Final Space – Kampf der Titanen

von Joe Doe

„Final Space“ ist eine Science Fiction Zeichentrickserie für Erwachsene, die seit 2018 läuft. Die erste Staffel ist noch leichte Kost, garniert mit viel Witz und Humor. Als Zuschauer entwickelt man schnell Sympathien für den Hauptcharakter Gary Goodspeed, der mit dem nervigen Geisteskrankheitsvermeidungsroboter Kevin an Bord eines Gefängnisraumschiffs festsitzt. Als ihm ein grünes Etwas zufliegt, das er auf den Namen Mooncake tauft, ändert sich alles schlagartig. Zunächst bekommt er es mit dem Kopfgeldjäger Avocato zu tun, der sich ihm aber anschließt und gemeinsam mit Gary gegen den finsteren Lord Commander kämpft.

Neben ein paar drastischen Szenen und einem noch drastischeren Ende, bei dem Avocato stirbt, macht die erste Staffel durchaus noch Spaß. In der zweiten erfährt man jedoch mehr über die Dimension des Final Space, die von dämonischen Titanen wie Bolo und Invictus bewohnt wird.

Bolo beauftragt Gary und seine Freunde, fünf Dimensionsschlüssel zu finden, mit denen er aus seinem Gefängnis im Inner Space befreit werden kann.

Den ersten Schlüssel haben die Helden bereits während eines Raumschiffrennens erbeutet. Es ist ein freimaurerischer Kubus, welcher stark an den Tesserakt aus dem Marvel Cinematic Universe erinnert. Überhaupt ist die Ähnlichkeit zu den Infinity-Steinen kaum zu übersehen.

Die Pyramide ist überraschenderweise kein Dimensionsschlüssel und auch kein Sith-Holocron, sondern Clarence‘ Geldkompass.

Den zweiten Schlüssel finden Gary und seine Freunde auf Ashs Heimatplaneten. Dort werden Menschen und insbesondere Kinder einer Schlangengottheit geopfert, was stark an die Rituale der Maya zu Ehren Kukulkans erinnert.

Um an den Schlüssel zu kommen, müssen sich die Helden ebenfalls von der transdimensionalen Schlangengottheit fressen lassen.

Die „Drei Rätsel“ aus dem Episodentitel tun dabei eigentlich kaum was zur Sache. Der Quizmaster findet einen abstrakten Tod und der Dimensionsschlüssel, welcher sich im Herzen der Schlange verbirgt, ist schnell geborgen. Der Schlüssel enthält passenderweise zwei sich umeinander windende Schlangen.

In der vierten Folge begegnet Little Cato, der Sohn von Avocato, einem weiteren Titanen. Die Ähnlichkeit zu Satan ist frappierend. Ebenso wie die zu Sutur, um den Vergleich mit Marvels Cinematic Universe auf die Spitze zu treiben.

Am vielsagendsten ist jedoch die neunte Episode „Die Schatten der Erinnerung“. In dieser reisen Gary, Avocato und Little Cato über einen Raum-Zeit-Wasserfall in eine andere Dimension, die von Black Goo beherrscht wird. Dieses manifestiert sich in schwarzen, dämonischen Kreaturen.

Es tritt aber ebenso in der klassischen zähen Form auf, die Menschen befällt.

Der Effekt des schwarzen Öls in den Augen ist bereits aus „Akte X“ bekannt.

Ebenso der Wirtswechsel. Das Black Goo, welches als Medium für den Titanen Invictus dient, endet dabei in Avocato, der eine Folge zuvor erst per Zeitreise von den Toten auferstanden ist.

Offenbar will „Final Space“ die gleiche Geschichte über extradimensionale Entitäten und Black Goo erzählen, wie zahlreiche andere Filme und Serien, darunter „Event Horizon“ und „Dark Matter“. Was in der ersten Staffel vielversprechend beginnt, wird damit zunehmend zum Abklatsch. Dabei scheuen sich die Serienmacher nicht einmal, bei „Star Wars“ zu klauen. Mag die Ähnlichkeit des Lord Commanders mit dem Imperator noch oberflächlich erscheinen, ist der Einsatz von Lichtschwertern schon definitiv ein Plagiat.

In der finalen Episode “Der sechste Schlüssel“ treffen die Recken endlich auf Bolo, der in einem Kubus gefangen ist. Der Zugang zum Inner Space befindet sich übrigens im Orion-Nebel, was nicht gänzlich ohne astrologische Bedeutung sein dürfte.

Wie sich herausstellt, reichen die fünf Dimensionsschlüssel nicht, um ihn zu befreien. Es bedarf zusätzlich eines menschlichen Opfers. Ähnlich wie in „Das fünfte Element“ spielt hier Nightfall die Rolle des sechsten Schlüssels.

Ash treibt derweil den Teufel aus Avocato heraus.

Schlussendlich ist Bolo frei und kündigt seine Rache an den anderen Titanen an.

Während Gary seine große Liebe Quinn rettet, kündigt sich bereits der finale Konflikt mit dem Dämon Invictus an. Doch das ist Stoff für die dritte Staffel, die bereits angekündigt ist.

Fazit: Wenn „Final Space“ den Kurs der ersten Staffel gehalten hätte, wäre aus der Serie etwas Eigenständiges geworden. Der Humor ist dabei durchaus gelungen, wird in der zweiten Staffel jedoch zunehmend zu einer Parodie auf Genreklassiker. Die extradimensionalen Wesen hätte man zudem weniger dämonisch darstellen können.

2 Kommentare zu “Final Space – Kampf der Titanen

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