Die Dune-Verfilmung, die es zum Glück nie gab

von Joe Doe

Demnächst startet (aufgrund von Corona etwas verspätet) Denis Villeneuves Neuverfilmung von Frank Herberts „Dune – Der Wüstenplanet“. Der erste Trailer verspricht viel und die halbgare TV-Verfilmung des SciFi-Channels aus dem Jahr 2000 wird der neue Film sicherlich übertreffen. Ob er an David Lynchs Meisterwerk von 1984 heranreicht, bleibt derweil noch abzuwarten.

Schon viele haben sich an diesen Science Fiction Roman herangewagt und im letzten Moment einen Rückzieher gemacht. Darunter Arthur P. Jacobs und sogar Ridley Scott. Eine genauere Betrachtung verdient allerdings Alejandro Jodorowsky, über dessen Scheitern man nur froh sein kann. Was er mit „Dune“ vorhatte, wäre eine obszöne Vergewaltigung von Frank Herberts Lebenswerk geworden. Tatsächlich meinte Jodorowsky in einer Dokumentation über sein nicht realisiertes Werk höchstpersönlich sinngemäß, dass es seine Absicht war, den Roman zu „vergewaltigen“, so wie man das mit einer Frau machen müsse.

Allein dieses Zitat lässt einem am Verstand des chilenischen Regisseurs und Künstlers zweifeln. Sein Frauenbild könnte kaum sexistischer sein. Ebenso gestört scheint sein sexuelles Verhältnis gegenüber seinem eigenen Sohn Brontis zu sein. Diesen ließ er mit nur 7 Jahren in dem Westernfilm „El Topo“ von 1970 die gesamte Zeit über nackt vor der Kamera auftreten. Wieso präsentiert Jodorowsky der Welt über zwei Stunden lang ein splitternacktes Kind? Und warum geht so etwas immer noch als Kunst durch, obwohl Nacktbilder von Minderjährigen doch inzwischen längst aus gutem Grund verboten sind?

Reitet da der Rainman?

Zwar werden Jodorowskys Werke dem Surrealismus zugeschrieben, doch enthalten  sie auch stets ein hohes Maß an sexueller Perversion. So geht es in „Montana Sacra – Der Heilige Berg“ um einen Dieb, der in einer von Gewalt und Pervertierung der Religion geprägten Welt lebt. Jodorowsky spielt in diesem Werk einen Alchemisten, der die Exkremente des Diebes in Gold verwandelt. Mit dem Film gelingt ihm jedoch nicht, Scheiße in Gold zu verwandeln.

Seine Frau Valerie verkörpert in „Der heilige Berg“ derweil Sel, deren Planet der Saturn ist. Da sticht bereits eine okkulte Note hervor, die sich nicht nur durch dieses Werk zieht. Garniert ist der ganze okkultistische Mummenschanz natürlich mit entsprechender Freimaurersymbolik. Es ist mehr als offensichtlich, woher da der Wind weht.

Jodorowsky mit Phallushut.

Bestärkt wird dieser Eindruck dadurch, dass Jodorowsky 2005 erneut in die Rolle des Alchemisten schlüpfte, um den Satanisten Marilyn Manson mit Dita von Teese zu vermählen. Die Ehe stand allerdings nicht nur sinnbildlich unter keinem guten Stern und scheiterte nach nur einem Jahr. Manson steht seither auf deutlich jüngere Frauen.

Noch einmal mit Phallushut.

Jodorowskys Kontakte in die Pop-Okkultur reichen indes noch viel weiter und hätten auch bei seiner „Dune“-Verfilmung eine Rolle gespielt. So sollte kein Geringerer als der große Masturbator und Surrealist Salvador Dali für das Artwork verantwortlich sein. Eben jener Dali, der den spanischen Diktator Franco für dessen Hinrichtung von politischen Gegnern feierte und seinen 68. Geburtstag von den Rothschilds ausrichten ließ. Wir erinnern uns an die verstörenden Bilder dieser okkulten Feier.

Salvador Dali

Die Designkonzepte, die für den Film abgeliefert wurden, sind bald noch verstörender als das, was Dali für gewöhnlich abgeliefert hat. Manche Lack- und Lederkostüme scheinen direkt aus der Sadomaso-Szene entlehnt zu sein. Wo Jodorowsky solche Ideen her hat, möchte man lieber gar nicht so genau wissen, aber sie passen zu seinem üblichen Mix aus Sex und Gewalt.

Der Schweizer Okkultist H.R. Giger schuf ebenfalls einige Gestaltungskonzepte für „Dune“, welche Jodorowsky allerdings ablehnte. Zumindest stilistisch wären Gigers Beiträge allemal besser gewesen, wie sein Xenomorph für Ridley Scotts „Alien“ beweist. Jodorowsky wollte jedoch alles möglichst grell und bunt haben wie ein LSD-Trip. Passend dazu sollte die Filmmusik von Pink Floyd verwirklicht werden. Allerdings nur der Score für das Haus Atreides. Den Soundtrack für das Haus Harkonnen sollte die französische Band Magma übernehmen. Würde man dem Regisseur heute noch einmal die Chance auf eine „Dune“-Verfilmung geben, käme der Soundtrack wohl von Marilyn Manson und Lady Gaga.

Glücklicherweise kam alles anders und die erste „Dune“-Verfilmung übernahm David Lynch, untermalt mit einem Soundtrack von Toto, der zu den genialsten der Filmgeschichte gehört. Zwar floppte „Dune“ an der Kinokasse und wurde von der Kritik verrissen, sodass sich Lynch von seinem eigenen Werk distanzierte, doch vielen Fans gilt der Film heute als Klassiker. Im Prinzip hat David Lynch alles richtig gemacht und sollte sich nicht dafür schämen.

Auf die Unkenrufe der Kritiker sollte man derweil nichts geben. Vor allem nicht, wenn sie von Jodorowsky kommen. Bei dem, was er mit „Dune“ vorhatte, sollte er sich mit Kritik sehr zurücknehmen. Doch nicht nur über David Lynchs Meisterwerk hat er eimerweise verbale Scheiße ausgekübelt, für Denis Villeneuves Neuverfilmung hat er ebenfalls nur Gift und Galle übrig. Da spricht wohl der pure Neid aus ihm, weil kein Studio bereit war, seinen zehnstündigen Epos zu finanzieren.

Jodorowsky mit Verschwiegenheitsgeste.

Die „Dune“-Fans wird er damit jedoch nicht erreichen. Mit wenigen Ausnahmen dürften die meisten wohl eher froh sein, dass Jodorowskys grelle SM-Show nie realisiert wurde. Es gibt schon genug abartige Filme, die schlecht für die Seele sind, und da zählen Jodorowskys bisherige Werke voller sexueller Perversion und nackter Kinder mit Sicherheit dazu! Es ist gut, dass die Welt von seinem „Dune“ verschont geblieben ist, auch wenn die weniger obszönen Teile seiner Gesamtidee durchaus manch andere Regisseure und Künstler inspiriert haben mögen.

Minderjährige Darsteller in fragwürdigen Rollen

von Joe Doe

Die Aussagen zahlreicher Darstellerinnen zu sexuellen Übergriffen und nicht zuletzt die Me-Too-Kampagne haben schon einige Hollywoodgrößen wie Harvey Weinstein oder Bill Cosby die Karriere gekostet. Seit den Aussagen des einstigen Kinderdarstellers Corey Feldman ist außerdem bekannt, dass es in der Alptraumfabrik ein pädophiles Netzwerk gibt, welches dem der katholischen Kirche in nichts nachsteht. Dabei gibt es einige Filme, die Kinderdarsteller derart offensichtlich in anzügliche Situationen bringen, dass dem Publikum längst die Alarmsirenen hätten schrillen müssen.

Hollywoods Umgang mit Kindern ist in vielerlei Hinsicht höchst fragwürdig. Das fängt schon damit an, dass Kinder kriminelle Charaktere verkörpern und dabei früher sogar Zigaretten rauchen mussten, so wie die damals zehnjährige Tatum O’Neal 1971 in „Paper Moon“. Dagegen ist die Rolle des Hit Girls in „Kick Ass“ von 2010 noch ziemlich cool und vertretbar. Nicht cool war dagegen der Filmkuss zwischen Hit Girl und Kick Ass im zweiten Teil drei Jahre später. Chloë Moretz war zu diesem Zeitpunkt noch 15 und ihr Schauspielpartner bereits über 20. Der Kuss mag zwar nur gespielt gewesen sein, aber die Andeutung eines sexuellen Verhältnisses einer Minderjährigen zu einem sieben Jahre älteren Erwachsenen ist dennoch strafbar.

Harmlos, werden jetzt einige denken, und im Vergleich zu den folgenden Beispielen ist es das tatsächlich. Noch krasser war nämlich der Altersunterschied zwischen Kirsten Dunst und Brad Pitt in „Interview mit einem Vampir“. Zwar spielte Dunst eine Erwachsene in einem Kinderkörper, aber die Darstellerin war damals erst 10 und Pitt fast 30. Der Kuss zwischen den beiden wäre nicht nur verzichtbar gewesen, er hätte strafrechtlich gesehen sogar zwingend aus dem Drehbuch gestrichen werden müssen.

Wenn Küsse zwischen Kindern und Erwachsenen schon heikel sind, ist die Grenze spätestens beim Thema Sex definitiv überschritten. In „Taxi Driver“ aus dem Jahr 1976 spielte die damals zwölfjährige Jodie Foster eine Prostituierte. Zwar wurde sie in den expliziten Erotikszenen von ihrer 20 Jahre alten Schwester gedoubelt, aber warum zur Hölle dreht überhaupt jemand einen Film über eine zwölfjährige Stricherin? Kein Wunder, dass sich Jodie Foster für diese Rolle psychologischen Tests unterziehen musste. Diese wären im Nachhinein jedoch wahrscheinlich nötiger gewesen als vorab.

1978 wurde das Alter für Prostituierte in dem Film mit dem bezeichnenden Titel „Pretty Baby“ dann sogar auf 11 Jahre herabgesetzt. Die einstige Kinderdarstellerin Brooke Shields verkörperte in diesem Werk das Mädchen Violet, welches in einem Bordell aufwächst. Als ihre Jungfräulichkeit zum Verkauf steht, verliebt sie sich in einen deutlich älteren erwachsenen Mann, dargestellt von E.J. Bellocq.

Ein Jahr später kam der Film „Manhattan“ in die Kinos. Mariel Hemingway, deren Rolle sich in einen 44-Jährigen verliebt, war zu dem Zeitpunkt immerhin schon 17, aber damit immer noch minderjährig. Brisant ist das in dem Fall auch hinter der Kamera, denn gegen Hemingways Schauspielpartner Woody Allen wurden ab 1992 Missbrauchsvorwürfe laut. Das fragwürdige Verhältnis mit einem Altersunterschied von 27 Jahren war angesichts dessen möglicherweise nicht nur gespielt. #metoo

Weiter geht es mit Sex and Crime in „Léon – Der Profi“ von 1994. In diesem nimmt der Auftragskiller Léon die kleine Matilda bei sich auf, nachdem ihre Eltern ermordet worden sind. Ihren Wunsch, ebenfalls zur Killerin ausgebildet zu werden, nimmt er nur widerwillig an, ihre sexuellen Avancen weist er jedoch entschieden zurück. Der Darsteller Jean Reno ist damit erst mal aus dem Schneider, aber nicht der Regisseur Luc Besson. Wie kam der eigentlich auf die abartige Idee, die damals 13-jährige Natalie Portman einen fast 50-Jährigen anbaggern zu lassen, der schon fast ihr Großvater hätte sein können?

Der Film „Kids“ von 1995 hat es ebenfalls in sich. Es geht um das Leben von Jugendlichen in den Straßen von New York, wobei es zu expliziten Darstellungen von Sex und Drogenmissbrauch kommt. Zum Glück waren die meisten Darsteller bereits volljährig, sonst wäre dieser Skandalfilm mit Sicherheit vor Gericht gelandet. Allerdings geht es auch darum, was die Schauspieler darstellen und das sind eben keine Erwachsenen.

Jacob Reynolds war derweil erst 13 Jahre alt, als er 1997 in „Gummo“ einen Jungen spielte, der gemeinsam mit einem Freund Tiere quält, Klebstoff schnüffelt und bezahlten Sex mit einem Mädchen mit Down-Syndrom hat. Der Regisseur und Drehbuchautor Harmony Korine schrieb übrigens auch schon das Drehbuch zu „Kids“. Wer Korines Gedankenwelt jetzt fragwürdig findet, der sollte erst den nächsten Film abwarten.

„Lolita“ aus dem Jahr 1997 gilt als Inbegriff einer obszönen Beziehung einer Minderjährigen zu einem Erwachsenen. Es handelt sich um das Remake einer gleichnamigen Literaturverfilmung von 1962, bei dem der Regisseur Adrian Lyne auf deutlich drastischere Erotikszenen gesetzt hat. Die damals 15-jährige Kinderdarstellerin Dominique Swain musste diese mit dem 32 Jahre älteren Jeremy Irons umsetzen. Wenn in der Realität ein 47-Jähriger mit einer Minderjährigen rummachen würde, wäre er ein verurteilter Kinderschänder. Warum werden Filme gedreht, die solche Triebtäter romantisieren?

Allein der Titel „Lolita“ ist schon widerwärtig, denn dies ist die Beschreibung einer „Kindfrau“. In der Regel sind damit erwachsene Frauen mit kindlichen Merkmalen gemeint, die für ein gewisses Publikum sexuell attraktiv sind. Das allein ist schon bedenklich genug, aber allzu oft sind mit Lolitas auch minderjährige Mädchen gemeint, die vom selben Publikum als erntereifes Lustobjekt erachtet werden. Jeff Epsteins „Lolita Island“ lässt grüßen.

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Es bleibt die Frage, für welches Publikum Filme produziert werden, in denen es um sexuelle Beziehungen zu Minderjährigen geht? Jedem normalen Kinogänger dürfte da doch eher der Brechreiz als irgendetwas anderes kommen. Zumal das auf der Leinwand dargestellte oftmals mehr als nur kranke Phantasie ist, sondern ein sehr reales Trauma für die Kinderstars darstellt. Vor allem, wenn sich hinter der gespielten Rolle ganz konkreter Missbrauch verbirgt.

Ein Opfer dieser Schmuddelfilmindustrie ist die ehemalige französische Lolita Eva Ionesco. Sie wurde schon sehr früh von ihrer eigenen Mutter sowie deren Fotografenkollegen Jacques Bourboulon als kindliches Aktmodell missbraucht. Mit nur 11 Jahren wurde eine Fotoserie der kleinen Eva von Bourboulon im italienischen Playboy veröffentlicht, womit sie das jüngste Aktmodell in der Geschichte des Magazins war.

Ein Jahr später veröffentliche der Spiegel unter der Überschrift „Die verkauften Lolitas“ ein weites Aktbild von Eva, aufgenommen von ihrer Mutter. Das brachte dem Spiegel verdientermaßen eine Rüge vom Deutschen Presserat ein. Es ist nun einmal ein Unterschied, ob man eine Story über missbrauchte Kinder bringt oder deren Missbrauch fördert, indem man ihren Peinigern Aktfotos abkauft.

Ihre erste Filmrolle hatte Eva Ionesco 1976 in Roman Polanskis „Der Mieter“. Eben jener Roman Polanski, der im folgenden Jahr in Los Angeles wegen Vergewaltigung der damals 13-Jährigen Samantha Gailey angeklagt wurde. Übrigens unterzeichnete der bereits in Zusammenhang mit weiteren Missbrauchsvorwürfen erwähnte Woody Allen eine Petition für Polanskis Freilassung. So viel zum Networking der Päderasten.

Interessant ist außerdem, dass Roman Polanski mit „Rosemaries Baby“ und „Die neun Pforten“ gleich zwei Filme über Satanismus drehte, die den Teufel glorifizieren. In Verbindung mit den bekanntgewordenen satanistischen Kinderschänderringen Frankreichs, die in enger Verbindung mit Marc Dutroux stehen, eine wirklich abartige Mischung.

Ob Eva Ionesco ebenfalls zu den Opfern von Polanski gezählt werden muss, ist nicht bekannt. Definitiv missbraucht wurde sie jedoch im gleichen Jahr für den Softporno Spermula, aus dem alle Szenen mit Eva vor Veröffentlichung herausgeschnitten werden mussten, da sie in aufreizenden Posen zu sehen war. Damit war der Gipfel der Pädophilie jedoch noch längst nicht erreicht.

Um einiges derber ging es in der ebenfalls 1976 gedrehten deutsch-italienischen Koproduktion „Spielen wir Liebe“ zu Sache. Für diesen Softporno mussten Eva Ionesco und ihre gleichaltrige Schauspielkollegin Lara Wendel in Nackt- und Softsexszenen mit Martin Loeb auftreten. Erst 2006 wurden der Besitz, die Aufführung und Verbreitung dieses Kinderpornos in der ungeschnittenen Fassung in Deutschland verboten. Bis dahin ging dieser Schmutz noch als „Kunst“ durch. Zum Glück dauerte es nicht gar so lange, bis Irina Ionesco Ende der 1970er das Sorgerecht für ihre schwer misshandelte Tochter entzogen wurde.

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Abseits der Filmindustrie sang sich im Jahr 2000 derweil die damals 16-Jährige Sängerin Alizée mit „Moi … Lolita“ in die Herzen der französischen Männerwelt. Im Musikvideo wird Alizée Lyonnet zunächst von ihrer Mutter als Hure beschimpft, haut daraufhin von zu Hause ab und verbringt die Nacht in einem Club, wo sie mit deutlich älteren Männern tanzt. Die Single war der große Durchbruch der noch minderjährigen Sängerin und man mag sich gar nicht ausmalen, womit sie ihren Erfolg bezahlen musste. Ihre oftmals viel zu knappe Kleidung lässt jedenfalls nichts Gutes erahnen.

Mit der Jahrtausendwende hat sich leider nicht viel verändert. 2006 musste Abigail Breslin mit nur 9 Jahren in „Little Miss Sunshine“ einen Striptease hinlegen. Sie sollte nicht die letzte Kinderdarstellerin bleiben. 2013 musste auch der damals 10-Jährige Jackson Nicoll für „Jackass: Bad Grandpa“ die Hüllen fallen lassen. Wie es sich für Johnny Knoxville gehört, ist der gesamte Film randvoll mit Perversionen und daher absolut nicht für Kinder geeignet.

Zuweilen sprechen Filme das Thema Kindesmissbrauch direkt an, was an und für sich nicht verkehrt ist, sofern dies in einem entsprechend kritischen Kontext geschieht. „Trust“ aus dem Jahr 2010 ist z.B. eine eindringliche Warnung an minderjährige Teenagerinnern, sich nicht auf Chatbekanntschaften mit erwachsenen Männern einzulassen. Warum die zu diesem Zeitpunkt 15-Jährige Liana Liberato unbedingt in Unterwäsche gezeigt werden musste, ist dennoch erklärungsbedürftig. Eine Andeutung hätte genügt.

Dakota Fanning spielte im 2007 erschienenen „Hounddog“ ein weiteres Vergewaltigungsopfer. In der Vergewaltigungsszene ist zwar nur ihr Gesicht zu sehen und die Dreharbeiten fanden unter den wachsamen Augen von Beamten der Kinderarbeitsaufsicht statt, doch warum musste die fragliche Szene überhaupt in den Film? Auch hier hätte eine Andeutung gereicht, denn im Kern drehen sich beide Filme schließlich um die Verarbeitung des Traumas. Für die einen mag der Schockeffekt vielleicht wirken, gewisse andere Personen könnten sich jedoch daran aufgeilen.

Ebenso fragwürdig ist, dass Dakota Fanning nur drei Jahre später gleich wieder eine Sexrolle spielen musste. In „The Runaways“ verkörperte sie die Lead-Sängerin Cherie Currie. Deren Aufstieg zum Rockstar mag zwar autobiografisch sein, aber für die nunmehr 15-jährige Fanning bedeutete dies abermals die Darstellung von jeder Menge Sex und obendrein noch Drogenkonsum.

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass es einige Filme gibt, die entweder umgeschnitten werden sollten oder gleich ganz auf den Index gehören. Zuweilen werden immerhin noch erwachsene Schauspielerinnen engagiert, um Jugendliche darzustellen wie die damals 19-Jährige Elle Fanning in „Die Verführten“ von 2017. Der Altersunterschied zum doppelt so alten Colin Farrell mag zwar anstößig sein, aber zumindest nicht strafbar.

Gleiches gilt für „American Beauty“ von 1999, in der die damals 20-Jährige Mena Suvari eine Teenagerin spielte, die vom Vater ihrer besten Freundin begehrt wird. Ihre freizügige Darstellung als Wichsvorlage für einen doppelt so alten Daddy ist zwar rein rechtlich gesehen legal, aber moralisch dennoch höchst fragwürdig. Zumal der alte Sack von keinem geringeren als Kevin Spacey verkörpert wurde, dessen Karriere inzwischen durch sexuelle Belästigungsvorwürfe im Zuge der MeToo-Kampagne zu Recht beendet wurde.

Was junge erwachsene Darstellerinnen erdulden müssen, ist teils schon kaum zu ertragen, doch wirklich creepy wird es, wenn Minderjährige vor der Kamera so tun müssen, als würden sie innige Liebe für alte Knacker empfinden. Ein absolutes NoGo ist es schlussendlich, wenn sie dafür auch noch alle Hüllen fallen lassen müssen. Was dabei zuweilen hinter der Kamera vorgeht, möchte man da lieber gar nicht so genau wissen.

Nachdem die ersten Missbrauchsopfer den Mut gefasst haben, ihre prominenten Peiniger anzuzeigen, werden wir wohl noch deutlich mehr solche Aussagen zu hören bekommen. Immerhin macht die Verurteilung von Sexualstraftätern wie Weinstein, Cosby und Co. wiederum anderen Betroffenen Mut, wenn sie wissen, dass die Täter keineswegs damit durchkommen. Zudem sind durch Me Too schon so einige Promis zu Fall gebracht worden und damit verschwinden auch Schauspieler wie Kevin Spacey von den Sets, wo sie nicht länger Schaden anrichten können.

Quelle

Slender Man – Eine fehlinterpretierte Internetlegende

von Joe Doe

Der Slender Man ist ein Internetmythos, welcher 2009 im Rahmen eines Fotowettbewerbs entstanden ist. Die gefakten Fotomontagen avancierten schnell zu Memes und bald folgten angebliche Sichtungsberichte. Obwohl die ganze Sache längst als Hoax entlarvt wurde, hat Hollywood den Stoff 2018 verfilmt. Herausgekommen ist ein haarsträubender Unsinn, der alle möglichen Gruselgeschichten mit okkulter Symbolik vermengt und daraus eine eigene Legende zusammenschustert.

Geblieben ist eigentlich nur die schmale gesichtslose Gestalt des Slender Man. Diese bekommt aber zuweilen schon Tentakel angedichtet und angeblich kann er in jeder beliebigen Form erscheinen.

Die Flickschusterei geht damit weiter, dass man den Slender Man durch das Anschauen eines Internetvideos herbeiruft. Das erinnert doch eher an den Plot von „The Ring“, wobei das verstörende Samara-Video wenigstens noch gruselig ist. Der Clip, den die vier Freundinnen Katie, Wren, Chloe und Hallie im Internet finden, beginnt ebenfalls mit schaurigen Bildern, jedoch artet er kurz darauf in eine schnelle Abfolge von Subliminals aus. Das Ganze wirkt schon wie unterschwellige Gedankenmanipulation und passend dazu blitzen okkulte Symbole auf.

Die Pyramide mit Auge ist gleich mehrfach dabei.

Die Augen der vier Mädels werden dabei gleichermaßen betont, wobei teils die Pyramide mit Auge im Auge zu sehen ist.

Black Goo spielt ebenfalls eine Rolle.

Das Video lässt die vier Protagonistinnen zunächst verwirrt zurück. Doch bereits in der folgenden Woche beginnen die Alpträume, welche gleichsam Subliminals enthalten. Um den Gruselfaktor zu erhöhen, führt der nächste Schulausflug auf einen Friedhof, wo es einen Obelisken zu sehen gibt. Wenn der mal keine negativen Energien anzieht.

Auf dem Friedhofspaziergang verschwindet mit Katie die erste der vier Freundinnen. Dabei hieß es anfangs noch, der Slender Man entführe Kinder und keine Teenager. Die Katie-Darstellerin Annalise Basso hat übrigens schon in zahlreichen Horrorproduktionen wie „Ouija: Ursprung des Bösen“ (2016) und der hochgradig okkulten Serie „Constantine“ (2015) mitgespielt.

Der Slender Man-Darsteller Javier Botet hat sogar noch mehr Horrorerfahrung. Aufgrund seines Marfan-Syndroms ist er unnatürlich groß und besitzt besonders dünne Glieder, weshalb er die Monster in Filmen wie „Mama“ (2013), „Conjuring 2“ (2016), „Alien: Covenant“ (2017) und „Insidious: The Last Key“ (2018) spielte. Als Slender Man macht er hier nun Jagd auf naive Teenies.

Diese gehen der Sache derweil tiefer auf den Grund, indem sie die zuletzt besuchte Webseite auf Katies Laptop aufrufen. Dabei stoßen sie auf eine weitere Betroffene, die sich „ALEEYKAT93“ nennt. Schon die Zahl 93 ist ein ziemlich deutlicher Hinweis auf ALEister crowlEY, auf den auch der Name „ALEEY“ anspielt. Um diese Spur zumindest ein wenig zu verwischen, verbirgt sich hinter diesem Nickname eine ALisson rilEY.

Mit dieser Quelle nimmt später Wren (Joey King) noch einmal Kontakt auf und fragt sie um Rat. Die Antwort besteht in der Anleitung zu einem Ritual, bei dem die verbliebenen drei Freundinnen etwas opfern sollen, das ihnen wichtig ist. Das Wort „ihm“ (engl. „him“) schreibt ALEEYKAT93 bewusst in Großbuchstaben. Wie schon der Name der Band HIM dürfte dies für die Abkürzung „His Infernal Majesty“ stehen, womit kein geringerer als der höchstpersönlich Teufel gemeint ist.

In der folgenden Nacht treffen sich die drei Mädels im Wald und rufen den Slender Man herbei. Um ihn nicht anzusehen, tragen sie bei dem Ritual Augenbinden. Eigentlich trägt man die doch aber eher bei Aufnahmeritualen.

Chloe (Jaz Sinclair) kann es natürlich nicht lassen, die Augenbinde abzunehmen. Kurz darauf ertönen die drei Glockenschläge, sie gerät in Panik und verkackt alles. Zur Strafe wird sie anschließend vom Slender Man gestalkt und verliert langsam ihren Verstand.

Während Chloe sich zurückzieht, recherchiert Wren in einer Bibliothek weiter über den Dämon. Dabei stößt sie auf einen Artikel über Shadow People, womit der Film wieder einmal völlig unterschiedliche Themenfelder vermischt. Der Slender Man ist, wie bereits erwähnt, ein Hoax. Er hat rein gar nichts mit den weitaus verbreiteteren Berichten über Schattenwesen zu tun, die es bereits seit Jahrhunderten gibt. Die Schattengestalten scheinen einen durchaus realen Bezug zu haben und werden im Film wohl nur erwähnt, um auch dem Slender Man mehr Glaubwürdigkeit zu verleihen.

Um das Ganze auf die Spitze zu treiben, wird dann auch noch der Rattenfänger von Hameln ins Spiel gebracht. Dieser war allerdings weder gesichtslos noch ein Schattenwesen. Es gibt keinerlei Bezüge dieser mittelalterlichen Erzählung zum Mythos des Slender Man.

Auf der Suche nach weiterer Literatur fällt plötzlich der Strom aus und Wren wird von der Horrorgestalt durch die Bibliothek gejagt. Als sie von dem Wesen berührt wird, verliert sie vorübergehend selbst ihr Gesicht. Wie schön doppeldeutig, denn nachdem ihre Vision endet, rempelt sie gegen eine andere Person und blamiert sich.

Die Bibliothek hat übrigens einen freimaurerischen Schachbrettboden. Dieser dürfte hier gleichsam für den Übergang in die Dimension des Slender Man stehen, in welche Wren kurz abgedriftet ist.

Nach ihrer Recherche bringt Wren Geisteskrankheiten, Psychosen, Selbstverstümmelungen und Suizide mit der Besessenheit durch den Slender Man in Verbindung. Tatsächlich sind einige Fans des Mythos schon derart davon besessen, dass sie in eine geschlossene Anstalt eingewiesen werden mussten. So geschehen im US-Bundesstaat Wisconsin, wo im Juni 2013 zwei zwölfjährige Mädchen eine Mitschülerin mit 19 Messerstichen zu töten versucht haben, um dem Slender Man zu gefallen. Dieser Vorfall hat jedoch weniger mit dämonischer Besessenheit zu tun als mit einem wahnhaften Glauben an solche Mythen.

Quelle

Der Film ist diesbezüglich absolut nicht hilfreich. Hallie (Julia Goldani Telles) versucht wenigstens noch, sich die schlimmen Visionen rational zu erklären. Allerdings wird auch sie bald vom Slender Man heimgesucht. Bei ihr markiert ein Spiegel den Dimensionsübergang.

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Im Spiegel sieht sie sich schwanger und aus ihrem Bauch brechen alsbald schwarze Tentakel. Hier kommt wieder das Black Goo ins Spiel.

Die Tentakel zerbrechen den Spiegel, was die Besessenheit durch das Öl mit einer multiplen Persönlichkeitsspaltung gleichsetzt.

Zu allem Elend zieht Hallie ihre kleine Schwester Lizzie (Taylor Richardson) mit in die Sache rein. Als diese ins Krankenhaus eingeliefert werden muss, hat Hallie dort abermals eine Horrorvision. Erst spielen sich bizarre Szenen in der Klinik ab, dann blendet ein allsehendes Auge in einen Wald über.

Dort gibt es noch einmal eine Anspielung auf eine Persönlichkeitsspaltung…

…sowie auf das Black Goo.

Nachdem Lizzie einen Ausraster hatte, sucht Hallie ihre Freundin Wren auf. In deren Zimmer gibt es erst einmal ein weiteres Dualitätssymbol zu entdecken.

Noch beunruhigender sind allerdings die zahlreichen Zeichnungen der Kreatur.

Ein allsehendes Auge ist auch mit dabei.

Nachdem Hallie Wren gefunden hat, rennen beide in den Wald, wo wieder drei Glockenschläge ertönen. Dort macht der Slender Man einen auf Spider-Man und nimmt die Form einer gigantischen Spinne an.

Als Baum kann er ebenfalls in Erscheinung treten und schnappt sich in dieser Form Hallie. Diese Szene erinnert stark an die Vergewaltigung durch einen Baum in „Evil Dead“ und ist mal so etwas von dreist kopiert!

Am Ende bleiben von den vier Freundinnen nur weitere Vermisstenanzeigen. Vermisste Kinder gibt es in der realen Welt tatsächlich viele, doch dahinter steckt wohl kaum der Slender Man, sondern weitaus Schlimmeres. Sollen hier etwa gesellschaftliche Abgründe verschleiert und mystifiziert werden?

Fazit: Das Fazit des Films lautet, dass die Menschen umso faszinierter vom Slender Man sind, je mehr Angst sie vor ihm haben. Genau das ist der Grund, warum solche Filme gedreht werden. Sie sollen den Glauben an finstere Dämonen nähren, um uns Angst zu machen. Und Angst ist bekanntlich der Pfad zur dunklen Seite.

Dark – Eine dunkeldeutsche Verschwörung

von Joe Doe

(Achtung: Dieser Artikel enthält Spoiler!)

Nein, diesmal ist mit Dunkeldeutschland nicht Sachsen gemeint, auch wenn das Kaff Winden aus der Serie „Dark“ mindestens ebenso trostlos ist. Die Einwohner sind fast ausnahmslos unsympathisch, Kinder verschwinden spurlos, über der Stadt thront ein Atomkraftwerk und sogar die Farben sind zumindest in der ersten Staffel total entsättigt. Obgleich die Serie offensichtlich in Westdeutschland spielt, möchte man in Winden genauso wenig leben wie in Sachsen.

Wie bereits erwähnt ist das Kaff für Kinder besonders unattraktiv. Die Liste der Vermissten ist lang und bald schon spürt man, dass etwas nicht mit rechten Dingen zugeht. Die Kids verschwinden spurlos und tauchen erst nach Jahrzehnten unter mysteriösen Umständen wieder auf, zuweilen tot und um keinen Tag gealtert.

Der Hauptcharakter Jonas Kahnwald verschwindet ebenfalls vorübergehend und hat außerdem mit dem Verschwinden anderer Kids zu tun. Er trägt als Jugendlicher eine gelbe Regenjacke, was von hoher symbolischer Bedeutung ist.

Ab der dritten Staffel trägt seine große Liebe Martha Nielsen die gelbe Jacke.

Die Bedeutung der gelben Regenjacke hat einen durchaus realen Bezug zu echten vermissten Kindern. Unter anderem wimmelt es bei den Missing 411-Fällen auf dem Appalachian Trail in den USA von spurlos verschwundenen Kids, die genau solche Jacken getragen haben. Es gibt rund um den Globus indigene Legenden, die besagen, dass man nicht in Gelb oder anderen knalligen Farben in den Wald gehen soll, da es sonst passieren könnte, dass man nicht zurückkehrt. Der Mythen Metzger hat zu diesem Thema ein umfangreiches Video gemacht.

Wir beschäftigen uns derweil mit der Filmsymbolik und tatsächlich hat Hollywood diese Verbindung ebenfalls schon mehrfach aufgegriffen. Man denke nur an den kleinen Georgie aus den beiden Verfilmungen von Stephen Kings „Es“, der gleich zu Beginn von Pennywise gefressen wird.

In der „Akte X“-Episode „Das Tor zur Hölle“ aus der elften Staffel trägt der Junge, der gleichermaßen in der Eröffnungsszene von einer dämonischen Horrorgestalt zerfleischt wird, auch eine gelbe Regenjacke.

Ob die Macher von „Dark“ an die realen Fälle oder an die Hollywood-Bildsprache anknüpfen wollten, ist ungewiss. Jedenfalls tauchen Jonas und Martha lebendig wieder auf. Okay, sie sterben ab und an auch mal, leben dann aber irgendwie doch noch und entwickeln sich zu den Drahtziehern der ganzen Vermisstenfälle. Das Wie und Warum ist kompliziert, da es um Zeitreisen geht. So viel wird schon am Ende der ersten Episode klar.

Als erstes wird Mikkel Nielsen mit dieser Realität konfrontiert, der zum Zeitpunkt seines Verschwindens einen Skelettanzug trägt. Das ist mindestens ebenso prophetisch wie die gelbe Regenjacke, denn im Prinzip ist er bereits tot, wenn auch als alter Mann.

Was anfangs zufällig wirkt, ist in Wahrheit ein umfangreiches Komplott, hinter welchem eine Geheimgesellschaft von Zeitreisenden steckt. Und ab da wird es okkult.

Das Motto der Geheimloge lautet „Sic Mundus Creatus Est (lat.“So wurde die Welt erschaffen“), was auf die Tabula Smaragdina von Hermes Trismegistos zurück geht – einem alchemistischen Text. Dieser ist in Form eines Kupferstichs des Kabbalisten Heinrich Khunrath (1560-1605) mehrfach in der Serie zu sehen.

Quelle

Die Kabbalah ist ebenfalls nicht weit, immerhin steckt in der Manipulation der Zeit jede Menge Zahlenmystik. Doch dazu später mehr.

Der lateinische Sinnspruch hat jedenfalls eine tiefere Bedeutung als es zunächst den Anschein hat. Genauso wie das Motto „Novus Ordo Seclorum“ (lat. „Neue Abfolge der Jahrhunderte“) auf dem Staatssiegel der USA. Auch die Freimaurer wollen den Verlauf der Zeit kontrollieren und den Weg in eine von ihnen geschaffene Zukunft diktieren.

Zu der Loge der Zeitreisenden gehört ein Pfaffe namens Noah, welcher für das Verschwinden der Kinder verantwortlich ist, die letztendlich tot wieder auftauchen. Wenn das mal kein Wink mit dem Zaunpfahl in Richtung katholische Kirche ist.

Allerdings ist Noah kein Pädophiler. Im Gegenteil kümmert er sich sogar rührend um den kleinen Helge Doppler, den er zu seinem Komplizen heranzüchtet. Die Kinder, welche von den beiden entführt werden, dienen als Versuchskaninchen für Zeitreiseexperimente in einem unterirdischen Bunker.

Der genaue Zweck der Experimente wird in der gesamten Serie nie wirklich aufgedeckt, denn die Zeitreisetechnologie wird auf anderem Wege entwickelt. Es werden einfach nur sinnlos Kinder getötet und dabei grausam entstellt.

In dem Versuchsbunker ist stets ein Panda mit anwesend. Zum einen verkörpert dieser die Farben des freimaurerischen Schachbrettbodens und damit einen Dimensionsübergang. Zum anderen erinnert seine Gesichtsfärbung an einen Totenschädel und tatsächlich ist er Zeuge einiger brutaler Morde. Einmal wird er dabei sogar mit Blut besudelt.

Der kindermordende Pfaffe ist ebenfalls nicht frei von Symbolik. Auf dem Rücken trägt er eine gigantische Tätowierung, welche neben der bereits erwähnten Tabula Smaragdina einen Hexenknoten enthält. Er ist also in absolut keiner Weise fromm, zumal er nach eigener Aussage auch nicht an Gott glaubt. Stattdessen spielt er lieber selbst Gott.

Der Hexenknoten ist das stetig wiederkehrende Symbol des Geheimbundes der Zeitreisenden. Er findet sich einfach überall wieder.

Zusammen mit dem Motto der Loge ziert er auch die Türen in einer Höhle im Wald von Winden. Durch diese Türen kann man in drei Zeitebenen reisen: 1953, 1986 und 2019. Später kommen auch noch weitere Jahre in der Vergangenheit und Zukunft hinzu. Diese Zeitkoordinaten liegen jeweils 33 Jahre auseinander und die zentralen Jahre enden zudem alle auf eine Zahl, die durch 3 teilbar ist.

Die Bedeutung der 33 wird in der Serie ausführlich erläutert und mit Astrologie erklärt. Angeblich hat es mit der Ausrichtung von Sonne und Mond zu tun – dies mutet jedoch äußerst hanebüchen an. Die wichtigste Bedeutung der 33 wird hingegen ausgelassen. Sie steht für das vollendete Bewusstsein und markiert daher den höchsten Grad der Freimaurerei nach schottischem Ritus. Warum die Serienmacher den Zuschauern diese Information wohl vorenthalten?

Ebenso abstrus ist die Erklärung des Logensymbols als Verknüpfung der drei Zeitebenen, zumal es am Ende doppelt so viele sind. Es ist und bleibt ein verdammter Hexenknoten! Und wer genau hinschaut, entdeckt noch weitere okkulte Symbole wie die Ouroboros-Schlange.

Interessanterweise findet sich die Ourouboros auch in der türkischen Serie „Atiye – Die Gabe“ wieder. In dieser geht es ebenfalls um mysteriöse Vorfälle, die ganze Jahrtausende überbrücken. Eine Höhle, die unter der antiken Kultstätte Göbekli Tepe entdeckt wird, spielt ebenfalls eine Rolle. Zwei Netflix-Serien mit ähnlichem Inhalt und in denen die gleiche Symbolik vorkommt – das kann kein Zufall mehr sein.

„Dark“ schlägt die türkische Konkurrenz in Sachen Symbolik allerdings um Längen. So erscheint jede Femme Fatale früher oder später als Frau in Rot. Insbesondere Hannah, die mit Ulrich fremd geht, während sie mit dessen zeitgereisten Sohn Mikkel verheiratet war, ist eine typische Femme Fatale, die das Publikum obendrein zum Rauchen verleitet.

Ihr Sohn Jonas ist derweil in Martha verliebt. Sie ist die Tochter von Ulrich und Katharina und somit eigentlich Jonas‘ Tante. Später reist Hannah dann noch weiter in der Zeit zurück und zeugt mit Egon Tiedemann ein weiteres Kind, sodass am Ende irgendwie alle Charaktere miteinander verwandt sind. So eine Art temporaler Masseninzest. Da noch den Überblick zu behalten, ist eine Herausforderung.

Die verschlungenen Pfade der Zeit sind wie ein Labyrinth aufgebaut und tatsächlich finden sich dahingehende Bilder in den Recherchen von Hannahs gealtertem Sohn Jonas. Einige Charaktere verirren sich gar hoffnungslos in diesem Labyrinth und finden keinen Weg zurück.

Hinzu kommt das Paradoxon der sich selbst erfüllenden Prophezeiung. Symbolisch ist das Paradoxon auf dem Physikbuch von H.G. Tannhaus abgebildet. Der Name spielt zum einen auf H.G. Wells an, den Autor von „Die Zeitmaschine“. Der Nachname ist indes eine Anspielung auf das Tannhauser Gate in „Blade Runner“.

Es gibt einige solcher Insider Gags, die ausnahmsweise mal nicht okkult sind. In der 1986er-Zeitebene gibt es u.a. noch ein Heft von „Captain Future“ zu sehen.

Aus der Zukunft erhält Tannhaus sowohl sein Buch als auch die Pläne einer Zeitmaschine, die er nachbauen soll. Er braucht das Buch also nicht zu schreiben und die Zeitmaschine erschafft sich quasi aus sich selbst heraus.

Da sein Charakter so viel mit Zeitreisen zu tun hat, macht es auf der symbolischen Ebene Sinn, dass er einen Uhrenladen besitzt. Bei den zahlreichen Nahaufnahmen von Uhren über die gesamte Serie fällt auf, dass die Zeiger der meisten auf 11 und 1 zeigen. Teilweise weichen einige Uhren davon ab, aber diese Zeit ist ein wiederkehrendes Element. Was wollen uns die Serienmacher damit sagen? Ist dies ein Hinweis auf ein zukünftiges Ereignis? Das werden wir wohl erst wissen, wenn ein solches eintritt.

Eine Anspielung an das vergangene 9/11 ist da schon deutlicher.

Wie es scheint, ist es schon wieder 2 vor 12. Zumindest auf einer Uhr, die besonders hervorsticht. Oben auf findet sich ein eingekreistes Kreuz und rund um das Ziffernblatt sind drei Rosen arrangiert. Wenn das mal kein Hinweis auf die Rosenkreuzer ist…

Die Zeit auf der Sanduhr ist da schon weit schwieriger zu deuten, aber ein Freimaurersymbol ist das auf jeden Fall.

Der Geheimbund der Zeitreisenden hat derweil ähnliche Ansichten wie solche realen Vorbilder. Der führende Kopf Adam setzt alles daran, die Apokalypse im Jahr 2020 herbeizuführen, denn seiner kruden Vorstellung zufolge muss die alte Welt erst zerstört werden, bevor eine neue entstehen kann. Diese tolle neue Weltordnung im Jahr 2052 sieht allerdings wenig einladend aus. Epizentrum der Apokalypse ist nämlich das Atomkraftwerk von Winden, sodass Adam eine wortwörtlich strahlende Zukunft erschafft.

Ursache ist jedoch nicht etwa ein Reaktorunglück, sondern schwarze Materie, die im AKW lagert. Diese erinnert stark an Black Goo und scheint lebendig zu sein.

Die schwarze ölähnliche Substanz wird aus Versehen freigesetzt und erzeugt zunächst ein Zeitportal.

Dieses wächst schließlich über das AKW hinaus und explodiert.

Wie sich herausstellt, hat es Adams Geheimbund über die verschiedenen Zeitperioden geschafft, die schwarze Materie zu kontrollieren. Um den Übergang besser betreten zu können, haben seine Anhänger eine kleine Pyramide gebaut, über der die Zeitreisesphäre wie eine schwarze Sonne aufgeht.

Das Ganze wirkt schon fast wie eine Antithese zur luziferischen Erleuchtung. Dazu passend hängt in der Loge ein Bild der Hölle.

Teuflisch ist auch der Musikgeschmack von Adams Großvater Ulrich, der als Jugendlicher gern „Pleasure to Kill“ von Kreator hört. Der Bandname „Kreator“ ist in diesem Kontext vermutlich ebenso kein Zufall.

Abgerundet wird das satanische Prinzip durch ein auffällig platziertes umgedrehtes Pentagramm.

In der dritten Staffel kommt neben den verschiedenen Zeitebenen noch eine zweite Zeitlinie hinzu. In dieser kontrolliert nicht Adam die Zeit, sondern Eva. Sie vertritt das luziferische Prinzip und entsprechend hängt in ihrer Loge ein Bild vom Sündenfall.

Dieses Motiv wird immer wieder mal aufgegriffen.

Die Schlange Luzifer wird zudem schon im Vorspann herausgehoben. Diese biblische Bildsprache kann eigentlich nicht mehr missverstanden werden.

Die Schlangensymbolik ist Evas Markenzeichen und so erhalten die Reisenden in ihrer Zeitlinie einen Schlangenarmreif, während die Reisenden aus Adams Zeitlinie ein Medaillon mit dem Abbild des Christophorus tragen, welcher der Schutzheilige der Reisenden ist.

Angekündigt hat sich das luziferische Prinzip übrigens schon in Adams Zeitlinie in Form einer Schulaufführung. Auf dem entsprechenden Plakat ist deutlich eine Schlange an einem Baum zu sehen.

Die beiden Zeitlinien sind an einem Knotenpunkt miteinander verbunden, welcher symbolisch durch eine liegende 8 dargestellt wird. Dieses Zeichen steht für die Unendlichkeit und verdeutlicht, dass die Zeitebenen einen ewigen Kreislauf bilden, bei dem jedes Ende zugleich der Anfang ist.

Verbunden sind die beiden Zeitlinien außerdem durch Freimaurersymbolik. So sind die Schutztüren im AKW in einer Zeitlinie blau und in der anderen rot.

Sogar Marthas Bruder Magnus scheint in Evas Welt unter die Freimaurer gegangen zu sein. Er ist komplett mit okkulten Symbolen tätowiert, darunter ein Hermesstab mit zwei Schlangen auf der Brust, ein allsehendes Auge daneben und ein Saturn auf der Schulter.

Schlussendlich verschmelzen die Zeitlinien sogar auf sexuellem Wege in Form von Jonas und Martha, deren zukünftige Ichs Adam und Eva sind. Eine Gelegenheit, hier mal die umgedrehte Pyramide zur Formen, die sinnbildlich für den weiblichen Schoß steht.

Aus dieser Verbindung geht ein von Inzest gezeichneter Sohn hervor, der stets in dreifacher Ausführung auftritt. Sein kindliches, erwachsenes und gealtertes Ich bilden eine Art unheiliger Dreifaltigkeit. Wann immer der missratene Bastard auftaucht, stirbt jemand oder etwas wird niedergebrannt. Da wären wir wieder beim „Pleasure to Kill“ des Urgroßvaters.

Obwohl Adam und Eva einander lieben, bekämpfen sich ihre älteren Ichs bis aufs Blut. Den jüngeren Ichs von Jonas und Martha gelingt es aber schließlich, den Kreis zu durchbrechen, indem sie in die dritte Ursprungszeitlinie reisen, in der Tannhaus von sich aus eine Zeitmaschine erfindet, um seine verunglückte Familie ins Leben zurück zu holen.

Dieses Ende gleitet leider vollends ins Absurde ab. Wo kommt diese dritte Zeitlinie auf einmal her? Die anderen beiden waren durchaus in sich schlüssig. Und wieso bestehen die Zeitportale in einer Zeitlinie aus schwarzer Materie, während sie in der anderen hell leuchten? Das mag ja durchaus Symbolcharakter haben, zumal Evas Motto „Es werde Licht“ heißt, physikalisch macht es jedoch überhaupt keinen Sinn.

Genauso abstrus ist es, dass Jonas und Martha ihrem jeweils anderen Ich in der Kindheit erscheinen, aber außer ihren kindlichen Ichs niemand sonst sie sehen kann. Überflüssig ist diese Begegnung allemal, da beide nach ihrem Eingriff in die Ursprungszeitlinie samt ihrer alternativen Realitäten verschwinden. Das ist so aber nicht möglich, da dadurch ein Paradoxon entsteht.

Wenn die alternativen Zeitlinien nicht mehr existieren, können Jonas und Martha nicht mehr zurück reisen, um Tannhaus‘ Familie zu retten und damit den Kreislauf zu durchbrechen. Zudem würden ihre Zeitlinien wenn schon mit einem Schlag ausradiert und sich nicht langsam auflösen, so als hätte Thanos gerade seinen Infinity-Handschuh benutzt.

Fazit: Die ersten beiden Staffeln von „Dark“ sind durchaus spannend erzählt und in sich schlüssig. Rein erzählerisch, optisch und musikalisch ist die Serie das mit Abstand Interessanteste, was die deutsche Serienlandschaft je hervorgebracht hat. Außerdem ist es die erste ernstzunehmende deutsche Science Fiction Serie seit „Raumpatrouille Orion“. Leider verstrickt sich die dritte Staffel zusehends in Ungereimtheiten und das unlogische Ende ist höchst unbefriedigend.

Hinzu kommt die permanente okkulte sowie biblische Symbolik. Die religiösen und freimaurerischen Motive nerven einfach kolossal. Dabei wäre die Handlung absolut ohne diesen Firlefanz ausgekommen. Die Serie hatte Potential und an den darstellerischen Leistungen ist nichts auszusetzen. Warum nur müssen die Freimaurer immer allem ihren Stempel aufdrücken? Oder sind es in dem Fall vielleicht die Illuminaten, wie eine unterschwellig platzierte Eule andeutet?

Suicide Squad – Die Bösen werden die Guten sein

von Joe Doe

„Suicide Squad“ ist eine DC-Comicverfilmung, die das genaue Gegenteil der „Justice League“ repräsentiert. Im Zentrum der Handlung stehen einige der größten Superschurken, welche die Welt retten sollen. Dieser Plot ist nichts Geringeres als die Umkehr aller Werte. Böse ist das neue Gut, die Verbrecher werden als Helden glorifiziert. Das passt irgendwie zum aktuellen Rechtsruck, bei dem ein Psychopath wie Trump zum neuen Messias erklärt wird. Nicht zu vergessen, dass auch Hitler seinerzeit von seinen Anhängern für den Messias gehalten wurde.

Hitler und die DC-Bösewichte haben dabei noch etwas gemeinsam, sie alle saßen schon mal in Haft. So beginnt der Film in einem Gefängnis in Louisiana. An der Mauer prangt der Grim Reaper, der bereits andeutet, dass es um eine Selbstmordmission geht. Links von ihm befindet sich eine Schlange alias Luzifer und rechts eine Fleur de Lys. Gleich drei okkulte Symbole auf einmal und dabei hat der Film kaum angefangen.

Im Knast herrschen raue Sitten und ausgerechnet der schwarze Insasse Floyd (Will Smith) wird wegen einer verbalen Provokation von den Wachen misshandelt. Es ist schon mehr als erschreckend, dass hier ein Afroamerikaner namens Floyd von Polizisten gewürgt wird und das vier Jahre vor dem tatsächlichen Mord an George Floyd am 25. Mai 2020.

Eine weitere Insassin ist Harley Quinn (Margot Robbie), die erst einmal mit sexuellen Anspielungen gegenüber den Wachmännern kokettiert. Da es tatsächlich immer wieder zu Missbrauchsfällen in Gefängnissen kommt, ist diese Anspielung mehr als widerwärtig.

Folter und Zwangsmaßnahmen gelten offenbar auch für weibliche Häftlinge.

Nach diesem kurzen Intro folgt der knappe Vorspann, in welchem die Gründerin der Suicide Squad Amanda Waller (Viola Davis) vorgestellt wird. Passend dazu läuft „Sympathy for the Devil“ von den Rolling Stones, denn immerhin geht es in diesem Film um Sympathie für teuflische Personen. Der personifizierte Teufel sind allerdings nicht die Schurken, sondern ihre Chefin Waller, wie sich noch herausstellen wird.

Sie stellt dem Militär nicht zum ersten Mal ihre Idee einer Gangsterkampftruppe vor. Als erstes kommt ihr dabei Floyd Lawton alias Deadshot in den Sinn.

Dieser ist ein Auftragskiller und geübter Scharfschütze, dessen Markenzeichen die Betonung des linken Horusauges ist. Seine Schwäche ist derweil seine kleine Tochter, wegen der er verhaftet wurde und letztendlich auch der Suicide Squad beitritt.

Die zweite Kandidatin ist Harley Quinn, die einst Psychiaterin des Jokers (Jared Leto) war, sich dann jedoch in diesen verliebte.

Offenbar leidet sie unter einem Stockholmsyndrom, denn sie hält zu ihm, obwohl er sie misshandelt und foltert. Dabei trägt er übrigens nur einen Handschuh an der rechten Hand, was ihn zu einem Anhänger des Pfades zu linken Hand macht.

Quinn hilft dem Joker bei dessen Flucht aus dem Gefängnis. Ebenfalls mit dabei sind die Ziege Baphomet und ein Panda.

Sein kriminelles Umfeld hat massive Bezüge zum Satanismus. Darunter ein Geschäftspartner, der ein drittes Auge auf der Stirn und eine Schlange auf der linken Schädelhälfte tätowiert hat.

Der abartigste Charakter ist aber immer noch der Joker selbst, der seine treuen Untergebenen einfach mal so über den Haufen schießt, wenn sie seine Freundin nur schief ansehen. Jared Letos Interpretation von Gothams Oberschurken ist die bisher grauenhafteste und die Pädophilievorwürfe, die vom Regisseur James Gunn gegen ihn erhoben wurden, machen die Sache nicht besser.

In diesem Film geht es jedoch um eine andere Art kranker Beziehung, die auf totaler Unterwerfung und Gewalt basiert.

Harley Quinn kann dieses Verhältnis wohl nur ertragen, weil sie selbst vollkommen durchgeknallt ist. Obendrein ist sie extrem symbolbeladen. Neben ihren blau-rot gefärbten Haaren trägt sie z.B. ein Kleid mit Schachbrettmuster.

Der dritte in der Selbstmordrunde ist der Australier Captain Boomerang (Jai Courtney).

Der Boomerang lässt sich hier als freimaurerischer Winkel lesen, zumal sich der Winkel samt einäugiger Pyramide auch in der Bank wiederfindet, die George Harkness ausraubt.

Der vierte Kandidat nennt sich El Diablo (Jay Hernández), womit wir wieder beim Teufel wären. Und bei den Straßengangs von Los Angeles.

Sein Zeichen, das er als Tattoo auf der Stirn trägt, ist die Sense des Grim Reapers.

Schädel sind ebenfalls sein Ding. Er trägt sie als Tattoo und auf seiner Jacke.

Unglückseligerweise hat er mit seinen pyrokinetischen Fähigkeiten aus Versehen seine eigene Familie abgefackelt und sich daraufhin der Polizei gestellt. Ausgerechnet der Teufel ist seither ein Büßer.

Neben dem Leibhaftigen darf natürlich ein Repiloid nicht fehlen. Killer Croc (Adewale Akinnuoye-Agbaje) ist die Nummer 6 im Team.

Um die Reptiloidenanspielung abzurunden, trägt der Croco-Man eine Jacke mit einem Drachenmotiv.

Die Siebte im Bunde hört auf den beknackten Namen Dr. June Moone (Cara Delevingne) und ist eigentlich keine Verbrecherin, sondern Archäologin. Auf einer Dschungelexpedition ist sie einst auf einen Tempel gestoßen, wo sie unabsichtlich ein dämonisches Wesen freigelassen hat.

Eigentlich ist es dieses Wesen, Enchantress, welches Waller ins Team holen will.

Der Zeigefinger vor dem Mund verrät bereits, dass dies keine gute Idee sein kann.

Es heißt, wer das Herz der Hexe besitzt, kann sie kontrollieren. Selbstverständlich trägt Waller dieses Herz am rechten Fleck, nämlich in einem gesicherten Koffer.

Um auf Nummer Sicher zu gehen, wird dem Team zusätzlich Colonel Rick Flag (Joel Kinnaman) zugeteilt. Etwas Pathos mit US-Adler darf natürlich nicht fehlen.

Flags Vorteil ist, dass er bereits mit June Moone und deren okkultem Gedöns zu tun hatte. Der Nachteil auf der anderen Seite sind seine privaten Gefühle für sie.

Wo wir schon mal bei Pentagrammen sind, geht es auch gleich im Pentagon weiter.

Dort hat Amanda Waller einen Fürsprecher, der aus unerfindlichen Gründen auf Fluorid im Trinkwasser hinweist. Diese Bemerkung steht in keinerlei Zusammenhang zur Handlung, genauso wenig wie die schwarze Pyramide vor einem blau-roten Hintergrund. Der Film bombardiert den Zuschauer geradezu mit unterschwelligen Botschaften und Symbolen.

Um ihre hirnrissige Idee einer Schurkeneinheit zu verkaufen, lässt Waller ausgerechnet Enchantress im Pentagon auftreten.

Sie befiehlt ihr, Geheimdokumente aus dem Verteidigungsministerium von Teheran zu besorgen. Wenn das nicht mal wieder eine Anspielung auf den geplanten Irankrieg ist…

Nachdem Waller die Pentagon-Generäle mit dieser Nummer überzeugt hat, stellt sie umgehend ihr Team zusammen. Harley Quinn fragt ihrer bei der ersten Begegnung, ob sie der Teufel sei und Amanda antwortet: „Schon möglich.“ Mit anderen Worten ist sie Satan höchstpersönlich, denn wer sonst würde die Nationale Sicherheit Kriminellen anvertrauen? Passenderweise tritt sie bei ihrem Coming Out als Frau in Rot auf.

Dabei ist die Rolle des El Diablo doch eigentlich schon vergeben und der schmückt sich sogar mit flammender Krone.

June Moone residiert derweil in Washington, wo der Obelisk des gleichnamigen Monuments nicht weit ist.

Als sie sich in Enchantress verwandelt, macht diese einmal mehr die Verschwiegenheitsgeste.

Wie es sich für eine Hexe gehört, nutzt sie Spiegel als Dimensionsportale.

Auf einer Herrentoilette infiziert sie einen nichtsahnenden Mann mit dem Geist ihres Bruders. Dämonische Besessenheit passt irgendwie zum Grundthema dieses Films.

Nachdem Enchantress‘ Bruder in einer U-Bahnstation einen Amoklauf veranstaltet hat, wird die Suicide Squad aktiviert. Damit die Kriminellen nicht einfach abhauen, bekommt erst einmal jeder einen RFID-Chip mit Sprengkapsel eingepflanzt.

Der Reptilienmann wird dabei behandelt wie Hannibal Lecter.

Der Joker startet derweil einen Überfall auf ein Laboratorium von Wayne Enterprises, um an die Daten für Harleys Sprengkapselchip zu kommen. Wieder einmal mit Pandamobil und Pandabär.

Bevor die Party aber so richtig abgeht, wird Enchantress zunächst allein auf das neue Metawesen in der U-Bahnstation losgelassen, unwissend, dass dies ihr Bruder ist.

Die Katastrophe nimmt damit ihren Lauf und die Hexe bekommt ein neues Outfit voll okkulter Symbole. Neben der Mondsichel und einer Reihe allsehender Augen wird ihr Kopfputz u.a. von etwas geziert, was wie eine Mischung aus unikursalem Hexagramm und Zirkel & Winkelmaß aussieht.

Da sich der Einsatz von June Moone bereits als bescheuerte Idee herausgestellt hat, werden nun auch die anderen Schwerverbrecher endgültig entfesselt. Deadshot honoriert dies mit einer freimaurerischen Pyramidengeste.

Harley Quinn zeigt den Männern derweil, wo der Hammer hängt.

Bevor es losgehen kann, gibt es aber noch Einsatzorder von Amanda Waller, die als „Stimme Gottes“ angekündigt wird. Da bereits klar ist, dass sie der Teufel ist, wird hier die Umkehrung der Werte vollendet. Passend dazu gibt es wieder ein Dreieck vor blau-rotem Hintergrund. Bei genauerem Hinsehen ist links zudem ein schwarzer Kubus (Saturnsymbol) und rechts eine DNS-Doppelhelix (zwei Schlangen) zu sehen.

Nachdem sich Katana (Karen Fukuhara) zum Team gesellt hat, geht die Reise endlich los. Der Drehort ist offensichtlich Chicago und der aufsteigende Rauch über der Stadt könnte fast als Ankündigung eines zukünftigen Terroranschlags gewertet werden.

Weit kommt die Suicide Squad allerdings nicht. Schon kurz nach Erreichen der Stadtgrenze wird ihr Helikopter abgeschossen, was kurioserweise alle unverletzt überleben. Den Rest muss des Weges muss das Team jedenfalls zu Fuß gehen.

Boomerang und Slipknot (Adam Beach) nutzen den Spaziergang, um zu verduften. Während Ersterer von Katana aufgehalten wird, dient Slipknot dazu, die Sprengkapseln vorzuführen. Ein unbedeutender Nebencharakter stirbt einen sinnlosen Tod, denn immerhin wussten alle, dass jeder Fluchtversuch mit dem Tod geahndet wird. Ein paar von den 08/15-Soldaten sind die nächsten, die bei einer Schlacht gegen Teerzombies geopfert werden.

Die Toten können sich dabei noch glücklich schätzen, denn alle Gefangenen werden von Enchantress in weitere Legionen von Teerzombies verwandelt.

Das primäre Ziel der Suicide Squad stellt sich als Rettungsmission für Amanda Waller heraus. Wie teuflisch diese wirklich ist, beweist sie, als sie bei ihrer Rettung ihr gesamtes Überwachungsteam eigenhändig eliminiert, um ihr Versagen im Falle June Moone zu vertuschen.

Bei der Evakuierung der anderen läuft derweil etwas schief, denn der Hubschrauber wurde vom Joker gekapert. Er rettet Harley Quinn, doch kurz darauf wird auch dieser Helikopter im Auftrag Wallers abgeschossen. Harley übersteht den Sturz aus mindestens 20 Metern Höhe abermals unbeschadet und der Joker überlebt sogar den Absturz samt Explosion. Der Surrealismus wird damit ein wenig überstrapaziert und es ist kein Wunder, dass Waller die beiden für tot hält, wo sie es doch eigentlich sein müssten.

Die Teufelin besteigt kurz darauf selbst einen Helikopter, welcher die Nummer 23 trägt. Ja klar, eine Illuminatin ist sie selbstverständlich auch noch.

Die 23 steht in der okkulten Numerologie jedoch für Zerstörung und so kommt dieser Hubschrauber ebenfalls nicht weit. Der alten Höllenfürstin kann das jedoch nichts anhaben, ebenso wie die anderen Bösewichte bekommt sie nicht mal einen Kratzer. Merke: Abstürze aus großer Höhe sind nicht weiter der Rede wert. Zumindest wenn man sich gerade in einem DC-Film befindet.

Waller gerät allerdings in Gefangenschaft und Enchantress bekommt ihr Herz zurück.

Nun kann sie ihre Waffe vollenden, deren Teile momentan noch in einem Wirbel über der U-Bahnstation kreisen. Das ganze sieht ein wenig wie ein Höllentor aus und erinnert an Effekte aus Filmen wie „Ghostbusters“.

Die Suicide Squad hat unterdessen nichts Besseres zu tun, als einen saufen zu gehen. Okay, sie müssen sich für die finale Schlacht noch Mut ansaufen, aber damit können wir auch an die Alkohol-Agenda einen Haken machen.

Gegen Ende der Runde schenkt Flag dem Team ebenfalls sprichwörtlich reinen Wein ein und erklärt ihnen die Sachlage. Er zerstört die Kontrolle der Sprengkapseln, entlässt damit alle in die Freiheit und hofft darauf, dass sie ihm freiwillig helfen, Enchantress zu stoppen. Deadshot tut es für seine Tochter, El Diablo aus Reue und Harley Quinn, weil sie total verrückt ist. Welche Motive die Gangster auch haben mögen, am Ende sind alle bei der Selbstmordmission dabei.

Zunächst versucht Enchantress die Antihelden mit Illusionen ihrer größten Sehnsüchte zu bekehren. Insbesondere Harley Quinns Wunschtraum nach einer heilen Familie wirkt angesichts der Vorwürfe gegen den Joker-Darsteller äußerst heikel. Gute Eltern wären die beiden Psychopathen jedenfalls ganz bestimmt nicht.

Zwar gelingt das Täuschungsmanöver nicht, doch erweisen sich die Hexe und ihr Bruder dennoch als mächtige Gegner. Einige der Gangster sind allerdings ebenfalls nicht ohnmächtig. So verwandelt sich El Diablo in einen gigantischen Feuerteufel.

Schlussendlich unterliegt der Büßer jedoch und opfert sich, damit die anderen den Bruder sprengen können. Danach bleibt nur noch die Hexe, die nur durch Teamwork zu erledigen ist. Harley schneidet ihr das Herz heraus und Flag fällt die schwere Aufgabe zu, es zu zerquetschen. Doch welch Wunder, seine geliebte June überlebt den Tod von Enchantress.

Nachdem die Welt nun endlich gerettet ist, funkt dem übrigen Team Waller als Spielverderberin dazwischen. Sie besitzt eine zweite Sprengkapselkontrolle und lässt den Kriminellen daher die Wahl, zurück in den Knast zu wandern oder zu sterben. Warum Quinn vor ihr einknickt, bleibt dabei schleierhaft, da der Joker ihren Chip eigentlich abgeschaltet hatte.

Die Teufelin in den Venusfarben gewährt den Mitgliedern der Suicide Squad aber immerhin Hafterleichterung. So darf Deadshot seine Tochter besuchen, Killer Croc bekommt Pay-TV, welches er nutzt, um sich nackte Frauenhintern anzusehen und Harley erhält eine Espressomaschine.

Sie muss allerdings nicht lange ausharren, da der Joker sie in einer dramatischen Gewaltaktion aus dem Knast befreit. Wo so viel Tod und Zerstörung herrschen, darf natürlich die 23 nicht fehlen.

Im Abspann hagelt es dann noch einmal richtig okkulte Symbole. Angefangen bei Totenschädeln…

…über Reptilienaugen…

…ein Heptagramm mit Mondsicheln…

…bis hin zum allsehenden Auge.

In einer Zwischenszene übergibt Amanda Waller Batman eine Liste mit weiteren Metawesen. Dies ist die Ankündigung der „Justice League“, die das positive Gegenstück zur Suicide Squad darstellt. Obendrein ist auch der Film viel besser.

Fazit: Suicide Squad zelebriert die Umkehr der Werte mit einem Feuerwerk okkulter Symbolik. Die meisten Charaktere sind dabei so unsympathisch wie die Action unrealistisch ist. Den Vogel schießt der Joker ab , der hier zur peinlichen Randfigur verkommt, die außer ein paar WhatsApp-Nachrichten an Harley Quinn nichts zur Handlung beizutragen hat.

Harley zählt indessen neben Deadshot und El Diablo zu den wenigen Charakteren, die überhaupt im Gedächtnis bleiben. Immerhin hat sie dafür mit „Birds of Prey“ einen eigenen Film bekommen, in dem sie sich vom Joker emanzipieren kann. Dieser ist ungleich besser und hat im Gegensatz zu „Suicide Squad“ sowohl eine optimistische Botschaft als auch ein hohes Maß an Humor. Das Vorwissen um den vorliegenden Schrottstreifen braucht man dafür zum Glück nicht.

Final Space – Kampf der Titanen

von Joe Doe

„Final Space“ ist eine Science Fiction Zeichentrickserie für Erwachsene, die seit 2018 läuft. Die erste Staffel ist noch leichte Kost, garniert mit viel Witz und Humor. Als Zuschauer entwickelt man schnell Sympathien für den Hauptcharakter Gary Goodspeed, der mit dem nervigen Geisteskrankheitsvermeidungsroboter Kevin an Bord eines Gefängnisraumschiffs festsitzt. Als ihm ein grünes Etwas zufliegt, das er auf den Namen Mooncake tauft, ändert sich alles schlagartig. Zunächst bekommt er es mit dem Kopfgeldjäger Avocato zu tun, der sich ihm aber anschließt und gemeinsam mit Gary gegen den finsteren Lord Commander kämpft.

Neben ein paar drastischen Szenen und einem noch drastischeren Ende, bei dem Avocato stirbt, macht die erste Staffel durchaus noch Spaß. In der zweiten erfährt man jedoch mehr über die Dimension des Final Space, die von dämonischen Titanen wie Bolo und Invictus bewohnt wird.

Bolo beauftragt Gary und seine Freunde, fünf Dimensionsschlüssel zu finden, mit denen er aus seinem Gefängnis im Inner Space befreit werden kann.

Den ersten Schlüssel haben die Helden bereits während eines Raumschiffrennens erbeutet. Es ist ein freimaurerischer Kubus, welcher stark an den Tesserakt aus dem Marvel Cinematic Universe erinnert. Überhaupt ist die Ähnlichkeit zu den Infinity-Steinen kaum zu übersehen.

Die Pyramide ist überraschenderweise kein Dimensionsschlüssel und auch kein Sith-Holocron, sondern Clarence‘ Geldkompass.

Den zweiten Schlüssel finden Gary und seine Freunde auf Ashs Heimatplaneten. Dort werden Menschen und insbesondere Kinder einer Schlangengottheit geopfert, was stark an die Rituale der Maya zu Ehren Kukulkans erinnert.

Um an den Schlüssel zu kommen, müssen sich die Helden ebenfalls von der transdimensionalen Schlangengottheit fressen lassen.

Die „Drei Rätsel“ aus dem Episodentitel tun dabei eigentlich kaum was zur Sache. Der Quizmaster findet einen abstrakten Tod und der Dimensionsschlüssel, welcher sich im Herzen der Schlange verbirgt, ist schnell geborgen. Der Schlüssel enthält passenderweise zwei sich umeinander windende Schlangen.

In der vierten Folge begegnet Little Cato, der Sohn von Avocato, einem weiteren Titanen. Die Ähnlichkeit zu Satan ist frappierend. Ebenso wie die zu Sutur, um den Vergleich mit Marvels Cinematic Universe auf die Spitze zu treiben.

Am vielsagendsten ist jedoch die neunte Episode „Die Schatten der Erinnerung“. In dieser reisen Gary, Avocato und Little Cato über einen Raum-Zeit-Wasserfall in eine andere Dimension, die von Black Goo beherrscht wird. Dieses manifestiert sich in schwarzen, dämonischen Kreaturen.

Es tritt aber ebenso in der klassischen zähen Form auf, die Menschen befällt.

Der Effekt des schwarzen Öls in den Augen ist bereits aus „Akte X“ bekannt.

Ebenso der Wirtswechsel. Das Black Goo, welches als Medium für den Titanen Invictus dient, endet dabei in Avocato, der eine Folge zuvor erst per Zeitreise von den Toten auferstanden ist.

Offenbar will „Final Space“ die gleiche Geschichte über extradimensionale Entitäten und Black Goo erzählen, wie zahlreiche andere Filme und Serien, darunter „Event Horizon“ und „Dark Matter“. Was in der ersten Staffel vielversprechend beginnt, wird damit zunehmend zum Abklatsch. Dabei scheuen sich die Serienmacher nicht einmal, bei „Star Wars“ zu klauen. Mag die Ähnlichkeit des Lord Commanders mit dem Imperator noch oberflächlich erscheinen, ist der Einsatz von Lichtschwertern schon definitiv ein Plagiat.

In der finalen Episode “Der sechste Schlüssel“ treffen die Recken endlich auf Bolo, der in einem Kubus gefangen ist. Der Zugang zum Inner Space befindet sich übrigens im Orion-Nebel, was nicht gänzlich ohne astrologische Bedeutung sein dürfte.

Wie sich herausstellt, reichen die fünf Dimensionsschlüssel nicht, um ihn zu befreien. Es bedarf zusätzlich eines menschlichen Opfers. Ähnlich wie in „Das fünfte Element“ spielt hier Nightfall die Rolle des sechsten Schlüssels.

Ash treibt derweil den Teufel aus Avocato heraus.

Schlussendlich ist Bolo frei und kündigt seine Rache an den anderen Titanen an.

Während Gary seine große Liebe Quinn rettet, kündigt sich bereits der finale Konflikt mit dem Dämon Invictus an. Doch das ist Stoff für die dritte Staffel, die bereits angekündigt ist.

Fazit: Wenn „Final Space“ den Kurs der ersten Staffel gehalten hätte, wäre aus der Serie etwas Eigenständiges geworden. Der Humor ist dabei durchaus gelungen, wird in der zweiten Staffel jedoch zunehmend zu einer Parodie auf Genreklassiker. Die extradimensionalen Wesen hätte man zudem weniger dämonisch darstellen können.

October Faction – Menschen vs. Monster

von Joe Doe

„October Faction“ ist eine Netflix-Serie, die auf einem Comic des Autors Steve Niles basiert. Dieser zeichnete sich bereits für „30 Days of Night“ verantwortlich und arbeitete u.a. für Disney sowie Todd McFarlane. Der offen zur Schau gestellte Okkultismus sollte von daher nicht weiter verwundern.

Gleich zu Beginn der Pilotepisode gibt es die ersten düsteren Vorzeichen. Das Ehepaar Fred (J.C. MacKenzie) und Deloris Allen (Tamara Taylor) kehrt mit den gemeinsamen Kindern Viv (Aurora Burghart) und Geoff (Gabriel Darku) in seine Heimatstadt zurück. Auf dem Weg machen sie an einer Tankstelle halt, in deren Shop ein Wahrsager-Automat steht. Und schon haben wir das erste Pentagramm mit allsehendem Auge.

Die Kids ziehen eine Schicksalskarte, welche ihnen ankündigt, dass verborgene Dinge enthüllt werden. Im Prinzip geht es in der gesamten ersten Staffel um nichts anderes. Sogar das Logo auf der Karte erinnert an ein Symbol, welches noch von Bedeutung sein wird.

Die Familie Allen ist nämlich auf dem Weg zur Beerdigung von Großpapa Samuel (Stephen McHattie), der für die titelgebende Geheimorganisation Presidio gearbeitet hat. Deren Logo ist eine Sonne mit einem Halbmond. Ohne die Schwerter erinnert dieses ein wenig an das Zeichen der Jesuiten und tatsächlich ist der Verein ähnlich fundamentalistisch.

Im Nachlass des Verstorbenen findet sich u.a. ein Joint, der sogleich von Fred geraucht wird. Zwar ist Gras in einigen US-Bundesstaaten inzwischen erlaubt, dennoch ist diese Propagierung von Drogen ziemlich geschmacklos.

Da auf der Trauerfeier der Alkohol ausgeht, womit auch schon die nächste Droge beworben wird, fahren Fred und Deloris schnell in den Supermarkt, um Nachschub zu besorgen. Dort angekommen erfährt man, welcher Arbeit sie nachgehen, denn sie gehören ebenfalls zu Presidio. Diese Mischung aus Geheimbund und Paramilitär macht Jagd auf Monster und von denen treiben sich gerade zwei im Supermarkt herum.

Es handelt sich in diesem Fall um Vampire, die jedoch keine klassischen Vampirmerkmale aufweisen. Sie vertragen Sonnenlicht und ähneln mehr Reptiloiden in Menschengestalt.

Unterdessen hält Tochter Viv mit den jüngeren Gästen der Trauerfeier eine Séance ab.

Statt in Kontakt mit ihrem Großvater zu treten, ergreifen jedoch dunkle Mächte von ihr Besitz. Sie fängt an zu levitieren und zeigt deutliche Anzeichen dämonischer Besessenheit.

Die Pilotfolge endet damit, dass Viv durch ihre Séance unabsichtlich einen sogenannten Warlock befreit, der im Licht des Vollmondes aus einem Gewässer steigt.

Die zweite Episode „Kein Land für alte Vampire“ (in Anlehnung an „No Country for Old Man“) beginnt mit einer Rückblende und erzählt, wie Deloris‘ Vater, einst Sheriff der Gemeinde, von einem gehörnten Kryptiden getötet wurde.

Die Sheriff-Marke ist ein Hexagramm, was allerdings den meisten realen Vorlagen entspricht. Sheriff-Marken sind immer Hexagramme oder Pentagramme, in einigen Fällen auch sieben- oder neunzackige Sterne. Auf der vorliegenden Hexagramm-Marke gibt es zudem noch ein Pentagramm und fünf Pentagrammen in der unteren Spitze.

Deloris‘ Sohn Geoff trägt ebenfalls drei Pentagramme am Ärmel seines Hoodies. Als er sich in der Schule mit einem Lehrer anlegt, ist im Hintergrund außerdem ein Regenschirm zu sehen.

Seine Schwester Viv zeichnet derweil im Kunstunterricht makabere Totenschädel. Die beiden haben es sichtlich schwer, sich in die Kleinstadtgemeinde einzugliedern, nachdem sie zuletzt in Japan gelebt haben.

Noch schwerer ist es für die beiden, Freunde zu finden. Der nächste Eklat in der Schulkantine lässt nicht lange auf sich warten. Übrigens gibt es dort nur ungesunde, zuckerhaltige Getränke der Coca Cola Company. Das Product Placement ist in dieser Serie extrem aufdringlich.

Während die Kids mit ihren pubertären Problemen zu tun haben, entdeckt Vater Fred in der Villa des verstorbenen Großvaters allerhand mystisches. Darunter ein okkultes Symbol mit einer Pyramide im Zentrum.

In der dritten Folge treffen Viv und Geoff erstmalig auf die weibliche Warlock Alice Harlow (Maxim Roy), die ein seltsames Interesse an den beiden zu haben scheint. Passend zu dem okkulten Gedöns trägt sie die Farben der Venus und ist mit einem roten Truck unterwegs.

Die Begegnung hat Viv derweil vorhergesehen. Ihre Gabe erscheint ihr zunächst gruselig und auch ihr Bruder besitzt eine übernatürliche Wahrnehmung. Es kündigt sich bereits an, dass mit den beiden etwas nicht stimmt.

Die vierte Episode beginnt mit etwas Rot/Blau-Symbolik.

Rot ist auch die bevorzugte Farbe von Deloris, die in der örtlichen Polizeiwache herumschnüffelt.

Nachdem sie erfahren hat, was sie wissen wollte, geht sie mit ihrem Mann im Wald auf Vampirjagd. Die Vampirgang, mit der sie sich kurz zuvor angelegt hatte, wurde jedoch schon von Unbekannten gemeuchelt.

Einem Gangmitglied, welches gerade noch so am Leben ist, wurde ein okkultes Warlock-Symbol eingebrannt. Im Zentrum steht wieder einmal eine Pyramide.

Während die zwei Monsterjäger in der nächsten Episode der Sache näher auf den Grund gehen, feiern ihre Kids daheim eine wilde Party. Auf solchen Teenie-Partys haben viele junge Menschen ihr erstes Mal und zumindest ein Mädel kommt auch gleich im passenden Sexkätzchen-Outfit.

Große Mengen Alkohol gehören ebenfalls dazu. Der ist in den USA zwar erst ab 21 erlaubt, aber solche Gesetzesverstöße werden von Hollywood regelmäßig propagiert. Sich das Hirn wegzusaufen macht die Jugendlichen immerhin noch leichter beeinflussbar.

Die Warlock Alice schleicht sich derweil heimlich ins Gebäude, wobei sie die Gabe nutzt, die Zeit einzufrieren. In Vivs Zimmer befasst sie sich erst einmal mit einer Löwenstatue, die offensichtlich ihren Meister repräsentieren soll.

Kurz darauf findet sie die Schicksalskarte aus dem Wahrsager-Automaten. Auf der Rückseite befindet sich ein allsehendes Auge in einer Ouroboros.

Weiter geht es ins geheime Archiv von Großvater Samuel, der ein eifriger Schädelsammler war.

Außerdem findet sich in den Regalen eine Urne mit dem Warlock-Symbol, auf die es die Einbrecherin abgesehen hat.

Nachdem Viv sich aus den Fängen eines aufdringlichen Partygastes befreit hat, trifft sie zum Schluss noch auf einen Cyborg mit einem rotleuchtenden Horusauge.

In der fünften Episode erfährt man, wofür Alice die Urne braucht. Sie enthält die Asche eines Warlock-Anführers, welche mit dem Blut eines Menschenopfers vermischt mächtige Kräfte freisetzt. Alice macht also erst mal einen auf Gräfin Bathory.

Deloris geht derweil auf dem Friedhof ihrer Familiengeschichte nach. Die Gräber der Freimaurer erkennt man dort sofort an den Obelisken.

In Episode 6 gibt es „Neue Erkenntnisse“. Diese erhält Fred, als er auf eine Gruppe niedergemetzelter Xenoformen stößt, die sich nicht aus Vampiren und Warlocks zusammensetzt. Normalerweise arbeiten die verschiedenen Spezies nicht zusammen, aber andererseits haben beide reptiloide Merkmale. Ihr Anführer ist als Einziger noch am Leben und offenbart Fred, dass er ebenfalls auf der Jagd nach der weiblichen Warlock ist. Sie haben also einen gemeinsamen Gegner.

Deloris schnüffelt unterdessen wieder bei der Polizei herum. Wie bereits in der Schule kontrolliert auch dort der Coca Cola Konzern den Getränkemarkt.

In einer Akte entdeckt die Presidio-Agentin Bilder von Ritualmorden, die mit dem okkulten Symbol im Haus ihres Schwiegervaters in Verbindung stehen.

Der ist übrigens gar nicht tot, sondern im Gewahrsam seines einstigen Arbeitgebers. Mit eigenmächtigen Mitarbeitern geht Presidio nicht gerade zimperlich um und lässt sie gnadenlos foltern. Dabei kann sich Samuel sogar noch glücklich schätzen, denn ein Freund von Fred, der ihm einen Gefallen erweist, wird gleich direkt am Arbeitsplatz hingerichtet.

Viv freundet sich unterdessen mit dem Cyborg Dante (Calvin Desautels) an, welcher ebenfalls eine Verbindung zu dem okkulten Symbol hat.

In Folge Nr. 7 gelangen Fred und Deloris an den „Tiefpunkt“ ihrer Presidio-Karriere. Gemeinsam mit ihrem neuen Verbündeten, dem afrikanischen Warlock Moshe (Dayo Ade), dringen sie in eine Presidio-Einrichtung ein. Dort wird mit dem inzwischen allgegenwärtigen Symbol herumexperimentiert.

Wie sich herausstellt, handelt es sich gar nicht um eine Waffenforschungseinrichtung, sondern um ein Gefangenenlager, in dem grausamen Studien an Kryptiden durchgeführt werden. Satan höchstpersönlich wird einer Vivisektion unterzogen und von Moshe von seinem Elend erlöst.

Presidio wird hier zwar als faschistoides Paramilitär entlarvt, welches mit Kryptiden umgeht, wie ein Dr. Mengele mit den Juden. Andererseits muss man sich schon fragen, für wen hier eigentlich Sympathien erzeugt werden? Satan wird als armes Opfer dargestellt und das ausgerechnet von faschistischen Geheimbünden, die Satan ja eigentlich anbeten. Das ist eine völlige Verdrehung der Tatsachen!

Folge 8 geht noch einen Schritt weiter und erzählt die Vorgeschichte von „Alice“. Diese lebte einst in einer friedlichen Gemeinde von Warlocks, die von Presidio ausgelöscht wurde. Nun könnte man meinen, dies spiele auf die Hexenverfolgungen durch die katholische Kirche an, wobei die Parallelen offensichtlich sind. Nur waren die Opfer der realen Hexenverfolgung eben keine Okkultisten mit magischen Kräften und erst recht keine Reptiloiden mit scharfen Zähnen, wie hier dargestellt. Es waren unschuldige Menschen, die oft von bösartigen Neidern denunziert worden sind.

Die Anschuldigungen gegen vermeintliche Hexen im Mittelalter waren an den Haaren herbeigezogen. In „October Faction“ halten sie dagegen tatsächlich bizarre Rituale ab.

Neben der Pyramide mit dem Kreis verwenden sie dabei auch eindeutig satanistische Symbole wie eine Abwandlung des Kreuzes der Verwirrung.

Ihre Toten verwandeln sie mittels Magie in Asche, die ihre Macht konserviert. Das ist Wasser auf die Mühlen christlicher Fundamentalisten!

In den Häusern der Warlocks finden sich weitere okkulte Zeichen, darunter Sonnensymbole, die ironischerweise dem Logo von Presidio sowie der Jesuiten ähneln.

Das Paramilitär von Presidio ähnelt indessen eher einer Nazisöldnertruppe, die mitten in den USA ethnische Säuberungen durchführt.

Fred und Deloris kamen bei dieser Aktion erste Zweifel auf und wie sich nun herausstellt, haben sie die Zwillinge von Alice, welche diese kurz vor der Säuberungsaktion zur Welt gebracht hat, verschont und als ihre eigenen Kinder aufgezogen. Überraschung: Viv und Geoff sind Warlocks, was ihre übersinnlichen Fähigkeiten erklärt. Und mehr noch, Alice ist ihre leibliche Mutter!

Der Cyborg Dante, dessen Name auf den Autor der „Göttlichen Komödie“ anspielt, ist derweil eine Schöpfung von Samuel Allen. Der hat mittels Warlock-Magie den Geist von Freds verstorbenem Bruder in den Körper eines Strafgefangenen reinkarnieren lassen. Damit ist die gesamte Familie wieder vereint.

Am Handgelenk trägt Dante immer noch ein eingebranntes Kreuz der Verwirrung infolge des Rituals.

Alice bereitet unterdessen ein eigenes Ritual vor, mit dem sie die Seelen der ausgerotteten Warlocks in den Menschen der Gemeinde wiederauferstehen lassen will. Einen aufdringlichen Belästiger sortiert sie zuvor aber noch aus, was man als Statement gegen Hollywoods Vergewaltiger verstehen könnte. Natürlich trägt Alice bei dieser Aktion die Farbe einer Femme Fatale.

Die anderen Einwohner kreist sie derweil in ihr rituelles Symbol ein. Durch das Feuer ist das Kreuz unter der Pyramide nunmehr auch eindeutig als rotes Templerkreuz zu identifizieren.

Das ganze Ritual vollzieht sich natürlich genau an Halloween, einem Fest, an dem sich das Tor zur Welt der Toten öffnet. In der finalen Episode „Die October Faction“ ist der örtliche Halloween-Jahrmarkt daher auch mit „Gate Night“ übertitelt.

Presidio kassiert dort die ganze Stadtbevölkerung ein, denn Alices Ritual hat eine starke Energiespitze erzeugt, welche die Geheimorganisation aufgezeichnet hat. Der Energielevel lag bei 99,9, was auf den Kopf gestellt einer 666 entspricht.

Presidio gibt sich gegenüber der örtliche Polizeibehörde als FBI aus und setzt die Einwohner unter falschem Vorwand fest. Da sie aber Zeugen des Übernatürlichen geworden sind, sollen sie schlussendlich allesamt eliminiert werden. Ein typisches „Quarantine & Kill“-Szenario.

Die reinkarnierten Warlocks sowie Alice und ihre beiden Kinder will Presidio derweil zu Versuchszwecken nach Montauk deportieren. Montauk ist eine kleine Gemeinde auf Long Island gegenüber von New York. Es existiert dort tatsächlich ein militärisches Sperrgebiet, welches immer wieder mit Funden seltsamer Hybridkadaver an der nahen Küste in Verbindung gebracht wird. Die Anspielung ist daher wohl kaum ein Zufall.

Natürlich gelingt Alice gemeinsam mit Deloris die Flucht und die beiden Mütter verbünden sich schlussendlich, um Presidios finstere Leiterin Edith Mooreland (Megan Follows) auszuschalten. Angeführt von Sheriff Gina Fernandez (Nicola Correia-Damude) befreit derweil die örtliche Polizei die Einwohner aus der Gewalt des Paramilitärs.

Fred landet unterdessen in der Zwischenwelt von Diesseits und Jenseits, wo er Hilfe von Alices ermordetem Mann sowie leiblichem Vater von Viv und Geoff erhält. Seine Mutter Maggie (Wendy Crewson) wird schlussendlich neue Leiterin von Presidio und damit ist die Ausgangsbasis für die zweite Staffel geschaffen.

Fazit: Rein handwerklich ist „October Faction“ eine sehr spannend in Szene gesetzte Serie. Das Setting und die darstellerischen Leistungen sind positiv zu bewerten. Gleiches gilt für die Botschaft von gesellschaftlicher Toleranz, die sich auch durch den schwulen Charakter des Geoff Allen ausdrückt.

Die Toleranz gegenüber menschenfressenden Monstern hinterlässt jedoch einen unangenehmen Beigeschmack. Die Serie erweckt den Eindruck, dass hier okkulte Kräfte reingewaschen werden sollen. Letztendlich propagiert sie damit Sympathie für den Teufel, der sich mit Sicherheit gegen eine Vivisektion zu wehren wüsste. Trotz Spannung und jeder Menge überraschender Wendungen ist die Serie daher mit Vorsicht zu genießen.

Penny Dreadful – Dreadful, Awful, Painful

von Joe Doe

„Penny Dreadful“ ist eine US-amerikanische Horror-Serie, die von 2014-2016 in drei Staffeln produziert wurde. „Dreadful“ heißt übersetzt so viel wie „schrecklich“, was den Kern der Serie ziemlich gut trifft. Es handelt sich um einen obskuren Genremix, in dem Vampire, Werwölfe, Hexen, Dämonen und so ziemlich alle Schauergestalten vorkommen, welche die Horror-Literatur je hervorgebracht hat. Es versteht sich, dass diese Kombination mit einem hohen Grad an Okkultismus einhergeht und Satan allgegenwärtig ist.

Im Zentrum der Handlung, die im London des ausgehenden 19. Jahrhundert angesiedelt ist, steht Vanessa Ives, verkörpert von Eva Green, die bereits in okkulten Machwerken wie Tim Burtons MK-Ultra-Vampirfilm „Dark Shadows“ (2012) und „Die Insel der besonderen Kinder“ (2016) mitgespielt hat. Ihre Rolle Vanessa ist bei Sir Malcolm Murray (Timothy Dalton) aufgewachsen, dessen Tochter Mina Harker (Olivia Llewllyn) sich in der Gewalt von Vampiren befindet. Im Kampf gegen diese Kreaturen stehen den beiden Victor Frankenstein (Harry Treadaway) und Ethan Chandler (Josh Harnett) zur Seite. Der Darsteller des Letzteren hatte in „30 Days of Night“ (2007) ebenfalls schon mit Vampiren zu tun.

Die Blutsauger in „Penny Dreadful“ unterteilen sich in umgewandelte Menschen, meist Frauen, die ihren Meistern dienen. Die Anführer haben derweil nichts Menschliches mehr an sich. Sie besitzen scharfe Zähne, wie man sie von Reptiloiden kennt, und unter ihrer äußeren Haut befindet sich eine zweite Haut, die mit ägyptischen Hieroglyphen verziert ist.

Der vermeintliche Hauptplot ist eigentlich nur eine Nebenhandlung und unter den Vampiren findet sich kein bedeutender Hauptcharakter. Mina Harker, die aus Bram Stokers 1897 erschienen „Dracula“ entlehnt ist, spielt ebenfalls nur eine Nebenrolle, die im Finale der ersten Staffel durch die Hand ihres Vaters von ihrem Leid erlöst wird. Abgesehen von einigen blutrünstigen Schlachtszenen ist ihr Schicksal eher unspektakulär.

Sogar dem Nebenplot um Frankenstein wird mehr Platz eingeräumt.

Dessen Monster Proteus (Alex Price) stirbt allerdings gleichsam unnötig schon in der zweiten Episode durch die Hand von Victors erstem Experiment Caliban (Rory Kinnear). Dieser nimmt sodann den Platz der tragischen Kreatur ein, die nach Liebe dürstet, aber von fast allen verachtet wird. Nur in einem Theater findet er Unterschlupf und Anerkennung durch dessen Leiter Vincent Brand (Alun Armstrong), der mit Zylinder aufzutreten pflegt.

Das Theater präsentiert, passend zur Ausrichtung der Serie, Horror-Inszenierungen mit Vampiren und Werwölfen. Diese gipfeln stets in gespielten Jungfrauenopferungen, bei denen mehr Kunstblut vergossen wird als bei einem Agonoize-Konzert.

Nachdem Caliban eine Darstellerin sexuell belästigt hat (#metoo), muss Vincent ihn vor die Tür setzen. Vorübergehend kommt er bei seinem Schöpfer Frankenstein unter, den er erpresst, ihm eine Gefährtin zu erschaffen. Er bringt einfach so lange alle Freunde des Doktors um, bis dieser einlenkt. Darunter übrigens den berühmten Vampirjäger Van Helsing (David Warner), der hier ebenfalls zu einer überflüssigen Nebenrolle degradiert wird.

Als Braut für Frankensteins Monster muss Ethan Chandlers todkranke Geliebte Brona Croft (Billie Piper) herhalten. Da Caliban seinen Schöpfer unter Druck setzt, kann dieser nicht warten, bis Brona ihrer Lungenkrankheit erliegt. Er drückt ihr kurzerhand ein Kissen ins Gesicht und nimmt die Leiche mit in sein Labor, wo er sie zu neuem Leben erweckt. Nicht mal das komplizierte Beziehungsgeflecht der Charaktere kommt ohne Mord und Tod aus.

Chandler zeichnet sich allerdings ohnehin nicht durch Treue aus. Er geht sogar ein homoerotisches Verhältnis zu Dorian Gray (Reeve Carney) ein, der seinerseits schon eine blutige Orgie mit Vanessa Ives abgefeiert hat. Entlehnt ist der Charakter aus Oscar Wildes Roman „Das Bildnis des Dorian Gray“ von 1890. Es könnte kaum eine bessere Vorlage für die zahlreichen wilden Sexorgien geben, die neben den blutigen Gemetzeln das wichtigste Stilmittel der Serie sind.

In dem Charakter des Dorian Gray steckt tatsächlich sehr viel von Wilde selbst, hatte dieser doch häufig Kontakt zu männlichen Prostituierten, obwohl er mit einer Frau verheiratet war. Woher der Schreiberling seine düsteren Phantasien hatte, liegt derweil ebenso auf der Hand, denn er war Mitglied der Dubliner Freimaurerloge Apollo University Lodge No. 357. Kein Wunder also, dass es in Dorian Grays Umgebung von ägyptischer Dekoration nur so wimmelt.

Doch kommen wir nun zur Haupthandlung um Vanessa Ives, die schon in der ersten Episode auf dem Stern der Isis zu sehen ist, wo sie Tarot-Karten legt.

Es zeigt sich schnell, dass mit ihr etwas nicht stimmt. Sie betet zwar zu Gott, doch das Kreuz an der Wand dreht sich dabei auf den Kopf und gebiert einen Schwarm Spinnen.

In der zweiten Episode „Die Séance“ nimmt Vanessa an einer selbigen teil, die von einer Spiritualistin namens Evelyn Poole (Helen McCrory) abgehalten wird. Ihren Gästen stellt sich diese als Madame Kali vor, benannt nach der hinduistischen Göttin des Todes und der Zerstörung. Dieser Link kommt nicht von ungefähr, sondern spielt auf die britische Esoterikerin Helena Blavatsky an, welche viel Zeit in Indien verbrachte und die dortige Mythologie in ihr Weltbild integrierte.

Daran, dass diese Bezüge kein Zufall sind, wird Dorian Gray später in der zweiten Staffel keinen Zweifel lassen. Er rühmt sich nämlich damit, dass in seinem Haus bereits Veranstaltungen der Theosophischen Gesellschaft stattgefunden haben, was schon an esoterische Propaganda grenzt.

An der Séance von Kali nehmen jedenfalls 9 Personen teil, was natürlich eine teuflische Zahl ist und der lässt nicht lange auf sich warten. Auf dem Tisch sind zudem Kerzen zu einem Pentagramm angeordnet und auch eine der Teilnehmerinnen trägt ein Pentagramm nebst Mondsichel.

An der Wand hängt ein Spiegel, durch den die Kamera gezielt die Szene einfängt. Dieser Spiegel dient als Dimensionstor, durch das Dämonen in die esoterische Gesellschaft einfallen.

Als Medium wählen diese jedoch nicht Kali, sondern Vanessa. Diese schockt das Publikum durch ihre Besessenheit und zerstört dabei die Spiegeloberfläche des Tisches. Der zerbrochene Spiegel steht wiederum für ihre gespaltene Persönlichkeit.

Was in solchen Kreisen praktiziert wird, sollte natürlich nicht an die Öffentlichkeit geraten, daher gibt es gleich noch eine Verschwiegenheitsgeste oben drauf.

In der fünften Episode wird rückblickend erklärt, wie sich Vanessas Besessenheit entwickelt hat. Wer auf die Umgebung achtet, kann sich sogar noch mehr ableiten, als offenkundig geschildert wird. So schläft Vanessa schon als Kind in einem Bett mit Sonnensymbol.

In einer Nervenheilanstalt wird sie später auf einem schwarz-weißen Hexagonboden lobotomiert und gefoltert.

Geheilt wird sie dadurch nicht. Im Gegenteil entwickelt sie okkulte Fähigkeiten wie Levitation.

In der siebten Folge „Besessen“ wird schließlich ein Exorzist herbeigerufen. Dieser scheitert jedoch und wird von Vanessa angeknabbert. Erst Chandler gelingt es mit ein paar Worten auf Latein, den Teufel aus ihr auszutreiben, was ziemlich unspektakulär abläuft.

Chandler selbst muss in der letzten Episode der ersten Staffel feststellen, dass er ein Werwolf ist. Die amerikanischen Kopfgeldjäger, die ihn verhaften wollen, zerfleischt er kurzerhand in einer Vollmondnacht. Eigentlich war diese Entwicklung absehbar, denn schon in der dritten Episode kommuniziert er mit Wölfen im Londoner Zoo.

Im Auftakt der zweiten Staffel bekommt Frankensteins Monster Caliban mehr Sendezeit. Nachdem er schon in einem blutrünstigen Theater untergekommen war, verschlägt es ihn nun in ein Wachsfigurenkabinett, dessen Besitzer Oscar Putney (David Haig) die Kundschaft mit Mordszenen von der Konkurrenz Madame Tussaud fortlocken möchte. Schon vor dem Kabinett steht eine Werbetafel auf einem Schachbrettboden.

Innen werden die Gäste von Satan höchstpersönlich begrüßt, was die Erklärung für die kranke Ausrichtung sein dürfte.

Nachgestellt werden vor allem Mordszenen von Jack the Ripper. Sicherlich gäbe es für solch ein Horrorkabinett auch in der Realität begeisterte Fans.

Eine weitere Nebenhandlung dreht sich um den Kopfgeldjäger Warren Roper, der Chandlers Werwolfattacke schwer entstellt überlebt hat. Als er erwacht, findet er sich auf dem Schachbrettboden eines Krankenhauses wieder.

Die Haupthandlung nimmt derweil eine krasse Wendung. Das Medium Kali alias Evelyn Poole, in die sich Malcolm Murray verknallt hat, entpuppt sich als böse Oberhexe. Gleich in der Eröffnung der zweiten Staffel stalkt sie Vanessa, die daraufhin okkulte Flashbacks bekommt.

In der zweiten Episode „Verbis Diabolo“ bastelt sich Poole eine Voodoo-Puppe mit Vanessas Aussehen. Damit der Zauber funktioniert, opfert sie ein Baby, dessen Herz sie in die Puppe einpflanzt. Dies ist mit Abstand die widerwärtigste Szene der gesamten Serie und die Anzahl der Puppen deutet darauf hin, dass Kali bereits sehr viele Babys auf dem Pentagrammboden geschlachtet hat.

Passend dazu ist die gesamte Wohnung der Teufelsanbeterin mit menschlichen Knochen dekoriert.

Offenbar handelt es sich um die Überreste ihrer eigenen Opfer, in deren Blut sie badet, wie einst die ungarische Gräfin Bathory.

In der rückblickenden Episode „Die Nachtwandler“ erfährt man die Hintergrundgeschichte von Evelyn und Vanessa. Letztere ging einst bei einer Hexe in die Lehre, die sich als Evelyns Schwester herausstellt. Diese ist jedoch eine weiße Hexe, eine Kräuterfrau, die nebenher auch Abtreibungen vornimmt. Nichtsdestotrotz schmiert sie Vanessa zur Begrüßung ein umgedrehtes Kreuz auf die Stirn und faselt dabei etwas von Luzifer.

Die Schülerin lernt von ihr das Abtreibungshandwerk sowie das Legen von Tarotkarten. Natürlich zieht Vanessa dabei gleich als erstes die Karte des Teufels.

Die Schwester der alten Moorhexe und deren schwarze Hexen tauchen eines Nachts auf und fordern die Auslieferung der Schülerin.

Sie haben die Wicca einst verstoßen und ihr ein Pentagramm auf den Rücken gebrannt.

Als die Verstoßene sich weigert, tötet Evelin eine ganze Rinderherde und schiebt dies ihrer Schwester in die Schuhe.

Den Grafen, der über das Gebiet herrscht, hetzt sie gekonnt gegen die alte Frau auf. Dieser zieht den Dorfpfaffen hinzu und fordert im örtlichen Pub den Pöbel zu einer Hexenjagd auf. Er selbst ist dabei kein Heiliger, lässt er sich doch von der echten Hexe körperlich züchtigen.

Christliche Fundis sind wahrlich die schlimmsten Diener Satans. Das machen sie schlussendlich dadurch deutlich, dass sie die unschuldige Wicca bei lebendigem Leibe verbrennen.

Ihrer Schülerin brennen sie derweil ein Kreuz in den Rücken.

Vanessa verlässt daraufhin das Moor und geht nach London. Da die tote Hexe sie ihren „kleinen Skorpion“ nannte, ist dieses astrologische Symbol fortan ihr Schutzzauber, den sie überall mit Blut hinschmiert. Unnötig zu erwähnen, dass dem Skorpion im astrologischen Tierkreis der Schlangenträger folgt.

Schon in der nächsten Episode suchen Evelyns Hexen Vanessa in ihrem neuen Zuhause heim. Sie dringen getarnt in ihre Wohnung ein, wobei sie sich sprichwörtlich wie Chamäleons der Umgebung anpassen. Den Trick haben sie wahrscheinlich von den Suliban aus „Star Trek – Enterprise“.

Ihr Auftreten als hübsche junge Damen ist ebenfalls nur Tarnung. In Wirklichkeit sind sie kahlköpfig und furchtbar entstellt. Ihre Körper schmücken sie mit Pentagramm-Narben und anderen okkulten Symbolen.

Ins Haus dringen sie ein, da sie Vanessas Haare für ihre Voodoo-Puppe brauchen. Zunächst ist aber Malcolms Ex-Frau dran, die im wahrsten Sinne des Wortes höllische Kopfschmerzen bekommt.

Ihr erscheinen dabei ihre Kinder als Zombies. War ja klar, dass diese Horrorgestalten auch noch ausgegraben werden, wenn auch nur als Vision. Dieser Anblick lässt die arme Frau komplett durchdrehen, sodass sie sich selbst die Kehle durchschneidet.

Ihr Ex-Mann Malcolm ist von ihrem Tod wenig berührt. Er hat längst mit Evelyn eine Affäre, unwissend, dass diese längst auch eine Voodoo-Puppe mit seinem Antlitz gebastelt hat. Natürlich wieder mit einem pochenden Baby-Herzen.

Während Evelyn die Schlinge um ihre Opfer enger zieht, gehen diese rätselhaften Artefakten nach, die Malcolm Murray auf seinen Weltreisen gesammelt hat, Die Artefakte erzählen die autobiografische Geschichte von Luzifer und den anderen gefallenen Engeln.

Sie geben auch einen Hinweis darauf, dass Vanessa Ives und Ethan Chandler der Schlüssel zur Lösung des Problems sind. Allerdings weiß noch niemand zu deuten, dass mit Lupus Dei der Werwolfsmann (wörtlich „Wolf Gottes“) gemeint ist.

Dem ist zu allem Überfluss wieder der Kopfgeldjäger Roper auf den Fersen, der inzwischen einen auf Phantom der Oper macht. Nur will er diesmal nicht das Kopfgeld, sondern Rache für seine Entstellung.

Der Ägyptologe Ferdinand Lyle (Simon Russell Beale) entpuppt sich derweil als Verräter, der mit Evelyn paktiert.

Das ist besonders verwerflich, da er einige Folgen zuvor als Jude mit Kippa zu sehen war. Die Verbindung von Judentum und Satanismus, welche in der Serie unterstellt wird, grenzt schon an Antisemitismus. Möglicherweise wird hier auf die Rothschilds angespielt, die als Weinmarke auch namentlich genannt werden, aber die sind eben ausschließlich Satanisten und keine praktizierenden Juden. Was in „Penny Dreadful“ unterschwellig impliziert wird, ist brandgefährlicher Verschwörungswahn.

Doch zurück zur Haupthandlung. Nachdem Vanessa auf einer Party von Dorian Gray, auf der auch Evelyn und ihre Hexen anwesend sind, eine Vision von Blutregen hat und daraufhin zusammenbricht, entschließt sie sich, aus der Stadt zu fliehen.

Zuflucht sucht sie im Haus der alten Moorhexe, welches diese ihr vermacht hat. Über ihrem Bett hängt immer noch ein passendes Keltenkreuz mit Hexenknoten.

Im Nachlass der Hexe findet Vanessa ein Buch mit bösen Beschwörungsformeln, in dem es von Schlangendarstellungen nur so wimmelt.

Begleitet wird Vanessa von Ethan, der in Vollmondnächten Schafe reißt.

In der Nebenhandlung schlägt Frankensteins Braut Lily neue Wege ein. Sie ist weder an ihrem Schöpfer noch an dessen Monster interessiert und muss sich selbst neu definieren. Als Zeichen ihres Persönlichkeitsbruchs ist sie in einem zerbrochenen Spiegel zu sehen.

Schlussendlich verbündet sie sich mit Dorian Gray, der seine Geliebte, die Transfrau Angelique, zwischenzeitlich vergiftet hat. Lily lässt er dagegen leben, nachdem sie das Geheimnis seiner Unsterblichkeit erfahren hat. All seine Verwundungen, Geschlechtskrankheiten und Sünden manifestieren sich in seinem Portrait.

Lily schlägt einen ähnlichen Weg ein und entwickelt sich zur Lustmörderin, wobei es echt widerlich ist, dass sie sich Typen aussucht, die vom Alter her ihr Großvater sein könnten. Kleines Detail am Rande: Bei ihrem ersten Opfer steht eine Kartenpyramide, deren Spitze in ein rundes Fenster ragt. Symbolik, wohin das Auge blickt.

Auf Sir Malcolms Tisch steht derweil ein Tintenfass mit einem Löwenpaar.

Im Treppenaufgang findet sich weiterhin ein Löwenkopf.

Bevor sich Malcolm Murray entschließt, Evelyn Poole direkt anzugreifen, stattet eine ihrer Töchter Ethan Chandler einen Besuch ab. Statt bis zu Malcolms Anwesen zu spazieren und sich abermals getarnt durch die Vordertür einzuschleichen, nimmt Hecate (Sarah Greene) eine Abkürzung durch einen Spiegel, der hier eindeutig ein Dimensionstor darstellen soll.

Ethan lehnt die Avancen von Hecate ab und schließt sich Murrays Leuten an, als diese ihren Herren aus den Fängen von Evelyn befreien wollen. Malcolm ist nämlich allein zum Hexenschloss aufgebrochen und dabei direkt in eine Falle gelaufen. Evelyn bestraft ihn mit Visionen seiner verstorbenen Familie, was erneut zu einem Abstecher ins Zombie-Franchise führt.

Vanessa trifft bei der Rettungsaktion auf den Leibhaftigen, der sich in Gestalt ihrer Voodoo-Puppe manifestiert. Mit dieser Puppe quatscht sie erst einmal in der Sprache der Gefallenen Engel.

Als der Worte genug gewechselt sind, zerdrückt sie den Kopf der Puppe, aus dem ein Schwarm Skorpione hervorkommt.

Einer der Skorpione verschmilzt mit ihrer Hand. Sie wird quasi eins mit ihrem Sternzeichen.

Evelyn wird derweil von Ethan getötet, der sich wieder einmal in einen Werwolf verwandelt hat. Die Prophezeiung vom Lupus Dei hat sich damit erfüllt. Bedauerlicherweise hat er zuvor auch Mr. Murrays Butler Sembene (Danny Sapani) totgebissen.

Zwei von Evelyns dämonischen Töchtern werden derweil von Murray und Lyle erledigt. Nur Hecate (Sarah Greene) überlebt, da sie ihre Mutter hintergeht und sich nicht in das Geschehen einmischt. Am Ende brennt sie ihr Zuhause nieder.

Feuer fängt im Staffelfinale auch Jesus, was eine ziemlich eindeutige Botschaft ist.

Die zweite Staffel endet damit, dass Ethan sich der Polizei stellt und nach Amerika ausgeliefert wird, Malcolm mit Sembenes Leichnam nach Afrika reist und Vanessa als Letzte das Licht ausmacht. Diverse Handlungsstränge der dritten Staffel spielen damit außerhalb von England, wo Vanessa es zunächst allein mit Dracula höchstpersönlich zu tun bekommt. Kein Wunder, dass sie in eine depressive Phase gerät und mit dem Rauchen anfängt.

Zunächst sucht sie sich aber erst einmal psychologische Hilfe, von der ihr geraten wird, etwas Neues auszuprobieren. Gesagt getan besucht Mrs. Ives zum ersten Mal in ihrem Leben ein Naturkundemuseum. Die Tiere, die sie dort betrachtet, haben dabei alle etwas mit ihrem Leben zu tun. Als erstes trifft sie auf eine Repräsentation des Baphomet, der für Satan steht.

Das zweite Tier ist ein Wolf, mit dem offenkundig Ethan Chandler gemeint ist.

An dritter Stelle kommen Skorpione, die Vanessa selbst repräsentierten.

Im Museum trifft sie auf Dr. Sweet (Christian Carmago), mit dem sie sich schnell anfreundet. In der zweiten Episode stellt sich jedoch alsbald heraus, dass der sympathische Zoologe in Wirklichkeit Dracula höchstpersönlich ist. Wie er und seine Lakaien es schaffen, bei Tageslicht umher zu wandeln, lässt sich nur damit erklären, dass sich die Serie über gängige Vampirmythen hinwegsetzt.

Das gilt auch für den Mythos, dass Vampire kein Spiegelbild haben. Dracula und seine Diener sind sehr wohl im Spiegel sichtbar. Dr. Sweet lädt Vanessa sogar in ein Spiegelkabinett ein, was wieder einmal auf ihre gespaltene Persönlichkeit/Besessenheit hindeutet.

Auf dem Jahrmarkt gibt es übrigens auch eine Wahrsagerin, an deren Stand nach mehr als zwei Staffeln endlich die freimaurerische Pyramide mit dem allsehenden Auge auftaucht. Das war schon längst überfällig.

Noch unlogischer als die Eigenheiten der Vampire ist Draculas sinisterer Plan, einen Menschen zu erpressen, Vanessa Ives auszuspionieren. Zum einen hat er bereits genügend Anhänger, die den Job erledigen können, zum anderen ist er selbst als Dr. Sweet direkt an ihr dran. Die Drehbücher werden also nicht besser, wie es oft der Fall ist, wenn Serien zu sehr in die Länge gezogen werden.

Die Nebenhandlungen werden ebenfalls immer abgedroschener. So tritt Malcolm auf einen alten Freund, der Apache ist und seine Opfer zu skalpieren pflegt. Rein zufällig hat der Herr auch einen Bezug zu Ethan Chandler, mit dem er geistig über Totems kommunizieren kann.

Frankenstein trifft derweil auf einen alten Freund mit ebenfalls indianischen Wurzeln. Dieser stellt sich als Dr. Jekyll heraus, der in einer Londoner Psychiatrie mit den Insassen herumexperimentiert. Zum einen wird hier schon wieder eine literarische Kultfigur in die ohnehin schon überladene Serie verfrachtet, zum anderen war Dr. Jekyll ursprünglich kein Native American. Der Darsteller Shazad Latif ist obendrein pakistanischer Abstammung, die Besetzung haut also auch nicht hin.

Die abartigste Nebenhandlung dreht sich derweil um Dorian und Lily, die eine Armee unterdrückter Frauen aufbauen wollen. Dafür besuchen sie zunächst eine Snuff-Party, auf der die junge Justine (Jessica Barden) live geschlachtet werden soll. Das zahlende Publikum besteht natürlich aus reichen Herren der Oberschicht, was durchaus reale Bezüge hat. Allerdings sind es diesmal die reichen Säcke, die sterben, während Justine von Dorian und Lily gerettet wird.

Es hat auch etwas von ausgleichender Gerechtigkeit, dass die beiden Justine ihren Peiniger servieren, der sie im zarten Alter von nur 12 Jahren gekauft und zur Prostitution gezwungen hat. Sie tötet den widerwärtigen Bastard ohne zu zögern.

Was darauf folgt, ist jedoch mindestens ebenso widerwärtig, wie das, was Justine all die Jahre angetan wurde. Sie und ihre beiden Retter baden im Blut ihres Peinigers und veranstalten eine wilde Sexorgie. Zum Glück gibt es im 19. Jahrhundert noch kein HIV, dennoch ist diese Szene überaus geschmacklos.

Die vierte Episode „Der gefallene“ Engel dreht sich wieder komplett um Vanessa und spielt fast ausschließlich in einer Zelle der Nervenheilanstalt. Der Rückblick in ihre Vergangenheit wird diesmal durch eine Hypnosesitzung bei ihrer Psychologin herbeigeführt. Diese ist ebenfalls Raucherin, womit wieder einmal unterschwellig die Tabak-Agenda beworben wird.

In der Nervenheilanstalt fällt abermals der Hexagonboden auf. Die 666 in endloser Aneinanderreihung.

Das passt auch, denn in der Zelle erscheint der Patientin Luzifer, der vom Pfleger Besitz ergreift. Später gesellt sich auch noch Dracula dazu, der entgegen den üblichen Legenden ebenfalls als gefallener Engel portraitiert wird.

Der Pfleger ist übrigens kein Geringerer als John Clare, der später von Frankenstein als Caliban wiederbelebt wird. In der dritten Staffel erhält er einen Nebenplot, in dem er seine Frau und seinen Sohn wiedersieht. Allerdings nur, um seinen Sohn sterben zu sehen. Seine Frau bittet ihn, den Sohn ebenfalls in einen Zombie transformieren zu lassen, was Caliban ablehnt. Die Frau verlässt ihn daraufhin und er ist wieder allein.

Zur Haupthandlung trägt dies nicht viel bei und auch der Plot um Dorian Gray und Lily findet ein eher unspektakuläres Ende. Gray schmeißt Lilys Gefolgschaft aus seinem Luxusloft, tötet Justine auf ihren eigenen Wunsch hin und trennt sich schließlich von Lily.

Ethan Chandlers Ausflug in die USA hinterlässt ebenfalls keinen bleibenden Eindruck. Er mutet eher wie ein Versuch an, aus der Serie einen Western zu machen. Chandler wird jedenfalls von den Männern seines Vaters befreit, verbündet sich mit Hecate und verfällt vorübergehend der dunklen Seite. Hecate löscht seine Häscher aus, indem sie ausgerechnet Klapperschlangen heraufbeschwört.

Letztendlich gelangen die beiden in die Gewalt von Ethans Vater Jared Talbot (Brian Cox), zu dem es auch Malcolm und dessen Apachenfreund verschlägt. Talbot erzählt den Anwesenden die Geschichte, wie Ethan seine eigene Familie von den Apachen abschlachten lassen hat und kurz darauf wiederholt sich eben diese Geschichte.

Hecate stirbt gleich zu Beginn des Gemetzels, womit sich die Serie einer weiteren überflüssigen Nebenrolle entledigt. Danach ist alles wieder beim Alten, Chandler steht wieder auf der Seite der Guten und ist bereit, Vanessa aus den Fängen Draculas zu befreien. Die macht inzwischen gemeinsame Sache mit Batman.

Zunächst reagiert sie noch abweisend auf die Erkenntnis, dass Dr. Sweet Darcula ist und er sie, ebenso wie Luzifer, besitzen will. Aber anscheinend findet sie ihn doch süß genug, dass sie es letztendlich mit ihm auf dem satanisch schwarz-roten Schachbrettboden treibt.

Ihr Besuch bei Lyle dient derweil nur der Präsentation ägyptischer Ausgrabungsstücke. Die Warnungen vor dem Blutsauger schlägt sie in den Wind.

In der achten Folge kündigt sich bereits der große Showdown an. Ethan ist mit den anderen zurück in London und entdeckt einen ausgeschlachteten Wolf in Murrays Villa. Eindeutig eine Botschaft, die an ihn als Werwolf gerichtet ist. Dennoch schlagen er und der Apache sich recht gut gegen die Vampire.

In der finalen Episode dringen Ethan, Malcolm und einige Verbündete in Draculas Versteck ein. Passenderweise ein Schlachthaus, in dem statt Schweinehälften menschliche Körperteile von der Decke hängen. Das erinnert ein wenig an „The Midnight Meat Train“ und Kenner wissen spätestens seit der „From Dusk Till Dawn“-Serie, dass Vampire für Reptiloide stehen.

Dracula füttert mit den Kadavern allerdings auch seine transformierten menschlichen Diener. Dies spielt zweifellos auf den Kannibalismus an, der im Satanismus praktiziert wird.

Während Malcolm und seine Freunde Vampire abschlachten, dringt Ethan bis zu Vanessa vor, die aber schon in einen Vampir verwandelt wurde. Sie bittet ihn, sie zu töten, um sie von ihrem Leid zu erlösen. Gesagt, getan, die Kulisse mit den ganzen Kerzen bietet sich obendrein prima für einen Mord an.

Nach dem Sieg über Dracula endet die Serie mit der Bestattung der Hauptprotagonistin. Nachdem ihre engsten Freunde an ihrem Grab standen, kniet auch Caliban davor nieder. Mit ihr ist auch seine letzte Chance auf Liebe gestorben und er bleibt als einsames Monster zurück. Ende.

Fazit: Der einzige Pluspunkt der Serie ist das gelungene Ambiente des 19. Jahrhunderts. Die Kulissen, die Kostüme und die Spezialeffekte versetzen den Zuschauer in das viktorianische Zeitalter. Untermalt ist diese Szenerie mit einem atmosphärischen Soundtrack, der oft sehr düster daherkommt. Dieses Potential wird jedoch durch den hoffnungslos überladenen Genremix verschenkt. Der hohe Grad an Sex und Gewalt macht die anfängliche Stimmung restlos zunichte und treibt den Zuschauer regelmäßig an die Kotzgrenze.

Kaum eine andere Serie ist so abgründig und offen okkult. Alles, was zum harten Kern des Satanismus gehört, wird hier abgefeiert. Angefangen bei Sexorgien über rituelle Menschenopfer bis hin zu Snuff-Partys und Kannibalismus. Es ist einfach nur krank und widerwärtig. Die meisten Darsteller sowie die Produzenten werden schon wissen, was sie da propagieren. Leider ist „Penny Dreadful“ damit näher an der Realität, als einem lieb sein kann. Wer seine Seele nicht belasten will, sollte von dieser Serie Abstand nehmen.

Tomb Raider – Lara Croft versus Illuminaten

von Joe Doe

„Lara Croft: Tomb Raider“ von 2001 ist die erste Verfilmung der gleichnamigen Computerspielreihe. Der Film hält sich dabei optisch mal mehr und erzählerisch mal weniger an die Vorlage. Obgleich schon die Spiele diverse Fantasy-Elemente enthalten, die stellenweise ins Okkulte abgleiten, übertrifft der Kinofilm diese bei weitem und bezieht direkt den Geheimbund der Illuminaten ein. Die zur Schau gestellte Symbolik ist allerdings eher den Freimaurern zuzuordnen.

Das ganze okkulte Spektakel beginnt schon im Vorspann mit dem allsehenden Auge in einer Pyramide. Die Eröffnung der ersten Szene setzt diese Symbolik sogleich mit Lara Crofts rechtem Auge fort.

Die Filmversion von Lara Croft (Angelina Jolie) hält sich nicht in jedem Detail an die Vorlage. So trägt die Spielversion keinen Gürtel mit Totenschädel und gekreuzten Knochen. Das schwarze Filmoutfit in Kombination mit diesem Symbol erinnert schon fast an die SS.

Passend zu der Pyramide im Vorspann startet der Film in einem ägyptischen Setting. In diesem Ambiente lassen sich selbstverständlich jede Menge antike Symbole verstecken, darunter ein Skarabäus.

Lara geht mit dieser Kulisse jedoch keineswegs wie eine Archäologin um, sondern ballert wild um sich und fällt im Kampf mit einem Killerroboter einen Obelisken.

Zum Glück ist dies nur eine Übung in einem Trainingsraum auf dem Anwesen ihrer Familie. Im Spiel sahen die Trainingsräume etwas anders aus, aber immerhin das Haupthaus hält sich stark an die Spielvorgabe. Ein paar Schachbrettböden dürfen in einem solch okkult aufgeladenen Film natürlich nicht fehlen.

In der nächsten Szene werden die Gegenspieler eingeführt, welche sich selbst als „Erleuchtete“ bezeichnen. Ihre Loge entspricht nicht dem typischen Freimaurerambiente, einige Symbole wie die Venusmuschel sind aber dennoch zu finden.

Nicht zu vergessen die Pyramide mit dem allsehenden Auge. Diese weist zudem ein zwölfzackiges Sonnensymbol auf, welches auf die 12 Tierkreiszeichen hindeutet.

Dieser dezente Hinweis auf Astrologie kommt nicht von ungefähr, denn die Illuminaten fiebern einer seltenen Konstellation entgegen, bei der sich alle Planeten des Sonnensystems in einer Linie aufreihen. Ein Ereignis, auf welches einst auch Lara von ihrem Vater vorbereitet wurde.

In der Realität tritt eine solche Linearkonstellation keineswegs exakt alle 5.000 Jahre auf und ebenso kam es um die Jahrtausendwende zu keinem derartigen astronomischen Ereignis. Erst recht setzt keine Planetenkonstellation – gleich welcher Art – eine Uhr in Gang. Doch in der Welt des Films ist alles möglich und so entdeckt Lara, dass die Uhr ihres verstorbenen Vaters wie von Geisterhand zu ticken beginnt.

Sie gibt das gute Stück an ihren Mitarbeiter Bryce (Noah Taylor), der einen inneren Mechanismus entdeckt. Als Lara diesen freilegt, hält sie ein Artefakt in den Händen, auf dessen Deckel eine Pyramide mit Auge prangt.

Diesen Fund bringt sie zu einem alten Freund ihres Vaters, der die Uhr eingehender untersucht. Für ein antikes Artefakt sieht das Teil ziemlich nach High Tech aus, aber natürlich kann auch alles mit Magie erklärt werden.

Ein Blick auf die Rückseite verrät indessen, dass es sich um eine Art Schlüssel handeln muss.

So recht ist dem alten Professor in dieser Angelegenheit nicht zu trauen. Erst recht nicht, als er Lara an den Anwalt Manfred Powell (Iain Glen) weiterempfiehlt. Hätte Lara aufgepasst, wäre ihr sicherlich das Sonnensymbol im Treppenhaus aufgefallen.

Oder der Totenschädel auf dem Tisch des Professors, der ihn ziemlich deutlich als Freimaurer zu erkennen gibt.

Nachdem Lara auf den Tipp eingegangen ist und auch Powell über ihren Fund informiert hat, dauert es nicht lange, bis ihr Anwesen überfallen und ausgeraubt wird. Merke: Mit brisanten Funden, die obendrein der offiziellen Geschichtsschreibung widersprechen, geht man nicht hausieren! Andernfalls enden sie in den Händen mächtiger Leute, die sie einzig zu ihrem eigenen Vorteil nutzen wollen.

Offenbar hat Laras Vater sie nicht über die Machenschaften okkulter Geheimbünde aufgeklärt, was er erst mittels eines Briefes posthum nachholt. Dieser wird wie selbstverständlich von UPS zugestellt. Ohne Product Placement geht es in Hollywood nun mal nicht.

In dem Brief gibt er ihr einen Hinweis auf ein Buch von William Blake (1757-1827).

Im Buch dieses Freimaurers entdeckt Lara auf der letzten Seite erneut eine Pyramide mit allsehendem Auge. Im Prinzip sollte ihr spätestens jetzt dämmern, dass ihr Vater auch zu diesem Club gehörte.

Hinter dem Einband entdeckt sie einen weiteren Brief ihres Vaters und bekommt mit diesem erst einmal eine Lektion in Geschichte. Sie erfährt von einer untergegangenen Stadt, die sich einst in einem Meteoritenkrater befand. Im Zentrum stand natürlich eine Pyramide.

Aus dem Metall des Meteoriten wurde eine Pyramide mit allsehendem Auge gegossen. Ein magisches Artefakt, welches seinen Schöpfern göttliche Kräfte verlieh. Wissenschaftlich gesehen ist das natürlich völliger Nonsens, da das Periodensystem vollständig ist und keine Elemente mit magischen Eigenschaften enthält. Aber Meteoriten mit unbekannten Superelementen tauchen immer wieder in der Popkultur auf, darunter in Marvels „Black Panther“ und Disney’s letztem „Tarzan“.

Historisch hält sich „Tomb Rider“ ebenfalls nicht an die Fakten. Die Stadt, die schließlich durch den Machtmissbrauch ihrer Bewohner unterging, hat einige Parallelen zu Atlantis, einschließlich der runden Form. Allerdings lag Atlantis nicht in einem Meteoritenkrater, sondern im Meer. Immerhin wird der Name der Stadt nicht genannt, sodass Raum für Spekulationen bleibt.

Die magische Pyramide wurde jedenfalls in zwei Teile gebrochen, die an unterschiedlichen Orten versteckt wurden. Lara macht sich direkt im Anschluss an diese Offenbarung auf die Suche nach den beiden Pyramidenhälften. Warum sie dabei ein T-Shirt mit einem blutigen Templerkreuz trägt, bleibt schleierhaft.

Ihre Reise führt sie nach Kambodscha in die Nähe von Angkor Wat. Diese antike Khmer-Pyramide hat zwar, abgesehen von ihrer astrologischen Ausrichtung, nicht viel mit den ägyptischen Pyramiden gemein, aber immerhin ist es eine Pyramide.

Die Innenausstattung eines unterirdischen Tempels, in dem die erste Hälfte des gesuchten Artefakts wartet, ist derweil absolut nicht mit der Kultur der Khmer vereinbar. Das Symbol der Pyramide mit Auge mag zwar schon in der Antike bekannt gewesen sein, allerdings in einer Zeit lange vor den Khmer. Diesen war ein solches Symbol nicht bekannt.

Ein weiteres Augensymbol weist Croft den Weg zum Schloss für den Schlüssel, den ihr Powell abgenommen hat.

Das Schloss wird abermals von einem zwölfzackigen Sonnensymbol umringt. Hinzu kommt ein kleinerer achtzackiger Stern der Isis.

Powell, der inzwischen mit Laras ehemaligen Kollegen Alex West (Daniel Craig) zusammenarbeitet, muss erkennen, dass er vor dem falschen Schloss steht. Auf Alex‘ Rat hin vertraut er Lara den Schlüssel an, die damit einen Mechanismus in Gang setzt.

Im Zentrum des Mechanismus steht eine sechsarmige Statue mit einem grünen Glasbehälter im Schoss. Auf diesem Gefäß befinden sich vorne Schlagen, was ziemlich unverhohlen auf den Schlangenphallus von Baphomet anspielt.

Um jeden Zweifel auszuräumen, durchsticht die Grabräuberin den Behälter mit einem Balken, woraufhin dieser seinen Inhalt ejakuliert. Eine ziemlich versaute Symbolik.

In der Folge wird zwar die erste Hälfte der Pyramide freigegeben, allerdings tritt dabei auch Black Goo aus, welches in jede Ritze fließt.

Diese ölige Substanz lässt die Affenstatuen und zum Schluss auch die steinerne Gottheit zum Leben erwachen. Okay, es ist definitiv ein Fantasy-Film.

Nachdem Croft sowohl den Steinmonstern als auch Powells Team entkommen ist, geht die Reise weiter nach Venedig. Dort trifft Lara in einer Illuminatenloge erneut auf Powell, der ihr eine Zusammenarbeit anbietet und ihr offenbart, dass ihr Vater ebenfalls ein Erleuchteter war. Auf die letzte Offenbarung reagiert sie angepisst und wirft ein Messer in das allsehende Auge. Übrigens ist das überhaupt kein Illuminatensymbol, wie hier fälschlich unterstellt wird. Zumindest nicht, wenn damit Adam Weishaupts Orden gemeint sein sollte.

Als Powell ihr droht, zeigt er mit dem Messer auf Laras linkes Auge, was wieder einmal sehr symbolbeladen ist. Schlussendlich geht sie widerwillig auf sein Angebot einer Zusammenarbeit ein, da auch sie die zweite Hälfte der Pyramide finden möchte.

Die Suche führt sie nach Sibirien, wo die Ruinen der antiken Stadt in einem Meteoritenkrater liegen. Hier werden nun wirklich alle Mythen willkürlich zusammengeworfen, denn Sibirien ist tatsächlich für den Tunguska-Meteoriten bekannt. Dieser ist allerdings nicht in der Antike eingeschlagen, sondern 1908 in der Luft explodiert.

Noch unwirklicher ist die aufziehende Sonnenfinsternis, womit nicht nur alle Planeten, sondern auch der Erdmond in einer Linie stehen. Aber irgendwie muss man ja die Linearkonstellation veranschaulichen, wobei die anderen Planeten schlichtweg zu weit entfernt sind, um alle gleichzeitig von der Erde aus sichtbar sein zu können.

Ein weiteres Modell des Sonnensystems gibt es in den Ruinen. Das gesuchte Teilartefakt befindet sich natürlich in der Sonnenkugel, wo auch sonst.

In den Ruinen treten überall leuchtende Orbs auf, bei denen es sich um Zeitphänomene handelt. Als ein Schlittenhund durch einen der Orbs springt, skelettiert er augenblicklich und tritt zu neuem Leben erwacht wieder heraus.

Croft gelingt es natürlich, die zweite Pyramidenhälfte zu finden.

Sie überreicht sie dem Oberilluminaten, wohl wissend, dass noch etwas fehlt.

Kurz darauf lässt Powell seinen Meister erschießen, da er selbst seinen Gottkomplex ausleben will. Doch dazu braucht er noch ein sandkorngroßes Teilstück der Pyramide, welches in Laras Schlüssel versteckt ist.

Um alles zusammenzufügen nutzt Lara eine Zeitanomalie, die sich über einer Pyramide an der Wand öffnet. Damit wäre auch die aufgehende Sonne über der Pyramide mit Auge abgehakt.

Croft und Powell werden in eine Art Paralleldimension gezogen, in der sie die Spitze einer Pyramide erklimmen müssen. Natürlich ist Lara schneller und wird so zur Herrscherin über Raum und Zeit. Sie macht den Mord an ihrem ehemaligen Kollegen Alex rückgängig und dreht den Dolch, den Powell auf sie geworfen hat, in die andere Richtung. Als die Zeit wieder normal läuft, geht der Dolch zurück an den Absender und es kommt zum finalen Kampf gegen den Endgegner. Das zusammengesetzte Pyramidenartefakt zerschießt Croft dabei in tausend Teile, damit seine Macht nie wieder missbraucht werden kann.

Powell hat damit keine Möglichkeit mehr, sich selbst zu retten. Er wird das Wassermannzeitalter nicht mehr miterleben, welches von dem Wassermannkopf über dem Torbogen hinter ihm angekündigt wird.

Nun muss Lara Croft nur noch aus der sibirischen Höhle entkommen, die hinter ihr einstürzt. Zum Glück hat sie noch die Schlittenhunde, aber keinen Schlitten. Sich auf bloßen Füßen von Hunden ziehen zu lassen, ist die unrealistischste Szene im ganzen Film! Jeder Mensch würde dabei sofort stolpern und stürzen, egal wie glatt der Boden ist. Selbst mit Skiern wäre diese Stuntfahrt mehr als gewagt, aber auf unebenen Schuhsohlen ist das schlichtweg lächerlich!

Fazit: Die Pyramide mit allsehendem Auge kommt in zahlreichen Hollywood-Filmen vor, doch in kaum einem so häufig wie im „Lara Croft: Tomb Rider“. Der Film nimmt dabei keine Rücksicht auf historische und kulturelle Zusammenhänge. Die gesamte Menschheitsgeschichte wird schlichtweg im freimaurerischen Sinne umgedeutet. Die Rolle der Illuminaten ist dabei bewusst diffus gehalten, da sich auch die höchsten Grade der Freimaurer als „Erleuchtete“ bezeichnen. So würde zumindest die Symbolik wieder Sinn machen.

Scott Pilgrim gegen den Rest Vernunft

von Joe Doe

„Scott Pilgrim gegen den Rest der Welt“ basiert auf einer Graphic Novel von Bryan Lee O’Malley und wurde 2010 von Edgar Wright verfilmt, der zuletzt für den schwächsten Teil der neuen „Star Wars“-Trilogie „Die letzten Jedi“ verantwortlich war. Seine Adaption von „Scott Pilgrim“ ist dagegen nicht nur schwach, sondern schwachsinnig und obendrein vollgestopft mit okkulter Symbolik. Das fängt schon mit den Sig-Runen im Vorspann an.

Im Mittelpunkt steht besagter Scott Pilgrim, gespielt von Michael Cera, zu dessen Vita weitere hochgradig okkulte Filme wie „Das ist das Ende“ gehören. Seine Rolle Scott ist Mitglied in einer Rockband namens SexBobOmb und im Prinzip geht es im ganzen Film um kaum etwas anderes als Sex. Da er diesen nicht von seiner 5 Jahre jüngeren Freundin Knives (Ellen Wong) bekommt, träumt er längst von einer anderen Frau. Dabei ist die 17jährige sein größter Fan.

Der Übergang in eine andere Beziehung wird durch einen Schachbrettboden markiert. Ab diesem Zeitpunkt ist zudem nicht mehr ganz klar, was Scott träumt bzw. phantasiert und was Realität ist. Waren die comichaften Lautmalereien bis dahin noch als Stilelement akzeptabel, nimmt der Film mit durchschreiten dieser ersten Dimensionstür eine Wendung ins Absurde.

Die nächste Tür, welche direkt ins Bett von Scotts Traumfrau Ramona (Mary Elizabeth Winstead) führt, ist derweil mit einem schwarzen Pentagramm markiert.

Zum Abschied gibt sie ihm ihre Telefonnummer, welche zweimal die 66 enthält und in der Quersumme 55 ergibt. Darunter stehen sieben Xe, die für ihre sieben Ex-Lover stehen. Das X hat hier also einen direkten Bezug zu Sex.

Auf einem Konzert der Band SexBobOmb trifft Scott auf den ersten Ex von Ramona, der sich selbst als „teuflischer Ex-Lover“ vorstellt und dabei die 666-Handgeste macht.

Um jeden Zweifel auszuräumen, dass hier Satanismus im Spiel ist, besitzt der Ex paranormale Fähigkeiten wie Levitation und Pyrokinese. Außerdem kann er dämonische Begleiterinnen herbeirufen, die alle ein schwarzes Pentagramm auf dem Shirt tragen

Bei genauerer Betrachtung handelt es sich um geflügelte Repiloide mit spitzen Zähnen und geschlitzten Pupillen. Spätestens ab hier dürfte klar sein, dass es sich um keinen normalen „Coming of Age“-Film handelt.

Der Kampf gegen den teuflischen Ex-Lover findet selbstverständlich auf einem Schachbrettboden statt.

Da Scott nun offen für eine Beziehung zu Ramona kämpft, muss er endlich mit Knives Schluss machen. Passend dazu trägt er ein T-Shirt mit Totenschädel.

Beim Übergang zur neuen Freundin ist wieder ein Schachbrettboden im Hintergrund zu sehen.

Bevor er jedoch Ramona für sich allein haben kann, muss er auch ihre anderen Ex-Lover im Kampf besiegen. Der nächste ist der Filmstar Lucas Lee (Chris Evans), der unfairerweise gleich seine sämtlichen Stuntdoubles mit antreten lässt. Auf den Skateboards und auch als Tattoo trägt Lee ein auf dem Kopf stehendes Tau.

Der Kampf findet im Schatten des Vollmondes statt, der in dieser Einstellung durch ein Stromkabel durchtrennt ist. Die Spaltung des Mondes ist dabei kein Zufall, wie sich später noch zeigen wird.

Am nächsten Tag macht sich Scott Gedanken darüber, dass Ramona sieben Ex-Lover hat, was sich in seiner Umgebung widerspiegelt.

Ein eingekreistes X an seinem Ärmel, welches bereits ankündigt, dass sie auch ihn irgendwann verlassen wird, reißt er ab und wirft es auf den Boden. Symbolisch bedeutet dies, dass er sie nach nur einem One-Night-Stand nicht aufgeben will.

Die Aufschrift seines nächsten T-Shirts ist schon weniger leicht zu deuten. „SARS“ ist eine tödliche Infektionserkrankung der Atemwege, die sieben Jahre vor dem Filmdreh wütete.

Quelle

Einfacher ist da schon wieder das nächste Konzertplakat von SexBobOmb zu deuten, welches von zahlreichen Pentagrammen übersät ist. Außerdem gibt es auf der linken Seite ein Logo aus umgedrehten Pyramiden, welches später noch eine wichtige Rolle spielen soll.

Beim Auftritt trägt Scott ein weiteres Pentagramm auf dem T-Shirt. Außerdem hat es die Aufschrift „Zero“, was möglicherweise andeuten soll, dass er eine Null ist.

SexBobOmb treten jedenfalls nur als Vorband für Clash at Demonhead auf. Deren Sängerin, die zufällig Scotts Ex ist, macht ihrem Bandnamen alle Ehre und präsentiert sich als Schlangenträgerin. Sie trägt eine Schlange als Ring und zwei Ouroboros-Schlangen als Ohrringe.

Ihr aktueller Macker Todd (Brandon Routh) ist derweil der dritte teuflische Ex-Lover von Ramona. Welch ein unglaublicher Zufall, dass ihre jeweiligen Ex-Partner zueinander gefunden haben. Da fragt man sich, warum die beiden überhaupt eifersüchtig reagieren, wenn sie doch längst wieder andere Beziehungen eingegangen sind? Wie es scheint, geht es hier schlichtweg um Kontrolle. Die Frau wird zum Besitz des Mannes und bleibt dies auch, wenn er bereits eine andere hat.

Der dritte teuflische Ex-Lover hat auf jeden Fall wieder einmal paranormale Fähigkeiten und seine leuchtenden Augen deuten auf dämonische Besessenheit hin.

Wie Ramona anmerkt, hat ihr Todd einst „ein Loch in den Mond gehauen“. Das ist nun schon die zweite Anspielung auf einen lunaren Anschlag. Da ein solches Ereignis schon in Dutzenden anderen Filmen und Serien angekündigt wird, mag man hier nicht mehr an Zufälle glauben.

Mit der 3 auf dem T-Shirt lässt sich derweil super spielen. Zweimal nebeneinander ergibt dies die Anzahl der Freimaurergrade nach schottischem Ritus. Man wird das Gefühl nicht los, dass es bei den Kämpfen gegen die Ex-Lover eigentlich um den Aufstieg Scott Pilgrams in der Freimaurerhierarchie geht.

Wie zur Bestätigung gibt es beim nächsten „Bass Battle“ wieder einen Schachbrettboden. Die Art, wie Scott seinen Kontrahenten Todd besiegt, ist dabei mehr als skurril. Todd ist Veganer und nachdem Scott ihm einen Drink mit Sahne angedreht hat, erscheint die Veganpolice und beraubt ihn seiner paranormalen Kräfte. Ob das eine Anspielung darauf sein soll, dass vegane Ernährung genauso esoterischer Bullshit ist wie Superkräfte?

Die nächste Konfrontation lässt nicht lange auf sich warten. Sie wird von der Hausnummer 4 angekündigt, wo Scott auf einer Party die nächste Exfreundin von Ramona kennenlernt.

Ja richtig, es geht diesmal um eine Frau. Dabei ist Ramona doch eindeutig hetero. Eine Erklärung könnte sein, dass sie unter einer multiplen Persönlichkeitsspaltung leidet und eine ihrer Persönlichkeiten lesbisch ist. Darauf deuten zumindest die zerbrochenen Spiegel bei der Zerstörung einer Diskokugel hin.

Der fünfte Kampf findet dann wieder bei einem Bandduell statt. Auf dem Konzertplakat steht ganz unten „Ninth Circle“, womit ziemlich deutlich auf den neunten Kreis der Hölle verwiesen wird.

Diesmal muss es Scott gleich gegen zwei Gegner aufnehmen, denn Ramona war mit Zwillingen zusammen. Zumindest wird der Film dadurch um einen Kampf verkürzt, denn langsam fängt diese krude Story gewaltig an zu nerven. Gleiches gilt für die Symbolik, die bei den Zwillingen durch ein Yin-Yang auf den Punkt gebracht wird.

Im ersten Anlauf zerstören die beiden Gegner mit ihrer Soundwave das Hallendach. Dort wird erneut der Vollmond sichtbar. Doch halt! Dieser Kampf findet Tage nach dem zweiten statt und es ist immer noch Vollmond? Hier verstößt die okkulte Symbolik eindeutig gegen Naturgesetze!

Aber scheiß auf die Naturgesetze. Mit Musik lassen sich auch keine Dämonen heraufbeschwören wie auf diesem Konzert. Bei den asiatischen Zwillingen sind es natürlich Drachen, deren Erscheinen vom Publikum mit Baphomet-Gesten honoriert wird.

Nach diesem kruden Effektfeuerwerk trifft Scott endlich auf den Bossgegner, der auf der Spitze einer Pyramide residiert. Der Name Gideon Gordon Graves (Jason Schwartzman) ist dabei ebenfalls von symbolischer Bedeutung. Alle Namensteile beginnen mit einem G, dem siebten Buchstaben des Alphabets. Statt der 666 gibt es also eine 777, der u.a. von Aleister Crowley eine noch höhere Bedeutung zugeschrieben wird.

Gideon trägt außerdem die Farben der Venus, weiß und rot, womit er gleichermaßen Luzifer und Satan repräsentiert. Die umgedrehte Pyramide, die auf einem der Konzertplakate zu sehen war, ist zudem sein Logo. Ramona betrachtet er als seinen Besitz, was durch diverse Gesten verdeutlicht und auch in einer Zwischensequenz sehr genau erläutert wird.

Am offensichtlichsten ist der Chip mit Gideons Logo. Wenn das mal keine Anspielung auf technologische Massenkontrolle ist.

Scotts Bandkollegen stehen ebenfalls unter Kontrolle, allerdings auf freiwilliger Basis. Sie haben ihre Seelen für Geld und Ruhm verkauft. Passend dazu sind sie in freimaurerischem Schwarz/Weiß gekleidet, einer sogar mit Krawatte.

Scott wird von Gideon ebenfalls ein Deal angeboten, den er jedoch ablehnt. Für ihn ist der Kampf um Ramona eine Herzensangelegenheit, weshalb ihm ein Samuraischwert aus dem flammenden Herz entspringt.

Mit diesem zerlegt er erst einmal eine Schar von Gegnern, die wie in einem Videospiel zu Münzen zerfallen. Das Ganze natürlich abermals auf einem Schachbrettboden.

Der Endgegner hat derweil ein Cybersamuraischwert mit Totenkopf am Griff. Und tatsächlich verliert Scott in der ersten Runde sein Leben.

Zum Glück hat Pilgrim noch ein Bonusleben sowie etwas Hilfe von seiner Ex Knives, die diesmal ihrem Namen alle Ehre macht und mit Messern aufkreuzt. Allerdings trägt auch sie die Farben des freimaurerischen Schachbretts.

Gemeinsam besiegen sie Gideon, wobei die umherfliegenden Münzen wie eine Blutfontäne aussehen.

Am Ende beider Endkämpfe steht Scott auf der Spitze der 23-stufigen Pyramide. Einmal mit Ramona und beim zweiten Mal mit Knives. Nach dem endgültigen Sieg über Gideon ist sogar die Spitze der Pyramide illuminiert, wobei die 23 Stufen ein direkter Hinweis auf die Illuminaten sind. Hier wird nichts Geringeres symbolisiert als Pilgrims Erleuchtung, wobei sein Name nunmehr auch einen Sinn ergibt, da er eine Art Pilger ist.

Zum Schluss darf er sich dafür auch frei zwischen Knives und Ramona entscheiden, wobei die Wahl irgendwie vorhersehbar ist. Er kommt aus einem Tor mit der umgedrehten Pyramide und verabschiedet sich durch die Tür mit dem schwarzen Pentagramm.

Fazit: Was augenscheinlich als durchgeknallter „Coming of Age“-Film daherkommt, ist bei genauerer Betrachtung eine freimaurerische Erleuchtungsgeschichte. Außerdem wird einmal mehr vermittelt, dass jede Band, die in der okkulten Musikindustrie erfolgreich sein will, einen Pakt mit dem Teufel einzugehen hat. Diese tieferen Bedeutungen dürften den meisten jungen Zuschauern jedoch entgehen, da diese die Symbole kaum zu deuten wissen werden.