Die Fabian Society – Neoliberale Sozen

von Anton Nymous

Die Fabian Society wurde am 4. Januar 1884 in London als Abspaltung der im Vorjahr entstandenen Gruppe The Fellowship of the New Life gegründet. Benannt ist die Gesellschaft nach dem römischen General Quintus Fabius Maximus Verrucosus (275-201 v.u.Z.), dessen Strategien sich durch die Berechnung über längere Zeiträume auszeichneten. Statt auf Frontalangriffe setzte er auf Störmanöver und Zermürbung. Es ist mit Sicherheit kein Zufall, dass sich die Fabian Society ausgerechnet ihn als Namenspatron wählte.

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Während es The Fellowship of the New Life noch darum ging, die Gesellschaft durch das Vorleben eines reinen und einfachen Lebens zu verändern, wollte die Fabian Society ihre Ziele von Anfang an durch politische Aktion vorantreiben. Die beiden Organisationen entfernten sich zusehends voneinander und The Fellowship of the New Life wurde schließlich in den frühen 1890er Jahren aufgelöst. Die Fabian Society breitete sich hingegen über Europa aus und gründete auch Ableger in Australien und Neuseeland.

Ihren Idealismus hat die Fabian Society während ihrer Ausbreitung schnell abgelegt, sofern sie ihn überhaupt je besessen hat. Offiziell wurde sie ins Leben gerufen, um den Sozialismus durchzusetzen. Sie war sowohl an der Gründung der britischen Labour Partei im Jahr 1900 beteiligt als auch vier Jahre zuvor an der Gründung der Sozialdemokratischen Partei Österreichs.

Für die politische Rechte ist dies natürlich ein gefundenes Fressen, um den Sozialismus als Produkt einer sinisteren Weltverschwörung zu diffamieren. Doch zum einen stehen hinter sämtlichen rechten Parteien ebenfalls Think Tanks und Geheimgesellschaften, zum anderen sollte bei der Fabian Society etwas genauer hingeschaut werden. Weder hatte Karl Marx etwas mit den Fabianern zu tun, der war nämlich zu deren Gründung schon ein Jahr tot, noch fand sich in ihren Reihen je ein Vertreter des Proletariats.

Die Fabian Society setzte sich von Beginn an aus elitären Mitgliedern der britischen Oberschicht zusammen. Ihre sozialistische Ausrichtung nutzte die Fabian Society vorrangig, um progressive Intellektuelle für sich zu gewinnen, darunter die Frauenrechtlerin (Suffragette) Emmeline Pankhurst (1858-1928). Wenn man sich jedoch die führenden Köpfe der Fabianer betrachtet, ergibt sich ein völlig anderes Bild. Da haben wir es plötzlich mit Freimaurern und Eugenikern zu tun, dass einem das Gruseln kommt.

Zu den bekanntesten Mitgliedern zählen die Theosophin Annie Besant (1847-1933), der Okkultist Frank Podmore (1856-1910) und der Freimaurer H.G. Wells (1866-1946). Letzterer verdient dabei eine nähere Betrachtung, war er doch ein namhafter Schriftsteller, dessen Ideologie sich an seinen Werken ablesen lässt. Werke wie „Things to Come“ aus dem Jahr 1933, die mitnichten eine klassenlose, demokratische Räterepublik abbilden, sondern eine globale Diktatur der Intellektuellen propagieren und das Proletariat als stumpfsinnigen Pöbel verunglimpfen, der die schöne Neue Weltordnung wieder einzureißen droht.

Apropos Neue Weltordnung, im Jahr 1939 veröffentlichte Wells ein Sachbuch mit dem Titel „The New World Order“, dessen Cover ziemlich explizit auf die Freimaurer hindeutet.

Angesichts dessen wird es durchaus nachvollziehbar, dass viele Verschwörungstheoretiker glauben, die Neue Weltordnung wäre sozialistisch. Dies ist jedoch ein, von der Elite durchaus beabsichtigter, Trugschluss. Offensichtlich wird der Betrug, wenn man sich mit dem politischen Arm der Fabian Society beschäftigt, also insbesondere der britischen Labour-Partei.

Schon der zweimalige Labour-Premierminister James Ramsay MacDonald (1866-1937) koalierte früh mit den Konservativen, also den Vertretern des Großkapitals. Für diese Entscheidung wurde er aus der Labour-Partei ausgeschlossen, was dafür spricht, dass nicht alle Genossen mit dem Kurs der Fabianer einverstanden waren. Gegenüber dem 3. Reich setzte MacDonald derweil auf Appeasement-Politik, welche das Naziregime letztendlich entscheidend stärkte.

Es kommt aber noch schlimmer. Der Labour-Politiker Richard Howard Stafford Crossman (1907-1974) war Spezialist für psychologische Kriegsführung, was im Krieg gegen Nazideutschland zwar hilfreich war, aber mit Sicherheit auch den Zielen der Fabian Society zu Gute kam. Später avancierte er zu einem führenden Zionisten und Antikommunisten seiner Partei.

Da Kommunismus die logische Fortsetzung des Sozialismus ist, kann ein Antikommunist folgerichtig kein Sozialist sein. Damit sind sowohl die Labour-Partei als auch die Fabianer endgültig entlarvt. Erst recht gilt dies, wenn wir uns betrachten, wer sich heutzutage in der Fabian Society tummelt. Als wichtigste Namen wären da die britischen Premierminister Tony Blair und Gordon Brown zu nennen. Beide haben die Ressourcenkriege der USA im nahen Osten massiv unterstützt und damit bei der Ausbreitung des neoliberalen US-Imperialismus geholfen. Sozialistische Ideen sucht man derweil bei Blair und Brown vergeblich.

Es ist eigentlich unnötig zu erwähnen, dass das britische Königshaus eine wahrhaftig sozialistische Regierung auch kaum dulden würde. Immerhin ist die Monarchie die radikalste Verkörperung der Klassengesellschaft. Alle britischen Premierminister müssen diesen selbsternannten Herrenmenschen die Treue schwören und es versteht sich von selbst, dass sie sich ebenso der Freimaurerei zu unterwerfen haben.

Merken wir uns, dass nicht überall, wo Sozialismus drauf steht, auch tatsächlich Sozialismus drin ist. Das gilt übrigens nicht nur für Großbritannien, sondern weltweit! Insbesondere an den deutschen Sozialdemokraten ist absolut nichts sozial. Das haben bereits Friedrich Ebert und sein Bluthund Noske bewiesen, die sämtliche basisdemokratischen Räterepubliken durch rechtsextreme Freikorps niederschlagen lassen haben. Erinnern wir uns außerdem an die Einführung von Hartz IV, die Legalisierung von Hedge-Fonds und den imperialistischen Krieg in Afghanistan unter Gerhard Schröder.

Die Liste lässt sich weiter mit Olaf Scholz fortführen, der als Lobbyist der Hochfinanz einen guten Draht zu Warburg und Goldman Sachs hat. Nur Dummköpfe würden daraus schlussfolgern, die Hochfinanz sei sozialistisch. Die korrekte Schlussfolgerung lautet, dass die SPD längst keine Arbeiterpartei mehr ist, sondern ein korrupter Haufen neoliberaler Betrüger!

Halten wir also abschließend fest, dass es durchaus stimmt, dass sowohl die Fabian Society als auch sich „sozialistisch“ nennende Parteien an der Schaffung einer neuen Weltordnung beteiligt sind. Diese wird allerdings mitnichten sozialistisch sein, sondern neoliberal. Andernfalls würden sich nicht auch alle konservativen und rechtspopulistischen Parteien gleichermaßen an der NWO beteiligen.

Der einzige Grund, warum sich Labour, SPD und Co. „sozialistisch“ nennen, sind ihre Wähler. Um die Neue Weltordnung zu installieren, braucht man deren Zustimmung, also gibt das neoliberale Establishment ihnen die Illusion einer Wahlmöglichkeit. Andernfalls würden die Menschen vielleicht eine wahrhaftig sozialistische oder gar kommunistische Partei wählen, die nicht unter der Kontrolle der neoliberalen Eliten steht. Wie die Neoliberalen reagieren, wenn genau das geschieht, kann man aktuell in Venezuela und Bolivien sehen. Unnötig zu erwähnen, dass Evo Morales und Nicolas Maduro keine Fabianer sind.

Die Fabian Society ist nur ein weiter neoliberaler Think Tank, vergleichbar mit der Mont Pelérin Society oder der Hayek-Gesellschaft. Mit diesen beiden haben wir uns ebenfalls schon auseinandergesetzt.

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