rock. Der rechte Flügel der Union merkt dabei offenbar nicht, dass er die CDU überflüssig macht, da es letztendlich keine „Mitte“ mehr geben wird, sondern nur noch eine zweite AfD in Schwarz.

Sofern sich die Thüringer CDU nicht ebenfalls gegen Merkel stellen und damit den eigenen Untergang vorantreiben möchte, bleibt der FDP also nur noch, entweder als schwächste Partei mit gerade einmal 5 Abgeordneten allein zu regieren oder eine gelb-blaue Minderheitsregierung zu bilden. In jedem Fall kann nichts Gutes unter diesem Ministerpräsidenten herauskommen, der noch im Wahlkampf auf einem Plakat behauptet hatte, dass diese Glatze in Geschichte aufgepasst hätte.

Entweder hat Kemmerich dabei nichts aus der Geschichte gelernt, dass er sie nun wiederholt, oder er hat schlichtweg die falschen Schlüsse gezogen. Er selbst wird jedenfalls nicht als erster FDP-Ministerpräsident Ostdeutschlands in die Geschichte eingehen, sondern als Wegbereiter der Faschisten. Die gespielt demütige Verneigung Höckes vor Kemmerich erinnert dabei nicht zufällig an Hitlers Verbeugung von Hindenburg.

Die AfD hat ihrerseits allerdings auch einen Tabubruch begangen. Zum einen hat sie ihrem eigenen MP-Kandidaten, dem Sundhäuser Bürgermeister Christoph Kindervater, im dritten Wahlgang nicht eine einzige Stimme gegeben. Das ist nicht nur ein Betrug am Wähler, sondern auch ein hinterhältiger Dolchstoß für den parteilosen Kandidaten, der nicht mehr als politisches Kanonenfutter für die AfD war. Sein Ruf ist nun ruiniert und sein Amt als Bürgermeister musste er niederlegen.

Zum anderen hat sich die AfD mit der zuvor abgesprochenen Wahl Kemmerichs zum Thüringer Ministerpräsidenten endgültig als Systempartei des neoliberalen Establishments geoutet. Keine andere Partei, mit Ausnahme der AfD selbst, steht mehr für die Interessen des reichsten Prozents als die FDP. Sie ist die Partei der Millionäre und eben diese Millionäre bilden nicht unbedingt die Bevölkerungsmehrheit in Thüringen. Dennoch stellen sie nun dank der AfD die Regierung und können alle sozialen Errungenschaften der letzten Landesregierung rückgängig machen. Darauf hat mit Sicherheit auch die CDU gewartet. Faire Löhne, Azubitickets, Mietendeckel – hinfort damit!

Es ist ein wahrhaftiger Offenbarungseid, dass die AfD in diesem Zusammenhang von einer „bürgerlichen Mehrheit“ spricht. Mit bürgerlich ist keineswegs die breite Bevölkerungsmehrheit gemeint, auch wenn sich das im Verständnis der Massen so eingebürgert hat. Bürgertum meint die Bourgeoisie, also die Wohlhabenden, die Kapitalisten. Diese bilden aber bestenfalls die obersten 10% der Bevölkerung und das ist mitnichten die Mehrheit.

Die Bourgeoisie hat es lediglich verstanden, Teile des Proletariats durch gezieltes Schüren von Angst auf ihre Seite zu ziehen. Mit Prinzipen wie „teile und herrsche“ oder „nach oben buckeln und nach unten treten“ haben sie es verstanden, sich ihre Macht über ein Heer zufriedener Sklaven zu sichern. Den Lohnsklaven ist es dabei egal, ob ihre Löhne sinken, ihre Mieten steigen oder ihnen die Altersarmut droht, so lange nur „der Ausländer“ verschwindet und keine Moschee gebaut wird.

Es ist irrig, die Schuld an der massenhaften Verelendung bei den gerade erst eingetroffenen Flüchtlingen zu suchen und nicht etwa in der seit Jahrzehnten praktizierten antisozialen Politik der herrschenden Klasse. Und zu dieser bürgerlichen Minderheit, die nur im Parlament die Mehrheit besitzt, gehört nun einmal auch die AfD. Wer glaubt, die Faschisten würden die Politik im Interesse der hart arbeitenden Bevölkerungsmehrheit gestalten, setzt sich den Hut auch mit dem Hammer auf.

Hinter dem Faschismus stand schon immer das Kapital! Und überall, wo Linke an der Regierung beteiligt wurden, waren die Kapitalisten immer schnell dabei, Faschisten zu unterstützen. Brasilien und Bolivien sollten diesbezüglich mahnende Beispiele sein. Auch hierzulande waren und sind die Faschisten das Ass im Ärmel des Großkapitals, des reichsten Prozents der Bevölkerung. Vielleicht meinen die ultrarechten AfD-Unterstützer Kubitschek und Elsässer genau das mit ihrer 1%-Bewegung.

Ob die Mehrheitsverhältnisse in Thüringen so bleiben, werden wohl nur Neuwahlen zeigen, die im Prinzip den einzigen Ausweg aus der aktuellen Misere bilden. Die Chancen stehen gut, dass die FDP aus dem Parlament fliegen und die CDU mehr als 5% einbüßen wird. Die AfD stagniert derweil in den Umfragen bei rund 24%, während DIE LINKE auf bis zu 37% weiter zulegt. Wenn es denn wirklich so käme, könnte es wieder eine knappe Mehrheit für Rot-Rosa-Grün geben.

Der Weg zu Neuwahlen könnte jedenfalls bald frei sein, denn Kemmerich hat mittlerweile seinen Rücktritt angekündigt und sogar zugesagt, sein Ministerpräsidentengehalt zurück zu zahlen. Diese Entscheidung kam aber zweifelsohne nur durch anhaltenden öffentlichen Druck zustande. Das zeigt, dass eine wachsame Öffentlichkeit manch gravierende Fehlentwicklung vielleicht nicht immer zu verhindern, aber durchaus zu korrigieren vermag.

Tomb Raider – Lara Croft versus Illuminaten

von Joe Doe

„Lara Croft: Tomb Raider“ von 2001 ist die erste Verfilmung der gleichnamigen Computerspielreihe. Der Film hält sich dabei optisch mal mehr und erzählerisch mal weniger an die Vorlage. Obgleich schon die Spiele diverse Fantasy-Elemente enthalten, die stellenweise ins Okkulte abgleiten, übertrifft der Kinofilm diese bei weitem und bezieht direkt den Geheimbund der Illuminaten ein. Die zur Schau gestellte Symbolik ist allerdings eher den Freimaurern zuzuordnen.

Das ganze okkulte Spektakel beginnt schon im Vorspann mit dem allsehenden Auge in einer Pyramide. Die Eröffnung der ersten Szene setzt diese Symbolik sogleich mit Lara Crofts rechtem Auge fort.

Die Filmversion von Lara Croft (Angelina Jolie) hält sich nicht in jedem Detail an die Vorlage. So trägt die Spielversion keinen Gürtel mit Totenschädel und gekreuzten Knochen. Das schwarze Filmoutfit in Kombination mit diesem Symbol erinnert schon fast an die SS.

Passend zu der Pyramide im Vorspann startet der Film in einem ägyptischen Setting. In diesem Ambiente lassen sich selbstverständlich jede Menge antike Symbole verstecken, darunter ein Skarabäus.

Lara geht mit dieser Kulisse jedoch keineswegs wie eine Archäologin um, sondern ballert wild um sich und fällt im Kampf mit einem Killerroboter einen Obelisken.

Zum Glück ist dies nur eine Übung in einem Trainingsraum auf dem Anwesen ihrer Familie. Im Spiel sahen die Trainingsräume etwas anders aus, aber immerhin das Haupthaus hält sich stark an die Spielvorgabe. Ein paar Schachbrettböden dürfen in einem solch okkult aufgeladenen Film natürlich nicht fehlen.

In der nächsten Szene werden die Gegenspieler eingeführt, welche sich selbst als „Erleuchtete“ bezeichnen. Ihre Loge entspricht nicht dem typischen Freimaurerambiente, einige Symbole wie die Venusmuschel sind aber dennoch zu finden.

Nicht zu vergessen die Pyramide mit dem allsehenden Auge. Diese weist zudem ein zwölfzackiges Sonnensymbol auf, welches auf die 12 Tierkreiszeichen hindeutet.

Dieser dezente Hinweis auf Astrologie kommt nicht von ungefähr, denn die Illuminaten fiebern einer seltenen Konstellation entgegen, bei der sich alle Planeten des Sonnensystems in einer Linie aufreihen. Ein Ereignis, auf welches einst auch Lara von ihrem Vater vorbereitet wurde.

In der Realität tritt eine solche Linearkonstellation keineswegs exakt alle 5.000 Jahre auf und ebenso kam es um die Jahrtausendwende zu keinem derartigen astronomischen Ereignis. Erst recht setzt keine Planetenkonstellation – gleich welcher Art – eine Uhr in Gang. Doch in der Welt des Films ist alles möglich und so entdeckt Lara, dass die Uhr ihres verstorbenen Vaters wie von Geisterhand zu ticken beginnt.

Sie gibt das gute Stück an ihren Mitarbeiter Bryce (Noah Taylor), der einen inneren Mechanismus entdeckt. Als Lara diesen freilegt, hält sie ein Artefakt in den Händen, auf dessen Deckel eine Pyramide mit Auge prangt.

Diesen Fund bringt sie zu einem alten Freund ihres Vaters, der die Uhr eingehender untersucht. Für ein antikes Artefakt sieht das Teil ziemlich nach High Tech aus, aber natürlich kann auch alles mit Magie erklärt werden.

Ein Blick auf die Rückseite verrät indessen, dass es sich um eine Art Schlüssel handeln muss.

So recht ist dem alten Professor in dieser Angelegenheit nicht zu trauen. Erst recht nicht, als er Lara an den Anwalt Manfred Powell (Iain Glen) weiterempfiehlt. Hätte Lara aufgepasst, wäre ihr sicherlich das Sonnensymbol im Treppenhaus aufgefallen.

Oder der Totenschädel auf dem Tisch des Professors, der ihn ziemlich deutlich als Freimaurer zu erkennen gibt.

Nachdem Lara auf den Tipp eingegangen ist und auch Powell über ihren Fund informiert hat, dauert es nicht lange, bis ihr Anwesen überfallen und ausgeraubt wird. Merke: Mit brisanten Funden, die obendrein der offiziellen Geschichtsschreibung widersprechen, geht man nicht hausieren! Andernfalls enden sie in den Händen mächtiger Leute, die sie einzig zu ihrem eigenen Vorteil nutzen wollen.

Offenbar hat Laras Vater sie nicht über die Machenschaften okkulter Geheimbünde aufgeklärt, was er erst mittels eines Briefes posthum nachholt. Dieser wird wie selbstverständlich von UPS zugestellt. Ohne Product Placement geht es in Hollywood nun mal nicht.

In dem Brief gibt er ihr einen Hinweis auf ein Buch von William Blake (1757-1827).

Im Buch dieses Freimaurers entdeckt Lara auf der letzten Seite erneut eine Pyramide mit allsehendem Auge. Im Prinzip sollte ihr spätestens jetzt dämmern, dass ihr Vater auch zu diesem Club gehörte.

Hinter dem Einband entdeckt sie einen weiteren Brief ihres Vaters und bekommt mit diesem erst einmal eine Lektion in Geschichte. Sie erfährt von einer untergegangenen Stadt, die sich einst in einem Meteoritenkrater befand. Im Zentrum stand natürlich eine Pyramide.

Aus dem Metall des Meteoriten wurde eine Pyramide mit allsehendem Auge gegossen. Ein magisches Artefakt, welches seinen Schöpfern göttliche Kräfte verlieh. Wissenschaftlich gesehen ist das natürlich völliger Nonsens, da das Periodensystem vollständig ist und keine Elemente mit magischen Eigenschaften enthält. Aber Meteoriten mit unbekannten Superelementen tauchen immer wieder in der Popkultur auf, darunter in Marvels „Black Panther“ und Disney’s letztem „Tarzan“.

Historisch hält sich „Tomb Rider“ ebenfalls nicht an die Fakten. Die Stadt, die schließlich durch den Machtmissbrauch ihrer Bewohner unterging, hat einige Parallelen zu Atlantis, einschließlich der runden Form. Allerdings lag Atlantis nicht in einem Meteoritenkrater, sondern im Meer. Immerhin wird der Name der Stadt nicht genannt, sodass Raum für Spekulationen bleibt.

Die magische Pyramide wurde jedenfalls in zwei Teile gebrochen, die an unterschiedlichen Orten versteckt wurden. Lara macht sich direkt im Anschluss an diese Offenbarung auf die Suche nach den beiden Pyramidenhälften. Warum sie dabei ein T-Shirt mit einem blutigen Templerkreuz trägt, bleibt schleierhaft.

Ihre Reise führt sie nach Kambodscha in die Nähe von Angkor Wat. Diese antike Khmer-Pyramide hat zwar, abgesehen von ihrer astrologischen Ausrichtung, nicht viel mit den ägyptischen Pyramiden gemein, aber immerhin ist es eine Pyramide.

Die Innenausstattung eines unterirdischen Tempels, in dem die erste Hälfte des gesuchten Artefakts wartet, ist derweil absolut nicht mit der Kultur der Khmer vereinbar. Das Symbol der Pyramide mit Auge mag zwar schon in der Antike bekannt gewesen sein, allerdings in einer Zeit lange vor den Khmer. Diesen war ein solches Symbol nicht bekannt.

Ein weiteres Augensymbol weist Croft den Weg zum Schloss für den Schlüssel, den ihr Powell abgenommen hat.

Das Schloss wird abermals von einem zwölfzackigen Sonnensymbol umringt. Hinzu kommt ein kleinerer achtzackiger Stern der Isis.

Powell, der inzwischen mit Laras ehemaligen Kollegen Alex West (Daniel Craig) zusammenarbeitet, muss erkennen, dass er vor dem falschen Schloss steht. Auf Alex‘ Rat hin vertraut er Lara den Schlüssel an, die damit einen Mechanismus in Gang setzt.

Im Zentrum des Mechanismus steht eine sechsarmige Statue mit einem grünen Glasbehälter im Schoss. Auf diesem Gefäß befinden sich vorne Schlagen, was ziemlich unverhohlen auf den Schlangenphallus von Baphomet anspielt.

Um jeden Zweifel auszuräumen, durchsticht die Grabräuberin den Behälter mit einem Balken, woraufhin dieser seinen Inhalt ejakuliert. Eine ziemlich versaute Symbolik.

In der Folge wird zwar die erste Hälfte der Pyramide freigegeben, allerdings tritt dabei auch Black Goo aus, welches in jede Ritze fließt.

Diese ölige Substanz lässt die Affenstatuen und zum Schluss auch die steinerne Gottheit zum Leben erwachen. Okay, es ist definitiv ein Fantasy-Film.

Nachdem Croft sowohl den Steinmonstern als auch Powells Team entkommen ist, geht die Reise weiter nach Venedig. Dort trifft Lara in einer Illuminatenloge erneut auf Powell, der ihr eine Zusammenarbeit anbietet und ihr offenbart, dass ihr Vater ebenfalls ein Erleuchteter war. Auf die letzte Offenbarung reagiert sie angepisst und wirft ein Messer in das allsehende Auge. Übrigens ist das überhaupt kein Illuminatensymbol, wie hier fälschlich unterstellt wird. Zumindest nicht, wenn damit Adam Weishaupts Orden gemeint sein sollte.

Als Powell ihr droht, zeigt er mit dem Messer auf Laras linkes Auge, was wieder einmal sehr symbolbeladen ist. Schlussendlich geht sie widerwillig auf sein Angebot einer Zusammenarbeit ein, da auch sie die zweite Hälfte der Pyramide finden möchte.

Die Suche führt sie nach Sibirien, wo die Ruinen der antiken Stadt in einem Meteoritenkrater liegen. Hier werden nun wirklich alle Mythen willkürlich zusammengeworfen, denn Sibirien ist tatsächlich für den Tunguska-Meteoriten bekannt. Dieser ist allerdings nicht in der Antike eingeschlagen, sondern 1908 in der Luft explodiert.

Noch unwirklicher ist die aufziehende Sonnenfinsternis, womit nicht nur alle Planeten, sondern auch der Erdmond in einer Linie stehen. Aber irgendwie muss man ja die Linearkonstellation veranschaulichen, wobei die anderen Planeten schlichtweg zu weit entfernt sind, um alle gleichzeitig von der Erde aus sichtbar sein zu können.

Ein weiteres Modell des Sonnensystems gibt es in den Ruinen. Das gesuchte Teilartefakt befindet sich natürlich in der Sonnenkugel, wo auch sonst.

In den Ruinen treten überall leuchtende Orbs auf, bei denen es sich um Zeitphänomene handelt. Als ein Schlittenhund durch einen der Orbs springt, skelettiert er augenblicklich und tritt zu neuem Leben erwacht wieder heraus.

Croft gelingt es natürlich, die zweite Pyramidenhälfte zu finden.

Sie überreicht sie dem Oberilluminaten, wohl wissend, dass noch etwas fehlt.

Kurz darauf lässt Powell seinen Meister erschießen, da er selbst seinen Gottkomplex ausleben will. Doch dazu braucht er noch ein sandkorngroßes Teilstück der Pyramide, welches in Laras Schlüssel versteckt ist.

Um alles zusammenzufügen nutzt Lara eine Zeitanomalie, die sich über einer Pyramide an der Wand öffnet. Damit wäre auch die aufgehende Sonne über der Pyramide mit Auge abgehakt.

Croft und Powell werden in eine Art Paralleldimension gezogen, in der sie die Spitze einer Pyramide erklimmen müssen. Natürlich ist Lara schneller und wird so zur Herrscherin über Raum und Zeit. Sie macht den Mord an ihrem ehemaligen Kollegen Alex rückgängig und dreht den Dolch, den Powell auf sie geworfen hat, in die andere Richtung. Als die Zeit wieder normal läuft, geht der Dolch zurück an den Absender und es kommt zum finalen Kampf gegen den Endgegner. Das zusammengesetzte Pyramidenartefakt zerschießt Croft dabei in tausend Teile, damit seine Macht nie wieder missbraucht werden kann.

Powell hat damit keine Möglichkeit mehr, sich selbst zu retten. Er wird das Wassermannzeitalter nicht mehr miterleben, welches von dem Wassermannkopf über dem Torbogen hinter ihm angekündigt wird.

Nun muss Lara Croft nur noch aus der sibirischen Höhle entkommen, die hinter ihr einstürzt. Zum Glück hat sie noch die Schlittenhunde, aber keinen Schlitten. Sich auf bloßen Füßen von Hunden ziehen zu lassen, ist die unrealistischste Szene im ganzen Film! Jeder Mensch würde dabei sofort stolpern und stürzen, egal wie glatt der Boden ist. Selbst mit Skiern wäre diese Stuntfahrt mehr als gewagt, aber auf unebenen Schuhsohlen ist das schlichtweg lächerlich!

Fazit: Die Pyramide mit allsehendem Auge kommt in zahlreichen Hollywood-Filmen vor, doch in kaum einem so häufig wie im „Lara Croft: Tomb Rider“. Der Film nimmt dabei keine Rücksicht auf historische und kulturelle Zusammenhänge. Die gesamte Menschheitsgeschichte wird schlichtweg im freimaurerischen Sinne umgedeutet. Die Rolle der Illuminaten ist dabei bewusst diffus gehalten, da sich auch die höchsten Grade der Freimaurer als „Erleuchtete“ bezeichnen. So würde zumindest die Symbolik wieder Sinn machen.

Scott Pilgrim gegen den Rest Vernunft

von Joe Doe

„Scott Pilgrim gegen den Rest der Welt“ basiert auf einer Graphic Novel von Bryan Lee O’Malley und wurde 2010 von Edgar Wright verfilmt, der zuletzt für den schwächsten Teil der neuen „Star Wars“-Trilogie „Die letzten Jedi“ verantwortlich war. Seine Adaption von „Scott Pilgrim“ ist dagegen nicht nur schwach, sondern schwachsinnig und obendrein vollgestopft mit okkulter Symbolik. Das fängt schon mit den Sig-Runen im Vorspann an.

Im Mittelpunkt steht besagter Scott Pilgrim, gespielt von Michael Cera, zu dessen Vita weitere hochgradig okkulte Filme wie „Das ist das Ende“ gehören. Seine Rolle Scott ist Mitglied in einer Rockband namens SexBobOmb und im Prinzip geht es im ganzen Film um kaum etwas anderes als Sex. Da er diesen nicht von seiner 5 Jahre jüngeren Freundin Knives (Ellen Wong) bekommt, träumt er längst von einer anderen Frau. Dabei ist die 17jährige sein größter Fan.

Der Übergang in eine andere Beziehung wird durch einen Schachbrettboden markiert. Ab diesem Zeitpunkt ist zudem nicht mehr ganz klar, was Scott träumt bzw. phantasiert und was Realität ist. Waren die comichaften Lautmalereien bis dahin noch als Stilelement akzeptabel, nimmt der Film mit durchschreiten dieser ersten Dimensionstür eine Wendung ins Absurde.

Die nächste Tür, welche direkt ins Bett von Scotts Traumfrau Ramona (Mary Elizabeth Winstead) führt, ist derweil mit einem schwarzen Pentagramm markiert.

Zum Abschied gibt sie ihm ihre Telefonnummer, welche zweimal die 66 enthält und in der Quersumme 55 ergibt. Darunter stehen sieben Xe, die für ihre sieben Ex-Lover stehen. Das X hat hier also einen direkten Bezug zu Sex.

Auf einem Konzert der Band SexBobOmb trifft Scott auf den ersten Ex von Ramona, der sich selbst als „teuflischer Ex-Lover“ vorstellt und dabei die 666-Handgeste macht.

Um jeden Zweifel auszuräumen, dass hier Satanismus im Spiel ist, besitzt der Ex paranormale Fähigkeiten wie Levitation und Pyrokinese. Außerdem kann er dämonische Begleiterinnen herbeirufen, die alle ein schwarzes Pentagramm auf dem Shirt tragen

Bei genauerer Betrachtung handelt es sich um geflügelte Repiloide mit spitzen Zähnen und geschlitzten Pupillen. Spätestens ab hier dürfte klar sein, dass es sich um keinen normalen „Coming of Age“-Film handelt.

Der Kampf gegen den teuflischen Ex-Lover findet selbstverständlich auf einem Schachbrettboden statt.

Da Scott nun offen für eine Beziehung zu Ramona kämpft, muss er endlich mit Knives Schluss machen. Passend dazu trägt er ein T-Shirt mit Totenschädel.

Beim Übergang zur neuen Freundin ist wieder ein Schachbrettboden im Hintergrund zu sehen.

Bevor er jedoch Ramona für sich allein haben kann, muss er auch ihre anderen Ex-Lover im Kampf besiegen. Der nächste ist der Filmstar Lucas Lee (Chris Evans), der unfairerweise gleich seine sämtlichen Stuntdoubles mit antreten lässt. Auf den Skateboards und auch als Tattoo trägt Lee ein auf dem Kopf stehendes Tau.

Der Kampf findet im Schatten des Vollmondes statt, der in dieser Einstellung durch ein Stromkabel durchtrennt ist. Die Spaltung des Mondes ist dabei kein Zufall, wie sich später noch zeigen wird.

Am nächsten Tag macht sich Scott Gedanken darüber, dass Ramona sieben Ex-Lover hat, was sich in seiner Umgebung widerspiegelt.

Ein eingekreistes X an seinem Ärmel, welches bereits ankündigt, dass sie auch ihn irgendwann verlassen wird, reißt er ab und wirft es auf den Boden. Symbolisch bedeutet dies, dass er sie nach nur einem One-Night-Stand nicht aufgeben will.

Die Aufschrift seines nächsten T-Shirts ist schon weniger leicht zu deuten. „SARS“ ist eine tödliche Infektionserkrankung der Atemwege, die sieben Jahre vor dem Filmdreh wütete.

Quelle

Einfacher ist da schon wieder das nächste Konzertplakat von SexBobOmb zu deuten, welches von zahlreichen Pentagrammen übersät ist. Außerdem gibt es auf der linken Seite ein Logo aus umgedrehten Pyramiden, welches später noch eine wichtige Rolle spielen soll.

Beim Auftritt trägt Scott ein weiteres Pentagramm auf dem T-Shirt. Außerdem hat es die Aufschrift „Zero“, was möglicherweise andeuten soll, dass er eine Null ist.

SexBobOmb treten jedenfalls nur als Vorband für Clash at Demonhead auf. Deren Sängerin, die zufällig Scotts Ex ist, macht ihrem Bandnamen alle Ehre und präsentiert sich als Schlangenträgerin. Sie trägt eine Schlange als Ring und zwei Ouroboros-Schlangen als Ohrringe.

Ihr aktueller Macker Todd (Brandon Routh) ist derweil der dritte teuflische Ex-Lover von Ramona. Welch ein unglaublicher Zufall, dass ihre jeweiligen Ex-Partner zueinander gefunden haben. Da fragt man sich, warum die beiden überhaupt eifersüchtig reagieren, wenn sie doch längst wieder andere Beziehungen eingegangen sind? Wie es scheint, geht es hier schlichtweg um Kontrolle. Die Frau wird zum Besitz des Mannes und bleibt dies auch, wenn er bereits eine andere hat.

Der dritte teuflische Ex-Lover hat auf jeden Fall wieder einmal paranormale Fähigkeiten und seine leuchtenden Augen deuten auf dämonische Besessenheit hin.

Wie Ramona anmerkt, hat ihr Todd einst „ein Loch in den Mond gehauen“. Das ist nun schon die zweite Anspielung auf einen lunaren Anschlag. Da ein solches Ereignis schon in Dutzenden anderen Filmen und Serien angekündigt wird, mag man hier nicht mehr an Zufälle glauben.

Mit der 3 auf dem T-Shirt lässt sich derweil super spielen. Zweimal nebeneinander ergibt dies die Anzahl der Freimaurergrade nach schottischem Ritus. Man wird das Gefühl nicht los, dass es bei den Kämpfen gegen die Ex-Lover eigentlich um den Aufstieg Scott Pilgrams in der Freimaurerhierarchie geht.

Wie zur Bestätigung gibt es beim nächsten „Bass Battle“ wieder einen Schachbrettboden. Die Art, wie Scott seinen Kontrahenten Todd besiegt, ist dabei mehr als skurril. Todd ist Veganer und nachdem Scott ihm einen Drink mit Sahne angedreht hat, erscheint die Veganpolice und beraubt ihn seiner paranormalen Kräfte. Ob das eine Anspielung darauf sein soll, dass vegane Ernährung genauso esoterischer Bullshit ist wie Superkräfte?

Die nächste Konfrontation lässt nicht lange auf sich warten. Sie wird von der Hausnummer 4 angekündigt, wo Scott auf einer Party die nächste Exfreundin von Ramona kennenlernt.

Ja richtig, es geht diesmal um eine Frau. Dabei ist Ramona doch eindeutig hetero. Eine Erklärung könnte sein, dass sie unter einer multiplen Persönlichkeitsspaltung leidet und eine ihrer Persönlichkeiten lesbisch ist. Darauf deuten zumindest die zerbrochenen Spiegel bei der Zerstörung einer Diskokugel hin.

Der fünfte Kampf findet dann wieder bei einem Bandduell statt. Auf dem Konzertplakat steht ganz unten „Ninth Circle“, womit ziemlich deutlich auf den neunten Kreis der Hölle verwiesen wird.

Diesmal muss es Scott gleich gegen zwei Gegner aufnehmen, denn Ramona war mit Zwillingen zusammen. Zumindest wird der Film dadurch um einen Kampf verkürzt, denn langsam fängt diese krude Story gewaltig an zu nerven. Gleiches gilt für die Symbolik, die bei den Zwillingen durch ein Yin-Yang auf den Punkt gebracht wird.

Im ersten Anlauf zerstören die beiden Gegner mit ihrer Soundwave das Hallendach. Dort wird erneut der Vollmond sichtbar. Doch halt! Dieser Kampf findet Tage nach dem zweiten statt und es ist immer noch Vollmond? Hier verstößt die okkulte Symbolik eindeutig gegen Naturgesetze!

Aber scheiß auf die Naturgesetze. Mit Musik lassen sich auch keine Dämonen heraufbeschwören wie auf diesem Konzert. Bei den asiatischen Zwillingen sind es natürlich Drachen, deren Erscheinen vom Publikum mit Baphomet-Gesten honoriert wird.

Nach diesem kruden Effektfeuerwerk trifft Scott endlich auf den Bossgegner, der auf der Spitze einer Pyramide residiert. Der Name Gideon Gordon Graves (Jason Schwartzman) ist dabei ebenfalls von symbolischer Bedeutung. Alle Namensteile beginnen mit einem G, dem siebten Buchstaben des Alphabets. Statt der 666 gibt es also eine 777, der u.a. von Aleister Crowley eine noch höhere Bedeutung zugeschrieben wird.

Gideon trägt außerdem die Farben der Venus, weiß und rot, womit er gleichermaßen Luzifer und Satan repräsentiert. Die umgedrehte Pyramide, die auf einem der Konzertplakate zu sehen war, ist zudem sein Logo. Ramona betrachtet er als seinen Besitz, was durch diverse Gesten verdeutlicht und auch in einer Zwischensequenz sehr genau erläutert wird.

Am offensichtlichsten ist der Chip mit Gideons Logo. Wenn das mal keine Anspielung auf technologische Massenkontrolle ist.

Scotts Bandkollegen stehen ebenfalls unter Kontrolle, allerdings auf freiwilliger Basis. Sie haben ihre Seelen für Geld und Ruhm verkauft. Passend dazu sind sie in freimaurerischem Schwarz/Weiß gekleidet, einer sogar mit Krawatte.

Scott wird von Gideon ebenfalls ein Deal angeboten, den er jedoch ablehnt. Für ihn ist der Kampf um Ramona eine Herzensangelegenheit, weshalb ihm ein Samuraischwert aus dem flammenden Herz entspringt.

Mit diesem zerlegt er erst einmal eine Schar von Gegnern, die wie in einem Videospiel zu Münzen zerfallen. Das Ganze natürlich abermals auf einem Schachbrettboden.

Der Endgegner hat derweil ein Cybersamuraischwert mit Totenkopf am Griff. Und tatsächlich verliert Scott in der ersten Runde sein Leben.

Zum Glück hat Pilgrim noch ein Bonusleben sowie etwas Hilfe von seiner Ex Knives, die diesmal ihrem Namen alle Ehre macht und mit Messern aufkreuzt. Allerdings trägt auch sie die Farben des freimaurerischen Schachbretts.

Gemeinsam besiegen sie Gideon, wobei die umherfliegenden Münzen wie eine Blutfontäne aussehen.

Am Ende beider Endkämpfe steht Scott auf der Spitze der 23-stufigen Pyramide. Einmal mit Ramona und beim zweiten Mal mit Knives. Nach dem endgültigen Sieg über Gideon ist sogar die Spitze der Pyramide illuminiert, wobei die 23 Stufen ein direkter Hinweis auf die Illuminaten sind. Hier wird nichts Geringeres symbolisiert als Pilgrims Erleuchtung, wobei sein Name nunmehr auch einen Sinn ergibt, da er eine Art Pilger ist.

Zum Schluss darf er sich dafür auch frei zwischen Knives und Ramona entscheiden, wobei die Wahl irgendwie vorhersehbar ist. Er kommt aus einem Tor mit der umgedrehten Pyramide und verabschiedet sich durch die Tür mit dem schwarzen Pentagramm.

Fazit: Was augenscheinlich als durchgeknallter „Coming of Age“-Film daherkommt, ist bei genauerer Betrachtung eine freimaurerische Erleuchtungsgeschichte. Außerdem wird einmal mehr vermittelt, dass jede Band, die in der okkulten Musikindustrie erfolgreich sein will, einen Pakt mit dem Teufel einzugehen hat. Diese tieferen Bedeutungen dürften den meisten jungen Zuschauern jedoch entgehen, da diese die Symbole kaum zu deuten wissen werden.

The Zero Theorem – Zero Sense

von Joe Doe

Filme, die eine rein freimaurerische Idee vermitteln, sind zuweilen sehr anstrengend. Das normale Publikum, welches die okkulte Bildsprache nicht zu deuten weiß, dürfte kaum einen Sinn in dem Gezeigten erkennen. „Zero Theorem“ aus dem Jahr 2013 ist solch ein Film, der keinen Bezug zur Lebensrealität der Menschen hat. Er zeigt eine Dystopie, welche zu bizarr ist, um sich darin hineinzuversetzen.

Im Zentrum dessen, was wohl eine Handlung darstellen soll, steht der glatzköpfige Qohen (Christoph Waltz), der von sich selbst in der ersten Form Plural zu sprechen pflegt. Ob dies ein Anzeichen einer multiplen Persönlichkeitsstörung sein soll, wird nicht ganz klar. Gestört ist er aber auf jeden Fall, genauso wie all seine Mitmenschen.

Qohen lebt in einer heruntergekommenen Kirche, die Gott schon vor sehr langer Zeit verlassen hat. Erbaut wurde sie jedenfalls von Freimaurern, denn schon in der Eröffnungsszene sieht man den ersten Schachbrettboden. Im Prinzip spielt sich ein Großteil von Qohens Leben auf dem Schachbrett der Loge ab, auf dem er allerdings nur ein jämmerlicher Bauer ist.

Seine Heimat ist offensichtlich London, wie man an den Bussen unschwer erkennen kann. In der Realität haben diese jedoch keine Schachbrettmuster an den Ecken. Auffällig ist außerdem die Werbeanzeige an der Front. Dort ist ein blonder Politiker zu sehen, der große Ähnlichkeit mit Boris Johnson aufweist. Da der Film in einer dystopischen Zukunft angesiedelt ist und Johnson erst sechs Jahre nach Erscheinen des Films zum Premierminister Großbritanniens gewählt wurde, könnte es sich hierbei um eine versteckte Ankündigung handeln.

In dieser grauenhaften Zukunft arbeitet Qohen für eine IT-Firma namens Mancom. Deren Logo ist ein allsehendes Auge.

Passend dazu hängen überall im Firmengebäude Poster mit der Aufschrift „Alles ist unter Kontrolle“. Unter totaler Kontrolle, um genau zu sein.

Vom Chef (Matt Damon), der sich schlicht Management nennt, erwartet Qohen eine Antwort auf die Frage nach dem Sinn seines Lebens. Stattdessen erhält er auf einer kruden Party aber nur nutzlose Kommentare von seinem Boss. Dieser trägt stets schwarz/weiße Klamotten, die dem jeweiligen Hintergrund angepasst sind. Außerdem hat er die Gabe, sich in kürzester Zeit umziehen zu können.

Qohens Aufgabe bei Mancom ist es, Entitäten zu knacken. Wobei Entitäten eigentlich der falsche Begriff ist, da es sich um mathematische Formeln handelt. Die Daten laufen in einer unterirdischen Zentrale zusammen, deren Portal mit Sonnensymbolen geschmückt ist. Diese werden zum Ende noch eine Rolle spielen.

Der Komplex ist wenig einladend und das Domizil des Praktikanten Bob (Lucas Hedges), der seinerseits alle Menschen Bob nennt.

An den Seiten des Zentralkerns befinden sich Datenzuflüsse, die mit achtzackigen Sternen verziert sind.

In der virtuellen Welt, in der Qohen die mathematischen Formeln zusammensetzen muss, ist dagegen alles kubisch. Behauene Steine für bekloppte Angestellte.

Nachdem die Arbeit im Firmensitz nicht so recht voran geht, wird dem Glatzkopf die Heimarbeit gestattet. Dort kann er die Kuben wenigstens auf dem freimaurerischen Schachbrett sortieren.

Bewacht wird er dabei von zwei weißen Venustauben.

Nachts träumt Qohen stets von einem schwarzen Loch, was sein inhaltsleeres Leben gut auf den Punkt bringt.

Zuweilen bekommt er Besuch von durchgeknallten Leuten, darunter eine als Krankenschwester verkleidete Frau, die ihn erst anbaggert, dann aber einen Rückzieher macht.

Noch verrückter ist ein Vorgesetzter, der zuweilen einen Zwerg als Verstärkung dabei hat.

Die Krankenschwester taucht später noch einmal als Lady in Rot auf und vermacht Qohen einen Cyberanzug, mit dem er virtuelle Welten aufsuchen kann. Bainsley (MélanieThierry) stellt offensichtlich eine Verführung für ihn dar und passend dazu gibt es im Hintergrund ein teuflisches Hexagramm. Als Davidstern lässt es sich hier jedenfalls nicht deuten, da das Gebäude wie bereits erwähnt eine Kirche ist und keine Synagoge.

Bevor Qohen sich auf die virtuelle Ebene einlässt, gibt es erst einmal Pizza. Geliefert wird sie von einem halbnackten Busenwunder, der Bob unentwegt auf die Titten starrt.

Qohen hat derweil nur Augen für Bainsley, mit der er sich auf einer virtuellen Insel im Cyberspace trifft. Die Champusflasche ist dabei ziemlich eindeutig als Phallussymbol gedacht.

Da Bainsley jedoch keinen Cybersex mit dem Entitätenknacker haben will, sucht dieser später einschlägige Pornoportale auf. Ab hier dreht sich eigentlich alles nur noch um Sex, mit dem Qohen sein inhaltsloses Leben auszufüllen versucht.

Der Schachbrettboden ist auch in der Pornowelt nicht weit, sodass das Ganze schon fast einen rituellen Charakter bekommt.

Ficken bis der Arzt kommt, das dachten sich wohl auch die Besucher eines Sex-Shops, vor dem ein Krankenwagen parkt. Bestimmt ein akuter Anfall von Tripper.

Aber was soll man auch anderes in einer Welt machen, in der sonst alles verboten ist? Die Verbotsschilder sind übrigens zu einem X angeordnet, was wohl auf das Rating anspielt.

Qohen unterhält sich auf diesem öffentlichen Platz gerade mit einem Kollegen über sein fortgeschrittenes Alter, als er vom Tod erschreckt wird. Okkulte Symbolik kann zuweilen recht zynisch sein.

Letztendlich versucht Qohen, aus seinem Hamsterrad auszubrechen und zerstört als erstes die zahllosen Kameras in seiner Kirche. Eine ist anstelle eines Kopfes auf die Schultern von Jesus montiert, womit hier aber sicher nicht das allsehende Auge Gottes gemeint ist, sondern das des Arbeitgebers.

Nachdem Qohen eine Ewigkeit auf den Anruf seines Chefs gewartet und dabei seine Lebenszeit vertrödelt hat, konfrontiert er ihn schließlich in der Zentrale direkt mit der alles entscheidenden Frage. Doch Management erfüllt ihm nicht den Wunsch nach einem Lebenssinn.

Qohen zerstört daraufhin den Datenkern, der sich jedoch selbst umgehend wieder repariert, nur um schlussendlich doch wieder in die Luft zu fliegen.

Nach dem Sinn all dessen sollte lieber nicht gefragt werden, da alles so sinnlos ist wie Qohens Leben. Warum sich also Gedanken darüber machen, dass im Innern der Maschine ein schwarzes Loch lauert, welches alle eingespeisten Lebensdaten verschlingt? Sicher, das ist Symbolsprache, aber der Realismus hat sich gleichermaßen längst ins schwarze Loch verabschiedet.

Als Zugabe springt schließlich auch Qohen ins Loch. Überraschenderweise landet er dadurch auf der idyllischen Insel im Cyberspace. Dort steht er nackt am Strand herum und streichelt die Sonne. War ja klar, dass wieder einmal alles auf eine freimaurerische Erleuchtungsgeschichte hinausläuft.

Fazit: “The Zero Theorem“ ist von vorne bis hinten gequirlte Scheiße. Zwar verbirgt sich hinter der skurrilen Fassade eine freimaurerische Gedankenwelt, diese wird jedoch in derart obskuren Farben gemalt, dass man es als vernunftbegabter Zuschauer kaum aushält. Man fühlt sich danach absolut nicht erleuchtet, sondern eher hinters Licht geführt. Lediglich Fans von abstrakter Kunst kommen hier auf ihre Kosten, sofern sie denn Meister vom Stuhlgang sind.

Der Nebel – Auf Serienlänge gestreckter Mist

von Joe Doe

Seit einiger Zeit ist es in Mode, Filmklassiker auf Serienlänge zu strecken und dabei brutal zu entstellen. Aus dem Vampirkultfilm „From Dusk Till Dawn“ wurde ein Reptiloidenschlachtfest gemacht und in der Neuauflage von „Frequency“ führte die Story ständig in Sackgassen. Jedes Mal, wenn der Nightingale-Mörder in diesem Zeitreisekrimi gefasst war, stellte sich heraus, dass es der falsche Verdächtige war. Natürlich nur, um die Filmhandlung auf Staffellänge zu dehnen, der noch eine zweite folgen könnte. Dabei erschöpft sich das Potential der Handlung bereits nach wenigen Folgen. Bei „Der Nebel“ verhält es sich nicht anders.

Wie bereits in der „From Dusk Till Dawn“-Serie wird das Ganze dann noch mit okkulter Symbolik garniert. Schon im Vorspann hagelt es allsehende Augen, womit die Serie die eher harmlose Filmvorlage bereits im negativen Sinne übertrifft.

Im Film flüchten die Menschen vor dem Dunst in eine Einkaufshalle. In der Serie wird daraus eine gigantische Mall und es kommen noch Nebenschauplätze wie die Kirche und ein Krankenhaus hinzu, um den Charakteren Raum zu geben. Im Gegensatz zum Film, wo es nur eine bösartige Fundamentalistin gibt, welche die Überlebenden spaltet und aufhetzt, sind in der Serie so ziemlich alle Charaktere Arschlöcher, denen man keine Träne nachweint, wenn der Nebel sie holt.

Das fängt schon damit an, dass die junge Alex (Gus Birney) auf einer Party von einem Mitschüler vergewaltigt wird. Allerdings kann sie sich nicht genau erinnern, wer es war, und verdächtigt anfangs den unschuldigen Jay (Luke Cosgrove). Schon allein das birgt Konfliktpotential in sich.

Der wahre Schuldige ist derweil ihr bester Freund Adrian (Russell Posner), der eigentlich schwul ist. Dieser ist eine total verkorkste Existenz und behauptet schlussendlich, er würde all seine Grausamkeiten aus Liebe begehen. Er lügt, vergewaltigt und mordet, was das Zeug hält. Dabei hätte jedem aufmerksamen Zuschauer schon von Anfang an klar sein müssen, dass er der Oberbösewicht ist, trägt er doch ein T-Shirt mit der 666. Und damit landet er ausgerechnet in der Kirche, wo er vorgibt, sich taufen lassen zu wollen, nur um dem Pfaffen die Autoschlüssel zu klauen.

In der Kirche befindet sich außerdem noch ein Typ mit einem gruseligen Tattoo, welches bereits die Art seines Todes vorweg nimmt. Es handelt sich um einen Schmetterling mit einem Totenschädel.

Als er die Kirche kurz verlässt, flattert ihm ein Schmetterling ins Ohr und nur wenige Sekunden später spuckt er einen ganzen Schwarm aus. Außerdem brechen Flügel durch sein Tattoo, sodass er glatt als Mottenmann auftreten könnte.

In der Filmvorlage sind die Kreaturen aus dem Nebel noch deutlich realistischer und repräsentierten ein fremdes Ökosystem aus einer anderen Dimension. Dieses ist in sich schlüssig, es gibt Jäger und Gejagte, die im Prinzip wie die irdische Fauna nur ums Überleben kämpfen. In der Serie haftet den Kreaturen dagegen etwas Dämonisches an. Es gibt sogar Wesen, die aus Black Goo bestehen, die im Film definitiv nicht vorkommen.

Die frisch verwitwete Nathalie (Frances Conroy) glaubt dennoch, dass es um natürliche Auslese geht und beginnt, den Nebel als eine Art Naturgottheit anzubeten. Schlussendlich fordert sie Pfarrer Romanow (Dan Butler) zu einem Glaubensduell auf. Sie beide gehen in den Nebel, um zu entscheiden, ob Gott oder die Natur des Nebels die alleingültige Wahrheit repräsentiert. Gott hilft dem Pfaffen selbstverständlich nicht, der schon bald einen hässlichen Tod findet, während Nathalie verschont wird.

Die Kreaturen erscheinen dem Pfaffen als Reiter der Apokalypse, womit die religiöse Symbolik auf die Spitze getrieben wird. Allerdings ist es nicht der Sensenmann, der den Pfaffen holt, sondern der Reiter mit den Teufelshörnern. Entweder ist Romanow damit der neue Hiob oder es gibt schlichtweg keinen Gott, der ihn vor dem Teufel rettet.

Während die Filmvorlage noch scharfe Kritik am christlichen Fundamentalismus übt, nimmt in der Serie Nathalie als durchgeknallte New Age Tante die Rolle der Spalterin ein. Ihre Anhänger führt sie jedoch alsbald in den Tod. Wer auf der Strecke bleibt, wird mit dem Argument der natürlichen Selektion eiskalt zurückgelassen. Der Sheriff, der ihr ebenfalls folgt, gibt dabei sogar noch Sterbehilfe. Im Prinzip gibt es nur zwei Arten von Charakteren – geisteskranke Psychopathen und Leute, die einfach nur so einen sinnlosen Tod sterben. Zum Glück verrecken am Ende auch ein paar Psychos, darunter Nathalie.

Alex Vater Kevin (Morgan Spector) hält es derweil zusammen mit Adrian und einigen anderen nicht lange in der Kirche. Im örtlichen Krankenhaus treffen sie allerdings auf noch weitaus mehr Durchgeknallte. Darunter ein Arzt, der seine Patienten zu Studienzwecken dem Nebel aussetzt, und einen Psychiatrieinsassen, der glaubt, böse Menschen zu erkennen und diese töten zu müssen.

Als Dr. Tod Kevin dem Nebel ausgesetzt, erscheinen ihm Halluzinationen. Auch das ist eine Neuerung gegenüber der bodenständigen Filmvorlage. Der Nebel in der Serie scheint an sich eine intelligente Lebensform oder eben eine Entität aus der Hölle zu sein, die mit ihren Opfern spielt. Zwar gibt es mitunter tödliche Lebensformen im Dunst, aber Erscheinungen wie die apokalyptischen Reiter oder die Eule der Minerva haben herzlich wenig mit einem fremden Ökosystem zu tun.

Statt fremder Kreaturen wie Spinnen mit Säurefäden gibt es zudem eher irdische Lebensformen wie Blutegel und Schlangen. Letztere haben dabei natürlich okkulte Bedeutung.

Nachdem sich alle Charaktere in der Mall zusammengefunden haben, eskaliert dort die Lage und alle fangen an, sich gegenseitig umzubringen. Alex und ihre Familie werden dabei aus dem Gebäude geworfen und dem tödlichen Nebel überlassen. Dieser ist jedoch wählerisch, wen er umbringt. In Alex und Jay versucht er lediglich einzudringen und so Besitz von ihnen zu ergreifen.

Während Jay zurückgelassen wird, fliehen Alex, ihre Eltern und weitere Überlebende in Richtung Bahnhof, wo gerade ein Zug einfährt. Die vermeintliche Rettung entpuppt sich jedoch als das genaue Gegenteil. Soldaten werfen gefangene Zivilisten aus den Wagons und töten sie damit gezielt. Hier endet die erste Staffel und es bleibt zu hoffen, dass es keine zweite geben wird.

Fazit: Die Kinoversion von „Der Nebel“ ist ein erstklassiger Film, der zeigt, was passiert, wenn ein fremdes Ökosystem in unsere Welt eindringt. Dabei ist ziemlich offensichtlich, dass das Militär ein Dimensionsportal geöffnet hat, welches nicht zu dem gewünschten Ergebnis geführt hat. Immerhin löst sich der Nebel am Ende aber auf und das Militär evakuiert die Überlebenden.

Die Serie ist das krasse Gegenteil davon. In ihr ist der Nebel etwas Okkultes mit übernatürlichen Eigenschaften. Es entbrennt auch kein Konflikt zwischen Wissenschaft und Kreationismus, sondern zwischen Christentum und New Age. Die überwiegend unsympathischen und teils psychopathischen Charaktere machen die Serie zudem unerträglich. Es spielt im Prinzip keine Rolle, ob sich nun der Film oder die Serie näher an der Romanvorlage hält. Der Film ist ein genialer Klassiker und die Serie ein Rohrkrepierer.